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Beweise für Gott: 1. Ist Gott tot? Ein ehemaliger Atheist sucht nach Gottesbeweisen in der Wissenschaft

Weiter mit Teil 2:
Beweise für Gott: 2. Naturwissenschaft – Die Entstehung des Weltalls

Gott ist tot
Friedrich Wilhelm Nietzsche

Gott ist tot! Gott bleibt tot! Und wir haben ihn getötet! Wie trösten wir uns, die Mörder aller Mörder?
Das Heiligste und Mächtigste, was die Welt bisher besaß, es ist unter unsern Messern verblutet – wer wischt dies Blut von uns ab? 
Mit welchem Wasser könnten wir uns reinigen? 
Welche Sühnefeiern, welche heiligen Spiele werden wir erfinden müssen?
Ist nicht die Größe dieser Tat zu groß für uns?
Müssen wir nicht selber zu Göttern werden, um nur ihrer würdig zu erscheinen? 

Es gab nie eine größere Tat – und wer nun immer nach uns geboren wird, gehört um dieser Tat willen in eine höhere Geschichte, als alle Geschichte bisher war!“
Hier schwieg der tolle Mensch und sah wieder seine Zuhörer an: auch sie schwiegen und blickten befremdet auf ihn. Endlich warf er seine Laterne auf den Boden, dass sie in Stücke sprang und erlosch. „Ich komme zu früh“, sagte er dann, „ich bin noch nicht an der Zeit.

Dies ungeheure Ereignis ist noch unterwegs und wandert – es ist noch nicht bis zu den Ohren der Menschen gedrungen…“

Dies waren die Worte des berühmten Philosophen Friedrich Wilhelm Nietzsche Ende des 19. Jahrhunderts in seinem Stück „Der Tolle Mensch“. Wenn schon nicht Freud und Feuerbach, dann haben spätestens die modernen Naturwissenschaften, die Fortschritte in der Physik, Astronomie und Biologie Gott endlich und für immer begraben. Hatte Nietzsche also nun doch Recht damit gehabt, dass Gott tot ist? Heut zu Tage hört man es oft, dass in unserem wissenschaftlichen Zeitalter, die Idee, dass es einen Gott gebe, welcher das Universum geschaffen hat, sich Menschen offenbart, und auch Gebete erhört besten Falles uninteressant und schlimmsten Falles eine Wahnvorstellung ist. So schrieb der prominente Atheist Richard Dawkins in seinem Bestseller Buch „Der Gottes Wahn“.

Man sagt, dass nur kleine Kinder oder diejenigen, die wenig Verstand haben, an den lieben Gott glauben, aber nicht gebildete Menschen. Die Frage ist natürlich, ob dem auch sei. Ist der Glaube an Gott nur etwas für primitive oder dumme Menschen, wenn nicht sogar verrückte Menschen? Und alles das was diese brauchen, ist ein bisschen Bildung in der Naturwissenschaft um sie von dieser Wahnvorstellung zuheilen?

Viele Menschen denken so, und so habe auch ich lange Zeit gegen die Existenz eines Gottes argumentiert. Dennoch, in meinem vierten und letzten Jahr im Ingenieursstudium an einer Uni hier in Kanada, habe ich genau diese Fragen einem Ingenieur gestellt. Denn dieser hielt es für möglich, dass er zu gleich Ingenieur und Christ sein konnte. Um eine lange Geschichte kurz zu halten, dieses Gespräch war der Auslöser, der mich seitdem auf die Suche schickte, die Wahrheit über die Existenz Gottes herauszufinden. Und genau auf diese Suche möchte ich euch auch einladen.

Was ist eine Weltanschauung?

Zum Anfang denke ich, dass es hilfreich ist jegliche Begriffe zu definieren: was meinen wir mit den Begriffen Gott, Naturwissenschaft, Beweise, Wahrheit, Theismus, Atheismus, usw. In diesem und in anschließenden Videos, werde ich so gut wie möglich versuchen diese Begriffe zu definieren, um sicherzustellen, dass wenn ich ein bestimmtes Wort benutzte, damit ihr auch das versteht was ich meine. Wörter wie Religiosität und Religion, werde ich so weit wie möglich vermeiden, denn meiner Meinung nach sind diese heutzutage nicht sehr hilfreich. Über die Jahre haben diese Wörter verschiedene Bedeutungen angenommen, die zum Teil gewollt oder auch ungewollt waren. Aber in jedem Fall ist sehr wenig von der wahren Bedeutung übriggeblieben. Stattdessen werden wir uns mit dem Begriff Weltanschauungen anfreunden.
Der Duden definiert diesen Begriff folgenderweise: Eine Weltanschauung ist „die Gesamtheit von Anschauungen, die die Welt und die Stellung des Menschen in der Welt betreffen.“ Oder einfacher gesagt: Unsere Weltanschauung beschreibt, wie wir die Welt sehen und wie wir uns dementsprechend verhalten. Was wahr und was falsch ist, was gut und was böse ist, oder ob es diese Kategorien überhaupt gibt. Wo der Mensch her kommt und was er ist. Bestehen wir nur aus Atomen, die sich über Millionen von Jahren zufällig so zusammengesetzt haben, oder hat die Hand eines intelligenten Wesens etwas damit zu tun gehabt? Warum gibt es Naturgesetze, und warum sind sie Gesetze, und nicht etwa veränderlich im Laufe der Zeit? Jeder Mensch hat eine Weltanschauung. Diese bestimmt, was jener Mensch glaubt und somit auch wie er sich verhält. Natürlich gibt es auch Menschen die sagen, dass sie etwas Bestimmtes glauben, aber wenn es darauf ankommt, verhalten sie sich nicht dementsprechend. Darauf werden wir später eingehen.

Natürlich kann man jetzt leicht sagen, dass es so viele Weltanschauungen gibt, wie es Menschen gibt. In einem bestimmten Sinn ist das auch richtig, aber trotzdem kann man jede dieser in eine von vier Kategorien einordnen.

  1. Der Theismus (ein persönlicher Gott der wirkt, wie zum Beispiel im Christentum)
  2. Der Deismus (ein unpersönlicher Gott, der alles erschaffen hat, aber sich von der Welt fernhält)
  3. Der Pantheismus (Gott ist in allem und alles ist Gott)
  4. Der Atheismus (es gibt keinen Gott)

Von vornherein müssen wir uns im Klaren sein, dass eine Weltanschauung nicht eine Entscheidung ist die man nur einmal im Leben trifft. Je nachdem wie die Beweislage steht, kann es schon vorkommen, dass man seine Meinung ändert. Zum Beispiel war ich für die ersten 21 Jahre meines Lebens ein überzeugter Atheist. Dennoch habe ich dann, an Hand der Indizien, meine Meinung geändert und den Theismus angenommen. Natürlich gibt es bei mir auch heute noch viele Themen wo ich sagen muss, dass ich die Antwort darauf nicht weiß. Aber im Großen und Ganzen macht die Welt, und alles was sie beinhaltet, am meisten Sinn, wenn ich durch die theistische Brille schaue – durch meinen Glauben, dass es einen persönlichen Gott gibt. Jede Weltanschauung beinhaltet Antworten zu vier fundamentalen Fragen:

  1. Woher komme ich? Anfang
  2. Warum bin ich hier? Zweck
  3. Wohin gehe ich? Ende
  4. Wie entscheide ich was gut oder böse ist? Ethik

Die Antworten zu diesen Fragen müssen einheitlich (d.h. ohne sich zu widersprechen) und angemessen sein (d.h. sie entsprechen dem was wir wirklich um uns herum im Leben sehen).
Wie versprochen, lasst uns nun erstmal die wichtigen Begriffe an Hand einiger Beispiele definieren:

Was bedeutet einheitlich?

