Archiv des Autors: Ragnar

Hatte Konstantin die Bibel oder das Testament gefälscht?

Oft werde ich über Konstantin gefragt. Es gibt viel falsche Information und Gerüchte über ihn.

Bekannte Bücher und Filme wie die DaVinci Code stellen ihn als einen römischen Kaiser dar, der das Evangeliun haupsächlich für seinen eigenen politischen Zweck erfand. Ist das wahr? Fangen wir mit einigen Fakten an, die leicht zu beweisen sind:

Konstantin der Große: Beweise

Konstantin war ein römischer Kaiser von 306 – 337 AD. Vor seiner Regierung waren die Kaiser vollkommen gegen das Evangelium. Sie verfolgten die Nachfolger Jesu und haben sie auch hingerichtet. Kaiser Nero fing damit 64 AD an. Er ließ die Nachfolger Jesu fesseln, in Öl tauchen, ließ sie anstecken, und sie standen als lebende Fackeln in seinem Garten.

Die ihm folgenden Kaiser, Domitian, Marcus Aurelius, Diocletian und andere, haben diese Sitte fortgesetzt. Konstantin gab 313 AD ein Gesetz heraus, das Edikt von Mailand, das religiöse Freiheit erlaubte. Konstantin war der einizige römische Kaiser, der siegreiche Kriegszüge gegen seine Feinde führte. Während dieser Kriege bekehrte er sich vom Heidentum zum Christentum. Heute wird viel darüber diskutiert, ob Konstantins Bekehrung echt war oder ob er das aus politischen Gründen getan hat.

 Der Rat von Nizäa

325 AD hat Konstantin den Rat von Nizäa berufen. Es war die erste nationale Versammlung der Kirchenführer. Sie sprachen über verschiedene Themen, bei denen verschiedene Ansichten zugrunde lagen. Es gibt Menschen, die der Ansicht sind, daß das Evangelium damals geändert oder gefälscht wurde (oder sogar ausgesucht wurde) um in die Bibel eingeschlossen zu werden.

Eigentlich war die Hauptsache dieser Versammlung . das theologische Verständnis und das Verhâltinis zwischen Jesus und Gott zu begreifen. Die eine Gruppe, die Arius leitete, war der Meinung, daß Jesus und Gott verschiedenen Ursprungs sind, während die andere Gruppe, die Athanasius leitete, der Ansicht war, daß sie beide gleichen Ursprungs sind. So wissen wir also, daß es verschiedene Auslegungen der Bibel gab. Die Zusammenfassung, das Nizäische Glaubensbekenntnis, wurde von diesem Rat, den Konstantin eingeladen hat, verfaßt.

 Fälschung oder ein Vergehen?

Wurden die Evengelien bei diesem Konzil geändert oder ausgewählt? Wie wir in dem Artikel über die Richtigkeit der Bibel sehen, sind viele Manuskripte heute vorhanden, die aus der Zeit von 200 Jahren vor Konstantin und dem Konzil aufgezeichnet wurden. Wenn das Konzil oder Konstantin diese Dokumente geändert hätte, dann würden wir diese Änderungen in den Schriften sehen, die bei dem Konzil ausgeteilt wurden und denen, die nach dieser Versammlung verfaßt wurden. Aber es läßt sich keine Änderung in den späteren Kopien feststellen. In der folgenden Aufzeichnung ist klar zu ersehen, wann die Manuskripte für die Bibel verfaßt wurden.

German Constatine Bible

Hat man nun die falschen Evangelien für die Bibel ausgesucht? Das war nicht der Fall, denn beide Gruppen, die von Arius und die von Athanasius. gebrauchten beide dasselbe Evangelium und die Briefe, die in der Bibel aufgenommen sind. um ihren Standpunkt zu verteidigen. Arius und Athanasius waren sich einig, daß die Schriften der Wahrheit entsprachen und daß die Wahl der Bibelbücher richtig ist. Jedoch hatten beide eine andere Meinung über diese Schriften. Ein Teilnehmer des Konzils, Eusebius, hat genauen Bericht über die Debatten, hinterlistigen Verwicklungen und die Rolle Konstantins in dieser Angelegenheit beschrieben. Die Aufzeichnungen von Athanasius sind auch erhalten.

Konstantin und die Gute Nachricht

Konstantin hatte einen riesigen Einfluß auf die Entwicklung des Christentums. Christliche Feiern (wie Weihnachten am 25. Dezember und wie das Datum für Ostern berechnet wird) sind auf seine Arbeit zurückzuführen. Die entgegengesetzte Meinung über das Evengelium, das vorher verachtet wurde und von der Regierung aus als nicht glaubwürdg erklärt war, durch Konstantin dann als kulturelle Richtlinie Europas mit der Zusammenarbeit der Regierung wurde.

Aber das Evangelium behandelt keine Feiern, Kultur oder Regierungsmacht. Es geht um eine kostenlose Nachricht von Gott, die in Menschherzen und Verstand aufgenommen wird, und damit die Herzenseinstellung ändert.

So wie viele Entenmuscheln., die sich am Rumpf eines Schiffes festgesetzt haben, den Kurs eines Schiffes ändern können und erst abgekratzt werden müssen, um wieder richtig im Wasser zu gleiten, so müßte man Vieles an der Christenheit abkratzen, das sich seit Konstantins Zeit in die Christenheit eingeschlichen hat, um an den Grund des Evangeliums zu kommen. Aber es ist möglich. Der „Kratzer“, durch den wir die wahre gute Nachricht bekommen, ist die Bibel. Da die Bücher in der Bibel nicht erfunden wurden, noch durch Konstantin geändert oder gefälscht wurden, können wir sie als Hinweis auf Jesus gebrauchen. Diese Bücher sind aus der Zeit, als die Jünger Jesu sich auf den Weg machten, um die gute Nachricht weiterzutragen.

Doch was ist aus der Theologie und dem Bekenntnis geworden, die durch das Konzil von Nizäa bestätigt wurden? Sind sie gefälscht? Die wirklich gute Kunde ist die, daß die Übersetzungen der Schriften von damals dieselben sind wie wir sie heute haben. Wir können die Schriften untersuchen, können die Botschaft verstehen und können feststellen, ob sie mit der Bibel übereinstimmen. Ganz gleich zu welchem Entschluß wir dabei kommen, so sind wir doch gut informiert, weil wir die Evangelien untersucht haben.

Aus vielen Gründen können wir uns entscheiden, dem Evangeium nicht zu glauben und es anzunehmen. Oder wir entscheiden uns dafür. Doch wollen wir von dem Gedanken Abstand nehmen, daß Konstantin etwas mit dieser Frage zu tun hat. Gleich, welche Entscheidung wir treffen, es wäre nicht richtig, ihn mit einzubeziehen.

 

Die Noah-Kontroverse: Wäre eine Sintflut denkbar?

 

Russell Crowe in "Noah"

Russell Crowe in „Noah“

Seit kurzem gibt es in den Kinos weltweit den mit Spannung erwarteten Kassenhit von 2014: „Noah”. Um diesen Film gibt es nicht nur einen Mordsrummel, sondern auch einen großen Meinungsstreit. Kritiker hinterfragen, wie bibelgetreu denn die Plotline der Filmhandlungen überhaupt sei – wobei Russell Crowe (der Noah-Hauptdarsteller) vergeblich versuchte, die persönliche Zustimmung des Papstes für den Film zu erlangen. In der islamischen Welt haben mehrere Länder den Film verboten, da er einen ihrer Propheten bildlich darstellt – was nach Auslegung der meisten Islamisten unerlaubt ist. Doch alle diese Streitfragen sind nur geringfügiger Art verglichen mit der viel tiefer gehenden und schon länger andauernden Kontroverse, ob es denn eine solche weltweite Flut überhaupt gegeben habe. Das ist eine Frage, die es sich zu untersuchen lohnt.

Es ist wohl allgemein bekannt, dass es in vielen Kulturen der Welt eine Erinnerung an eine große Flut gibt. Es existiert somit eine gewisse anthropologische Beweisführung für ein solches Ereignis. Gibt es aber auch physische Hinweise auf eine noachidische Sintflut in unserer heutigen Welt?

Die Flutwellenkraft der Tsunamis

Tsunami

Ein Tsunami verwüstet die Küste Japans im Jahr 2011.

