Hervorgehobener Beitrag

Beweise für Gott: 1. Ist Gott tot? Ein ehemaliger Atheist sucht nach Gottesbeweisen in der Wissenschaft

Gott ist tot
Friedrich Wilhelm Nietzsche

Gott ist tot! Gott bleibt tot! Und wir haben ihn getötet! Wie trösten wir uns, die Mörder aller Mörder?
Das Heiligste und Mächtigste, was die Welt bisher besaß, es ist unter unsern Messern verblutet – wer wischt dies Blut von uns ab? 
Mit welchem Wasser könnten wir uns reinigen? 
Welche Sühnefeiern, welche heiligen Spiele werden wir erfinden müssen?
Ist nicht die Größe dieser Tat zu groß für uns?
Müssen wir nicht selber zu Göttern werden, um nur ihrer würdig zu erscheinen? 

Es gab nie eine größere Tat – und wer nun immer nach uns geboren wird, gehört um dieser Tat willen in eine höhere Geschichte, als alle Geschichte bisher war!“
Hier schwieg der tolle Mensch und sah wieder seine Zuhörer an: auch sie schwiegen und blickten befremdet auf ihn. Endlich warf er seine Laterne auf den Boden, dass sie in Stücke sprang und erlosch. „Ich komme zu früh“, sagte er dann, „ich bin noch nicht an der Zeit.

Dies ungeheure Ereignis ist noch unterwegs und wandert – es ist noch nicht bis zu den Ohren der Menschen gedrungen…“

Dies waren die Worte des berühmten Philosophen Friedrich Wilhelm Nietzsche Ende des 19. Jahrhunderts in seinem Stück „Der Tolle Mensch“. Wenn schon nicht Freud und Feuerbach, dann haben spätestens die modernen Naturwissenschaften, die Fortschritte in der Physik, Astronomie und Biologie Gott endlich und für immer begraben. Hatte Nietzsche also nun doch Recht damit gehabt, dass Gott tot ist? Heut zu Tage hört man es oft, dass in unserem wissenschaftlichen Zeitalter, die Idee, dass es einen Gott gebe, welcher das Universum geschaffen hat, sich Menschen offenbart, und auch Gebete erhört besten Falles uninteressant und schlimmsten Falles eine Wahnvorstellung ist. So schrieb der prominente Atheist Richard Dawkins in seinem Bestseller Buch „Der Gottes Wahn“.

Man sagt, dass nur kleine Kinder oder diejenigen, die wenig Verstand haben, an den lieben Gott glauben, aber nicht gebildete Menschen. Die Frage ist natürlich, ob dem auch sei. Ist der Glaube an Gott nur etwas für primitive oder dumme Menschen, wenn nicht sogar verrückte Menschen? Und alles das was diese brauchen, ist ein bisschen Bildung in der Naturwissenschaft um sie von dieser Wahnvorstellung zuheilen?

Viele Menschen denken so, und so habe auch ich lange Zeit gegen die Existenz eines Gottes argumentiert. Dennoch, in meinem vierten und letzten Jahr im Ingenieursstudium an einer Uni hier in Kanada, habe ich genau diese Fragen einem Ingenieur gestellt. Denn dieser hielt es für möglich, dass er zu gleich Ingenieur und Christ sein konnte. Um eine lange Geschichte kurz zu halten, dieses Gespräch war der Auslöser, der mich seitdem auf die Suche schickte, die Wahrheit über die Existenz Gottes herauszufinden. Und genau auf diese Suche möchte ich euch auch einladen.

Was ist eine Weltanschauung?

Zum Anfang denke ich, dass es hilfreich ist jegliche Begriffe zu definieren: was meinen wir mit den Begriffen Gott, Naturwissenschaft, Beweise, Wahrheit, Theismus, Atheismus, usw. In diesem und in anschließenden Videos, werde ich so gut wie möglich versuchen diese Begriffe zu definieren, um sicherzustellen, dass wenn ich ein bestimmtes Wort benutzte, damit ihr auch das versteht was ich meine. Wörter wie Religiosität und Religion, werde ich so weit wie möglich vermeiden, denn meiner Meinung nach sind diese heutzutage nicht sehr hilfreich. Über die Jahre haben diese Wörter verschiedene Bedeutungen angenommen, die zum Teil gewollt oder auch ungewollt waren. Aber in jedem Fall ist sehr wenig von der wahren Bedeutung übriggeblieben. Stattdessen werden wir uns mit dem Begriff Weltanschauungen anfreunden.
Der Duden definiert diesen Begriff folgenderweise: Eine Weltanschauung ist „die Gesamtheit von Anschauungen, die die Welt und die Stellung des Menschen in der Welt betreffen.“ Oder einfacher gesagt: Unsere Weltanschauung beschreibt, wie wir die Welt sehen und wie wir uns dementsprechend verhalten. Was wahr und was falsch ist, was gut und was böse ist, oder ob es diese Kategorien überhaupt gibt. Wo der Mensch her kommt und was er ist. Bestehen wir nur aus Atomen, die sich über Millionen von Jahren zufällig so zusammengesetzt haben, oder hat die Hand eines intelligenten Wesens etwas damit zu tun gehabt? Warum gibt es Naturgesetze, und warum sind sie Gesetze, und nicht etwa veränderlich im Laufe der Zeit? Jeder Mensch hat eine Weltanschauung. Diese bestimmt, was jener Mensch glaubt und somit auch wie er sich verhält. Natürlich gibt es auch Menschen die sagen, dass sie etwas Bestimmtes glauben, aber wenn es darauf ankommt, verhalten sie sich nicht dementsprechend. Darauf werden wir später eingehen.

Natürlich kann man jetzt leicht sagen, dass es so viele Weltanschauungen gibt, wie es Menschen gibt. In einem bestimmten Sinn ist das auch richtig, aber trotzdem kann man jede dieser in eine von vier Kategorien einordnen.

  1. Der Theismus (ein persönlicher Gott der wirkt, wie zum Beispiel im Christentum)
  2. Der Deismus (ein unpersönlicher Gott, der alles erschaffen hat, aber sich von der Welt fernhält)
  3. Der Pantheismus (Gott ist in allem und alles ist Gott)
  4. Der Atheismus (es gibt keinen Gott)

Von vornherein müssen wir uns im Klaren sein, dass eine Weltanschauung nicht eine Entscheidung ist die man nur einmal im Leben trifft. Je nachdem wie die Beweislage steht, kann es schon vorkommen, dass man seine Meinung ändert. Zum Beispiel war ich für die ersten 21 Jahre meines Lebens ein überzeugter Atheist. Dennoch habe ich dann, an Hand der Indizien, meine Meinung geändert und den Theismus angenommen. Natürlich gibt es bei mir auch heute noch viele Themen wo ich sagen muss, dass ich die Antwort darauf nicht weiß. Aber im Großen und Ganzen macht die Welt, und alles was sie beinhaltet, am meisten Sinn, wenn ich durch die theistische Brille schaue – durch meinen Glauben, dass es einen persönlichen Gott gibt. Jede Weltanschauung beinhaltet Antworten zu vier fundamentalen Fragen:

  1. Woher komme ich? Anfang
  2. Warum bin ich hier? Zweck
  3. Wohin gehe ich? Ende
  4. Wie entscheide ich was gut oder böse ist? Ethik

Die Antworten zu diesen Fragen müssen einheitlich (d.h. ohne sich zu widersprechen) und angemessen sein (d.h. sie entsprechen dem was wir wirklich um uns herum im Leben sehen).
Wie versprochen, lasst uns nun erstmal die wichtigen Begriffe an Hand einiger Beispiele definieren:

Was bedeutet einheitlich?

