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Daniels Rätsel in Bezug auf den Spross

Der Spross: Er erscheint gerade rechtzeitig, um … „abgeschnitten“ zu werden.

Wir haben bereits das Spross-Thema erforscht, das sich durch die Schriften mehrerer alttestamentlicher Propheten hinzieht. Wie wir sahen, hatte Jeremia 600 v.Chr. das Thema aufgegriffen, das Jesaja 150 Jahre zuvor begonnen hatte. Jesaja hatte davon geredet, dass dieser Spross ein König sein werde. Im vorigen Beitrag sahen wir, wie Sacharja in Bezug auf Jeremias Darlegung vorausgesagt hatte, dass dieser Spross „Jesus“ genannt und die Königs- und Priesterwürde in sich vereinigen sollte – was noch nie zuvor in der Geschichte Israels geschehen war.

Daniels Rätsel von der planmäßigen Ankunft des Gesalbten

Aber es blieb nicht dabei. Daniel, im Zeitbereich zwischen Jeremia und Sacharja, griff direkt den Titel des „Gesalbten“ auf (der, wie wir sahen, gleichbedeutend mit „Christus“ oder „Messias“ ist), bezog sich in einem faszinierenden Rätsel auf den Spross und sagte die zeitliche Offenbarung des Messias voraus. Um 538 v.Chr. schrieb er Folgendes:

          „Vom Erlass des Befehls zur Wiederherstellung und zum Aufbau Jerusalems bis zu dem Gesalbten, dem Fürsten, vergehen 7 Wochen und 62 Wochen; … Und nach den                62 Wochen wird der Gesalbte ausgerottet werden, und ihm wird nichts zuteilwerden …”       (Daniel 9,25-16).

Da der „Gesalbte“ = Christus = Messias ist, wissen wir, dass Daniel dies in Bezug auf den kommenden Christus geschrieben hat. Dabei spezifizierte er eine Anfangszeit („Vom Erlass des Befehls zur Wiederherstellung und zum Aufbau Jerusalems“) und bestimmte Zwischenzeiten („7 Wochen und 62 Wochen [im Hebr. „Heptaden“ oder „Siebenergruppen“]), die in der Offenbarung des Christus (des Gesalbten) gipfeln, der daraufhin auf rätselhafte Weise „ausgerottet“ (abgeschnitten) wird. Insgesamt scheint dieser prohetische Ausblick deutlich genug zu sein. Können wir aber auch die spezifischen Einzelheiten erkennen, die uns zum eigentlichen Erscheinen des Christus führen? Schauen wir uns einmal an, was die prophetische Uhr zum Ticken brachte.

Erlass des Befehls zur Wiederherstellung und zum Aufbau Jerusalems

Ungefähr 100 Jahre nach Daniel war Nehemiah Mundschenk des persischen Großkönigs Artasata (Artaxerxes I.). Als solcher hatte er Zugang zu höchsten Herrschaftskreisen im Persischen Reich. In diesem Zusammenhang erbittet und empfängt er einen königlichen Erlass zur Wiederherstellung und zum Wiederaufbau Jerusalems. Er formuliert es folgendermaßen:

… im Monat Nisan, im zwanzigsten Jahr des Königs Artasasta… sagte ich zu dem    König: Wenn es dem König gefällt und wenn dein Knecht wohlgefällig vor dir ist, so  sende mich nach Juda, zu der Stadt, wo meine Väter begraben liegen, damit ich sie wieder aufbaue! …

          Und ich sprach zu dem König: Wenn es dem König gefällt, so gebe man mir Briefe an       die Statthalter. … Und der König gab sie mir. … Als ich nun zu den Statthaltern… kam, gab ich ihnen die Briefe des Königs. Und der König hatte Oberste des Heeres und    Reiter mit mir gesandt. (Nehemia 2,1-9)

Somit haben wir hier einen königlichen Erlass, unterstützt mit Briefen und vom Militär des Persischen Reiches, zur Wiederherstellung und zum Aufbau Jerusalems. Da der persische Großkönig aus der weltlichen Geschichte bekannt ist, und da dieser Erlass den Anfang dieses Zeitraums mit der Regierungszeit des persischen Großkönigs Artaxerxes I. verbindet (das 20. Regierungsjahr im Monat Nissan), können wir den Zeitpunkt genau bestimmen. Artaxerxes bestieg den Thron Persiens gleich nach dem Tode seines Vaters Xerxes I. im Dezember 465 v.Chr.1) – und da dieser Erlass am 1. Nissan (März/April) 465 v.Chr. erging, käme das Datum des Erlasses auf den 5. März 444 v.Chr.1)

Sieben „Wochen“ und zweiundsechzig „Wochen“

Was aber sind diese „Siebener“ („Jahrwochen“ oder „Heptaden“), die Daniel für die Zeitabschnitte gebrauchte? Im Gesetz Moses gab es einen Zyklus von sieben Jahren, in dem das Ackerland jedes siebte Jahr nach der Bebauung ruhen oder brachliegen sollte. Das wurde folgendermaßen ausgedrückt:

          Wenn ihr in das Land kommt, das ich euch geben werde, so soll das Land dem Herrn    einen Sabbat feiern. Sechs Jahre lang sollst du dein Feld besäen und sechs Jahre lang deinen Weinberg beschneiden und den Ertrag [des Landes]einsammeln. Aber   im siebten Jahr soll das Land seinen Sabbat der Ruhe haben, einen Sabbat für den         Herrn, an dem du dein Feld nicht besäen noch deinen Weinberg beschneiden sollst.       (3. Mose 25,2-4)

Im textlichen Zuzammenhang schreibt Daniel von „Jahren“; und nach diesem Gedankengang kann es sich bei den erwähnten „Siebener“-Zeiträumen („Wochen“ oder „Heptaden“) nur um Zyklen von je sieben Jahren (also „Jahrwochen“) handeln. Sieben „Heptaden“ und 62 „Heptaden“ lassen sich demnach rechnerisch als (7+62) x 7 = 483 Jahre darstellen.

Ein Jahr von 360 Tagen

Die Sache wird etwas kompliziert, wenn es um die Länge der angegebenen Jahr geht. Heutzutage gebrauchen wir das Sonnenjahr (=  365,24219879 Tage pro Jahr), weil wir den Erdumlauf um die Sonne genau messen können. Damals aber war es üblich, ein Jahr nach Mondumläufen (um die Erde) zu berechnen (der Mondkalender wird heute noch im Islam verwendet), mit 354 Tagen pro Jahr, oder unter Verwendung von zwölf 30-Tage-Monaten, was 360 Tage pro Jahr ergibt. In allen Fällen werden Korrekturen angebracht, um die Unterschiede der Umläufe auszugleichen. (In unserem westlichen gregorianischen Kalender wird zum Ausgleich der Tagesbruchteile ein Schaltjahr von 366 Tagen eingeschoben, wobei einige Schaltjahre ausgelassen werden.) In der antiken Zivilisation von Ägypten, Babylonien, Indien und Griechenland war der 360-Tage-Kalender üblich. Das war auch Daniels Jahrslänge.

Die planmäßige Ankunft des Christus

Auf dem Hintergrund dieser Informationen ist es nun ziemlich einfach zu berechnen, wann der Christus gemäß Daniels Rätsel erscheinen sollte. 483 Jahre von je 360 Tagen ergeben: 483 Jahre x 360 Tage pro Jahr = 173.880 Tage.

