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Die Voraussage, daß Christus „abgehauen“ wird

In unserem letzten Artikel haben wir gesehen wie Daniel den „Christus“ vorausgesagt hat und daß er nach einigen Jahren „abgehauen“ wird. Die Voraussage Daniels wurde in dem triumphierenden Einzug Jesu in Jerusalem erfüllt. Dort wurde er als Israels Christ eingeführt – genau 173.880 Tage nach dem Persischen Gebot, das den Aufbau Jerusalems anordnete. Das Wort „abgehauen“ deutet auf Jesajas Vorstellung hin, indem er sich einen scheinbar toten Baumstumpf vorstellte, aus dem ein Zweig schoß. Doch was hat er sich dabei gedacht?

Historische Zeitlinie mit Jesaja und anderen Propheten des Alten Testaments

Historische Zeitlinie mit Jesaja und anderen Propheten des Alten Testaments

Jesaja schrieb auch über andere Prophezeiungen in seinem Buch, indem er andere Themen gebrauchte als den Zweig. Ein solches war das Bild des kommenden Dieners. Wer war dieser „Diener„? Was wird er machen? Wir werden jetzt einen langen Abschnitt aus dem Buch des Jesaja durchnehmen. Ich gebrauche den vollen und genauen Text der Lutherbibel, hier und da mit meinen Kommentaren eingeflochten.

Der kommende Diener – Der vollkommene Text aus dem Buch des Jesaja, 52, 13 – 53,12

52,13. Siehe, meinem Knecht wird’s gelingen, er wird erhöht und sehr hoch erhaben sein.  Wie sich viele über ihn entsetzten. weil seine Gestalt häßlicher war als die anderer Leute und sein Aussehen als das der Meschenkinder, so wird er viele Heiden besprengen, daß auch Könige werden ihren Mund vor ihm zuhalten. Denn denen nichts davon verkündet ist, die werden es nun sehen, und die nichts davon gehört haben, die werden es merken.

Wir wissen, daß dieser Diener ein Mensch sein wird, denn Jesaja nennt ihn einen Diener, einen „er“, „ihn“, „sein“, und daß er von einer Zukunft spricht (er wird— handeln, auferstehen u.s.w.). Also ist dieses eine Prophezeiung.  Aber worum handelt sie sich?

Blutopfer

Wenn die jüdischen Priester fuer die Israeliten opferten, dann haben sie die Israeliten mit dem Blut des geopferten Tieres besprengt. Diese Tat symbolisierte die Vergebung ihrer Sünde, die ihnen nicht mehr vorgehalten wurde. Aber in dem genannten Text steht, daß der Diener „viele Nationen“ besprengen wird. Also sagt Jesaja, daß in gleicher Weise dieser Diener auch Nicht-Juden die Vergebung der Sünde gewährt wie es die Priester im Alten Testament den jüdischen Anbetern gewährten. Dieses zieht eine Parallele zu der Voraussage Zacharias, daß der Zweig ein Priester sein würde, der die Rollen des Königs und des Priesters vereint, da es nur den Prietsern erlaubt war, mit dem Blut zu besprengen. Der weltweite Bereich von „viele Nationen“ folgt dem historischen und beweisbaren Versprechen, das vor vielen Jahrhunderten Abraham gemacht wurde, daß „alle Nationen“ durch seinen Nachkommen gesegnet sein werden.

In der Voraussage wird der Diener, der „keine Gestalt und Hoheit“ hatte und der „Allerverachtetste und Unwerteste“ war, die vielen Nationen besprengen. Und obwohl es nicht ganz klar ist was der Diener machen wird, werden die Nationen es eines Tages verstehen.

53,1. Aber wer glaubt dem, was uns verkündet wurde, und wem ist der Arm des Herrn offenbart?  Er (der Diener) schoß auf vor ihm (dem Herrn) wie ein Reis und wie eine Wurzel aus dürrem Erdreich. Er hatte keine Gestalt und Hoheit. Wir sahen ihn, aber da war keine Gestalt, die uns gefallen hätte. Er war der Allerverachtetste und Unwerteste.,voller Schmerzen und Krankheit. Er war so verachtet, daß man das Angesicht vor ihm verbarg; darum haben wir ihn für nichts geachtet.

Obwohl der Diener viele Nationen besprengen wird. wird er auch als „verachtet“ und „wertlos“ beschrieben, voller „Leiden: und „an Schmerzen gewöhnt„.