Untersuchen wir einmal, was eine solche Flut auf der Erde anrichten würde. Mit Sicherheit dürfte eine Flut diesen Ausmaßes unvorstellbare Wassermengen mit sich führen, die sich mit großer Geschwindigkeit und Tiefe über kontinentale Entfernungen hinweg ausbreiten würden. Große Wassermengen, gepaart mit großer Geschwindigkeit entwickeln eine ziemlich hohe kinetische Energie (KE = Masse * Geschwindigkeit² / 2 oder E = m * v² / 2).  Aus diesem Grund sind Fluten so zerstörerisch. Beim Anblick der Bilder vom Tsunami, der 2011 Japan verwüstete, konnte man sehen, wie die kinetische Wasserenergie großflächige Schäden anrichtete, wobei die Fluten scheinbar mühelos größere Objekte wie Autos, Häuser, Schiffe und Boote mitreißen konnten – sogar die in ihrem Pfad befindlichen Atommeiler.

Tsunami 2

Dieser Tsunami zeigte, wie die Energie einiger weniger “großer” Wellen fast alles, was sich in seinem Pfad befand, zerstören konnte.

 

Tsunami 3

Fluten und Sedimentgestein

Flood

Ein reißender Strom in Ecuador. Das schnell fließende Wasser ist braun von Sedimenten – aufgewirbelten Ablagerungen.

Wenn sich die Geschwindigkeit des Wassers erhöht, fängt es an, Ablagerungen, bestehend aus Teilchen von Schmutz, Sand, Steinen und Felsbrocken, aufzuwirbeln und mitzureißen.

Map

Eine Luftaufnahme aus New England zeigt braune Wasserfluten, die in den Atlantik eindringen. Sie sind braun wegen der mitgeführten Sedimente.

Sedementary

Sedimente lagern sich je nach Partikelgröße ab, selbst bei Basis- oder Grundwasserabfluss.

Wenn Wasser langsamer läuft und seine kinetische Energie verliert, lagern sich die Sedimente in Schichten ab, aus denen bestimmte Gesteinsarten resultieren.

Sedementary with tape measure

Sedimente vom japanischen Tsunami von 2011 zeigen pfannkuchenartige Schichten – das Kennzeichen von Sedimentgestein – Felsengestein, das durch Wasserablauf gestaltet wurde. – Aus einer British Geological Survey Webseite

mud and ash

Sedimentgestein von einem Tsunami, der in Japan A.D. 859 Verwüstungen anrichtete. Er resultierte ebenfalls in Ablagerungsschichten von 20-30 Zentimetern. – Aus einer British Geological Survey Webseite

Diese Gesteinsart nennt sich Sedimentgestein (oder auch Absatz-, Ablagerungs- oder Schichtgestein), leicht erkennbar an den typischen pfannkuchenartigen, über einander gelagerten Schichten von ca. 20cm Stärke. Im Bild sieht man die Schichten von ca. 20cm (im Zentimetermaß), die sich nach dem verheerenden Tsunami von 2011 in Japan ablagerten.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Tsunamis und Flussüberflutungen hinterlassen ihre typischen Merkmale in solchen sedimentären Ablagerungen, wenn die Fluten längst zurückgegangen sind und die Lage sich wieder normalisiert hat.

Sedimentschichten rund um die Erde

Gibt es denn sedimentäres Gestein, das in ähnlicher Weise auf eine noachidische Sintflut hindeutet, wie sie die Bibel beschreibt? Wenn man diese Frage stellt und sich einmal umsieht, wird man sehen, dass unser Planet von sedimentärem Gestein buchstäblich bedeck ist. Man kann diese Art von Pfannkuchenschichten bei vielen Autobahn- und ähnlichen Durchbrüchen feststellen. Was dieses sedimentäre Gestein von den durch den verheerenden japanischen Tsunami 2011 entstandenen geologischen Schichten unterscheidet, ist das schiere Ausmaß – sowohl flächenmäßig über den gesamten Erdball als auch vertikal in die Tiefe gehend. Nachfolgend einige Fotos von Sedintargestein, die ich auf meinen Reisen aufgenommen habe.

Sedimentgestein von einem Tsunami, der in Japan A.D. 859 Verwüstungen anrichtete. Er resultierte ebenfalls in Ablagerungsschichten von 20-30 Zentimetern. – Aus einer British Geological Survey Webseite

Sedimentäre Formationen im Hinterland von Marokko. Sie erstrecken sich über viele Kilometer und sind vertikal hunderte von Metern dick.

 

Sedimentgestein in Joggins, Nova Scotia. Die Schichten sind in einem Winkel von ungefähr 30 Grad gelagert, mit einer vertikalen Stärke von über einem Kilometer.

Sedimentgestein in Joggins, Nova Scotia. Die Schichten sind in einem Winkel von ungefähr 30 Grad gelagert, mit einer vertikalen Stärke von über einem Kilometer.

 

Das so genannte Eskarpment (Steilhang) bei Hamilton, Ontario, Kanada, zeigt vertikales Sedimentgestein von vielen Metern Dicke. Dies ist ein Teil des Niagara-Eskarpments, das sich über Hunderte von Kilometern erstreckt.

Das so genannte Eskarpment (Steilhang) bei Hamilton, Ontario, Kanada, zeigt vertikales Sedimentgestein von vielen Metern Dicke. Dies ist ein Teil des Niagara-Eskarpments, das sich über Hunderte von Kilometern erstreckt.

Diese sedimentäre Formation bedeckt einen Großteil Noramerikas.

Diese sedimentäre Formation bedeckt einen Großteil Noramerikas.

 

              

 

 

 

 

Sedimentäre Formationen auf einer Fahrt durch den Mittelwesten der USA

Sedimentäre Formationen auf einer Fahrt durch den Mittelwesten der USA

 

Die (kaum sichtbaren) Autos lassen einen Vergleich mit diesen Sedimentschichten zu.

Die (kaum sichtbaren) Autos lassen einen Vergleich mit diesen Sedimentschichten zu.

 

Die Sedimentformationen erstrecken sich immer weiter und weiter...

Die Sedimentformationen erstrecken sich immer weiter und weiter…

 

Sedimentformationen im Bryce Canyon im Mittelwesten der USA

Sedimentformationen im Bryce Canyon im Mittelwesten der USA

 

Sich auftürmende Sedimentformationen aufgenommen auf der Fahrt durch den Mittelwesten der USA

Sich auftürmende Sedimentformationen aufgenommen auf der Fahrt durch den Mittelwesten der USA

Kontinentalweite Ausdehnung der sedimentären Schichten im US-amerikanischen Mittelwesten. Mehrere Kilometer dick erstrecken sie sich über hunderte von Kilometern. Aufnahme aus 'Grand Canyon: Monument to Catastrophe' von Dr. Steve Austin

Kontinentalweite Ausdehnung der sedimentären Schichten im US-amerikanischen Mittelwesten. Mehrere Kilometer dick erstrecken sie sich über hunderte von Kilometern. Aufnahme aus ‚Grand Canyon: Monument to Catastrophe‘ von Dr. Steve Austin

Wenn also schon ein Tsunami, der solche Verwüstungen anrichtete wie der in Japan, Ablagerungen von mehreren Zentimetern Stärke hinterlässt, die sich einige Kilometer weit ins Inland erstrecken, muss man doch fragen: Welcher Mechanismus steckt hinter den gigantischen und kontinentalweiten Sedimentformationen, die man fast um den ganzen Erdball herum vorfinden kann (einschließlich des Meeresbodens), die zudem eine vertikale Dicke von hunderten von Metern aufweisen und sich flächenmäßig über tausende von Kilometern erstrecken? Könnte es sich bei diesem Sedimentgestein nicht um das authentische Merkmal der noachidischen Sintflut handeln?

Schnellablagerung von Sedimentformationen

Niemand behauptet, dass unser Planet nicht von Sedimentgestein von gewaltigem Ausmaß bedeck ist. Die Frage ist nur, ob dieses Sedimentgestein durch ein einziges Ereignis (d.h. Noahs Sintflut) abgelagert wurde oder ob mehrere kleinere Naturkatastrophen (vom Ausmaß des japanischen Tsunamis von 2011) über lange Zeiten hin, unterbrochen von erheblichen Zeitintervallen, diese massiven Formationen aufgebaut haben. Die nachstehende Zeichnung illustriert die letztere Vorstellung:

Rapid deposition

Schnellablagerung durch Naturkatastrophen Time Passes= Zeitspanne
Bildliche Darstellung, wie weitläufige Sedimentformationen, abgesehen von Noahs Sintflut, entstanden sein könnten

                                                                                            

Wie man sehen kann, wird in diesem Model der Sedimentformation (fachsprachlich Neo-Katastrophismus genannt) eine Serie von Ereignissen, die umwälzende Ablagerungen mit sich bringen, jeweils von längeren Zeitspannen unterbrochen. Diese Ereignisse lagern eine Sedimentschicht über die vorhergehende ab, so dass sich in der Zeitenfolge die riesigen Formationen aufbauen, wie man sie heute in aller Welt beobachten kann.