Nehmen wir als Beispiel an, dass ich behaupte, dass es – objektiv gesehen – Gut und Böse nicht gibt. Es kommt also immer auf die Person darauf an, und wo und wie diese aufgewachsen ist. Es ist also nur Meinungssache und damit eine subjektive Wahrnehmung.
Zur gleichen Zeit behaupte ich aber, dass deutsche Werte (oder zu mindestens westliche Werte) besser sind, als die des Islamischen Staates. Die Pflege von hilflosen Menschen ist etwas Gutes, und die Ausnutzung, Vernichtung und Hinrichtung hilfloser Menschen ist böse. Nur eine der beiden Äußerungen kann wahr sein. Entweder ist, was der IS macht wirklich Böse und daher gibt es einen objektiven Standard, bei dem wir Gutes vom Bösen unterscheiden, oder wir können den IS nicht verurteilen, denn im Endeffekt ist es ja nur meine Meinung. Beide Gedanken zu akzeptieren wäre also nicht einheitliches Denken. Einheitlich bedeutet also, dass mehrere Gedanken zusammenpassen und nicht widersprüchlich sind – sie bilden also eine sinnvolle Einheit.

Was bedeutet angemessen?

Zweitens schauen wir uns noch ein Beispiel an, um den Begriff „angemessen“ zu definieren. Stellen wir uns vor, dass ein Mord geschah. Das aufgefundene Opfer war grün und blau geschlagen. Auf der Straße vor dem Haus fand die Polizei eine Pistole und ein paar hundert Meter weiter wurde ein Stemmeisen gefunden. Mit beide Gegenständen kann man einen Mord verüben, aber nur einer von den zwei erklärt die Verletzungen des Opfers. Und da keine Schusswunde am Opfer gefunden wurde, ist es angemessen anzunehmen, dass das Stemmeisen die Tatwaffe gewesen war. Angemessen bedeutet also, das etwas den Verhältnissen entsprechend ist.
Nun habe ich mir diese zwei Testkriterien nicht ausgedacht, sondern diese werden in jedem Gerichtssaal und Polizeiamt verwendet. Jeder Beweis wird auf Einheitlichkeit mit anderen Beweisen und auf Angemessenheit zur fraglichen Situation getestet. Aber du fragst dich vielleicht, warum es denn wichtig ist, die vier Fragen für dich zu beantworten: Woher komme ich? Anfang, Wohin gehe ich? Ende, Warum bin ich hier? Zweck und Wie entscheide ich was gut und böse ist? Ethik.

Warum ist das alles so wichtig?

Lasst uns noch ein weiteres Gedankenspiel machen: Nehmen wir an, dass wir uns auf einem Sportfeld befinden. Alles was du weißt ist, dass du teilnehmen sollst.  Du weißt weder wann das Spiel angefangen hat, noch wann es vorbei ist. Du kennst das Ziel des Spieles nicht, und die Regeln des Spieles kennst du auch nicht. Wenn du die anderen Mitspieler fragst, ob sie Antworten auf diese vier Fragen haben, gibt dir jeder Spieler eine andere Antwort. Danach gehst du zum Trainer und fragst ihn. Aber der feuert dich lediglich an und fordert dich auf einfach weiter zu spielen. Also was machst du jetzt? Du suchst den Schiedsrichter. Aber dann findest du heraus, dass einigen Spielern seine Entscheidungen nicht gefallen hatten und ihn rausgeschmissen haben. Es herrscht absolutes Chaos!
Nur wenn wir diese vier Fragen (über den Anfang, dem Ende, dem Zweck und die Regeln) beantworten können, können wir bedeutungsvoll am Spiel teilnehmen. Wenn wir die Antworten nicht kennen, dann können wir bestenfalls im Spiel herumirren, und darauf hoffen, dass uns niemand fragt, was das hier alles zu bedeuten hat. Und genau so geht es vielen im Leben auch. Aber das Leben ist kein Spiel. Man kann nicht einfach noch einmal anfangen oder zurück gehen. Man bekommt keine zweite Chance. Jede Aktion zählt.
Ist es also nicht wert, sich mindestens einmal im Leben mit diesen vier Fragen zu befassen? Die Frage nach dem Anfang, dem Ende, dem Zweck, und den Regeln – die Ethik. Der Zweck dieser Videoserie ist genau dies zumachen. Wir schauen uns verschiedene Hinweise und Indizien an, um selbst in der Lage zu sein, entscheiden zu können welche der vielen Weltanschauungen die Indizien einheitlich und angemessen erklärt.

Weiter mit Teil 2:
Beweise für Gott: 2. Naturwissenschaft – Die Entstehung des Weltalls

Beweise für Gott: 3. Naturwissenschaft – das Fine-Tuning des Universums Teil 1

Im letzten Video habe ich über die Entstehung des Universums gesprochen. Wir stellten fest, dass Wissenschaftler Mitte des 20. Jahrhunderts endeckten, dass das Universum einen Anfang gehabt haben muss. Obwohl einige Wissenschaftler sich dieser Entdeckung wiedersetzten (und hier müssen wir fairnesshalber festhalten, dass diese Wissenschaftler ausschließlich Atheisten waren), haben nachfolgende Entdeckungen diese Theorie soweit bestätigt, dass es unvorstellbar ist, dass wir jeh wieder zur These des unendlichen Universums zurück gehen werden. Die zweite große Entdeckung unserer Zeit ist, dass das Universum sehr fein abgestimmt ist. Dies wird oft „fine-tuning“ genannt.

Hier gibt es mindestens drei Kategorien, indem das Universum „fine-getuned“ ist. Die erste Kategorie ist mehr oder weniger bekannt, aber über die Anderen wird wenig gesprochen. In diesem Video befassen wir uns mit der ersten Kategorie, und den nächsten Videos mit den Anderen.

Wissenschaftler finden mehr und mehr Belege dafür, dass das Universum präzise fürs Leben abgestimmt ist. Über die Jahre haben Wissenschaftler zunehmend sogenannte Konstanten entdeckt, die dieses „fine-tuning“ beschreiben. Der im Volksmund vielleicht Bekannteste von diesen ist die Gravitationskonstante. Die Idee der Gravitation ist uns wahrscheinlich allen bekannt. Wenn ich einen Ball nehme und ihn werfe, wissen wir, jenachdem wie der Wurfwinkel war und mit wieviel Geschwindigkeit ich ihn geworfen habe, wo der Ball landen wird. Dies ist möglich, weil wir die Gravitationskonstante kennen, welche die Erdanziehungskraft beschreibt. Insgesamt sind wir jetzt bei 26 von diesen Konstanten angekommen. Einige dieser sind Gravitation, die schwache Wechselwirkung, starke Wechselwirkung, Elektromagnetismus.

Wie kann man sich dieses „fine-tuning“ vorstellen? Wir können uns das wie eine Kontrollzentrale vorstellen.

Stellen wir uns vor, dass wir damit beauftragt werden, unser Universum zu erzeugen. Wir gehen in die Kontrollzentrale hinein und sehen 26 Einstellräder. Jedes dieser Räder muss genau in der richtigen Position stehen, damit das Universum anfangen und bestehen kann, und auch damit sich Leben bilden kann. Aber wie genau müssen diese Räder eingestellt werden? Der Physiker Paul Davies behauptet, wenn wir das Einstellrad auf dem „Starke Wechselwirkung“ steht, um nur 1/ 10^16 falsch eingestellt ist, dann entstehen keine Planeten und Sterne.
Wir sehen also, dass diese Räder sehr genau abgestimmt sein müssen. Aber nicht nur jedes Rad einzeln, sondern auch das Verhältnis zwischen verschiedenen Rädern muss auch fein abgestimmt sein. Zum Beispiel wenn das Verhältnis zwischen den Konstanten der Elektromagnetischen Kraft und der Gravitationskraft nur um 1/10^40 zu niedrig einstellt ist, dann gibt es nur kleine Planeten und Sterne. Oder umgedreht: stellt man es um 1/10^40 zu hoch ein, dann gibt es nur Große. Was bedeutet das? Kleine Planeten haben nur eine kleine Masse – daher auch nur eine schwache Anziehungskraft. Große Planeten haben eine sehr große Masse – daher auch eine sehr starke Anziehungskraft. Um Leben zu ermöglichen, brauchen wir einen Planeten wie die Erde. Sie hat genau die richtige Masse, damit wir nicht wegen einer zu schwachen Anziehungskraft ins Weltall wegfliegen, oder auf dem Planeten zerdrückt werden, weil die Anziehungskraft zu stark ist. Deshalb suchen Forscher des SETI Programmes (Search for Extraterrestial Intelligence – die Suche nach Außerirdischen), nach Planeten die so groß sind wie unsere Erde, denn diese Größe bietet die optimale Anziehungskraft.

