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Die Verheißung, welche uns Rechtschaffenheit offenbart

In meinem vorhergehenden Artikel sahen wir, daß Abraham einfach durch Glauben den unerläßlichen Rang als „Rechtschaffener“ erhielt. Dies ist durch den kurzen Satz aus 1.Mose 15,6 bezeugt:

„Abraham glaubte dem Herrn, und das rechnete er ihm zur Gerechtigkeit“.

Glaube hat nichts mit Gottes Existenz zu tun.

Ich will jetzt klarlegen, was es bedeutet „Abraham glaubte“. Viele Leute, mit denen ich rede, denken, daß „glauben“ heißt an die Existenz Gottes zu glauben. Oft habe ich gehört: „oh, ich glaube an Gott“, womit gemeint ist „ich glaube, daß Gott existiert“. Es sieht so aus, als ob wir denken, daß Gott beeindruckt und erfreut ist, wenn wir seine Existenz bestätigen.

Die Bibel ist da anderer Meinung. Jakobus 2, 19 “ Du glaubst, daß nur einer Gott ist? Du tust wohl daran: die Teufel glauben’s auch und zittern“. In der Bibel steht, daß wir mit einfachem Glauben an Gottes Existenz uns mit dem Teufel in einer Liga befinden. Man kann selbst entscheiden, wieviel Sicherheit davon erwartet werden kann. Natürlich ist es wahr, daß Abraham an Gottes Existenz glaubte, daber dies ist hier nicht die Hauptsache.

Die harsche Wirklichkeit für Abraham war, daß er mit über 80 Jahren noch keinen Sohn hatte. Gott versprach Abraham, daß er ihm einen Sohn schenken werde. Dieses Versprechen drängte Abraham auf den Scheideweg: zur Wahl stand nicht Glaube an Gottes Existenz, sondern die Frage ob er das ihm von Gott gegebene Versprechen glauben soll oder nicht. In diesem Fall entschied sich Abraham zu glauben. Er traute auf Gottes Versprechen. In diesem Sinn ist „Glaube“ synonym mit „Vertrauen“. Er traute Gott in der für ihn sehr wichtigen Sache, auch wenn – oberflächlich gesehen – sie nicht sehr hoffnungsvoll aussah.

Also, Abraham glaubte an das Versprechen für einen Sohn. Dafür schenkte ihm Gott zusätzlich zu seinem Versprechen die Rechtschaffenheit als Ehre. Schließlich erhielt Abraham beides: das eingelöste Versprechen (ein Sohn, von welchem eine große Nation abstammen wird,) und Rechtschaffenheit als zusätzliches Geschenk.

Rechtschaffenheit – nicht durch Verdienst oder Bemühung

Ich hatte die Gelegenheit, mich mit Leuten verschiedener Religionen und Philosophien zu unterhalten. Es hat mich beeindruckt, daß, obwohl ihre Theorien stark variieren können, fast jeder, mit dem ich rede oder von dem ich lese, annimmt, daß Rechtschaffenheit entweder durch Verdienst erhalten wird oder aber durch besondere Bemühungen asketischer Verneinung oder „gutes“ Benehmen verdient wird. Wir erörtern, daß mehr gute Taten als schlechte oder eine bestimmte Art oder Azahl religiöser Wohltaten es uns ermöglicht, Rechtschaffenheit zu gewinnen oder zu verdienen. Diese Logik habe ich unter buddhistischen Freunden in Thailand gefunden, auch unter Hindus in Indien, Mohammedanern in mohammedanischen Ländern, bei Katholiken, Protestanten, und sogar denen, die an eine „höhere Gewalt“ glauben. Wir alle, Menschen überall in der Welt, leben natürlichrweise in diesem Glauben.

Ich erinnere mich an ein Interview mit Theologiestudenten, die das Seminar beendeten. Von ihnen hörte ich, daß es die Waage zwischen unseren Verdiensten und Sünden ist, die unsere Rechtschaffenheit bestimmt.

Aber Abraham hat Rechtschaffenheit nicht verdient, sie wurde ihm als Ehrengeschenk gegeben. Also, worin liegt der Unterschied?

Es ist klar: wenn etwas verdient ist, hat man dafür gearbeitet, man hat Anspruch darauf. Es ist als ob man einen Arbeitslohn empfängt. Ein Geschenk ist eine Gabe. Wie jedes freiwillig gegebene Geschenk ist es nicht verdient, sondern wird einfach gegeben und angenommen.

Der Bericht über Abraham überstürzt unser allgemeines Verständnis, daß Rechtschaffenheit vom Glauben an Gottes Existenz komme, oder durch genügend gute oder religiöse Taten erhältlich sei. Das war nicht Abrahams Wahl. Er hat einfach an das ihm gegebene Versprechen geglaubt.

Abrahams Glaube: Er hat darauf mit seinem Leben gewettet

Es war vielleicht einfach, aber bestimmt nicht leicht, sich für Glauben an dieses Verprechen auf einen Sohn zu entscheiden. Abraham hätte einfach das Versprechen mißachten können, oder einwenden können, daß, wenn Gott wirklich Willen und Gewalt hätte, ihm einen Sohn zu schenken, er es schon lange vorher getan hätte.

Zu diesem Zeitpunkt waren nämlich beide, Abraham und Sarah (seine Frau) zu alt, weit über die fruchtbaren Jahre hinaus. Man bedenke, daß als ihm zuerst eine „große Nation“ versprochen wurde, er schon 75 Jahre alt war. Als Reaktion darauf verließ er seine Heimat und zog nach Kanaan. Seither sind viele Jahre vergangen. Abraham und Sarah sind sehr alt geworden und hatten nicht ein einziges Kind, geschweige denn eine Nation!

Er könnte gemeint haben: „Warum hat Gott mir nicht schon längst einen Sohn geschenkt, wenn er es könnte?“ Obwohl er sicherlich unbeantwortete Fragen über das Versprechen hatte, hat er doch an den versprochenen Sohn geglaubt. Er glaubte dem Gott, der ihm das Versprechen gab, auch wenn er nicht alles verstand was Gott damit im Sinn hatte.

Der Glaube an das Versprechen verlangte aktives Warten. Während er in Zelten im Gelobten Land Kanaan auf das Kommen der versprochenen Sohnes wartete, war – in gewissem Sinn – sein ganzes Leben unterbrochen. Es wäre viel einfacher gewesen, das Versprechen zu rationalisieren, und in die Zivilisation von Mesopotanien (heutiges Irak) zurückzuziehen. Sein Bruder lebte mit seiner Familie noch immer dort.

