Archiv für den Monat: Juli 2013

-4. Der endgültige Countdown läuft– eingebettet in den Anfang

In meinen letzten Ausführungen gab ich einen Einblick in die Art und Weise, wie sich der Sündenfall der Menschheit aus ihrem anfänglichen Schöpfungszustand ereignet hat. Doch die Bibel führt uns weiter in den Plan Gottes ein. Der Brennpunkt dieses Vorhabens Gottes ist eine Verheißung.

Die Bibel – eigentlich eine Bibliothek

Um die Bedeutung dieser Verheißung erfassen zu können, müssen uns einige grundlegende Dinge über die Bibel bekannt sein. Obwohl sie ein Buch ist, wie wir sie gewöhnlich betrachten, ist es tatsächlich zutreffender, sie als eine mobile Bibliothek zu sehen. Dies deswegen, weil sie eine Sammlung von Büchern ist, von unterschiedlichen Autoren über einen Zeitraum von über 1500 Jahren verfasst und heute eingebunden in einen Band. Schon dies allein macht die Bibel einzigartig unter den großen Büchern der Welt. Die verschiedenen Bücher der Bibel machen Aussagen, Erklärungen und Voraussagen, die spätere Schreiber dann weiter ausführen. Wenn die Bibel von nur einem Verfasser geschrieben worden wäre, oder von einer Gruppe von Verfassern, die sich gegenseitig gekannt hätten, wäre das kaum der Rede wert. Aber die Verfasser der Bibel sind durch Hunderte und sogar Tausende von Jahren voneinander getrennt, schreiben in unterschiedlichen Zivilisationen, Sprachen, Gesellschaftsschichten und Literaturgattungen – und dennoch werden ihre Botschaften, Andeutungen und Vorhersagen nahtlos von späteren Autoren aufgegriffen oder durch extrabiblisch verifizierbare geschichtliche Fakten erfüllt. Die Einzigartigkeit der Bibel wird dadurch auf eine ganz andere Ebene gehoben – und diese Erkenntnis sollte uns dazu motivieren, ihre Botschaft zu verstehen. Die noch existierenden Abschriften von alttestamentlichen Manuskripten (den Büchern also, die vor der Zeit Jesu geschrieben wurden) datieren um 200 v.Chr. Somit ist die Textgrundlage der Bibel weitaus besser als die aller anderen Bücher der antiken Welt. Wie im Artikel über textliche Zuverlässigkeit beschrieben, fangen die Abschriften der neutestamentlichen Manuskripte um 125 v.Chr. an.

Die Evangeliumsverheißung im Garten Eden

Wir können diese vorausdeutende Fähigkeit deutlich im Bericht über die Schöpfung und den Sündenfall gleich am Anfang vom 1. Buch Mose in der Bibel. (1. Mose oder Genesis wurde durch Moses um 1500 v.Chr. zusammengestellt.) Mit anderen Worten, es beschreibt zwar die Anfänge, hat aber das Ende im Blick. Wir sehen hier eine Verheißung Gottes in der Konfrontation mit Satan (oder auch Luzifer bzw. Teufel), indem Gott in einem Rätsel zu ihm spricht:

„Und ich will Feindschaft setzen zwischen dir und der Frau, zwischen deinem Samen und ihrem Samen: Er wird dir den Kopf zertreten, und du wirst ihn in die Ferse stechen.” (1. Mose 3:15)

Dies ist eine Verheißung in Form eines Rätsels – sie ist aber zu verstehen. Beim sorgfältigen Durchlesen erkennen wir fünf verschiedenen Charaktere und dass es sich um eine Prophezeiung (also um einen Blick in die Zukunft) handelt (ersichtlich am wiederholten Gebrauch von “wird”). Die erwähnten Hauptfiguren sind:

1. Gott
2. Satan
3. Die Frau
4. Der Same der Frau
5. Der Same Satans

Und das Rätsel sagt voraus, welche Beziehung diese Charaktere in der Zukunft zieinader haben werden. Die folgende Grafik macht dies deutlich:

das Versprechen von Gott zu der Schlange Adam und Eva in der Anfang der Bibel im Garten


Beziehungen der in der Verheißung genannten Charaktere zueinander

Gott wird dafür sorgen, dass sowohl Satan als auch die Frau einen „Samen” haben werden. Zwischen diesen Nachkommen sowie der Frau und Satan wird „Feindschaft” bestehen. Satan wird dem Nachkommen der Frau „in die Ferse stechen”, während der Nachkommen der Frau Satan „den Kopf zertreten” wird.

