Wieso ist die Liebesgeschichte von Ruth und Boas einzigartig?

Auf die Frage nach klassischen Liebesgeschichten würde man wahrscheinlich die von der schönen Helena (Helena von Troja) und Paris nennen (deren Liebe den in der Ilias dramatisierten Trojanischen Krieg entfachte); oder Kleopatra und Marcus Antonius (deren Liebe Rom in einen Bürgerkrieg mit Oktavian/Augustus Caesar verwickelte), oder Romeo und Julia, Die Schöne und das Biest, oder vielleicht auch Aschenputtel und der Märchenprinz. In ihnen kommen Geschichte, Popkultur und romantische Belletristik zusammen, die unsere Herzen, Gefühle und Träume in ihren Bann ziehen.

Die Liebesgeschichte von Ruth und Boas

Erstaunlicherweise hat die Liebe, die zwischen Ruth und Boas aufkeimte, sich als weit dauerhafter und edler erwiesen als irgend eine dieser genannten Liebesaffären. Zudem wirkt sie sich immer noch auf alle heute lebenden Billionen von Menschen aus – über dreitausend Jahre nachdem diese Liebenden sich kennen lernten. Ihr Liebesverhältnis ist auch das Bild einer mystischen und geistlichen Liebe, die dir und mir gilt. Die Geschichte von Ruth und Boas handelt von einer kulturübergreifenden und verbotenen Liebe, von Immigration und dem Verhältnis zwischen einem einflussreichen Mann und einer verletzlichen Frau – und passt genau in die heutige Zeit der #MeToo-Bewegung (gegen sexuelle Gewalt). Sie wird für uns zu einem Konzept für die Grundlage einer gesunden Ehe. Gemessen an diesen Werten, lohnt es sich, die Geschichte von Ruth und Boas kennen zu lernen.

Ihre Liebe wird in der Bibel im Buch Ruth geschrieben. Es ist ein kurzes Buch – nur um 2200 Wörter, die zu lesen es sich lohnt (hier). Es betrifft die Zeit um etwa 1150 v. Chr., womit es die älteste aller schriftlich festgehaltenen Liebesgeschichten ist. Das Buch wurde etliche Male verfilmt.

Hollywoodfilm über die Liebesgeschichte von Ruth

Die Liebesgeschichte von Ruth

Naemi und ihr Mann samt ihren zwei Söhnen verlassen Israel, um der dortigen Trockenheit und Hungersnot zu entkommen und sich im nahegelegenen Land Moab (dem heutigen Jordanien) niederzulassen. Nach ihrer Heirat mit ortsansässigen Frauen sterben die beiden Söhne wie auch Naemis Mann und hinterlassen sie allein mit ihrer Schwiegertochter. Naemi entscheidet sich, in ihr Heimatland Israel zurückzukehren, und eine ihrer Schwiegertöchter, nämlich Ruth, entschließt sich, sie zu begleiten. Nach langer Abwesenheit ist Naemi nun wieder in ihrem Geburtsort Bethlehem – als mittellose Witwe, begleitet von Ruth, einer jungen und schutzlosen moabitischen Einwanderin.

Ruth und Boaz begegnen sich

Gänzlich ohne Einkommen, geht Ruth aus, um Getreide zu sammeln, das die Erntearbeiter auf den Feldern liegen gelassen haben. Das Gesetz Moses schrieb als soziales Netz vor, das die Erntearbeiter ein paar Ähren auf den Feldern hinterlassen sollten, damit verarmte Einwohner etwas zu essen hätten. Zufällig, wie es scheint, befindet Ruth sich zum Getreidesammeln auf den Feldern eines reichen Gutsbesitzers namens Boas. Dieser bemerkt Ruth unter anderen, die eifrig dabei sind, die von seinen Landarbeitern hinterlassenen Ähren einzusammeln. Er befiehlt seinen Vorabeitern, zusätzliche Getreidereste auf dem Feld liegen zu lassen, damit Ruth noch mehr einsammeln könne.

Ruth und Boas begegnen sich. Es gibt mehrere Kunstwerke, die diese Begegnnung bildlich darstellen

Weil Ruth nun mengenweise Getreide auf den Feldern Boas‘ vorfindet, kommt sie jeden Tag dort hin, um es einzusammeln. Boas, stets der Schutzherr, sorgt dafür, dass Ruth von seinen Arbeitern weder angepöbelt noch sexuell belästigt wird. Ruth und Boas sind zwar an einander interessiert, machen aber wegen der Unterschiede an Alter, gesellschaftlicher Stellung und nationaler Herkunft keine Annäherungsversuche. Hier übernimmt Naemi die Vermittlerrolle. Sie unterweist Ruth, sich eines Nachts furchtlos neben Boas schlafen zu legen, nachdem dieser das Einbringen der Ernte gefeiert hat. Boas versteht dies als eine Art Heiratsantrag und beschließt, Ruth zu heiraten.

Boas, der verwandte Erlöser (hebräisch: Goel)

Doch die Situation ist komplizierter als die gegenseitige Liebe der beiden. Neomi ist eine Verwandte des Boas; und da Ruth ihre Schwiegertochter ist, ist auch sie durch Einheirat mit Boas verwandt. Boas musste sie als “Goel” – als verwandter Erlöser – heiraten. Das bedeutete, dass er sie gemäß dem mosaischen Gesetz “im Namen” ihres ersten Ehemanns (Neomis Sohn) heiraten müsste, um so für sie sorgen zu können. Dazu gehörte auch, dass Boas die Felder von Neomis Familie aufkaufen müsste. Obschon das Boas ziemliche Kosten verursachte, war es nicht das größte Hindernis. Es gab da noch einen näheren Verwandten, der das Vorkaufsrecht auf die Felder der Familie Neomis hatte (und ebenso das Erstrecht darauf, Ruth zu ehelichen). Folglich hing eine Heirat von Ruth mit Boas davon ab, ob ein anderer Verwandter die Verpflichtung übernehmen wollte, für Neomi und Ruth zu sorgen. Bei einer öffentlichen Versammlung der Stadtältesten lehnte dieser Inhaber des Vorrechts die Heirat ab, da sie für seine Besitztümer ein Risiko darstellte. Somit hatte Boas freie Hand, Neomis Familienbesitz aufzukaufen (zu “erlösen”) und Ruth zu heiraten.

Das Vermächtnis von Ruth und Boas

In ihrer Ehe hatten sie ein Kind namens Obed, der seinerseits der Großvater König Davids wurde. David wurde verheißen, dass “ein Gesalbter‘ (griech. ein “Christus”) aus seiner Familie kommen würde. Weitere Prophezeiungen folgten, und schließlich wurde Jesus Christus in Bethlehem geboren, in demselben Ort, wo Ruth und Boas sich vor langer Zeit begegnet waren. Ihre romantische Begegnung, Heirat und Stammeslinie resultierte in einem Nachkommen, der heute die Grundlage unseres modernen Kalenders und globaler Feiertage wie Weihnachten und Ostern darstellt – nicht schlecht für eine romantische Begegnung vor über 3000 Jahren in einem staubigen Dorf!

Vorstellung einer größeren Liebesgeschichte

Ritterlichkeit und Respekt zeichneten den vermögenden und einflussreichen Boas darin aus, wie er mit Ruth, einer mittellosen Ausländerin, umging. Darin ist er ein Vorbild im Gegensatz zu den Belästigungen und Ausbeutungen, gegen die sich die heutige #MeToo-Bewegung richtet. Der geschichtlich außerordentliche Einfluss der Familie, die aus dieser romantischen Begegnung und Eheschließung hervorging, und die jedesmal ersichtlich ist, wenn wir auf unseren elektronischen Geräten das Datum ablesen, ist das bleibende Vermächtnis dieser Liebesgeschichte. Doch die Liebesgeschichte von Ruth und Boas ist ebenso das Bild einer noch größeren Liebe – einer Liebe, zu der du und ich eingeladen sind.

Die Bibel meint uns in einer Weise, die uns an Ruth erinnert, wenn sie sagt:

Und ich will sie mir im Land ansäen und mich über die “Unbegnadigte” erbarmen  (Hosea 2:25)

Der alttestamentliche Prophet Hosea (ca. 750 v.Chr.) benutzte die Versöhnung, die in seiner eigenen gescheiterten Ehe stattfand, als ein Bild der Liebe Gottes, die uns zu ihm hinzieht. Ähnlich wie Ruth, die als eine Ungeliebte ins Land kam, dann aber bei Boas Liebe fand, will Gott seine Liebe selbst denen erweisen, die sich weit entfernt von seiner Liebe wähnen. Dies wird im Neuen Testament zitiert (Römer 9,25), um zu zeigen, wie weit Gott in seiner Liebe den ihm Fernstehenden entgegenkommt.

