Archiv der Kategorie: Sinn macht der biblische Bericht

11) Das Zeichen des Sprosses: Hunderte von Jahren vor seiner Geburt mit Namen genannt

Wie in einer vorigen Studie beschrieben, begann Jesaja ein Thema unter dem Sinnbild „der Spross”. Er sagte voraus, dass jemand mit Weisheit und Macht aus dem vergangenen Herrschergeschlecht Davids hervorkommen werde. Jeremia setzte dieses Thema fort, indem er sagte, dass dieser Spross als HERR (eine im Alten Testament gebräuchliche Bezeichnung für Gott) bekannt sein werde.

Sacharja beschreibt den Spross weiter

Slide1 Sacharja lebte um 520 v.Chr., kurz nachdem das jüdische Volk aus seiner ersten Vertreibung nach Babylonien nach Jerusalem zurückgekehrt war, doch unter der Herrschaft der Perser (s.d. die Geschichte der Juden). Zu der Zeit arbeiteten die Juden am Wiederaufbau des Tempels und setzten die mosaischen Bräuche wieder ein. Sacharjas Zeitgenosse war ein Mann namens Jeschua (Josua), der sich als damaliger Hoherpriester um die Wiederaufnahme der gesamten Priesterordnung bemühte. Sacharja der Prophet arbeitete in Partnerschaft mit seinem Amtskollegen, dem Hohenpriester Jeschua, um dem jüdischen Volk Führung zu geben. Im Folgenden lesen wir, was der HERR – durch Sacharja – in einem prophetischen Rätsel – über den genannten Jeschua zu sagen hatte:

            Höre doch, Jeschua, du Hoherpriester! Du und deine Gefährten, die vor dir sitzen, ja, ihr seid Männer, die als Zeichen dienen! Denn siehe, ich lasse meinen Knecht, Sproß [genannt],   kommen. Denn siehe, der Stein, den ich vor Jeschua gelegt habe – …, spricht der Herr der  Heerscharen, und ich werde die Sünde dieses Landes an einem einzigen Tag entfernen!       (Sacharja 3,8-9; Schachter 2000)

Der Spross! Hier erscheint er wieder! Aufbauend auf dem Sinnbild, das anfänglich 200 Jahre zuvor von Jesaja verwendet und 60 Jahre zuvor von Jeremia weiter benutzt wurde, nimmt Sacharja dieses Thema “Spross” wieder auf. Aber diesmal wird der Spross auch „mein Knecht” genannt. In gewisser Hinsicht galt der Hohepriester Jeschua in Jerusalem, Amtskollege Sacharjas um 520 v.Chr., als Sinnbild dieses kommenden Sprosses. Aber auf welche Weise? Es heißt, dass der HERR „an einem einzigen Tag” die Sünde entfernen wird. Dies steht im Zusammenhang mit der Erlangung von „Gerechtigkeit”. Wir erlangen „Gerechtigkeit”, indem der HERR „an einem einzigen Tag” unsere Sünden entfernt. Wie sollte das geschehen?

Der Spross: Priester und König in einer Person

Nach drei weiteren Kapiteln in Sacharja erfahren wir etwas Erstaunliches. Um das folgende prophetiche Rätsel verstehen zu können, müssen wir wissen, dass die Rollen eines Priesters und eines Königs im Alten Testment streng voneinander getrennt wurden. Keinem der davidischen Könige war es erlaubt, gleichzeitig auch Priester zu sein (einige gerieten beim Versuch, es trotzdem zu wagen, in Schwerigkeiten). Umgekehrt gerieten auch Priester in Schwierigkeiten, wenn sie sich in königliche Intrigen einließen. Es war die Aufgabe eines Priesters, Mittler zwischen Gott und Menschen zu sein, indem er Gott Tieropfer zur Vergebung von Sünden darbrachte, während es Aufgabe eines Königs war, vom Thron aus mit Gerechtgkeit zu herrschen. Beide waren äußerst wichtig; beide unterschieden sich voneinander. Dennoch schrieb Sacharja mit Blick auf die Zukunft:

               Und das Wort des Herrn erging an mich folgendermaßen: Nimm … Silber und Gold und mache eine Krone daraus und setze sie   Jeschua, dem Sohn Jozadaks, dem Hohenpriester, aufs Haupt! Und du sollst zu ihm reden und sagen: So spricht der Herr der Heerscharen: Siehe, ein Mann, dessen Name »Sproß«ist, denn er wird aus seinem Ort hervorsprossen und den Tempel des Herrn bauen. … und er wird Herrlichkeit [als Schmuck] tragen und auf seinem Thron sitzen und herrschen, und er wird Priester sein auf seinem Thron, und der Rat des Friedens wird zwischen beiden bestehen. (Sacharja 6,9-13)

Wieder ist hier die Rede vom Spross. Jetzt aber, entgegen allen bisherigen Präzedenzfällen, soll der Hohepriester (Jeschua/Josua) aus Sacharjas Zeit (symbolisch) die Königskrone tragen. Erinnern wir uns, dass Jeschua (Josua) in Sacharja 3 (s. oben) als ein „Zeichen” zukünftiger Dinge diente. Könnte es sein, dass Jeschua (Josua) der Hohepriester „zeichenhaft” die Zusammenlegung der Königs- und Priesterwürde andeutete, indem ihm die Königskrone aufgesetz wurde? Diese beiden Rollen sollten eines Tages in einer Person vereint werden! Zudem wollen wir beachten, dass eben jener Name des Hohenpriesters – Jeschua/Josua – der Name des Sprosses ist. Was hatte das zu bedeuten?

Der Name „Jeschua” (oder Josua) IST der Name „Jesus”.

In dieser Hinsicht ist es notwendig, Rückschau über die Geschichte der Übersetzungen des Alten Testaments zu halten. Um das Jahr 250 v.Chr. wurde das hebräische Alte Testament ins Griechische übersetzt. Diese Übersetzung, Septuaginta (oder LXX) genannt, ist heute noch im Umlauf. Wie wir zuvor gesehen haben, wurde der Titel „Christus” (latinisiert von griech. „Christos”) in dieser griechischen Übersetzung zum ersten Mal gebraucht, wobei „Christus” = „Messias” = „Gesalbter” bedeutet. (Falls nötig, können Sie diese Studie hier einsehen; denn sie ist für die folgenden Ausführungen entscheidend.) Slide1 In genau derselben Weise, wie wir zur Übersetzung des Namens „Christus” gelangten, kommen wir zu den etymologischen Ableitungen des Namens „Josua”. Wie die obige Textbox anzeigt, ist „Josua” eine Transkription oder Transliteration des ursprünglich hebräischen Namens „Jehoschua”, bei dem es sich um einen gewöhnlichen hebräischen Namen handelt, der soviel wie „JHWH ist Rettung” bedeutet. So (s. Feld Nr. 1) bezeichnete Sacharja um 520 v. Chr. den Namen des Sprosses. Dieser Name wurde im Alten Testament mit „Jeschua” bzw. „Josua” wiedergegeben, als es ins Deutsche übersetzt wurde (s. unteres Feld Nr. 3). Auch die Übersetzer der LXX (Übersetzung des Alten Testaments ins Griechische um 250 v. Chr.) transkibierten diesen Namen in derselben Weise. Ihre griechische Wiedergabe war Ἰησοῦς  (in lat. Buchstaben Iesous; s. Feld Nr. 2).