Nehmen wir als Beispiel an, dass ich behaupte, dass es – objektiv gesehen – Gut und Böse nicht gibt. Es kommt also immer auf die Person darauf an, und wo und wie diese aufgewachsen ist. Es ist also nur Meinungssache und damit eine subjektive Wahrnehmung.
Zur gleichen Zeit behaupte ich aber, dass deutsche Werte (oder zu mindestens westliche Werte) besser sind, als die des Islamischen Staates. Die Pflege von hilflosen Menschen ist etwas Gutes, und die Ausnutzung, Vernichtung und Hinrichtung hilfloser Menschen ist böse. Nur eine der beiden Äußerungen kann wahr sein. Entweder ist, was der IS macht wirklich Böse und daher gibt es einen objektiven Standard, bei dem wir Gutes vom Bösen unterscheiden, oder wir können den IS nicht verurteilen, denn im Endeffekt ist es ja nur meine Meinung. Beide Gedanken zu akzeptieren wäre also nicht einheitliches Denken. Einheitlich bedeutet also, dass mehrere Gedanken zusammenpassen und nicht widersprüchlich sind – sie bilden also eine sinnvolle Einheit.

Was bedeutet angemessen?

Zweitens schauen wir uns noch ein Beispiel an, um den Begriff „angemessen“ zu definieren. Stellen wir uns vor, dass ein Mord geschah. Das aufgefundene Opfer war grün und blau geschlagen. Auf der Straße vor dem Haus fand die Polizei eine Pistole und ein paar hundert Meter weiter wurde ein Stemmeisen gefunden. Mit beide Gegenständen kann man einen Mord verüben, aber nur einer von den zwei erklärt die Verletzungen des Opfers. Und da keine Schusswunde am Opfer gefunden wurde, ist es angemessen anzunehmen, dass das Stemmeisen die Tatwaffe gewesen war. Angemessen bedeutet also, das etwas den Verhältnissen entsprechend ist.
Nun habe ich mir diese zwei Testkriterien nicht ausgedacht, sondern diese werden in jedem Gerichtssaal und Polizeiamt verwendet. Jeder Beweis wird auf Einheitlichkeit mit anderen Beweisen und auf Angemessenheit zur fraglichen Situation getestet. Aber du fragst dich vielleicht, warum es denn wichtig ist, die vier Fragen für dich zu beantworten: Woher komme ich? Anfang, Wohin gehe ich? Ende, Warum bin ich hier? Zweck und Wie entscheide ich was gut und böse ist? Ethik.

Warum ist das alles so wichtig?

Lasst uns noch ein weiteres Gedankenspiel machen: Nehmen wir an, dass wir uns auf einem Sportfeld befinden. Alles was du weißt ist, dass du teilnehmen sollst.  Du weißt weder wann das Spiel angefangen hat, noch wann es vorbei ist. Du kennst das Ziel des Spieles nicht, und die Regeln des Spieles kennst du auch nicht. Wenn du die anderen Mitspieler fragst, ob sie Antworten auf diese vier Fragen haben, gibt dir jeder Spieler eine andere Antwort. Danach gehst du zum Trainer und fragst ihn. Aber der feuert dich lediglich an und fordert dich auf einfach weiter zu spielen. Also was machst du jetzt? Du suchst den Schiedsrichter. Aber dann findest du heraus, dass einigen Spielern seine Entscheidungen nicht gefallen hatten und ihn rausgeschmissen haben. Es herrscht absolutes Chaos!
Nur wenn wir diese vier Fragen (über den Anfang, dem Ende, dem Zweck und die Regeln) beantworten können, können wir bedeutungsvoll am Spiel teilnehmen. Wenn wir die Antworten nicht kennen, dann können wir bestenfalls im Spiel herumirren, und darauf hoffen, dass uns niemand fragt, was das hier alles zu bedeuten hat. Und genau so geht es vielen im Leben auch. Aber das Leben ist kein Spiel. Man kann nicht einfach noch einmal anfangen oder zurück gehen. Man bekommt keine zweite Chance. Jede Aktion zählt.
Ist es also nicht wert, sich mindestens einmal im Leben mit diesen vier Fragen zu befassen? Die Frage nach dem Anfang, dem Ende, dem Zweck, und den Regeln – die Ethik. Der Zweck dieser Videoserie ist genau dies zumachen. Wir schauen uns verschiedene Hinweise und Indizien an, um selbst in der Lage zu sein, entscheiden zu können welche der vielen Weltanschauungen die Indizien einheitlich und angemessen erklärt.

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Beweise für Gott: 2. Naturwissenschaft – Die Entstehung des Weltalls

Wenn Gott… warum das Virus und die Pandemie?

Wir leben in einer beispiellosen Zeit. Das Coronavirus wütet über alle belebten Kontinente, tausende Menschen wurden schon von diesem Virus infiziert, viele sind wieder genesen, aber manche auch an den Folgen des Virus gestorben. Es ist wahrlich eine globale Pandemie…

Es ist nicht meine Absicht über die Maßnahmen zu richten, welche verschiedene Länder als notwendig halten, um das Virus unter Kontrolle zu bringen. Sollten wir alle zu Hause bleiben mit dem Risiko, dass die Wirtschaften unserer Länder erheblichen Schaden erleiden? Oder sollten wir lieber wieder auf Arbeit gehen, um ein wirtschaftlich gutes Leben nach dem Coronavirus zu ermöglichen? Gute Argumente können wir für beide Seiten vorbringen. Anstatt dem, will ich erklären wie man inmitten des Coronavirus an Gott glauben kann (und vielleicht auch sollte). Einem können wir sicherlich alle zustimmen: Die Präsenz des Coronavirus und die ständige Erinnerung an diesen durch die Nachrichtenagentur erinnert uns an eine grundlegende Tatsache, an die wir in den letzten 30 Jahren nur sehr wenig erinnert wurden. Nein ich spreche nicht davon, dass wir Steuern bezahlen müssen, sondern dass jeder Mensch geboren ist und daher irgendwann sterben muss. Dies viel mir am deutlichsten auf, als ich mit meiner Großmutter sprach. Sie kam zum Anfang des 2. Weltkrieges auf die Welt und lebte den Großteil ihres Lebens hinter dem eisernen Vorhang. Sie war sich stehts bewusst, dass der morgige Tag nicht garantiert ist. Also was ist heute anders? Ist das Coronavirus eine Gefahr wie sich die Menschheit noch nie zuvor erlebt hat? Und in alle dem, gibt es eine Quelle, von der wir Hoffnung schöpfen können?

Wenn Gott warum das Coronavirus
Quelle: https://www.webmd.com/lung/news/20200124/coronavirus-2020-outbreak-latest-updates

Das Coronavirus erweckt in uns die Erkenntnis vom Guten und dem Bösen

Es sagt sich leicht, dass die Gengenwart eines Virus wie das Coronavirus, die Existenz Gottes wiederlegt. Mit Sicherheit würde, könnte und sollte ein guter Gott nicht so eine Katastrophe zulassen. Daraus folgt, entweder es gibt keinen guten Gott, oder es gibt einen Gott, aber er ist nicht gut. Ich gebe zu, dass Menschen, die viel Leid erlitten haben, gute Gründe haben nicht an Gott zu glauben. Aber wenn nicht Gott, was bleibt einem dann übrig? Wie kann man dann über das Coronavirus denken. Kann man sagen, dass das Coronavirus böse ist? Wenn wir Gott aus der Gleichung streichen, dann bleibt uns nur die Natur, welche durch Zufall (und eine große Portion Glück) entstanden ist. Wenn also das Coronavirus etwas Schlechtes oder gar Böses ist, bedeutet dies dann nicht, dass die Natur falsch verlaufen ist? Wenn sie aber falsch verlaufen ist, dann folgt, dass dieses Virus nichts Natürliches ist. Aber wie kann es sein, dass die Natur sich unnatürlich verhält. Ein bisschen einfache Logik zeigt uns, dass wir hier ein Problem haben. Wenn die Natur die Basis der Realität darstellt, dann ist sie so wie sie ist, mit oder ohne Coronavirus. Und alles was in der Natur geschieht ist so wie es ist. Es gibt keine guten oder bösen Dinge. Alles was geschieht ist natürlich. Biologen behaupten, dass Viren für die Erhaltung unseres Lebens nötig sind. Wenn es keine Viren gäbe, würden Bakterien die Natur überbevölkern, und komplizierte Lebensformen wie uns Menschen, hätten sich nie entwickelt.
Aber bedeutet das dann nicht, dass das Coronavirus ein natürliches Phänomen ist, und damit etwas ganz Normales, vielleicht sogar etwas Gutes ist? Aber sicherlich denkt keiner, dass dem so sei.