4.Fürwahr, er trug unsere Krankheit und lud auf sich unsre Schmerzen. Wir aber hielten ihn für den, der geplagt und von Gott geschlagen und gemartert wäre.Aber er ist um unsrer Missetat willen verwundet und um unsrer Sünde willen zerschlagen. Die Strafe liegt auf ihm, auf daß wir Frieden hätten, und durch seine Wunden sind wir geheilt.

Jesu Opfer im Vergleich zu dieser Diener Opfer

Der Diener wird „unsere“ Schmerzen auf sich nehmen. Dieser Diener wird auch zur Strafe „verwundet“ und „zerschlagen“. Diese Strafe wird uns (den vielen Nationen) „Frieden“ bringen und uns „heilen“. Weltliche und biblische Quellen bestätigen uns, daß am Karfreitag vor etwa 2000 Jahren (und mehr als 700 Jahre nach der Prophezeiung Jesajas) Jesus gekreuzigt wurde. Er wurde buchstäblich durch die Nägel bei der Kreuzigung verwundet wie es Jesaja von dem Diener vorausgesagt hatte.

6. Wir gingen alle in die Irre wie Schafe, ein jeder sah auf seinen Weg. Aber der Herr warf unser aller Sünde auf ihn.

In „Verdorben und das Ziel verfehlt“ haben wir gesehen, daß eine biblische Erklärung für Sünde das eigentliche Ziel verfehlt. Wie ein verbogener Pfeil gehen wir unseren eigenen Weg. Dieser Diener wird diese Sünde tragen, die wir verursacht haben.

7. Als er gemartert ward, litt er doch willig und tat seinen Mund nicht auf wie ein Lamm, das zur Schlachtbank geführt wird; und wie ein Schaf, das verstummt vor seinem Scherer, tat er seinen Mund nicht auf.

Der Diener wird wie ein Lamm sein, das zur „Schlachtbank“ geführt wird. Aber er wird weder protestieren noch seinen „Mund auftun“. Wir sahen in „Das Zeichen von Abrahams Opfer„, daß ein Widder als Ersatz für Abrahams Sohn geopfert wurde. Dieser Widder – ein Schaf – wurde geschlachtet. Jesus wurde auf der selben Stelle (Berg Moriah in Jerusalem) hingerichtet. Wir haben gesehen, daß ein Lamm zum Passahfest geschlachtet wurde. Jesus wurde auch kurz vor dem Passahfest hingerichtet.

8. Er ist aus Angst und Gericht hinweggenommen. Wer aber kann sein Geschick ermessen? Denn er ist aus dem Lande der Lebendigen weggerissen, da er für die Misssetat meines Volks geplagt war.

Der Diener ist „weggerissen“ aus dem „Land der Lebendigen„.  Dieselben Worte hat Daniel gebraucht, als er prophezeite was mit Christus geschehen wird, nachdem er Israel als der Messias vorgestellt wird. Jesaja ging in mehr Einzelheiten, als er im Voraus erklärte, daß „weggerissen“ das „weggerissen aus dem Land der Lebendigen“ bedeutet.. d.h. der Tod. Also, als Jesus am Karfreitag gestorben ist, ist er buchstäblich „aus dem Land der Lebendigen“ gerissen worden, und das nur ein paar Tage, nachdem er als der Messias seinen triumphierenden Einzug feierte.

9. Und man gab ihm sein Grab bei Gottlosen und bei Übeltätern, als er gestorben war, wiewohl er niemand Unrecht getan hat und kein Betrug in seinem Munde gewesen ist.

Obwohl Jesus hingerichtet wurde und als ein Verbrecher gestorben ist (sein Grab bei Gottlosen und bei Übeltätern), so berichten uns die Evangelisten, daß ein reicher Mann, ein Ratsherr, Joseph von Arimathia, den Leichnam Jesu nahm und ihn in seiner eigenen Gruft unterbringen ließ (Matth.27, 60). Jesus hatte buchstäblich beide Seiten der gegenseitigen Voraussage erfüllt, nämlich daß obwohl „sein Grab bei Gottlosen und bei Übeltätern“ war, er auch ein gerechter Mensch war, der „niemand Unrecht getan hat.“