Wie wahrscheinlich ist das nun?

Der Astrophysiker Hugh Ross aus Toronto gibt das folgende Beispiel, damit wir uns die erforderliche Genauigkeit von 10^40 vorstellen können:
Stell dir vor, dass Amerika mit Münzen bedeckt ist, und dass die Münzstapel so hoch sind, dass sie den Mond erreichen (eine Höhe von 380.000km). Dann tun wir dasselbe auf einer Milliarde anderen Kontinenten, welche dieselbe Größe wir Amerika haben. Nun nehmen wir eine Münze und malen sie rot an und verstecken diese in einem von den vielen Stapeln. Schlussendlich verbinde ich dir die Augen, und bitte dich eine einzige Münze von den Milliarden Stapeln zu nehmen. Die Chance, dass du die rote Münze nimmts ist 1/10^40.

Die kosmologische Konstante

Die neueste Entdeckung war die kosmologische Konstante. Diese hat mit der „Dark Energy“ (Dunkle Energie) zu tun. Sie bestimmt, wie schnell oder langsam sich das Universum ausdehnt. Der Astrophysiker und Atheist Rodger Penrose hat ausgerechnet, dass diese Konstante bis auf 1 in 10^10^120 (1 geteilt durch 10 hoch 10 hoch weitere 120) abgestimmt werden muss. Wenn sie grösser wäre, dann hätte sich das Universum zu schnell ausgedehnt, um Planeten und Sterne zu bilden. Wäre sie kleiner gewesen, dann hätte sich das Universum zu langsam ausgedehnt, und es wäre die meiste Materie in Black Holes (Schwarze Löcher) und Neutronensternen gestürzt. Es hätten sich also keine Planeten gebildet.

Zehn hoch wieviel?

Wie viel ist nun 10^10^120? Sagen wir es mal so: wenn ein Mann einer Frau einen Heiratsantrag stellt und sie sagt: „Lass mich mal darüber nachdenken. Ich sage dir in 10^3 Sekunden Bescheid. Das bedeutet, dass er in knapp unter 17 Minuten seine Antwort bekommt. Nicht schlecht. Was wäre denn, wenn sie sagt, sie müsse für 10^6 Sekunden nachdenken? Jetzt muss er schon fast 28 Stunden warten. Das ist auch vertretbar. Jetzt stellen wir uns mal vor, dass sie sagt, sie müsse für 10^9 Sekunden nachdenken. Der arme Knabe muss also nun fast 32 Jahre auf seine Antwort warten. Aber glücklicherweise hat sich die Dame nicht versprochen und 10^10 Sekunden gesagt, denn das hätte der Arme leider nicht mehr erlebt mit über 300 Jahren Wartezeit.

Wir sehen also wie schnell diese Nummern groß werden. Wie groß ist also 10^10^120? Wir haben keinen Vergleich für diese Zahl. Wenn wir alle Materie im gesamten Universum in dessen Protonen, Elektronen, usw. zerlegen, kommen wir gerade einmal auf 10^80 Teile. Dies bedeutet, dass wir nicht genug Materie im ganzen Universum haben, um diese Zahl als Dezimalzahl (0,000000…) ausschreiben zu können. Anhand dieser einen Konstante können wir also sehen, wie extrem genau die Abstimmung des Universums sein muss, damit überhaupt etwas entstehen kann. Und wie gesagt, das ist nur einer dieser Konstanten.

Der Quanten Physiker John Polkinhorn von der Universität in Cambridge, England vergleicht die Unwahrscheinlichkeit dieser Feinabstimmung der Universums folgenderweise: „Wenn wir uns die Beziehung zwischen der schwachen und starken Wechselwirkung in den Anfangsmomenten (den ersten Pikosekunden) des Universums anschauen, werden wir sehen, dass diese so genau gewesen sein musste, die Fehlerspanne so klein, und die benötigte Präzision so exakt, dass es vergleichbar ist mit einem Bogenschützen, der auf ein 3 mal 3 Zentimeter großes Ziel schießt, welches sich am anderen Ende des Universums befindet – eine Entfernung von 20 Milliarden Lichtjahren. Und natürlich trifft er es genau ins „Bulls-Eye.“

Was spricht für solch eine Präzision? Welche Weltanschauung kann dies erklären – Atheismus oder Theismus? Kann eine solche Präzision aus dem Nichts kommen? Haben wir also die kosmische Lotterie gewonnen?

Das Pokerdilemma

Diejenigen, die schon einmal Poker gespielt haben, wissen wie unwahrscheinlich es ist einen Royal Flush zugeteilt zu bekommen (d.h. 10, B, D, K, A in der gleichen Farbe). Statistisch gesehen bekommt man einen Royal Flush jede 650.000ste Hand. Stell dir vor du spielts Poker, und dein Gegner gewinnt mit einem Royal Flush, „Welch ein Glück„ denkst du dir. Nur stell dir mal vor, dass er in der nächsten Hand schon wieder einen Royal Flush bekommt. Jetzt wirst du stutzig. Es ist sehr unwahrscheinlich einen Royal Flush zu bekommen, aber jetzt bekam er gleich zwei in Folge. Aber das kann ja passieren, denn es ist ja nicht unmöglich. Wenn dein Gegner aber weiterhin einen Royal Flush nach dem Anderem bekommt, wie lange wartest du bevor zu entscheidest, dass jemand betrügt? Das Problem mit dem „fine-tuning“ ist genau dasselbe. Diese Entscheidung ist jedem von uns überlassen. Mein Glaube ist nicht stark genug, um zu glauben, dass all dies zufällig entstanden ist. Ich habe oft genug Poker gespielt, um zu wissen, dass man nicht einen Royal Flush nach dem Anderen bekommt, sondern dass in dem Fall jemand die Karten zurechtgelegt hätte. Im gleichen Sinne ist es bei weitem wahrscheinlicher, dass ein intelligentes Wesen das Universum erschaffen hat, als das all dies in einem kosmischen Unfall zufällig entstanden war.

Das Multiversum: Wahrheit oder Science-Fiction

Zum Ende dieses Video möchte ich eine potenzielle Erklärung betrachten, die von manchen gegeben wird – das Multiversum. Die Idee, dass wir nur in einem von unendlich vielen Universen leben, die alle mit anderen Konstanten funktionieren. Jedes ist anders. Daher gibt es auch eins, in dem ich Bundeskanzler bin, Richard Dawkins der Papst ist, und Donald Trump lebt in Armut in Indien und versorgt dabei selbstlos andere Arme. Aber kann ich das glauben? Nein, dazu reicht mein Glaube nicht aus. Die Theorie des Multiversums setzt voraus, dass ich ohne Beweislage glaube, dass es all diese vielen Universen gibt. Und nach der Definition kann man nie Beweise für diese anderen Universen finden, da diese verschiedenen Universen sind und separat voneinander existieren. Meines Erachtens nach hört sich das nach Science-Fiction an.

Aber vielleicht gibt es diese Universe ja doch, wir haben keine Beweise und werden nie Beweise für diese finden, so zumindest behaupten es die Wissenschaftler. Nehmen wir an, dass es wirklich so ist. Schieben wir mit dieser Annahme denn nicht nur die Anfangsfrage einen weiteren Schritt weg? Müssen wir nicht trotzdem Fragen, woher diese Maschine kommt, die diese vielen Universen ausgespuckt hat? Und warum ist diese Maschine so fein abgestimmt, dass sie all diese unendlich vielen und verschiedenen Universen erzeugen kann? Wir sehen also, dass auch diese Hypothese nicht die Frage „Warum gibt es überhaupt etwas?“ beantwortet.

Wenn wir jetzt sagen „Ok dann war es halt Gott.“, könnte man auch die berühmte Frage stellen, wo denn Gott herkommt. Aber zu dieser Frage kommen wir später. Für den jetzigen Stand der Dinge halten wir fest, dass das Universum einen Anfang hat, dass es extrem fein abgestimmt ist, und dass die beste Erklärung für dies ein intelligentes Wesen ist.

