Archiv für den Monat: Mai 2020

Beweise für Gott: 5. Die Feinabstimmung für das Betreiben der Wissenschaft

Guillermo Gonzalez

In diesem Video werde ich eine dritte und letzte Art der Feinabstimmung vorstellen. Im Jahr 1999 publizierte der amerikanische Astrophysiker Guillermo Gonzalez den Artikel „Wonderful Eclipses“ (Wunderbare Sonnenfinsternisse). Er deutet darauf hin, dass Sonnenfinsternisse nicht nur spektakuläre Naturphänomene sind, sondern auch immens wichtig für das Betreiben der Naturwissenschaft. Seit tausenden von Jahren sehen sich Menschen dieses Phänomen an. Dennoch haben nur wenige darüber nachgedacht, was dieses Phänomen zu bedeuten hat, und wie unwahrscheinlich es ist, dass so etwas überhaupt geschehen kann. Manch einer denkt, dass eine Sonnenfinsternis ganz selbstverständlich ist. Aber dem ist nicht so. Anhand der Geometrie können wir leicht erkennen, wie unwahrscheinlich es ist, dass dieses Ereignis durch Zufall zustandegekommen ist.
Die Sonne ist ungefähr 400-mal grösser als der Mond, sowie 400-mal weiter entfernt von der Erde als diese zum Mond, und daher bietet diese Kombination die Grundlage für eine nahezu perfekt Sonnenfinsternis. Das hört sich eigentlich ganz einfach an. Aber bei diesem Verhältnis muss man berücksichtigen, dass die Anziehungskraft und Rotation der Himmelskörper genau richtig abgestimmt sein muss, um dieses Verhältnis zwischen Größe und Distanz zu erreichen.  Derzeit ist uns kein anderer Planet bekannt, welcher dieses exakte Verhältnis zwischen seinem Mond und Stern aufweist. Wir halten also fest, dass genau unsere Erde, nicht nur die richtigen Eigenschaften hat um Leben zu ermöglichen und zu erhalten, sondern auch der Planet ist, von dem aus man eine nahezu perfekte Sonnenfinsternis beobachten kann.

Aber vielleicht fragst du dich jetzt, was denn nur so besonders an einer Sonnenfinsternis ist, abgesehen vom optischen Spektakel? Die wissenschaftlichen Erkenntnisse, welche nur durch die Sonnenfinsternis ermöglicht wurden, haben eine Art Tür in unser heutiges, wissenschaftliches Zeitalter geöffnet – vor allem in der Physik und der Chemie.
Jedes Kind stellt fest, dass die Sonne sehr hell ist. So hell, dass man sie nicht direkt anschauen kann ohne sich die Augen zu verletzen. Aber während einer Sonnenfinsternis kann man genau das ohne Schaden machen. Der Mond verdeckt die Sonne so exakt, dass man die Chromosphäre der Sonne betrachten kann (die Gashülle im obigen Bild). Physiker können dadurch feststellen, wie das Sonnenlicht und dessen Atmosphäre produziert wird. Aber das ist noch nicht alles. Während einer Sonnenfinsternis wird so viel Sonnenlicht blockiert, dass Wissenschaftler in der Lage waren, das Blitzspektrum zu entdecken (siehe im unteren Bild welches vier Zeitabschnitte einer Sonnenfinsternis zeigt: Links: der Stand des Mondes zur Sonne, Mitte: die verschiedenen Zeitpunke, Rechts: das Blitzspektrum, welches eine Sekunde nach der Sonnenfinsternis sichtbar wird). Im Jahre 1870 führte diese Erkenntnis zur Entdeckung von bestimmten chemischen Elementen, wie zum Beispiel Helium. Wäre unser Mond nur ein bisschen grösser, dann würde er zu viel Sonnenlicht verdecken, und dann hätten Wissenschaftler das Blitzspektrum nie entdeckt. Ähnliches gilt, wenn unser Mond nur ein bisschen kleiner wäre, dann würde er zu viel Sonnenlicht vorbeilassen, und daher wäre es zu hell, um das Blitzspektrum zu sehen.

