Meine Geschichte vom Atheismus zum Christus

Oft fragen mich Leute warum und wie ich zum christlichen Glauben gekommen war. Die Frage, warum ich zum Glauben gekommen bin, ist sehr schnell beantwortet: Ich bin ein Christ, weil die Beweislage, dass Jesus von Nazareth gelebt hat, gekreuzigt worden war, gestorben ist und dann am dritten Tag sein Grab leer war, erstaunlicherweise unglaublich überzeugend ist. Daher folgt also die Frage, wie ich zu diesem Beschluss gekommen bin. Meine Geschichte begann in einem kleinen Dorf in Thüringen, genannt Pfiffelbach. Als kleines Kind haben mich meine Eltern immer mit in die Kirche genommen. Es war eine Lutherisch-Evangelische Kirche, die, wie jede andere altmodische Kirche in Deutschland, eine Orgel, schöne Fensterkarrikaturen, unbequeme Holzbänke, eine Kanzel und Altar und natürlich einen Pfarrer, der mit einem sich einem Nachthemd ähnelnden Gewand bekleidet war. Je älter ich wurde, desto weniger mochte ich den wöchentlichen Besuch zur Kirche. Ich spielte lieber Computerspiele, draußen Fußball oder verbrachte Zeit mit meinen Freunden, anstatt mir den halben Sonntag in der Kirche oder den Montagnachmittag in der Christenlehre zu versauen. Ich kann mich noch sehr gut an ein Gespräch mit meiner Mutter erinnern, in dem sie mich bat doch bitte durch den Konfirmationsprozess durchzugehen, damit ich später im Leben wenigstens die Chance habe in einer Kirche heiraten zu können. Daraufhin stimmte ich zu ihr diesen Wunsch zu erfüllen und mich mit Ach und Krach durch den Prozess durch zu mogeln. Und Krach gab es einige Male. Ich kann mich noch an einen bestimmten Montag erinnern, wo ich aus der Christenlehre rausgeschmissen worden war. Ich vermute, es hatte etwas mit meinem schlechten Benehmen zu tun, denn wirklich Lust hatte ich eh nie gehabt dort meinen Montagnachmittag zu verbringen. Einige Zeit später, als die Konfirmation kurz vor der Tür stand, kann ich mich noch an ein anderes Ereignis erinnern, das meine Einstellung zum Glauben und zur Kirche ziemlich gut darstellte. An einem recht besonderen Gottesdienst, welcher jährlich in Wersdorf stattfindet, sollten der Meinung meines Pfarrers nach alle Neu-Konfirmanten mitwirken. Das war natürlich für niemanden in unserer Gruppe ein Problem, abgesehen mal wieder von mir. Ich hatte schon seit einigen Monaten an diesem Wochenende ein Fußballturnier in der Planung. Und da ich, wie ich meinem Pfarrer sagte, ja eh nicht an seinen Gott glaubte und viel lieber Fussball spielte, fiel mir die Entscheidung ganz leicht dem Fussball den Vorrang zu geben. Na da war aber “Polen offen” und ich kann mich auch nicht daran erinnern, dass ich seit dem ein Gespräch mit Pfarrer Christoph gehabt hatte, außer natürlich von meiner Konfirmation welche ich erfolgreich beendete. Als jene abgeschlossen war, konnte ich endlich meinen Rücken zur Kirche drehen und mich ganz meiner eigenen Freiheit widmen, frei vom Lieben Gott und seiner Kirche.In den folgenden Jahren (vom 15. bis 17. Lebensjahr) widmete ich mich dann mit voller Kraft dem Rauchen, Saufen und Party machen. Ich traf mich täglich mit Freunden im sogenannten “Club” (unser Jugendclubhaus). Die Wochenenden erschienen jedoch ziemlich kurz, denn während der ein oder anderen Saufeskapade kam es dann doch ab und an mal zum Blackout und einem ziemlich starken Kater am nächsten Tag. Zusätzlich hatte ich auch ab und zu