Gemessen nach unserem westlichen Kalender ergibt das 476 Sonnenjahre, wobei noch 25 Tage übrig bleiben (173.880 geteilt durch 365,24219879 = 476, Rest 25).

Der Ausgangspunkt für diese Berechnung war der Erlass des Artaxerxes vom 5. März 444 v.Chr. Zählt man 476 Sonnenjahre zu diesem Datum hinzu, kommt man auf den 5. März 33 n.Chr. (Es gibt kein Jahr 0, da man von 1 v.Chr. bis 1 n.Chr. nur ein Jahr berechnet; also rechnerisch: -444 + 476 + 1 = 33.) Zählt man dann die 25 übrigen Tage zum 5. März 33 n.Chr. Hinzu, gelangt man auf den 30. März 33 n.Chr., wie die unten angegebene Illustration verdeutlicht. Oder, wie Hoehner es angibt (dessen Berechnungen ich übernommen habe):

„Zählt man 25 Tage zum 5. März (444 v.Chr.) hinzu, kommt man auf den 30. März (33 n.Chr.), der auf den 10. Nissan fiel. Das war der Tag des triumphalen Einzugs Jesu in  Jerusalem…“

Hoehner, Chronological Aspects of the Life of Christ, Teil VI, S. 16, 1977

 

Zeitlnie von Daniels „Siebener“-Prophezeiung, mit Höhepunkt im triumphalen Einzug Jesu in Jerusalem

Zeitlnie von Daniels „Siebener“-Prophezeiung, mit Höhepunkt im triumphalen Einzug Jesu in Jerusalem

Zeitlnie von Daniels „Siebener“-Prophezeiung, mit Höhepunkt im triumphalen Einzug Jesu in Jerusalem

 

Triumphaler Einzug Jesu in Jerusalem – Der Tag

Das war am Palmsonntag, genau an dem Tag, an dem wir den triumphalen Einzug Jesu in Jerusalem feiern. Unter Annahme der obigen Angaben und einiger einfacher Berechnungen sehen wir, dass dies der Tag ist, zu dem uns Daniels „Siebener“-Rätsel hinführt. Das war der Tag, an dem Jesus dem jüdischen Volk als König oder Christus dargestellt wurde. Das wissen wir aus Sacharja (der den Namen des Christus vorausgesagt hatte), als er schrieb:

Frohlocke sehr, du Tochter Zion; jauchze, du Tochter Jerusalem! Siehe, dein König kommt zu dir; ein Gerechter und ein Retter ist er, demütig und reitend auf einem Esel,   und zwar auf einem Füllen, einem Jungen der Eselin. (Sacharja 9,9)

Der langersehnte König sollte offenbart werden in seinem Einzug in Jerusalem – auf einem Eselsfüllen, begleitet von einer laut jubelnden Menschenmenge. Am Tag des triumphalen Einzugs Jesu in Jerusalem – also genau an dem Tag, der von Daniel in seinem „Siebener“-Rätsel vorausgesagt worden war – ritt Jesus auf einem Eselsfüllen in die  Stadt ein. Lukas berichtet über dieses Ereignis:

Und als er sich schon dem Abhang des Ölberges näherte, fing die ganze Menge der    Jünger freudig an, Gott zu loben mit lauter Stimme wegen all der Wundertaten, die sie  gesehen hatten, und sie sprachen: Gepriesen sei der König, der kommt im Namen des Herrn! Friede im Himmel und Ehre in der Höhe!…

          Und als er näher kam und die Stadt sah, weinte er über sie und sprach: Wenn doch   auch du erkannt hättest, wenigstens noch an diesem deinem Tag, was zu deinem      Frieden dient! Nun aber ist es vor deinen Augen verborgen. (Lukas 19,37-42)

In diesem Bericht weint Jesus, weil das Volk den Tag, wie er gemeinsam von Sacharja und Daniel vorausgesagt worden war, nicht erkannte. Und weil sie diesen Tag der Offenbarung Christi nicht erkannten, sollte etwas ganz Unerwartetes geschehen. Daniel sagte in genau demselben Abschnitt, in dem er sein „Siebener“-Rätsel darlegte, Folgendes voraus:

    … Und nach den 62 Wochen wird der Gesalbte ausgerottet [oder: abgeschnitten]   werden, und ihm wird nichts zuteil werden. (Daniel 9,26)

Anstatt den Herrschaftsthron zu besteigen, sollte der Christus „abgeschnitten werden, und ihm wird nichts zuteil werden“. Unter Verwendung dieses Ausdrucks „abgeschnitten werden“ (oder: ausgerottet, weggetan, umgebracht werden, nicht mehr sein; oder einfach „wird sterben“) bezieht Daniel sich auf das Thema des Sprosses, jenes „Schösslings aus dem Baumstumpf Isais, das Jesaja schon lange zuvor angefangen und Jeremiah weiter ausgeführt hatte; dessen Name Sacharja vorausgesagt hatte und dessen Zeit und Beglaubigung gemeinsam von Daniel und Sacharja vorhergesehen wurde. Dieser Spross sollte demnach „abgeschnitten“ werden. Doch wie sollte das geschehen? In unserem nächsten Beitrag kehren wir zu Jesaja zurück, der uns eine anschauliche Beschreibung dazu gibt.

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1) Hinweise durchweg auf Harold W. Hoehner, Chronological Aspects of the Life of Christ Teil VI

Das Zeichen des Sprosses: Hunderte von Jahren vor seiner Geburt mit Namen genannt

Wie in einer vorigen Studie beschrieben, begann Jesaja ein Thema unter dem Sinnbild „der Spross”. Er sagte voraus, dass jemand mit Weisheit und Macht aus dem vergangenen Herrschergeschlecht Davids hervorkommen werde. Jeremia setzte dieses Thema fort, indem er sagte, dass dieser Spross als HERR (eine im Alten Testament gebräuchliche Bezeichnung für Gott) bekannt sein werde.

Sacharja beschreibt den Spross weiter

Slide1 Sacharja lebte um 520 v.Chr., kurz nachdem das jüdische Volk aus seiner ersten Vertreibung nach Babylonien nach Jerusalem zurückgekehrt war, doch unter der Herrschaft der Perser (s.d. die Geschichte der Juden). Zu der Zeit arbeiteten die Juden am Wiederaufbau des Tempels und setzten die mosaischen Bräuche wieder ein. Sacharjas Zeitgenosse war ein Mann namens Jeschua (Josua), der sich als damaliger Hoherpriester um die Wiederaufnahme der gesamten Priesterordnung bemühte. Sacharja der Prophet arbeitete in Partnerschaft mit seinem Amtskollegen, dem Hohenpriester Jeschua, um dem jüdischen Volk Führung zu geben. Im Folgenden lesen wir, was der HERR – durch Sacharja – in einem prophetischen Rätsel – über den genannten Jeschua zu sagen hatte:

            Höre doch, Jeschua, du Hoherpriester! Du und deine Gefährten, die vor dir sitzen, ja, ihr seid Männer, die als Zeichen dienen! Denn siehe, ich lasse meinen Knecht, Sproß [genannt],   kommen. Denn siehe, der Stein, den ich vor Jeschua gelegt habe – …, spricht der Herr der  Heerscharen, und ich werde die Sünde dieses Landes an einem einzigen Tag entfernen!       (Sacharja 3,8-9; Schachter 2000)