Außerdem ist es Wissenschaftlern gelungen, Albert Einsteins Theorie der generellen Relativität während einer Sonnenfinsternis zu prüfen und zu bestätigen. An Hand der Sonnenfinsternis können wir also feststellen, dass die Erde nicht nur für das Leben, sondern auch zum Betreiben der Wissenschaft fein abgestimmt scheint.

Ein weiters Merkmal, welches diese Tendenz bestätigt, sehen wir in der Erdatmosphäre. Diese besteht aus einer speziellen Zusammensetzung von chemischen Elementen. Sie ist eine von sieben Atmosphären in unserem Solarsystem, aber die einzige die komplexes Leben ermöglicht. Außerdem ist unsere Atmosphäre die einzige, die transparent ist. In allen anderen Planeten unseres Solarsystems ist der Kohlenstoffanteil in deren Atmosphäre so groß, dass sie nebelig ist.
Warum ist es wichtig, dass die Atmosphäre transparent ist? Die Erde wird ständig von Strahlung getroffen. Diese kommen als Gamma-, Röntgen-, Ultraviolette-, Sichtbare-, Infrarote-, Mikrowellen-, und Radio Strahlung an. Wir bezeichnen sie als das elektromagnetisches Spektrum. Da unsere Atmosphäre transparent ist, ist ein schmales Band dieser Strahlung sichtbar. Und genau diese Strahlung erweist sich als unentbehrlich für das Leben auf der Erde.

Es sind diese Strahlen, die Pflanzen durch Photosynthese in chemische Energie umwandeln und somit Leben auf der Erde ermöglichen. Es ist bemerkenswert, dass die Zusammensetzung unserer Atmosphäre nicht nur genau richtig ist um Leben zu ermöglichen, sondern, da sie für bestimmte Strahlung durchsichtig ist, ist sie zur gleichen Zeit auch ideal um Naturwissenschaft zu betreiben.

Im letzten Video hatte ich angedeutet, dass die Position unseres Solarsystems in unserer Galaxie, die Milchstraße, nicht  ohne ist. Unsere Galaxie ist eine Spiralgalaxie. Sie besitzt eine kugelförmige Mitte mit spiralförmigen Armen. Die Mitte der Milchstraße ist sehr ungünstig, gar feindlich fürs Leben, denn dort befinden sich viele Super Novas (explodierende Sterne) und schwarze Löcher. In den äußeren Gebieten der Spiralarme hingegen befinden sich nur wenige schwere chemische Elemente. Dort befinden sich daher nur Planeten und Sterne, die zum Großteil aus Gasen bestehen.

Ähnlich wie in unserem Sonnensystem gibt es auch in unserer Galaxie eine bewohnbare Zone. Diese Zone befindet sich ungefähr in der Mitte der Spiralarme. In dieser bewohnbaren Zone gibt es wiederrum bessere und schlechtere Gegenden. Die Spiralarme sind sehr dicht besiedelt und in ihnen sehen wir viele Sterngeburten und Sternexplosionen. Daher erweisen sich diese Spiralarme als sehr feindlich für das Leben. Glücklicherweise befindet sich unser Solarsystem in einem der Zwischenräume. Diese Position erweist sich nicht nur als günstig um Leben zu ermöglichen. Es stellt sich aber auch heraus, dass hier die beste Position ist, um wissenschaftliche Entdeckungen zu machen. Im Gegensatz zu den Spiralarmen haben die Zwischenräume niedrige Gas und Kohlenstoff Luftverschmutzung. Dadurch haben wir klare Sicht um in die Weiten des Universums schauen zu können. Außerdem ermöglicht es uns auch unsere Galaxie als flache Scheibe sehen zu können und daraus wiederrum wissenschaftliche Erkenntnisse zu gewinnen. Wenn du also das nächste Mal, in einer klaren Nacht den Himmel betrachtest und etwas wie weißen Staub siehst weißt Du, dass Du in die Seite eines Spiralarms unserer Milchstraße schaust.