Beweise für Gott: 2. Naturwissenschaft – Der Urknall und die Entstehung des Weltalls

Sokrates

Der griechische Philosoph Sokrates schrieb folgendes im 5. Jahrhundert vor Christus: „Das unerforschte Leben ist nicht lebenswert.“ Er lehrt Athens Jugend, dass jeder Mensch selbst über den Sinn des Lebens nachdenken muss, und nicht einfach die volkstümlichen Sitten und Meinungen, ohne sie zu hinterfragen, anzunehmen. So eine Lehre hört sich selbstverständlich an für uns die in Deutschland oder anderen westlichen Ländern aufgewachsen sind. Doch zu Sokrates seine Zeit war dies nicht so. Er wurde von den Behörden verfolgt und später angeklagt. Die Anklage war, dass er versuchte die Jugend Athens zu verderben. Der Rest ist Geschichte…
In Sinne des Sokrates habe ich im ersten Video dargelegt, dass es der Zweck dieser Videoreihe ist, herauszufinden, welche Weltanschauung am besten die Belege berücksichtigt und erklärt, die wir in verschiedenen Disziplinen, wie den Naturwissenschaften und der Geschichte finden. Hierbei benutzen wir die historische Methode welche man „Inferenz zur besten Erklärung“ nennt.  Einfach gesagt: welche Ursachen, die heute in Betrieb sind, erklären die Indizien am besten.

Diese Methode habe ich mir nicht selbst ausgedacht, sondern Charles Darwin und auch dessen Mentor Charles Lyell haben diese Methode vor ein paar hundert Jahren vorgeschlagen und angewandt. Sie dient dazu Ereignisse in der fernen Vergangenheit zu erklären. Für diesen Zweck stellt sie die beste Methode dar.

Zum Beispiel könnten wir nicht in das Labor gehen und uns die Erstehung des Weltalles noch einmal anschauen. Nein, da es in der Vergangenheit passiert ist, können wir uns bestenfalls nur umschauen ob wir Hinweise für dieses Ereignis finden. Und dann können wir versuchen diese in eine einheitliche und angemessene Theory zu formulieren. Hier ist ein einfaches Beispiel, dass diese Methode veranschaulicht:

Die Methode veranschaulicht

Nehmen wir an, dass ich in einem Büro arbeite, und da wo ich mich befinde gibt es keine Fenster. Ich kann nicht heraus gehen und ich kann mit keinem sprechen. Nun kommt ein Kollege gerade auf Arbeit an und ich sehe, dass er pitsch nass ist. Ich denke mir, dass es draußen wie aus Eimern regnet, und er deswegen so nass ist. Natürlich gibt es auch andere Erklärungen, die seine nassen Sachen genauso gut erklären können. Vielleich ist nebenan eine Poolparty, und der Kollege entschied sich samt seinen Klamotten hinein zu springen. Oder vielleicht stand am Eingang jemand, der Leuten 50 Euro anbietet, wenn sie sich einen Eimer mit Wasser über den Kopf gießen.

Jede dieser Aussagen würde erklären, warum mein Kollege nass ist aber nur eine der drei ist wahrscheinlich. Wenn noch ein weiterer Kollege ins Büro kommt, und einen nassen Regenschirm mit sich bringt, dann wird die Antwortwahrscheinlicher. Nie kann ich mir 100% sicher sein, denn ich kann ja nicht hinaus gehen. Aber wenn immer mehr Kollegen mit Regenschirmen ins Büro kommen, dann kann ich mir schon sehr sicher sein, dass es wirklich regnet.

Die vier Theorien die wir prüfen werden, sind der Theismus, der Deismus, der Pantheismus und der Atheismus. Zunächst einmal werden wir sehen, was der Theismus, Deismus, Pantheismus und Atheismus sind. Wir werden sehen, ob man doch, ohne viele Details zu wissen entscheiden kann, welche dieser vier Weltanschauungen mehr und welche weniger Sinn machen.
Lasst uns mit dem Pantheismus anfangen: Die grundlegende Aussage des Pantheismus ist, dass Gott in allem ist, und alles ist Gott. Dies bedeutet, wenn wir das Universum als Kreis betrachten, dann ist Gott Teil des Kreises und Gott ist der Kreis. Es ist nichts außerhalb des Kreises. Der Atheismus ist in dem Punkt ähnlich, dass es nichts außerhalb des Kreises gibt. Außerdem gibt es in ihm auch keinen Gott. Im Theismus ist das Universum der Kreis, aber Gott ist außerhalb des Kreises und kann potenziell etwas in den Kreis hineintun oder herausnehmen. Im Deismus hat Gott das Universum erschaffen, hält sich aber von ihr fern.

Edwin Hubble und der Blick in das Weltall

Mitte des 20. Jahrhunderts haben Wissenschaftler eine der wichtigsten Entdeckungen gemacht – das Weltall hatte einen Anfang. Das scheint uns heute selbstverständlich. Dennoch vor weniger als 100 Jahren war der Großteil der Menschen überzeugt, dass das Weltall schon immer existiert hat. Edwin Hubble hatte das berühmte Teleskop gebaut, mit dem er die Sterne so nah betrachten konnte wie nie zuvor.

Und dabei merkte er etwas, das Anfangs nur wenige wahr haben wollten. Er entdeckte Anhand des Lichtes, welches von den Galaxien ausstrahlte, dass diese sich von uns fortbewegen. Durch den Doppler Effekt war bekannt, dass verschiedene Farben des Lichtes bestimmten Bewegungen zugeordnet werden konnte. Auch wenn nicht jedem die Theorie des Doppler Effektes bekannt ist, wir kennen ihn alle in der Praxis. Wenn ein Krankenwagen mit Sirene mir entgegenkommt, dann hat die Sirene einen bestimmten Klang. Und wenn der Krankenwagen bei mir vorbeifährt, verändert sich der Klang der Sirene.  

Das gleiche gilt auch fürs Licht, nur das sich beim Licht anstatt dem Klang, die Farbe verändert, von blau (entgegenkommend) nach rot (entfernend). Die Teilung des Lichtes ist einfach nachzuvollziehen, indem man mit einer Taschenlampe in ein Prisma hineinleuchtet. Das Licht teilt sich dann in verschiedene Farben.
Daher ist klar, wenn sich alle anderen Galaxien von uns wegbewegen, müssen sie in der Vergangenheit näher an uns dran gewesen sein. Und wenn man den ganzen Film zurückspult, dann stellt man fest, dass alle Galaxien von einem Punkt ausgegangen sein müssen. Dies kann man anhand eines aufgepusteten Ballons ganz einfach sehen. Nehmen wir an, dass er aufgepustet ist, und dass ich Kreise draufgemalt habe, welche die Galaxien repräsentieren. Wenn ich die Luft hinauslasse, sehe ich, dass die Kreise (die Galaxien) immer weiter zusammenkommen, bis sie irgendwann alle an einem Punkt angelangen. Und somit war die Theorie, dass das Weltall einen Anfang hatte, geboren.

Albert Einstein, Arno Penzias, Robert Wilson and Stephen Hawking

Albert Einstein an der
Mount Wilson Sernwarte


Albert Einstein arbeitete zur gleichen Zeit and seiner Relativitätstheorie. Er machte aber, wie er später bestätigte, einen gravierenden Fehler. Er nahm an, dass das Weltall schon immer existiert hatte. Diese Annahme war natürlich vertretbar, denn Einstein war ein Atheist. Wenn man aber behauptet, dass das Weltall einen Anfang habe, dann kommt sehr schnell eine Frage auf: „Wie kam es denn zum Anfang?“. Während seiner Amerikareise besuchte Einstein Edwin Hubble, um selbst einen Blick ins Weltall zuwerfen. Der Rest ist Geschichte. Einstein sah ein, dass das Weltall einen Anfang gehabt haben musste.