Der Spross! Hier erscheint er wieder! Aufbauend auf dem Sinnbild, das anfänglich 200 Jahre zuvor von Jesaja verwendet und 60 Jahre zuvor von Jeremia weiter benutzt wurde, nimmt Sacharja dieses Thema “Spross” wieder auf. Aber diesmal wird der Spross auch „mein Knecht” genannt. In gewisser Hinsicht galt der Hohepriester Jeschua in Jerusalem, Amtskollege Sacharjas um 520 v.Chr., als Sinnbild dieses kommenden Sprosses. Aber auf welche Weise? Es heißt, dass der HERR „an einem einzigen Tag” die Sünde entfernen wird. Dies steht im Zusammenhang mit der Erlangung von „Gerechtigkeit”. Wir erlangen „Gerechtigkeit”, indem der HERR „an einem einzigen Tag” unsere Sünden entfernt. Wie sollte das geschehen?

Der Spross: Priester und König in einer Person

Nach drei weiteren Kapiteln in Sacharja erfahren wir etwas Erstaunliches. Um das folgende prophetiche Rätsel verstehen zu können, müssen wir wissen, dass die Rollen eines Priesters und eines Königs im Alten Testment streng voneinander getrennt wurden. Keinem der davidischen Könige war es erlaubt, gleichzeitig auch Priester zu sein (einige gerieten beim Versuch, es trotzdem zu wagen, in Schwerigkeiten). Umgekehrt gerieten auch Priester in Schwierigkeiten, wenn sie sich in königliche Intrigen einließen. Es war die Aufgabe eines Priesters, Mittler zwischen Gott und Menschen zu sein, indem er Gott Tieropfer zur Vergebung von Sünden darbrachte, während es Aufgabe eines Königs war, vom Thron aus mit Gerechtgkeit zu herrschen. Beide waren äußerst wichtig; beide unterschieden sich voneinander. Dennoch schrieb Sacharja mit Blick auf die Zukunft:

               Und das Wort des Herrn erging an mich folgendermaßen: Nimm … Silber und Gold und mache eine Krone daraus und setze sie   Jeschua, dem Sohn Jozadaks, dem Hohenpriester, aufs Haupt! Und du sollst zu ihm reden und sagen: So spricht der Herr der Heerscharen: Siehe, ein Mann, dessen Name »Sproß«ist, denn er wird aus seinem Ort hervorsprossen und den Tempel des Herrn bauen. … und er wird Herrlichkeit [als Schmuck] tragen und auf seinem Thron sitzen und herrschen, und er wird Priester sein auf seinem Thron, und der Rat des Friedens wird zwischen beiden bestehen. (Sacharja 6,9-13)

Wieder ist hier die Rede vom Spross. Jetzt aber, entgegen allen bisherigen Präzedenzfällen, soll der Hohepriester (Jeschua/Josua) aus Sacharjas Zeit (symbolisch) die Königskrone tragen. Erinnern wir uns, dass Jeschua (Josua) in Sacharja 3 (s. oben) als ein „Zeichen” zukünftiger Dinge diente. Könnte es sein, dass Jeschua (Josua) der Hohepriester „zeichenhaft” die Zusammenlegung der Königs- und Priesterwürde andeutete, indem ihm die Königskrone aufgesetz wurde? Diese beiden Rollen sollten eines Tages in einer Person vereint werden! Zudem wollen wir beachten, dass eben jener Name des Hohenpriesters – Jeschua/Josua – der Name des Sprosses ist. Was hatte das zu bedeuten?

Der Name „Jeschua” (oder Josua) IST der Name „Jesus”.

In dieser Hinsicht ist es notwendig, Rückschau über die Geschichte der Übersetzungen des Alten Testaments zu halten. Um das Jahr 250 v.Chr. wurde das hebräische Alte Testament ins Griechische übersetzt. Diese Übersetzung, Septuaginta (oder LXX) genannt, ist heute noch im Umlauf. Wie wir zuvor gesehen haben, wurde der Titel „Christus” (latinisiert von griech. „Christos”) in dieser griechischen Übersetzung zum ersten Mal gebraucht, wobei „Christus” = „Messias” = „Gesalbter” bedeutet. (Falls nötig, können Sie diese Studie hier einsehen; denn sie ist für die folgenden Ausführungen entscheidend.) Slide1 In genau derselben Weise, wie wir zur Übersetzung des Namens „Christus” gelangten, kommen wir zu den etymologischen Ableitungen des Namens „Josua”. Wie die obige Textbox anzeigt, ist „Josua” eine Transkription oder Transliteration des ursprünglich hebräischen Namens „Jehoschua”, bei dem es sich um einen gewöhnlichen hebräischen Namen handelt, der soviel wie „JHWH ist Rettung” bedeutet. So (s. Feld Nr. 1) bezeichnete Sacharja um 520 v. Chr. den Namen des Sprosses. Dieser Name wurde im Alten Testament mit „Jeschua” bzw. „Josua” wiedergegeben, als es ins Deutsche übersetzt wurde (s. unteres Feld Nr. 3). Auch die Übersetzer der LXX (Übersetzung des Alten Testaments ins Griechische um 250 v. Chr.) transkibierten diesen Namen in derselben Weise. Ihre griechische Wiedergabe war Ἰησοῦς  (in lat. Buchstaben Iesous; s. Feld Nr. 2). Somit heißt der „Jehoshua” des Alten Testaments „Iesous”in der LXX.Jesus hieß bei seinen Zeitgenossen sicherlich „Jehoshua”; als aber die neutestamentlichen Verfasser seinen Namen im griechischen Neuen Testament schrieben, verwendeten sie den ihnen aus der LXX geläufigen Namen „Iesous”. Bei der Übersetzung des Neuen Testaments aus dem Griechischen ins Deutsche wurde „Iesous” dann (nochmals) transkibiert, und zwar zu dem uns vertrauten „Jesus” (s. unteres Feld Nr. 3). Das heißt also, dass der Name „Jesus” = „Josua” ist. Sowohl der Jesus des Neuen Testaments sowie Josua der Hohepriester aus dem Jahr 520 v.Chr. hießen in ihrer hebräischen (bzw. aramäischen) Muttersprache „Jehoshua”. Im Griechischen werden beide „Iesous” genannt. Einem griechischen Leser der alttestamentlichen LXX-Übersetzung wäre also der Name „Iesous” (Jesus) vom Alten Testament her geläufig. Im Deutschen (wie im Englischen, Französischen und anderen Sprachen) geht diese klare Verbindung verloren, da der Name „Jesus” wie aus der Luft gegriffen erscheint. Aber dennoch hat der Name „Jesus” eine exakte alttestamentliche Entsprechung, nämlich „Josua”.