Folgerungen bezüglich des Samens – ein „Er”

Bis jetzt haben wir nur direkte Beobachtungen vom Text her angestellt. Nun zu einigen logischen Folgerungen. Weil der Same der Frau mit „er” und „ihn” bezeichnet wird, wissen wir, dass es sich um eine einzelne männlichen Person handelt. Dadurch können wir einige mögliche Auslegungen ausscheiden. Als „Er” ist der Same keine „Sie”, kann also keine Frau sein – dennoch stammt der „Er” von einer Frau ab. Als „Er” ist der Same keine Mehrzahl „Sie”, was leicht hätte der Fall sein können – vielleicht eine Gruppe von Menschen, ein Geschlecht, ein Team oder ein Volk. Zu verschiedenen Zeiten und auf verschiedene Weise hat man vermutet, dass Mehrzahl „sie” gemeint sein könnte. Aber der Nachkomme ist ein „Er” und kann daher keine Menschengruppe sein, sei es ein Volk oder Anhänger einer Religion wie die Juden, Christen oder Muslime usw. Als „Er” ist der Same kein „Es” (d.h. der Nachkomme ist eine Person). Das schließt die Möglichkeit aus, dass es sich beim „Samen” um eine bestimmte Philosophie, Lehre, Technologie, ein politisches System oder eine Religion handelt. Ein „Es” dieser Art wäre wahrscheinlich als Mittel der Weltverbesserung gewählt worden, genau wie man es heutzutage versucht. Wir meinen, dass irgendein „Es” unsere Situation in Ordnung bringen könne; und so haben die besten Denker der Menschheit die Jahrhunderte über verschiedene politische Systeme, Bildungssysteme, Technologien, Religionen usw. befürwortet. Doch in dieser Verheißung weist der Kompass in eine völlig andere Richtig. Gott dachte an etwas ganz anderes, nämlich an einen „Er”. Und dieser „Er” sollte den Kopf der Schlange zertreten.

Eine weitere interessante Beobachtung ergibt sich aus dem Nicht-Gesagten. Gott verspricht dem Mann keinen Samen wie der Frau. Dies ist ziemlich ungewöhnlich, wo doch sonst der gesamten Bibel hindurch die Betonung auf Söhnen als Nachkommen der Väter liegt. Tatsache ist, dass in der modernen abendlädischen Kritik an den biblischen Stammbäumen für gewöhnlich das Ignorieren der Blutsverwandtschaft durch die Frau bemängelt wird. Man sieht dies als „sexistisch” oder frauenfeindlich an, weil moistens nur die Söhne der Männer berücksichtigt werden. In diesem Fall aber ist es anders – es gibt keine Verheißung eines Samens (eines „Er”), der von einem Mann abstammt. Es ist lediglich die Rede von einem Nachkommen der Frau, ohne Erwähnung eines Mannes.

Von allen Menschen, die meines Wissens je existiert haben, sei es in der Geschichte oder in den Mythen, haben nur zwei keinen leiblichen Vater gehabt (einschließlich der griechischen Halbgötter, gezeugt von „Göttern” wie Zeus mit sterblichen Frauen usw.). Der erste war Adam, der direkt von Gott erschaffen wurde. Der zweite war Jesus, der (dem Neuen Testament gemäß) von einer Jungfrau geboren wurde – also ebenfalls ohne menschlichen Vater. Wird Jesu Geburt in diesem Rätsel im Voraus angedeutet? Das passt zu unserer Feststellung, dass der Same weder ein „Er” noch eine „Sie” und auch keine Mehrzahl „Sie” oder ein „Es” sein kann. Liest man das Rätsel mit dieser Perspektive, so fügt sich Einiges an diesem Bild zusammen.