Somit heißt der „Jehoshua” des Alten Testaments „Iesous”in der LXX. Jesus hieß bei seinen Zeitgenossen sicherlich „Jehoshua”; als aber die neutestamentlichen Verfasser seinen Namen im griechischen Neuen Testament schrieben, verwendeten sie den ihnen aus der LXX geläufigen Namen „Iesous”. Bei der Übersetzung des Neuen Testaments aus dem Griechischen ins Deutsche wurde „Iesous” dann (nochmals) transkibiert, und zwar zu dem uns vertrauten „Jesus” (s. unteres Feld Nr. 3). Das heißt also, dass der Name „Jesus” = „Josua” ist. Sowohl der Jesus des Neuen Testaments sowie Josua der Hohepriester aus dem Jahr 520 v.Chr. hießen in ihrer hebräischen (bzw. aramäischen) Muttersprache „Jehoshua”. Im Griechischen werden beide „Iesous” genannt. Einem griechischen Leser der alttestamentlichen LXX-Übersetzung wäre also der Name „Iesous” (Jesus) vom Alten Testament her geläufig. Im Deutschen (wie im Englischen, Französischen und anderen Sprachen) geht diese klare Verbindung verloren, da der Name „Jesus” wie aus der Luft gegriffen erscheint. Aber dennoch hat der Name „Jesus” eine exakte alttestamentliche Entsprechung, nämlich „Josua”.

Jesus von Nazareth ist der Spross

Angesichts dieses Zusammenhangs ist die Prophezeiung Sacharjas für uns ein direkter Volltreffer. Wir sehen hier eine Vorhersage aus dem Jahr 520 v.Chr., dass der Name des zukünftigen Sprosses „Jesus”lauten wird! Als mir das klar wurde, musste ich einfach aufhorchen. Für mich konnte das kein „reiner Zufall” sein. Hier war (und ist immer noch) eine Prophezeiung, die den kommenden Zweig (Spross) beim Namen nannte; und dieser Name weist uns direkt auf Jesus von Nazareth hin. Dieser kommende Jesus sollte, gemäß Sacharja, die Königs- und Priesterrollen in sich vereinigen. Was war die Aufgabe der Priester? Im Namen des Volkes brachten sie Gott Opfer zur Vergebung der Sünden dar. So wie Abraham mit seinem Opfer auf dem Berg Morija, und Mose mit seinem Passahlamm-Opfer, bedeckte der Priester die Sünden des Volkes durch die Tieropfer.

Der kommende „Jesus” sollte eine ähnliche Rolle ausüben und so „die Sünde dieses Landes an einem einzigen Tag entfernen”und zwar an demTag, an welchem dieser zukünftige Priester Jesus sich selbst als Opfer darbrachte, wie es bereits auf dem Berg Morija und zur Jahreszeit des Passahfestes symbolisch dargestellt worden war. Einige Zeit nach Erfüllung seiner Rolle als Priester sollte dieser Spross Jesus seinen Thron besteigen (gemäß Psalm 2) und somit „Priester sein auf seinem Thron” – wie es um 500 Jahre zuvor, ehe Jesus auf dieser Erde wandelte, von Sacharja genau, präzise und nachweislich erklärt hatte. Dieses hohe Niveau ineinandergreifender prophetischer Vorhersagen ist nichts weniger als  erstaunlich. Gibt es irgend jemand anderen in der gesamten Menschheitsgeschichte, dessen Leben auch nur im Entferntesten so vorausgesagt wurde, wie es bei Jesus von Nazareth durch die verschiedenen alttestamentlichen Propheten der Fall war. Einige Kritiker argumentieren, dass Jesus die alttestamentlichen Prophezeiungen nur dadurch „erfüllte”, dass die Verfasser der Evangelien die Lebensgeschichte Jesu einfach dem Alten Testament anpassten. Sacharjas Namensnennung des Sprosses als Jesus widerlegt dies aber, zudem der Name „Jesus” auch außerhalb der Evangelien schriftlich belegt ist.

Der jüdische Talmud, Josephus und alle weiteren Historiker, die über Jesus geschrieben haben, sowohl Freunde wie Feinde, nennen ihn stets „Jesus” oder „Christus”. Man könnte das zwar vermutlich so wegdiskutieren, dass „Jesus” doch schließlich ein halbwegs allgemeiner jüdischer Name gewesen ist – gewiss gab es andere in der jüdischen Geschichte, die Jesus hießen –, so dass es sich hier einfach um eine zufällige Namenswahl handelte. Aber überdenken wir einmal die Laufbahn dieses Jesus von Nazareth. Er hat sich ja selbst als König bezeichnet; sogar als den König. Dennoch war alles, was er in seinem Leben auf Erden vollbrachte, priesterlicher Natur. Es war Aufgabe des Priesters, im Namen eines jüdischen Gottesanbeters ein Lamm zu nehmen und Gott zum Opfer darzubringen; und der Tod und das Blut des Lammes galt als Sühne für die Sünde und Schuld der jüdischen Person.

Der Tod Jesu hatte seine Bedeutung darin, dass er ebenfalls ein an unserer Stelle Gott dargebrachtes Opfer war. Sein Tod ist die Sühnung für die Sünde und Schuld eines jeden Menschen, der Jesu Opfer bereitwillig annimmt. Die Sünde des Landes wurde buchstäblich, wie Sacharja vorausgesagt hatte, „an einem einzigen Tag” entfernt – an dem Tag, als Jesus starb. In seinem Leben bezog er sich auf seine zukünftige Königsrolle, während er alle Erfordernisse eine Priesters erfüllte. So brachte er den „Rat des Friedens (Harmonie und Einheit) zwischen beiden” Rollen zustande. Der Spross, der vor langer Zeit von David der „Messias” genannt wurde, ist in der Tat der Priester-König. Und seine Name wurde 500 Jahre vor seiner Geburt durch Sacharja vorhergesagt. Die Erschließung des Themas „Spross” im Alten Testament sollte uns mit Staunen und Wunder erfüllen. Doch es endet damit noch nicht. Ein weiterer alttestamentlicher Verfasser, eingeschoben zwischen Jeremia und Sacharja, sagte nämlich auch die Zeit seines Kommens voraus. Das wollen wir als Nächstes betrachten.