Jesus von Nazareth ist der Spross

Angesichts dieses Zusammenhangs ist die Prophezeiung Sacharjas für uns ein direkter Volltreffer. Wir sehen hier eine Vorhersage aus dem Jahr 520 v.Chr., dass der Name des zukünftigen Sprosses „Jesus”lauten wird! Als mir das klar wurde, musste ich einfach aufhorchen. Für mich konnte das kein „reiner Zufall” sein. Hier war (und ist immer noch) eine Prophezeiung, die den kommenden Zweig (Spross) beim Namen nannte; und dieser Name weist uns direkt auf Jesus von Nazareth hin. Dieser kommende Jesus sollte, gemäß Sacharja, die Königs- und Priesterrollen in sich vereinigen. Was war die Aufgabe der Priester? Im Namen des Volkes brachten sie Gott Opfer zur Vergebung der Sünden dar. So wie Abraham mit seinem Opfer auf dem Berg Morija, und Mose mit seinem Passahlamm-Opfer, bedeckte der Priester die Sünden des Volkes durch die Tieropfer. Der kommende „Jesus” sollte eine ähnliche Rolle ausüben und so „die Sünde dieses Landes an einem einzigen Tag entfernen”und zwar an demTag, an welchem dieser zukünftige Priester Jesus sich selbst als Opfer darbrachte, wie es bereits auf dem Berg Morija und zur Jahreszeit des Passahfestes symbolisch dargestellt worden war. Einige Zeit nach Erfüllung seiner Rolle als Priester sollte dieser Spross Jesus seinen Thron besteigen (gemäß Psalm 2) und somit „Priester sein auf seinem Thron” – wie es um 500 Jahre zuvor, ehe Jesus auf dieser Erde wandelte, von Sacharja genau, präzise und nachweislich erklärt hatte. Dieses hohe Niveau ineinandergreifender prophetischer Vorhersagen ist nichts weniger als  erstaunlich. Gibt es irgend jemand anderen in der gesamten Menschheitsgeschichte, dessen Leben auch nur im Entferntesten so vorausgesagt wurde, wie es bei Jesus von Nazareth durch die verschiedenen alttestamentlichen Propheten der Fall war. Einige Kritiker argumentieren, dass Jesus die alttestamentlichen Prophezeiungen nur dadurch „erfüllte”, dass die Verfasser der Evangelien die Lebensgeschichte Jesu einfach dem Alten Testament anpassten. Sacharjas Namensnennung des Sprosses als Jesus widerlegt dies aber, zudem der Name „Jesus” auch außerhalb der Evangelien schriftlich belegt ist. Der jüdische Talmud, Josephus und alle weiteren Historiker, die über Jesus geschrieben haben, sowohl Freunde wie Feinde, nennen ihn stets „Jesus” oder „Christus”. Man könnte das zwar vermutlich so wegdiskutieren, dass „Jesus” doch schließlich ein halbwegs allgemeiner jüdischer Name gewesen ist – gewiss gab es andere in der jüdischen Geschichte, die Jesus hießen –, so dass es sich hier einfach um eine zufällige Namenswahl handelte. Aber überdenken wir einmal die Laufbahn dieses Jesus von Nazareth. Er hat sich ja selbst als König bezeichnet; sogar als den König. Dennoch war alles, was er in seinem Leben auf Erden vollbrachte, priesterlicher Natur. Es war Aufgabe des Priesters, im Namen eines jüdischen Gottesanbeters ein Lamm zu nehmen und Gott zum Opfer darzubringen; und der Tod und das Blut des Lammes galt als Sühne für die Sünde und Schuld der jüdischen Person. Der Tod Jesu hatte seine Bedeutung darin, dass er ebenfalls ein an unserer Stelle Gott dargebrachtes Opfer war. Sein Tod ist die Sühnung für die Sünde und Schuld eines jeden Menschen, der Jesu Opfer bereitwillig annimmt. Die Sünde des Landes wurde buchstäblich, wie Sacharja vorausgesagt hatte, „an einem einzigen Tag” entfernt – an dem Tag, als Jesus starb. In seinem Leben bezog er sich auf seine zukünftige Königsrolle, während er alle Erfordernisse eine Priesters erfüllte. So brachte er den „Rat des Friedens (Harmonie und Einheit) zwischen beiden” Rollen zustande. Der Spross, der vor langer Zeit von David der „Messias” genannt wurde, ist in der Tat der Priester-König. Und seine Name wurde 500 Jahre vor seiner Geburt durch Sacharja vorhergesagt. Die Erschließung des Themas „Spross” im Alten Testament sollte uns mit Staunen und Wunder erfüllen. Doch es endet damit noch nicht. Ein weiterer alttestamentlicher Verfasser, eingeschoben zwischen Jeremia und Sacharja, sagte nämlich auch die Zeit seines Kommens voraus. Das wollen wir als Nächstes betrachten.

Das Zeichen des Zweiges: der tote Baumstumpf wiedergeboren

Als Jesus einmal mit seinen Kritikern sprach, bezog er folgenden Spruch auf sich :

 „Durchforscht nur die Schriften…..die von mir zeugen (Joh. 5, 39-40)

Mit anderen Worten gesagt: Jesus bezog diesen Spruch, in dem auf sein Leben hingewiesen wird, auf sich, wie es im Alten Testament vor Hunderten von Jahren von hebräichen Propheten vorausgesagt wurde. Diese Propheten bestanden darauf, daß die Prophezeihungen und Schriften von Gott inspiriert waren. Da kein menschlicher Verstand solche Einzelheiten Hunderte von Jahren voraussagen kann, wies Jesus seine Zuhörer auf diesen Vers hin als einen Beweis dafür, daß Jesus durch einen Göttlichen Plan kam, anstatt das ganze Evengelium als ein Produkt menschlichen Denkens zu vermeinen.

Zwei Tausend Jahre später sind die Angaben, die Jesus aus dem Alten Testament nannte, für uns noch immer geltend zur Begutachtung.   Wollen wir zuerst wiederholen. Jesus kommen würde zu noch ganz am Anfang des Alten Testaments vorausgesagt. Wir sahen dann daß Abrahams Opfer auf bemerkenswerte Weise die Stelle nannte, an der Jesus geopfert wurde, und das Passahfest prophezeihte das Jahr, in dem es geschehen würde. Diese Angaben wurden etwa 1500 v.C. gemacht. Wir sehen, daß in Psalm 2 das erste Mal das Wort „Christus“ als ein Titel für eine Person gebraucht wurde.

Psalm 2 ist etwa 100 v.C. geschrieben worden. Der ganze Ton in diesen Schriften weist auf die Zukunft hin. Es wurde jemand erwartet. Aber es hat hier nicht geendet. Noch viel mehr Prophezeihungen wurden in anderen Schriften und Themen behandelt. Jesaja (750 v.C.) fing damit an, von einem neuen Titel zu sprechen, der auch von anderen Schreibern des Alten Testaments aufgegriffen wurde: die Neugeburt eines Zweiges.

 Jesaja und der Zweig

Die folgende Darstellung zeigt Jesaja in der historischen Linie mit anderen Schreibern des Alten Testaments (siehe: Wie sieht die Geschichte der Juden aus?).

Historische Zeitlinie mit Jesaja und anderen Propheten des Alten Testaments

Historische Zeitlinie mit Jesaja und anderen Propheten des Alten Testaments. Wie oben angeführt, lebte Jesaja während der Regierung der davidischen Könige.