Erdbodenformation und Sedimentschichten

PEI

Sedimentgestein auf der Prince Edward Island. Man kann erkennen, wie sich auf den Gesteinsschichten ein Erdbodenbelag gebildet hat. Man sieht somit, dass nach Entstehung der Schichten durch eine Flut eine ziemliche Zeitspanne vergangen sein muss.

Gibt es irgendwelche echten Messwerte in der Welt, die uns helfen könnten, zwischen diesen beiden Modellen zu unterscheiden? Das ist in der Tat gar nicht so schwierig zu erkennen. Wie wir vorher sehen konnten, sind auf vielen dieser Sedimentformationen Erdbodenschichten entstanden. Somit haben wir einen physischen und beobachtbaren Hinweis auf ein Zeitintervall nach einem sedimentären Ereignis, indem eine obenauf liegende Erdbodenschicht entstanden ist. Erdboden hat bestimmte Horizonte (genannt Horizont A – oftmals dunkler mit organischem Material; und Horizont B – mit mehr Mineralien; usw.).

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Eine dünne Erdbodenschicht (mit Baumbestand) hat sich über dem Sedimentgestein im Mittelwesten der USA gebildet. Das beweist, dass dieses Sedimentgestein bereits lange Zeit vorher enstanden ist.

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Die Erdbodenschicht ist deutlich sichtbar über dem Sediementgestein im US-amerikanischen Mittelwesten. Das Gestein hat sich somit schon einige Zeit zuvor dort abgelagert.

Sedimentschichten, die einen neuen Meeresboden bilden, werden zunehmend von Lebenszeichen markiert. Wurmlöcher, Muscheltunnel und andere Lebenszeichen (genannt Bioturbation) liefern deutliche Anzeichen von Leben und von vergangenen Zeiträumen seit der Ablagerung der Schichten auf dem Meeresboden.

Lebensformen am Boden flacher Seen oder Meere lassen bereits nach einem ziemlich kurzen Zeitraum ihr Vorhandensein erkennen. Dies ist die so genannte Bioturbation.

Lebensformen am Boden flacher Seen oder Meere lassen bereits nach einem ziemlich kurzen Zeitraum ihr Vorhandensein erkennen. Dies ist die so genannte Bioturbation.

 

 

Rapid deposition 2

Man testet das Modell der Katastrophensequenzen, indem man an den Zeitspannenbegrenzungen nach Hinweisen auf Erdbodenformationen oder Bioturbation sucht.

 Dieser Einblick erlaubt es uns, Hinweise auf eine etwaige Erdbodenformation oder Bioturbation bei diesen “Zeitspannen”-Begrenzungen zwischen den Schichten vorzufinden. Schließlich besagt dies Modell, dass diese Zeitspannenbegrenzungen für einen bedeutsamen Zeitraum, entweder an Land oder unter Wasser, freiliegende Oberflächen waren. In solchen Fällen darf man wohl annehmen, dass einige dieser Oberflächen Hinweise auf Erdboden- oder Bioturbationsentwicklung aufzeigen. Wurden diese Zeitgrenz-Oberflächen durch folgende Sedimentereignisse bedeckt, so hätten letztere auch den darunter liegenden Erdboden oder die Bioturbation begraben. Schauen wir uns noch einmal die obigen und nachfolgenden Fotos an. Können wir in ihnen Hinweise entweder auf Erdbodenformation oder Bioturbation erkennen?

 

 In dieser Sedimentformation im Mittelwesten der USA gibt es keine Hinweise auf irgendwelche Erdbodenschichten oder auf Bioturbation.

In dieser Sedimentformation im Mittelwesten der USA gibt es keine Hinweise auf irgendwelche Erdbodenschichten oder auf Bioturbation.

 

Es gibt keine Hinweise auf Erdbodenschichten oder auf Bioturbation im obigen und unteren Foto. Schauen wir uns noch einmal das Foto vom Hamilton-Eskarpment an, so sehen wir ebenfalls keine Hinweise auf Bioturbation oder Erdbodenformation. Aus diesen Fakten schließen wir, dass sich die untersten Formationen fast zeitgleich mit den obersten abgelagert haben. Dennoch erreichen diese Formationen eine Tiefe von 50 bis 100 Metern.

GE DIGITAL CAMERA

Verwerfungen im Sedimentgestein 

 

Sedimentschichten, die 1980 am Mount Saint Helens (im US-Staat Washington) entstanden sind, waren 1983 bereits bröckelig geworden. Aus: 'Grand Canyon: Monument to Catastrophe' von Dr. Steve Austin

Sedimentschichten, die 1980 am Mount Saint Helens (im US-Staat Washington) entstanden sind, waren 1983 bereits bröckelig geworden. Aus: ‚Grand Canyon: Monument to Catastrophe‘ von Dr. Steve Austin

Wenn Sedimentschichten in fließendem Wasser entstehen, werden sie anfänglich vom Wasser durchdrungen und somit ziemlich flexibel. Sie sind verformbar. Aber es dauert nur ein paar Jahre, bis diese Sedimentschichten austrocknen und sich verhärten. Wenn das geschieht, werden sie brüchig, wie man aus den Ereignissen um den Vulkanausbruch von Mount Saint Helens 1980 und dem im Jahr 1983 folgenden Seedurchbruch lernen konnte.

 

Wenn brüchiges Gestein verformt wird, zerbröckelt es. Dieses Prinzip lässt sich am nebenstehenden Bild verdeutlichen.

Tension Kompression: Wenn brüchiges Gestein verformt wird, zerbröckelt es. Dieses Prinzip lässt sich am nebenstehenden Bild verdeutlichen.

 

 

 

 

 

Man kann diese Art von Gesteinszerbröckelung am Niagara-Eskarpment beobachten. Nach Ablagerung der Sedimente wurden diese brüchig; und als dann eine geologische Aufschiebung erfolgte, wurden einige Sedimente hoch geschoben, wobei etliche von ihnen unter dem schieren Druck zerbröckelten. So wurde das Niagara-Eskarpment gebildet, das sich über hunderte von Kilometern erstreckt.

 

Das Niagara-Eskarpment ist Sedimentgestein, das unter dem schieren Druck von unten zerbröckelte und als Verwerfung nach oben geschocben wurde

Das Niagara-Eskarpment ist Sedimentgestein, das unter dem schieren Druck von unten zerbröckelte und als Verwerfung nach oben geschocben wurde

 

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Das Niagara-Eskarpment ist eine geologische Aufschiebung über hunderte von Kilometern hinweg.

Das Niagara-Eskarpment ist eine geologische Aufschiebung über hunderte von Kilometern hinweg.

Wir wissen, dass die Aufschiebung, die das Niagara-Eskarpment bildete, erst geschah, nachdem dieses Sedimentgestein brüchig wurde. Somit gab es ein Zeitintervall zwischen der Ablagerung der Gesteinsschichten und der Aufschiebung, die den Steilhang bildete. Die Zeitspanne zwischen diesen Ereignissen war demnach mindestens lang genug, so dass die Schichten erst hart und dann brüchig werden konnten – was keine Äonen dauert, obschon wenigstens ein paar Jahre Zeit dazu nötig sind.

Das nachfolgende Foto zeigt großflächige Sedimentformationen, die ich in Marokko fotografieren konnte. Man sieht, wie die Schichtenformation im Ganzen verbogen wird. Es gibt keinen Hinweis darauf, dass die Schichten in Tension (Zerreißkraft) oder in Scherkraft (seitlicher Verwerfung) zerbröckelt wurden. Die gesamte Formation muss daher bei der Verwerfung noch flexibel gewesen sein. Wenn es aber nur ein paar Jahre dauert, bis Sedimentgestein brüchig wird, so bedeutet es, dass es hier keine bedeutsame Zeitspanne zwischen der Formation der unteren und der oberen Schichten gegeben hat. Wenn nämlich ein größerer Zeitraum in diesen Schichten vergangen wäre, so wären die früheren Schichten brüchig geworden und zerbröckelt, anstatt sich bei der Verwerfung der Formation nur zu verbiegen.