Worin zeigt sich seine Liebe? Jesus, der Nachkomme von Boas und Ruth, ist der im Fleisch gekommene Gott und somit unser “verwandter Erlöser”, wie Boas es für Ruth war. Jesus zahlte unsere Sündenschuld vor Gott, als er auf Golgatha gekreuzigt wurde; und so heißt es in…

… der sich selbst für uns hingegeben hat, um uns von aller Gesetzlosigkeit zu erlösen und für sich selbst ein Volk zum besonderen Eigentum zu reinigen, das eifrig ist, gute Werke zu tun. (Titus 2:14)

So wie Boas als “verwandter Erlöser” den Preis zahlte, um Ruth zu erlösen (loszukaufen), ist auch Jesus unser “verwandter Erlöser”, der den Preis mit seinem Leben bezahlte, um uns zu erlösen.

Ein Vorbild für unsere Ehen

Die Art und Weise wie Jesus (und Boas) den Erlösungspreis zahlten und so die Braut gewannen, ist ein Vorbild für den Aufbau unserer Ehen. Die Bibel erläutert, wie wir unsere Ehen gründen und erhalten können: 

21 Ordnet euch einander unter in der Furcht Gottes! 22 Ihr Frauen, ordnet euch euren eigenen Männern unter als dem Herrn; 23 denn der Mann ist das Haupt der Frau, wie auch der Christus das Haupt der Gemeinde ist; und er ist der Retter des Leibes. 24 Wie nun die Gemeinde sich dem Christus unterordnet, so auch die Frauen ihren eigenen Männern in allem.

25 Ihr Männer, liebt eure Frauen, gleichwie auch der Christus die Gemeinde geliebt hat und sich selbst für sie hingegeben hat, 26 damit er sie heilige, nachdem er sie gereinigt hat durch das Wasserbad im Wort, 27 damit er sie sich selbst darstelle als eine Gemeinde, die herrlich sei, sodass sie weder Flecken noch Runzeln noch etwas Ähnliches habe, sondern dass sie heilig und tadellos sei.

28 Ebenso sind die Männer verpflichtet, ihre eigenen Frauen zu lieben wie ihre eigenen Leiber; wer seine Frau liebt, der liebt sich selbst. 29 Denn niemand hat je sein eigenes Fleisch gehasst, sondern er nährt und pflegt es, gleichwie der Herr die Gemeinde.

30 Denn wir sind Glieder seines Leibes, von seinem Fleisch und von seinem Gebein. 31 ”Deshalb wird ein Mann seinen Vater und seine Mutter verlassen und seiner Frau anhängen[d], und die zwei werden ein Fleisch sein”.

32 Dieses Geheimnis ist groß; ich aber deute es auf Christus und auf die Gemeinde. 33 Doch auch ihr — jeder von euch liebe seine Frau so wie sich selbst; die Frau aber erweise dem Mann Ehrfurcht. (Epheser 5:21-33)

Boas und Ruth gründeten ihre Ehe auf Liebe und Respekt; ebenso ist Jesu Fürsorge für seine Gemeinde ein Vorbild für Ehemänner, aufopferungsbereit ihre Ehefrauen zu lieben. Wir täten daher gut daran, unsere Ehen nach denselben Werten auszurichten.

Eine Hochzeitseinladung an dich und mich

Wie es sich für alle guten Liebesgeschichten gehört, endet die Bibel mit einer Hochzeit. So wie Boas den Preis zahlte, der die Erlösung Ruths und ihre anschließende Hochzeit ermöglichte, hat der Preis, den Jesus zahlte, unserer himmlischen Hochzeit den Weg geebnet. Diese Hochzeit ist nicht bildlich, sondern wirklich gemeint. Alle, die diese Einladung zur Hochzeit annehmen, werden “die Braut Christi” genannt. So steht es in…

Lasst uns fröhlich sein und jubeln und ihm die Ehre geben! Denn die Hochzeit des Lammes ist gekommen, und seine Frau hat sich bereit gemacht. (Offenbarung 19:7)

Alle, die das Erlösungsangebot Jesu annehmen, gehören zu seiner “Braut”. Diese Hochzeit im Himmel wird uns allen angeboten. Die Bibel schließt mit dieser Einladung an mich und dich, als Chrsti Braut an dieser Hochzeit teilzunehmen.

 Und der Geist und die Braut sprechen: Komm! Und wer es hört, der spreche: Komm! Und wen da dürstet, der komme; und wer da will, der nehme das Wasser des Lebens umsonst! (Offenbarung 22:17)

Die Beziehung zwischen Ruth und Boas ist ein Vorbild der Liebe, das sich heute noch auswirkt. Sie ist ein Bild des himmlischen Liebesverhältnisses Gottes zu uns. Er wird sich mit all denen vermählen, die seinen “Heiratsantrag” annehmen. Wie bei allen Heiratsanträgen, sollte sein Angebot erwägt und geprüft werden, ob es zu akzeptieren ist oder nicht. Beginne hier mit dem dargelegten Plan am Anfang, hier, um zu sehen, wie ernst Gott es meint, hier, wie der Erlöser den Preis zahlte, and hier, um festzustellen wie alles bereits vor langer Zeit vorhergesagt worden war, so dass wir wissen dürfen, dass es sich wirklich um Gottes Antrag handelt.

Was sind die Zehn Gebote? Was lehren sie uns?

Mose schrieb die ersten fünf Bücher der Bibel (den Pentateuch), die die Geburt des israelitischen Volkes vor Tausenden von Jahren beschreiben. Mose erhielt den Auftrag, die Israeliten zu befreien, damit sie für die umliegenden Völker ein Licht sein sollten. Er begann damit, die Israeliten (oder Juden) durch eine als Passah (oder Pessach) bezeichnete Rettungsaktion – in der Gott die Israeliten auf eine Art und Weise befreite, die auf eine zukünftige Befreiung der gesamten Menschheit hindeutete – aus der Sklaverei in Ägypten herauszuführen. Doch Mose hatte nicht nur das Ziel, die Israeliten aus der ägyptischen Sklaverei heraus-, sondern auch in eine neue Lebensweise hineinzuführen. So brachte Mose die Israeliten fünfzig Tage nach dem Passah zum Berg Sinai (oder Horeb), wo sie das Gesetz erhielten.

Also, welche Gebote erhielt Mose? Obwohl das gesamte Gesetz ziemlich lang war, erhielt Mose zunächst einen Satz spezifischer moralischer Gebote, genannt die Zehn Gebote (oder der Dekalog), die Gott auf Steintafeln geschrieben hatte. Diese Zehn Gebote bildeten sozusagen die Zusammenfassung des Gesetzes – die  moralischen Voraussetzungen für alle weiteren – und gelten heute als Gottes aktive Wirkungskraft, die uns zur Buße (Umkehr, Sinneswandlung) führt.

Die Zehn Gebote

Im Folgenden die Zehn Gebote, von Gott auf Stein geschrieben und dann von Mose im 2. Buch Mose (Exodus) verzeichnet.

1 Und Gott redete alle diese Worte und sprach:

2 Ich bin der Herr, dein Gott, der ich dich aus dem Land Ägypten, aus dem Haus der Knechtschaft, herausgeführt habe. 3 Du sollst keine anderen Götter neben mir haben!

4 Du sollst dir kein Bildnis noch irgendein Gleichnis machen, weder von dem, was oben im Himmel, noch von dem, was unten auf Erden, noch von dem, was in den Wassern, unter der Erde ist.

5 Bete sie nicht an und diene ihnen nicht! Denn ich, der Herr, dein Gott, bin ein eifersüchtiger Gott, der die Schuld der Väter heimsucht an den Kindern bis in das dritte und vierte Glied derer, die mich hassen, 6 der aber Gnade erweist an vielen Tausenden, die mich lieben und meine Gebote halten.

7 Du sollst den Namen des Herrn, deines Gottes, nicht missbrauchen! Denn der Herr wird den nicht ungestraft lassen, der seinen Namen missbraucht.

8 Gedenke an den Sabbattag und heilige ihn!

9 Sechs Tage sollst du arbeiten und alle deine Werke tun;

10 aber am siebten Tag ist der Sabbat des Herrn, deines Gottes; da sollst du kein Werk tun; weder du, noch dein Sohn, noch deine Tochter, noch dein Knecht, noch deine Magd, noch dein Vieh, noch dein Fremdling, der innerhalb deiner Tore lebt.

11 Denn in sechs Tagen hat der Herr Himmel und Erde gemacht und das Meer und alles, was darin ist, und er ruhte am siebten Tag; darum hat der Herr den Sabbattag gesegnet und geheiligt.

12 Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren, damit du lange lebst in dem Land, das der Herr, dein Gott, dir gibt!