Nur wenige Jahre später entdeckten die Astronomen Arno Penzias und Robert Wilson die kosmische Mikrowellen-Hintergrundstrahlungen. Sie stellten fest, dass diese Strahlungen nicht von Sternen ausgingen, sondern im ganzen Weltall gleichmäßig zu finden sind. Daher deutete auch diese Entdeckung darauf hin, dass es einen Anfang gegeben haben muss. Man kann sich das so vorstellen: Wenn man einen Stein ins Wasser wirft bilden sich Wellenringe um den Punkt wo der Stein einschlug. Diese Ringe breiten sich dann gleichmäßig über die ganze Wasserfläche aus. Wenn man dann ein Bild von diesem Teich macht, ist es ganz leicht zu sehen, dass diese Ringe durch einen Einschlag im Zentrum der Kreise verursacht worden.
Und schlussendlich löste der Physiker Stephen Hawking, die Gleichungen von Einsteins spezieller Relativitätstheorie. Dies deutete darauf hin, dass zu einem bestimmten Zeitpunkt in der Vergangenheit, die ganze Masse im Weltall sich an einem Punkt befunden hatte. Sie war so nahe zusammen, dass das Volumen null betrug. Wie viel Masse können wir in null Kubikmeter hineintun? Die Antwort ist natürlich null. Daher erkannte Hawking, da keine Masse in null Volumen hineinpasst, dass zu jenem Zeitpunkt Masse und Zeit entstanden war.

Eine weitere Entdeckung war Newtons 2. Gesetz der Thermodynamik, welches im Wesentlichen besagt, dass der Zustand eines Objektes oder Körpers über eine gewisse Zeit von Ordnung zum Chaos fortschreitet. Um dieses Gesetz zu verstehen stellen wir uns einmal ein Schlafzimmer vor. Wenn sich keine Person darum kümmert wird dieses mit der Zeit immer dreckiger. Dasselbe passiert im Universum, sodass es irgendwann in der Zukunft unbewohnbar sein wird. Und so kann man auch hier sehr einfach schlussfolgern, dass wenn man den Film zurückspult, man an einem Punkt ankommt, an dem alles in perfekter Ordnung war – der Anfang.

Die Unmut einiger Wissenschaftler

Sir Fred Hoyle


Viele Wissenschaftler wehrten sich immense gegen diese Entdeckungen. Der britische Astronom Sir Fred Hoyle verspottete diese Idee indem er zynisch fragte ob es denn einen großen Knall gegeben hätte.  Deswegen wird es bis heute im englischen als „Big Bang“ bezeichnet.

Richard Lewontin

Andere, wie zum Beispiel Richard Lewontin, ein Genetiker der amerikanischen Universität Harvard, behauptete, dass es nicht so sei, dass die Naturwissenschaft ihm zum Materialismus zwingt. Sondern dass er (und viele andere Wissenschaftler) sich den Materialismus als Anfangspunkt bestimmen und ihre Wissenschaft mit diesem Hintergedanken betreiben. Daher ist es auch keine Überraschung, dass er sagte „Wir können nicht den göttlichen Fuß über die Türschwelle hineinkommen lassen.“ Denn da war ja einmal ein bestimmtes Buch, welches so los ging:

Am Anfang schuf Gott…

„Am Anfang schuf Gott…“ Abgesehen von diesem Buch hatte nie jemand behauptet, dass es einen Anfang des Weltalles gab. Weder die Babylonier, noch die Roemer, und auch nicht die Griechen. Es ist ironisch, dass sich im 16. Jahrhundert bestimmte Personen den Erkenntnissen der Naturwissenschaft wiedersetzten (in jenem Fall war es die Kirche in Rom, die an das Weltbild der Aristoteles festhielt, anstatt den Entdeckungen des Galileos zu glauben), da sie dachten, dass diese Entdeckungen den Glauben an Gott gefährden würden.  Nun im 20. Jahrhundert wiedersetzten sich andere den Erkenntnissen der Naturwissenschaft, da die Entdeckungen scheinbar den Glauben an Gott befürworteten.

Arno Penzias


Aber natürlich waren nicht nur Atheisten in der Astronomie tätig. Arno Penzias, welcher Nobelpreisträger in der Physik ist war der Meinung: „Die besten Daten die wir haben (in Sachen Urknall) sind genau die, die ich erwartet hätte, hätte ich nichts anderes als nur die ersten fünf Bücher Moses, die Psalmen, und den Rest der Bibel zur Verfügung.“ Hier haben wir nun unsere erste Erkenntnis, und die Frage ist, zu welcher Weltanschauung passt diese am besten?

Welche Weltanschauung erklärt dies am besten?

Der Pantheismus behauptet, dass alles was existiert Gott ist und Gott ist alles. Wenn man dies also als Kreis betrachtet dann heißt das: Alles was in dem Kreis ist, ist Teil Gottes. Wenn aber das Zeug in dem Kreis nicht immer existiert hat, sondern zu einem bestimmten Zeitpunkt erschaffen wurde, dann heißt das auch, dass Gott erschaffen wurde. Das macht natürlich keinen Sinn, denn ein erschaffener Gott ist kein Gott, und daher kann der Pantheismus diese Erkenntnis nicht erklären.
Der Atheismus hingegen behauptet, dass es keinen Gott gibt, und daher gibt es nichts außerhalb des Kreises. Er ist also aus dem Nichts entstanden. Als Kind, wurde mir gelehrt: „von Nichts kommt Nichts“, und daher fällt es mir auch schwer dies zu akzeptieren, dass das Weltall aus dem Nichts entstanden ist.

Es bleibt uns also nur noch der Theismus und der Deismus, der Glaube an ein intelligentes Wesen, entweder persönlich oder unpersönlich. Beide können diese Erkenntnis sehr gut erklären. Meines Erachtens nach halten wir also fest, dass die Naturwissenschaft ziemlich eindeutig darauf hinweist, dass das Universum einen Anfang gehabt hatte. Der Pantheismus kann diese Entdeckung überhaupt nicht vertragen, denn er braucht ein Universum ohne Anfang. Der Atheismus versucht den Anfang zu erklären, indem er das Nichts dafür verantwortlich macht. The Theismus (und auch Deismus) besagt, dass ein intelligentes Wesen das Universum und alles was sich darin befindet erschaffen hat. Ich schlage vor, dass der Theismus eins zu null vorn liegt.

Weiter mit Teil 3
Beweise für Gott: 3. Naturwissenschaft – das Fine-Tuning des Universums Teil 1

Wenn Gott… warum das Virus und die Pandemie?

Wir leben in einer beispiellosen Zeit. Das Coronavirus wütet über alle belebten Kontinente, tausende Menschen wurden schon von diesem Virus infiziert, viele sind wieder genesen, aber manche auch an den Folgen des Virus gestorben. Es ist wahrlich eine globale Pandemie…

Es ist nicht meine Absicht über die Maßnahmen zu richten, welche verschiedene Länder als notwendig halten, um das Virus unter Kontrolle zu bringen. Sollten wir alle zu Hause bleiben mit dem Risiko, dass die Wirtschaften unserer Länder erheblichen Schaden erleiden? Oder sollten wir lieber wieder auf Arbeit gehen, um ein wirtschaftlich gutes Leben nach dem Coronavirus zu ermöglichen? Gute Argumente können wir für beide Seiten vorbringen. Anstatt dem, will ich erklären wie man inmitten des Coronavirus an Gott glauben kann (und vielleicht auch sollte). Einem können wir sicherlich alle zustimmen: Die Präsenz des Coronavirus und die ständige Erinnerung an diesen durch die Nachrichtenagentur erinnert uns an eine grundlegende Tatsache, an die wir in den letzten 30 Jahren nur sehr wenig erinnert wurden. Nein ich spreche nicht davon, dass wir Steuern bezahlen müssen, sondern dass jeder Mensch geboren ist und daher irgendwann sterben muss. Dies viel mir am deutlichsten auf, als ich mit meiner Großmutter sprach. Sie kam zum Anfang des 2. Weltkrieges auf die Welt und lebte den Großteil ihres Lebens hinter dem eisernen Vorhang. Sie war sich stehts bewusst, dass der morgige Tag nicht garantiert ist. Also was ist heute anders? Ist das Coronavirus eine Gefahr wie sich die Menschheit noch nie zuvor erlebt hat? Und in alle dem, gibt es eine Quelle, von der wir Hoffnung schöpfen können?