Sedimentformationen in Marokko. Die gesamte Formation verbiegt sich als Einheit und beweist damit, dass sie bei der Verwerfung noch flexibel (antsatt trocken und brüchig) gewesen sein muss. Das wiederum deutet daruf hin, dass es von den unteren zu den oberen Schichten keine nennenswerte Zeitspanne bei der Formation gegeben hat.

Sedimentformationen in Marokko. Die gesamte Formation verbiegt sich als Einheit und beweist damit, dass sie bei der Verwerfung noch flexibel (antsatt trocken und brüchig) gewesen sein muss. Das wiederum deutet daruf hin, dass es von den unteren zu den oberen Schichten keine nennenswerte Zeitspanne bei der Formation gegeben hat.

 

(Nebenstehendes Bild bezieht sich auf das Kaibab-Plateau nördlich des Grand Canyon im US-Staat Colorado. Die Bezeichnung “my” bedeutet “Myria-“, d.h. 10.000 einer vorgegebenen Maßeinheit.)

Schema der Monoklinalfalte (Aufschiebung) beim Grand Canyon. Es zeigt, dass sie vertikal um ungefähr 1.600m hochgeschoben wurde. - Adaptiert aus "The Young Earth" von Dr. John Morris

Schema der Monoklinalfalte (Aufschiebung) beim Grand Canyon. Es zeigt, dass sie vertikal um ungefähr 1.600m hochgeschoben wurde. – Adaptiert aus „The Young Earth“ von Dr. John Morris

Dieselbe Art Verbiegung kann man im Grand Canyon beobachten. Irgendwann in der Vergangenheit gab es eine Aufwölbung (technisch Monokline genannt), ähnlich wie beim Niagara-Eskarpment, wobei eine Schichtenseite vertikal um ca. 1600 Meter angehoben wurde (ersichtlich aus der Erhebung mit einem Unterschied von 7000 Fuß [≈ 2.135m], verglichen mit nur 2000 Fuß [≈ 610m] auf der entgegengesetzten Seite der Aufwölbung). Doch die Schichten sind hier nicht zerbröckelt (anders als beim Niagara-Eskarpment). Stattdessen verbogen sie sich sowohl in der unteren wie der oberen Formation. Ein Hinweis darauf, dass sie während der gesamten Formation noch flexibel und nicht brüchig waren.

Verbiegung in der Tapeats-Schicht, der unteren Schicht der Sedimentformation im Grand Canyon. Aus: 'Grand Canyon: Monument to Catastrophe' von Dr. Steve Austin

Verbiegung in der Tapeats-Schicht, der unteren Schicht der Sedimentformation im Grand Canyon. Aus: ‚Grand Canyon: Monument to Catastrophe‘ von Dr. Steve Austin

Das weist darauf hin, dass das Zeitintervall von der untersten bis zur obersten Schicht eine zeitliche Obergrenze von zwei Jahren hatte (Zeitdauer für Sedimentschichten, hart und brüchig zu werden).

Noahs Sintflut im Gegensatz zur Flut auf dem Mars

Die Vorstellung einer tatsächlich geschehenen noachidischen Sintflut ist natürlich ziemlich kontrovers; und in diesem Artikel kann ich nicht alle Probleme, die sich daraus ergeben, abdecken. Aber ich hoffe, dass ich das später einmal nachholen kann.

 

Sedimentation und Überflutung auf dem Mars?

Sedimentation und Überflutung auf dem Mars?

Zumindest ist es jedoch aufschlussreich, über eine Ironie unserer heutigen Zeit nachzudenken. Wegen der Kanäle und offensichtlicher Ablagerungen, die auf dem Mars sichtbar sind, wird lebhaft postuliert, dass es auf dem Mars einst eine alles bedeckende Flut gegeben habe. Das große Problem mit dieser Theorie ist nur, dass man bisher noch kein Wasser auf dem Roten Planeten gefunden hat. Aber für die Erde, obwohl sie zu zwei Dritteln mit Wasser bedeck ist – und tief genug, um unseren ganzen Erdball bis zu 1.600 Metern zu bedecken, wenn die Tiefseegräben erhöht und die Landgebirge geebnet würden, so dass die Welt weniger topografische Unterschiede aufwiese – und obschon sie von kontinentweiten Sedimentformationen bedeck ist, die (wie man durch physische und beobachtbare Anzeichen erkennen kann) ziemlich schnell in einem verheerenden Kataklysmus abgelagert wurden, wird es fast als Irrlehre NASA picbetrachtet, wenn jemand behauptet, dass eine solche Sintflut sich jemals auf unserem Planeten hätte ereignen können. Wenn das kein Doppelmaßstab ist! Auch wenn wir uns diesen Russell-Crowe-Noah-Film als bloße Wiederaufführung eines Mythos ansehen könnten, der als Hollywood-Drehbuch verfasst wurde, sollten wir vielleicht doch näher hinsehen und in Betracht ziehen, ob die Steine selbst nicht schreien und von dieser auf ihnen verzeichneten Geschichte Zeugen sind!

 

Vollkommene Einfachheit-Was bedeutet Jesu Opfer?

Jesus kam, um sich selbst für alle Völker zu opfern. Diese Nachricht wurde am Anfang der menschlichen Geschichte angesagt, bekräftigt durch Abrahams Opfer, in dem Opfer des Passahmahls und weiteren Einzelheiten vorausgesagt durch Prophezeihungen im Alten Testament. Das Echo dieses einmaligen Versprechens ist sogar in der alten chinesichen bekannt.  Die Bibel sagt:

 Weshalb war sein Tod so wesentlich, daß er so wichtig wurde? Wollen wir über diese Frage nachdenken. Die Bibel nennt etwas Ähnliches wie ein Gesetz, wenn es heißt: Die Sünde belohnt mit dem Tode (Römer 6, 23).

Wörtlich genommen, bedeuted Tod die Trennung. Wenn die Seele vom Körper getrennt wird, tritt der körperliche Tod ein. In ähnlicher Weise ist die Trennung von Gott. Diese Behauptung stimmt, weil Gott heilig (ohne Sünde) ist, während wir durch den Sündenfall verdorben sind und deshalb sündigen.

Gott heilig ist, daher sünde belohnt mit dem Tode

Gott heilig ist, daher sünde belohnt mit dem Tode

In dieser Zeichnung sehen wir, daß der Mensch auf einem Abhang steht und Gott auf der anderen Seite der Kluft auf einem Abhang steht, der von unserem getrennt ist. Wir sind von Gott durch unsere Sünde getrennt wie die Kluft zwischen den zwei Abhängen. So wie ein Ast, der vom Baumstamm getrennt wurde, tot ist, so haben wir uns von Gott getrennt und sind geistlich tot. Aus dieser Trennung kommt Schuld und Angst. Also versuchen wir, eine Brücke zu bauen, die uns von der Seite des Todes zu Gottes Seite bringt. Dieses kann auf verschiedene Arten geschehen: man kann zur Kirche, Tempel, Moschee gehen, man kann meditieren, mehr beten u.s.w. Eine solche Liste guter Vorhaben kann für Manche sehr lang werden. Sie in die Tat zu versetzen, kann kompliziert werden. Diese Tatsache zeigen wir durch die folgende Zeichnung:

Religiösen und moralischen Anstrengungen nicht ausreichen, um Gott zu erreichen

Religiösen und moralischen Anstrengungen nicht ausreichen, um Gott zu erreichen

Obwohl unser Bemühen, Opfer, Enthaltsamkeit u.s.w. nicht schlecht sind, sind sie nicht genügend. Die benötigte Zahlung (der Lohn) für unsere Sünden ist der Tod., Unsere Bemühungen sind wie eine Brücke, die versucht, die beiden Teile, die uns von Gott trennen, zu verbinden, aber schließlich doch nicht ausreicht, um die Verbindung herzustellen. Obwohl die religiösen oder moralischen Taten nicht schlecht sind, können sie die Wurzel des Problems nicht lösen. Der folgende Vergleich wird das besser erklären: Jemand hat Krebs, der tödlich ist, und will ihn durch vegetarisches Essen heilen. Das vegetarische Essen ist nicht schlecht, aber um den Krebs zu heilen, muß man eine andere Behandlung gebauchen.