Picture of Albert Einstein

Und das bringt mich zum letzten Punkt, den ich hier erwähnen möchte. Albert Einstein sagte: „Das ewig Unbegreifliche an der Welt ist ihre Begreiflichkeit.“ Einstein wunderte sich, dass er die Naturwissenschaften überhaupt betreiben konnte, und dass man deren Gesetze in relativ einfachen mathematischen Formeln ausdrücken kann, wie z. B. E = mc^2.  Höchst wahrscheinlich glaubte Einstein nicht an einen Gott in dem Sinne, wie es zum Beispiel die Christen tun. Nichts desto trotz vermerkte er, dass er es sich nicht vorstellen kann, dass es Wissenschaftler gibt, „ohne diesen Glauben“, d.h. Wissenschaftler, die nicht glauben, dass das Universum und dessen Naturgesetze auffindbar und regelmäßig sind. Wir sehen also, dass der Glaube nicht nur ein religiöses Konzept ist, sondern auch fundamental zum Betreiben der Naturwissenschaften ist. Und es war genau dieser Glaube, der die modernen Naturwissenschaften ankurbelte. Die Pioniere der Naturwissenschaften Issak Newton, Galileo, Kepler, Pascal, Mendel, Kelvin und Maxwell glaubten allesamt, dass das Universum von einem intelligenten Wesen erschaffen war.

Picture of C.S. Lewis

Der Britische Professor und Schriftsteller C.S Lewis einst sagte, „Die Menschen wurden zu Wissenschaftlern, weil sie erwarteten, dass es in der Natur ein Gesetz gäbe; und sie erwarteten ein Gesetz der Natur, weil sie an einen Gesetzgeber glaubten.“
Man könnte jetzt ganz einfach annehmen, dass dieser Glaube nichts mit der Erkenntnis Gottes zu tun hat, sondern dass diese Annahme universell gegeben ist, d. h. alle Menschen haben schon immer an diese Naturgesetzte geglaubt. Aber dem ist nicht der Fall. Im 18. Jahrhundert bemerkte der britische Biochemiker Joseph Needham, welcher ein strenger Atheist und Marxist war, dass die Chinesen eine ganz andere Auffassung hatten. Als christliche Missionare ihnen über die wissenschaftlichen Fortschritte in der westlichen Welt berichteten, verspotteten sie diese Idee, dass das Universum durch relativ einfache Gesetze bestimmt ist, als Dummheit. Obwohl China für verschiedene Erfindungen bekannt war, hatte sich dort keine systematische Naturwissenschaft entwickelt, denn wie der Atheist Needham selbst schilderte „Es fehlte der Glaube an einen Schöpfer.“


Paulus schrieb folgendes im Römerbrief des Neuen Testamentes Kapitel 1 Vers 20 „Seit der Erschaffung der Welt sind seine Werke ein sichtbarer Hinweis auf ihn, den unsichtbaren Gott, auf seine ewige Macht und sein göttliches Wesen.“ Nun schauen wir uns hier das Wort „Werke“, welches vom griechischen „poiema“ übersetzt wird, näher an. Im Englischen wird die Bedeutung dieses griechischen Wortes sehr deutlich, denn von „poiema“ wurde das Wort „poem“ abgeleitet (auf Deutsch: Gedicht).

Denn genau das ist die Idee, welche sich hinter diesem Wort versteckt. Paulus schrieb also, dass „seit der Erschaffung der Welt, seine [Gedichte] ein sichtbarer Hinweis auf [den Schöpfer] sind.“ Wissenschaftler besagen, dass die Naturgesetzte in der „hervorragenden Sprache der Mathematik“ geschrieben wurden. Aber nicht nur die Naturgesetzte, sondern auch die Natur selbst wie Landschaften, Wasserfälle, Tiere und Pflanzen, deren sorgfältige Konstruktion und natürlich auch der Blick in die Sterne, haben Menschen seit tausenden von Jahren dazu inspiriert, dessen Schönheit in Worte und Gedichte auszudrücken. „Die Himmel verkünden die Herrlichkeit Gottes, und das Himmelsgewölbe zeigt, dass es das Werk seiner Hände ist.“ schrieb der Psalmist im Kaptiel 19.

