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Das Zeichen von Abrahams Opfer

Abraham ist einer der grundlegend wichtigsten Charaktere des Alten Testaments, wenn es darum geht, uns zu einem Verständnis des Evangeliums zu verhelfen.  Er lebte vor 4000 Jahren und wanderte aus dem Land aus, das wir heute Irak nennen, um in das Land zu gelangen, das heute Israel heißt (siehe Artikel hier für weitere Details).  Der Bericht in der Bibel ist so uralt, dass es nicht viele außerbiblische Belege dafür gibt, die Begebenheiten entweder zu widerlegen oder zu bestätigen. Aber einige gibt es dennoch. Unter den 1975-76 in Nordsyrien entdeckten 17.000 Tontafeln von Ebla, die mit einem Alter von 4,200 Jahren datiert werden, befinden sich Erwähnungen von Sodom, Gomorra, Adama, Zeboim, und Zoar (oder Bela) als „Städte der Aue” mit denselben Namen und Beschreibungen, wie man sie in 1. Mose 13:12 und 14:2 vorfindet – dort, wo Abraham sein „Zelt aufschlug” (seine Gerechtigkeit Geschichte). Somit ist es wohl begründet, diesen Bericht ernst zu nehmen und das im Bericht erwähnte Umfeld als geschichtliche Tatsache anzuerkennen.

Nun möchte ich einen Blick auf eine bekannte Begebenheit in der Geschichte Abrahams werfen, und zwar den Bericht, in dem Gott ihm befiehlt, seinen einzigen Sohn, Isaak, zu opfern. Abraham hatte ja lange Jahre auf Isaak gewartet, und alle seine Hoffnungen auf Nachkommenschaft ruhten auf ihm.

Zu diesem Zeitpunkt in seinem Leben durchlebt Abraham seine größte Prüfung – und das gibt uns einen kleinen Einblick in das Evangelium. Ich möchte Sie dazu ermutigen, den vollen Bericht über die Glaubensprüfung  Abrahams in Bezug auf die Opferung seines Sohnes hier nachzulesen.

Das Opfer weist auf die Zukunft hin.

Im Bericht können wir sehen, das dies eine Prüfung Abrahams war; aber es ist auch eine Prüfung für uns. Doch um dies zu „sehen”, müssen wir zuerst einige Betrachtungen über den Bericht anstellen. Hier der entsprechende Teil des Berichts:

„Da erhob Abraham seine Augen und schaute, und siehe, da war hinter ihm ein Widder, der sich mit seinen Hörnern im Gestrüpp verfangen hatte. Und Abraham ging hin und nahm den Widder und brachte ihn als Brandopfer dar anstelle seines Sohnes.

 Und Abraham nannte den Ort: »Der Herr wird dafür sorgen«, sodass man noch heute sagt: Auf dem Berg wird der Herr dafür sorgen!” (1. Mose 22,13-14; Schlachter-Bibel 2000).

Beachten Sie den Namen, den Abraham diesem Ort gab, wo die Glaubensprüfung stattfand. Er nannte ihn „Der Herr wird dafür sorgen”.  Hier stellt sich uns die Frage: „Steht die Bezeichnung in der Vergangenheits-, Gegenwarts- oder Zukunftsform?” Es ist ganz klar die Zukunftsform.  Und um es noch deutlicher zu machen, wiederholt Mose im folgenden Kommentar (den er ungefähr 500 Jahre später hier einfügte, als er diesen Bericht für die jüdische Tora zusammenstellte): „Der Herr … wird … sorgen!” Dies steht wiederum in der Zukunftsform, also im Vorausblick auf eine spätere Zeit. Doch die Ortsbenennung fand nach der Opferung des Widders (also eines männlichen Schafes) anstelle von Isaak statt.  Viele, die diesen Bericht lessen, meinen, dass Abraham sich bei der Ortsbezeichnung auf den Widder bezieht, der sich im Gestrüpp verfangen hatte und anstelle seines Sohnes geopfert wurde.. Doch als Abraham den Ort benannte, war der Widder ja bereits tot, geopfert und verbrannt. Hätte Abraham daher an den Widder gedacht, der bereits tot, geopfert und verbrannt war, so hätte er den Ort „Der Herr hat (vor)gesorgt” genannt, d.h. in der vollendeten Gegenwartsform (Perfekt). Und Mose, ebenfalls im Gedanken an den Widder, der anstelle von Abrahams Sohn geopfert wurde, hätte kommentiert: „… sodass man noch heute sagt: Auf dem Berg hatte der Herr dafür gesorgt!” Doch sowohl Abraham als auch Mose benannten den Ort deutlich in der Zukunftsform und dachten somit nicht an den bereits toten und geopferten Widder.