Bis jetzt ist dieses Gesetz schlechte Nachricht; es ist so schlecht, daß wir es oft nicht hören wollen und oft unser Leben mit Aktivität füllen, um uns von dem Problem abzulenken. Doch wie eine Medizin fur Krebs mehr an Bedeutung gewinnt, wenn wir die Diagnose bekommen, daß wir wirklich Krebs haben, so betont die Bibel das Gesetz der Sünde und Tod, um in uns das Interesse für die Heilung zu wecken, die so einfach ist und doch so wirksam ist.

 „Sünde belohnt mit dem Tode, aber ….. „(Römer 6, 23)

 Das kleine Wort „aber“ weist darauf hin, daß der erste Teil des Satzes eine entgegengesetzte Richtung bekommt, die der guten Nachricht des Evangeliums – der Heilung.

„Sünde belohnt mit dem Tode, das Gnadengeschenk Gottes aber ist ewiges Leben in der Gemeinschaft mit Christus Jesus, unserem Herrn.“ (Römer 6, 23).

Das ist die gute Nachricht des Evangeliums, daß das Opfer von Jesu Tod genügt, um die Kluft zwischen uns und Gott zu überbrücken. Dieses wissen wir, weil Jesus 3 Tage nach seinem Tod auferstanden ist; sein Körper war wieder lebendig.  Obwohl manche Menschen es nicht glauben wollen, daß Jesus auferstanden ist, gibt es genügend Beweismaterial, das dafür spricht, wie wir es aus dem folgenden Video ersehen. Es war ein öffentlicher Vortrag, den ich an einer Universität gehalten habe in Englisch (video).  Gott tat dies, weil er dich liebt.

Jesus war ein sündenloser Mensch. Aus diesem Grunde kann er beide Seiten berühren, die menschliche und die göttliche, und dadurch die Kluft überbrücken, die den Menschen von Gott trennt. Er ist die Brücke zum Leben, wie wir es in der folgenden Darstellung sehen.

Sünde belohnt mit dem Tode, das Gnadengeschenk Gottes aber ist ewiges Leben in der Gemeinschaft mit Christus Jesus, unserem Herrn

Sünde belohnt mit dem Tode, das Gnadengeschenk Gottes aber ist ewiges Leben in der Gemeinschaft mit Christus Jesus, unserem Herrn

Jesus ist die Brücke, die die Kluft zwischen Gott und Mensch verbindet. Beachten Sie nun, wie dieses Opfer uns gegeben wird. Es ist ein Geschenk. Wollen wir über das Wort „Geschenk“ nachdenken. Es ist gleich was es für ein Geschenk ist; wenn es wirklich ein Geschenk ist, dann ist es etwas wofür man nicht gearbeitet hat und das man nicht verdient hat, denn, wenn man ein Geschenk verdient hat so ist es kein Geschenk. Gleichfalls kann man das Opfer Jesu nicht verdienen – es ist ein Geschenk. So einfach ist das.

Und woraus besteht das Geschenk? Es it das ewige Leben. Das heißt, daß die Schuld (Sünde), die uns den Tod bringt, jetzt getilgt ist – beglichen. Jesu Opfer ist die Brücke, die Sie benutzen können, um die Verbindung mit Gott herzustellen und ein Leben zu empfangen, das ewig anhält. Dieses Geschenk kam von Jesus, der 3 Tage nach seinem Tod auferstanden ist, und dadurch bewiesen hat, daß er der Herr ist. Gott gibt die Einladung zum ewigen Leben.

Nun, wie gehen wir über die Brücke zum ewigen Leben? Wieder müssen wir an das Geschenk denken. Wenn jemand zu Ihnen kommt und ein Geschenk überreicht, so ist das Geschenk etas wofür man nicht gearbeitet hat. Um einen Gewinn oder Nutzen von dem Geschenk zu bekommen, muß man es erst annehmen. Wenn man ein Geschenk bekommt, hat man die Wahl, es anzunehmen (danke, ich nehme es gern) oder es nicht anzunehmen (nein, danke). Genauso so ist es mit diesem Geschenk; man muß es annehmen – ganz einfach. Man kann es nicht lernen oder verstehen oder versuchen, es zu begreifen. Das zeigen wir durch die folgende Illustration. Wir gehen über die Brücke, indem wir uns Gott zuwenden und das Geschenk annehmen, das uns gegeben ist.

 „Jeder, der wirklich glaubt und sein Vertrauen auf ihn setzt, wird nicht zuschanden“ (Römer 10, 12)

Opfer Jesu ist ein Geschenk, das jeder von uns muss entscheiden, erhalten. Das Geschenk ist Gottes Güte zu uns

Opfer Jesu ist ein Geschenk, das jeder von uns muss entscheiden, erhalten. Das Geschenk ist Gottes Güte zu uns

Sünde belohnt mit dem Tode, das Gnadengeschenk Gottes aber ist ewiges Leben in der Gemeinschaft mit Christus Jesus, unserem Herrn   Jeder von uns kann wählen, ob man das Geschenk von Jesu Tod annehmen will oder nicht.   Also, wie bekommen wir dieses Geschenk? Die Bibel sagt uns:

„Jeder, der wirklich glaubt und sein Vertrauen auf ihn setzt, wird nicht zuschanden“ (Römer 10, 12).

Beachten Sie bitte, daß dieses Versprechen für alle gilt. Da Jesus von dem Tod aufertanden ist und sogar jetzt noch lebt, ist er der Herr. Wenn Sie ihn rufen, wird er hören und Ihnen dieses Geschenk übergeben. Aber Sie müssen ihn darum bitten, indem Sie ein Gespräch mit ihm führen. Vielleicht haben Sie das noch nie gemacht. Nachstehend ist ein Beispiel, das Ihnen helfen kann, ein solches Gespräch mit ihm zu führen und zu beten. Es ist keine Zauberformel, es sind keine bestimmten Worte, die Kraft haben. Es ist mehr wie Abrahams Glaube, der an die Möglichkeit und und die Fähigkeit glaubte, uns das Geschenk zu geben. Wenn wir ihm vertrauen wird er uns hören und antworten. Das Evangelium ist kräftig und gleichzeitig so einfach. Versuchen Sie es, diesem Beispiel zu folgen, entweder als ein lautes Gespräch oder ein leises in Ihrem Inneren.

 „Lieber Herr Jesus! Ich verstehe, daß ich durch die Sünden in meinem Leben von Gott getrennt bin. Gleich, wie sehr ich mich auch anstrenge, wird doch keine Mühe oder Opfer meinerseits die Brücke zu dir bauen. Aber ich glaube, daß dein Tod das Opfer war, der alle (auch meine) Sünden löschen kann. Ich glaube, daß du nach dem Opferftod auferstanden bist und daß dein Tod genügt. Ich bitte dich, reinige mich von meinen Sünden und hilf mir, auf die Seite Gottes zu kommen, damit ich ewiges Leben bekomme. Ich will nicht mehr ein Sündenleben führen, deshalb befreie mich von Sünde. Ich danke dir, Herr Jesus, für dieses große Geschenk und bitte dich, mich auch weiterhin in meinem Leben zu leiten. Amen“

7) Die Verheißung, welche uns Rechtschaffenheit offenbart

In meinem vorhergehenden Artikel sahen wir, daß Abraham einfach durch Glauben den unerläßlichen Rang als „Rechtschaffener“ erhielt. Dies ist durch den kurzen Satz aus 1.Mose 15,6 bezeugt:

„Abraham glaubte dem Herrn, und das rechnete er ihm zur Gerechtigkeit“.

Glaube hat nichts mit Gottes Existenz zu tun

Ich will jetzt klarlegen, was es bedeutet „Abraham glaubte“. Viele Leute, mit denen ich rede, denken, daß „glauben“ heißt an die Existenz Gottes zu glauben. Oft habe ich gehört: „oh, ich glaube an Gott“, womit gemeint ist „ich glaube, daß Gott existiert“. Es sieht so aus, als ob wir denken, daß Gott beeindruckt und erfreut ist, wenn wir seine Existenz bestätigen.

Die Bibel ist da anderer Meinung. Jakobus 2, 19 “ Du glaubst, daß nur einer Gott ist? Du tust wohl daran: die Teufel glauben’s auch und zittern“. In der Bibel steht, daß wir mit einfachem Glauben an Gottes Existenz uns mit dem Teufel in einer Liga befinden. Man kann selbst entscheiden, wieviel Sicherheit davon erwartet werden kann. Natürlich ist es wahr, daß Abraham an Gottes Existenz glaubte, daber dies ist hier nicht die Hauptsache.