13 Du sollst nicht töten!

14 Du sollst nicht ehebrechen!

15 Du sollst nicht stehlen!

16 Du sollst kein falsches Zeugnis reden gegen deinen Nächsten!

17 Du sollst nicht begehren das Haus deines Nächsten! Du sollst nicht begehren die Frau deines Nächsten, noch seinen Knecht, noch seine Magd, noch sein Rind, noch seinen Esel, noch irgendetwas, das dein Nächster hat! (2. Mose 20:1-17)

Der Anspruch der Zehn Gebote

Heuzutage vergessen wir manchmal, dass es sich hier um Gebote oder Befehle handelt. Es sind weder Vorschläge noch Empfehlungen. Aber inwieweit sollen wir diesen Befehlen gehorchen? Folgende Verse beziehen sich auf die Zeit gerade vor der Erteilung der Zehn Gebote:

Mose aber stieg hinauf zu Gott; denn der Herr rief ihm vom Berg aus zu und sprach… Wenn ihr nun wirklich meiner Stimme Gehör schenken und gehorchen werdet und meinen Bund bewahrt, so sollt ihr vor allen Völkern mein besonderes Eigentum sein; denn die ganze Erde gehört mir. (2. Mose 19:3,5)

Nachstehender Vers gehört in die Zeit gleich nach Erteilung der Zehn Gebote:

Darauf nahm er das Buch des Bundes und las es vor den Ohren des Volkes. Und sie sprachen: Alles, was der Herr gesagt hat, das wollen wir tun und darauf hören! (2. Mose 24:7)

Denken wir einmal darüber nach. In meinen Schulexamen gab der Lehrer uns manchmal mehrere Fragen zur Wahl (z.B. 20), verlangte aber, dass nur einige  davon zu beantworten waren. So konnten wir uns z.B. irgendwelche 15 der 20 Fragen auswählen. Jeder Schüler suchte sich natürlich die für ihn oder sie am einfachsten zu beantwortenden Fragen aus. Auf diese Weise machte der Lehrer die jeweilige Prüfung leichter.

Viele Leute machen es mit den Zehn Geboten ebenso. Sie denken, dass Gott nach Erteilung der Zehn Gebote wahrscheinlich meinte: “Versuche beliebige sechs aus diesen Zehn einzuhalten.” Wir denken so, weil wir der Meinung sind, Gott rechne unsere „guten Taten” gegen unsere „schlechten Taten” auf. Wenn unsere guten Verdienste dann unsere schlechten Unvollkommenheiten aufwiegen oder aufheben, hoffen wir, dass dies genüge, Gottes Gunst zu verdienen oder eine Eintrittskarte für den Himmel zu bekommen. Aus demselben Grund versuchen viele von uns durch religiöse Aktivitäten geistliche Verdienste zu erlangen, sei es durch den Besuch von Gottesdiensten in der Kirche, in der Moschee oder dem Tempel, durch Gebet, durch Fasten oder Spenden für die Armen. So sollen diese guten Taten hoffentlich die Zeiten aufwiegen, in denen wir eines der Zehn Gebote missachtet haben.

Dennoch, wenn wir die Zehn Gebote ehrlich lesen, sehen wir, dass sie so nicht gegeben wurden. Wir Menschen sollen ALLE Gebote halten – jederzeit! Weil dies aber schier unmöglich ist, haben viele gegen die Zehn Gebote rebelliert. Der bekannte Atheist Christopher Hitchens griff aus diesem Grund die Zehn Gebote folgendermaßen an:

 „… sodann kommt es zu den vier berühmten ‚Du sollst nicht’, die rundheraus Töten, Ehebruch, Diebstahl und Falche Zeugenaussage verbieten. Letztendlich erfolgt ein Bann gegen Begehrlichkeit, der Gelüste nach ‚deines Nächsten´… Hab und Gut verbietet. … Statt der Verurteilung böser Taten, ergeht eine seltsam formulierte Verurteilung unreiner Gedanken. … Dies fordert das Unmögliche. … Man kann zwar zwangsweise von bösen Taten abgehalten werden…, aber jemandem zu verbieten, sie auch nur in Erwägung zu ziehen, ist zuviel verlangt. Wenn Gott wirklich gewollt hätte, dass die Menschen von solchen Gedanken frei wären, hätte er sich mehr um eine andere Art von Wesen bemühen sollen.” Christopher Hitchens.  2007; God is not great: How religion spoils everything.  S.99-100 (aus dem Englischen übersetzt).

Warum erließ Gott die Zehn Gebote?

Wer der Meinung ist, dass Gott entweder eine Anstrengung von wenisgtens 50% akzeptiert oder dass er sich in der Forderung des Unmöglichen wohl geirrt haben muss, missversteht den Sinn und Zweck der Zehn Gebote. Sie wurden erlassen, um unser Grundproblem aufzudecken.

Zur Illustration ein Beipiel: Angenommen, du fällst hart auf den Boden und dann schmerzt dein Arm – du bist dir aber nicht sicher, ob du dich innerlich verletzt hast. Liegt ein Knochenbruch vor oder nicht?  Du weißt nicht, ob es einfach besser wird oder ob du für den Arm einen Gipsverband brauchst. Also läßt du den Arm durchleuchhten, und das Röntgenbild offenbart, dass der Armknochen tatsächlich gebrochen ist. Heilt nun die Durchleuchtung deinen Arm? Geht es dem Arm wegen der Röntgenaufnahme besser? Nein, der Arm ist immer noch gebrochen aber jetzt weißt du, dass er gebrochen ist und dass du ihn zur Heilung in einen Gipsverband legen musst. Das Röntgenbild hat das Problem nicht gelöst, sondern es hat das Problem aufgezeigt, damit du es richtig behandeln lassen kannst.

Die Gebote offenbaren Sünde

In gleicher Weise wurden die Zehn Gebote erlassen, damit das tief in uns liegende Grundproblem, nämlich unsere Sünde, offenbart wird. Sündigen bedeutet buchstäblich „verfehlen“ – man verfehlt das Ziel, das Gott von uns in unserem Umgang mit anderen, mit uns selbst und mit Gott erwartet. Die Bibel sagt:

Der Herr schaut vom Himmel auf die Menschenkinder, um zu sehen, ob es einen Verständigen gibt, einen, der nach Gott fragt. Sie sind alle abgewichen, allesamt verdorben; es gibt keinen, der Gutes tut, auch nicht einen Einzigen! (Psalm 14:2-3)

Wir sind alle von diesem inneren verderblichen Sündenproblem betroffen. Dies ist so ernst, dass Gott von unseren  guten Taten (von denen wir uns erhoffen, dass sie unsere Sünden aufwiegen) sagt:

Wir sind ja allesamt geworden wie Unreine und alle unsere Gerechtigkeit wie ein beflecktes Kleid. Wir sind alle verwelkt wie die Blätter, und unsere Sünden trugen uns fort wie der Wind. (Jesaja 64:5)

Unsere gerechten Verdienste in der Ausübung religiöser Konventionen oder in Wohltätigkeit für andere sind, in Abwägung mit unseren Sünden, wie ein beflecktes Kleid.

Anstatt aber unser Problem zu erkennen, neigen wir dazu, uns entweder mit anderen zu vergleichen (wobei wir die falschen Maßstäbe anlegen), uns noch strenger um religiöse Verdienste zu bemühen, oder einfach aufzugeben und uns dem Vergnügen hinzugeben. Deswegen gab Gott uns die Zehn Gebote:

 …weil aus Werken des Gesetzes kein Fleisch vor ihm gerechtfertigt werden kann; denn durch das Gesetz kommt Erkenntnis der Sünde. (Römer 3:20)

Wenn wir unser Leben am Maßstab der Zehn Gebote messen, ist es wie bei einem Röntgenbild, das uns das innere Problem aufzeigt. Die Zehn Gebote lösen nicht unser Problem, sondern offenbaren es so deutlich, damit wir Gottes Heilmittel dafür annehmen. Anstatt im Selbstbetrug zu verharren, erlaubt uns das Gesetz, uns so zu sehen, wie wir in Wahrheit sind.

Gottes Gabe erhalten wir in der Buße (Sinneswandlung)

Das Heilmittel, das Gott für uns bereithält, ist das Geschenk der Sündenvergebung durch den Tod und die Auferstehung Jesu Christi. Dies Geschenk des Lebens wird uns ohne weiteres zuteil, wenn wir unser Vertrauen und unseren Glauben auf Christi vollbrachtes Werk setzen.