10) Das Zeichen des Zweiges: der tote Baumstumpf wiedergeboren

Als Jesus einmal mit seinen Kritikern sprach, bezog er folgenden Spruch auf sich :

 “Durchforscht nur die Schriften…..die von mir zeugen (Joh. 5, 39-40)

Mit anderen Worten gesagt: Jesus bezog diesen Spruch, in dem auf sein Leben hingewiesen wird, auf sich, wie es im Alten Testament vor Hunderten von Jahren von hebräichen Propheten vorausgesagt wurde. Diese Propheten bestanden darauf, daß die Prophezeihungen und Schriften von Gott inspiriert waren. Da kein menschlicher Verstand solche Einzelheiten Hunderte von Jahren voraussagen kann, wies Jesus seine Zuhörer auf diesen Vers hin als einen Beweis dafür, daß Jesus durch einen Göttlichen Plan kam, anstatt das ganze Evengelium als ein Produkt menschlichen Denkens zu vermeinen.

Zwei Tausend Jahre später sind die Angaben, die Jesus aus dem Alten Testament nannte, für uns noch immer geltend zur Begutachtung.   Wollen wir zuerst wiederholen. Jesus kommen würde zu noch ganz am Anfang des Alten Testaments vorausgesagt. Wir sahen dann, daß Abrahams Opfer auf bemerkenswerte Weise die Stelle nannte, an der Jesus geopfert wurde, und das Passahfest prophezeihte das Jahr, in dem es geschehen würde. Diese Angaben wurden etwa 1500 v.C. gemacht. Wir sehen, daß in Psalm 2 das erste Mal das Wort “Christus” als ein Titel für eine Person gebraucht wurde.

Psalm 2 ist etwa 100 v.C. geschrieben worden. Der ganze Ton in diesen Schriften weist auf die Zukunft hin. Es wurde jemand erwartet. Aber es hat hier nicht geendet. Noch viel mehr Prophezeihungen wurden in anderen Schriften und Themen behandelt. Jesaja (750 v.C.) fing damit an, von einem neuen Titel zu sprechen, der auch von anderen Schreibern des Alten Testaments aufgegriffen wurde: die Neugeburt eines Zweiges.

 Jesaja und der Zweig

Die folgende Darstellung zeigt Jesaja in der historischen Linie mit anderen Schreibern des Alten Testaments (siehe: Wie sieht die Geschichte der Juden aus?).

Historische Zeitlinie mit Jesaja und anderen Propheten des Alten Testaments

Historische Zeitlinie mit Jesaja und anderen Propheten des Alten Testaments. Wie oben angeführt, lebte Jesaja während der Regierung der davidischen Könige.

 

 

 

 

Sie ersehen aus den farbigen Linien, daß Jesajas Buch in der Davidischen Zeit (1000 – 600 v.C.) geschrieben wurde. In dieser Zeit, etwa um 750 v.C. war die Dynastie und das Königreich verdorben und bestechlich. Jesaja schrieb sein Buch unter dem Vorwand, daß er das Volk anklagte und zur Umkehr zu Gott leiten wollte und das Gesetz Moses wieder anzunehmen. Aber Jesaja wußte, daß diese Umkehr nicht stattfinden würde, und deshalb prophezeihte er die Zerstörung des Landes und der königlichen Dynastie.

Jesaja gebrauchte den Baum als Beispiel für die Dynastie

 

Er gebrauchte eine bestimmte Verwandlung – den Baum, für die Darstellung der königlichen Dynastie. Dieser Baum hat seine Wurzeln in Isai, dem Vater des Königs David. Durch Isai fing die Dynastie mit David an und durch seinen Nachfolger Salomo gedieh und entfaltete sich der Baum.

Erst ein Baum….dann ein Stumpf…dann ein Zweig

Jesaja schrieb, daß dieser Baum der Dynastie bald abgehauen würde, daß nur ein Stumpf übrigbleiben würde. Er began seine Ausführung mit dem Beispiel des Baumes, der dann ein Rätsel für den Stumpf und den Zweig

“Es wird ein Reis hervorgehen aus dem Stumpf Isais. Ein Zweig wird aus seinen Wurzeln hervorbrechen. Auf ihm wird ruhen der Geist des Herrn, der Geist der Weisheit und der Einsicht, der Geist des Rates und der Kraft, der Geist der Erkenntnis und der Furcht des Herrn” (Jesaja 11, 1-2)

Der Baum wurde etwa 150 Jahre nach Jesaja abgeschlagen – ca. 600 v.C. als die the stump of isaiah-germanBabylonier Jerusalem besiegten und die Einwohner mitsamt dem König ins Exil nach Babylon abschleppten (angezeigt durch die rote Linie im Diagram). Isai war der Vater des Königs David und dadurch die Wurzel der davidischen Dynastie. Der “Stumpf Isais” war daher, ein Hinweis auf die zerschmetterte und gebrochene Dynastie des Königs David.

Der Zweig: ein “Er” aus dem Hause Davids mit viel Weisheit

Dieses Rätsel hat weiter in die Zukunft gesehen als nur das Abschlagen des Baumes. Jesaja ha genauestens vorhergesagt, daß, obwohl “der Stumpf” (die Stammeslinie Davids von Isai) allem Anschein nach tot ist (wie alle Stumpfen aussehen), daß eines Tages in weiter Ferne sich ein kleiner Stiel zeigen würde, der dann zum Zweig wird, so wie ein neuer Stiel aus einem richtigen Baumstumpf wachsen kann.

the shoot of isaiah-germanDieser Zweig wird im Buch Jesaja “Er” genannt. Also spricht Jesaja von einem zukünftigen Mann, der aus dem Hause Davids kommen wird, nachdem die Dynastie abgeschlagen war. Dieser Mann wird Qualitäten haben wie Weisheit, Kraft und die Gewißheit, daß der Geist Gottes auf ihm ruhen wird.

Jesus – ein “Er” aus Davids Haus mit Weisheit ausgestattet

Jesus paßt in die Beschreibung des zukünftigen Zweiges vom “Stumpf des Isai”, weil Isai und David seine Vorfahren waren. Bewundernswert ist die Erwähnung der Weisheit und des Verstehens Jesu in den Evangelien. Sein

Scharfsinn und Klugheit, mit der er seinen Gegnern begegnete, beeindruckte damals die Menschen sowie auch heute. Seine Kraft bei Wundern ist nicht zu leugnen. Man kann wählen, sie nicht zu glauben, aber man kann sie nicht abstreiten. So wie seine Herkunft aus Davids Haus ist, so ist Jesus auch mit

den außergewöhnlichen Qualitäten, wie Weisheit und Kraft, die Jesaja vorhergesagt hatte, ausgestattet, und kann daher als der neue Zweig von einem Stumpf bezeichnet werden.