„Ihn in die Ferse stechen”??

Was aber soll es bedeuten, dass die Schlange „ihn in die Ferse stechen” wird? Das konnte ich mir nie erklären, bis ich im Dschungel von Kamerun arbeitete. In der feuchten Hitze mussten wir dicke Gummistiefel tragen – weil die Schlangen dort im hohen Gras versteckt lagen und uns in den Fuß – d.h. die Ferse – beißen würden; und das konnte tödlich sein. Gleich am ersten Tag wäre ich beinahe auf eine Schlange getreten, und das hätte für mich tödlich ausgehen können. Danach verstand ich den Sinn des Rätsels: Der „Er” sollte die Schlange verderben; aber der Preis, der von ihm zu zahlen war, bedeutete seinen eigenen Tod. Auf diese Weise wurde der durch das Sterben Jesu errungene Sieg im Voraus angedeutet.

Der Same der Schlange?

Wer aber ist die andere Hauptfigur – dieser Same Satans? Wir haben zwar hier nicht den Platz, dies ausführlich zu untersuchen, aber die späteren Schriften sprechen von einer zukünftigen Person. Beachten wir die Beschreibungen:

„… wenn die Frevler das Maß voll gemacht haben, wird ein frecher und listiger König auftreten. Und seine Macht wird stark sein, aber nicht in eigener Kraft; und er wird ein erstaunliches Verderben anrichten, und sein Unternehmen wird ihm gelingen; und er wird Starke verderben und das Volk der Heiligen. Und wegen seiner Klugheit und weil ihm der Betrug in seiner Hand gelingt, wird er sich in seinem Herzen erheben und viele in ihrer Sorglosigkeit verderben; und er wird gegen den Fürsten der Fürsten auftreten, aber ohne Zutun von Menschenhand zerschmettert werden” (Daniel 8,23-25; um 550 v.Chr. von Daniel in Baylon geschrieben).

Ein Mensch, mit einer unsichtbaren Kraft hinter sich, wird gegen den „Fürsten der Fürsten” Krieg führen, aber sein Kopf wird „zertreten” werden.

„… wegen der Wiederkunft unseres Herrn Jesus Christus und unserer Vereinigung mit ihm, … Laßt euch von niemand in irgendeiner Weise verführen! Denn es muß unbedingt zuerst der Abfall kommen und der Mensch der Sünde geoffenbart werden, der Sohn des Verderbens, der sich widersetzt und sich über alles erhebt, was Gott oder Gegenstand der Verehrung heißt, so dass er sich in den Tempel Gottes setzt als ein Gott und sich selbst für Gott ausgibt” (2. Thessalonicher 2,2-4; um 50 n.Chr. von Paulus in Griehcenland geschrieben).

Und das letzte Buch der Bibel, viele Seiten und Tausende von Jahren von der Verheißung im 1. Buch Mose entfernt, sagt voraus:

„Das Tier, das du gesehen hast, war und ist nicht mehr, und es wird aus dem Abgrund heraufkommen und ins Verderben laufen; und die auf der Erde wohnen, deren Namen nicht geschrieben stehen im Buch des Lebens von Grundlegung der Welt an, werden sich verwundern, wenn sie das Tier sehen, das war und nicht ist und doch ist. Hier ist der Verstand [nötig], der Weisheit hat!” (Offenbarung 17,8-9; um 90 n.Chr. geschrieben von Johannes auf einer Insel nahe der heutigen Türkei).