Zum Ende unserer Exkursion durch die Astronomie halten wir also fest, dass das Weltall einen Anfang hatte. Es ist sehr sorgfältig abgestimmt damit es Leben ermöglicht. Außerdem sahen wir auch, dass unser Planet, die Erde, sorgfältig abgestimmt ist: zum Einem um Leben zu behausen, und zum Anderem, um systematische Naturwissenschaften betreiben zu können. Aber was bedeutet das? Kam es durch Zufall so, oder war es Absicht? Das muss jeder für sich selbst entscheiden. Dabei sollte man sich die Frage nach dem „Warum“ stellen und diese hierbei nicht aussen vorlassen. Von Erfahrung her wissen wir, dass jede Erfindung oder Entdeckung einen Zweck hat. Zum Beispiel Gutenbergs Erfindung des Buchdrucks mit beweglichen Metalllettern öffnete die Tür für die schnelle und massenhafte Verbreitung von Wissen.

Im Römerbrief lesen wir, dass „was man von Gott erkennen kann, für [uns] deutlich sichtbar [ist]; er selbst hat es [uns] vor Augen gestellt.“ Und „seine Werke [sind] ein sichtbarer Hinweis auf ihn.“ Das Neue Testament behauptet, dass das Betreiben der Naturwissenschaften, uns zur Erkenntnis eines hoch intelligenten Wesens leitet. Ganz im Gegensatz zur Aussage des Richard Dawkins, welcher sagte, dass die Naturwissenschaften Gott begraben haben, besagt das Neue Testament, dass die Naturwissenschaften uns zur Erkenntnis von Gott bringen soll. Die Bibel lehnt die Naturwissenschaften also nicht ab. Ganz im Gegensatz, sie spornt uns dazu an die Naturwissenschaften zu betreiben.
Astronomisch gesehen, kann ich nachvollziehen, wenn jemand zu dem Entschluss kommt, dass all diese Indizien – die Entstehungen des Universums, die Feinabstimmung des Universums, die Feinabstimmung unserer Erde um Leben zu ermöglichen, und schlussendlich auch die Feinabstimmung der Erde im Universum um hochkomplizierte Naturwissenschaft zu betreiben – auf ein intelligentes Wesen hinweist. Die einzige Alternative zu dem ist, dass alles durch Zufall entstanden ist. Diese Entscheidung müssen wir jeder selbst treffen.

Beweise für Gott: 4. Das Fine-Tuning für das Leben

Weiter zum fünften Teil: https://evangel.me/2020/05/23/beweise-fuer-gott-5-die-feinabstimmung-fuer-das-betreiben-der-wissenschaft/

Im letzten Video habe ich über das „Fine-Tuning“ – die Feinabstimmung des Universums gesprochen. Im Großen und Ganzen betraf das die Feinabstimmung der Konstanten, die das Universum benötigte, um entstehen zu können. Dies kann man mit dem Uhrwerk vergleichen, in dem alle kleinen Teilchen ganz genau zusammen arbeiten  müssen, damit die Uhr überhaupt funktionieren kann.

In diesem Video werde ich zeigen, dass es weitere Arten der Feinabstimmung gibt. Vor langer Zeit lebte ein berühmter Philosoph im heutigen Griechenland, der das Geozentrische Weltbild formulierte. Natürlich spreche ich von Aristoteles. Er besagte, vom menschlichen Auge sieht es so aus, als ob alle Himmelskörper um die Erde kreisen. Dieses Weltbild hielt ungefähr fϋr 1800 Jahre an. Dann, im Jahre 1543, machte der polnische Astronom Nikolas Kopernikus Messungen, an denen er sah, dass nicht etwa die Erde, sondern die Sonne im Mittelpunkt steht. Dieses neue Weltbild wurde Heliozentrisches Weltbild benannt. Alle Himmelskörper, mit Ausnahme des Mondes, kreisen um die Sonne. Diese Entdeckung gilt als Startpunkt für die moderne Astronomie.