Wenn Gott warum das Coronavirus
Quelle: https://stopandpraytv.files.wordpress.com/2015/11/good-and-evil.jpg

Gut und Böse – Hinweise auf Gott

Wenn man annimmt, dass es böse Dinge gibt, dann muss man auch zugeben, dass es gute Dinge gibt. Wenn man aber zugibt, dass es gute Dinge gibt, dann gibt man auch zu, dass es einen Maßstab gibt, an Hand dem wir Gutes von Bösen unterscheiden können. Wenn es aber diesen Maßstab gibt, eine Art Gesetz, dann müssen wir auch annehmen, dass es einen Gesetzgeber gibt. Wenn aber Gott nicht existiert, so gibt es auch kein Gesetz – keinen Maßstab. Und wenn es diesen Maßstab nicht gibt, dann gibt es nichts Gutes und auch nicht Böses. Damit ist die Erkenntnis vom Guten und Bösen auch gleichzeitig die Erkenntnis der Existenz Gottes. Wir verbleiben also mit der uralten Frage, wie ein guter Gott handeln könnte, sollte, oder müsste. Philosophen streiten sich seid tausenden von Jahren über die richtige Antwort zu dieser Frage. Aber in der heutigen Stunde ist das nicht nur eine theoretische Frage, sondern die Realität. Ein Biologe schaut sich ein Virus unter dem Mikroskop an. Wir schauen uns den Virus mit unseren eigenen Augen an, wenn die Nachrichten von weltweit über eine Million Infizierungen berichten, und wenn wir das Leiden der Menschen um uns sehen.

Wenn Gott warum das Coronavirus
Quelle: https://bodydivineyoga.files.wordpress.com/2013/10/handofgod1.jpg

Die Suche nach der Hoffnung

Die vielleicht wichtigste Frage, die wir uns stellen können, ist die, ob es denn Hoffnung gibt. Damit meine ich nicht nur Hoffnung, dass das Virus eingedämmt und beseitigt wird, sondern auch Hoffnung für jegliche Katastrophen, die uns in der Zukunft befallen werden. Wenn wir nicht an Gott glauben, dann gibt es keine Hoffnung. Die Natur ist wie sie ist. Es gibt weder Gutes noch Böses. Schauen wir gen Osten, dann ist es unser Karma: schlechte Dinge geschehen schlechten Menschen. Islam besagt, dass es Allahs Wille ist, denn er kann machen was er will. Es gibt nur eine Person die richtige Hoffnung gibt, Hoffnung für unsere heutige Situation, und auch Hoffnung für unsere Zukunft. Jesus behauptet Gott zu sein – Gott verkörpert als Mensch. Wenn an dem ist, dass Jesus wirklich Gott ist, dann müssen wir uns diese Frage stellen: Wie kann es sein, dass Gott – vor knapp 2000 Jahren – an einem römischen Kreuz hing? Wie ließ er dies nur zu?

Wenn ich dies auch nicht voll verstehen kann. Eins verstehe ich: Gott selbst ist unserem Leiden nicht ferngeblieben, sondern ist selbst gekommen und hat an unserem Leiden teilgenommen. Er versteht wie es sich anfühlt, wenn man verlassen ist. Jesus sagte zu seinen Jüngern kurz vor seiner Kreuzigung: „Seht, die Zeit kommt, ja sie ist schon da, wo ihr davonlaufen werdet, jeder dorthin, wo er herkommt, und mich werdet ihr allein lassen.“ (Johannesevangelium 17,32). Und gleich im nächsten Satz lesen wir folgendes: „Aber ich bin nicht allein; denn der Vater ist bei mir.“ Gott weiß daher genau wie sich mancher heute fühlt, der einsam und verlassen ist. Und er gibt uns Hoffnung, dass wir nie allein sind.

Manch einer schwebt in Angst. Angst was passieren wird, wenn er (sie) vom Coronavirus infiziert wird. Im Lukasevangelium Kapitel 22,34 lesen wir über die letzten Stunden Jesu, dass er „betete mit solcher Anspannung, dass sein Schweiß wie Blut auf die Erde tropfte.“  Es ist verwunderlich, dass Lukas, welcher selbst ein Mediziner war, dieses Detail schilderte. Für lange Zeit waren sich die Gelehrten nicht einig, ob er dies wörtlich gemeint hatte, oder ob man dieses Detail später zum Text hinzugefügt hatte. Aber spätestens seit den grausamen Menschenversuchen in Auschwitz wissen wir, dass Menschen unter extremer Todesangst Blut ausschwitzen können. Jesus weiß wie sich unsere Angst anfühlt. Die Augenzeugenberichte des Matthäus, Markus, Lukas und Johannes beschreiben diese Person, Jesus, als Person, die sich auf uns in allen Umständen beziehen kann.

In ein paar Wochen ist Ostern. Und wie wir wissen, endet Ostern nicht am Karfreitag. Ostern endet nicht mit der Kreuzigung Jesu, sondern mit der Auferstehung Jesu am Ostersonntag. Dieser Jesus verspricht uns nicht nur Gemeinschaft in allen Lagen des Lebens, sondern auch Hoffnung, dass der Tod nicht das Ende ist, sondern wirkliche nur der Anfang.

Wenn Gott warum das Coronavirus
Quelle: https://preachthewordatheartland.com/2018/10/25/the-drawing-power-of-the-cross/

Für wen ist diese Hoffnung?

Das Evangelium wird als gute Nachricht bezeichnet. Und wie wir uns nach guten Nachrichten in der jetzigen Zeit sehnen! Es ist die gute Nachricht, weil es für jedermann ist. So wie das Coronavirus keinen Unterschied zwischen reich und arm macht, zwischen begabt und unbegabt, so macht auch Gott keinen Unterschied zwischen uns. Ein Mensch sieht, was vor Augen ist; der Herr aber sieht das Herz an. (1. Samuel 16,7) Wir sind alle zu dieser Hoffnung eingeladen, egal wie unsere Vergangenheit aussieht. Jesus stellt uns allen die folgende Frage: „Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt (physisch). Und wer lebt und an mich glaubt, wird niemals sterben (geistlich). Glaubst du das?“ Er lädt jeden von uns ein an ihn zu glauben, versprich ewiges Leben, und bewies seine Rechtschaffenheit durch seine Auferstehung. Wäre er ein Lügner gewesen, hätte er gesagt, dass er geistlich auferstehen wird. Aber Jesus hat gesagt, dass er leiblich auferstehen wird, und dass ist ein Fakt der Geschichtlich nachvollziehbar ist.

„Deshalb wollen wir mit ungeteilter Hingabe und voller Vertrauen und Zuversicht vor Gott treten. Wir sind ja in unserem Innersten ´mit dem Blut Jesu` besprengt und dadurch von unserem schuldbeladenen Gewissen befreit; wir sind – ´bildlich gesprochen` – am ganzen Körper mit reinem Wasser gewaschen. Ferner wollen wir unbeirrbar an der Hoffnung festhalten, zu der wir uns bekennen; denn Gott ist treu und hält, was er zugesagt hat. Und weil wir auch füreinander verantwortlich sind, wollen wir uns gegenseitig dazu anspornen, einander Liebe zu erweisen und Gutes zu tun.“ (Hebräer 10,22-24)

P.S. Ein Weg in die Zukunft

Der Schriftsteller C.S. Lewis lebte zur Zeit der Tuberkulose Epidemie in England und auch zur Zeit des ersten und zweiten Weltkrieges. Er rang mit der Frage, mit der viele von uns heute auch ringen: Was sollen wir in so einer Zeit tun, wenn man nicht weiß was morgen ist. „Das menschliche Leben wurde immer am Rande eines Abgrunds gelebt. Die menschliche Kultur musste immer im Schatten von etwas existieren, das unendlich wichtiger ist als sie selbst. Wenn Männer die Suche nach Wissen und Schönheit verschoben hätten, bis sie sicher waren, hätte die Suche nie begonnen.“

Wieso ist die Liebesgeschichte von Ruth und Boas einzigartig?