Diese späteren Bücher (beachten wir wiederum die Verschiedenheit der Verfasser, der Hintergründe und der Zeiten, in denen sie geschrieben wurden) reden immer deutlicher von einem Countdown, der zum Krieg zwischen dem Samen der Frau und dem Samen Satans führt. Die erste Erwähnung erfolgt jedoch bereits im Keim in dieser Verheißung im 1. Buch Mose, ganz am Anfang der biblischen Geschichte, mit Einzelheiten, die noch auf ihre Erfüllung warten. Der geschichtliche Höhepunkt, der Countdown zum Endkampf zwischen Satan und Gott, der vor so langer Zeit im Garten Eden angefangen hat, wird am dortigen Anfang – im frühesten Buch der Bibel – bereits vorausgesehen. Dies führt uns zu der Überzeugung, dass alle Geschichte zugleich Gottesgeschichte, ja Heilsgeschichte ist.

 

-3. Verdorben (zweiter Teil) … und das Ziel verfehlt

In meinem letzten Beitrag habe ich betrachtet wie die Bibel uns Menschen beschreibt als solche die von dem ursprünglichen Ebenbild Gottes in dem er uns erschaffen hatte, abgefallen sind. Eine visuelle Analogie die mir geholfen hat dies besser zu ’sehen‘ sind die Orks von Mittelerde, abgefallen von den Elfen. Aber nun vom biblischen Standpunkt her gesehen, wie ist das geschehen?

Der Bericht ist im ersten Buch Moses in der Bibel niedergeschrieben. Kurz nach ihrer Erschaffung im Bilde Gottes, wurden die ersten Menschen auf die Probe gestellt. Der Bericht beschreibt einen Austausch mit einer ‚Schlange‘. Die Schlange ist immer allgemein als Satan, ein Gott widerstehender Engel, aufgefasst worden. Gewöhnlich, in der Bibel konfrontiert Satan durch die Vermittlung einer zweiten Person. In diesem Fall sprach er durch eine Schlange. Der Bericht lautet folgendermaßen:

Aber die Schlange war listiger als alle Tiere auf dem Felde, die Gott der Herr gemacht hatte, und sprach zu dem Weibe: Ja, sollte Gott gesagt haben: ihr sollt nicht essen von allen Bäumen im Garten?

Da sprach das Weib zu der Schlange: Wir essen von den Früchten der Bäume im Garten; aber von den Früchten des Baumes mitten im Garten hat Gott gesagt: Esset nicht davon, rühret sie auch nicht an, dass ihr nicht sterbet!

Da sprach die Schlange zum Weibe: Ihr werdet keineswegs des Todes sterben, sondern Gott weiß: an dem Tage, da ihr davon esset, werden eure Augen aufgetan, und ihr werdet sein wie Gott und wissen, was gut und böse ist.

Und das Weib sah, dass von dem Baum gut zu essen wäre und dass er eine Lust für die Augen wäre und verlockend, weil er klug machte. Und sie nahm von der Frucht und aß, und gab ihrem Mann, der bei ihr war, auch davon, und er aß. Da wurden ihnen beiden die Augen aufgetan, und sie wurden gewahr, dass sie nackt waren, und flochten Feigenblätter zusammen und machten sich Schurze. (1.Mose 3:1-7)

Der Kern ihrer Wahl, und somit der Versuchung war, dass sie ‚wie Gott sein‘ könnten. Bis zu diesem Zeitpunkt hatten sie in allem grundsätzliches Vertrauen zu Gott gehabt, und in allem ihn beim Wort genommen. Aber jetzt hatten sie die Wahl, das alles hinter sich zu lassen, sich selbst zu vertrauen und sich selbst bei ihrem eigenen Wort zu nehmen. Sie könnten selber Gott werden, ihren eigenen Ton angeben, Meister ihres eigenen Schicksals sein, autonom, sich selbst allein verantwortlich. Lange bevor Dawkins „Der Gotteswahn“ geschrieben hatte, fielen sie auf den wirklichen Gotteswahn herein – dass sie ‚wie Gott‘ sein könnten.

Mit ihrer Unabhängigkeitserklärung, änderte sich etwas in unseren Vorfahren. Der Bibelstelle nach, fühlten sie Scham und versuchten sich zu bedecken. Ja, unmittelbar danach, als Gott Adam wegen seinem Bundesbruch zur Rechenschaft zieht, beschuldigt er Eva (und Gott der sie geschaffen hatte). Sie wiederum beschuldigt die Schlange. Niemand wollte die Verantwortung übernehmen.