Jeremia und der Zweig

Es ist ein Wegweiser, den Jesaja in der Geschichte aufgestellt hat. Aber das war nicht das Ende. Dieser Wegweiser ist das erste Zeichen. Jeremia, der 150 Jahre nach Jesaja gelebt (Siehe in der Zeitleiste oben) und buchstäblich den Umschlag des Baumes mit angesehen hatte, schrieb:

” Siehe, es kommen Tage, spricht der Herr, da werde ich dem David einen gerechten Sproß erstehen lassen. Er wird als König herrschen, weise regieren und Recht und Gerechtigkeit üben im Lande. In jenen Tagen wird Juda geholfen werden, und Israel wird in Sicherheit wohnen. Das ist der Name, den man ihm gibt: Der Herr ist unsere Gerechtigkeit!”  (Jeremia 23, 5-6)

Jeremia erklärt genau das Thema über den Zweig aus der davidischen Dynastie, die mit Isai viel früher angefangen hat. Der Zweig wird ein regierender König sein. Und genau das wird in Psalm 2 vorhergesagt, daß ein Sohn Gottes erscheinen wird, Chrisus, Messias. Könnte es sein, daß der Zweig und der Sohn Gottes dasselbe bedeuten?

Der Zweig: Der Herr ist unsere Gerechtigkeit

Doch wie wird dieser Zweig genannt? Weshalb wird also kein anderer Name gebraucht als der Herr, der auch unsere (der menschliche) Gerechtigkeit ist? Wie wir schon bei Abraham gesehen haben, ist das schwerwiegende Problem, daß die Menschheit verdorben ist, und daher unbedingt die Gerechtigkeit braucht. Hier sehen wir einen Wink in der Beschreibung des Zweiges, daß die Menschen in Jeremias Zukunft die nötige Gerechtigkeit bekommen werden, bestätigt durch den Herrn Javeh (der Name für Gott im Alten Tetament).

Doch wie soll das geschehen? Sacharja gibt uns mehr Einzelheiten über den kommenden Zweig, in dem er sogar den Namen Jesus erwähnt.

Diese Tatsachen werden wir im nächsten Artikel verarbeiten.

7) Die Verheißung, welche uns Rechtschaffenheit offenbart

In meinem vorhergehenden Artikel sahen wir, daß Abraham einfach durch Glauben den unerläßlichen Rang als “Rechtschaffener” erhielt. Dies ist durch den kurzen Satz aus 1.Mose 15,6 bezeugt:

“Abraham glaubte dem Herrn, und das rechnete er ihm zur Gerechtigkeit”.

Glaube hat nichts mit Gottes Existenz zu tun

Ich will jetzt klarlegen, was es bedeutet “Abraham glaubte”. Viele Leute, mit denen ich rede, denken, daß “glauben” heißt an die Existenz Gottes zu glauben. Oft habe ich gehört: “oh, ich glaube an Gott”, womit gemeint ist “ich glaube, daß Gott existiert”. Es sieht so aus, als ob wir denken, daß Gott beeindruckt und erfreut ist, wenn wir seine Existenz bestätigen.

Die Bibel ist da anderer Meinung. Jakobus 2, 19 ” Du glaubst, daß nur einer Gott ist? Du tust wohl daran: die Teufel glauben’s auch und zittern”. In der Bibel steht, daß wir mit einfachem Glauben an Gottes Existenz uns mit dem Teufel in einer Liga befinden. Man kann selbst entscheiden, wieviel Sicherheit davon erwartet werden kann. Natürlich ist es wahr, daß Abraham an Gottes Existenz glaubte, daber dies ist hier nicht die Hauptsache.

Die harsche Wirklichkeit für Abraham war, daß er mit über 80 Jahren noch keinen Sohn hatte. Gott versprach Abraham, daß er ihm einen Sohn schenken werde. Dieses Versprechen drängte Abraham auf den Scheideweg: zur Wahl stand nicht Glaube an Gottes Existenz, sondern die Frage ob er das ihm von Gott gegebene Versprechen glauben soll oder nicht. In diesem Fall entschied sich Abraham zu glauben. Er traute auf Gottes Versprechen. In diesem Sinn ist “Glaube” synonym mit “Vertrauen”. Er traute Gott in der für ihn sehr wichtigen Sache, auch wenn – oberflächlich gesehen – sie nicht sehr hoffnungsvoll aussah.

Also, Abraham glaubte an das Versprechen für einen Sohn. Dafür schenkte ihm Gott zusätzlich zu seinem Versprechen die Rechtschaffenheit als Ehre. Schließlich erhielt Abraham beides: das eingelöste Versprechen (ein Sohn, von welchem eine große Nation abstammen wird,) und Rechtschaffenheit als zusätzliches Geschenk.

Rechtschaffenheit – nicht durch Verdienst oder Bemühung

Ich hatte die Gelegenheit, mich mit Leuten verschiedener Religionen und Philosophien zu unterhalten. Es hat mich beeindruckt, daß, obwohl ihre Theorien stark variieren können, fast jeder, mit dem ich rede oder von dem ich lese, annimmt, daß Rechtschaffenheit entweder durch Verdienst erhalten wird oder aber durch besondere Bemühungen asketischer Verneinung oder “gutes” Benehmen verdient wird. Wir erörtern, daß mehr gute Taten als schlechte oder eine bestimmte Art oder Azahl religiöser Wohltaten es uns ermöglicht, Rechtschaffenheit zu gewinnen oder zu verdienen. Diese Logik habe ich unter buddhistischen Freunden in Thailand gefunden, auch unter Hindus in Indien, Mohammedanern in mohammedanischen Ländern, bei Katholiken, Protestanten, und sogar denen, die an eine “höhere Gewalt” glauben. Wir alle, Menschen überall in der Welt, leben natürlichrweise in diesem Glauben.

Ich erinnere mich an ein Interview mit Theologiestudenten, die das Seminar beendeten. Von ihnen hörte ich, daß es die Waage zwischen unseren Verdiensten und Sünden ist, die unsere Rechtschaffenheit bestimmt.

Aber Abraham hat Rechtschaffenheit nicht verdient, sie wurde ihm als Ehrengeschenk gegeben. Also, worin liegt der Unterschied?