Auf die Frage nach klassischen Liebesgeschichten würde man wahrscheinlich die von der schönen Helena (Helena von Troja) und Paris nennen (deren Liebe den in der Ilias dramatisierten Trojanischen Krieg entfachte); oder Kleopatra und Marcus Antonius (deren Liebe Rom in einen Bürgerkrieg mit Oktavian/Augustus Caesar verwickelte), oder Romeo und Julia, Die Schöne und das Biest, oder vielleicht auch Aschenputtel und der Märchenprinz. In ihnen kommen Geschichte, Popkultur und romantische Belletristik zusammen, die unsere Herzen, Gefühle und Träume in ihren Bann ziehen.

Die Liebesgeschichte von Ruth und Boas

Erstaunlicherweise hat die Liebe, die zwischen Ruth und Boas aufkeimte, sich als weit dauerhafter und edler erwiesen als irgend eine dieser genannten Liebesaffären. Zudem wirkt sie sich immer noch auf alle heute lebenden Billionen von Menschen aus – über dreitausend Jahre nachdem diese Liebenden sich kennen lernten. Ihr Liebesverhältnis ist auch das Bild einer mystischen und geistlichen Liebe, die dir und mir gilt. Die Geschichte von Ruth und Boas handelt von einer kulturübergreifenden und verbotenen Liebe, von Immigration und dem Verhältnis zwischen einem einflussreichen Mann und einer verletzlichen Frau – und passt genau in die heutige Zeit der #MeToo-Bewegung (gegen sexuelle Gewalt). Sie wird für uns zu einem Konzept für die Grundlage einer gesunden Ehe. Gemessen an diesen Werten, lohnt es sich, die Geschichte von Ruth und Boas kennen zu lernen.

Ihre Liebe wird in der Bibel im Buch Ruth geschrieben. Es ist ein kurzes Buch – nur um 2200 Wörter, die zu lesen es sich lohnt (hier). Es betrifft die Zeit um etwa 1150 v. Chr., womit es die älteste aller schriftlich festgehaltenen Liebesgeschichten ist. Das Buch wurde etliche Male verfilmt.

Hollywoodfilm über die Liebesgeschichte von Ruth

Die Liebesgeschichte von Ruth

Naemi und ihr Mann samt ihren zwei Söhnen verlassen Israel, um der dortigen Trockenheit und Hungersnot zu entkommen und sich im nahegelegenen Land Moab (dem heutigen Jordanien) niederzulassen. Nach ihrer Heirat mit ortsansässigen Frauen sterben die beiden Söhne wie auch Naemis Mann und hinterlassen sie allein mit ihrer Schwiegertochter. Naemi entscheidet sich, in ihr Heimatland Israel zurückzukehren, und eine ihrer Schwiegertöchter, nämlich Ruth, entschließt sich, sie zu begleiten. Nach langer Abwesenheit ist Naemi nun wieder in ihrem Geburtsort Bethlehem – als mittellose Witwe, begleitet von Ruth, einer jungen und schutzlosen moabitischen Einwanderin.

Ruth und Boaz begegnen sich

Gänzlich ohne Einkommen, geht Ruth aus, um Getreide zu sammeln, das die Erntearbeiter auf den Feldern liegen gelassen haben. Das Gesetz Moses schrieb als soziales Netz vor, das die Erntearbeiter ein paar Ähren auf den Feldern hinterlassen sollten, damit verarmte Einwohner etwas zu essen hätten. Zufällig, wie es scheint, befindet Ruth sich zum Getreidesammeln auf den Feldern eines reichen Gutsbesitzers namens Boas. Dieser bemerkt Ruth unter anderen, die eifrig dabei sind, die von seinen Landarbeitern hinterlassenen Ähren einzusammeln. Er befiehlt seinen Vorabeitern, zusätzliche Getreidereste auf dem Feld liegen zu lassen, damit Ruth noch mehr einsammeln könne.

Ruth und Boas begegnen sich. Es gibt mehrere Kunstwerke, die diese Begegnnung bildlich darstellen

Weil Ruth nun mengenweise Getreide auf den Feldern Boas‘ vorfindet, kommt sie jeden Tag dort hin, um es einzusammeln. Boas, stets der Schutzherr, sorgt dafür, dass Ruth von seinen Arbeitern weder angepöbelt noch sexuell belästigt wird. Ruth und Boas sind zwar an einander interessiert, machen aber wegen der Unterschiede an Alter, gesellschaftlicher Stellung und nationaler Herkunft keine Annäherungsversuche. Hier übernimmt Naemi die Vermittlerrolle. Sie unterweist Ruth, sich eines Nachts furchtlos neben Boas schlafen zu legen, nachdem dieser das Einbringen der Ernte gefeiert hat. Boas versteht dies als eine Art Heiratsantrag und beschließt, Ruth zu heiraten.

Boas, der verwandte Erlöser (hebräisch: Goel)

Doch die Situation ist komplizierter als die gegenseitige Liebe der beiden. Neomi ist eine Verwandte des Boas; und da Ruth ihre Schwiegertochter ist, ist auch sie durch Einheirat mit Boas verwandt. Boas musste sie als “Goel” – als verwandter Erlöser – heiraten. Das bedeutete, dass er sie gemäß dem mosaischen Gesetz “im Namen” ihres ersten Ehemanns (Neomis Sohn) heiraten müsste, um so für sie sorgen zu können. Dazu gehörte auch, dass Boas die Felder von Neomis Familie aufkaufen müsste. Obschon das Boas ziemliche Kosten verursachte, war es nicht das größte Hindernis. Es gab da noch einen näheren Verwandten, der das Vorkaufsrecht auf die Felder der Familie Neomis hatte (und ebenso das Erstrecht darauf, Ruth zu ehelichen). Folglich hing eine Heirat von Ruth mit Boas davon ab, ob ein anderer Verwandter die Verpflichtung übernehmen wollte, für Neomi und Ruth zu sorgen. Bei einer öffentlichen Versammlung der Stadtältesten lehnte dieser Inhaber des Vorrechts die Heirat ab, da sie für seine Besitztümer ein Risiko darstellte. Somit hatte Boas freie Hand, Neomis Familienbesitz aufzukaufen (zu “erlösen”) und Ruth zu heiraten.

Das Vermächtnis von Ruth und Boas

In ihrer Ehe hatten sie ein Kind namens Obed, der seinerseits der Großvater König Davids wurde. David wurde verheißen, dass “ein Gesalbter‘ (griech. ein “Christus”) aus seiner Familie kommen würde. Weitere Prophezeiungen folgten, und schließlich wurde Jesus Christus in Bethlehem geboren, in demselben Ort, wo Ruth und Boas sich vor langer Zeit begegnet waren. Ihre romantische Begegnung, Heirat und Stammeslinie resultierte in einem Nachkommen, der heute die Grundlage unseres modernen Kalenders und globaler Feiertage wie Weihnachten und Ostern darstellt – nicht schlecht für eine romantische Begegnung vor über 3000 Jahren in einem staubigen Dorf!

Vorstellung einer größeren Liebesgeschichte

Ritterlichkeit und Respekt zeichneten den vermögenden und einflussreichen Boas darin aus, wie er mit Ruth, einer mittellosen Ausländerin, umging. Darin ist er ein Vorbild im Gegensatz zu den Belästigungen und Ausbeutungen, gegen die sich die heutige #MeToo-Bewegung richtet. Der geschichtlich außerordentliche Einfluss der Familie, die aus dieser romantischen Begegnung und Eheschließung hervorging, und die jedesmal ersichtlich ist, wenn wir auf unseren elektronischen Geräten das Datum ablesen, ist das bleibende Vermächtnis dieser Liebesgeschichte. Doch die Liebesgeschichte von Ruth und Boas ist ebenso das Bild einer noch größeren Liebe – einer Liebe, zu der du und ich eingeladen sind.