Abraham mußte Tag für Tag jahrelang wartend auf die Erfüllung des Versprechens mit den Schwierigkeiten des anhaltenden Glaubens an das Versprechen leben. Er hat das Versprechen so ernst genommen, daß es die normalen Lebensziele wie Sicherheit, Behaglichkeit und Gesundheit weit übertraf. Das Leben mit der Aussicht auf das Versprechen bedeutete wirklich das Ende für die normalen Lebensziele. Der Glaube an das Versprechen zeigte Vertrauen zu Gott, sowie auch Liebe für Gott. Er hätte sich ja gegen den Glauen entscheiden können, um in die Heimat (heutiges Irak) zurückzukehren. Er hätte das Versprechen mißachten können, während er glaichzeitig an Gottes Existenz glauben und beten und anderen Menschen helfen könnte.

Aber dann hätte er nur seine Religion behalten, nicht aber das Ehrengeschenk, die Rechtschaffenheit. Der Glaube an das Versprechen übertraf bei Weitem dessen geistige Annahme.

Abraham baute das Leben, Beruf, Sicherheit, Handlungen in der Gegenwart sowie Hoffnung für die Zukunft auf das Versprechen, er wartete unermüdlich und war gehorsam. Das war Abrahams Kurs.

Abraham: ein Vorbild für uns

Der Rest des Bibel betrachtet dieses Ereignis als Wegweiser für uns. Abrahams Glaube an Gottes Versprechen und das sich daraus ergebende Geschenk der Rechtschaffenheit wird für uns ein Muster zum Nachahmen. Das ganze Evangelium basiert auf Versprechen, die Gott jedem von uns anbietet. Diese sind nicht genau so wie das bestimmte Versprechen an Abraham für einen Sohn. Sie sind aber trotzdem Versprechen, und wie in Abrahams Fall bringen sie uns zum Scheideweg. Glauben wir diese Versprechen (d.h. trauen wir ihnen) oder nicht?

Um welche Versprechen handelt es sich? Hier sind einige Beispiele:

Johannes 1, 12 – 13: Wie viele ihn aber aufnahmen, denen gab er Macht, Gottes Kinder zu werden, die an seinen Namen glauben, welche nicht von dem Geblüt, noch von dem Willen des Fleisches noch von dem Willen eines Mannes sondern von Gott geboren sind.

Johannes 5, 24 – 25: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: wer mein Wort hört und glaubet dem, der mich gesandt hat, der hat das ewige Leben und kommt nicht in das Gericht sondern er ist vom Tode zum Leben hindurchgedrungen. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: es kommt die Stunde und ist schon jetzt, daß die Toten werden die Stimme des Sohnes Gottes hören, und die sie hören werden, die werden leben.

Johannes 10, 9 – 10: Ich bin die Tür. Wenn jemand durch mich eingeht, der wird gerettet werden und wird ein- und ausgehen und Weide finden. Ein Dieb kommt nur, daß er stehle, würge und umbringe. Ich bin gekommen, daß sie das Leben und volle Genüge haben sollen.

Matthäus 11, 28 – 30: Kommet her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken. Nehmet auf euch mein Joch und lernet von mir; denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig, so werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen. denn mein Joch ist sanft und meine Last ist leicht.

Römr 6, 23: Denn der Sünde Sold ist Tod; Gottes Gabe aber ist ewiges Leben in Christus Jesus, unserem Herrn.

Ich könnte fortfahren und mehr anführen. Die Hauptsache ist jedoch, daß diese echte Versprechen sind – für Sie und mich, und sie kommen von Jesus selbst oder wurden in seinem Namen gegeben. Wir können wie Abraham entscheiden, ob wir an sie glauben oder nicht. Der Glaube an diese Versprechen verpflichtet und – wie bei Abraham – erfordert das ganze Leben. Man muß normale Lebensziele und Anstrebungen diesen Versprechen unterordnen.

Dieses Angebot, vom Evangelium auf den Tisch gelegt, fragt weder nach geistlicher Zustimmung noch nach Glauben an Gottes Existenz oder tapferen und gut gemeinten Bemühungen, um Verdienst zu ernten. Wenn man diese Versprechen glaubt und sein Leben darauf baut, dann wird man auch das Geschenk der Rechtschaffenheit bekommen. Dadurch wird man auf Abrahams Glaubenspfad gebracht. Dabei bezahlt Gott den Preis, damit Sie und ich Leben erhalten.

Die folgende Abhandlung über Abrahams Opfer zeigt, daß dies schon vorausgesehen war. Obwohl Abraham in einem anderen Zeitraum mit anderen Bräuchen und Feierlichkeiten lebte, ist er unser Vorbild. Das an Abraham gegebene Versprechen, welches buchstäblich geschichtlich und nachweisbar erfüllt wurde, steht für uns als Leuchtfeuer. Es verkündet, daß wir keine Narren sind, wenn es darum geht, zwischen dem Leben, das wir am Ende doch nicht behalten können und dem ewigen Leben, das wir – nach dem Versprechen auf ewiges Leben – nicht verlieren können, zu wählen.

Die Zeitlose Verheißung an einen Unbeachteten Mann – Diskret aber Unvergänglich

Heute, wo ich diesen Artikel schreibe, ist die Aufmerksamkeit der Welt auf mehrfache sportliche Meisterschaften gerichtet. Die NBA (National Basketball Association) und die NHL (National Hockey League) befinden sich in den letzten Runden ihrer Ausscheidungsspiele. Die Hockey und Basketball Meister werden in Kürze entschieden werden. Und während Nordamerikanische Fans von diesen Schauspielen gefesselt sind, ist die Aufmerksamkeit eines großen Teils der restlichen Welt auf die Cricket World Cup und das Französische Open Grand Slam Tennis Turnier gerichtet. Und dazu kommen auch noch Fußballmeisterschaften und Pokale.

Es ist erstaunlich zu bedenken, dass mit all der Aufmerksamkeit die auf diese Meisterschaften gerichtet ist, dieselben innerhalb von ungefähr sechs Monaten größtenteils in Vergessenheit geraten sein werden. Das wovon die Welt heute Notiz nimmt ist schnell in Vergessenheit geraten, während man zu anderen Vergnügen, Meisterschaften oder politischen Begebenheiten übergeht. Der letzte Schrei von heute ist morgen vergessene Historie.

In unserem vorherigen Artikel haben wir gesehen, dass dieselbe Tendenz auch auf die uralte Zeit Abrahams zutraf. Die wichtigen und spektakulären Wettkämpfe, Errungenschaften und Schauspiele welche die Fantasie von Menschen, die vor 4000 Jahren lebten, ergriffen hatten, sind heute total vergessen. Aber eine feierliche Verheißung, unauffällig an eine einzige Person gegeben und von der damaligen Welt vollkommen übersehen, wächst und entfaltet sich vor unseren Augen. Ich wies auf die offensichtliche aber oft übersehene Tatsache hin, dass die vor 4000 Jahren an Abraham gegebene Verheißung sich wörtlich, geschichtlich, und nachweisbar erfüllt hat. Dies sollte uns zu Erkennen geben, dass diese Verheißung an Abraham zumindest ein Anfangsargument für die Existenz des Gottes der Bibel bietet.