Und was an dem Tag begann, hat sich fortgesetzt, weil wir dieselbe angeborene Veranlagung geerbt haben. Das ist der Grund warum die Israeliten (im vorherigen Beitrag) zur Zeit Hoseas sich wie Adam verhielten – weil sie, wie auch wir, seine Veranlagung geerbt hatten. Manche meinen irrtümlicherweise anhand des biblischen Berichts, dass wir für die Rebellion Adams beschuldigt werden. Die Tatsache ist,

dass Adam der Einzige ist der beschuldigt wird, dass wir aber in den Konsequenzen jener Rebellion leben. Wir können es genetisch verstehen. Wir haben dieses rebellische Wesen Adams geerbt, und somit setzen wir auf natürliche, fast unbewusste aber doch eigensinnige Weise diesen Aufstand fort den er begonnen hat. Wir wollen vielleicht nicht gerade der Gott des Universums sein, aber wir wollen ein Gott in unserer persönlichen Umwelt sein – unseren eigen Ton angebend, in Unabhängigkeit von Gott. Bon Jovis Refrain „Es ist mein Leben“, oder Frank Sinatras etwas mehr erhabenes „I did it my way“ (Ich tat es auf meine Weise), und „Self“ Magazine (herausgegeben in Amerika) sind ein gewisses unbeschwertes Echo dieses Verlangens, während Hitlers „Mein Kampf“, und der Personenkult von Nord Koreas Kim Jon-Il (bekannt als „Geliebter Führer“) viel dunklere Echos darstellen. Aber dies sind Beispiele der Tendenzen in unserem Wesen welche mit Adams Rebellion angefangen haben.

Und dies erklärt vieles über das menschliche Leben, dass wir als selbstverständlich hinnehmen. Dies ist der Grund warum Menschen Schlösser für ihre Türen benötigen, warum sie Polizisten brauchen, sowie Rechtsanwälte, und Verschlüsselungpasswörter für ihre Bankgeschäfte – weil wir in unserer gegenwärtigen Einstellung von einander stehlen. Dies ist warum Reiche und Gesellschaften letzten Endes zu zerfallen und zusammenzubrechen scheinen – weil die Bürger dieser Reiche zum Zerfall neigen. Dies ist auch warum, nach dem Versuch aller politischen und Wirtschaftssysteme (manche funktionieren besser als andere) jedes politische und wirtschaftliche System in sich selbst zusammenfällt – weil die Menschen die solche Ideologien ausleben, von Neigungen begleitet warden die schließlich das ganze System herunterziehen. Dies ist warum keine Religion die Vorstellung für ihre Gesellschaft völlig zustande bringt – auch die atheistischen nicht (denken wir an Stalins Sowjetunion Maos China, Pol Pots Kambodscha) – weil etwas an dem wie wir sind, dazu führt dass wir unsere Vorstellung verfehlen.

Eigentlich fasst das Wort|’verfehlen‘ unsere Lage ziemlich gut zusammen. Ein Vers aus dem Alten Testament enthält ein Bild das mir geholfen hat dieses besser zu verstehen. Er lautet folgendermaßen:

Und unter diesem Volk waren siebenhundert auserlesene Männer, die linkshändig waren und mit der Schleuder eine Haar treffen konnten, ohne zu fehlen. (Richter 20 :16)

Dieser Vers beschreibt Soldaten die Experten im Gebrauch der Schleuder waren und niemals ihre Ziel verfehlten. Das hebräische Wort das mit ‚fehlen‘ übersetzt wird ist יַחֲטִֽא׃ (chata). Interessant ist, dass dieselbe Wort durch einen großen Teil des Alten Testamentes hindurch mit ‚zu sündigen‘ übersetzt wird Zum Beispiel, da wo Joseph, der als Sklave nach Ägypten verkauft worden war, sich weigerte mit seines Meisters Frau Ehebruch zu begehen obwohl sie ihn bat, ist dieselbe hebräische Wort mit ‚Sünde‘ :übersetzt. Er sagte zu ihr