Die Bibel meint uns in einer Weise, die uns an Ruth erinnert, wenn sie sagt:

Und ich will sie mir im Land ansäen und mich über die “Unbegnadigte” erbarmen  (Hosea 2:25)

Der alttestamentliche Prophet Hosea (ca. 750 v.Chr.) benutzte die Versöhnung, die in seiner eigenen gescheiterten Ehe stattfand, als ein Bild der Liebe Gottes, die uns zu ihm hinzieht. Ähnlich wie Ruth, die als eine Ungeliebte ins Land kam, dann aber bei Boas Liebe fand, will Gott seine Liebe selbst denen erweisen, die sich weit entfernt von seiner Liebe wähnen. Dies wird im Neuen Testament zitiert (Römer 9,25), um zu zeigen, wie weit Gott in seiner Liebe den ihm Fernstehenden entgegenkommt.

Worin zeigt sich seine Liebe? Jesus, der Nachkomme von Boas und Ruth, ist der im Fleisch gekommene Gott und somit unser “verwandter Erlöser”, wie Boas es für Ruth war. Jesus zahlte unsere Sündenschuld vor Gott, als er auf Golgatha gekreuzigt wurde; und so heißt es in…

… der sich selbst für uns hingegeben hat, um uns von aller Gesetzlosigkeit zu erlösen und für sich selbst ein Volk zum besonderen Eigentum zu reinigen, das eifrig ist, gute Werke zu tun. (Titus 2:14)

So wie Boas als “verwandter Erlöser” den Preis zahlte, um Ruth zu erlösen (loszukaufen), ist auch Jesus unser “verwandter Erlöser”, der den Preis mit seinem Leben bezahlte, um uns zu erlösen.

Ein Vorbild für unsere Ehen

Die Art und Weise wie Jesus (und Boas) den Erlösungspreis zahlten und so die Braut gewannen, ist ein Vorbild für den Aufbau unserer Ehen. Die Bibel erläutert, wie wir unsere Ehen gründen und erhalten können: 

21 Ordnet euch einander unter in der Furcht Gottes! 22 Ihr Frauen, ordnet euch euren eigenen Männern unter als dem Herrn; 23 denn der Mann ist das Haupt der Frau, wie auch der Christus das Haupt der Gemeinde ist; und er ist der Retter des Leibes. 24 Wie nun die Gemeinde sich dem Christus unterordnet, so auch die Frauen ihren eigenen Männern in allem.

25 Ihr Männer, liebt eure Frauen, gleichwie auch der Christus die Gemeinde geliebt hat und sich selbst für sie hingegeben hat, 26 damit er sie heilige, nachdem er sie gereinigt hat durch das Wasserbad im Wort, 27 damit er sie sich selbst darstelle als eine Gemeinde, die herrlich sei, sodass sie weder Flecken noch Runzeln noch etwas Ähnliches habe, sondern dass sie heilig und tadellos sei.

28 Ebenso sind die Männer verpflichtet, ihre eigenen Frauen zu lieben wie ihre eigenen Leiber; wer seine Frau liebt, der liebt sich selbst. 29 Denn niemand hat je sein eigenes Fleisch gehasst, sondern er nährt und pflegt es, gleichwie der Herr die Gemeinde.

30 Denn wir sind Glieder seines Leibes, von seinem Fleisch und von seinem Gebein. 31 ”Deshalb wird ein Mann seinen Vater und seine Mutter verlassen und seiner Frau anhängen[d], und die zwei werden ein Fleisch sein”.

32 Dieses Geheimnis ist groß; ich aber deute es auf Christus und auf die Gemeinde. 33 Doch auch ihr — jeder von euch liebe seine Frau so wie sich selbst; die Frau aber erweise dem Mann Ehrfurcht. (Epheser 5:21-33)

Boas und Ruth gründeten ihre Ehe auf Liebe und Respekt; ebenso ist Jesu Fürsorge für seine Gemeinde ein Vorbild für Ehemänner, aufopferungsbereit ihre Ehefrauen zu lieben. Wir täten daher gut daran, unsere Ehen nach denselben Werten auszurichten.

Eine Hochzeitseinladung an dich und mich

Wie es sich für alle guten Liebesgeschichten gehört, endet die Bibel mit einer Hochzeit. So wie Boas den Preis zahlte, der die Erlösung Ruths und ihre anschließende Hochzeit ermöglichte, hat der Preis, den Jesus zahlte, unserer himmlischen Hochzeit den Weg geebnet. Diese Hochzeit ist nicht bildlich, sondern wirklich gemeint. Alle, die diese Einladung zur Hochzeit annehmen, werden “die Braut Christi” genannt. So steht es in…

Lasst uns fröhlich sein und jubeln und ihm die Ehre geben! Denn die Hochzeit des Lammes ist gekommen, und seine Frau hat sich bereit gemacht. (Offenbarung 19:7)

Alle, die das Erlösungsangebot Jesu annehmen, gehören zu seiner “Braut”. Diese Hochzeit im Himmel wird uns allen angeboten. Die Bibel schließt mit dieser Einladung an mich und dich, als Chrsti Braut an dieser Hochzeit teilzunehmen.

 Und der Geist und die Braut sprechen: Komm! Und wer es hört, der spreche: Komm! Und wen da dürstet, der komme; und wer da will, der nehme das Wasser des Lebens umsonst! (Offenbarung 22:17)

Die Beziehung zwischen Ruth und Boas ist ein Vorbild der Liebe, das sich heute noch auswirkt. Sie ist ein Bild des himmlischen Liebesverhältnisses Gottes zu uns. Er wird sich mit all denen vermählen, die seinen “Heiratsantrag” annehmen. Wie bei allen Heiratsanträgen, sollte sein Angebot erwägt und geprüft werden, ob es zu akzeptieren ist oder nicht. Beginne hier mit dem dargelegten Plan am Anfang, hier, um zu sehen, wie ernst Gott es meint, hier, wie der Erlöser den Preis zahlte, and hier, um festzustellen wie alles bereits vor langer Zeit vorhergesagt worden war, so dass wir wissen dürfen, dass es sich wirklich um Gottes Antrag handelt.

Was sind die Zehn Gebote? Was lehren sie uns?

Mose schrieb die ersten fünf Bücher der Bibel (den Pentateuch), die die Geburt des israelitischen Volkes vor Tausenden von Jahren beschreiben. Mose erhielt den Auftrag, die Israeliten zu befreien, damit sie für die umliegenden Völker ein Licht sein sollten. Er begann damit, die Israeliten (oder Juden) durch eine als Passah (oder Pessach) bezeichnete Rettungsaktion – in der Gott die Israeliten auf eine Art und Weise befreite, die auf eine zukünftige Befreiung der gesamten Menschheit hindeutete – aus der Sklaverei in Ägypten herauszuführen. Doch Mose hatte nicht nur das Ziel, die Israeliten aus der ägyptischen Sklaverei heraus-, sondern auch in eine neue Lebensweise hineinzuführen. So brachte Mose die Israeliten fünfzig Tage nach dem Passah zum Berg Sinai (oder Horeb), wo sie das Gesetz erhielten.

Also, welche Gebote erhielt Mose? Obwohl das gesamte Gesetz ziemlich lang war, erhielt Mose zunächst einen Satz spezifischer moralischer Gebote, genannt die Zehn Gebote (oder der Dekalog), die Gott auf Steintafeln geschrieben hatte. Diese Zehn Gebote bildeten sozusagen die Zusammenfassung des Gesetzes – die  moralischen Voraussetzungen für alle weiteren – und gelten heute als Gottes aktive Wirkungskraft, die uns zur Buße (Umkehr, Sinneswandlung) führt.

Die Zehn Gebote

Im Folgenden die Zehn Gebote, von Gott auf Stein geschrieben und dann von Mose im 2. Buch Mose (Exodus) verzeichnet.

1 Und Gott redete alle diese Worte und sprach:

2 Ich bin der Herr, dein Gott, der ich dich aus dem Land Ägypten, aus dem Haus der Knechtschaft, herausgeführt habe. 3 Du sollst keine anderen Götter neben mir haben!