Es ist klar: wenn etwas verdient ist, hat man dafür gearbeitet, man hat Anspruch darauf. Es ist als ob man einen Arbeitslohn empfängt. Ein Geschenk ist eine Gabe. Wie jedes freiwillig gegebene Geschenk ist es nicht verdient, sondern wird einfach gegeben und angenommen.

Der Bericht über Abraham überstürzt unser allgemeines Verständnis, daß Rechtschaffenheit vom Glauben an Gottes Existenz komme, oder durch genügend gute oder religiöse Taten erhältlich sei. Das war nicht Abrahams Wahl. Er hat einfach an das ihm gegebene Versprechen geglaubt.

Abrahams Glaube: Er hat darauf mit seinem Leben gewettet

Es war vielleicht einfach, aber bestimmt nicht leicht, sich für Glauben an dieses Verprechen auf einen Sohn zu entscheiden. Abraham hätte einfach das Versprechen mißachten können, oder einwenden können, daß, wenn Gott wirklich Willen und Gewalt hätte, ihm einen Sohn zu schenken, er es schon lange vorher getan hätte.

Zu diesem Zeitpunkt waren nämlich beide, Abraham und Sarah (seine Frau) zu alt, weit über die fruchtbaren Jahre hinaus. Man bedenke, daß als ihm zuerst eine “große Nation” versprochen wurde, er schon 75 Jahre alt war. Als Reaktion darauf verließ er seine Heimat und zog nach Kanaan. Seither sind viele Jahre vergangen. Abraham und Sarah sind sehr alt geworden und hatten nicht ein einziges Kind, geschweige denn eine Nation!

Er könnte gemeint haben: “Warum hat Gott mir nicht schon längst einen Sohn geschenkt, wenn er es könnte?” Obwohl er sicherlich unbeantwortete Fragen über das Versprechen hatte, hat er doch an den versprochenen Sohn geglaubt. Er glaubte dem Gott, der ihm das Versprechen gab, auch wenn er nicht alles verstand was Gott damit im Sinn hatte.

Der Glaube an das Versprechen verlangte aktives Warten. Während er in Zelten im Gelobten Land Kanaan auf das Kommen der versprochenen Sohnes wartete, war – in gewissem Sinn – sein ganzes Leben unterbrochen. Es wäre viel einfacher gewesen, das Versprechen zu rationalisieren, und in die Zivilisation von Mesopotanien (heutiges Irak) zurückzuziehen. Sein Bruder lebte mit seiner Familie noch immer dort.

Abraham mußte Tag für Tag jahrelang wartend auf die Erfüllung des Versprechens mit den Schwierigkeiten des anhaltenden Glaubens an das Versprechen leben. Er hat das Versprechen so ernst genommen, daß es die normalen Lebensziele wie Sicherheit, Behaglichkeit und Gesundheit weit übertraf. Das Leben mit der Aussicht auf das Versprechen bedeutete wirklich das Ende für die normalen Lebensziele. Der Glaube an das Versprechen zeigte Vertrauen zu Gott, sowie auch Liebe für Gott. Er hätte sich ja gegen den Glauen entscheiden können, um in die Heimat (heutiges Irak) zurückzukehren. Er hätte das Versprechen mißachten können, während er glaichzeitig an Gottes Existenz glauben und beten und anderen Menschen helfen könnte.

Aber dann hätte er nur seine Religion behalten, nicht aber das Ehrengeschenk, die Rechtschaffenheit. Der Glaube an das Versprechen übertraf bei Weitem dessen geistige Annahme.

Abraham baute das Leben, Beruf, Sicherheit, Handlungen in der Gegenwart sowie Hoffnung für die Zukunft auf das Versprechen, er wartete unermüdlich und war gehorsam. Das war Abrahams Kurs.

Abraham: ein Vorbild für uns

Der Rest des Bibel betrachtet dieses Ereignis als Wegweiser für uns. Abrahams Glaube an Gottes Versprechen und das sich daraus ergebende Geschenk der Rechtschaffenheit wird für uns ein Muster zum Nachahmen. Das ganze Evangelium basiert auf Versprechen, die Gott jedem von uns anbietet. Diese sind nicht genau so wie das bestimmte Versprechen an Abraham für einen Sohn. Sie sind aber trotzdem Versprechen, und wie in Abrahams Fall bringen sie uns zum Scheideweg. Glauben wir diese Versprechen (d.h. trauen wir ihnen) oder nicht?

Um welche Versprechen handelt es sich? Hier sind einige Beispiele:

Johannes 1, 12 – 13: Wie viele ihn aber aufnahmen, denen gab er Macht, Gottes Kinder zu werden, die an seinen Namen glauben, welche nicht von dem Geblüt, noch von dem Willen des Fleisches noch von dem Willen eines Mannes sondern von Gott geboren sind.

Johannes 5, 24 – 25: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: wer mein Wort hört und glaubet dem, der mich gesandt hat, der hat das ewige Leben und kommt nicht in das Gericht sondern er ist vom Tode zum Leben hindurchgedrungen. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: es kommt die Stunde und ist schon jetzt, daß die Toten werden die Stimme des Sohnes Gottes hören, und die sie hören werden, die werden leben.

Johannes 10, 9 – 10: Ich bin die Tür. Wenn jemand durch mich eingeht, der wird gerettet werden und wird ein- und ausgehen und Weide finden. Ein Dieb kommt nur, daß er stehle, würge und umbringe. Ich bin gekommen, daß sie das Leben und volle Genüge haben sollen.

Matthäus 11, 28 – 30: Kommet her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken. Nehmet auf euch mein Joch und lernet von mir; denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig, so werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen. denn mein Joch ist sanft und meine Last ist leicht.

Römr 6, 23: Denn der Sünde Sold ist Tod; Gottes Gabe aber ist ewiges Leben in Christus Jesus, unserem Herrn.

Ich könnte fortfahren und mehr anführen. Die Hauptsache ist jedoch, daß diese echte Versprechen sind – für Sie und mich, und sie kommen von Jesus selbst oder wurden in seinem Namen gegeben. Wir können wie Abraham entscheiden, ob wir an sie glauben oder nicht. Der Glaube an diese Versprechen verpflichtet und – wie bei Abraham – erfordert das ganze Leben. Man muß normale Lebensziele und Anstrebungen diesen Versprechen unterordnen.

Dieses Angebot, vom Evangelium auf den Tisch gelegt, fragt weder nach geistlicher Zustimmung noch nach Glauben an Gottes Existenz oder tapferen und gut gemeinten Bemühungen, um Verdienst zu ernten. Wenn man diese Versprechen glaubt und sein Leben darauf baut, dann wird man auch das Geschenk der Rechtschaffenheit bekommen. Dadurch wird man auf Abrahams Glaubenspfad gebracht. Dabei bezahlt Gott den Preis, damit Sie und ich Leben erhalten.