Sie ersehen aus den farbigen Linien, daß Jesajas Buch in der Davidischen Zeit (1000 – 600 v.C.) geschrieben wurde. In dieser Zeit, etwa um 750 v.C. war die Dynastie und das Königreich verdorben und bestechlich. Jesaja schrieb sein Buch unter dem Vorwand, daß er das Volk anklagte und zur Umkehr zu Gott leiten wollte und das Gesetz Moses wieder anzunehmen. Aber Jesaja wußte, daß diese Umkehr nicht stattfinden würde, und deshalb prophezeihte er die Zerstörung des Landes und der königlichen Dynastie.

Jesaja gebrauchte den Baum als Beispiel für die Dynastie.

Jesaja gebrauchte den Baum als Beispiel für die Dynastie.

Er gebrauchte eine bestimmte Verwandlung – den Baum, für die Darstellung der königlichen Dynastie. Dieser Baum hat seine Wurzeln in Isai, dem Vater des Königs David. Durch Isai fing die Dynastie mit David an und durch seinen Nachfolger Salomo gedieh und entfaltete sich der Baum.

Erst ein Baum….dann ein Stumpf…dann ein Zweig

Jesaja schrieb, daß dieser Baum der Dynastie bald abgehauen würde, daß nur ein Stumpf übrigbleiben würde. Er began seine Ausführung mit dem Beispiel des Baumes, der dann ein Rätsel für den Stumpf und den Zweig

„Es wird ein Reis hervorgehen aus dem Stumpf Isais. Ein Zweig wird aus seinen Wurzeln hervorbrechen. Auf ihm wird ruhen der Geist des Herrn, der Geist der Weisheit und der Einsicht, der Geist des Rates und der Kraft, der Geist der Erkenntnis und der Furcht des Herrn“ (Jesaja 11, 1-2)

Der Baum wurde etwa 150 Jahre nach Jesaja abgeschlagen – ca. 600 v.C. als die the stump of isaiah-germanBabylonier Jerusalem besiegten und die Einwohner mitsamt dem König ins Exil nach Babylon abschleppten (angezeigt durch die rote Linie im Diagram). Isai war der Vater des Königs David und dadurch die Wurzel der davidischen Dynastie. Der „Stumpf Isais“ war daher, ein Hinweis auf die zerschmetterte und gebrochene Dynastie des Königs David.

Der Zweig: ein „Er“ aus dem Hause Davids mit viel Weisheit

Dieses Rätsel hat weiter in die Zukunft gesehen als nur das Abschlagen des Baumes. Jesaja ha genauestens vorhergesagt, daß, obwohl „der Stumpf“ (die Stammeslinie Davids von Isai) allem Anschein nach tot ist (wie alle Stumpfen aussehen), daß eines Tages in weiter Ferne sich ein kleiner Stiel zeigen würde, der dann zum Zweig wird, so wie ein neuer Stiel aus einem richtigen Baumstumpf wachsen kann.

the shoot of isaiah-germanDieser Zweig wird im Buch Jesaja „Er“ genannt. Also spricht Jesaja von einem zukünftigen Mann, der aus dem Hause Davids kommen wird, nachdem die Dynastie abgeschlagen war. Dieser Mann wird Qualitäten haben wie Weisheit, Kraft und die Gewißheit, daß der Geist Gottes auf ihm ruhen wird.

Jesus – ein „Er“ aus Davids Haus mit Weisheit ausgestattet

Jesus paßt in die Beschreibung des zukünftigen Zweiges vom „Stumpf des Isai“, weil Isai und David seine Vorfahren waren. Bewundernswert ist die Erwähnung der Weisheit und des Verstehens Jesu in den Evangelien. Sein

Scharfsinn und Klugheit, mit der er seinen Gegnern begegnete, beeindruckte damals die Menschen sowie auch heute. Seine Kraft bei Wundern ist nicht zu leugnen. Man kann wählen, sie nicht zu glauben, aber man kann sie nicht abstreiten. So wie seine Herkunft aus Davids Haus ist, so ist Jesus auch mit

den außergewöhnlichen Qualitäten, wie Weisheit und Kraft, die Jesaja vorhergesagt hatte, ausgestattet, und kann daher als der neue Zweig von einem Stumpf bezeichnet werden.

Jeremia und der Zweig

Es ist ein Wegweiser, den Jesaja in der Geschichte aufgestellt hat. Aber das war nicht das Ende. Dieser Wegweiser ist das erste Zeichen. Jeremia, der 150 Jahre nach Jesaja gelebt (Siehe in der Zeitleiste oben) und buchstäblich den Umschlag des Baumes mit angesehen hatte, schrieb:

“ Siehe, es kommen Tage, spricht der Herr, da werde ich dem David einen gerechten Sproß erstehen lassen. Er wird als König herrschen, weise regieren und Recht und Gerechtigkeit üben im Lande. In jenen Tagen wird Juda geholfen werden, und Israel wird in Sicherheit wohnen. Das ist der Name, den man ihm gibt: Der Herr ist unsere Gerechtigkeit!“  (Jeremia 23, 5-6)

Jeremia erklärt genau das Thema über den Zweig aus der davidischen Dynastie, die mit Isai viel früher angefangen hat. Der Zweig wird ein regierender König sein. Und genau das wird in Psalm 2 vorhergesagt, daß ein Sohn Gottes erscheinen wird, Chrisus, Messias. Könnte es sein, daß der Zweig und der Sohn Gottes dasselbe bedeuten?

Der Zweig: Der Herr ist unsere Gerechtigkeit

Doch wie wird dieser Zweig genannt? Weshalb wird also kein anderer Name gebraucht als der Herr, der auch unsere (der menschliche) Gerechtigkeit ist? Wie wir schon bei Abraham gesehen haben, ist das schwerwiegende Problem, daß die Menschheit verdorben ist, und daher unbedingt die Gerechtigkeit braucht. Hier sehen wir einen Wink in der Beschreibung des Zweiges, daß die Menschen in Jeremias Zukunft die nötige Gerechtigkeit bekommen werden, bestätigt durch den Herrn Javeh (der Name für Gott im Alten Tetament).

Doch wie soll das geschehen? Sacharja gibt uns mehr Einzelheiten über den kommenden Zweig, in dem er sogar den Namen Jesus erwähnt.

Diese Tatsachen werden wir im nächsten Artikel verarbeiten.

Wie sieht die Geschichte der Juden aus?

Die Juden gehören zu einer der ältesten Völkergruppen in der heutigen Welt. Ihre Geschichte ist umfassend in der Bibel aufgezeichnet, bestätigt durch Historiker und archäologische Funde. Diese Tatsachen geben einen fortlaufenden Überblick über etwa 4000 Jahre.

Um die Geschichte der Israeliten (eine Bezeichnung aus dem Alten Testament für die Juden) übersichtlicher zu machen, werde ich Zeitspannen gebrauchen, die ihre Geschichte auf diese Quellen gründen.

Abraham: Stammbaum der Juden beginnt

Die Zeitlienie beginnt mit Abraham, einem der bekanntesten Menschen der alten Geschichte. Es wurde ihm versprochen, daß von ihm Nationen entstehen werden, und er hatte auch Schwierigkeiten mit Gott, deren Höhepunkt das symbolische Opfer seines Sohnes Isaak war. Dieses Opfer ist für viele Menschen heute noch ein unverständliches Geheimnis, denn es war ein Hinweis auf zukünftige Ereignisse. Die Zeitspanne folgt in grün der Zeit als die Israeliten in Ägypten Sklaven waren. Diese Periode began als Joseph, Enkel von Isaak, die Israeliten nach Ägypten führte, wo sie dann Sklaven wurden.