4 Du sollst dir kein Bildnis noch irgendein Gleichnis machen, weder von dem, was oben im Himmel, noch von dem, was unten auf Erden, noch von dem, was in den Wassern, unter der Erde ist.

5 Bete sie nicht an und diene ihnen nicht! Denn ich, der Herr, dein Gott, bin ein eifersüchtiger Gott, der die Schuld der Väter heimsucht an den Kindern bis in das dritte und vierte Glied derer, die mich hassen, 6 der aber Gnade erweist an vielen Tausenden, die mich lieben und meine Gebote halten.

7 Du sollst den Namen des Herrn, deines Gottes, nicht missbrauchen! Denn der Herr wird den nicht ungestraft lassen, der seinen Namen missbraucht.

8 Gedenke an den Sabbattag und heilige ihn!

9 Sechs Tage sollst du arbeiten und alle deine Werke tun;

10 aber am siebten Tag ist der Sabbat des Herrn, deines Gottes; da sollst du kein Werk tun; weder du, noch dein Sohn, noch deine Tochter, noch dein Knecht, noch deine Magd, noch dein Vieh, noch dein Fremdling, der innerhalb deiner Tore lebt.

11 Denn in sechs Tagen hat der Herr Himmel und Erde gemacht und das Meer und alles, was darin ist, und er ruhte am siebten Tag; darum hat der Herr den Sabbattag gesegnet und geheiligt.

12 Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren, damit du lange lebst in dem Land, das der Herr, dein Gott, dir gibt!

13 Du sollst nicht töten!

14 Du sollst nicht ehebrechen!

15 Du sollst nicht stehlen!

16 Du sollst kein falsches Zeugnis reden gegen deinen Nächsten!

17 Du sollst nicht begehren das Haus deines Nächsten! Du sollst nicht begehren die Frau deines Nächsten, noch seinen Knecht, noch seine Magd, noch sein Rind, noch seinen Esel, noch irgendetwas, das dein Nächster hat! (2. Mose 20:1-17)

Der Anspruch der Zehn Gebote

Heuzutage vergessen wir manchmal, dass es sich hier um Gebote oder Befehle handelt. Es sind weder Vorschläge noch Empfehlungen. Aber inwieweit sollen wir diesen Befehlen gehorchen? Folgende Verse beziehen sich auf die Zeit gerade vor der Erteilung der Zehn Gebote:

Mose aber stieg hinauf zu Gott; denn der Herr rief ihm vom Berg aus zu und sprach… Wenn ihr nun wirklich meiner Stimme Gehör schenken und gehorchen werdet und meinen Bund bewahrt, so sollt ihr vor allen Völkern mein besonderes Eigentum sein; denn die ganze Erde gehört mir. (2. Mose 19:3,5)

Nachstehender Vers gehört in die Zeit gleich nach Erteilung der Zehn Gebote:

Darauf nahm er das Buch des Bundes und las es vor den Ohren des Volkes. Und sie sprachen: Alles, was der Herr gesagt hat, das wollen wir tun und darauf hören! (2. Mose 24:7)

Denken wir einmal darüber nach. In meinen Schulexamen gab der Lehrer uns manchmal mehrere Fragen zur Wahl (z.B. 20), verlangte aber, dass nur einige  davon zu beantworten waren. So konnten wir uns z.B. irgendwelche 15 der 20 Fragen auswählen. Jeder Schüler suchte sich natürlich die für ihn oder sie am einfachsten zu beantwortenden Fragen aus. Auf diese Weise machte der Lehrer die jeweilige Prüfung leichter.

Viele Leute machen es mit den Zehn Geboten ebenso. Sie denken, dass Gott nach Erteilung der Zehn Gebote wahrscheinlich meinte: “Versuche beliebige sechs aus diesen Zehn einzuhalten.” Wir denken so, weil wir der Meinung sind, Gott rechne unsere „guten Taten” gegen unsere „schlechten Taten” auf. Wenn unsere guten Verdienste dann unsere schlechten Unvollkommenheiten aufwiegen oder aufheben, hoffen wir, dass dies genüge, Gottes Gunst zu verdienen oder eine Eintrittskarte für den Himmel zu bekommen. Aus demselben Grund versuchen viele von uns durch religiöse Aktivitäten geistliche Verdienste zu erlangen, sei es durch den Besuch von Gottesdiensten in der Kirche, in der Moschee oder dem Tempel, durch Gebet, durch Fasten oder Spenden für die Armen. So sollen diese guten Taten hoffentlich die Zeiten aufwiegen, in denen wir eines der Zehn Gebote missachtet haben.

Dennoch, wenn wir die Zehn Gebote ehrlich lesen, sehen wir, dass sie so nicht gegeben wurden. Wir Menschen sollen ALLE Gebote halten – jederzeit! Weil dies aber schier unmöglich ist, haben viele gegen die Zehn Gebote rebelliert. Der bekannte Atheist Christopher Hitchens griff aus diesem Grund die Zehn Gebote folgendermaßen an:

 „… sodann kommt es zu den vier berühmten ‚Du sollst nicht’, die rundheraus Töten, Ehebruch, Diebstahl und Falche Zeugenaussage verbieten. Letztendlich erfolgt ein Bann gegen Begehrlichkeit, der Gelüste nach ‚deines Nächsten´… Hab und Gut verbietet. … Statt der Verurteilung böser Taten, ergeht eine seltsam formulierte Verurteilung unreiner Gedanken. … Dies fordert das Unmögliche. … Man kann zwar zwangsweise von bösen Taten abgehalten werden…, aber jemandem zu verbieten, sie auch nur in Erwägung zu ziehen, ist zuviel verlangt. Wenn Gott wirklich gewollt hätte, dass die Menschen von solchen Gedanken frei wären, hätte er sich mehr um eine andere Art von Wesen bemühen sollen.” Christopher Hitchens.  2007; God is not great: How religion spoils everything.  S.99-100 (aus dem Englischen übersetzt).

Warum erließ Gott die Zehn Gebote?

Wer der Meinung ist, dass Gott entweder eine Anstrengung von wenisgtens 50% akzeptiert oder dass er sich in der Forderung des Unmöglichen wohl geirrt haben muss, missversteht den Sinn und Zweck der Zehn Gebote. Sie wurden erlassen, um unser Grundproblem aufzudecken.

Zur Illustration ein Beipiel: Angenommen, du fällst hart auf den Boden und dann schmerzt dein Arm – du bist dir aber nicht sicher, ob du dich innerlich verletzt hast. Liegt ein Knochenbruch vor oder nicht?  Du weißt nicht, ob es einfach besser wird oder ob du für den Arm einen Gipsverband brauchst. Also läßt du den Arm durchleuchhten, und das Röntgenbild offenbart, dass der Armknochen tatsächlich gebrochen ist. Heilt nun die Durchleuchtung deinen Arm? Geht es dem Arm wegen der Röntgenaufnahme besser? Nein, der Arm ist immer noch gebrochen aber jetzt weißt du, dass er gebrochen ist und dass du ihn zur Heilung in einen Gipsverband legen musst. Das Röntgenbild hat das Problem nicht gelöst, sondern es hat das Problem aufgezeigt, damit du es richtig behandeln lassen kannst.

Die Gebote offenbaren Sünde

In gleicher Weise wurden die Zehn Gebote erlassen, damit das tief in uns liegende Grundproblem, nämlich unsere Sünde, offenbart wird. Sündigen bedeutet buchstäblich „verfehlen“ – man verfehlt das Ziel, das Gott von uns in unserem Umgang mit anderen, mit uns selbst und mit Gott erwartet. Die Bibel sagt:

Der Herr schaut vom Himmel auf die Menschenkinder, um zu sehen, ob es einen Verständigen gibt, einen, der nach Gott fragt. Sie sind alle abgewichen, allesamt verdorben; es gibt keinen, der Gutes tut, auch nicht einen Einzigen! (Psalm 14:2-3)

Wir sind alle von diesem inneren verderblichen Sündenproblem betroffen. Dies ist so ernst, dass Gott von unseren  guten Taten (von denen wir uns erhoffen, dass sie unsere Sünden aufwiegen) sagt:

Wir sind ja allesamt geworden wie Unreine und alle unsere Gerechtigkeit wie ein beflecktes Kleid. Wir sind alle verwelkt wie die Blätter, und unsere Sünden trugen uns fort wie der Wind. (Jesaja 64:5)

Unsere gerechten Verdienste in der Ausübung religiöser Konventionen oder in Wohltätigkeit für andere sind, in Abwägung mit unseren Sünden, wie ein beflecktes Kleid.