Die folgende Abhandlung über Abrahams Opfer zeigt, daß dies schon vorausgesehen war. Obwohl Abraham in einem anderen Zeitraum mit anderen Bräuchen und Feierlichkeiten lebte, ist er unser Vorbild. Das an Abraham gegebene Versprechen, welches buchstäblich geschichtlich und nachweisbar erfüllt wurde, steht für uns als Leuchtfeuer. Es verkündet, daß wir keine Narren sind, wenn es darum geht, zwischen dem Leben, das wir am Ende doch nicht behalten können und dem ewigen Leben, das wir – nach dem Versprechen auf ewiges Leben – nicht verlieren können, zu wählen.

6) Die Zeitlose Verheißung an einen Unbeachteten Mann – Diskret aber Unvergänglich

Heute, wo ich diesen Artikel schreibe, ist die Aufmerksamkeit der Welt auf mehrfache sportliche Meisterschaften gerichtet. Die NBA (National Basketball Association) und die NHL (National Hockey League) befinden sich in den letzten Runden ihrer Ausscheidungsspiele. Die Hockey und Basketball Meister werden in Kürze entschieden werden. Und während Nordamerikanische Fans von diesen Schauspielen gefesselt sind, ist die Aufmerksamkeit eines großen Teils der restlichen Welt auf die Cricket World Cup und das Französische Open Grand Slam Tennis Turnier gerichtet. Und dazu kommen auch noch Fußballmeisterschaften und Pokale.

Es ist erstaunlich zu bedenken, dass mit all der Aufmerksamkeit die auf diese Meisterschaften gerichtet ist, dieselben innerhalb von ungefähr sechs Monaten größtenteils in Vergessenheit geraten sein werden. Das wovon die Welt heute Notiz nimmt ist schnell in Vergessenheit geraten, während man zu anderen Vergnügen, Meisterschaften oder politischen Begebenheiten übergeht. Der letzte Schrei von heute ist morgen vergessene Historie.

In unserem vorherigen Artikel haben wir gesehen, dass dieselbe Tendenz auch auf die uralte Zeit Abrahams zutraf. Die wichtigen und spektakulären Wettkämpfe, Errungenschaften und Schauspiele welche die Fantasie von Menschen, die vor 4000 Jahren lebten, ergriffen hatten, sind heute total vergessen. Aber eine feierliche Verheißung, unauffällig an eine einzige Person gegeben und von der damaligen Welt vollkommen übersehen, wächst und entfaltet sich vor unseren Augen. Ich wies auf die offensichtliche aber oft übersehene Tatsache hin, dass die vor 4000 Jahren an Abraham gegebene Verheißung sich wörtlich, geschichtlich, und nachweisbar erfüllt hat. Dies sollte uns zu Erkennen geben, dass diese Verheißung an Abraham zumindest ein Anfangsargument für die Existenz des Gottes der Bibel bietet.

Der Bericht über Abraham fährt fort mit einigen weiteren Begegnungen mit diesem Verheißungsmachenden Gott. Abraham, (und wir die wir seine Reise verfolgen) sehen sogar noch viel mehr – nämlich, wie diese Verheißung sich vom historischen in den Bereich des Ewigen bewegt. Die Geschichte von Abraham ist nicht ein modisches aber schnell in Vergessenheit geratenes Ereignis wie die Sportmeisterschaften der Gegenwart; vielmehr handelt es sich hier um einen unbeachteten Mann der ein Fundament legt für das Verständnis wie man die Ewigkeit erlangen kann, und somit wäre es weise wenn wir davon Notiz nehmen würden.

Abraham’s Beschwerde

Etliche Jahre sind in dem Leben Abrahams verlaufen seit ihm die Verheißung in 1. Mose 12 gegeben worden ist. Abraham ist im Gehorsam der Verheißung gegenüber, nach Kanaan (das Verheißene Land), dem heutigen Israel gezogen. Dann geschahen andere erinnerungswerte Ereignisse – nur nicht das eine dass er erwartete – die Geburt des Sohnes durch den sich die Verheißung erfüllen würde. Mit Abrahams Beschwerde greifen wir den Bericht wieder auf:

Nach diesen Geschichten, begab sich’s, dass zu Abram das Wort des Herrn kam in einer Offenbarung: „Fürchte dich nicht, Abram? Ich bin dein Schild und dein sehr großer Lohn.“ Abram sprach aber: „Herr, mein Gott, was willst du mir geben? Ich gehe dahin ohne Kinder, und mein Knecht Elieser von Damaskus wird mein Haus besitzen.“ (1. Moses15:1-3)

Gottes Verheissung

Abraham hatte in dem Land gezeltet und den Anfang der ‘Großen Nation’, die ihm verheißen worden war, erwartet. Aber nichts war geschehen, und nun war er um die 85 Jahre alt. Er beschwert sich, dass Gott die Verheißung die er ihm gegeben hatte, nicht einhielt. Ihr Gespräch geht so weiter:

Und siehe, der Herr sprach zu ihm: „Er soll nicht dein Erbe sein, sondern der von deinem Leibe kommen wird, der soll dein Erbe sein.“ Und er hieß ihn hinaus gehen und sprach: „Sieh gen Himmel und zähle die Sterne: kannst du sie zählen?“ Und sprach zu ihm: „So zahlreich sollen deine Nachkommen sein!“ (1. Mose 15:4-5)

Also in diesem Wortwechsel wiederholt Gott praktisch seine ursprüngliche Verheißung indem er verkündet dass er (Abraham) einen Sohn bekommen würde, der eine Nation bilden würde die so unzählbar sein würde wie die Sterne am Himmel – viele, auf jeden Fall, aber schwer zu zählen.

Abrahams Erwiderung: Ewiges Ergebnis

Jetzt war Abraham wieder dran. Wie würde er auf diese Wiederholung der Verheißung reagieren? Was folgt ist ein Satz den die Bibel selbst als einen der wichtigsten Sätze der Bibel behandelt (da dieser Satz später mehrfach zitiert wird). Er legt das Fundament für das Verständnis des Evangeliums und offenbart den Weg zum Ewigen. Es heißt:

Abram glaubte dem Herrn, und das rechnete er ihm zur Gerechtigkeit. (1. Mose 15:6)

Es ist wahrscheinlich leichter diesen Satz zu entpacken, wenn wir die Fürwörter mit Namen ersetzen. Dann würde es so lauten:

Abram glaubte dem Herrn, und das rechnete Gott Abram zur Gerechtigkeit. (1. Mose 15:6)

Es ist nur ein kleiner und unscheinbarer Satz. Weil er ohne die Fanfare einer Meisterschaft auf und wieder abtritt, kann man ihn leicht übersehen. Aber er ist wirklich wichtig – und enthält den Samen des Ewigen. Warum? Weil in diesem kleinen Satz Abraham Gerechtigkeit erhält. Dies ist die einzig und alleinige Eigenschaft die wir benötigen um als gerecht vor Gott zu erscheinen.