10. So wollte ihn der HERR zerschlagen mit Krankheit. Wenn er sein Leben zum Schuldopfer gegeben hat, wird er Nachkommen haben und in die Länge leben, und des HERRN Plan wird durch seine Hand gelingen

Dieser grausame Tod war kein fürchterlicher Zufall oder Mißgechick. Es war klar „des HERRN Plan“, ihn zu zerschlagen. Aber warum? So wie Lämmer in dem Moseischen Opfersystem das Opfer für Sünde waren, damit der opfernde Mensch dadurch schuldlos wird, so ist hier das „Leben“ dieses Dieners ein     „Opfer für Sünde“. Für wessen Sünde? Wenn wir daran denken, daß „viele Nationen“ besprengt werden (siehe oben), dann ist es die Sünde der Menschen der „vielen Nationen“. Diese „alle“, die in die „Irre“ gingen, und „ein jeder sah auf seinen Weg“. Jesaja spricht von Ihnen und mir.

11. Weil seine Seele sich abgemüht hat, wird er das Licht schauen und die Fülle haben. Und durch seine Erkenntnis wird er, mein Knecht, der Gerechte den Vielen Gerechtigeit schaffen; denn er trägt ihre Sünden.

Obwohl der Abschnitt über den Diener grausam ist, ändert sich hier der Ton, und es kommt ein optimistisches und sogar triumphierendes Ende. Nach diesem schrecklichen Leiden (gerissen aus dem Lande der Lebendigen“ und „man ihm sein Grab gab“) wird dieser Diener „das Licht schauen„. Er wird wieder lebendig? Ich habe die Sache mit der Auferstehung überprüft. Hier wird prophezeit. Es besteht eine Wahrscheinlichkeit, daß derselbe Mensch, dessen Auferstehung man begründen kann, dieselbe Peron ist, für die die Prophezeiung gilt, sowie die anderen Prophezeiungen, die wir besprochen haben. Und so wie er „das Licht schauen“ wird, wird dieser Diener „Vielen Gerechtigkeit schaffen“. Gerechtfertigen bedeutet dasselbe wie Gerechtigkeit schaffen. Sie erinnern sich, daß Abraham gerechtfertigt wurde.  Auf eine ähnliche Weise wird dieser Diener Viele gerechtfertigen.

12.Darum will ich ihm die Vielen zur Beute geben, und er soll die Starken zum Raube haben, dafür daß er sein Leben in den Tod gegeben hat und den Übeltätern gleichgerechnet ist und er die Sünde der Vielen getragen hat und für die Übeltäter gebeten.

Jesus ist der Diener prophezeit

Der Abschnitt von dem Diener weist zu der Kreuzigung hin, sowie auf die Auferstehung Jesu – und manche Kritiker wollen argumentieren, daß die Schreiber der Evangelien dieses Ereignis dem Diener angepaßt haben. Doch in seiner Zusammenfassung widersetzt er sich diesen Kritikern. Die Zusammenfassung ist keine Voraussage über die Kreuzigung und Auferstehung als solche, sondern die Wucht seines Todes nach so vielen Jahren. Und was prophezeit Jesaja? Dieser Diener, obwohl er als ein Verbrecher stirbt. wird er eines Tages unter „den Starken“ sein. Die Schreiber der Evangelien konnten diese Voraussage nicht anpassen, denn die Evangelien sind einige Jahre nach der Kreuzigung geschrieben worden, als die Einwirkung noch bezweifelt wurde. Als die Evangelien geschrieben wurden, war die Welt noch der Meinung, daß Jesus der hingerichtete Führer eines verderblichen Aberglaubens war. Jetzt, 2000 Jahre später, sehen wir die Wirkung seines Todes und stellen fest, daß er in der Geschichte der Starke wurde. Die Schreiber der Evangelien konnten das nicht voraussehen, Aber Jesaja konnte es. Der Diener, der gleichzeitig „der Zweig“ ist. zieht durch sein freiwilliges Opfer Menschen zu sich aus vielen Nationen, damit er sie besprengen kann. Über viele starke Männer sind Nachrufe und Biographien über ihr Leben geschrieben worden von Historikern und Bewunderern, die viele Jahrhunderte später gelebt haben. Bei Jesus ist es anders: über sein Leben und Tod wurde viele Jahre vor seiner Geburt geschrieben. Das sollte uns Grund genug geben, ihm zu vertrauen . Weshalb sollte sein Opfer nicht auch Sie besprengen?