Anstatt aber unser Problem zu erkennen, neigen wir dazu, uns entweder mit anderen zu vergleichen (wobei wir die falschen Maßstäbe anlegen), uns noch strenger um religiöse Verdienste zu bemühen, oder einfach aufzugeben und uns dem Vergnügen hinzugeben. Deswegen gab Gott uns die Zehn Gebote:

 …weil aus Werken des Gesetzes kein Fleisch vor ihm gerechtfertigt werden kann; denn durch das Gesetz kommt Erkenntnis der Sünde. (Römer 3:20)

Wenn wir unser Leben am Maßstab der Zehn Gebote messen, ist es wie bei einem Röntgenbild, das uns das innere Problem aufzeigt. Die Zehn Gebote lösen nicht unser Problem, sondern offenbaren es so deutlich, damit wir Gottes Heilmittel dafür annehmen. Anstatt im Selbstbetrug zu verharren, erlaubt uns das Gesetz, uns so zu sehen, wie wir in Wahrheit sind.

Gottes Gabe erhalten wir in der Buße (Sinneswandlung)

Das Heilmittel, das Gott für uns bereithält, ist das Geschenk der Sündenvergebung durch den Tod und die Auferstehung Jesu Christi. Dies Geschenk des Lebens wird uns ohne weiteres zuteil, wenn wir unser Vertrauen und unseren Glauben auf Christi vollbrachtes Werk setzen.

Weil wir erkannt haben, dass der Mensch nicht aus Werken des Gesetzes gerechtfertigt wird, sondern durch den Glauben an Jesus Christus, so sind auch wir an Christus Jesus gläubig geworden, damit wir aus dem Glauben an Christus gerechtfertigt würden… (Galater 2:16)

So wie Abraham vor Gott gerechtfertigt wurde, können auch wir gerechtfertigt werden. Das setzt jedoch unsere Buße voraus. Buße wird oft missverstanden. Buße tun bedeutet einfach Umkehr oder Sinneswandlung, d.h. die Abkehr von der Sünde und die Hinkehr zu Gott sowie die Annahme der von ihm angebotenen Gabe. Die Bibel erklärt dies wie folgt:

So tut nun Buße und bekehrt euch, dass eure Sünden ausgetilgt werden, damit Zeiten der Erquickung vom Angesicht des Herrn kommenund er den sende, der euch zuvor verkündigt wurde, Jesus Christus… (Apostelgeschichte 3:19)

Die Verheißung, die dir und mir gilt, ist die Freisprechung von der Sünde und das Geschenk des ewigen Lebens, wenn wir in dieser Weise Buße tun.

Die Zehn Gebote im Kalender

Neben dem ersten Passah und Abrahams Prüfung, die sozusagen Gottes Beglaubigung für diesen Plan darstellen, so dass wir gewiss sein dürfen, dass es sich wirklich um seinen Plan handelt, weist auch der spezifische Tag, an dem Mose die Zehn Gebote erhielt, auf das Kommen des Heiligen Geistes hin. Das jüdische Wochenfest (oder Schawuot) ist zeitlich mit der Erteilung der Zehn Gebote abgestimmt, und deckt sich auch genau mit dem Tag der Pfingsten aus Apostelgeschichte 2, also mit dem Kommen des Heiligen Geistes.

Die Grafik verdeutlicht die Erteilung der Zehn Gebote in Beziehung zum Wochenfest und dem Kommen des Heiligen Geistes zu Pfingsten. Wochenfest, Zehn Gebote und das Kommen des Heiligen Geistes betreffen alle denselben Kalendertag.

Dass der Tag, an dem der Heilige Geist kam, um seine Wohnung in bußfertigen Menschen aufzunehmen, auf denselben Kalendertag fiel, an dem die Zehn Gebote erlassen wurden, ist Gottes Antwort auf die Beanstandung des Atheisten Christopher Hitchens. Gott ist tatsächlich um eine andere Art von Wesen bemüht  – nämlich Menschen, in denen sein Geist wohnt, so dass wir fähig sind, ein anderes Leben zu führen. Die präzise Zeitdeckung, um es nochmals zu sagen, ist Gottes Beglaubigung, seine Unterschrift auf dem Pergament der Zeit, so dass wir gewiss sein dürfen, dass sowohl das Gesetz wie auch der Geist wirklich von ihm her kommen.

[NB: Sämtliche Bibelstellen sind der Schlachter-2000-Übersetzung entnommen; die Verse können bei Luther und anderen Übersetzungen anders beziffert sein]

15. Die zeitliche Genauigkeit und Machtwirkung von Pfingsten

Pfingsten fällt immer auf einen Sonntag. Es ist ein bemerkenswerter Feiertag; aber es geht dabei nicht um das Was?, sondern vielmehr um das Wann? und Warum?, das die Hand Gottes und seine mächtige Gabe an dich und mich offenbart.

Was geschah zu Pfingsten?

Wem Pfingsten geläufig ist, hat wahrscheinlich gehört, dass an jenem Tag der Heilige Geist auf die Nachfolger Jesu herabkam und seither jedem an Christus Gläubigen innewohnt. Das war der eigentliche Geburtstag der Gemeinde Jesu (griech. ekklesia – die „Herausgerufenen”). Die Bibel berichtet über dieses Ereignis in der Apostelgeschichte, Kapitel 2. An jenem Tag wurde der Geist Gottes auf die ersten 120 Jesusnachfolger ausgegossen, die daraufhin laut hörbar in anderen Weltsprachen zu reden begannen. Das verursachte einen solchen Aufruhr, dass Tausende von Menschen, die sich zu der Zeit in Jerusalem aufhielten, neugierig herbei eilten. Vor der versammelten Menge hielt Petrus dann die erste Evangeliumsbotschaft, „… und es wurden an jenem Tag etwa 3 000 Seelen [zur Gemeinde Jesu] hinzugetan” (Apostelgeschichte 2,41). Die Zahl der Evangeliumsnachfolger hat seit jenem Pfingstsonntag stetig zugenommen.

Das geschah 50 Tage nach der Auferstehung Jesu. Während dieser 50 Tage wurden die Jünger Jesu davon überzeugt, dass Jesus von den Toten auferstanden war. Am Pfingstsonntag traten sie an die Öffentlichkeit und der Lauf der Geschichte änderte sich. Ob du an die Auferstehung glaubst oder nicht, dein Leben ist von den Geschehnissen jenes Pfingstsonntags beeinflusst worden.

Diese Auffassung von Pfingsten ist zwar korrekt, aber nicht vollständig. Viele Menschen wünschen sich eine ähnliche Wiederholung dieses Pfingstsonntags. Da die ersten Jünger Jesu eine Pfingserfahrung hatten, indem sie auf „die Gabe des Heiligen Geistes” warteten, meinen manche Christen heutzutage, dass der Geist Gottes durch ihr „Warten” in ähnlicher Weise über sie kommt. Somit flehen und warten sie, dass Gott ein weiteres Pfingsten herbeiführen möge. Wer so denkt, setzt voraus, dass der Geist Gottes damals durch menschliches Warten und Beten gekommen war. Wer so denkt, missachtet jedoch das zeitlich genaue Eintreffen des Pfingsfestes – denn das in Apostelschichte Kapitel 2 erwähnte Pfingsten war nicht das erste!

Pfingsten gemäß dem Gesetz Moses

Das „Pfingstfest” war ursprünglich ein jährliches alttestamentliches Fest. Mose (1500 v.Chr.) hatte mehrere Feste eingesetzt, die jährlich zu begehen waren. Das Passahfest war das erste Fest im jüdischen Kalender. Jesus ist an einem Passahfest gekreuzigt worden. Die präzise Zeitfestlegung seines Todes auf die Opferungen der Passahlämmer war als ein Zeichen gedacht.