Die harsche Wirklichkeit für Abraham war, daß er mit über 80 Jahren noch keinen Sohn hatte. Gott versprach Abraham, daß er ihm einen Sohn schenken werde. Dieses Versprechen drängte Abraham auf den Scheideweg: zur Wahl stand nicht Glaube an Gottes Existenz, sondern die Frage ob er das ihm von Gott gegebene Versprechen glauben soll oder nicht. In diesem Fall entschied sich Abraham zu glauben. Er traute auf Gottes Versprechen. In diesem Sinn ist „Glaube“ synonym mit „Vertrauen“. Er traute Gott in der für ihn sehr wichtigen Sache, auch wenn – oberflächlich gesehen – sie nicht sehr hoffnungsvoll aussah.

Also, Abraham glaubte an das Versprechen für einen Sohn. Dafür schenkte ihm Gott zusätzlich zu seinem Versprechen die Rechtschaffenheit als Ehre. Schließlich erhielt Abraham beides: das eingelöste Versprechen (ein Sohn, von welchem eine große Nation abstammen wird,) und Rechtschaffenheit als zusätzliches Geschenk.

Rechtschaffenheit – nicht durch Verdienst oder Bemühung

Ich hatte die Gelegenheit, mich mit Leuten verschiedener Religionen und Philosophien zu unterhalten. Es hat mich beeindruckt, daß, obwohl ihre Theorien stark variieren können, fast jeder, mit dem ich rede oder von dem ich lese, annimmt, daß Rechtschaffenheit entweder durch Verdienst erhalten wird oder aber durch besondere Bemühungen asketischer Verneinung oder „gutes“ Benehmen verdient wird. Wir erörtern, daß mehr gute Taten als schlechte oder eine bestimmte Art oder Azahl religiöser Wohltaten es uns ermöglicht, Rechtschaffenheit zu gewinnen oder zu verdienen. Diese Logik habe ich unter buddhistischen Freunden in Thailand gefunden, auch unter Hindus in Indien, Mohammedanern in mohammedanischen Ländern, bei Katholiken, Protestanten, und sogar denen, die an eine „höhere Gewalt“ glauben. Wir alle, Menschen überall in der Welt, leben natürlichrweise in diesem Glauben.

Ich erinnere mich an ein Interview mit Theologiestudenten, die das Seminar beendeten. Von ihnen hörte ich, daß es die Waage zwischen unseren Verdiensten und Sünden ist, die unsere Rechtschaffenheit bestimmt.

Aber Abraham hat Rechtschaffenheit nicht verdient, sie wurde ihm als Ehrengeschenk gegeben. Also, worin liegt der Unterschied?

Es ist klar: wenn etwas verdient ist, hat man dafür gearbeitet, man hat Anspruch darauf. Es ist als ob man einen Arbeitslohn empfängt. Ein Geschenk ist eine Gabe. Wie jedes freiwillig gegebene Geschenk ist es nicht verdient, sondern wird einfach gegeben und angenommen.

Der Bericht über Abraham überstürzt unser allgemeines Verständnis, daß Rechtschaffenheit vom Glauben an Gottes Existenz komme, oder durch genügend gute oder religiöse Taten erhältlich sei. Das war nicht Abrahams Wahl. Er hat einfach an das ihm gegebene Versprechen geglaubt.

Abrahams Glaube: Er hat darauf mit seinem Leben gewettet

Es war vielleicht einfach, aber bestimmt nicht leicht, sich für Glauben an dieses Verprechen auf einen Sohn zu entscheiden. Abraham hätte einfach das Versprechen mißachten können, oder einwenden können, daß, wenn Gott wirklich Willen und Gewalt hätte, ihm einen Sohn zu schenken, er es schon lange vorher getan hätte.

Zu diesem Zeitpunkt waren nämlich beide, Abraham und Sarah (seine Frau) zu alt, weit über die fruchtbaren Jahre hinaus. Man bedenke, daß als ihm zuerst eine „große Nation“ versprochen wurde, er schon 75 Jahre alt war. Als Reaktion darauf verließ er seine Heimat und zog nach Kanaan. Seither sind viele Jahre vergangen. Abraham und Sarah sind sehr alt geworden und hatten nicht ein einziges Kind, geschweige denn eine Nation!

Er könnte gemeint haben: „Warum hat Gott mir nicht schon längst einen Sohn geschenkt, wenn er es könnte?“ Obwohl er sicherlich unbeantwortete Fragen über das Versprechen hatte, hat er doch an den versprochenen Sohn geglaubt. Er glaubte dem Gott, der ihm das Versprechen gab, auch wenn er nicht alles verstand was Gott damit im Sinn hatte.

Der Glaube an das Versprechen verlangte aktives Warten. Während er in Zelten im Gelobten Land Kanaan auf das Kommen der versprochenen Sohnes wartete, war – in gewissem Sinn – sein ganzes Leben unterbrochen. Es wäre viel einfacher gewesen, das Versprechen zu rationalisieren, und in die Zivilisation von Mesopotanien (heutiges Irak) zurückzuziehen. Sein Bruder lebte mit seiner Familie noch immer dort.

Abraham mußte Tag für Tag jahrelang wartend auf die Erfüllung des Versprechens mit den Schwierigkeiten des anhaltenden Glaubens an das Versprechen leben. Er hat das Versprechen so ernst genommen, daß es die normalen Lebensziele wie Sicherheit, Behaglichkeit und Gesundheit weit übertraf. Das Leben mit der Aussicht auf das Versprechen bedeutete wirklich das Ende für die normalen Lebensziele. Der Glaube an das Versprechen zeigte Vertrauen zu Gott, sowie auch Liebe für Gott. Er hätte sich ja gegen den Glauen entscheiden können, um in die Heimat (heutiges Irak) zurückzukehren. Er hätte das Versprechen mißachten können, während er glaichzeitig an Gottes Existenz glauben und beten und anderen Menschen helfen könnte.

Aber dann hätte er nur seine Religion behalten, nicht aber das Ehrengeschenk, die Rechtschaffenheit. Der Glaube an das Versprechen übertraf bei Weitem dessen geistige Annahme.

Abraham baute das Leben, Beruf, Sicherheit, Handlungen in der Gegenwart sowie Hoffnung für die Zukunft auf das Versprechen, er wartete unermüdlich und war gehorsam. Das war Abrahams Kurs.

Abraham: ein Vorbild für uns

Der Rest des Bibel betrachtet dieses Ereignis als Wegweiser für uns. Abrahams Glaube an Gottes Versprechen und das sich daraus ergebende Geschenk der Rechtschaffenheit wird für uns ein Muster zum Nachahmen. Das ganze Evangelium basiert auf Versprechen, die Gott jedem von uns anbietet. Diese sind nicht genau so wie das bestimmte Versprechen an Abraham für einen Sohn. Sie sind aber trotzdem Versprechen, und wie in Abrahams Fall bringen sie uns zum Scheideweg. Glauben wir diese Versprechen (d.h. trauen wir ihnen) oder nicht?

Um welche Versprechen handelt es sich? Hier sind einige Beispiele:

Johannes 1, 12 – 13: Wie viele ihn aber aufnahmen, denen gab er Macht, Gottes Kinder zu werden, die an seinen Namen glauben, welche nicht von dem Geblüt, noch von dem Willen des Fleisches noch von dem Willen eines Mannes sondern von Gott geboren sind.

Johannes 5, 24 – 25: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: wer mein Wort hört und glaubet dem, der mich gesandt hat, der hat das ewige Leben und kommt nicht in das Gericht sondern er ist vom Tode zum Leben hindurchgedrungen. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: es kommt die Stunde und ist schon jetzt, daß die Toten werden die Stimme des Sohnes Gottes hören, und die sie hören werden, die werden leben.

Johannes 10, 9 – 10: Ich bin die Tür. Wenn jemand durch mich eingeht, der wird gerettet werden und wird ein- und ausgehen und Weide finden. Ein Dieb kommt nur, daß er stehle, würge und umbringe. Ich bin gekommen, daß sie das Leben und volle Genüge haben sollen.

Matthäus 11, 28 – 30: Kommet her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken. Nehmet auf euch mein Joch und lernet von mir; denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig, so werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen. denn mein Joch ist sanft und meine Last ist leicht.

Römr 6, 23: Denn der Sünde Sold ist Tod; Gottes Gabe aber ist ewiges Leben in Christus Jesus, unserem Herrn.