Moses: Die Juden zu einer Nation unter Gott

historische Zeitachse der jüdischen Geschichte: Abraham bis Moses

Sie lebten als Slaven von Pharaoh in Ägypten

Moses führte die Israeliten aus Ägypten durch das Einsetzen des genau so geheimnisvollen Passahmahls, das Israels Auszug aus Ägypten und die Ankunft im Land, das Abraham vor Jahrhunderten versprochen wurde.

Moses segnete Israel am Ende seines Lebens (Sehen Sie hier für weitere Details – in Englisch). Die Zeitspanne geht jetzt von grün auf gelb. Diese Segen und Flüche haben die Juden seitdem verfolgt, wie man aus der Geschichte ersehen kann.

historische Zeitachse der jüdischen Geschichte: Abraham bis auf David

Wohnen im Land – aber kein König in Jerusalem

Einige Jahrhunderte lang lebten Israeliten in diesem Land, aber sie hatten weder einen König noch war Jerusalem die Hauptstadt. Das Land gehörte anderen Völkern in dieser Zeit. Aber durch David änderte sich das um etwa 1000 v.C.

David beginnt eine königliche Dynastie in Jerusalem

historische Zeitachse der jüdischen Geschichte: Davids Dynastie Regeln in Jerusalem

Leben mit Königen aus Davids Zeiten, die in Jerusalem regierten

David besiegte Jerusalem und erklärte die Stadt zur Hauptstadt.  Er war es, die Verheißung eines kommenden „Christus“ empfangen.  Sein Sohn Salomo regierte als sein Nachfolger and baute den Ersten Jüdischen Tempel in Jerusalem. Die Nachkommen Davids regierten etwa 400 Jahre, und diese Periode ist in grün-blau (1000 – 600 v.C) angezeigt

Das war die glorreiche Periode für die Israeliten – sie fingen an, den versprochenen Segen zu sehen. Sie sind zu einer Weltmacht geworden, hatten eine erweiterte gesellschaftliche Ordnung, Kultur und ihren Tempel.  Mehrere Prophezeiungen eines kommenden „Zweiges“ von David begann in dieser Zeit.

Aber im Alten Testament wird auch von einem Abstieg der Gesellschaft und religiöser Korruption und Götteranbetung während dieser Zei erzählt. Viele Bücher des Alten Testaments sind in dieser Periode geschrieben und warnen vor den Flüchen, wenn die Juden sich nicht ändern würden.  Aber man hat diese Warnungen ignoriert.

Ersten jüdischen Exil: nach Babylon

Ungefähr um 600 v.C haben sich die Flüche bewahrheitet. Nebukadnezar, ein gewaltiger König von Babylon, kam – wie es Moses in seinem Fluch vorausgesagt hatte, als er schrieb:

„…der Herr wird ein Volk gegen dich senden, ….ein unbarmherziges Volk, das keinerlei Rückicht kennt gegen den Greis und sich auch des Kindes nicht erbarmt….Es wird dich einschließen in deinen Ortschaften bis deine hohen und festen Mauern umfallen..,“ (5. Mose, 28; 49-52)

Nebukadnezar besiegte Jerusalem, steckte die Stadt in Brand und vernichtete den Tempel, den Salomo gebaut hatte.  Dann nahm er die Israeliten gefangen und schickte die meisten in sein großes babylonisches Reich. Nur die armen Israeliten blieben zurück. Damit erfüllte sich die Prophezeiung Moses, daß

 „,,,,ihr aus dem Lande herausgerissen werdet, in das du jetzt einziehst um es in Besitz zu nehmen. Der Herr wird dich unter alle Völker von einem

Ende der Erde zum anderen zerstreuen.“ (5. Mose 28, 63-64)

historische Zeitachse der jüdischen Geschichte: Die erste Exil nach Babylon

Besiegt und im Exil in Babylon.

 

Also 70 Jahre, die Periode in rot angezeigt, lebten die Israeliten im Exil außerhalb des Landes, das ihnen versprochen war.

Rückkehr aus dem Exil unter den Persern

Dann, als der Persische Kaiser Cyrus kam und Babylon besiegte, wurde Cyrus der mächtigste Mensch der Welt. Er erließ ein Gesetz, das den Israeliten erlaubte, in ihr Land zurückzukehren.

historische Zeitachse der jüdischen Geschichte: die Rückkehr unter die Perser

Das Leben in einem Land, das ein Teil des Persischen Reiches ist.

Die Juden lebten nun nicht in einem selbständigen Land, sondern das Land war eine Provinz des großen Persischen Reiches. Dieser Zustand dauerte etwa 200 Jahre und ist in rosa eingezeichnet. In dieser Zeit wurde der jüdische Tempel in Jerusalem wieder aufgebaut (bekannt als der zweite Tempel).  In dieser Zeit wurden weitere „Zweiges“ Prophezeiungen aufgezeichnet. Die bedeutendste war, dass die Namen der Branche würde Jesus sein.

Periode der Griechen

Dann kam Alexander der Große, besiegte das Persische Reich und Israel wurde eine Provinz in seinem Griechischen Reich. Das dauerte etwa 200 Jahre an und ist in dunkelblau eingezeichnet.

historische Zeitachse der jüdischen Geschichte: Unter den Persern, Griechen und Römer

Das Leben in dem Land, das ein Teil des Griechischen Reiches war.

Periode der Römer

Dann besiegten die Römer das Griechische Reich, und sie wurden die dominierende Weltmacht. Wieder wurden die Israeliten eine Provinz in diesem Reich – dieses wird durch die hellgelbe Linie gezeigt. In dieser Zeit lebte Jesus. Daher werden römische Soldaten und der römische Governeur in den Evangelien erwähnt. Die Römer beherrschten das jüdische Land Israel, als Jesus lebte.

Das Leben in dem Land, das ein Teil des Römischen Reiches war.

Das Leben in dem Land, das ein Teil des Römischen Reiches war.

Zweiten jüdischen Exil: unter den Römern

Von der Zeit als die Babylonier (600 v.C.) Israel besiegt hatte, haben die Israeliten (oder Juden, wie sie heute genannt werden) nie eine eigene Regierung gehabt wie unter König David. Sie wurden von anderen Regierungen von anderen Völkern beherrscht. Die Israeliten verübelten das, und nach Jesus revoltierten sie gegen die römische Macht.

In diesem Krieg haben die Römer Jerusalem zerstört, verbrannten den zweiten Tempel und vertrieben die Juden als Sklaven in verschiedene Teile des Reiches. Das war die zweite Verbannung. Da das Reich so groß war, wurden die Juden gewissermaßen in die ganze Welt verstreut.

historische Zeitachse der jüdischen Geschichte: die zweite Zerstörung Jerusalems und die Zerstörung des Zweiten Tempels

Jerusalem und der Tempel im Jahre 70 AD zerstört; die Juden in aller Welt in Verbannung.