Das zweite Fest war das Fest der Erstlingsfrüchte (auch „Fest der Ernte” oder „Fest der Wochen”), und im mosaischen Gesetz heißt es, dass es „am Tag nach dem Sabbat” (also am Sonntag; 3. Mose 23,11) stattfinden sollte. Jesus war am Sonntag auferstanden, so dass seine Auferstehung genau am Fest der Erstlingsfrüchte geschah. Da seine Auferstehung zum Fest der  „Erstlingsfrüchte” stattfand, gilt dies als Verheißung, dass unsere Auferstehung später erfolgen sollte (für all, die auf ihn vertrauen). Seine Auferstehung ist buchstäblich eine „Erstlingsfrucht” in Überseinstimmung mit der prophetischen Benennung des Festes.

Genau 50 Tage nach dem Sonntag der „Erstlingsfrüchte” feierten die Juden das Pfingstfest (Griech. pentecostepente = 50; auch „Fest der Wochen” genannt, da es sich um den ersten Tag nach sieben Wochen handelte). Die Juden hatten demnach bereits seit 1500 Jahren das Pfingstfest gefeiert, ehe „der Tag der Pfingsten” in Apostelgeschichte 2 erwähnt wird. Der Grund, weshalb sich Menschen aus aller Welt zum Tag der Pfingsten in Jerusalem einfanden und dort die Botschaft des Petrus hörten, war genau der, das alttestamentliche Pfingstfest zu feiern. Heutzutage feiern die Juden immer noch Pfingsten, nennen das Fest jedoch Schawuot.

Im Alten Testament lesen wir, wie das Pfingstfest zu feiern war:

16 bis zu dem Tag, der auf den siebten Sabbat folgt, nämlich 50 Tage sollt ihr zählen, und dann dem Herrn ein neues Speisopfer darbringen.[h]

17 Ihr sollt nämlich aus euren Wohnungen zwei Webebrote bringen, von zwei Zehntel [Epha] Feinmehl [zubereitet]; die sollen gesäuert gebacken werden als Erstlinge für den Herrn.

(3. Mose 23,16-17)

Die Genauigkeit von Pfingsten zeugt von einem persönlichen Verstand

Das Pfinstfest in Apostelgeschichte 2 ist eine genaue Zeitvorgabe, da es an demselben Jahrestag wie das alttestamentliche Fest der Ernstlingsfrüchte (Fest der Wochen) stattfand. Die Kreuzigung Jesu erfolgte zum Passahfest (Pessach); die Auferstehung Jesu geschah am Fest der Erstlingsfrüchte, und das Pfingstfest in Apostelgeschichte 2 deckt sich mit dem Fest der Wochen – das alles zeugt von einem persönlichen Verstand, der diese Feste geschichtlich koordiniert hat. Das Jahr hat ja viele Tage – warum also sollten die Kreuzigung Jesu, seine Auferstehung und dann das Kommen des Heiligen Geistes genau an dem jeweiligen Tag der drei Frühjahrsfeste des Alten Testaments stattfinden, außer sie seien mit Absicht so geplant? Eine solche Genauigkeit ergibt sich nur, wenn ein persönlicher Verstand dahinter steht.

Alttestamentliche Frühjahrsfeste im Vergleich zu den Ereignissen in den Evangelien

Alttestamentliche Frühjahrsfeste im Vergleich zu den Ereignissen in den Evangelien

 

Hat Lukas sich Pfingsten „zurecht gelegt”?

Nun könnte man argumentieren, Lukas (der Verfasser der Apostelgeschichte) habe sich die Ereignisse in Apostelgeschichte 2 so „ausgedacht”, dass sie am Pfingstfest stattfanden. Somit stünde sein Verstand hinter der Zeitvorgabe.  Aber sein Bericht sagt nichts darüber aus, dass Apostelgeschichte 2 die „Erfüllung” des alttestamentlichen Festes der Erstlingsfrüchte sei – er erwähnt es nicht einmal. Warum sollte er sich solche Mühe machen, diese dramatischen Ereignisse diesem Tag „anzupassen”, ohne dem Leser zu helfen, sie als „Erfüllung” des Pfingsfestes im Alten Testament zu verstehen? In Wirklichkeit berichtet Lukas so unvoreingenommen über diese Geschehnisse, anstatt sie zu interpretieren, dass die meisten Menschen heutzutage nicht einmal wissen, dass die Ereignisse von Apostelgeschichte 2 sich genau am alttestamentlichen Pfingstfest zutrugen. Viele meinen eben, Apostelgeschichte 2 berichte lediglich vom ersten Pfingstfest. Da die meisten Leser sich der Verbindung zwischen beiden Festen gar nicht bewusst sind, befände Lukas sich in der unmöglichen Lage, als Erfinder dieser Verbindung zwar ein Genie, aber in der Weitervermittlung ein völliger Versager zu sein.

Pfingsten: Eine neue Machtwirkung

Statdessen weist Lukas uns auf eine alttestamentlich Weissagung aus dem Buch Joel hin (Joel 3,1-2), die prophezeit, dass eines Tages der Geist Gottes über alle Menschen ausgegossen werde. Dies erfüllte sich am Tag der Pfingsten in Apostelgeschichte 2.

Ein Grund, weshalb das Evangelium „gute Nachricht” oder „Frohe Botschaft” ist, liegt in seiner Machtwirkung, dass uns ein anderes – besseres – Leben ermöglicht. Dieses Leben besteht im Einssein Gottes mit uns Menschen und geschieht durch die Innewohnung des Geistes Gottes in uns. Das begann am Sonntag des in Apostelgeschichte 2 berichteten Pfingsfestes. Die gute Nachricht bedeutet, dass wir unser Leben nunmehr auf einer anderen Ebene  führen können: in der persönlichen Beziehung zu Gott durch seinen Geist. Die Bibel drückt dies folgendermaßen aus:

13 In ihm seid auch ihr, nachdem ihr das Wort der Wahrheit, das Evangelium eurer Errettung, gehört habt — in ihm seid auch ihr, als ihr gläubig wurdet, versiegelt[f] worden mit dem Heiligen Geist der Verheißung,

14 der das Unterpfand[g] unseres Erbes ist bis zur Erlösung des Eigentums, zum Lob seiner Herrlichkeit

(Epheser 1,13-14)

11 Wenn aber der Geist dessen, der Jesus aus den Toten auferweckt hat, in euch wohnt, so wird derselbe, der Christus aus den Toten auferweckt hat, auch eure sterblichen Leiber lebendig machen durch seinen Geist, der in euch wohnt

(Römer 8,11)

23 und nicht nur sie, sondern auch wir selbst, die wir die Erstlingsgabe des Geistes haben, auch wir erwarten seufzend die Sohnesstellung, die Erlösung unseres Leibes.

Römer 8,23)

Der innewohnende Geist Gottes ist eine weitere Erstlingsfrucht, denn er ist sozusagen ein Vorgeschmack – eine Garantie – unserer zukünftigen vollständigen Umwandlung zu „Kindern Gottes”.

Das Evangelium bietet uns ein überfließendes Leben – nicht durch materiellen Besitz, Vergnügen, gesellschaftlichen Stand, Reichtum oder den vergänglichen Tand – alles Dinge, denen die Welt nachjagt, und die Salomo als eitle Seifenblase empfand, sondern durch den uns innewohnenden Geist Gottes. Wenn dem so ist – dass Gott uns anbietet, in uns zu wohnen und durch seine Kraft zu befähigen – dann ist das gewiss eine frohe Botschaft! Das alttestamentliche Pfingstfest, das mit feingebackenem Brot aus Sauerteig zu feiern war (3. Mose 23,17), ist ein Bild des zukünftigen  überfließenden Lebens. Die Genauigkeit zwischen dem alttestamentlichen und dem neutestamentlichen Pfingstfest ist ein vollkommener Hinweis darauf, dass Gottes Verstand und Vorhaben hinter diesen Ereignissen und dieser Machtwirkung zum überfließenden Lebens stehen.