Der Bericht über Abraham fährt fort mit einigen weiteren Begegnungen mit diesem Verheißungsmachenden Gott. Abraham, (und wir die wir seine Reise verfolgen) sehen sogar noch viel mehr – nämlich, wie diese Verheißung sich vom historischen in den Bereich des Ewigen bewegt. Die Geschichte von Abraham ist nicht ein modisches aber schnell in Vergessenheit geratenes Ereignis wie die Sportmeisterschaften der Gegenwart; vielmehr handelt es sich hier um einen unbeachteten Mann der ein Fundament legt für das Verständnis wie man die Ewigkeit erlangen kann, und somit wäre es weise wenn wir davon Notiz nehmen würden.

Abraham’s Beschwerde

Etliche Jahre sind in dem Leben Abrahams verlaufen seit ihm die Verheißung in 1. Mose 12 gegeben worden ist. Abraham ist im Gehorsam der Verheißung gegenüber, nach Kanaan (das Verheißene Land), dem heutigen Israel gezogen. Dann geschahen andere erinnerungswerte Ereignisse – nur nicht das eine dass er erwartete – die Geburt des Sohnes durch den sich die Verheißung erfüllen würde. Mit Abrahams Beschwerde greifen wir den Bericht wieder auf:

Nach diesen Geschichten, begab sich’s, dass zu Abram das Wort des Herrn kam in einer Offenbarung: „Fürchte dich nicht, Abram? Ich bin dein Schild und dein sehr großer Lohn.“ Abram sprach aber: „Herr, mein Gott, was willst du mir geben? Ich gehe dahin ohne Kinder, und mein Knecht Elieser von Damaskus wird mein Haus besitzen.“ (1. Moses15:1-3)

Gottes Verheissung

Abraham hatte in dem Land gezeltet und den Anfang der ‚Großen Nation‘, die ihm verheißen worden war, erwartet. Aber nichts war geschehen, und nun war er um die 85 Jahre alt. Er beschwert sich, dass Gott die Verheißung die er ihm gegeben hatte, nicht einhielt. Ihr Gespräch geht so weiter:

Und siehe, der Herr sprach zu ihm: „Er soll nicht dein Erbe sein, sondern der von deinem Leibe kommen wird, der soll dein Erbe sein.“ Und er hieß ihn hinaus gehen und sprach: „Sieh gen Himmel und zähle die Sterne: kannst du sie zählen?“ Und sprach zu ihm: „So zahlreich sollen deine Nachkommen sein!“ (1. Mose 15:4-5)

Also in diesem Wortwechsel wiederholt Gott praktisch seine ursprüngliche Verheißung indem er verkündet dass er (Abraham) einen Sohn bekommen würde, der eine Nation bilden würde die so unzählbar sein würde wie die Sterne am Himmel – viele, auf jeden Fall, aber schwer zu zählen.

Abrahams Erwiderung: Ewiges Ergebnis

Jetzt war Abraham wieder dran. Wie würde er auf diese Wiederholung der Verheißung reagieren? Was folgt ist ein Satz den die Bibel selbst als einen der wichtigsten Sätze der Bibel behandelt (da dieser Satz später mehrfach zitiert wird). Er legt das Fundament für das Verständnis des Evangeliums und offenbart den Weg zum Ewigen. Es heißt:

Abram glaubte dem Herrn, und das rechnete er ihm zur Gerechtigkeit. (1. Mose 15:6)

Es ist wahrscheinlich leichter diesen Satz zu entpacken, wenn wir die Fürwörter mit Namen ersetzen. Dann würde es so lauten:

Abram glaubte dem Herrn, und das rechnete Gott Abram zur Gerechtigkeit. (1. Mose 15:6)

Es ist nur ein kleiner und unscheinbarer Satz. Weil er ohne die Fanfare einer Meisterschaft auf und wieder abtritt, kann man ihn leicht übersehen. Aber er ist wirklich wichtig – und enthält den Samen des Ewigen. Warum? Weil in diesem kleinen Satz Abraham Gerechtigkeit erhält. Dies ist die einzig und alleinige Eigenschaft die wir benötigen um als gerecht vor Gott zu erscheinen.

Rueckschau auf unser Problem: Verdorbenheit

Obwohl wir im Bildnis Gottes geschaffen worden sind, ist von Gottes Standpunkt aus gesehen etwas geschehen dass dieses Bild verdorben hat. Das biblische Urteil ist jetzt dieses:

„Der Herr schaut vom Himmel auf die Menschenkinder, dass er sehe, ob jemand klug sei und nach Gott frage. Aber sie sind alle abgewichen und allesamt verdorben; da ist keiner der Gutes tut, auch nicht einer.“ (Psalm 14:2-3)

Die Bilder die mir geholfen haben dies besser zu verstehen, sind die Korruption der Elfen zu Orken in der ‚Lord of the Rings‘ Geschichte, sowie der von der Bibel benötigte Vergleich eines Fehltreffers. Als Endergebnis von all diesem finden wir uns getrennt von einem gerechten Gott, weil wir keine Gerechtigkeit haben. Unsere Verdorbenheit hat uns ergriffen und in eine von Gott unabhängige ‚Brave New World‘ versetzt, mit einer Neigung zum Nichttun des Guten, mit Sinnlosigkeit und Tod in ihrem Gefolge. Falls Sie dies bezweifeln sollten, schauen Sie nur auf die Nachrichten und das was Menschen in den letzten 24 Stunden geleistet haben.

In der Tatsache hat unsere Verdorbenheit uns bei Gott abstoßend gemacht in derselben Weise, wie wir den Körper einer verwesenden Ratte als abstoßend empfinden würden. Wir würden uns einem solchen Ding nicht nähern wollen. Der Anblick und Gestank würde uns zwingen uns fernzuhalten. Wir stehen getrennt von dem Schöpfer des Lebens, und somit bewahrheiten sich die Worte Jesajas –

Aber nun sind wir alle wie die Unreinen, und alle unsre Gerechtigkeit ist wie ein beflecktes Kleid. Wir sind alle verwelkt wie die Blätter, und unsere Sünden Tragen uns davon wie der Wind. (Jesaja 64:5)

 Abraham und Gerechtigkeit

Aber hier, eingeschoben in die Unterhaltung zwischen Abraham und Gott, finden wir die Aussage, dass Abraham Gerechtigkeit erlangt hat – und zwar die Art die Gott annimmt. Was hat Abraham nun ‚getan‘ um diese Gerechtigkeit zu erwerben? Wiederum so unscheinbar, dass wir dies Sache fast verpassen könnten, heißt es über Abraham, dass er ‚glaubte‘. Das ist alles?! Wir haben dieses unüberwindbare Hindernis unseres verdorbenen Wesen eines ‚Orken‘, und somit ist die natürliche, ja, ich wage es kaum zu sagen, universelle Tendenz der Menschheit durch die Jahrhunderte, nach kultivierten und komplizierten Religionen, Bemühungen, Ethik, asketischen Disziplinen, Lehren usw., zu suchen, – um Gerechtigkeit zu erwerben. Aber dieser Mensch, Abraham, erwarb diese hochgeschätzte Gerechtigkeit einfach durch ‚glauben‘.