Wo wurde das Opfer dargebracht?

Woran dachten sie demnach? Wenn wir nach einem Hinweis suchen, sehen wir, an welchen Ort Gott Abraham zu Beginn des Zeichens hinsandte:

„Und er (Gott) sprach: Nimm doch deinen Sohn, deinen einzigen, den du lieb hast, Isaak, und geh hin in das Land Morija und bringe ihn dort zum Brandopfer dar auf einem der Berge, den ich dir nennen werde!“ (1. Mose 22,2)

Dies geschah in „Morija”, Aber wo ist das? Obwohl es zu Abrahams Zeiten ein Wüstengebiet war (2000 v.Chr.), gründete König David dort eintausend Jahre später (1000 v.Chr.) die Stadt Jerusalem, und sein Sohn Salomo baute dort den ersten jüdischen Tempel. Später lessen wir in den alttestamentlichen Büchern:

„Und Salomo fing an, das Haus des Herrn zu bauen in Jerusalem, auf dem Berg Morija, wo der Herr seinem Vater David erschienen war…” (2. Chronik 3,1)

Mit anderen Worten, der Berg Morija war zur Zeit Abrahams ein abgelegener Berggipfel in der Wüste; aber eintausend Jahre später wurde er durch David und Salomo zum Mittelpunkt und zur Hauptstadt der Israeliten, wo sie den jüdischen Tempel erbauten. Und bis auf den heutigen Tag ist es für die Juden ein heiliger Ort.

Jesus und das Opfer Abrahams

An dieser Stelle finden wir eine direkte Verbindung zu Jesus und dem Evangelium. Wir sehen diese Verbindung, wenn wir einen der Jesus zugeschriebenen Titel in Betracht ziehen.  Nun besaß Jesus viele auf ihn bezogene Titel. „Christus” ist vielleicht der bekannteste unter seinen Titeln. Doch es gibt noch einen weiteren ihm verliehenen Titel, der nicht so bekannt, aber dennoch sehr wichtig ist. Wir sehen dies im Johannesevangelium, wo es von Johannes dem Täufer heißt:

„Am folgenden Tag sieht Johannes (der Täufer) Jesus auf sich zukommen und spricht: Siehe, das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt hinwegnimmt! Das ist der, von dem ich sagte: Nach mir kommt ein Mann, der vor mir gewesen ist; denn er war eher als ich.” (Johannes 1,29-30)

Das heißt, dass Jesus auch  „das Lamm Gottes” genannt wurde. Schauen wir nun auf das Ende des Lebens Jesu. Wo wurde er gefangen genommen und gekreuzigt? Das geschah in Jerusalem (und wir wir gesehen haben, war das derselbe Ort wie „der Berg Morija”). Bei seiner Verhaftung kommt dies deutlich zum Ausdruck:

„Und als er (Pilatus) hörte, daß er (Jesus) aus dem Herrschaftsgebiet des Herodes sei, sandte er ihn zu Herodes, der in diesen Tagen auch selbst in Jerusalem war.” (Lukas 23,7)

Mit anderen Worten geschahen die Verhaftung, Gerichtsverhandlung und Verurteilung Jesu in Jerusalem (= Berg Morija).

Zurück zu Abraham. Warum benannte er den Ort in der Zukunftsform, „Der Herr wird dafür sorgen? Wie konnte er wissen, dass in der Zukunft dort für etwas „gesorgt” werden sollte, das  so genau das von ihm auf dem Berg Morija ausgeführte Drama widerspiegeln würde? Denken wir einmal darüber nach: In diesem Drama wird Isaak im letzten Moment vor dem Tod bewahrt, weil ein Lamm an seiner Stelle stirbt. Zweitausend Jahre später wird Jesus „das Lamm Gottes” genannt, wird gefangen genommen und stirbt am selben Ort! Sowohl Abraham wie Mose machen geltend, dass ihnen dies von Gott offenbart wurde.