Weil wir erkannt haben, dass der Mensch nicht aus Werken des Gesetzes gerechtfertigt wird, sondern durch den Glauben an Jesus Christus, so sind auch wir an Christus Jesus gläubig geworden, damit wir aus dem Glauben an Christus gerechtfertigt würden… (Galater 2:16)

So wie Abraham vor Gott gerechtfertigt wurde, können auch wir gerechtfertigt werden. Das setzt jedoch unsere Buße voraus. Buße wird oft missverstanden. Buße tun bedeutet einfach Umkehr oder Sinneswandlung, d.h. die Abkehr von der Sünde und die Hinkehr zu Gott sowie die Annahme der von ihm angebotenen Gabe. Die Bibel erklärt dies wie folgt:

So tut nun Buße und bekehrt euch, dass eure Sünden ausgetilgt werden, damit Zeiten der Erquickung vom Angesicht des Herrn kommenund er den sende, der euch zuvor verkündigt wurde, Jesus Christus… (Apostelgeschichte 3:19)

Die Verheißung, die dir und mir gilt, ist die Freisprechung von der Sünde und das Geschenk des ewigen Lebens, wenn wir in dieser Weise Buße tun.

Die Zehn Gebote im Kalender

Neben dem ersten Passah und Abrahams Prüfung, die sozusagen Gottes Beglaubigung für diesen Plan darstellen, so dass wir gewiss sein dürfen, dass es sich wirklich um seinen Plan handelt, weist auch der spezifische Tag, an dem Mose die Zehn Gebote erhielt, auf das Kommen des Heiligen Geistes hin. Das jüdische Wochenfest (oder Schawuot) ist zeitlich mit der Erteilung der Zehn Gebote abgestimmt, und deckt sich auch genau mit dem Tag der Pfingsten aus Apostelgeschichte 2, also mit dem Kommen des Heiligen Geistes.

Die Grafik verdeutlicht die Erteilung der Zehn Gebote in Beziehung zum Wochenfest und dem Kommen des Heiligen Geistes zu Pfingsten. Wochenfest, Zehn Gebote und das Kommen des Heiligen Geistes betreffen alle denselben Kalendertag.

Dass der Tag, an dem der Heilige Geist kam, um seine Wohnung in bußfertigen Menschen aufzunehmen, auf denselben Kalendertag fiel, an dem die Zehn Gebote erlassen wurden, ist Gottes Antwort auf die Beanstandung des Atheisten Christopher Hitchens. Gott ist tatsächlich um eine andere Art von Wesen bemüht  – nämlich Menschen, in denen sein Geist wohnt, so dass wir fähig sind, ein anderes Leben zu führen. Die präzise Zeitdeckung, um es nochmals zu sagen, ist Gottes Beglaubigung, seine Unterschrift auf dem Pergament der Zeit, so dass wir gewiss sein dürfen, dass sowohl das Gesetz wie auch der Geist wirklich von ihm her kommen.

[NB: Sämtliche Bibelstellen sind der Schlachter-2000-Übersetzung entnommen; die Verse können bei Luther und anderen Übersetzungen anders beziffert sein]

15) Die zeitliche Genauigkeit und Machtwirkung von Pfingsten

Pfingsten fällt immer auf einen Sonntag. Es ist ein bemerkenswerter Feiertag; aber es geht dabei nicht um das Was?, sondern vielmehr um das Wann? und Warum?, das die Hand Gottes und seine mächtige Gabe an dich und mich offenbart.

Was geschah zu Pfingsten?

Wem Pfingsten geläufig ist, hat wahrscheinlich gehört, dass an jenem Tag der Heilige Geist auf die Nachfolger Jesu herabkam und seither jedem an Christus Gläubigen innewohnt. Das war der eigentliche Geburtstag der Gemeinde Jesu (griech. ekklesia – die „Herausgerufenen”). Die Bibel berichtet über dieses Ereignis in der Apostelgeschichte, Kapitel 2. An jenem Tag wurde der Geist Gottes auf die ersten 120 Jesusnachfolger ausgegossen, die daraufhin laut hörbar in anderen Weltsprachen zu reden begannen. Das verursachte einen solchen Aufruhr, dass Tausende von Menschen, die sich zu der Zeit in Jerusalem aufhielten, neugierig herbei eilten. Vor der versammelten Menge hielt Petrus dann die erste Evangeliumsbotschaft, „… und es wurden an jenem Tag etwa 3 000 Seelen [zur Gemeinde Jesu] hinzugetan” (Apostelgeschichte 2,41). Die Zahl der Evangeliumsnachfolger hat seit jenem Pfingstsonntag stetig zugenommen.

Das geschah 50 Tage nach der Auferstehung Jesu. Während dieser 50 Tage wurden die Jünger Jesu davon überzeugt, dass Jesus von den Toten auferstanden war. Am Pfingstsonntag traten sie an die Öffentlichkeit und der Lauf der Geschichte änderte sich. Ob du an die Auferstehung glaubst oder nicht, dein Leben ist von den Geschehnissen jenes Pfingstsonntags beeinflusst worden.

Diese Auffassung von Pfingsten ist zwar korrekt, aber nicht vollständig. Viele Menschen wünschen sich eine ähnliche Wiederholung dieses Pfingstsonntags. Da die ersten Jünger Jesu eine Pfingserfahrung hatten, indem sie auf „die Gabe des Heiligen Geistes” warteten, meinen manche Christen heutzutage, dass der Geist Gottes durch ihr „Warten” in ähnlicher Weise über sie kommt. Somit flehen und warten sie, dass Gott ein weiteres Pfingsten herbeiführen möge. Wer so denkt, setzt voraus, dass der Geist Gottes damals durch menschliches Warten und Beten gekommen war. Wer so denkt, missachtet jedoch das zeitlich genaue Eintreffen des Pfingsfestes – denn das in Apostelschichte Kapitel 2 erwähnte Pfingsten war nicht das erste!

Pfingsten gemäß dem Gesetz Moses

Das „Pfingstfest” war ursprünglich ein jährliches alttestamentliches Fest. Mose (1500 v.Chr.) hatte mehrere Feste eingesetzt, die jährlich zu begehen waren. Das Passahfest war das erste Fest im jüdischen Kalender. Jesus ist an einem Passahfest gekreuzigt worden. Die präzise Zeitfestlegung seines Todes auf die Opferungen der Passahlämmer war als ein Zeichen gedacht.

Das zweite Fest war das Fest der Erstlingsfrüchte (auch „Fest der Ernte” oder „Fest der Wochen”), und im mosaischen Gesetz heißt es, dass es „am Tag nach dem Sabbat” (also am Sonntag; 3. Mose 23,11) stattfinden sollte. Jesus war am Sonntag auferstanden, so dass seine Auferstehung genau am Fest der Erstlingsfrüchte geschah. Da seine Auferstehung zum Fest der  „Erstlingsfrüchte” stattfand, gilt dies als Verheißung, dass unsere Auferstehung später erfolgen sollte (für all, die auf ihn vertrauen). Seine Auferstehung ist buchstäblich eine „Erstlingsfrucht” in Überseinstimmung mit der prophetischen Benennung des Festes.

Genau 50 Tage nach dem Sonntag der „Erstlingsfrüchte” feierten die Juden das Pfingstfest (Griech. pentecostepente = 50; auch „Fest der Wochen” genannt, da es sich um den ersten Tag nach sieben Wochen handelte). Die Juden hatten demnach bereits seit 1500 Jahren das Pfingstfest gefeiert, ehe „der Tag der Pfingsten” in Apostelgeschichte 2 erwähnt wird. Der Grund, weshalb sich Menschen aus aller Welt zum Tag der Pfingsten in Jerusalem einfanden und dort die Botschaft des Petrus hörten, war genau der, das alttestamentliche Pfingstfest zu feiern. Heutzutage feiern die Juden immer noch Pfingsten, nennen das Fest jedoch Schawuot.

Im Alten Testament lesen wir, wie das Pfingstfest zu feiern war:

16 bis zu dem Tag, der auf den siebten Sabbat folgt, nämlich 50 Tage sollt ihr zählen, und dann dem Herrn ein neues Speisopfer darbringen.[h]

17 Ihr sollt nämlich aus euren Wohnungen zwei Webebrote bringen, von zwei Zehntel [Epha] Feinmehl [zubereitet]; die sollen gesäuert gebacken werden als Erstlinge für den Herrn.

(3. Mose 23,16-17)

Die Genauigkeit von Pfingsten zeugt von einem persönlichen Verstand

Das Pfinstfest in Apostelgeschichte 2 ist eine genaue Zeitvorgabe, da es an demselben Jahrestag wie das alttestamentliche Fest der Ernstlingsfrüchte (Fest der Wochen) stattfand. Die Kreuzigung Jesu erfolgte zum Passahfest (Pessach); die Auferstehung Jesu geschah am Fest der Erstlingsfrüchte, und das Pfingstfest in Apostelgeschichte 2 deckt sich mit dem Fest der Wochen – das alles zeugt von einem persönlichen Verstand, der diese Feste geschichtlich koordiniert hat. Das Jahr hat ja viele Tage – warum also sollten die Kreuzigung Jesu, seine Auferstehung und dann das Kommen des Heiligen Geistes genau an dem jeweiligen Tag der drei Frühjahrsfeste des Alten Testaments stattfinden, außer sie seien mit Absicht so geplant? Eine solche Genauigkeit ergibt sich nur, wenn ein persönlicher Verstand dahinter steht.