Aber was bedeutet das? Und was hat das mit Ihrer und meiner Gerechtigkeit zu tun? Alles! Wir werden das in unserem nächsten Artikel aufgreifen.

Das uralte Versprechen, das noch immer einen Widerhall in der Welt verursacht.

Diese Woche ist etwas geschehen, das nicht gerade zu den wichtigsten Schlagzeilen in der internationalen Presse zählen würde. Nur ein paar Schlagzeilen von oben hat der Nachrichtendienst berichtet, daß der Israelische Premier eine Holocaust-Ausstellung in Auschwitz eröffnet hat. Nationale Wahlen, riesige Funde von Naturgas, bevorstehender Krieg mit Iran, Raketenangriffe auf Syrien, ein heiß/kalter Friedensprozess mit Palestina und nun die Holocaustausstellung – diese sind nur einige der Schlagzeilen dieses Jahres, in denen Israel eine Rolle spielt. Es scheint, daß dauernd etwas passiert, wobei Israel in den Nachrichten erwähnt wird.

Die Tatsache, daß Ereignisse in dem modernen Israel einen Widerhall in der ganzen Welt verursachen, sollte eine Frage bei interessierten Menschen aufkommen lassen, nämlich: wie ist es zu diesem eigenartigen Zustand gekommen? Um das zu verstehen, müssen wir die ersten Seiten des 1. Buches Mose in der Bibel aufschlagen. Dort wird berichtet, daß vor etwa 4000 Jahren ein einsamer und unwichtiger Mensch eine nie-endende Zeltreise antrat; heute ist sein Name weltbekannt. Das allein ist bemerkenswert und im Zusammenhang mit dieser Geschiche mehr als nur als den historischen Wert zu erkennen. In diesem Buch wird erwähnt, daß der Ablauf dieser Geschiche unser ewiges Schicksal beeinflussen wird. Selbst wenn das nur eine geringe Möglichkeit von Wahrheit hat, dann sollten wir das sorgfältig untersuchen.

Dieser uralte Mann ist Abraham (auch Abram genannt). Der Bericht ist so alt, daß es kaum ein Zeugnis gibt, das das Geschehen bestätigt oder abweist. Aber einiges ist vorhanden. Die 17000 Ebla Tafeln, die 1975/6 in Nord Syrien gefunden wurden, sind etwa 4200 Jahre alt. Auf diesen Tafeln wird Sodom, Gomorrah, Admah, Zeboim und Zoar als die Städte auf einer Ebene genannt. Das sind dieselben Namen und Beschreibungen, die im 1. Buch Mose 13,2 und 1. Buch Mose 14,2 genannt wurden, Stellen, an denen Abraham gezeltet hat. So haben wir nun einigen Hinweis, daß der Bericht ernst genommen werden muß.

Die Versprechen an Abraham

Der biblische Bericht über Abraham fängt damit an, daß Gott Abraham folgende Versprechen macht.

„Ich will dich zum großen Volk machen, ich will dich segnen Ich will dir einen großen Namen machen. Du sollst ein Segen sein! Ich will segnen, die dich segnen; und will verfluchen, die dich verfluchen, und in dir sollen gesegnet werden alle Geschlechter auf Erden.“ 1. Mose 12, 2-3

….erfüllte, daß Abrahams Name groß wurde

Viele von uns fragen sich heute ob es einen Gott gibt und zweifeln daran, daß er sich wirklich geoffenbart hat wie es in der Bibel berichtet wird. Hier haben wir vor uns das Versprechen, von dem Teile davon bestätigt sind. Dieser Bericht zeichnet genau Gottes Versprechen an Abraham auf: Ich will dir einen großen Namen machen. Wir leben im 21 Jahrhundert, und der Name Abraham/Abram ist einer der meist erkannten Namen in der Geschichte. Dieses Versprechen hat sich buchstäblich und historisch bestätigt. Die früheste Kopie von dem Buch Mose ist von den Schriftrollen vom Toten Meer, die 200 – 100 v.Chr. datiert sind. Das heißt, daß dieses Versprechen seit dem in der Schrift festgehalten worden ist. Damals war weder die Person noch der Name Abraham bekannt, nur wenige Juden, die der Torah folgten, kannten ihn. Nun sehen wir, daß die Erfüllung dieses Versprechens erst nach der Schrift erfolgte, nicht vorher. Das ist nicht ein Fall der Erfüllung nach dem Geschehen.

 …..zum großen Volk

Nicht weniger erstaunlich ist, daß Abraham wirklich nichts besonderes in seinem Leben vollbrachte, um seinem Namen groß zu machen. Er hat nichts besonderes geschrieben (wie Homers ‚Iliad/Odyssee“ oder Hammurabis Gesetz), er hat kein Königreich regiert (wie die Pharaohs von Ägypten), er hat keine großen Feldzüge gemacht (wie Hannibal oder Alexander, der Große), noch hat er irgendetwas erfunden. Er hat wirklich nichts gemacht, außer in Zelten zu wohnen und neue Stämme zu zeugen. Wenn Sie Spaß am Wetten hätten, dann würden Sie Ihr Geld auf die Namen von vielen Königen, Generälen, Krieger oder auch Hofdichter setzen, die damals schon ihre großen Namen hatten. Aber ihre Namen sind längst vergessen, während der Name eines Mannes, der es gerade geschafft hat, in der Wildnis einige Söhne zu haben, in aller Welt bekannt ist. Sein Name ist nur deshalb groß, weil die Stämme, die er gezeugt hat, von ihm berichtet haben; und so wurden Einige und Nationen groß, die von ihm abstammten. Genau so wurde das Versprechen gemacht in Mose 12 (ich will dich zum großen Volk machen… ich will dir einen großen Namen machen). Mir fällt kein anderer Name in der Geschichte ein, der so berühmt für seine Nachkommen ist, statt durch irgendwelche Errungenschaft.