So lebten die Juden fast 2000 Jahre: zerstreut, geteilt, in fremden Ländern und nirgends als gleichberechtigte Bürger des Landes angesehen. Von Zeit zu Zeit mußten sie in verschiedenen Ländern unter Verfolgungen leiden. Das war hauptsächlich im christlichen Europa der Fall. Von Spanien, im westlichen Europa bis zu den Pogroms in Rußland haben die Juden unter unsicheren Umständen gelebt. Die Aussprüche Moses wurden lebhafte und genaue Beschreibungen der Lebensumstände.

„Unter den Völkern wirst du nicht zur Ruhe kommen. Es wird keine bleibende Stätte geben für deinen Fuß. Der Herr, dein Gott, wird dir daselbst ein zitterndes Herz, verschmachtende Augen und eine betrübte Seele geben.“ (5. Mose, 28, 65)

Der Fluch gegen die Israeliten bewirkte, daß die Völker sich fragten:

 „Warum hat der Herr es mit diesem Lande so gemacht, warum entbrannte sein gewaltiger Zorn? (5. Mose 29. 23)“.

Die Antwort darauf war:

 „Der Herr riß sie aus ihrem Boden und schleuderte sie in ein anderes Land“ (5. Mose 29, 27)

Die nächste Zeitspanne zeigt diese 2000-Jahr-Periode, die in der Bibel angekündigt wurde. Diese Periode ist als eine lange rote Linie eingezeichnet.

historische Zeitachse der jüdischen Geschichte: Juden in weltweit Exil seit 2000 Jahren

Geschichtliche Zeitspanne der Juden, die ihre zwei Perioden im Exil zeigt.

 

Diese Beweisführung zeigt, daß die Israeliten durch zwei Perioden im Exil gegangen sind; die zweite Periode dauerte viel länger als die erste (die von 600 – 30 v.C. dauerte).

 Die Verfolgung im 20. Jahrundert (Holocaust)

Die Verfolgung und Pogroms gegen die Juden haben ihen Höhepunkt erreicht. Die Nazis versuchten im 2.Weltkrieg, die in Europa lebenden Juden zu vernichen. Es ist durch ein mechanisches System fast gelungen; aber ein Rest der Juden hat dieses überlebt.

 Die moderne Wiedergeburt Israels

Durch die Vereinten Nationen wurde 1948 eine bemerkenswerte Wiedergeburt Israels möglich. Es ist bemerkenswert, daß die Juden sich noch immer Juden nannten, obwohl sie Jahrhunderte ohne Heimat waren.

Diese Tatsache ließ die letzten Worte Moses in Erfüllung gehen, die er 3500 Jahre vorher ausgesprochen hatte. Es waren Juden da, die diese letzte Prophezeihung Moses erleben konnten.

 „…dann wird der Herr, dein Gott, dein Geschick wenden und sich deiner erbarmen und dich wiederum sammeln aus allen Völkern, unter die der Herr, dein Gott, dich zerstreut hat. Wenn auch deine Vertriebenen am Ende des Himmels wären, so wird der Herr, dein Gott, dich doch von dort sammeln und abholen.“ (5. Mose 30, 3-4)

Genauso bemerkenswert ist die Tatsache, daß der Staat unter viel Opposition gegründet wurde.

Die meisten Nachbarländer führten Kriege gegen Israel: 1948, 1956, 1967 und 1973. Das kleine Land Israel hat manchmal gegen fünf Nationen auf einmal gekämpft. Aber sie wurden nicht vernichtet, sondern ihre Länder wurden größer. In dem Krieg von 1967 bekam Israel Jerusalem zurück, die historische Hauptstadt, die David vor 3000 Jahren gegründet hatte.

Die Gründung des Staates Israel und die Resultate der folgenden Kriege wurden die Basis für eigensinnige Konflikte und politische Probleme.  Eigenartig, wie die Worte Moses von vor so vielen Jahren sich noch heute bewahrheiten, und sehr Wenige wissen das.

Warum schuf ein Guter Gott einen Bösen Teufel?

Wir haben in dem Artikel über den Sündenfall der Menschheit gesehen dass Satan diese Tragödie in dem 1. Buch Mose in der Aufmachung einer Schlange orchestriert. Dies wirft nun eine wichtige Frage auf: Warum würde Gott einen bösen Teufel (das Wort bedeutet ‚Widersacher‘) schaffen, der dann seine gute Schöpfung verdirbt?

Luzifer – Der Leuchtende

Vielmehr berichtet die Bibel dass Gott eigentlich ein starkes, intelligentes und herrliches Engelswesen (das Haupt aller Engel) mit namens Luzifer (‚der Leuchtende‘) schuf, und dass dieses sehr gut war. Aber Luzifer hatte einen Willen mit dem er frei entscheiden konnte. Eine Stelle in Jesaja 14 zeichnet die Wahl auf die vor ihm lag.

Wie bist du vom Himmel gefallen, du schöner Morgenstern! Wie wurdest du zu Boden geschlagen, der du alle Völker niederschlugst! Du aber gedachtest in deinem Herzen: „Ich will in den Himmel steigen und meinen Thron über die Sterne Gottes erhöhen, ich will mich setzen auf den Berg der Versammlung im fernsten Norden. Ich will auffahren auf die höchsten Wolken Und gleich sein dem allerhöchsten.“ (Jesaja 14:12-14)

So wie Adam hatte auch Luzifer eine Wahl. Er konnte entweder hinnehmen, dass Gott, Gott war, oder er konnte die Entscheidung treffen, sich selbst sein eigener Gott zu sein. Das wiederholte ‚Ich will‘ zeigt dass er sich entschloss, Gott zu widerstehen und dass er sich selbst zum ‚Allerhöchsten‘ erklärte. Eine Stelle im Hesekielbuch enthält eine Parallelstelle vom Fall des Luzifers.

„In Eden warst du, im Garten Gottes… Du warst ein glänzender, schirmender Cherub, und auf den heiligen Berg hatte ich dich gesetzt; ein Gott warst du und wandeltest inmitten der feurigen Steine. Du warst ohne Tadel in deinem Tun von dem Tage an, als du geschaffen wurdest, bis an dir Missetat gefunden wurde. Da verstieß ich dich vom Berge Gottes und tilgte dich, du schirmender Cherub, hinweg aus der Mitte der feurigen Steine. Weil sich dein Herz erhob, dass du so schön warst, und du deine Weisheit verdorben hast in all deinem Glanz darum habe ich dich zu Boden gestürzt.“ (Esekiel 28:13-17)

Luzifers Schönheit, Weisheit und Macht – all die guten Dinge die Gott in ihm geschaffen hatte – führten ihn zum Hochmut. Sein Hochmut führte zu seinen Rebellion und seinem Fall, aber seine Kraft und Eigenschaften verlor er nicht (und hat sie somit behalten). Er leitet einen kosmischen Aufstand gegen seinen Schöpfer, um zu sehen, wer Gott sein wird. Seine Strategie war, die Menschheit zum Mitanschluss zu gewinnen – indem er sie versuchte, derselben Wahl zu erliegen die er getroffen hatte – sich selber zu lieben, unabhängig von Gott zu werden, und ihm sich zu widersetzen. Der Kern der Prüfung des Willens Adams war derselbe wie der des Luzifers; er war nur mit einem anderen Gewand bekleidet. Beide wählten, sich selbst ihr eigener Gott zu sein. Dies war (und ist) der höchste Gotteswahn.