Wenn Gott warum das Coronavirus
Quelle: https://www.webmd.com/lung/news/20200124/coronavirus-2020-outbreak-latest-updates

Das Coronavirus erweckt in uns die Erkenntnis vom Guten und dem Bösen

Es sagt sich leicht, dass die Gengenwart eines Virus wie das Coronavirus, die Existenz Gottes wiederlegt. Mit Sicherheit würde, könnte und sollte ein guter Gott nicht so eine Katastrophe zulassen. Daraus folgt, entweder es gibt keinen guten Gott, oder es gibt einen Gott, aber er ist nicht gut. Ich gebe zu, dass Menschen, die viel Leid erlitten haben, gute Gründe haben nicht an Gott zu glauben. Aber wenn nicht Gott, was bleibt einem dann übrig? Wie kann man dann über das Coronavirus denken. Kann man sagen, dass das Coronavirus böse ist? Wenn wir Gott aus der Gleichung streichen, dann bleibt uns nur die Natur, welche durch Zufall (und eine große Portion Glück) entstanden ist. Wenn also das Coronavirus etwas Schlechtes oder gar Böses ist, bedeutet dies dann nicht, dass die Natur falsch verlaufen ist? Wenn sie aber falsch verlaufen ist, dann folgt, dass dieses Virus nichts Natürliches ist. Aber wie kann es sein, dass die Natur sich unnatürlich verhält. Ein bisschen einfache Logik zeigt uns, dass wir hier ein Problem haben. Wenn die Natur die Basis der Realität darstellt, dann ist sie so wie sie ist, mit oder ohne Coronavirus. Und alles was in der Natur geschieht ist so wie es ist. Es gibt keine guten oder bösen Dinge. Alles was geschieht ist natürlich. Biologen behaupten, dass Viren für die Erhaltung unseres Lebens nötig sind. Wenn es keine Viren gäbe, würden Bakterien die Natur überbevölkern, und komplizierte Lebensformen wie uns Menschen, hätten sich nie entwickelt.
Aber bedeutet das dann nicht, dass das Coronavirus ein natürliches Phänomen ist, und damit etwas ganz Normales, vielleicht sogar etwas Gutes ist? Aber sicherlich denkt keiner, dass dem so sei.

Wenn Gott warum das Coronavirus
Quelle: https://stopandpraytv.files.wordpress.com/2015/11/good-and-evil.jpg

Gut und Böse – Hinweise auf Gott

Wenn man annimmt, dass es böse Dinge gibt, dann muss man auch zugeben, dass es gute Dinge gibt. Wenn man aber zugibt, dass es gute Dinge gibt, dann gibt man auch zu, dass es einen Maßstab gibt, an Hand dem wir Gutes von Bösen unterscheiden können. Wenn es aber diesen Maßstab gibt, eine Art Gesetz, dann müssen wir auch annehmen, dass es einen Gesetzgeber gibt. Wenn aber Gott nicht existiert, so gibt es auch kein Gesetz – keinen Maßstab. Und wenn es diesen Maßstab nicht gibt, dann gibt es nichts Gutes und auch nicht Böses. Damit ist die Erkenntnis vom Guten und Bösen auch gleichzeitig die Erkenntnis der Existenz Gottes. Wir verbleiben also mit der uralten Frage, wie ein guter Gott handeln könnte, sollte, oder müsste. Philosophen streiten sich seid tausenden von Jahren über die richtige Antwort zu dieser Frage. Aber in der heutigen Stunde ist das nicht nur eine theoretische Frage, sondern die Realität. Ein Biologe schaut sich ein Virus unter dem Mikroskop an. Wir schauen uns den Virus mit unseren eigenen Augen an, wenn die Nachrichten von weltweit über eine Million Infizierungen berichten, und wenn wir das Leiden der Menschen um uns sehen.

Wenn Gott warum das Coronavirus
Quelle: https://bodydivineyoga.files.wordpress.com/2013/10/handofgod1.jpg

Die Suche nach der Hoffnung

Die vielleicht wichtigste Frage, die wir uns stellen können, ist die, ob es denn Hoffnung gibt. Damit meine ich nicht nur Hoffnung, dass das Virus eingedämmt und beseitigt wird, sondern auch Hoffnung für jegliche Katastrophen, die uns in der Zukunft befallen werden. Wenn wir nicht an Gott glauben, dann gibt es keine Hoffnung. Die Natur ist wie sie ist. Es gibt weder Gutes noch Böses. Schauen wir gen Osten, dann ist es unser Karma: schlechte Dinge geschehen schlechten Menschen. Islam besagt, dass es Allahs Wille ist, denn er kann machen was er will. Es gibt nur eine Person die richtige Hoffnung gibt, Hoffnung für unsere heutige Situation, und auch Hoffnung für unsere Zukunft. Jesus behauptet Gott zu sein – Gott verkörpert als Mensch. Wenn an dem ist, dass Jesus wirklich Gott ist, dann müssen wir uns diese Frage stellen: Wie kann es sein, dass Gott – vor knapp 2000 Jahren – an einem römischen Kreuz hing? Wie ließ er dies nur zu?

Wenn ich dies auch nicht voll verstehen kann. Eins verstehe ich: Gott selbst ist unserem Leiden nicht ferngeblieben, sondern ist selbst gekommen und hat an unserem Leiden teilgenommen. Er versteht wie es sich anfühlt, wenn man verlassen ist. Jesus sagte zu seinen Jüngern kurz vor seiner Kreuzigung: „Seht, die Zeit kommt, ja sie ist schon da, wo ihr davonlaufen werdet, jeder dorthin, wo er herkommt, und mich werdet ihr allein lassen.“ (Johannesevangelium 17,32). Und gleich im nächsten Satz lesen wir folgendes: „Aber ich bin nicht allein; denn der Vater ist bei mir.“ Gott weiß daher genau wie sich mancher heute fühlt, der einsam und verlassen ist. Und er gibt uns Hoffnung, dass wir nie allein sind.

Manch einer schwebt in Angst. Angst was passieren wird, wenn er (sie) vom Coronavirus infiziert wird. Im Lukasevangelium Kapitel 22,34 lesen wir über die letzten Stunden Jesu, dass er „betete mit solcher Anspannung, dass sein Schweiß wie Blut auf die Erde tropfte.“  Es ist verwunderlich, dass Lukas, welcher selbst ein Mediziner war, dieses Detail schilderte. Für lange Zeit waren sich die Gelehrten nicht einig, ob er dies wörtlich gemeint hatte, oder ob man dieses Detail später zum Text hinzugefügt hatte. Aber spätestens seit den grausamen Menschenversuchen in Auschwitz wissen wir, dass Menschen unter extremer Todesangst Blut ausschwitzen können. Jesus weiß wie sich unsere Angst anfühlt. Die Augenzeugenberichte des Matthäus, Markus, Lukas und Johannes beschreiben diese Person, Jesus, als Person, die sich auf uns in allen Umständen beziehen kann.

In ein paar Wochen ist Ostern. Und wie wir wissen, endet Ostern nicht am Karfreitag. Ostern endet nicht mit der Kreuzigung Jesu, sondern mit der Auferstehung Jesu am Ostersonntag. Dieser Jesus verspricht uns nicht nur Gemeinschaft in allen Lagen des Lebens, sondern auch Hoffnung, dass der Tod nicht das Ende ist, sondern wirkliche nur der Anfang.

Wenn Gott warum das Coronavirus
Quelle: https://preachthewordatheartland.com/2018/10/25/the-drawing-power-of-the-cross/

Für wen ist diese Hoffnung?