 Der Wille Eines, der Versprechen macht

Die Volksgruppe, die von Abraham stammt – die Juden-, war eigentlich nie eine Nation, die man meistens mit Größe bezeichnet. Juden haben keine großen Gebäude gebaut wie die Pyramiden der Ägypter, sie schrieben kaum über Philosophie wie die Griechen, noch haben sie regiert wie die Römer. Das waren alles Weltmächte, die durch militärische Feldzüge ihre Grenzen erweiterten. Die Größe der Juden besteht hauptsächlich darin, daß einige bemerkenswerte Menschen aus ihrer Nation das Gesetz und das Buch geschrieben haben, Über Tausende von Jahren sind sie eine besondere Volksgruppe geblieben. Ihre Größe hat nichts mit besonderen Errungenschaften zu tun, sondern mit dem, was an ihnen und durch sie geschah. Nun wollen wir den Grund untersuchen, auf dem das Versprechen steht.  Da steht – schwarz auf weiß – wiederholt: „ich will..“ Die einmalige Größe dieses Volkes wird wieder durch das Versprechen Gottes bestätigt. Sie ist nicht durch irgendein angeborenes Talent, einen Sieg oder eine besondere Macht dieser Nation geschehen. Das allgemeine Interesse an dem täglichen Geschehen in Israel beweist auch die Wichtigkeit dieses Volkes. Wir hören kaum regelmäßige Nachrichten aus Ungarn, Norwegen, Papua Neuguinea, Bolivien oder die Mittelafrikanische Republik, – alles Länder, die ziemlich die gleiche geographische Landfläche wie Israel haben.

Es ist nichts in der Geschichte, das dieser Proklamation gleichkommt. Das alte Versprechen, genau so wie es diesem alten Mann verkündet wurde, hat sich buchstäblich erfüllt. Er traute diesem Versprechen. Wie leicht könnte dieses Versprechen fehlschlagen? Statt dessen hat es sich entwickelt und entsickelt sich noch immer so wie es vor Tausendeen von Jahren prophezeit wurde. Tatsächlich läßt sich nichts dagegen einwenden, daß dieses nur durch die Kraft und Authorität des Einen ist, der das Versprechen gemacht hat.

 Der Trek, mit dem die Welt noch immer zu tun hat.

map-of-abrahams-trek-Diese Karte zeigt den Weg an, den Abraham gereist ist. Die Bibel berichtet, „da brach Abraham auf, wie der Herr ihm geboten hatte“ (1. Mose 12, 4). Er fing seine Reise an wie sie auf der Karte angezeichnet ist. Noch heute ist dieses Land im Vordergrund des täglichen Geschehens.

Der Segen für uns

Das ist aber nicht das Ende. Es liegt noch mehr in dem Versprechen. Der Segen war nicht nur für Abraham, denn es heißt “ in dir sollen gesegnet werdenalle Geschlechter auf Erden“ (1. Mose 12, 3), das heißt: durch Abraham. Hier sollten wir aufmerken! Sie und ich sind ein Teil der „alle Geschlechter auf Erden“, ganz gleich welcher Religion, Herkunft, Wohnort, Stellung in der Gesellschaft haben oder welche Sprache wir sprechen. Der Bereich des Versprechens von einem Segen schließt alle ein, die heute leben. Wie? Wann? Welche Art von Sgen? Das ist nicht ganz klar, aber das ist der Anfang von etwas, das uns alle angeht. Da wir nun wissen, daß die ersten Teile der Verheißung sich erfüllt haben, können wir mit Gewißheit annehmen, daß auch der letzte Teil in Erfüllung gehen wird. Wir brauchen nur den Schlüssel, um diese Verheißung zu erschließen. Wir werden den Schlüssel finden, wenn wir der Reise Abrahms weiter folgen werden. Den Schlüssel zur „Gerechtigkeit“, den so viele in der Welt suchen, finden wir in dem nächsten Artikel, der den weiteren Weg dieses bemerkenswerten Mannes beschreibt.

* Alle genannten Bibelstellen sind nach der Übersetzung von Martin Luther zitiert.

Der endgültige Countdown läuft– eingebettet in den Anfang

In meinen letzten Ausführungen gab ich einen Einblick in die Art und Weise, wie sich der Sündenfall der Menschheit aus ihrem anfänglichen Schöpfungszustand ereignet hat. Doch die Bibel führt uns weiter in den Plan Gottes ein. Der Brennpunkt dieses Vorhabens Gottes ist eine Verheißung.

Die Bibel – eigentlich eine Bibliothek

Um die Bedeutung dieser Verheißung erfassen zu können, müssen uns einige grundlegende Dinge über die Bibel bekannt sein. Obwohl sie ein Buch ist, wie wir sie gewöhnlich betrachten, ist es tatsächlich zutreffender, sie als eine mobile Bibliothek zu sehen. Dies deswegen, weil sie eine Sammlung von Büchern ist, von unterschiedlichen Autoren über einen Zeitraum von über 1500 Jahren verfasst und heute eingebunden in einen Band. Schon dies allein macht die Bibel einzigartig unter den großen Büchern der Welt. Die verschiedenen Bücher der Bibel machen Aussagen, Erklärungen und Voraussagen, die spätere Schreiber dann weiter ausführen. Wenn die Bibel von nur einem Verfasser geschrieben worden wäre, oder von einer Gruppe von Verfassern, die sich gegenseitig gekannt hätten, wäre das kaum der Rede wert. Aber die Verfasser der Bibel sind durch Hunderte und sogar Tausende von Jahren voneinander getrennt, schreiben in unterschiedlichen Zivilisationen, Sprachen, Gesellschaftsschichten und Literaturgattungen – und dennoch werden ihre Botschaften, Andeutungen und Vorhersagen nahtlos von späteren Autoren aufgegriffen oder durch extrabiblisch verifizierbare geschichtliche Fakten erfüllt. Die Einzigartigkeit der Bibel wird dadurch auf eine ganz andere Ebene gehoben – und diese Erkenntnis sollte uns dazu motivieren, ihre Botschaft zu verstehen. Die noch existierenden Abschriften von alttestamentlichen Manuskripten (den Büchern also, die vor der Zeit Jesu geschrieben wurden) datieren um 200 v.Chr. Somit ist die Textgrundlage der Bibel weitaus besser als die aller anderen Bücher der antiken Welt. Wie im Artikel über textliche Zuverlässigkeit beschrieben, fangen die Abschriften der neutestamentlichen Manuskripte um 125 v.Chr. an.