Eine göttliche Absicht offenbart sich.

Es ist in der Tat so, dass hier eine göttliche Absicht diese beiden, durch 2000 Jahre Geschichte getrennten Geschehnisse mit einander verbindet.

Abrahams Opfer ist ein Zeichen für das Opfer Jesu

Das von Abraham dargebracht Opfer war ein Zeichen, das 2000 Jahre vorauswies,
damit wir an den Tod Jesu erinnert werden sollten.

Was das Ganze jedoch einzigartig macht, ist die Tatsache, dass das erstere Ereignis auf das zweitausend Jahre später stattfindende Ereignis hindeutet. Wir wissen, dass das erste Geschehen eigens so gestaltet wurde, damit es auf das zweite hindeutete, indem Abraham wie Mose den Ort als „Der Herr wird dafür sorgenbezeichneten, d.h. auf die Zukunft hinwiesen. Das Bild illustriert, wie das frühere Ereignis auf das spätere hindeutet und somit gestaltet war, uns an das spätere Geschehen zu erinnern. Das ist ein Beweis dafür, dass Gott sich uns in seinem Vorhaben offenbart, indem er die Geschehnisse trotz der dazwischen liegenden zweitausend Jahre koordinierte. Es ist ein Beweis dafür, dass Gott geredet hat.

Gute Nachricht für Sie und für mich

Doch dieser Bericht ist zudem noch aus mehr persönlichen Gründen relevant für uns. Am Ende des Gespächs  mit Abrahams erklärt Gott:

„… und in deinem Samen sollen alle Völker der Erde gesegnet werden, weil du meiner Stimme gehorsam warst!“ (1. Mose 22,18)

Wenn Sie also zu einem von „alle(n) Völker(n) der Erde” gehören (und das stimmt ja!), dann betrifft es Sie; denn die Verheißung lautet, dass Sie von Gott selber „gesegnet werden” können! Schon die bloße Möglichkeit eines Segens von Gott sollte uns motivieren, die Sache weiter zu untersuchen.

Aber wie wird einem dieser Segen zuteil? Zunächst einmal steht das Wort „Samen” in der Einzahl. Es heißt nicht „(die) Samen” wie in vielen Nachkommen, sondern steht im Singular wie in „er”; nicht durch viele Menschen oder eine Gruppe von Menschen wie in „sie”. Dies weist wieder auf Jesus hin, den Samen oder Nachkommen Abrahams. So wie der Widder Isaak vor dem Tod rettete, indem das Tier an seiner Stelle starb, rettet uns das Lamm Gottes durch seinen Tod aus der Macht des Todes. Die gute Nachricht des Evangeliums wird, über jeglichen Zufall erhaben, in dem bemerkenswerten Bericht über die Opferung Isaaks auf dem Berg Morija vorausgedeutet – an derselben Stelle, wo 2000 Jahre später „dafür gesorgt” wurde.

 

Ist der Text der Bibel zuverlässig? Oder ist er verfälscht geworden?

In diesem wissenschaftlichen und modernen Zeitalter, in dem Sie und ich leben wir stellen in Frage viele der nicht-wissenschaftlichen Überzeugungen, dass frühere Generationen hatten. Diese Skepsis ist vor allem gegenüber religiösen Bücher im Allgemeinen und der Bibel im Besonderen.

Viele von uns haben Zweifel an der Zuverlässigkeit der Bibel. Sie stammen von dem, was wir wissen über die Bibel. Schließlich ist sie vor mehr als zweitausend Jahren geschrieben worden. Für die meisten dieser Jahrtausende hat es keine Druckmaschinen, Kopierer oder Verlage gegeben. So sind die originalen Manuskripte von Hand kopiert worden, von Generation zu Generation weitergegeben, als Sprachen ausgestorben sind und neue entwickelt wurden, als Imperien sich geändert haben und neue Mächte aufgestiegen sind. Da die ursprünglichen Manuskripte längst verloren gegangen sind, woher wissen wir, dass das, was wir heute in der Bibel lesen ist was die Original-Autoren tatsächlich vor langer Zeit geschrieben haben? Es gibt ein KinderSpiel namens Telefon, wo die Teilnehmer in einem Kreis sitzen und jemand ein Spruch dem nächsten Person ins Ohr flüstert, und jeder wiederum den Spruch zum nächsten Person flüstert, bis der Spruch um den Kreis gegangen ist. Dann sagt das letzte Kind den Spruch laut und die Kinder beobachten, wie er sich so viel vom Anfang des Kreises verändert hat. Ist dieses Spiel vergleichbar mit der Weitergabe der Bibel durch die Zeit? Hat sich das Buch, dass wir heute lesen, von den ursprünglichen Schriften wesentlich geändert?