Das Evangelium wird als gute Nachricht bezeichnet. Und wie wir uns nach guten Nachrichten in der jetzigen Zeit sehnen! Es ist die gute Nachricht, weil es für jedermann ist. So wie das Coronavirus keinen Unterschied zwischen reich und arm macht, zwischen begabt und unbegabt, so macht auch Gott keinen Unterschied zwischen uns. Ein Mensch sieht, was vor Augen ist; der Herr aber sieht das Herz an. (1. Samuel 16,7) Wir sind alle zu dieser Hoffnung eingeladen, egal wie unsere Vergangenheit aussieht. Jesus stellt uns allen die folgende Frage: „Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt (physisch). Und wer lebt und an mich glaubt, wird niemals sterben (geistlich). Glaubst du das?“ Er lädt jeden von uns ein an ihn zu glauben, versprich ewiges Leben, und bewies seine Rechtschaffenheit durch seine Auferstehung. Wäre er ein Lügner gewesen, hätte er gesagt, dass er geistlich auferstehen wird. Aber Jesus hat gesagt, dass er leiblich auferstehen wird, und dass ist ein Fakt der Geschichtlich nachvollziehbar ist.

„Deshalb wollen wir mit ungeteilter Hingabe und voller Vertrauen und Zuversicht vor Gott treten. Wir sind ja in unserem Innersten ´mit dem Blut Jesu` besprengt und dadurch von unserem schuldbeladenen Gewissen befreit; wir sind – ´bildlich gesprochen` – am ganzen Körper mit reinem Wasser gewaschen. Ferner wollen wir unbeirrbar an der Hoffnung festhalten, zu der wir uns bekennen; denn Gott ist treu und hält, was er zugesagt hat. Und weil wir auch füreinander verantwortlich sind, wollen wir uns gegenseitig dazu anspornen, einander Liebe zu erweisen und Gutes zu tun.“ (Hebräer 10,22-24)

P.S. Ein Weg in die Zukunft

Der Schriftsteller C.S. Lewis lebte zur Zeit der Tuberkulose Epidemie in England und auch zur Zeit des ersten und zweiten Weltkrieges. Er rang mit der Frage, mit der viele von uns heute auch ringen: Was sollen wir in so einer Zeit tun, wenn man nicht weiß was morgen ist. „Das menschliche Leben wurde immer am Rande eines Abgrunds gelebt. Die menschliche Kultur musste immer im Schatten von etwas existieren, das unendlich wichtiger ist als sie selbst. Wenn Männer die Suche nach Wissen und Schönheit verschoben hätten, bis sie sicher waren, hätte die Suche nie begonnen.“

Wieso ist die Liebesgeschichte von Ruth und Boas einzigartig?

Auf die Frage nach klassischen Liebesgeschichten würde man wahrscheinlich die von der schönen Helena (Helena von Troja) und Paris nennen (deren Liebe den in der Ilias dramatisierten Trojanischen Krieg entfachte); oder Kleopatra und Marcus Antonius (deren Liebe Rom in einen Bürgerkrieg mit Oktavian/Augustus Caesar verwickelte), oder Romeo und Julia, Die Schöne und das Biest, oder vielleicht auch Aschenputtel und der Märchenprinz. In ihnen kommen Geschichte, Popkultur und romantische Belletristik zusammen, die unsere Herzen, Gefühle und Träume in ihren Bann ziehen.

Die Liebesgeschichte von Ruth und Boas

Erstaunlicherweise hat die Liebe, die zwischen Ruth und Boas aufkeimte, sich als weit dauerhafter und edler erwiesen als irgend eine dieser genannten Liebesaffären. Zudem wirkt sie sich immer noch auf alle heute lebenden Billionen von Menschen aus – über dreitausend Jahre nachdem diese Liebenden sich kennen lernten. Ihr Liebesverhältnis ist auch das Bild einer mystischen und geistlichen Liebe, die dir und mir gilt. Die Geschichte von Ruth und Boas handelt von einer kulturübergreifenden und verbotenen Liebe, von Immigration und dem Verhältnis zwischen einem einflussreichen Mann und einer verletzlichen Frau – und passt genau in die heutige Zeit der #MeToo-Bewegung (gegen sexuelle Gewalt). Sie wird für uns zu einem Konzept für die Grundlage einer gesunden Ehe. Gemessen an diesen Werten, lohnt es sich, die Geschichte von Ruth und Boas kennen zu lernen.

Ihre Liebe wird in der Bibel im Buch Ruth geschrieben. Es ist ein kurzes Buch – nur um 2200 Wörter, die zu lesen es sich lohnt (hier). Es betrifft die Zeit um etwa 1150 v. Chr., womit es die älteste aller schriftlich festgehaltenen Liebesgeschichten ist. Das Buch wurde etliche Male verfilmt.

Hollywoodfilm über die Liebesgeschichte von Ruth

Die Liebesgeschichte von Ruth

Naemi und ihr Mann samt ihren zwei Söhnen verlassen Israel, um der dortigen Trockenheit und Hungersnot zu entkommen und sich im nahegelegenen Land Moab (dem heutigen Jordanien) niederzulassen. Nach ihrer Heirat mit ortsansässigen Frauen sterben die beiden Söhne wie auch Naemis Mann und hinterlassen sie allein mit ihrer Schwiegertochter. Naemi entscheidet sich, in ihr Heimatland Israel zurückzukehren, und eine ihrer Schwiegertöchter, nämlich Ruth, entschließt sich, sie zu begleiten. Nach langer Abwesenheit ist Naemi nun wieder in ihrem Geburtsort Bethlehem – als mittellose Witwe, begleitet von Ruth, einer jungen und schutzlosen moabitischen Einwanderin.

Ruth und Boaz begegnen sich

Gänzlich ohne Einkommen, geht Ruth aus, um Getreide zu sammeln, das die Erntearbeiter auf den Feldern liegen gelassen haben. Das Gesetz Moses schrieb als soziales Netz vor, das die Erntearbeiter ein paar Ähren auf den Feldern hinterlassen sollten, damit verarmte Einwohner etwas zu essen hätten. Zufällig, wie es scheint, befindet Ruth sich zum Getreidesammeln auf den Feldern eines reichen Gutsbesitzers namens Boas. Dieser bemerkt Ruth unter anderen, die eifrig dabei sind, die von seinen Landarbeitern hinterlassenen Ähren einzusammeln. Er befiehlt seinen Vorabeitern, zusätzliche Getreidereste auf dem Feld liegen zu lassen, damit Ruth noch mehr einsammeln könne.

Ruth und Boas begegnen sich. Es gibt mehrere Kunstwerke, die diese Begegnnung bildlich darstellen

Weil Ruth nun mengenweise Getreide auf den Feldern Boas‘ vorfindet, kommt sie jeden Tag dort hin, um es einzusammeln. Boas, stets der Schutzherr, sorgt dafür, dass Ruth von seinen Arbeitern weder angepöbelt noch sexuell belästigt wird. Ruth und Boas sind zwar an einander interessiert, machen aber wegen der Unterschiede an Alter, gesellschaftlicher Stellung und nationaler Herkunft keine Annäherungsversuche. Hier übernimmt Naemi die Vermittlerrolle. Sie unterweist Ruth, sich eines Nachts furchtlos neben Boas schlafen zu legen, nachdem dieser das Einbringen der Ernte gefeiert hat. Boas versteht dies als eine Art Heiratsantrag und beschließt, Ruth zu heiraten.

Boas, der verwandte Erlöser (hebräisch: Goel)

Doch die Situation ist komplizierter als die gegenseitige Liebe der beiden. Neomi ist eine Verwandte des Boas; und da Ruth ihre Schwiegertochter ist, ist auch sie durch Einheirat mit Boas verwandt. Boas musste sie als “Goel” – als verwandter Erlöser – heiraten. Das bedeutete, dass er sie gemäß dem mosaischen Gesetz “im Namen” ihres ersten Ehemanns (Neomis Sohn) heiraten müsste, um so für sie sorgen zu können. Dazu gehörte auch, dass Boas die Felder von Neomis Familie aufkaufen müsste. Obschon das Boas ziemliche Kosten verursachte, war es nicht das größte Hindernis. Es gab da noch einen näheren Verwandten, der das Vorkaufsrecht auf die Felder der Familie Neomis hatte (und ebenso das Erstrecht darauf, Ruth zu ehelichen). Folglich hing eine Heirat von Ruth mit Boas davon ab, ob ein anderer Verwandter die Verpflichtung übernehmen wollte, für Neomi und Ruth zu sorgen. Bei einer öffentlichen Versammlung der Stadtältesten lehnte dieser Inhaber des Vorrechts die Heirat ab, da sie für seine Besitztümer ein Risiko darstellte. Somit hatte Boas freie Hand, Neomis Familienbesitz aufzukaufen (zu “erlösen”) und Ruth zu heiraten.