Die Evangeliumsverheißung im Garten Eden

Wir können diese vorausdeutende Fähigkeit deutlich im Bericht über die Schöpfung und den Sündenfall gleich am Anfang vom 1. Buch Mose in der Bibel. (1. Mose oder Genesis wurde durch Moses um 1500 v.Chr. zusammengestellt.) Mit anderen Worten, es beschreibt zwar die Anfänge, hat aber das Ende im Blick. Wir sehen hier eine Verheißung Gottes in der Konfrontation mit Satan (oder auch Luzifer bzw. Teufel), indem Gott in einem Rätsel zu ihm spricht:

„Und ich will Feindschaft setzen zwischen dir und der Frau, zwischen deinem Samen und ihrem Samen: Er wird dir den Kopf zertreten, und du wirst ihn in die Ferse stechen.” (1. Mose 3:15)

Dies ist eine Verheißung in Form eines Rätsels – sie ist aber zu verstehen. Beim sorgfältigen Durchlesen erkennen wir fünf verschiedenen Charaktere und dass es sich um eine Prophezeiung (also um einen Blick in die Zukunft) handelt (ersichtlich am wiederholten Gebrauch von “wird”). Die erwähnten Hauptfiguren sind:

1. Gott
2. Satan
3. Die Frau
4. Der Same der Frau
5. Der Same Satans

Und das Rätsel sagt voraus, welche Beziehung diese Charaktere in der Zukunft zieinader haben werden. Die folgende Grafik macht dies deutlich:

das Versprechen von Gott zu der Schlange Adam und Eva in der Anfang der Bibel im Garten


Beziehungen der in der Verheißung genannten Charaktere zueinander

Gott wird dafür sorgen, dass sowohl Satan als auch die Frau einen „Samen” haben werden. Zwischen diesen Nachkommen sowie der Frau und Satan wird „Feindschaft” bestehen. Satan wird dem Nachkommen der Frau „in die Ferse stechen”, während der Nachkommen der Frau Satan „den Kopf zertreten” wird.

Folgerungen bezüglich des Samens – ein „Er”

Bis jetzt haben wir nur direkte Beobachtungen vom Text her angestellt. Nun zu einigen logischen Folgerungen. Weil der Same der Frau mit „er” und „ihn” bezeichnet wird, wissen wir, dass es sich um eine einzelne männlichen Person handelt. Dadurch können wir einige mögliche Auslegungen ausscheiden. Als „Er” ist der Same keine „Sie”, kann also keine Frau sein – dennoch stammt der „Er” von einer Frau ab. Als „Er” ist der Same keine Mehrzahl „Sie”, was leicht hätte der Fall sein können – vielleicht eine Gruppe von Menschen, ein Geschlecht, ein Team oder ein Volk. Zu verschiedenen Zeiten und auf verschiedene Weise hat man vermutet, dass Mehrzahl „sie” gemeint sein könnte. Aber der Nachkomme ist ein „Er” und kann daher keine Menschengruppe sein, sei es ein Volk oder Anhänger einer Religion wie die Juden, Christen oder Muslime usw. Als „Er” ist der Same kein „Es” (d.h. der Nachkomme ist eine Person). Das schließt die Möglichkeit aus, dass es sich beim „Samen” um eine bestimmte Philosophie, Lehre, Technologie, ein politisches System oder eine Religion handelt. Ein „Es” dieser Art wäre wahrscheinlich als Mittel der Weltverbesserung gewählt worden, genau wie man es heutzutage versucht. Wir meinen, dass irgendein „Es” unsere Situation in Ordnung bringen könne; und so haben die besten Denker der Menschheit die Jahrhunderte über verschiedene politische Systeme, Bildungssysteme, Technologien, Religionen usw. befürwortet. Doch in dieser Verheißung weist der Kompass in eine völlig andere Richtig. Gott dachte an etwas ganz anderes, nämlich an einen „Er”. Und dieser „Er” sollte den Kopf der Schlange zertreten.

Eine weitere interessante Beobachtung ergibt sich aus dem Nicht-Gesagten. Gott verspricht dem Mann keinen Samen wie der Frau. Dies ist ziemlich ungewöhnlich, wo doch sonst der gesamten Bibel hindurch die Betonung auf Söhnen als Nachkommen der Väter liegt. Tatsache ist, dass in der modernen abendlädischen Kritik an den biblischen Stammbäumen für gewöhnlich das Ignorieren der Blutsverwandtschaft durch die Frau bemängelt wird. Man sieht dies als „sexistisch” oder frauenfeindlich an, weil moistens nur die Söhne der Männer berücksichtigt werden. In diesem Fall aber ist es anders – es gibt keine Verheißung eines Samens (eines „Er”), der von einem Mann abstammt. Es ist lediglich die Rede von einem Nachkommen der Frau, ohne Erwähnung eines Mannes.

Von allen Menschen, die meines Wissens je existiert haben, sei es in der Geschichte oder in den Mythen, haben nur zwei keinen leiblichen Vater gehabt (einschließlich der griechischen Halbgötter, gezeugt von „Göttern” wie Zeus mit sterblichen Frauen usw.). Der erste war Adam, der direkt von Gott erschaffen wurde. Der zweite war Jesus, der (dem Neuen Testament gemäß) von einer Jungfrau geboren wurde – also ebenfalls ohne menschlichen Vater. Wird Jesu Geburt in diesem Rätsel im Voraus angedeutet? Das passt zu unserer Feststellung, dass der Same weder ein „Er” noch eine „Sie” und auch keine Mehrzahl „Sie” oder ein „Es” sein kann. Liest man das Rätsel mit dieser Perspektive, so fügt sich Einiges an diesem Bild zusammen.

„Ihn in die Ferse stechen”??

Was aber soll es bedeuten, dass die Schlange „ihn in die Ferse stechen” wird? Das konnte ich mir nie erklären, bis ich im Dschungel von Kamerun arbeitete. In der feuchten Hitze mussten wir dicke Gummistiefel tragen – weil die Schlangen dort im hohen Gras versteckt lagen und uns in den Fuß – d.h. die Ferse – beißen würden; und das konnte tödlich sein. Gleich am ersten Tag wäre ich beinahe auf eine Schlange getreten, und das hätte für mich tödlich ausgehen können. Danach verstand ich den Sinn des Rätsels: Der „Er” sollte die Schlange verderben; aber der Preis, der von ihm zu zahlen war, bedeutete seinen eigenen Tod. Auf diese Weise wurde der durch das Sterben Jesu errungene Sieg im Voraus angedeutet.

Der Same der Schlange?

Wer aber ist die andere Hauptfigur – dieser Same Satans? Wir haben zwar hier nicht den Platz, dies ausführlich zu untersuchen, aber die späteren Schriften sprechen von einer zukünftigen Person. Beachten wir die Beschreibungen:

„… wenn die Frevler das Maß voll gemacht haben, wird ein frecher und listiger König auftreten. Und seine Macht wird stark sein, aber nicht in eigener Kraft; und er wird ein erstaunliches Verderben anrichten, und sein Unternehmen wird ihm gelingen; und er wird Starke verderben und das Volk der Heiligen. Und wegen seiner Klugheit und weil ihm der Betrug in seiner Hand gelingt, wird er sich in seinem Herzen erheben und viele in ihrer Sorglosigkeit verderben; und er wird gegen den Fürsten der Fürsten auftreten, aber ohne Zutun von Menschenhand zerschmettert werden” (Daniel 8,23-25; um 550 v.Chr. von Daniel in Baylon geschrieben).

Ein Mensch, mit einer unsichtbaren Kraft hinter sich, wird gegen den „Fürsten der Fürsten” Krieg führen, aber sein Kopf wird „zertreten” werden.