Alttestamentliche Frühjahrsfeste im Vergleich zu den Ereignissen in den Evangelien

Alttestamentliche Frühjahrsfeste im Vergleich zu den Ereignissen in den Evangelien

 

Hat Lukas sich Pfingsten „zurecht gelegt”?

Nun könnte man argumentieren, Lukas (der Verfasser der Apostelgeschichte) habe sich die Ereignisse in Apostelgeschichte 2 so „ausgedacht”, dass sie am Pfingstfest stattfanden. Somit stünde sein Verstand hinter der Zeitvorgabe.  Aber sein Bericht sagt nichts darüber aus, dass Apostelgeschichte 2 die „Erfüllung” des alttestamentlichen Festes der Erstlingsfrüchte sei – er erwähnt es nicht einmal. Warum sollte er sich solche Mühe machen, diese dramatischen Ereignisse diesem Tag „anzupassen”, ohne dem Leser zu helfen, sie als „Erfüllung” des Pfingsfestes im Alten Testament zu verstehen? In Wirklichkeit berichtet Lukas so unvoreingenommen über diese Geschehnisse, anstatt sie zu interpretieren, dass die meisten Menschen heutzutage nicht einmal wissen, dass die Ereignisse von Apostelgeschichte 2 sich genau am alttestamentlichen Pfingstfest zutrugen. Viele meinen eben, Apostelgeschichte 2 berichte lediglich vom ersten Pfingstfest. Da die meisten Leser sich der Verbindung zwischen beiden Festen gar nicht bewusst sind, befände Lukas sich in der unmöglichen Lage, als Erfinder dieser Verbindung zwar ein Genie, aber in der Weitervermittlung ein völliger Versager zu sein.

Pfingsten: Eine neue Machtwirkung

Statdessen weist Lukas uns auf eine alttestamentlich Weissagung aus dem Buch Joel hin (Joel 3,1-2), die prophezeit, dass eines Tages der Geist Gottes über alle Menschen ausgegossen werde. Dies erfüllte sich am Tag der Pfingsten in Apostelgeschichte 2.

Ein Grund, weshalb das Evangelium „gute Nachricht” oder „Frohe Botschaft” ist, liegt in seiner Machtwirkung, dass uns ein anderes – besseres – Leben ermöglicht. Dieses Leben besteht im Einssein Gottes mit uns Menschen und geschieht durch die Innewohnung des Geistes Gottes in uns. Das begann am Sonntag des in Apostelgeschichte 2 berichteten Pfingsfestes. Die gute Nachricht bedeutet, dass wir unser Leben nunmehr auf einer anderen Ebene  führen können: in der persönlichen Beziehung zu Gott durch seinen Geist. Die Bibel drückt dies folgendermaßen aus:

13 In ihm seid auch ihr, nachdem ihr das Wort der Wahrheit, das Evangelium eurer Errettung, gehört habt — in ihm seid auch ihr, als ihr gläubig wurdet, versiegelt[f] worden mit dem Heiligen Geist der Verheißung,

14 der das Unterpfand[g] unseres Erbes ist bis zur Erlösung des Eigentums, zum Lob seiner Herrlichkeit

(Epheser 1,13-14)

11 Wenn aber der Geist dessen, der Jesus aus den Toten auferweckt hat, in euch wohnt, so wird derselbe, der Christus aus den Toten auferweckt hat, auch eure sterblichen Leiber lebendig machen durch seinen Geist, der in euch wohnt

(Römer 8,11)

23 und nicht nur sie, sondern auch wir selbst, die wir die Erstlingsgabe des Geistes haben, auch wir erwarten seufzend die Sohnesstellung, die Erlösung unseres Leibes.

Römer 8,23)

Der innewohnende Geist Gottes ist eine weitere Erstlingsfrucht, denn er ist sozusagen ein Vorgeschmack – eine Garantie – unserer zukünftigen vollständigen Umwandlung zu „Kindern Gottes”.

Das Evangelium bietet uns ein überfließendes Leben – nicht durch materiellen Besitz, Vergnügen, gesellschaftlichen Stand, Reichtum oder den vergänglichen Tand – alles Dinge, denen die Welt nachjagt, und die Salomo als eitle Seifenblase empfand, sondern durch den uns innewohnenden Geist Gottes. Wenn dem so ist – dass Gott uns anbietet, in uns zu wohnen und durch seine Kraft zu befähigen – dann ist das gewiss eine frohe Botschaft! Das alttestamentliche Pfingstfest, das mit feingebackenem Brot aus Sauerteig zu feiern war (3. Mose 23,17), ist ein Bild des zukünftigen  überfließenden Lebens. Die Genauigkeit zwischen dem alttestamentlichen und dem neutestamentlichen Pfingstfest ist ein vollkommener Hinweis darauf, dass Gottes Verstand und Vorhaben hinter diesen Ereignissen und dieser Machtwirkung zum überfließenden Lebens stehen.

Hat Moses den Torah geschrieben?

Zwei Ereignisse sind vor kurzem geschehen, die uns die Tiefe der Frage zeigen, die über 100 Jahre erörtert wurde: hat Moses den Torah geschrieben?

Was ist der Torah? Wer hat ihn geschrieben?

Die ersten fünf Bücher in der Bibel (1., 2., 3., 4. und 5. Buch Moses) werden von den Juden in dem Torah zusammengefaßt. Die Christen/Westlichen nennen sie den Pentateuch, und die Muslime nennen diese Sammlung Taurat. Die Tatsache, daß alle drei monotheistische Glaubensrichtungen diese Schreiben anerkennen, ist für deren kulturelle, historische und religiöse Grundlage wichtig. Bis auf den heutigen Tag haben unzählige jüdische, christliche und islamische Gelehrte diese Schreiben untersucht.

Jesus zitierte oft aus dem Torah. Sogar, als verschiedene Gelehrte aus verschiedenen Religionen mit einander wegen der Übersetzung und der Auslegung stritten, mussten sie doch zugeben, daß Moses wirklich den Torah 1500 – 1400 v.Ch. geschrieben hat.

Moses und die bestätigte Vermutung

Das hat sich im späten 19. Jahrhundert geändert, als westliche Gelehrte eine neue Idee vertreten haben, nämlich  daß Moses den Pentateuch nicht geschrieben hat, sondern, daß diese Schriften viel später von unbekannten Menschen  zusammengesetzt wurden, als man Schriftstücke fand, die früher geschrieben wurden. Das Schriftstück, bekannt als „Die Urkunden- hypothese“, hebt hervor, daß der Stoff von wenigstens 4 Schreibern verfaßt wurde. Diese Schreiber sind wie folgt: J = Jehova, E = Elohim, D =  Deuteronomium und P = Priester. Diese Sammlung ist während der Monarchie Davids angefangen (9. Jahrhundert v.Ch.) und erst einige Jahrhunderte später fertiggestellt worden, als die Juden im 5. Jahrhundert v.Ch. aus dem Exil zurückkamen.

Diese Ansicht vertritt den Standpunkt, daß der Torah gänzlich ein Erzeugnis

aus unbekannten Quellen ist, und von unbekannten Menschen zusammengestellt wurde.

Die Urkundenhypohese ist von einem Deutschen Gelehrten, Wellhausen (1844 – 1918), gefördert worden. Zuerst hat er nachgeprüft, daß die Schriften

1500 v.Ch. nicht existiert haben, daß die Menschheit damals zu primitiv gewesen ist, und deshalb konnte der Torah nicht geschrieben sein. (Eigentlich wurden inzwischen Schriftstücke gefunden, die weitaus älter sind z.B. die Ebla Tafeln, die älter als 2000 v.Ch. sind.) Also  ist sein erstes Argument nicht mehr gültig. Außerdem hat er darauf hingewiesen, daß zwei Namen für Gott in dem Torah gebraucht wurden. Der erste, Elohim, wird in englischen Bibeln oft as „Gott“ übersetzt. Der zweite, Yahweh, wird oft als „Gott, der Herr“ übersetzt. Sie sehen im 1. Kapitel im 1. Buch Mose das Wort „Elohim“ aber schon im 2. Kapitel desselben Buches wird das Wort  „Yahweh“ gebraucht. Wenn man den Torah liest, wird man merken daß im Text mal dieses, mal jenes Wort gebraucht wird. Wellhausen war der Meinung, daß das ein Beweis sei, daß der Stoff aus zwei Quellen (von zwei verschiedenen Schreibern kommt, die sich J und E nennen), und daß später diese beiden in ein Schriftstück zusammengefaßt wurden. Diese Ansicht brauchte mehr Material, und so wurden die Schreiber D und P dazu genommen. Manche vertreten die Ansicht, daß noch mehr Schreiber dazugenommen wurden.