Mitte des 20. Jahrhundert begannen Wissenschaftler und Ingenieure Satelliten in das Weltall zu schicken. Ausgestattet mit Kameras, gaben uns diese die ersten Aufnahmen unserer Erde im Vergleich zu anderen Planeten im Sonnensystem. Diese Bilder gaben einigen Wissenschaftlern Anlass, Kopernikus‘ Heliozentrisches Weltbild in einem neuen Licht zu interpretieren. Man nannte es das Kopernikanische Prinzip. Es besagt, dass der Mensch als Beobachter im Weltall keine besondere Stellung hat. Ich bin mir nicht sicher, ob sich Kopernikus über diese Auslegung seiner Entdeckung gefreute hätte, aber nichts desto trotz gab man diesem Prinzip seinen Namen. Der amerikanische Astronom Carl Sagan fügte hinzu, dass die Erde nur ein einsames Körnchen im Weltall sei. Spätestens nach der Entdeckung von Edwin Hubbles war klar, dass sich unzählige Planeten und Sterne im Weltall befinden. Allein in unserer Galaxie,  der Milchstraße, befinden sich über 100 Milliarden Sterne. Daher nehmen viele Wissenschaftler an, dass sich Leben auf vielen anderen Planeten entwickelt haben muss. Unsere Erde ist also nichts Besonderes.

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Erde im Sonnestrahl

Die Naturwissenschaft, in der nach Leben im Weltall gesucht wird, nennt man Astrobiologie. Wenn man aber nach Leben im Weltall sucht, muss man erst einmal wissen, welche Voraussetzungen nötig sind, um Leben zu ermöglichen und zu erhalten. Anhand so einer Liste kann man dann ganz einfach eine Wahrscheinlichkeitsrechnung aufstellen, um zu überprüfen, wie wahrscheinlich es ist, dass wir Leben auf anderen Planeten finden werden. Man dividiert also die Anzahl der Planeten durch die Wahrscheinlichkeit der verschiedenen Faktoren, die zum Leben nötig sind. Wenn die Anzahl der Planeten grösser ist als die Wahrscheinlichkeit der Faktoren, d.h. wenn der Nenner grösser ist als der Zähler, dann ist es wahrscheinlich, dass sich Leben auf anderen Planeten entwickelt hat. Auf der anderen Seite, je grösser die Zahl im Zähler wird, desto unwahrscheinlicher  wird es, dass wir Leben auf anderen Planeten finden werden.

FAQ: So viel Wasser gibt es auf der Erde - quarks.de

Nach heutigem Wissensstand müssen mindestens fünfzehn Voraussetzungen gegeben sein, um Leben auf einem Planeten zu ermöglichen. Wie unsere Erde braucht der Planet flüssiges Wasser. Wasser ist ideal für Leben, welches auf Kohlenstoff basiert. Die von euch, die schon einmal StarTrek gesehen haben wissen, dass Leben auf Kohlenstoff basieren muss. Aber Spaß zur Seite, zu mindestens kennen wir keine andere Basis die Leben ermöglicht. Offensichtlich brauchen wir Wasser zum trinken. Weniger bekannt, aber trotzdem wichtig ist, dass Wasser auch ein idealer Hitzespeicher ist und daher auch ideal zum Regulieren der Temperatur auf der Erdoberfläche ist. Die Entfernung eines Planeten zur Sonne bestimmt, ob und in welchem Zustand sich Wasser befinden kann. Wenn die Erde nur 5% näher an der Sonne wäre, wie zum Beispiel der Planet Venus, dann wäre die Erdtemperatur zu heiß, um Wasser gewährleisten zu können. Wäre die Erde um 20% weiter von der Sonne entfernt, wie zum Beispiel der Mars,  dann wäre es zu kalt für flüssiges Wasser.

Weitere Voraussetzungen sind, dass der Planet das richtige Verhältnis zwischen Wasser- und Landmassen haben muss. Der Planet muss von der richtigen Größe sein, denn diese bestimmt die Gravitationskraft des Planeten. Die Atmosphäre des Planeten muss sauerstoffreich sein. Die Umlaufbahn des Planeten um dessen Sonne muss kreisförmig sein. Im Solarsystem des Planeten müssen sich große Planeten befinden (wie zum Beispiel Saturn und Jupiter). Diese ziehen Asteroiden an und beschützen somit die kleineren Planeten. Weiterhin braucht der Planet einen Mond der groß genug ist um die Achse des Planeten zu stabilisieren, sprich in einem konstanten Winkel hält. Weiterhin darf die Geschwindigkeit der Rotation des Planeten nicht zu schnell oder zu langsam sein. Von dieser kurzen Liste können wir also schon ahnen, dass es vielleicht nicht ganz so einfach ist einen Planeten zu finden auf dem Leben entstehen kann. Aber dazu später mehr denn Wissenschaftler haben noch weitere Voraussetzungen erkannt.