„… wegen der Wiederkunft unseres Herrn Jesus Christus und unserer Vereinigung mit ihm, … Laßt euch von niemand in irgendeiner Weise verführen! Denn es muß unbedingt zuerst der Abfall kommen und der Mensch der Sünde geoffenbart werden, der Sohn des Verderbens, der sich widersetzt und sich über alles erhebt, was Gott oder Gegenstand der Verehrung heißt, so dass er sich in den Tempel Gottes setzt als ein Gott und sich selbst für Gott ausgibt” (2. Thessalonicher 2,2-4; um 50 n.Chr. von Paulus in Griehcenland geschrieben).

Und das letzte Buch der Bibel, viele Seiten und Tausende von Jahren von der Verheißung im 1. Buch Mose entfernt, sagt voraus:

„Das Tier, das du gesehen hast, war und ist nicht mehr, und es wird aus dem Abgrund heraufkommen und ins Verderben laufen; und die auf der Erde wohnen, deren Namen nicht geschrieben stehen im Buch des Lebens von Grundlegung der Welt an, werden sich verwundern, wenn sie das Tier sehen, das war und nicht ist und doch ist. Hier ist der Verstand [nötig], der Weisheit hat!” (Offenbarung 17,8-9; um 90 n.Chr. geschrieben von Johannes auf einer Insel nahe der heutigen Türkei).

Diese späteren Bücher (beachten wir wiederum die Verschiedenheit der Verfasser, der Hintergründe und der Zeiten, in denen sie geschrieben wurden) reden immer deutlicher von einem Countdown, der zum Krieg zwischen dem Samen der Frau und dem Samen Satans führt. Die erste Erwähnung erfolgt jedoch bereits im Keim in dieser Verheißung im 1. Buch Mose, ganz am Anfang der biblischen Geschichte, mit Einzelheiten, die noch auf ihre Erfüllung warten. Der geschichtliche Höhepunkt, der Countdown zum Endkampf zwischen Satan und Gott, der vor so langer Zeit im Garten Eden angefangen hat, wird am dortigen Anfang – im frühesten Buch der Bibel – bereits vorausgesehen. Dies führt uns zu der Überzeugung, dass alle Geschichte zugleich Gottesgeschichte, ja Heilsgeschichte ist.

 

Verdorben (zweiter Teil) … und das Ziel verfehlt

In meinem letzten Beitrag habe ich betrachtet wie die Bibel uns Menschen beschreibt als solche die von dem ursprünglichen Ebenbild Gottes in dem er uns erschaffen hatte, abgefallen sind. Eine visuelle Analogie die mir geholfen hat dies besser zu ’sehen‘ sind die Orks von Mittelerde, abgefallen von den Elfen. Aber nun vom biblischen Standpunkt her gesehen, wie ist das geschehen?

Der Bericht ist im ersten Buch Moses in der Bibel niedergeschrieben. Kurz nach ihrer Erschaffung im Bilde Gottes, wurden die ersten Menschen auf die Probe gestellt. Der Bericht beschreibt einen Austausch mit einer ‚Schlange‘. Die Schlange ist immer allgemein als Satan, ein Gott widerstehender Engel, aufgefasst worden. Gewöhnlich, in der Bibel konfrontiert Satan durch die Vermittlung einer zweiten Person. In diesem Fall sprach er durch eine Schlange. Der Bericht lautet folgendermaßen:

Aber die Schlange war listiger als alle Tiere auf dem Felde, die Gott der Herr gemacht hatte, und sprach zu dem Weibe: Ja, sollte Gott gesagt haben: ihr sollt nicht essen von allen Bäumen im Garten?

Da sprach das Weib zu der Schlange: Wir essen von den Früchten der Bäume im Garten; aber von den Früchten des Baumes mitten im Garten hat Gott gesagt: Esset nicht davon, rühret sie auch nicht an, dass ihr nicht sterbet!

Da sprach die Schlange zum Weibe: Ihr werdet keineswegs des Todes sterben, sondern Gott weiß: an dem Tage, da ihr davon esset, werden eure Augen aufgetan, und ihr werdet sein wie Gott und wissen, was gut und böse ist.

Und das Weib sah, dass von dem Baum gut zu essen wäre und dass er eine Lust für die Augen wäre und verlockend, weil er klug machte. Und sie nahm von der Frucht und aß, und gab ihrem Mann, der bei ihr war, auch davon, und er aß. Da wurden ihnen beiden die Augen aufgetan, und sie wurden gewahr, dass sie nackt waren, und flochten Feigenblätter zusammen und machten sich Schurze. (1.Mose 3:1-7)

Der Kern ihrer Wahl, und somit der Versuchung war, dass sie ‚wie Gott sein‘ könnten. Bis zu diesem Zeitpunkt hatten sie in allem grundsätzliches Vertrauen zu Gott gehabt, und in allem ihn beim Wort genommen. Aber jetzt hatten sie die Wahl, das alles hinter sich zu lassen, sich selbst zu vertrauen und sich selbst bei ihrem eigenen Wort zu nehmen. Sie könnten selber Gott werden, ihren eigenen Ton angeben, Meister ihres eigenen Schicksals sein, autonom, sich selbst allein verantwortlich. Lange bevor Dawkins „Der Gotteswahn“ geschrieben hatte, fielen sie auf den wirklichen Gotteswahn herein – dass sie ‚wie Gott‘ sein könnten.

Mit ihrer Unabhängigkeitserklärung, änderte sich etwas in unseren Vorfahren. Der Bibelstelle nach, fühlten sie Scham und versuchten sich zu bedecken. Ja, unmittelbar danach, als Gott Adam wegen seinem Bundesbruch zur Rechenschaft zieht, beschuldigt er Eva (und Gott der sie geschaffen hatte). Sie wiederum beschuldigt die Schlange. Niemand wollte die Verantwortung übernehmen.

Und was an dem Tag begann, hat sich fortgesetzt, weil wir dieselbe angeborene Veranlagung geerbt haben. Das ist der Grund warum die Israeliten (im vorherigen Beitrag) zur Zeit Hoseas sich wie Adam verhielten – weil sie, wie auch wir, seine Veranlagung geerbt hatten. Manche meinen irrtümlicherweise anhand des biblischen Berichts, dass wir für die Rebellion Adams beschuldigt werden. Die Tatsache ist,

dass Adam der Einzige ist der beschuldigt wird, dass wir aber in den Konsequenzen jener Rebellion leben. Wir können es genetisch verstehen. Wir haben dieses rebellische Wesen Adams geerbt, und somit setzen wir auf natürliche, fast unbewusste aber doch eigensinnige Weise diesen Aufstand fort den er begonnen hat. Wir wollen vielleicht nicht gerade der Gott des Universums sein, aber wir wollen ein Gott in unserer persönlichen Umwelt sein – unseren eigen Ton angebend, in Unabhängigkeit von Gott. Bon Jovis Refrain „Es ist mein Leben“, oder Frank Sinatras etwas mehr erhabenes „I did it my way“ (Ich tat es auf meine Weise), und „Self“ Magazine (herausgegeben in Amerika) sind ein gewisses unbeschwertes Echo dieses Verlangens, während Hitlers „Mein Kampf“, und der Personenkult von Nord Koreas Kim Jon-Il (bekannt als „Geliebter Führer“) viel dunklere Echos darstellen. Aber dies sind Beispiele der Tendenzen in unserem Wesen welche mit Adams Rebellion angefangen haben.