mal meine „gesunde“ Dosis Marihuana, um dem Freitag- oder Samstagabend noch einen besonderen “Kick” zu geben. Ich werde mich da vor hüten meine peinlichen und risikoreichen Ereignisse im Detail zu beschreiben. Ich denke, es ist genug gesagt, dass bei jener Zeit ich mich von jeglichem Glauben an einen Lieben Gott frei gesoffen hatte und versuchte, das Meiste aus meinem Leben zu machen.Dann eines Tagen kamen meine Eltern mit der Nachricht, dass sie nach Kanada auswandern wollen und dass jeder für sich selbst entscheiden könne ob er/sie mit nach Kanada wolle oder bei Oma und Opa in Deutschland zu bleiben. Die Entscheidung nach Kanada zu ziehen fiel mir ganz leicht und ich habe sie auch nie bereut. Für einige Zeit aber hatte ich nie begriffen, warum es mir so einfach fiel, alle meine Freunde in Deutschland zu verlassen, aber dazu später.In Kanada angekommen, fiel es mir ganz leicht mich einzugewöhnen. Ziemlich schnell galt ich in der High School als einer der “coolen kids” und da ich hinzu auch noch aus Deutschland kam, konnte ich mich vor Berühmtheit gar nicht mehr retten. In der OHS (Oromocto High School) waren ungefähr 1000 Schüler, von denen mich fast die Hälfte bei Namen kannte und der Rest hatte mehr oder weniger schon Mal etwas von mir gehört. Daher kann man sich ja vorstellen, dass die Trinkerei hier in Kanada nicht stoppte, im Gegenteil, jetzt wurde halt auf Kanadisch getrunken und geraucht. Ein Jahr später war es dann Zeit auf die Uni zu gehen. Da ich gut in den Naturwissenschaften war und sehr gerne viel Geld verdienen wollte, hatte ich mich dann für ein Studium als Civil Engineer entschieden. Die Schule fiel mir sehr leicht. Ich war kein 1+ Schüler, aber wenigstens musste ich nie viel schuften, um einen guten Durchschnitt zu erreichen. In der Zwischenzeit hatte ich dann auch angefangen Rugby zu spielen. Rugby war ein sehr harter Sport, aber im Vergleich zu dem Gesaufe war das eigentliche Spiel gar nichts. Und so plätscherte mein Leben mal wieder so vor sich hin, mit dem Sinn, dass man doch für nichts anderes als das Wochenende lebte. Im meinem vierten und letzten Jahr an der Uni traf ich dann ein Mädchen, welche ich anfing “zu daten”. Nach einiger Zeit fand ich dann heraus, dass sie Christlich war. Jedoch war mir das ziemlich gleich, denn den Lieben Gott gab es nach meiner Auffassung ja eh nicht. Diese Beziehung hielt ein paar Jahre, aber wurde schlussendlich dann doch abgebrochen. Eines Tages aber schlug sie mir vor, dass ich mich doch mit einem Familienfreund treffen sollte – sein Name war Ragnar Oborn. Ich wusste nicht wirklich, warum das Treffen arrangiert wurde aber ich dachte mir halt “Schau´n mer Mal”. Ragnar war ein gelernter Ingenieur, der in Schweden geborener war, in seinem Leben in Ländern wie Deutschland, in Ländern Afrikas gelebt hatte und schlussendlich in Kanada angelangt war. Nach einer Weile fragte er mich, ob das Leben irgendeine Bedeutung hat. Zu jener Zeit hatte ich mich gerade mit dem Positivismus beschäftigt, nach welchem positive Gedanken zu positiven Auswirkungen führten. Da ich aber von Natur aus ein sehr skeptischer Mensch bin, war diese Theorie schön und gut, wenn sie funktionierte, aber dann auch doch nur Hokuspokus, wenn eben doch nichts geschah, nachdem ich mich sehr angestrengt hatte mir mit meinen Gedanken Dinge ins Leben zu rufen und meine Gegenwart zu verändern versuchte.