Ich könnte fortfahren und mehr anführen. Die Hauptsache ist jedoch, daß diese echte Versprechen sind – für Sie und mich, und sie kommen von Jesus selbst oder wurden in seinem Namen gegeben. Wir können wie Abraham entscheiden, ob wir an sie glauben oder nicht. Der Glaube an diese Versprechen verpflichtet und – wie bei Abraham – erfordert das ganze Leben. Man muß normale Lebensziele und Anstrebungen diesen Versprechen unterordnen.

Dieses Angebot, vom Evangelium auf den Tisch gelegt, fragt weder nach geistlicher Zustimmung noch nach Glauben an Gottes Existenz oder tapferen und gut gemeinten Bemühungen, um Verdienst zu ernten. Wenn man diese Versprechen glaubt und sein Leben darauf baut, dann wird man auch das Geschenk der Rechtschaffenheit bekommen. Dadurch wird man auf Abrahams Glaubenspfad gebracht. Dabei bezahlt Gott den Preis, damit Sie und ich Leben erhalten.

Die folgende Abhandlung über Abrahams Opfer zeigt, daß dies schon vorausgesehen war. Obwohl Abraham in einem anderen Zeitraum mit anderen Bräuchen und Feierlichkeiten lebte, ist er unser Vorbild. Das an Abraham gegebene Versprechen, welches buchstäblich geschichtlich und nachweisbar erfüllt wurde, steht für uns als Leuchtfeuer. Es verkündet, daß wir keine Narren sind, wenn es darum geht, zwischen dem Leben, das wir am Ende doch nicht behalten können und dem ewigen Leben, das wir – nach dem Versprechen auf ewiges Leben – nicht verlieren können, zu wählen.

Das jüdische Zeugnis: War Jesus der Sohn einer Jungfrau aus dem Geschlecht Davids?

Wir haben bereits gesehen, woher der Titel “Christus”stammt. Nun wollen wir eine kontroverse Frage betrachten: War Jesus von Nazareth der im hebräischen Alten Testament geweissagte Messias? Es lohnt sich, über diese Frage nachzudenken, besonders in der Weihnachtszeit.

Aus dem Geschlecht Davids

Psalm 132 im Alten Testament, der lange vor Lebzeiten Jesu verfasst worden war, enthält eine sehr spezifische Prophezeiung. Darin heißt es:

10 Um Davids, deines Knechtes, willen, weise das Angesicht deines Gesalbten nicht ab!

11 Der Herr hat David in Wahrheit geschworen, davon wird er nicht abgehen: »Einen von der Frucht deines Leibes will ich auf deinen Thron setzen!« …

13 Denn der Herr hat Zion erwählt, hat sie zu seiner Wohnung begehrt: …

17 Dort will ich dem David ein Horn [ein Königtum] hervorsprossen lassen, eine Leuchte zurichten meinem Gesalbten. (Psalm 132,10-17)

Wir erinnern uns: „der Gesalbte” = „Christus” = „Messias”. Somit sehen wir, dass die hebräisch-jüdischen Psalmen schon lange Zeit, ehe es überhaupt das Christentum gab, voraussagten, dass Gottes Gesalbter (= „Christus”) dem Geschlecht Davids entstammen sollte.

Dies lesen wir natürlich im Neuen Testament, wo die Geschlechtsregister Jesu anzeigen, dass er aus dem Geschlecht Davids kam – genau wie es in Psalm 132 geweissagt worden war.

Entstammte Jesus wirklich dem Geschlecht Davids?

Doch der Anspruch, den das Neue Testament auf die Erfüllung dieser Prophezeiung erhebt, scheint auf den ersten Blick verdächtig zu sein. Matthäus und Lukas führen das Geschlechtsregister Jesu in ihrem Evangeliumsbericht an, weil sie uns die Erfüllung dieser jüdischen Weissagung in Jesus aufzeigen wollen. Aber wie soll man erkennen, dass sie ihre Stammbäume (in Matthäus 1 durch Joseph und in Lukas 3 durch Maria) nicht einfach „erfunden” haben, um eine „Erfüllung” vorzutäuschen? Das wäre schließlich eine natürlichere Erklärung als eine „göttliche” Erfüllung. Viele von uns lassen es angesichts dieser Frage dabei bewenden und glauben es oder nicht; je nach unserer Voreingenommenheit. Aber warten Sie noch mit ihrem Urteil! Der Fall bedarf einer genaueren Anhörung – denn es gibt noch weitere Beweisführungen.

Um herauszufinden, was „wirklich” geschehen ist, können uns hier eben auch die Aussagen gegnerischer Zeugen helfen. Ein gegnerischer Zeuge ist jemand, der am „Tatort” zugegen war, aber unserer eigenen Ansicht oder Schlussfolgerung insgesamt nicht zustimmt. Er hat somit Motive, unserer Zeugenaussage, die uns zu einer bestimmten Schlussfolgerung führt, zu widersprechen oder sie zu widerlegen. Nehmen wir an, es gab einen Autounfall zwischen Person A und Person B. Sie beschuldigen sich gegenseitig. Nehmen wir weiter an, Person A behauptet, Person B habe kurz vor dem Unfall eine SMS getextet. Person B hat kein Motiv, mit Person A in diesem Punkt übereinzustimmen. Und sollte sie eingestehen, dass sie tatsächlich kurz vor dem Unfall eine SMS getextet hat, hätten der Richter und die Geschworenen guten Grund anzunehmen, dass Person B eine SMS getextet habe, da ja die gegnerischen Augenzeugen in diesem Punkt übereinstimmen. Person B hätte durch eine solche Übereinstimmung also nichts zu gewinnen.

Auf gleiche Weise kann es uns helfen, mehr über die tatsächlichen Kontroversen und Ereignisse im Leben Jesu herauszufinden, wenn wir gegnerische geschichtliche Quellen näher untersuchen. In dieser Hinsicht war es für mich interessant, das Werk des renommierten und angesehenen Gelehrten F. F. Bruce – Jesus and Christian Origins outside the New Testament (London 1974; Hodder and Stoughton; auf Deutsch: Außerbiblische Zeugnisse über Jesus und das frühe Christentum [Hrsg. E. Güting]; Gießen, Basel 1992) – zu studieren. In dieser Studie identifiziert und analysiert der Verfasser jüdisch-rabbinische Hinweise auf Jesus im Talmud und in der Mischna. Er notierte insbesondere folgende rabbinische Kommentare über Jesus (folgende Übersetzungen jeweils direkt aus dem englischen Original):

Ulla sagte: Wer hätte geglaubt, dass man sich für ihn (d.h. Jesus) so eifrig um eine Verteidigung bemühen würde? Er war ein Betrüger, und der Allbarmherzige sagt: „Du sollst ihn nicht verschonen, … noch ihn verbergen” [5. Mose 13,9] Bei Jesus war es jedoch anders, denn er stand dem Königtum nahe (nach dem englischen Original, S. 56).

F. F. Bruce macht folgende Bemerkung zu dieser rabbinischen Aussage:

Dies wird so dargestellt, als trachte man danach, ihn zu verteidigen (hier lässt sich ein apologetischer Ton gegen die Christen herauslesen). Warum versuchte man, jemanden, dem ein solches Verbrechen nachgesagt wurde, zu verteidigen? Weil es weiter heißt: „… er stand dem Königtum (d.h. dem Haus Davids) nahe” (ibid., S. 57).

Mit anderen Worten, gegnerische jüdische Rabbiner widersprachen nicht der Behauptung der Evangeliumsverfasser, dass Jesus tatsächlich Teil der königlichen Abstammungslinie Davids war. Obschon sie den allgemeinen Anspruch Jesu, der „Christus” zu sein, nicht akzeptierten und auch den Aussagen der Evangelien entgegenstanden, bestätigten sie dennoch, dass Jesus dem königlichen Geschlecht Davids entstammte. Somit wissen wir, das die Evangelienschreiber es nicht einfach erfunden hatten, um eine „Erfüllung” vorzutäuschen. Die gegnerischen Zeugen stimmen in diesem Punkt mit ihnen überein.

 Wie steht es mit der Jungfrauengeburt?

Vielleicht reagiert so mancher gar nicht einmal so stark gegen den Anspruch, dass Jesus aus dem Geschlecht Davids kam. Denn es besteht ja durchaus die statistische Möglichkeit eines solchen „Zufalls”. Aber „von einer Jungfrau geboren”?! Da gibt es keine „zufällige“ Möglichkeit. Es kann sich dabei nur um ein Missverständnis, eine vorsätzliche Vortäuschung oder ein göttliches Eingreifen handeln – andere Möglichkeiten existieren nicht.