Und dies erklärt vieles über das menschliche Leben, dass wir als selbstverständlich hinnehmen. Dies ist der Grund warum Menschen Schlösser für ihre Türen benötigen, warum sie Polizisten brauchen, sowie Rechtsanwälte, und Verschlüsselungpasswörter für ihre Bankgeschäfte – weil wir in unserer gegenwärtigen Einstellung von einander stehlen. Dies ist warum Reiche und Gesellschaften letzten Endes zu zerfallen und zusammenzubrechen scheinen – weil die Bürger dieser Reiche zum Zerfall neigen. Dies ist auch warum, nach dem Versuch aller politischen und Wirtschaftssysteme (manche funktionieren besser als andere) jedes politische und wirtschaftliche System in sich selbst zusammenfällt – weil die Menschen die solche Ideologien ausleben, von Neigungen begleitet warden die schließlich das ganze System herunterziehen. Dies ist warum keine Religion die Vorstellung für ihre Gesellschaft völlig zustande bringt – auch die atheistischen nicht (denken wir an Stalins Sowjetunion Maos China, Pol Pots Kambodscha) – weil etwas an dem wie wir sind, dazu führt dass wir unsere Vorstellung verfehlen.

Eigentlich fasst das Wort|’verfehlen‘ unsere Lage ziemlich gut zusammen. Ein Vers aus dem Alten Testament enthält ein Bild das mir geholfen hat dieses besser zu verstehen. Er lautet folgendermaßen:

Und unter diesem Volk waren siebenhundert auserlesene Männer, die linkshändig waren und mit der Schleuder eine Haar treffen konnten, ohne zu fehlen. (Richter 20 :16)

Dieser Vers beschreibt Soldaten die Experten im Gebrauch der Schleuder waren und niemals ihre Ziel verfehlten. Das hebräische Wort das mit ‚fehlen‘ übersetzt wird ist יַחֲטִֽא׃ (chata). Interessant ist, dass dieselbe Wort durch einen großen Teil des Alten Testamentes hindurch mit ‚zu sündigen‘ übersetzt wird Zum Beispiel, da wo Joseph, der als Sklave nach Ägypten verkauft worden war, sich weigerte mit seines Meisters Frau Ehebruch zu begehen obwohl sie ihn bat, ist dieselbe hebräische Wort mit ‚Sünde‘ :übersetzt. Er sagte zu ihr

Er ist in diesem Hause nicht größer als ich, und er hat mir nichts vorenthalten außer dir, weil du seine Frau bist. Wie sollte ich denn nun ein solch großes Übel tun und gegen Gott sündigen? (1. Mose 39:9)

Und nach dem Geben der zehn Gebote heißt es:

Mose aber sprach zum Volk: Fürchtet euch nicht, denn Gott ist gekommen, euch zu versuchen, damit ihr’s vor Augen habt, wie er zu fürchten sei, und ihr nicht sündigt. (2. Mose 20:20)

Hier steht genau dasselbe Wort יַחֲטִֽא׃, dass mit ‚Sünde‘ übersetzt wird. In diesen beiden Stellen ist dasselbe hebräische Wort, das im Falle von Soldaten, die Steine auf ein Ziel schleudern, mit ‚fehlen‘ übersetzt wird, hier im Bezug auf das Umgehen von Menschen untereinander, mit ‚Sünde‘ übersetzt. Dies bietet ein Bild das uns hilft zu verstehen was ‚Sünde‘ ist. Der Soldat nimmt einen Stein und schleudert ihn um ein Ziel zu treffen. Wenn er (der Stein) ‚(ver)fehlt‘, hat seine (des Schleuderers) Absicht fehlgeschlagen. In derselben Weise sind wir im Bilde Gottes geschaffen um das Ziel unseres Verhaltens zu Gott und unserer Behandlung anderer, zu treffen. ‚Sündigen‘ heißt, diesen Zweck, dieses Ziel das für uns bestimmt ist, und das wir auch in unseren verschiedenen Systemen, Religionen und Ideologien für uns selbst beabsichtigen, zu verfehlen.

Diese Darstellung der Verdorbenheit und des verfehlten Ziels ist weder schön, noch wohlfühlend, noch ist sie optimistisch. Im Laufe der Jahre haben Menschen sich mir-gegenüber stark gegen diese biblische Lehre geäußert. Ich erinnere mich an eine Universitätsstudentin die mit Dolchen in ihrem Blick sagte: „ Ich glaube Dir nicht, weil ich nicht mag was Du sagst“. Nun, das finde ich recht eigenartig. Was hat ‚etwas mögen‘ damit zu tun ob etwas wahr ist oder nicht? Ich mag keine Steuern, Kriege, AIDS und Erdbeben – ich bezweifle ob irgendjemand so etwas mag – aber das macht nicht dass solche Dinge weggehen, und ich kann solche Dinge nicht ignorieren. Alle Rechtssysteme, die Polizei, Schlösser, Schlüssel, Sicherheitssysteme usw. die wir in unsere Gesellschaft eingebaut haben und als selbstverständlich hinnehmen um uns vor einander zu schützen deuten darauf hin dass etwas verkehrt ist. Zumindest ist diese biblische Lehre eines unvoreingenommenen Betrachtens wert.

Also haben wir jetzt ein Problem. Wir sind von unserem ursprünglichen Zustand abgefallen, das Bild in dem wir geschaffen wurden ist geschädigt, und wir können das Ziel im Bezug auf unsere moralischen Handlungen nicht treffen. Aber Gott hat uns nicht dort gelassen um in unserer Hilflosigkeit zu zappeln. Er hat einen Plan eingeführt von dem wir in den Zeichen Abrahams und des Passahs bereits Andeutungen gesehen haben. Dies war ein Plan uns zu retten, und das ist warum das Evangelium wörtlich ‚gute Nachricht‘ bedeutet. Aber Gott hat nicht bis Abraham gewartet um diese

Nachricht anzukündigen. In der Tat hat er sie zum ersten mal gerade in dieser Unterhaltung mit Adam und Eva so lange her in dem Garten angekündigt. Wir betrachten diese erste Ankündigung der Guten Nachricht in unserem nächsten Beitrag.