Natürlich gilt diese Frage für jeden alten Schriftstück. Das folgende Diagramm zeigt den Prozess, durch den irgendwelche derartige Schrift über die Zeit erhalten geblieben ist. Es zeigt ein Beispiel eines alten Dokuments dass im Jahr 500 BC (dieser Zeitpunkt wird nur als ein Beispiel verwendet) geschrieben wurde. Dieses Originaldokument jedoch währt nicht auf unbestimmte Zeit, so, bevor es zerfällt, zerstört wird oder verloren geht, wird ein Manuskript (MSS) Kopie davon gemacht (1. Kopie). Eine professionelle Klasse von Menschen, Schreiber genannt, haben die Schrifte kopiert. Als die Jahre vorbeigehen, werden Kopien der Kopie (2. copy & 3. Kopie) gemacht. An einem gewissen Zeitpunkt bleibt eine Kopie erhalten, so dass es heute immernoch existiert (3. Kopie). In unserem Beispiel-Diagramm, das Kopie dass heute existiert wurde im Jahren 500 A.D. gemacht. Das bedeutet, dass 500 A.D. die früheste Zeitpunkt ist, dass wir vom Zustand des Dokuments wissen können. Folglich können wir keine Kopie Überprüfungen machen für die Zeit von 500 B.C. bis 500 A.D. (x im Diagramm), da alle Schriften aus dieser Zeit verschwunden gegangen sind. Zum Beispiel, falls Fehler

Etappen eines alten Dokuments

Etappen eines alten Dokuments

(absichtlich oder nicht) beim kopieren gemacht wurden, als die zweite Kopie von der ersten Kopie gemacht wurde, würden wir nicht in der Lage sein sie zu erkennen, als keines dieser Dokumente jetzt verfügbar sind, um mit der heutigen Kopie zu vergleichen. Dieser Zeitraum vor der Entstehung der derzeit vorhandenen Kopien (x) ist also das Intervall der textlichen Unsicherheit. Folglich können wir ein Prinzip formulieren, dass mit die Beantwortung unserer Frage helfen kann. Je kürzer dieses Intervall x ist, desto mehr Vertrauen wir an die Genauigkeit der Inhalt des Dokuments haben können, da der Zeitraum der Unsicherheit reduziert wird.

Natürlich gibt es heute in der Regel mehr als eine Abschrift eines Dokuments. Angenommen, wir haben zwei solche Abschriften und im gleichen Abschnitt von jedem von ihnen finden wir die folgenden übersetzte Phrase:

german is bible reliable figure2Der ursprüngliche Autor hat entweder über Joan oder über John geschrieben. Eine von diesen Handschriften enthält eine Kopie Fehler. Die Frage ist, welche Abschrift hat den Fehler? Mit dem verfügbaren Beweise ist es sehr schwer zu bestimmen.

Nehmen wir nun an dass wir zwei weitere Abschriften desselben Werkes gefunden haben, hier dargestellt:

Je mehr vorhandene Kopien, desto leichter ist es Fehler zu erarbeiten.

Je mehr vorhandene Kopien, desto leichter ist es Fehler zu erarbeiten.

Jetzt ist es einfacher abzuleiten welches Manuskript wahrscheinlich den Fehler hat. Es ist eher wahrscheinlich, dass der Fehler einmal, anstatt den gleichen Fehler dreimal wiederholt hat, so ist es wahrscheinlich, dass MSS Nr. 2 die Kopie Fehler hat, und der Autor über Joan und nicht John geschrieben hat.

Dieses einfache Beispiel zeigt eine zweite Prinzip, die wir verwenden können, um die Integrität des Manuskripts zu überprüfen – Je mehr Manuskripte uns zur Verfügung stehen, desto einfacher ist es Fehler zu erkennen und zu korrigieren und den Inhalt des Originals zu ermitteln.