Lukas und Matthäus sagen unzweideutig aus, dass Maria Jesus empfing, als sie noch eine Jungfrau war. Und Matthäus setzt noch einen drauf und behauptet durch ein Zitat, dass dies die Erfüllung einer Prophzeiung Jesajas sei (um 750 v. Chr.), in der es heißt:

Darum wird euch der Herr selbst ein Zeichen geben: Siehe, die Jungfrau wird schwanger werden und einen Sohn gebären und wird ihm den Namen Immanuel [d.h. „Gott mit uns”] geben (Jesaja 7,14; zitiert in Matthäus 1,23 als Erfüllung).

Genau an diesem Punkt kommen einem alle möglichen natürlichen Erklärungen in den Sinn. Gräbt man ein bisschen tiefer (wie manche es tun), erfährt man z.B., dass das hebräische Wort (הָעַלְמָ֗ה transkibiert als haalmah), das mit „Jungfrau” übersetz wird, auch mit „Mädchen”, „junge Frau”, „Jungfer”, d.h unverheiratete junge Frau, wiedergegeben werden kann. Sollte es das sein, was Jesaja damals um 750 v. Chr. gemeint hat? Und nur weil auf Seiten des Matthäus und Lukas die Notwendigkeit bestand, sich „fromm” zu geben und Jesus zu ehren, hätten sie eben Jesaja missverstanden und „Jungfrau” geschrieben, obwohl er doch „junge Frau” meinte? Zudem war Maria ja zur Unzeit (aber dennoch für eine Prophezeiung so zweckdienlich) vor der Eheschließung schwanger geworden, so dass sich alles sauber in das Kernstück einer „göttlichen Erfüllung” der Geburtsgeschichte Jesu einbauen ließ.

Viele Personen haben mir die Jahre über diese oder ähnliche Erklärungen weismachen wollen; und einerseits kann ich diese Erklärung nicht widerlegen; – denn Beweise dafür, ob jemand Jungfrau ist oder nicht, lassen sich schwerlich, wenn überhaupt, erbringen. Tatsache ist jedoch, dass diese Geschichte nicht so einfach ist. Die Septuaginta (auch LXX) ist eine jüdische Übersetzung des hebräischen Alten Testaments ins Griechische, erstellt um 250 v.Chr. – ca. 250 Jahre vor der Geburt Jesu. Wie haben die jüdischen Rabbiner denn nun Jesaja 7,14 aus dem Hebräischen ins Griechische übersetzt? Als „junge Frau” oder als „Jungfrau”? Was mich erstaunt ist, dass Dutzende Personen, mit denen ich über diese Sache gesprochen habe, darüber Bescheid zu wissen schienen, dass das Wort im hebräischen Urtext entweder „junge Frau” oder „Jungfrau” heißen kann; aber kein Einziger von ihnen hat jemals das Zeugnis der Septuaginta zur Sprache gebracht. Schaut man jedoch dort nach, so sieht man, dass es unzweideutig und kategorisch mit παρθένος (transkribiert als parthenos) wiedergegeben wurde, also als „Jungfrau”. Mit anderen Worten, die führenden jüdischen Rabbiner von 250 v.Chr. waren überzeugt, dass die hebräische Jesaja-Prophezeiung „Jungfrau” bedeutete und nicht „junge Frau” – fast 250 Jahre ehe Jesus überhaupt die Weltbühne betrat. Dieser Begriff war nicht von den Evangelienschreibern oder im frühen Christentum erfunden worden; er war vielmehr schon lange vor der Geburt Jesu ein jüdischer Begriff.

Wieso sollte also eine Gruppe jüdischer Gelehrter 250 v. Chr. (und zwar siebzig von ihnen der Überlieferung nach) eine scheinbar so lächerliche und weit hergeholte Weissagung machen, dass eine Jungfrau einen Sohn gebären würde? Wenn jemand meint, sie wären zur damaligen Zeit halt abergläubisch und unwissenschaftlich gewesen, der sollte es sich noch einmal überlegen. Sie wussten genau über Fortpflanzung Bescheid. Sogar Hunderte von Jahren vor der Septuaginta wussten Abraham und Sara bereits, dass man nach einem gewissen Alter in die Wechseljahre kommt und Schwangerschaften unmöglich werden. Nein, die Gelehrten von 250 v.Chr. wussten zwar noch nichts von einem Periodensystem der Elemente oder vom kompletten elektromagnetischen Spektrum; aber sie verstanden sehr wohl, wie Menschen und Tiere sich fortpflanzen. Sie hätten auch gewusst, dass es naturalistisch unmöglich war, eine Jungfrauengeburt vorherzusagen. Aber sie scheuten nicht davor zurück, sie gingen nicht auf Nummer Sicher und gaben das Wort in der Septuaginta mit „junge Frau´ wieder. Nein, sie schrieben es schwarz auf weiß, dass eine Jungfrau einen Sohn haben würde.

Wenden wir uns nun dem Erfüllungsteil in dieser Geschichte zu. Zwar kann man es nicht beweisen, dass Maria eine Jungfrau war; sie war bemerkenswerter Weise in der einzigen und kurzen Lebensphase, in der es zumindest eine offene Frage bleiben musste. Es war ein Zeitalter der Großfamilie. Familien mit zehn Kindern waren keine Seltenheit. Angesichts dieser Gegebenheit fragen wir uns, ob Jesus das älteste Kind einer Familie hätte sein können. Denn wenn er einen älteren Bruder oder eine ältere Schwester gehabt hätte, wüssten wir sofort, dass Maria keine Jungfrau sein konnte. Heutzutage, mit Familien, in denen es ungefähr zwei Kinder gibt, stünden die Chancen fünfzig zu fünfzig. Damals aber wäre das Verhältnis eins zu zehn gewesen. Mit anderen Worten, es bestand eine 90-prozentige Chance, dass eine „Erfüllung” gar nicht in Frage kam, weil Jesus sehr wohl einen oder mehrere ältere Geschwister hätte habne können – aber (entgegen aller Wahrscheinlichkeit) er hatte keine.

Fügen wir nun diesem allen noch die auffällige Verlobungszeit Marias hinzu. Wäre sie auch nur ein paar Tage verheiratet gewesen, könnte man die „Jungfrau-Erfüllung” ebenfalls vergessen. Andererseits, wenn sie noch nicht verlobt und dennoch schwanger gewesen wäre, hätte sie keinen Verlobten gehabt, der sich um sie kümmerte. In der damaligen Kultur hätte sie sich als Schwangere, aber Unverlobte, selbst durchschlagen müssen – falls man sie am Leben gelassen hätte.

Marias Kontext

Ich finde gerade diese Anhäufung von „Zufällen”, die eine Widerlegung der Begründung der Jungrauengeburt unmöglich macht, so außergewöhnlich bemerkenswert. Diese „Zufälligkeiten” sind unerwartet, zeugen aber von einer Ausgewogenheit und zeitlichen Feinstimmung, wie sie nur eine übernatürliche Weisheit planen und vorhersehen kann.

Wenn Maria schon vor der Geburt Jesu verheiratet gewesen wäre, oder wenn Jesus bereits ältere Geschwister gehabt hätte, so hätten die gegnerischen jüdischen Zeugen gewiss darauf hingewiesen. Stattdessen sieht es wohl wieder einmal so aus, als schlössen sie sich in diesem Punkt ganz den Evangelienverfassern an. F. F. Bruce hebt dies in seiner Erläuterung hervor, wie Jesus in den rabbinischen Schriften beschrieben wird:

Jesus wird in der rabbinischen Literatur als Jesus ben Pantera oder Ben Pandira bezeichnet. Das könnte soviel wie „Sohn des Panthers” bedeuten. Die wahrscheinlichste Erklärung ist jedoch eine Verfälschung von „parthenos”, dem griechischen Wort für „Jungfrau”, was sich aus den christlichen Hinweisen auf ihn als Sohn einer Jungfrau ergibt (ibid., S. 57-58).

Heute gibt es, wie zu Zeiten Jesu, genug gegnerische Stimmen gegen Jesus und das Zeugnis des Evangeliums. Damals, wie heute, herrschte geradezu eine bedeutende Feindseligkeit ihm gegenüber. Der Unterschied in den feindseligen Gegenstimmen besteht jedoch darin, dass sie damals auch Zeugen waren und sich als solche nicht gegen etliche grundlegende Aussagen stellten; was ihnen sehr wohl möglich gewesen wäre, wenn diese erdichtet oder irrtümlich gemacht worden wären.