Ansicht der modernen Gelehrten und Moses

Obwohl die Einzelheiten der Urkundenhypothese von den Menschen, die eine neue Theorie verteidigen wollen, beanstandet wurde, so ist man sich einig geworden, daß der Torah von mehreren Menschen geschrieben wurde. Seine Entwicklung  geht über Jahrhunderte bis es 500 v.Ch. die heutige Form bekommen hat. „Gewiß hatte Moses Mitte des zweiten Jahrtausends nichts damit zu tun“, sagen die modernen Gelehrten.

William Dever und der Pentateuch

Denken wir über die folgenden Zitate von William Dever, einem bekannten biblischen Archeologen, nach.

 „Es ist allgemein angenommen, daß das 5. Buch Mose viel später zu dem Pentateuch dazugenommen wurde (vielleicht nicht eher als Ende des 7. Jahrhunderts v.Ch.)“

Dever 2003 Wer waren die Ersten Israeliten and wo kamen sie her? Seite 37

Klar, daß wenn die ersten Bücher der Bibel viel später geschrieben wurden, daß die folgenden Bücher eben noch später geschrieben wurden. Im Grunde genommen, beeinflußt das die ganze Zeittabelle des Alten Testaments. Sehen wir uns an wie Dever das Buch Josua beurteilt, der der Nachfolger Moses ist.

„Wir haben schon den allgemeinen Charakter der „Deuteronomischen Geschichte“ besprochen (die Zeit von 5. Buch Mose bis 2. Könige). In dieser Zeit spielt Josua eine wichtige Rolle. Wir sehen, daß die gegenwärtig vorherrschenden Gelehrten diese Zusammenstellung und die erste Bearbeitung dieser großen nationalen Heldengeschichte in die Zeit von ungefähr Ende  der Isaelischen Monarchie, vielleicht in die Regierungszeit von Josiah (640 – 609 v.Ch.) setzen. Aber die Bearbeiter haben anscheinend viele verschiedene „Quellen“ gebraucht.

Also müssen wir den besonderen Charakter der Quellen, die gebraucht wurden um das Buch Josua  zu schreiben, näher untersuchen.

(es steht fest, daß Josua das Buch nicht geschrieben hat! “   Seite 38

Der Ton und die Gewißheit sind die gleichen, wie ich sie in einem Universitätskursus über die Bibel gelernt habe. Alle Gelehrten „wissen“, daß  der allgemein angenommene Schreiber das Buch nicht geschrieben hat. Klar, daß es Hunderte von Jahren später in der Zeit der Davidischen Dynastie geschrieben wurde. Aber wie wollen sie das „wissen“?

Der Torah, Rollen vom Toten Meer und wichtige Ereignisse in der menschlichen Geschichte

ten-commandments-in-dssDieses bringt uns zu zwei Begebenheiten, die für unsere Frage schwerwiegend sind. Im Frühling 2015 hat die Gesellschaft für Israelische Antiquitäten zum ersten mal die älteste Kopie der 10 Gebote, den wichtigsten Teil des Torah, für die öffentliche Besichtigung ausgestellt. Diese Kopie war ein Teil einer 14-teiligen Ausstellung, die die wichtigsten Momente der Geschichte untersucht. Mit anderen Worten gesagt: die Leitung des Museums hatte beschlossen, daß die Herausgabe der 10 Gebote eines der 14 wichtigsten Geschehnisse der Geschichte ist. Das ist sehr wichtig!

 Die 10 Gebote in den Rollen vom Toten Meer, einem Teil des Torah

Als ein Teil der Sammlung der Rollen vom Toten Meer wird die älteste Kopie der 10 Gebote auf 2000 Jahre alt geschätzt und ist durch das Alter so zerbrechlich, daß sie nur auf wenige Wochen ausgestellt werden kann. Mit 2000 Jahren ist sie alt, doch ist sie jung, wenn man sie mit Daten von 1500 v.Ch., (des allgemein angenommenen Abschluß des Torah) oder 500 v.Ch. (der Zeitrechnung der  modernen Gelehrten) vergleicht. Das trägt nichts zur Antwort der Frage bei: wer den Torah geschrieben hat.  Die Zeitspanne dieser Ansichten ist zu groß, um anhand der ältesten Kopie  der 10 Gebote uns einen Wink zu geben wer diese 10 Gebote geschrieben hat, die zu den 14 wichtigsten Ereignissen der Geschichte gehören.

Der Pentateuch in Palmyra

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Inschrift in Palmyra

2015 hat der Islamische Staat Palmyra in einem blutigen Bürgerkrieg in Syrien eingenommen. Wenn der Islamische Staat eine Stadt einnimmt, ist meistens ein Grund zur Besorgnis vorhanden, daß Greueltaten verübt werden. Palmyra hatte eine zusätzliche Sorge, nämlich. daß diese Stadt eine UNESCO Weltschutzstadt ist, weil dort gut erhaltene Ruinen von uralten Zivilisationen sind, darunter persische, griechische und römische Kunsterzeugnisse und Geräte. Über einem alten Eingang sind die ersten Verse des jüdischen Shema Gebets aus dem 5. Buch Mose 6; 4 -9  eingemeißelt. Hier sehen wir den großen Einfluß des 5. Buche Mose und sein Alterswert.  Doch auch diese uralten Kunstgegenstände sind noch nicht alt genug, um den Ursprung des Pentateuch zu erfahren.

„Jerusalem“, „Zion“, die Juden und der Torah: nur Moses konnte das überbrücken

Man könnte annehmen, daß man durch die textlichen und archäologischen Funde und durch die modernen Theorien der Gelehrten, die nur darauf aus sind, gegen Moses zu arbeiten,  daß es hoffnungslos ist, diese Frage zu beantworten. Die Religiösen (Juden, Christen oder Muslime) können diese Frage nur auf Glauben beruhend mit „Mose“ beantworten, während die weltlichen Gelehrten nach unreligiösen Gründen der Entstehung des Pentateuchs forschen und dabei auf unklare Spekulationen stoßen.

Eigentlich ist es möglich, ganz einfach darüber Klarheit zu bekommen.Durch die Internetverbindung können auch Sie darüber nachforschen. Suchen Sie durch den Torah und dann nach dem Wort „Jerusalem“. Sie werden feststellen, daß das Wort „Jerusalem“ erst im Buch Josua erwähnt wird. Also, in keinem Buch Moses – vom 1. bis zum 5. – kommt das Wort „Jerusalem“ vor. Wie vor vielen tausend Jahren, so ist auch heute Jerusalem das Zentrum der jüdischen Welt. Seine Bedeutung ist für die Juden so viel wie Mecca für die Muslime oder Rom für die Katholiken. Aus diesem Grund kommt das Wort „Jerusalem“ 655 mal im Alten Testament vor und 146 im neuen Testament. Es wird 229 mal in den Büchern der Könige und der Chronik gebraucht, aber nicht ein einziges Mal in dem Torah. Das gleichbedeutende Wort „Zion“ kommt in dem Torah auch kein einziges mal vor. Zum ersten mal lesen wir das Wort „Zion“ im 2. Buch Samuels. Interessanter Weise wird das Wort „Zion“ zum Ende des Alten Testaments 161 Mal gebraucht. Wollen wir einen Auschnitt aus den Psalmen untersuchen, der in der Periode geschrieben wurde, als die Juden in der Verbannung waren (6. Jahrhundert v. Ch.). Dabei merken wir wie wichtig Jerusalem/Zion den Juden damals war.

Psalm 137; 1 – 6

„An den Wassern zu Babel saßen wir und weinten, wenn wir an Zion gedachten.

Unsere Harfen hängten wir an die Weiden dort im Lande.

Denn die uns gefangen hielten, hießen uns dort singen und in unserm Heulen fröhlich sein: „singet uns ein Lied von Zion“.

Wie könnten wir das Lied des Herrn singen in fremdem Lande?

Vergesse ich dich, Jerusalem, so verdorre meine Rechte.