So, jetzt haben wir zwei Indikatoren, die wir verwenden können, um die textliche Zuverlässigkeit der Bibel zu bestimmen: 1) Messung der Zeit zwischen ursprünglichen Zusammensetzung und frühesten vorhandenen Abschriften, und 2) Anzahl der vorhandenen Abschriften. Da diese Indikatoren sich auf jedem alten Schrift betreffen, wir können vorgehen sie auf die Bibel als auch andere Werke der Antike anzuwenden, wie in den nachfolgenden Tabellen (1) durchgeführt wird:

Autor Wann Geschrieben Älteste Kopie Zeitraum #
Caesar 50 BC 900 AD 950 10
Plato 350 BC 900 AD 1250 7
Aristoteles * 300 BC 1100 AD 1400 5
Thukydides 400 BC 900 AD 1300 8
Herodot 400 BC 900 AD 1300 8
Sophokles 400 BC 1000 AD 1400 100
Tacitus 100 AD 1100 AD 1000 20
Plinius 100 AD 850 AD 750 7

* Von irgend einem Schrift

Diese Tabelle enthält die großen klassischen Autoren der Antike, dessen Schriften die Entwicklung der westlichen Zivilisation geprägt haben. Im Durchschnitt sind 10-100 Manuskripte überliefert worden, die erst ab etwa 1000 Jahre nach der ursprünglichen Schrift erhalten sind. Vom wissenschaftlichen Standpunkt aus, werden diese Daten als Kontrollversuch betrachtet, da sie Daten (klassische Autoren) umfasst die von Wissenschaftlern und Universitäten weltweit akzeptiert und verwendet werden.

Die folgende Tabelle vergleicht die biblischen (Neue Testament im Besonderen) Schriften entlang dieser gleichen Punkte von Interesse (2). Dies kann als unsere experimentellen Daten berücksichtigt werden, die mit der Kontrollgruppe verglichen wird, genau wie man in jeder wissenschaftlichen Untersuchung macht.

MSS Wann Geschrieben Datum der MSS Zeitraum
John Rylan 90 AD 130 AD 40 Jahre
Bodmer Papyrus 90 – 150 AD 200 AD110 Jahre
Chester Beatty 60 AD 200 AD 20 Jahre
Codex Vaticanus 60 – 90 AD325 AD 265 Jahre
Codex Sinaiticus 60 – 90 AD350 AD 290 Jahre

Die Zahl der Handschriften des Neuen Testaments ist so groß, dass es unmöglich sein würde sie alle in einer Tabelle aufzulisten. Als ein Gelehrter (3), der jahrelang diese Frage studiert hat erklärt:

„Es gibt heute mehr als 24000 MSS Kopien von Teilen des Neuen Testaments … Kein anderes Dokument der Antike beginnt sich solchen Nummern und Bescheinigung zu nähern. Im Vergleich dazu ist der Ilias von Homer Zweiter mit 643 MSS die noch überleben.“

Ein führender Gelehrter im Britischen Museum (4) bestätigt:

„Gelehrte sind zufrieden, dass sie im wesentlichen die wahre Wortlaut der wichtigsten griechischen und römischen Schriftsteller besitzen … dennoch unser Wissen über ihre Werke hängt von einer Handvoll MSS ab, während die MSS des Neuen Testaments werden gezählt in die Tausende.“

Und eine beträchtliche Anzahl dieser Handschriften sind sehr alt. Ich besitze ein Buch über die frühesten neutestamentlichen Dokumente. Die Einleitung beginnt mit:

„Dieses Buch bietet Transkriptionen von 69 der frühesten Handschriften des Neuen Testaments … vom frühen zweiten Jahrhundert bis Anfang des vierten (100-300AD) … umfasst etwa 2/3 der Text des Neuen Testaments“ (5)

Der Inhalt dieser Aussage ist sehr wichtig, da die Manuskripte dem römischen Kaiser Konstantin (ca. 325 n. Chr.) und dem Aufstieg der katholischen Kirche vorausgehen. Beide wurden oft beschuldigt den biblischen Text geändert zu haben. Wenn das der Fall sein sollte, könnten wir es ja in einem Vergleich der Texte aus der Zeit vorher (da wir sie haben) mit denen die später kamen überprüfen. Aber wenn wir das tun, stellen wir fest, dass sie die gleichen sind. Die Nachricht der Texte aus 200 AD ist die gleiche wie jene von 1200 AD. Weder die katholische Kirche, noch Konstantin haben die Bibel geändert. Das ist nicht eine religiöse Aussage, es ist eine, die ausschließlich wissenschaftlicher Daten zur Grundlage hat. Die folgende Abbildung zeigt die Chronologie von Handschriften auf dem das Neue Testament der Bibel gegründet wurde.