Rueckschau auf unser Problem: Verdorbenheit

Obwohl wir im Bildnis Gottes geschaffen worden sind, ist von Gottes Standpunkt aus gesehen etwas geschehen dass dieses Bild verdorben hat. Das biblische Urteil ist jetzt dieses:

„Der Herr schaut vom Himmel auf die Menschenkinder, dass er sehe, ob jemand klug sei und nach Gott frage. Aber sie sind alle abgewichen und allesamt verdorben; da ist keiner der Gutes tut, auch nicht einer.“ (Psalm 14:2-3)

Die Bilder die mir geholfen haben dies besser zu verstehen, sind die Korruption der Elfen zu Orken in der ‘Lord of the Rings’ Geschichte, sowie der von der Bibel benötigte Vergleich eines Fehltreffers. Als Endergebnis von all diesem finden wir uns getrennt von einem gerechten Gott, weil wir keine Gerechtigkeit haben. Unsere Verdorbenheit hat uns ergriffen und in eine von Gott unabhängige ‘Brave New World’ versetzt, mit einer Neigung zum Nichttun des Guten, mit Sinnlosigkeit und Tod in ihrem Gefolge. Falls Sie dies bezweifeln sollten, schauen Sie nur auf die Nachrichten und das was Menschen in den letzten 24 Stunden geleistet haben.

In der Tatsache hat unsere Verdorbenheit uns bei Gott abstoßend gemacht in derselben Weise, wie wir den Körper einer verwesenden Ratte als abstoßend empfinden würden. Wir würden uns einem solchen Ding nicht nähern wollen. Der Anblick und Gestank würde uns zwingen uns fernzuhalten. Wir stehen getrennt von dem Schöpfer des Lebens, und somit bewahrheiten sich die Worte Jesajas –

Aber nun sind wir alle wie die Unreinen, und alle unsre Gerechtigkeit ist wie ein beflecktes Kleid. Wir sind alle verwelkt wie die Blätter, und unsere Sünden Tragen uns davon wie der Wind. (Jesaja 64:5)

 Abraham und Gerechtigkeit

Aber hier, eingeschoben in die Unterhaltung zwischen Abraham und Gott, finden wir die Aussage, dass Abraham Gerechtigkeit erlangt hat – und zwar die Art die Gott annimmt. Was hat Abraham nun ‘getan’ um diese Gerechtigkeit zu erwerben? Wiederum so unscheinbar, dass wir dies Sache fast verpassen könnten, heißt es über Abraham, dass er ‘glaubte’. Das ist alles?! Wir haben dieses unüberwindbare Hindernis unseres verdorbenen Wesen eines ‘Orken’, und somit ist die natürliche, ja, ich wage es kaum zu sagen, universelle Tendenz der Menschheit durch die Jahrhunderte, nach kultivierten und komplizierten Religionen, Bemühungen, Ethik, asketischen Disziplinen, Lehren usw., zu suchen, – um Gerechtigkeit zu erwerben. Aber dieser Mensch, Abraham, erwarb diese hochgeschätzte Gerechtigkeit einfach durch ‘glauben’.

Aber was bedeutet das? Und was hat das mit Ihrer und meiner Gerechtigkeit zu tun? Alles! Wir werden das in unserem nächsten Artikel aufgreifen.

5) Das uralte Versprechen, das noch immer einen Widerhall in der Welt verursacht

Diese Woche ist etwas geschehen, das nicht gerade zu den wichtigsten Schlagzeilen in der internationalen Presse zählen würde. Nur ein paar Schlagzeilen von oben hat der Nachrichtendienst berichtet, daß der Israelische Premier eine Holocaust-Ausstellung in Auschwitz eröffnet hat. Nationale Wahlen, riesige Funde von Naturgas, bevorstehender Krieg mit Iran, Raketenangriffe auf Syrien, ein heiß/kalter Friedensprozess mit Palestina und nun die Holocaustausstellung – diese sind nur einige der Schlagzeilen dieses Jahres, in denen Israel eine Rolle spielt. Es scheint, daß dauernd etwas passiert, wobei Israel in den Nachrichten erwähnt wird.

Die Tatsache, daß Ereignisse in dem modernen Israel einen Widerhall in der ganzen Welt verursachen, sollte eine Frage bei interessierten Menschen aufkommen lassen, nämlich: wie ist es zu diesem eigenartigen Zustand gekommen? Um das zu verstehen, müssen wir die ersten Seiten des 1. Buches Mose in der Bibel aufschlagen. Dort wird berichtet, daß vor etwa 4000 Jahren ein einsamer und unwichtiger Mensch eine nie-endende Zeltreise antrat; heute ist sein Name weltbekannt. Das allein ist bemerkenswert und im Zusammenhang mit dieser Geschiche mehr als nur als den historischen Wert zu erkennen. In diesem Buch wird erwähnt, daß der Ablauf dieser Geschiche unser ewiges Schicksal beeinflussen wird. Selbst wenn das nur eine geringe Möglichkeit von Wahrheit hat, dann sollten wir das sorgfältig untersuchen.

Dieser uralte Mann ist Abraham (auch Abram genannt). Der Bericht ist so alt, daß es kaum ein Zeugnis gibt, das das Geschehen bestätigt oder abweist. Aber einiges ist vorhanden. Die 17000 Ebla Tafeln, die 1975/6 in Nord Syrien gefunden wurden, sind etwa 4200 Jahre alt. Auf diesen Tafeln wird Sodom, Gomorrah, Admah, Zeboim und Zoar als die Städte auf einer Ebene genannt. Das sind dieselben Namen und Beschreibungen, die im 1. Buch Mose 13,2 und 1. Buch Mose 14,2 genannt wurden, Stellen, an denen Abraham gezeltet hat. So haben wir nun einigen Hinweis, daß der Bericht ernst genommen werden muß.

Die Versprechen an Abraham

Der biblische Bericht über Abraham fängt damit an, daß Gott Abraham folgende Versprechen macht.