Er ist in diesem Hause nicht größer als ich, und er hat mir nichts vorenthalten außer dir, weil du seine Frau bist. Wie sollte ich denn nun ein solch großes Übel tun und gegen Gott sündigen? (1. Mose 39:9)

Und nach dem Geben der zehn Gebote heißt es:

Mose aber sprach zum Volk: Fürchtet euch nicht, denn Gott ist gekommen, euch zu versuchen, damit ihr’s vor Augen habt, wie er zu fürchten sei, und ihr nicht sündigt. (2. Mose 20:20)

Hier steht genau dasselbe Wort יַחֲטִֽא׃, dass mit ‚Sünde‘ übersetzt wird. In diesen beiden Stellen ist dasselbe hebräische Wort, das im Falle von Soldaten, die Steine auf ein Ziel schleudern, mit ‚fehlen‘ übersetzt wird, hier im Bezug auf das Umgehen von Menschen untereinander, mit ‚Sünde‘ übersetzt. Dies bietet ein Bild das uns hilft zu verstehen was ‚Sünde‘ ist. Der Soldat nimmt einen Stein und schleudert ihn um ein Ziel zu treffen. Wenn er (der Stein) ‚(ver)fehlt‘, hat seine (des Schleuderers) Absicht fehlgeschlagen. In derselben Weise sind wir im Bilde Gottes geschaffen um das Ziel unseres Verhaltens zu Gott und unserer Behandlung anderer, zu treffen. ‚Sündigen‘ heißt, diesen Zweck, dieses Ziel das für uns bestimmt ist, und das wir auch in unseren verschiedenen Systemen, Religionen und Ideologien für uns selbst beabsichtigen, zu verfehlen.

Diese Darstellung der Verdorbenheit und des verfehlten Ziels ist weder schön, noch wohlfühlend, noch ist sie optimistisch. Im Laufe der Jahre haben Menschen sich mir-gegenüber stark gegen diese biblische Lehre geäußert. Ich erinnere mich an eine Universitätsstudentin die mit Dolchen in ihrem Blick sagte: „ Ich glaube Dir nicht, weil ich nicht mag was Du sagst“. Nun, das finde ich recht eigenartig. Was hat ‚etwas mögen‘ damit zu tun ob etwas wahr ist oder nicht? Ich mag keine Steuern, Kriege, AIDS und Erdbeben – ich bezweifle ob irgendjemand so etwas mag – aber das macht nicht dass solche Dinge weggehen, und ich kann solche Dinge nicht ignorieren. Alle Rechtssysteme, die Polizei, Schlösser, Schlüssel, Sicherheitssysteme usw. die wir in unsere Gesellschaft eingebaut haben und als selbstverständlich hinnehmen um uns vor einander zu schützen deuten darauf hin dass etwas verkehrt ist. Zumindest ist diese biblische Lehre eines unvoreingenommenen Betrachtens wert.

Also haben wir jetzt ein Problem. Wir sind von unserem ursprünglichen Zustand abgefallen, das Bild in dem wir geschaffen wurden ist geschädigt, und wir können das Ziel im Bezug auf unsere moralischen Handlungen nicht treffen. Aber Gott hat uns nicht dort gelassen um in unserer Hilflosigkeit zu zappeln. Er hat einen Plan eingeführt von dem wir in den Zeichen Abrahams und des Passahs bereits Andeutungen gesehen haben. Dies war ein Plan uns zu retten, und das ist warum das Evangelium wörtlich ‚gute Nachricht‘ bedeutet. Aber Gott hat nicht bis Abraham gewartet um diese

Nachricht anzukündigen. In der Tat hat er sie zum ersten mal gerade in dieser Unterhaltung mit Adam und Eva so lange her in dem Garten angekündigt. Wir betrachten diese erste Ankündigung der Guten Nachricht in unserem nächsten Beitrag.