Das Vermächtnis von Ruth und Boas

In ihrer Ehe hatten sie ein Kind namens Obed, der seinerseits der Großvater König Davids wurde. David wurde verheißen, dass “ein Gesalbter‘ (griech. ein “Christus”) aus seiner Familie kommen würde. Weitere Prophezeiungen folgten, und schließlich wurde Jesus Christus in Bethlehem geboren, in demselben Ort, wo Ruth und Boas sich vor langer Zeit begegnet waren. Ihre romantische Begegnung, Heirat und Stammeslinie resultierte in einem Nachkommen, der heute die Grundlage unseres modernen Kalenders und globaler Feiertage wie Weihnachten und Ostern darstellt – nicht schlecht für eine romantische Begegnung vor über 3000 Jahren in einem staubigen Dorf!

Vorstellung einer größeren Liebesgeschichte

Ritterlichkeit und Respekt zeichneten den vermögenden und einflussreichen Boas darin aus, wie er mit Ruth, einer mittellosen Ausländerin, umging. Darin ist er ein Vorbild im Gegensatz zu den Belästigungen und Ausbeutungen, gegen die sich die heutige #MeToo-Bewegung richtet. Der geschichtlich außerordentliche Einfluss der Familie, die aus dieser romantischen Begegnung und Eheschließung hervorging, und die jedesmal ersichtlich ist, wenn wir auf unseren elektronischen Geräten das Datum ablesen, ist das bleibende Vermächtnis dieser Liebesgeschichte. Doch die Liebesgeschichte von Ruth und Boas ist ebenso das Bild einer noch größeren Liebe – einer Liebe, zu der du und ich eingeladen sind.

Die Bibel meint uns in einer Weise, die uns an Ruth erinnert, wenn sie sagt:

Und ich will sie mir im Land ansäen und mich über die “Unbegnadigte” erbarmen  (Hosea 2:25)

Der alttestamentliche Prophet Hosea (ca. 750 v.Chr.) benutzte die Versöhnung, die in seiner eigenen gescheiterten Ehe stattfand, als ein Bild der Liebe Gottes, die uns zu ihm hinzieht. Ähnlich wie Ruth, die als eine Ungeliebte ins Land kam, dann aber bei Boas Liebe fand, will Gott seine Liebe selbst denen erweisen, die sich weit entfernt von seiner Liebe wähnen. Dies wird im Neuen Testament zitiert (Römer 9,25), um zu zeigen, wie weit Gott in seiner Liebe den ihm Fernstehenden entgegenkommt.

Worin zeigt sich seine Liebe? Jesus, der Nachkomme von Boas und Ruth, ist der im Fleisch gekommene Gott und somit unser “verwandter Erlöser”, wie Boas es für Ruth war. Jesus zahlte unsere Sündenschuld vor Gott, als er auf Golgatha gekreuzigt wurde; und so heißt es in…

… der sich selbst für uns hingegeben hat, um uns von aller Gesetzlosigkeit zu erlösen und für sich selbst ein Volk zum besonderen Eigentum zu reinigen, das eifrig ist, gute Werke zu tun. (Titus 2:14)

So wie Boas als “verwandter Erlöser” den Preis zahlte, um Ruth zu erlösen (loszukaufen), ist auch Jesus unser “verwandter Erlöser”, der den Preis mit seinem Leben bezahlte, um uns zu erlösen.

Ein Vorbild für unsere Ehen

Die Art und Weise wie Jesus (und Boas) den Erlösungspreis zahlten und so die Braut gewannen, ist ein Vorbild für den Aufbau unserer Ehen. Die Bibel erläutert, wie wir unsere Ehen gründen und erhalten können: 

21 Ordnet euch einander unter in der Furcht Gottes! 22 Ihr Frauen, ordnet euch euren eigenen Männern unter als dem Herrn; 23 denn der Mann ist das Haupt der Frau, wie auch der Christus das Haupt der Gemeinde ist; und er ist der Retter des Leibes. 24 Wie nun die Gemeinde sich dem Christus unterordnet, so auch die Frauen ihren eigenen Männern in allem.

25 Ihr Männer, liebt eure Frauen, gleichwie auch der Christus die Gemeinde geliebt hat und sich selbst für sie hingegeben hat, 26 damit er sie heilige, nachdem er sie gereinigt hat durch das Wasserbad im Wort, 27 damit er sie sich selbst darstelle als eine Gemeinde, die herrlich sei, sodass sie weder Flecken noch Runzeln noch etwas Ähnliches habe, sondern dass sie heilig und tadellos sei.

28 Ebenso sind die Männer verpflichtet, ihre eigenen Frauen zu lieben wie ihre eigenen Leiber; wer seine Frau liebt, der liebt sich selbst. 29 Denn niemand hat je sein eigenes Fleisch gehasst, sondern er nährt und pflegt es, gleichwie der Herr die Gemeinde.

30 Denn wir sind Glieder seines Leibes, von seinem Fleisch und von seinem Gebein. 31 ”Deshalb wird ein Mann seinen Vater und seine Mutter verlassen und seiner Frau anhängen[d], und die zwei werden ein Fleisch sein”.

32 Dieses Geheimnis ist groß; ich aber deute es auf Christus und auf die Gemeinde. 33 Doch auch ihr — jeder von euch liebe seine Frau so wie sich selbst; die Frau aber erweise dem Mann Ehrfurcht. (Epheser 5:21-33)

Boas und Ruth gründeten ihre Ehe auf Liebe und Respekt; ebenso ist Jesu Fürsorge für seine Gemeinde ein Vorbild für Ehemänner, aufopferungsbereit ihre Ehefrauen zu lieben. Wir täten daher gut daran, unsere Ehen nach denselben Werten auszurichten.

Eine Hochzeitseinladung an dich und mich

Wie es sich für alle guten Liebesgeschichten gehört, endet die Bibel mit einer Hochzeit. So wie Boas den Preis zahlte, der die Erlösung Ruths und ihre anschließende Hochzeit ermöglichte, hat der Preis, den Jesus zahlte, unserer himmlischen Hochzeit den Weg geebnet. Diese Hochzeit ist nicht bildlich, sondern wirklich gemeint. Alle, die diese Einladung zur Hochzeit annehmen, werden “die Braut Christi” genannt. So steht es in…

Lasst uns fröhlich sein und jubeln und ihm die Ehre geben! Denn die Hochzeit des Lammes ist gekommen, und seine Frau hat sich bereit gemacht. (Offenbarung 19:7)

Alle, die das Erlösungsangebot Jesu annehmen, gehören zu seiner “Braut”. Diese Hochzeit im Himmel wird uns allen angeboten. Die Bibel schließt mit dieser Einladung an mich und dich, als Chrsti Braut an dieser Hochzeit teilzunehmen.

 Und der Geist und die Braut sprechen: Komm! Und wer es hört, der spreche: Komm! Und wen da dürstet, der komme; und wer da will, der nehme das Wasser des Lebens umsonst! (Offenbarung 22:17)

Die Beziehung zwischen Ruth und Boas ist ein Vorbild der Liebe, das sich heute noch auswirkt. Sie ist ein Bild des himmlischen Liebesverhältnisses Gottes zu uns. Er wird sich mit all denen vermählen, die seinen “Heiratsantrag” annehmen. Wie bei allen Heiratsanträgen, sollte sein Angebot erwägt und geprüft werden, ob es zu akzeptieren ist oder nicht. Beginne hier mit dem dargelegten Plan am Anfang, hier, um zu sehen, wie ernst Gott es meint, hier, wie der Erlöser den Preis zahlte, and hier, um festzustellen wie alles bereits vor langer Zeit vorhergesagt worden war, so dass wir wissen dürfen, dass es sich wirklich um Gottes Antrag handelt.