Meine Zunge soll an meinem Gaumen kleben, wenn ich deiner nicht gedenke, wenn ich nicht lasse Jerusalem meine höchste Freude sein.“

Jerusalem ist während Davids Dynasty gegründet worden und wurde schnell das Heiligtum der Juden nachdem der erste Tempel (ca 960 v. Ch.) gebaut wurde. Es ist noch heute so. Trotzdem behaupten moderne Gelehrte, gleich welcher Dokumentartheorie sie folgen, daß der Schreiber „Priester“ gewissenhaft den ganzen Torah korrigiert zusammengestellt hat. – über viele Jahrhunderte als ihre Verbundenheit den Höhepunkt erreicht hatte, haben sie den ganzen Torah mit über 80,000 Worten zusammengestellt ohne ein einziges Mal die Worte „Jerusalem“ oder „Zion“ zu gebrauchen! Während dieser Arbeit lebten diese Schreiber damals sogar in Jerusalem. In dieser Zeit haben diese Priester auch gleichzeitig an anderen Büchern gearbeitet (Könige, Chronik und Samuel u.s.w.), die das Wort „Jerusalem“ mehr als 600 mal gebraucht haben und das Wort „Zion“ mehr als 100 mal.

Mein Glaube ist zu schwach, um an solche fantastischen Ideen zu glauben.  Moderne Gelehrte können aus irgendeinem Grunde die klare einfache Tatsache nicht sehen. Sie behaupten, daß sie die kleinsten Tatsachen deuten können. Der Pentateuch erwähnt nichts von „Jerusalem“ oder „Zion“, und er muß deshalb vor Davids Monarchie in 1000 v. Ch.  zusammengestellt worden sein. Eine Arbeitsgruppe, die gegen Mose arbeitete, würde ganz bestimmt die Gelegenheit wahrnehmen, die Worte „Jerusalem“ und „Zion“  zu benutzen während sie den Torah in Jerusalem, dem damaligen Hauptsitz, bearbeiteten.

Die Tatsache, daß die Worte „Jerusalem“ und „Zion“ in dem Torah nicht vorkommen ist noch kein Beweis dafür, daß Mose den Torah geschrieben hat, doch ist es ein Beweis, daß die Schriften dazu vor der Gründung Jerusalems (1000 v.Ch.) zusammengestellt wurden. Damit sind alle Ansichten und alle moderne Theorien, daß der Torah um 500 v.Ch. zusammengestellt wurde, null und nichtig. Die einzige Möglichkeit, die nach dem Zusammenstoß mit modernen Theorien besteht, ist: Mose.

Jesus oder der Weihnachtsmann – Wer ergibt die bessere Weihnachtsgeschichte?

Weihnachten (mancherorts auch Christfest genannt) pflegte traditionell von der Geburt Jesu zu handeln. Die Evangeliumsberichte von der Jungfrauengeburt, von Engeln, die den Hirten erschienen, und von den Weisen, die weither gereist kamen, um das Baby Jesus in einer Krippe zu sehen, ergaben für unsere Urgroßeltern eine überzeugende Geschichte. Ihre Generation fügte dann noch weitere Symbole hinzu, wie Weihnachtskrippen, -bäume, -lichter, -musik und Krippenspiele, um der Weihnachtsfeier ein festliches Fundament zu geben – und das führte schließlich zu dem größten Riesenrummel aller Festlichkeiten, wie wir ihn heutzutage vorfinden.

Seither aber, und zwar vielleicht wegen der zunehmenden Verweltlichung und den damit einhergehenden Zweifeln an der Weihnachtsgeschichte (“Ach, komm!… eine Jungfrauengeburt – wirklich?”), hat sich die Kultur geändert und die Geschichte in ein Märchen vom Weihnachtsmann und  seiner Gabenmission an Buben und Mädchen verwandelt, denen es gelungen ist, nicht in die Liste der bösen Kinder eingetragen zu werden. Für Kinder ist das ja eine großartige Geschichte; und man kann sie letztendlich ohne Weiteres weglassen, da man sie ohnehin nicht für wahr gehalten hat – eben nur für ein schönes Hirngespinnst. Zudem scheint es ja eine bessere Geschichte in unserer moderen Welt zu sein, die uns von der harschen Wirklichkeit des Lebens ablenkt und es uns gestattet, mit unseren Kindern Spaß zu haben. Also herrscht der Weihnachtsmann im Radio oder Fernsehen vor, und “Frohe Feiertage!” oder “Frohes Fest!” klingt allemal unverfänglicher als “Fröhliche Weihnachten!” oder gar “Frohes Christfest!” Da kann man ja nicht falsch liegen in einer Welt voller Zweifel, in der man Angst haben muss, jemanden mit “politischer Unkorrektheit” zu beleidigen. So ist man froh, eine Jahreszeit zu haben, in der man so tun kann als ob.

Gute Geschichten haben mir schon immer gefallen. Ob Mythos (wie Der Herr der Ringe), Science-Fiction (wie Star Wars), oder historisch (wie Braveheart), eine Geschichte mit schier unüberwindlicher Herausforderung oder Bedrohung, ein echter Held, und eine Handlung, in welcher der Held den Bösewicht bezwingt, aber auf erstaunliche Weise, das habe ich gern. Durch ein Drama von großem Ausmaß haben gute Geschichten mich schon immer fasziniert.

Erst als ich mir nochmals die biblische Weihnachtsgeschichte angeschaut hatte, einschließlich der Zeit vor den Evangeliumsberichten über die Geburt Jesu, ging mir auf, dass diese auch eine großartige Geschichte war, mit einer Handlung und Tiefe, die sie mit allen Klassikern aufnehmen kann. Selbst wenn man sie als bloße Erzählung betrachtet, übertriifft die biblische Weihnachtsgeschichte das Ersatzmärchen vom Weihnachtsmann in jedweder Hinischt. Aber um das zu erkennen, muss man die biblische Weihnachtsgeschichte schon begreifen, wie sie gedacht war: nämlich als ein Kapitel aus einem langen Epos, das das Weltall und die gesamt Menschheit umfasst.

Die biblische Weihnachtsgeschichte vom Anfang an

Diese Weihnachtsgeschicht fäng eigentlich mit einem Schöpfer an. Er erschafft alles, was existiert, einschließlich eines Wesens von großer Macht, Intelligenz und Schönheit, das der Schöpfer Morgenstern (hebr. Sohn der Morgenröte) oder auch Luzifer (Lichtträger) nannte. Luzifer tritt als der Widersacher des Schöpfers auf – und so entstand ein Machtkampf, der das Weltall umfasst. Zudem hat der Schöpfer die Menschheit in Seinem Ebenbild erschaffen, so dass wir Menschen emotional und intellektuell veranlagt sind und die Kraft haben, Entscheidungen zu treffen. Dem Widersacher gelingt in der Kopf-an-Kopf Rivalität ein erster Erfolg – und er setzt damit eine Ereigniskette in Bewegung, die in der Verderbtheit der Menschen resultiert, so dass sie emotional, geistig und willensmäßig nicht länger so funktionieren, wie sie es ursprünglich taten. So wie ein Komputervirus verheerenden Schaden in unserem Komputer anrichten kann, treibt nunmehr ein Virus sein Unwesen in der Menschheit, und so kommt es zur Sünde – einem Verfehlen des Ziels, das zu all dem Unheil führte, welches wir heute in der Welt vorfinden.

Was würde der Schüpfer nun tun? Seine unendliche Macht einsetzen und die Menschen vernichten oder den Widersacher gefangen setzen? Hier nimmt die Handlung eine überraschende Wendung. Anstatt wie ein kosmischer Supermann mit Gewalt und Macht zu reagieren, gibt der Schöpfer eine Verheißung in der Form eines Rätsels. Das Rätsel des Schöpfers spricht geheimnisvoll von „der Frau“ und „ihrem Samen“, der als „er“ beschrieben wird. Dieser „er“ sollte dem Widersacher „den Kopf zertreten“. Das war auch schon alles! Wer dieser „er“ sein sollte oder die „Frau“, und wie genau sich alles zutragen sollte – und wann, wurde nicht klar erwähnt. Der Widersacher musste sich nun den nächsten Schachzug überlegen, und die ersten Menschen mussten sich wohl wundern, wie – und ob überhaupt – das Rätsel sich lösen würde.

Die weitere Entwicklung der Geschichte – durch einen Mann und ein Volk

Das Drama spitzt sich zu, als Jahrhunderte später ein weiteres Rätsel hinzu kommt; diesmal an einen Reisenden. Dieses Rätsel war einzigartig in seiner Verheißung eines Segens für „alle Völker“. Wie beim Weihnachtsmann an Heiligabend sollte  diese Verheißung allen Völkern auf Erden zukommen – zu denen eben auch Sie und ich gehören. Danach, anders als eine Wortverkündigung, wurde auf einem abgelegenen Bergesgipfel ein merkwürdiges Drama aufgeführt. Einer Aufführung gleich, war dies Drama ein Vorausblick auf etwas, das sich erst in der „Zukunft“ auf diesem entlegenen Berg zutragen sollte. Das Was, Wann, Wie und mit Wem wurde jedoch auch hier nicht direkt gesagt. Diese Einzelheiten blieben weiterhin ein Geheimnis. Ungefähr 400 Jahre später geschah ein gleichermaßen merkwürdiges Drama mit einem Nachkommen desselben Mannes, diesmal in einem anderen Land, das einen Kalender einführte, der heute noch gilt und in seinem Jahreslauf bedeutungsträchtige Markierungen enthält.