“Ich will dich zum großen Volk machen, ich will dich segnen Ich will dir einen großen Namen machen. Du sollst ein Segen sein! Ich will segnen, die dich segnen; und will verfluchen, die dich verfluchen, und in dir sollen gesegnet werden alle Geschlechter auf Erden.” 1. Mose 12, 2-3

….erfüllte, daß Abrahams Name groß wurde

Viele von uns fragen sich heute ob es einen Gott gibt und zweifeln daran, daß er sich wirklich geoffenbart hat wie es in der Bibel berichtet wird. Hier haben wir vor uns das Versprechen, von dem Teile davon bestätigt sind. Dieser Bericht zeichnet genau Gottes Versprechen an Abraham auf: Ich will dir einen großen Namen machen. Wir leben im 21 Jahrhundert, und der Name Abraham/Abram ist einer der meist erkannten Namen in der Geschichte. Dieses Versprechen hat sich buchstäblich und historisch bestätigt. Die früheste Kopie von dem Buch Mose ist von den Schriftrollen vom Toten Meer, die 200 – 100 v.Chr. datiert sind. Das heißt, daß dieses Versprechen seit dem in der Schrift festgehalten worden ist. Damals war weder die Person noch der Name Abraham bekannt, nur wenige Juden, die der Torah folgten, kannten ihn. Nun sehen wir, daß die Erfüllung dieses Versprechens erst nach der Schrift erfolgte, nicht vorher. Das ist nicht ein Fall der Erfüllung nach dem Geschehen.

 …..zum großen Volk

Nicht weniger erstaunlich ist, daß Abraham wirklich nichts besonderes in seinem Leben vollbrachte, um seinem Namen groß zu machen. Er hat nichts besonderes geschrieben (wie Homers ‘Iliad/Odyssee” oder Hammurabis Gesetz), er hat kein Königreich regiert (wie die Pharaohs von Ägypten), er hat keine großen Feldzüge gemacht (wie Hannibal oder Alexander, der Große), noch hat er irgendetwas erfunden. Er hat wirklich nichts gemacht, außer in Zelten zu wohnen und neue Stämme zu zeugen. Wenn Sie Spaß am Wetten hätten, dann würden Sie Ihr Geld auf die Namen von vielen Königen, Generälen, Krieger oder auch Hofdichter setzen, die damals schon ihre großen Namen hatten. Aber ihre Namen sind längst vergessen, während der Name eines Mannes, der es gerade geschafft hat, in der Wildnis einige Söhne zu haben, in aller Welt bekannt ist. Sein Name ist nur deshalb groß, weil die Stämme, die er gezeugt hat, von ihm berichtet haben; und so wurden Einige und Nationen groß, die von ihm abstammten. Genau so wurde das Versprechen gemacht in Mose 12 (ich will dich zum großen Volk machen… ich will dir einen großen Namen machen). Mir fällt kein anderer Name in der Geschichte ein, der so berühmt für seine Nachkommen ist, statt durch irgendwelche Errungenschaft.

 Der Wille Eines, der Versprechen macht

Die Volksgruppe, die von Abraham stammt – die Juden-, war eigentlich nie eine Nation, die man meistens mit Größe bezeichnet. Juden haben keine großen Gebäude gebaut wie die Pyramiden der Ägypter, sie schrieben kaum über Philosophie wie die Griechen, noch haben sie regiert wie die Römer. Das waren alles Weltmächte, die durch militärische Feldzüge ihre Grenzen erweiterten. Die Größe der Juden besteht hauptsächlich darin, daß einige bemerkenswerte Menschen aus ihrer Nation das Gesetz und das Buch geschrieben haben, Über Tausende von Jahren sind sie eine besondere Volksgruppe geblieben. Ihre Größe hat nichts mit besonderen Errungenschaften zu tun, sondern mit dem, was an ihnen und durch sie geschah. Nun wollen wir den Grund untersuchen, auf dem das Versprechen steht.  Da steht – schwarz auf weiß – wiederholt: “ich will..” Die einmalige Größe dieses Volkes wird wieder durch das Versprechen Gottes bestätigt. Sie ist nicht durch irgendein angeborenes Talent, einen Sieg oder eine besondere Macht dieser Nation geschehen. Das allgemeine Interesse an dem täglichen Geschehen in Israel beweist auch die Wichtigkeit dieses Volkes. Wir hören kaum regelmäßige Nachrichten aus Ungarn, Norwegen, Papua Neuguinea, Bolivien oder die Mittelafrikanische Republik, – alles Länder, die ziemlich die gleiche geographische Landfläche wie Israel haben.

Es ist nichts in der Geschichte, das dieser Proklamation gleichkommt. Das alte Versprechen, genau so wie es diesem alten Mann verkündet wurde, hat sich buchstäblich erfüllt. Er traute diesem Versprechen. Wie leicht könnte dieses Versprechen fehlschlagen? Statt dessen hat es sich entwickelt und entsickelt sich noch immer so wie es vor Tausendeen von Jahren prophezeit wurde. Tatsächlich läßt sich nichts dagegen einwenden, daß dieses nur durch die Kraft und Authorität des Einen ist, der das Versprechen gemacht hat.

 Der Trek, mit dem die Welt noch immer zu tun hat

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Diese Karte zeigt den Weg an, den Abraham gereist ist. Die Bibel berichtet, “da brach Abraham auf, wie der Herr ihm geboten hatte” (1. Mose 12, 4). Er fing seine Reise an wie sie auf der Karte angezeichnet ist. Noch heute ist dieses Land im Vordergrund des täglichen Geschehens.

Der Segen für uns

Das ist aber nicht das Ende. Es liegt noch mehr in dem Versprechen. Der Segen war nicht nur für Abraham, denn es heißt ” in dir sollen gesegnet werdenalle Geschlechter auf Erden” (1. Mose 12, 3), das heißt: durch Abraham. Hier sollten wir aufmerken! Sie und ich sind ein Teil der “alle Geschlechter auf Erden”, ganz gleich welcher Religion, Herkunft, Wohnort, Stellung in der Gesellschaft haben oder welche Sprache wir sprechen. Der Bereich des Versprechens von einem Segen schließt alle ein, die heute leben. Wie? Wann? Welche Art von Sgen? Das ist nicht ganz klar, aber das ist der Anfang von etwas, das uns alle angeht. Da wir nun wissen, daß die ersten Teile der Verheißung sich erfüllt haben, können wir mit Gewißheit annehmen, daß auch der letzte Teil in Erfüllung gehen wird. Wir brauchen nur den Schlüssel, um diese Verheißung zu erschließen. Wir werden den Schlüssel finden, wenn wir der Reise Abrahms weiter folgen werden. Den Schlüssel zur “Gerechtigkeit”, den so viele in der Welt suchen, finden wir in dem nächsten Artikel, der den weiteren Weg dieses bemerkenswerten Mannes beschreibt.

* Alle genannten Bibelstellen sind nach der Übersetzung von Martin Luther zitiert.