Der Planet, nach dem wir suchen, muss ein terrestrischer (oder erdähnlicher) Planet sein, welcher eine dünne Erdkruste hat, und somit Plattentektonik ermöglicht. Ist die Kruste zu dick, dann ist keine Plattentektonik möglich. Plattentektonik, welche für zahlreiche Katastrophen wie Erdbeben und Tsunamis verantwortlich ist, ist aber auch unentbehrlich für die Erhaltung des Lebens auf unserer Erde. Die Erde ist in verschiedene bewegliche Platten eingeteilt. Das „Verschlucken“ alter – und die Bildung neuer Landmassen ist notwendig, um die innere Temperatur der Erde zu regulieren. Dies hat auch zur Folge, dass der Kohlenstoff auf der Erdoberfläche recycelt werden kann. Wie vorhin schon erwähnt, ist dieser Kohlenstoff absolut notwendig um Leben auf unseren Planeten zu ermöglichen und zu erhalten. Aber nicht nur Kohlenstoff sondern auch andere lebensnotwendige chemischen Elemente werden durch die Plattentektonik auf der Erde verteilt.

Eine weitere Voraussetzung ist, dass der Planet ein magnetisches Feld haben muss um uns vor kosmischer Strahlung schützen zu können. Unsere Erde hat genau so ein magnetisches Feld, da sie einen flüssigen Eisenkern besitzt. Und wie ihr euch schon denken könnt, muss dieser Kern von der richtigen Größe sein. Denn ein Kern, der zu klein ist, produziert ein zu schwaches magnetisches Feld. Ist der Kern zu groß, dann bekommt die Plattentektonik Schwierigkeiten.

Ich habe vorhin schon einmal die Atmosphäre erwähnt. Nun muss diese nicht nur sauerstoffreich sein, sondern auch andere Elemente besitzen. Unsere Erdatmosphäre besteht aus mehr oder weniger 78% Stickstoff, 21% Sauerstoff, und 1% Kohlenstoffdioxid. Die Erde hat einen Durchschnitt von ungefähr 12.700km. Die Atmosphäre ist zwar hauch dünn, denn sie bildet weniger als 1% dieses Erddiameters, dennoch ist sie extrem wichtig. Sie beschützt uns vor der tödlichen Sonnenstrahlung und ist daher lebensnotwendig.

Eine weitere Voraussetzung, dass Leben auf unsere Erde entstehen konnte, ist das Verhältnis zwischen Erde und Mond. Da die Größe des Mondes ungefähr ein Viertel der Erde ist, ist er genau groß genug, um die Erdachse zu stabilisieren (23.5°). Dies bewirkt, dass Wasser auf der Erde zirkulieren kann. Hierdurch werden die Gezeiten ermöglicht (Ebbe und Flut). Warmes Wasser kann damit vom Äquator zu den Polen und zurück zirkulieren, und somit das von der Sonne erwärmte Wasser abkühlen. Nun fragst du dich vielleicht, warum das wichtig ist? Diese Wasserzirkulation reguliert das Klima auf der Erde und ermöglicht einen mäßigen Wechsel von Sommer und Winter, und somit ein mildes Klima auf der Erde.