Ein Königshaus erweitert die Geschichte

Nach weiteren 500 Jahren beginnt ein neues Kapitel in diesem Epos. Ein gewisser Titel – dem das heutige Wort Christfest zugrunde liegt – bezog sich auf ein königliches Herrscherhaus. Obschon der Titel sich auf Generationen erstreckt, wie  bei der jetzigen britischen Monarchie, betrifft er bei diesem Herrscherhaus doch nur eine zukünftige spezifische Person von weltweiter Bedeutung.

Diese königliche Dynastie, obwohl sie so verheißungsvoll begann, wurde leider  zerstört. Wie ein Baum, der von seinen Wurzeln abgeschlagen wird, wurde dieses Herrscherhaus zerschmettert, so dass lediglich ein Stumpf übrig blieb. Nun, dieser Stumpf war jedoch nicht ganz tot. In der Tat gab es ein weiteres Rätsel, das die Verheißung von einem Spross enthielt, der eines Tages diesem scheinbar toten Stumpf entspringen sollte.

Hinweise auf die einzigartige Person, um die es in der Weihnacht (oder im Christfest) geht

Mit der Ausschaltung des Königshauses begann der Strom der Verheißungen, die alle geichermaßen geheimnisvoll waren, noch rascher zu fließen, und zwar durch mehrere Personen aus unterschiedlichen Gesellschaftsschichten, Ländern und Kulturen. Es kam zu Zeitangaben über das Aufkeimen des Sprosses, und sogar ein Name wurde angekündigt, wenn auch bildhaft verschleiert. Was jedoch nicht verborgen wurde, war ein besonderes „Zeichen“, das den Sproß begleiten sollte. Dies kristallklare Zeichen lautete:

„Darum wird euch der Herr selbst ein Zeichen geben: Siehe, die Jungfrau wird schwanger werden und einen Sohn gebären und wird ihm den Namen Immanuel geben.“ (Jesaja 7,14; ca. 750 v.Chr)

Obgleich diese Verheißung zwar klar und unmissverständlich zu sein schien (und scheinbar unerfüllbar), war die Notwendigkeit eines solchen Zeichens doch nicht klar. Warum sollte es nötig sein, einen menschlichen Vater auszuschalten? War der Schöpfer etwa gegen Sex? In der Erläuterung über die Auswirkung dieser Geburt wies das Rätsel zurück auf das Sündenvirus, das die gesamte Menschheit verseucht hatte. Die Gattung Mensch brauchte einen Neustart, um dieses Virus auszumerzen.

Aber das vertiefte das Geheimnis nur noch. Denn gleich nach Ankündigung der Jungfrauengeburt fuhr der Seher mit weiteren merkwürdigen Voraussagen in Bezug auf das Erscheinen des Sohnes fort:

23„… so wird er in der letzten Zeit den Weg am See zu Ehren bringen, jenseits des Jordan, das Gebiet (wörtl. Galiläa) der Heiden—

1Das Volk, das in der Finsternis wandelt, hat ein großes Licht gesehen…

5Denn ein Kind ist uns geboren, ein Sohn ist uns gegeben; und die Herrschaft ruht auf seiner Schulter; und man nennt seinen Namen: Wunderbarer, Ratgeber, starker Gott, Ewig-Vater, Friedefürst.“ (Jesaja 8,23 und 9,1+5; Schlachter 2000)

Wie sollte das möglich sein, dass dieser „Sohn“ mit den Namen und dem Wesen des Schöpfers, der doch unendlich über der Menschheit steht, identisch sein würde? Sollte Gott denn tatsächlich Einer von uns werden? Ehe diese verwirrende Frage überhaupt erwägt werden konnte, wurde in einem Grabgesang der ganzen Geschichte noch ein grausames Ende verpasst. Oder war es wirklich ein Ende?

Das Drama, die Rätsel und Verflechtungen wurden allesamt vor tausenden von Jahren niedergeschrieben. Wer Hebräisch kann, vermag sie alle in einem der ältesten erhaltenen Schriftwerke nachzulesen – den Schriftrollen vom Toten Meer – erst vor ein paar Jahrzehnten aus der tiefen Antike aus ihrem Aufbewahrungsort zu Tage gefördert. Mit der letzten schriftlichen Botschaft begann eine lange Zeit der Erwartung. Würde sich das Drama entfalten wie beschrieben? War es denn tatsächlich möglich, dass sich alle diese rätselhaften Verflechtungen zur gleichen Zeit erfüllen könnten? Sowohl Gelehrte wie Ungelehrte grübelten die Jahrhunderte hindurch über diese Rätsel nach.

Wenn man das alles überspringt und gleich bei dem biblischen Weihnachtsgeschehen mit Jesus, den Hirten und den Weisen beginnt, verpasst man das Drama, die Spannung und Entwicklung der gesamten Handlung. Dann sieht man nicht die kosmische Geschichte. Stattdessen bleibt einem nur die antiquierte Überlieferung unserer Urgroßeltern. In Wirklichkeit war die Geburt Jesu jedoch der Anfang der Erfüllung und Auflösung der die Jahrhunderte überspannenden Rätsel. Diese Rätsel ließen den Widersacher im Ungewissen, und viele Menschen in hoffnungsvoller Erwartung.

Ein freies und gesichertes Weihnachtsgeschenk

Wenn man dies alles aber von Anfang an untersucht und versteht, erkennt man das große Geschehen. Doch was noch besser ist, Sie und ich erhalten die Gelegenheit, in der Entwicklung und Entfaltung dieser Geschichte eine perönliche Rolle zu spielen. So wie es zu Weihnachten ja um das Erhalten wie auch ums Geben von Geschenken von und an unsere Lieben geht, gipfelt diese Geschichte im Angebot einer Gabe an Sie und an mich. Um dieses Geschenk anzunehmen, bedarf es des Vertrauens in den Geber, derselben Art von Vertrauen, wie Abraham es hatte, als ihm Gott ein Geschenk anbot.

Was aber noch viel besser ist, gibt es jede Menge von Bestätigungen, dass es sich bei dieser biblischen Geschichte um begründete Tatsachen handelt. Anders als beim Weihnachtsmann, bei dem wir es gar nicht erst versuchen, Beweise herbei zu holen – etwa vom Nordpol oder für seinen am Himmel dahinfahrenden Rentierschlitten oder von Zeugen, die ihn in irgendeinem Schornstein festgesteckt gesehen haben. Nein, für die Geschichtlichkeit Jesu gibt es historische Bestätigungen – selbst für seine Jungfrauengeburt. Außerbiblische römische und jüdische Geschichtsschreiber beziehen sich auf ihn. Die Orte, an denen alle diese Rätsel aufgegeben wurden und an denen Jesus sich aufhielt, sind terra-firma Wirklichkeit. Es gibt Bethlehem, Jerusalem und den Berg Morija. Und da uns diese Geschichte vor ihrer Erfüllung niedergeschrieben wurde, haben wir auch die Bestätigung des einen Verfassers dieser Geschichte. Die Tatsache, dass Abraham, Mose, Jesaja, Daniel und die anderen Autoren bereits hunderte von Jahren vorher die Ereignisse der Geburt, des Lebens und Sterbens Jesu im Einzelnen beschreiben konnten, ist ein Beweis dafür, dass der Schöpfer – der allein die Zukunft kennt – der eigentliche Verfasser dieser Geschichte ist, samt seiner Einladung an Sie und an mich, persönlich mit Ihm daran teilzunehmen.

Wer sich in dieser Beziehung nicht die Mühe macht, wird auch diese Weihnachten lediglich verschiedene Geschichten vom Weihnachtsmann sehen und hören. Aber schon allein wegen einer guten Geschichte empfehle ich jedem die biblische Weihnachtsgeschichte. Sie ist um Vieles besser. Hier finden Sie die Geschichte (auf Englisch) aus den Evangelien von Matthäus und Lukas chronologisch zusammengestellt. Das sind weniger als 1300 Wörter, die man leicht in 5 Minuten überschauen kann. Man kann die darin enthaltenen Links öffnen, um festzustellen, wie der jeweilige Bericht auf dem tiefer liegenden Drama aufgebaut ist. Die bessere Erkenntnis lohnt sich allemal!

Möge es Ihnen ein frohes Weihnachts- oder Christfest bescheren!