-2. Aber verdorben … wie die Orks von Mittelerde

In meinem letzten Beitrag habe ich auf die biblische Grundlage betrachtet, für ein Verständnis von uns selbst und andere – dass wir in dem Bild Gottes geschaffen sind. Aber die Bibel weiter entwickelt auf dieser Grundlage. Die Psalmen sind eine Sammlung von geistlichen Liedern und Gedichten und Psalm 14 die König David ca. 1000 v. Chr. geschrieben hat  zeichnet den aktuellen Zustand aus Gottes Sicht.

Der HERR schaut vom Himmel auf die Menschenkinder, dass er sehe, ob jemand klug sei und nach Gott frage. Aber sie sind alle abgewichen und allesamt verdorben; da ist keiner, der Gutes tut, auch nicht einer. (Psalm 14:2-3)

Die Phrase „verdorben“ wird verwendet, um die gesamte Menschheit zu beschreiben. Da es etwas, das wir geworden sind, ist die Verderbtheit in Bezug auf diese ursprüngliche Zustand des Seins im „Bild Gottes“. Diese Textstelle sagt, dass die Korruption sich durch eine entschlossene Unabhängigkeit von Gott (‚alle abgewichen‘) und das Versagen gutes zu tun offenbart.

Nachdenken über Orks und Elben

Orcs waren in vielerlei Hinsicht abscheulich. Aber sie waren einfach die verdorbenen Nachkommen von Elben.

Orcs waren in vielerlei Hinsicht abscheulich. Aber sie waren einfach die verdorbenen Nachkommen von Elben

Um ein besseres Verständnis zu gewinnen denken wir an die Orks von Mittelerde in der Herr der Ringe wie eine Illustration.  Orks sind scheußlichen Kreaturen in Aussehen, Verhalten, und in ihre Behandlung der Erde. Jedoch sind Orks von Elben abgestammt worden die durch Sauron verdorben wurden.  Wenn man die Majestät, Harmonie und Beziehung mit der Natur, dass Elben hatten, betrachtet, und erkennt, dass die Orks einst Elben waren, die ‚verdorben‘ wurden, wird man ein Gefühl bekommen von dem, was hier gesagt wird über Personen. Gott beabsichtigte Elben aber er fand Orks.

Die Elfen waren edel und majestätisch

Die Elfen waren edel und majestätisch

Dies passt genau mit dem, was allgemein über uns beobachtet werden kann, dass niemand  nach sein eigenen moralischen Grammatik von Recht und Unrecht lebt. Erinnern wir uns dass wir gesehan haben dass wir eine moralische Grammatik haben die in uns hineingebaut ist. Wir haben eine moralische Denkfähigkeit und können „richtigen“ und „verkehrten“ Verhalten erkennen. Das Problem ist dass niemand eigentlich dabei lebt. Es ist manchmal schwierig zu erkennen, dass wir eine moralische Grammatik haben, weil wir sie nicht immer beobachten können in unser eigenes Handeln und in den Handlungen anderer. Es ist wie ein Computer-Virus, das den ursprünglichen Betriebszustand des Computers beeinflusst. Unsere moralische Grammatik ist da – aber ein Virus hat es beschädigt.

Also hier kommen wir zu einer Perspektive, die sehr lehrreich ist: Der biblische Ausgangspunkt dass  Menschen fühlend, persönlich und moralisch sind, dann aber auch verdorben wurden, passt mit dem, was wir über uns selbst beobachten können. Es ist sehr genau in seiner Beurteilung des Menschen, die einer intrinsischen moralischen Natur in uns anerkennt, die leicht übersehen wird, da unser Handeln nie wirklich unseren Idealen entspricht  – wegen dieser Verderbnis. Die biblische Schuh passt den menschlichen Fuß. Allerdings wirft es eine offensichtliche Frage auf: Warum hat Gott uns so geschaffen – mit einem moralischen Grammatik und doch von ihm beschädigt? Der Atheist Christopher Hitchens beschwert sich wie folgt:

„… Wenn Gott wollte Menschen, frei zu sein von solchen Gedanken [dh korrupten], sollte er mehr sorgfältig gewesen sein und eine andere Spezies erfunden. “ Christopher Hitchens. Jahr 2007. Gott ist nicht groß: Wie Religion alles verdirbt. p. 100

Aber in seiner Eile, die Bibel anzugreifen verpasst er hier etwas sehr Wichtiges. Es steht nicht in der Bibel dass Gott uns so geschafft hat, sondern ist etwas Schreckliches passiert seit der ersten Schöpfung, die zu diesem schwierigen Zustand führte. Ein wichtiges Ereignis in der Geschichte der Menschheit ist nach unserer Schöpfung aufgetreten. Die ersten Menschen haben Gott getrotzt, wie es in Genesis aufgezeichnet ist, und in ihrer Missachtung wurden sie verändert und verdorben.

Der Sturz des Menschen

Diese historisches Ereignis in der menschlichen Geschichte wird oft als den Sturz des Menschen beschrieben. Und wir können es vielleicht besser verstehen, wenn wir bedenken, was Adam, der erste Mensch, in seiner Beziehung zu Gott konfrontiert hat. Um einen tieferen Einblick zu erhalten, wenden wir uns einer Mitte des 8. Jahrhunderts v. Chr. alttestamentarischen Propheten Hosea an. Wie er in seinem Buch erzählt, hatte seine Frau ihn wiederholt verlassen und betrogen. Inmitten seines Schmerzes und Verrat befahl ihm Gott seine Frau zu finden, sich mit ihr zu versöhnen, und sie zurück zu gewinnen. Dies ist ein Gleichnis, das uns zeigt, wie in Gottes Augen, die Israeliten damals wie den untreuen Ehepartner waren, und Gott, wie Hosea, bereit war ihn in Einklang zu bringen, wenn er nur beichten würde. In diesem Gesuch kommt ein Vergleich zu Adam:

Was soll ich dir tun, Ephraim? Was soll ich dir tun, Juda? Denn eure Liebe ist wie eine Wolke am Morgen und wie der Tau, der frühmorgens vergeht. Darum schlage ich drein durch die Propheten und töte sie durch die Worte meines Mundes, dass mein Recht wie das Licht hervorkomme. Denn ich habe Lust an der Liebe und nicht am Opfer, an der Erkenntnis Gottes und nicht am Brandopfer. Sie haben den Bund übertreten bei Adam; dort wurden sie mir untreu. (Hosea 6:4-7)

In anderen Worten, haben die Israeliten zur Zeit Hoseas fortgesetzt, was Adam, der erste Mensch, begonnen hatte. Es hat eine Vereinbarung zwischen Gott und Adam gegeben, ähnlich zu einer ehelichen Vertrag , und Adam hatte es übertreten. Das Buch Genesis berichtet, dass Adam vom Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen gegessen hat. Es gab eine Vereinbarung zwischen Gott und Adam, dass er nicht von diesem Baum essen sollte – alle anderen standen ihm zur Verfügung. Es war nichts Besonderes in dem Baum selbst, sondern seine Anwesenheit gab Adam die freie Wahl, ob er Gott treu bleiben würde oder nicht. Adam war als empfindungsfähige Person entstanden, die im selben Augenblick gemacht wurde und in Freundschaft mit Gott gestellt wurde. Adam hatte keine Wahl bezüglich seiner Schöpfung, aber Gott gab ihm die Möglichkeit über seine Freundschaft mit Gott zu wählen, und diese Wahl wurde auf den Befehl zentriert nicht von diesem einen Baum zu essen. Genau wie die Wahl zu stehen nicht echt ist, wenn es unmöglich ist sich hinzusetzen, die Freundschaft und das Vertrauen Gottes musste im Rahmen einer Alternative gegeben werden, Adam wurde die Wahl gegeben, ob er treu in seiner Vereinbarung mit Gott bleiben würde oder nicht. Wir werfen einen genaueren Blick auf diesem Bericht im nächsten Beitrag.