Der vorletzte Punkt betrifft die Größe unseres Sternes, der Sonne. Wäre unsere Sonne kleiner, dann müsste die Erde näher an der Sonne kreisen, um die richtige Temperatur für flüssiges Wasser zu ermöglichen. Aber hier befindet sich ein weiteres Problem. Wenn die Erde zu nah an der Sonne kreist, dann passiert mit ihr dasselbe, was zwischen Erde und Mond passiert ist: Die Anziehungskraft des größeren Planeten fixiert den kleineren Planeten in eine feste Position. So zumindest behaupten es die Astrophysiker. Genau das ist der Grund, dass wir immer nur die gleiche Seite des Mondes sehen. Vor der modernen Astronomie dachte man, dass das unveränderliche Bild des Mondes ein Beweis dafür sei, dass er nur eine flache Scheibe ist. Später fanden Wissenschaftler heraus, dass die Gravitationskraft der Erde dafür verantwortlich ist. Wenn die Erde also zu nah an der Sonne wäre, und sie somit in eine feste Position fixiert wird, dann würde die Seite der Erde, die zur Sonne zeigt, austrocknen. Die andere Seite hingegen würde sehr kalt werden, da diese nie dem Sonnenlicht ausgesetzt werden würde.

Die letzte Voraussetzung für das Leben die ich nennen möchte, ist die Position unseres Sonnensystems in unserer Galaxie, der Milchstraße. Nicht jedes Gebiet in unserer Galaxie ist wie das andere. Wissenschaftler haben entdeckt, dass manche Gebiete Leben ermöglichen, und andere Gebiete das Leben unmöglich machen. Glücklicherweise befinden wir uns in einem Gebiet der Milchstraße, das Leben ermöglicht. Dieses nennt man zirkumstellare, bewohnbare Zone. Im nächsten Video schauen wir uns dies ein bisschen mehr im Detail an. Für dieses Video reicht es zu wissen, dass wir auch galaktisch gesehen Glück gehabt haben.

Die zirkumstellare, bewohnbare Zone – gekennzeichnet in rot. In gelb ist die Position des Solarsystemes in der Milchstrasse

Am Anfang dieses Videos behauptete ich, dass wir an Hand dieser lebensnotwendigen Voraussetzungen eine Wahrscheinlichkeitsrechnung aufstellen können, um zu sehen wie gewiss es wirklich ist, dass wir andere Planeten finden werden, die Leben ermöglichen. Hierfür müssen wir annehmen wie wahrscheinlich es ist, dass eine Jede dieser Voraussetzungen eintreten kann. Ich schlage vor, dass wir jedem Faktor eine Wahrscheinlichkeit von 10% (1/10) geben. Dies ist natürlich sehr konservativ denn zum Beispiel kennen wir viel mehr als 10 Planeten, aber nur einen mit flüssigem Wasser. Nichts desto trotz, wenn wir jedem Faktor 10% geben, dann heisst das, dass der Zähler auf 10^15 kommt, d.h. 10 x 10 x 10 – fünfzehnmal. Nun setzen wir die Anzahl der bekannten Planeten in den Nenner.  Eine Galaxis besteht ungefähr aus 100 Milliarde Planeten (10^11). Daher ist unsere Rechnung wie folgt: 10^11 geteilt durch 10^15 ist 10^-4. Das bedeutet, dass bestenfalls jede zehntausendste Galaxy der Größe unserer Milchstraße einen Planeten mit Leben beinhaltet. Aber da Wissenschaftler immer weitere dieser Voraussetzungen entdecken und die wahren Faktoren weit unter 10% sind, stehen die Chancen außerirdisches Leben zu entdecken immer schlechter.

Daher können wir schlussfolgern, dass wir das Kopernikanische Prinzip, welches besagt, dass der Mensch als Beobachter im Weltall keine besondere Stellung hat, noch einmal überdenken sollten. Obwohl die Erde nicht, wie einmal gedacht, im physischen Mittelpunk steht, scheint sie nichts desto trotz recht außergewöhnlich zu sein.
Entdeckungen wie diese veranlassten Wissenschaftler, wie zum Beispiel Donald Brownlee von der NASA Stardust Mission (übersetzt NASA Sternenstaub Mission) Bücher mit dem Titel „Rare Earth Why Complex Life is Uncommon in the Universe“ (übersetzt Seltene Erde – Warum komplexes Leben im Weltall außergewöhnlich ist), zu veröffentlichen. Im folgenden Video präsentiere ich eine weitere Entdeckung, welche die Erde noch außergewöhnlicher macht.