Zu meiner großen Überraschung erzählte mir Ragnar, dass er Christlich ist. Wenn ich heute daran zurück denke, ist mir eins ziemlich klar: Wäre Ragnar kein Ingenieur gewesen, hätte diese Aussage unser Gespräch schnell beendet. Das hatte mich aber ziemlich gewurmt: “Wie kann ein Gelernter Ingenieur an die Geschichten der Bibel glauben?”, dachte ich mir. Denn ein Ingenieur wird vor allem gelehrt logisch zu sein und sich kritisch mit Problemen auseinander zu setzen. Ich konnte das nicht verstehen und so hatte mich dann diese Frage über die nächsten fast sechs Monate begleitet. Ich wollte wissen, warum Ragnar sich als Christ bezeichnet und vor allem wollte ich ihm zeigen, dass das völliger Blödsinn ist. Wir vereinbarten, dass wir uns einmal wöchentlich treffen, um die Bibel zu studieren und damit ich ihm Löcher in den Bauch fragen konnte in der Hoffnung, dass ich ihn doch zum Sinn bewegen kann. So hatte ich mir das auf jedem Fall vorgestellt.Woche für Woche trafen wir uns, ich stellte Ragnar eine Frage nach der anderen und zu meiner Verwunderung hatte er sehr logisch klingende Antworten auf alle meine Fragen von “Der Entstehung des Universums/Evolution” und “Welche Basis habe ich überhaupt der Bibel zu vertrauen, schließlich wurde sie ja von Kaiser Konstantin und der Katholischen Kirche im Mittelalter mit Sicherheit geändert?” über Fragen wie zum Beispiel “Wenn es doch einen Lieben Gott gibt, was ist dann mit dem armen kleinen Jungen in Afrika?” bis zur alles und entscheidenden Frage “Was ist die Beweislage für die Auferstehung Jesu?” Für knapp sechs Monate trafen wir uns einmal die Woche. Erst für knapp eine Stunde, doch das änderte sich sehr schnell und unsere Meetings wurden zwei bis fünf Stunden lang. Wir studierten die Bibel nicht im Sinne der Interpretation des Textes, sondern was Schwarz auf Weiß geschrieben ist.Nach sechs Monaten kam ich zu dem Entschluss, dass die einzige logische Schlussfolgerung, die ich ziehen konnte, war, dass statistisch gesehen Jesus muss Gott gewesen sein. Jegliche andere Schlussfolgerung wäre eine komplette Verweigerung der Beweislage. Und darin bestand mein großes Problem: Wenn das der Wahrheit entspricht, und nur als Beispiel, wenn meine Leben heute zu Ende gehen würde, dann hätte ich ein großes Problem. Denn was es mir sagte war, dass ich in Wirklichkeit nicht so ein guter Mensch bin, wie ich immer angenommen hatte. Den Gedanken versuchte ich dann auch ganz schnell zu unterdrücken und ging zurück zu meinem normalen Lebensablauf. So dachte ich mir das zumindest. Ich konnte den Gedanken nicht wieder loswerden, dass der Kern der Bibel wahr ist. Ich wollte es nicht wahr haben. Was dann aber noch viel schlimmer war, ereignete sich in den nächsten paar Wochen. So ziemlich jedes Mal wenn ich ins Internet ging oder den Fernsehen anstellte kam ein berühmter Sportler oder Popstar, den ich sehr verehrte, ins Bild, welcher von seinem Christlichen Glauben berichtete. Einer der wichtigeren war Mike Fischer, welcher ein NHL Hockey Spieler ist, der angeblich vor jedem Spiel für seine Gegner betete. Eventuell erreichte ich dann einen Punkt, an dem ich folgendes zu mir sagte: “Ok Gott, ich begreife es so langsam. Aber ich weiß, dass wenn ich mich dafür entscheide, so zu leben als wenn du doch wahr bist, dann muss ich allen Spaß am Leben abgeben, jeden Sonntag in die Kirche gehen und mich nicht mehr am Wochenende besaufen. Ich möchte den Spaß am Leben eigentlich nicht abgeben, aber ich kann auch nicht als Heuchler weiter leben, denn das würde mich im Endeffekt auch kaputt machen. Also werde ich dir jetzt folgen und mein restliches Leben traurig so vor mir hin leben.” Daraufhin betete ich, was man im Volkmund im Englischen den “magic prayer” nennt. Natürlich haben sich bei mir nicht die Wolken geöffnet und es sind auch keine Engel gekommen, die mich mit ihrem göttlichen Empfangskomitee in das Himmelreich aufnehmen wollten. Alles war genau so wie zuvor. So dachte ich es zumindest. Ein paar Wochen später dann fragte mich meine guter Kumpel Steve vom Tennis, was denn mit mir los sei. Ich hatte natürlich nicht die geringste Ahnung, wovon er sprach. Dann er sagte mir, dass ich vollkommen anders sei. Und hier höre ich auch auf, denn der Rest der Geschichte wird bis heute noch geschrieben. Was ich dir, lieber Leser, aber versichern kann, ist, dass mein Leben keines Falles langweilig oder traurig ist. Ganz im Gegenteil, als ich das Evangelium, die gute Nachricht von Jesus, verstanden und den “magic prayer” gebetet hatte, sind so viele unglaubliche Dinge in meinem Leben passiert, die ich mir nie hätte träumen können.