German is bible reliable figure4Also, was können wir daraus abschließen? Sicherlich zumindest, was wir objektiv messen können (Anzahl der erhaltenen MSS und Zeitspannen zwischen Original und frühesten erhaltenen MSS) ist das Neue Testament zu einem viel höheren Maße als jede andere klassische Werk überprüft. Das Urteil zu dem die Beweismittel uns leitet wird am besten durch das folgende Zitat (6) zusammengefasst:

Um skeptisch gegenüber des resultierenden Textes des Neuen Testaments zu sein, muss man alle anderen Werke der Antike in die Dunkelheit gleiten lassen, da kein anderes Dokument der antiken Periode ebenso bibliographisch bezeugt ist wie das des Neuen Testamentes

 

Das bedeutet, dass um konsequent zu sein, wenn wir entscheiden die Zuverlässigkeit der Erhaltung der Bibel anzuzweifeln, dann können wir auch alles, was wir über die klassische Geschichte im allgemeinen wissen verwerfen – und dies hat kein Historiker jemals getan. Heutzutage wissen wir, dass der biblische Text nicht verändert wurde, als Epochen, Sprachen und Reiche kamen und gingen, da die frühesten erhaltenen MSS diesen Ereignissen zeitlich vorangehen. Zum Beispiel wissen wir, dass kein übereifrigen mittelalterlichen Mönch die Wunder Jesu zur biblischen Erzählung hinzugefügt hat, denn wir haben Manuskripte, die die mittelalterlichen Mönche zeitlich vorangehen und alle diese Handschriften enthalten auch die Wundergeschichten Jesu.

Zusammenfassend kann man sagen, dass die Zeit nicht die Ideen und Gedanken wie sie in den ursprünglichen biblischen Handschriften beschädigt hat, so dass sie jetzt vor uns verborgen sind. Wir können wissen, dass die Bibel heute genauso liest, was die Autoren tatsächlich damals geschrieben haben. Es ist textlich zuverlässig.

Es ist wichtig, zu erkennen, was diese kleine Studie uns zeigen kann und was sie uns nicht zeigen kann. Diese Studie beweist nicht, dass die Bibel unbedingt das Wort Gottes ist, noch dass die Geschichten darin sogar wahr sind. Es kann argumentiert werden (zumindest aus der vorgelegten Beweise hier), dass, obwohl die ursprünglichen Ideen der biblischen Autoren genau auf uns übermittelt wurden, dass beweist nicht, dass diese ursprünglichen Ideen jemals richtig waren (oder sogar, dass sie von Gott herkommen). Wohl wahr. Aber das Verständnis der textlichen Zuverlässigkeit der Bibel ist eine Ausgangspunkt, von dem man beginnen kann, die Bibel ernsthaft zu untersuchen, um zu sehen, ob einige dieser Fragen auch beantwortet werden können, und sich zu informieren, was ihre Botschaft ist. Die Bibel behauptet, dass ihre Nachricht ein Segen von Gott ist. Was wäre, wenn es eine Chance gibt das wahr zu sein? Nehmen Sie sich Zeit, um einige der wichtigsten Ereignisse der Bibel zu lernen, die ich hier erkläre auf dieser Website. Sie könnten überrascht werden.

 

  • 1. Entnommen aus McDowell, J. Nachweis, dass ein Urteil verlangt. 1979. Seite 42-48
  • 2. Comfort, P.W. Der Ursprung der Bibel, 1992. Seite 193
  • 3. McDowell, J. Nachweis, dass ein Urteil verlangt. 1979. Seite 40
  • 4. Kenyon, F. G. (Ehemaliger Direktor des Britischen Museum) Unsere Bibel und die alten Manuskripte. 1941 S.23
  • 5. Comfort, P.W. „Der Text der frühesten neutestamentlichen griechischen Handschriften“. Seite 17. 2001
  • 6. Montgomery, Geschichte und Christentum. 1971. S.29