Satan – Er wirkt durch andere

Die Stelle im Jesajabuch ist an den ‚König Babylons‘ gerichtet, und die Stelle im Hesekielbuch an den ‚König von Tyrus‘. Aber anhand der Beschreibungen ist es offensichtlich dass es sich bei dem Angesprochenen nicht um Menschen handelt. Die „Ich will“ Stellen im Jesajabuch beschreiben ein Wesen, dass zur Erde herabgeworfen wurde als Strafe dafür, seinen Thron über die Sterne Gottes setzen zu wollen. Die Stelle im Hesekielbuch spricht jemanden an, der eine ’schirmender‘ Cherub war und sich einst in Eden und auf ‚dem Berge Gottes‘ befand. Diese Tendenz Satans (oder Luzifers), seine Stellung hinter jemandem, oder durch jemanden, einzunehmen, ist beständig. Im ersten Buch Mose sprach er durch die Schlange. Im Jesajabuch regiert er durch den König Babylons, und im Hesekielbuch durch den König von Tyrus.

Warum hat Luzifer sich gegen Gott erhoben?

Aber warum wollte Luzifer der Herrschaft des allwissenden und allmächtigen Schöpfers trotzen und sie an sich zu reißen? Ein wichtiger Bestandteil des ‚Schlauseins‘ ist zu wissen, ob man einen potentiellen Gegner besiegen kann. Luzifer mag wohl Kraft gehabt haben (und hat sie immer noch), aber seine begrenzte Kraft als Geschöpf wäre unzureichend für einen erfolgreichen Aufstand gegen seinen Schöpfer gewesen. Warum dann alles aufs Spiel setzen um zu versuchen, einen unmöglichen Sieg zu erlangen?Ich hätte gemeint, dass ein schlauer Engel seine Begrenztheit in einem Messkampf gegen beides, Allwissenheit und Allmächtigkeit, hätte erkennen sollen, und seinen Aufstand hätte einstellen sollen. Also warum hat er dieses nicht getan? Diese Frage hat mich jahrelang verblüfft. Was mir geholfen hat, war die Erkenntnis, dass Luzifer nur auf Grund des Glaubens zu dem Schluss hätte kommen können, dass Gott sein allmächtiger Schöpfer war – genau wie bei uns. Ich erkläre. Die Bibel bringt die Entstehung der Engel mit der ersten Woche der Schöpfung in Verbindung. Wir sahen das in Jesaja 14 obenan, aber dies ist beständig so durch die ganze Bibel hindurch. Zum Beispiel berichtet uns eine Schöpfungsstelle im Buch Hiob:

Und der Herr antwortete Hiob aus dem Wettersturm und sprach: Wo warst du, als ich die Erde gründete? Sage mir’s, wenn du so klug bist! …als mich die Morgensterne miteinander lobten und jauchzten alle Gottessöhne? (Hiob 38:1-7)

Stellen wir uns vor wie Luzifer irgendwann während der Schöpfungswoche geschaffen wird und irgendwo im Kosmos (zum ersten Mal) sein Bewusstsein erhält. Alles das er weiß ist, dass er jetzt existiert und ich-bewusst ist und dass da ebenfalls ein anderes Wesen ist das behauptet, ihn und den Kosmos erschaffen zu haben. Aber wie weiß Luzifer, dass diese Behauptung wahr ist? Vielleicht ist dieser angebliche Schöpfer unmittelbar vor Luzifer im Kosmos ins Dasein gesprungen. Und weil dieser ‚Schöpfer‘ sozusagen eher auf die Bühne getreten ist, ist er (vielleicht) mächtiger und kenntnisreicher als er (Luzifer) es ist – aber dann wiederum vielleicht auch nicht. Koennte es sein, dass sie beide, er sowie sein angeblicher Schöpfer, ins Dasein gesprungen sind? Alles was Luzifer tun konnte, war, das Wort Gottes an ihn, dass er ihn geschaffen hatte, und dass Gott selbst ewig und unendlich war, anzunehmen. In seinem Hochmut entschloss er sich, die Fantasie, die er in seinem eigenen Geist ins Dasein gerufen hatte, zu glauben.

Man könnte denken, dass es fantasievoll wäre, dass Luzifer glauben konnte, dass er und Gott (sowie die anderen Engel) zu selben Zeit ins Dasein gesprungen waren. Aber dies ist dieselbe Grundidee hinter dem neuesten und höchsten (Denken) der modernen Kosmologie. Da war eine kosmische Bewegung des Nichts – und dann, aus dieser Bewegung, entstand das Universum. Das ist die Essenz der modernen, atheistischen, kosmologischen Spekulationen. Grundsätzlich muss jeder, von Luzifer bis zu Richard Dawkins und Stephen Hawkings und zu Ihnen und mir, sich an Hand des Glaubens entscheiden, ob dass Universum abgeschlossen ist, oder ob es durch einen Schöpfer hervorgebracht worden, und durch diesen erhalten ist.

In anderen Worten, zu sehen, ist nicht, zu glauben. Luzifer hätte Gott gesehen und mit ihm Gespräche haben können. Trotzdem hätte er es immer noch im Glauben annehmen müssen, dass Gott ihn geschaffen hatte. Viele Menschen sagen mir, dass wenn Gott nur ihnen erscheinen würde, dann würden sie glauben. Aber durch die Bibel hindurch haben viele Menschen Gott gesehen und gehört – das war niemals das Problem. Vielmehr war der Kern der Sache, ob sie sein Wort über sich (Gott) selbst und über sie annehmen und demselben vertrauen würden. Mit Adam und Eva angefangen, bis zu Kain und Abel, Noah, und den Ägyptern beim ersten Passah, bis zu den Israeliten, die das Rote Meer durchquerten und bis zu denjenigen hindurch welche die Wunder Jesu sahen – bei keinen von ihnen führte das „Sehen“ zum Vertrauen. Der Sturz des Luzifers stimmt damit überein.

Was tut der Teufel heute?

Also hat Gott nicht einen „bösen Teufel“ geschaffen, sondern er schuf ein mächtiges und intelligentes Engelswesen welches durch dessen Hochmut einen Aufstand gegen Gott veranlasste und dadurch verdorben wurde (ohne seinen ursprünglichen Glanz zu verlieren). Sie und ich, und die ganze Menschheit sind Teil des Kampfplatzes dieser Auseinandersetzung zwischen Gott und seinem ‚Widersacher‘ (Teufel) geworden. Von Seiten des Teufels ist es nicht seine Strategie, in unheimlichen schwarzen Umhängen wie die ‚Schwarzen Reiter‘ im „Herr der Ringe“ Film herumzulaufen, und böse Flüche auf uns zu legen. Vielmehr sucht er mit seinem beibehaltenen Glanz, uns von der Erlösung, die Gott vom Anfang der Zeit durch Abraham und Mose angekündigt und dann durch den Tod und die Auferstehung Jesu durchgeführt hat, zu verführen. Wie die Bibel es sagt:

 Denn er selbst, Satan, verstellt sich als Engel des Lichts. Darum ist es nichts Großes, wenn sich auch seine Diener verstellen als Diener der Gerechtigkeit. (2. Korinther 11:14-15)

Weil Satan und seine Diener sich als ‚Licht‘ verstellen können, können wir um so leichter verführt werden. Darum ist das persönliche Verständnis des Evangeliums von solch entscheidender Bedeutung.