Archiv der Kategorie: Videoserie – Beweise für Gott

Beweise für Gott: 5. Die Feinabstimmung für das Betreiben der Wissenschaft

Beweise für Gott: 4. Das Fine-Tuning für das Leben

Weiter zum fünften Teil: https://evangel.me/2020/05/23/beweise-fuer-gott-5-die-feinabstimmung-fuer-das-betreiben-der-wissenschaft/

Im letzten Video habe ich über das „Fine-Tuning“ – die Feinabstimmung des Universums gesprochen. Im Großen und Ganzen betraf das die Feinabstimmung der Konstanten, die das Universum benötigte, um entstehen zu können. Dies kann man mit dem Uhrwerk vergleichen, in dem alle kleinen Teilchen ganz genau zusammen arbeiten  müssen, damit die Uhr überhaupt funktionieren kann.

In diesem Video werde ich zeigen, dass es weitere Arten der Feinabstimmung gibt. Vor langer Zeit lebte ein berühmter Philosoph im heutigen Griechenland, der das Geozentrische Weltbild formulierte. Natürlich spreche ich von Aristoteles. Er besagte, vom menschlichen Auge sieht es so aus, als ob alle Himmelskörper um die Erde kreisen. Dieses Weltbild hielt ungefähr fϋr 1800 Jahre an. Dann, im Jahre 1543, machte der polnische Astronom Nikolas Kopernikus Messungen, an denen er sah, dass nicht etwa die Erde, sondern die Sonne im Mittelpunkt steht. Dieses neue Weltbild wurde Heliozentrisches Weltbild benannt. Alle Himmelskörper, mit Ausnahme des Mondes, kreisen um die Sonne. Diese Entdeckung gilt als Startpunkt für die moderne Astronomie.

Mitte des 20. Jahrhundert begannen Wissenschaftler und Ingenieure Satelliten in das Weltall zu schicken. Ausgestattet mit Kameras, gaben uns diese die ersten Aufnahmen unserer Erde im Vergleich zu anderen Planeten im Sonnensystem. Diese Bilder gaben einigen Wissenschaftlern Anlass, Kopernikus‘ Heliozentrisches Weltbild in einem neuen Licht zu interpretieren. Man nannte es das Kopernikanische Prinzip. Es besagt, dass der Mensch als Beobachter im Weltall keine besondere Stellung hat. Ich bin mir nicht sicher, ob sich Kopernikus über diese Auslegung seiner Entdeckung gefreute hätte, aber nichts desto trotz gab man diesem Prinzip seinen Namen. Der amerikanische Astronom Carl Sagan fügte hinzu, dass die Erde nur ein einsames Körnchen im Weltall sei. Spätestens nach der Entdeckung von Edwin Hubbles war klar, dass sich unzählige Planeten und Sterne im Weltall befinden. Allein in unserer Galaxie,  der Milchstraße, befinden sich über 100 Milliarden Sterne. Daher nehmen viele Wissenschaftler an, dass sich Leben auf vielen anderen Planeten entwickelt haben muss. Unsere Erde ist also nichts Besonderes.

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Erde im Sonnestrahl

Die Naturwissenschaft, in der nach Leben im Weltall gesucht wird, nennt man Astrobiologie. Wenn man aber nach Leben im Weltall sucht, muss man erst einmal wissen, welche Voraussetzungen nötig sind, um Leben zu ermöglichen und zu erhalten. Anhand so einer Liste kann man dann ganz einfach eine Wahrscheinlichkeitsrechnung aufstellen, um zu überprüfen, wie wahrscheinlich es ist, dass wir Leben auf anderen Planeten finden werden. Man dividiert also die Anzahl der Planeten durch die Wahrscheinlichkeit der verschiedenen Faktoren, die zum Leben nötig sind. Wenn die Anzahl der Planeten grösser ist als die Wahrscheinlichkeit der Faktoren, d.h. wenn der Nenner grösser ist als der Zähler, dann ist es wahrscheinlich, dass sich Leben auf anderen Planeten entwickelt hat. Auf der anderen Seite, je grösser die Zahl im Zähler wird, desto unwahrscheinlicher  wird es, dass wir Leben auf anderen Planeten finden werden.

FAQ: So viel Wasser gibt es auf der Erde - quarks.de

Nach heutigem Wissensstand müssen mindestens fünfzehn Voraussetzungen gegeben sein, um Leben auf einem Planeten zu ermöglichen. Wie unsere Erde braucht der Planet flüssiges Wasser. Wasser ist ideal für Leben, welches auf Kohlenstoff basiert. Die von euch, die schon einmal StarTrek gesehen haben wissen, dass Leben auf Kohlenstoff basieren muss. Aber Spaß zur Seite, zu mindestens kennen wir keine andere Basis die Leben ermöglicht. Offensichtlich brauchen wir Wasser zum trinken. Weniger bekannt, aber trotzdem wichtig ist, dass Wasser auch ein idealer Hitzespeicher ist und daher auch ideal zum Regulieren der Temperatur auf der Erdoberfläche ist. Die Entfernung eines Planeten zur Sonne bestimmt, ob und in welchem Zustand sich Wasser befinden kann. Wenn die Erde nur 5% näher an der Sonne wäre, wie zum Beispiel der Planet Venus, dann wäre die Erdtemperatur zu heiß, um Wasser gewährleisten zu können. Wäre die Erde um 20% weiter von der Sonne entfernt, wie zum Beispiel der Mars,  dann wäre es zu kalt für flüssiges Wasser.

Weitere Voraussetzungen sind, dass der Planet das richtige Verhältnis zwischen Wasser- und Landmassen haben muss. Der Planet muss von der richtigen Größe sein, denn diese bestimmt die Gravitationskraft des Planeten. Die Atmosphäre des Planeten muss sauerstoffreich sein. Die Umlaufbahn des Planeten um dessen Sonne muss kreisförmig sein. Im Solarsystem des Planeten müssen sich große Planeten befinden (wie zum Beispiel Saturn und Jupiter). Diese ziehen Asteroiden an und beschützen somit die kleineren Planeten. Weiterhin braucht der Planet einen Mond der groß genug ist um die Achse des Planeten zu stabilisieren, sprich in einem konstanten Winkel hält. Weiterhin darf die Geschwindigkeit der Rotation des Planeten nicht zu schnell oder zu langsam sein. Von dieser kurzen Liste können wir also schon ahnen, dass es vielleicht nicht ganz so einfach ist einen Planeten zu finden auf dem Leben entstehen kann. Aber dazu später mehr denn Wissenschaftler haben noch weitere Voraussetzungen erkannt.

Der Planet, nach dem wir suchen, muss ein terrestrischer (oder erdähnlicher) Planet sein, welcher eine dünne Erdkruste hat, und somit Plattentektonik ermöglicht. Ist die Kruste zu dick, dann ist keine Plattentektonik möglich. Plattentektonik, welche für zahlreiche Katastrophen wie Erdbeben und Tsunamis verantwortlich ist, ist aber auch unentbehrlich für die Erhaltung des Lebens auf unserer Erde. Die Erde ist in verschiedene bewegliche Platten eingeteilt. Das „Verschlucken“ alter – und die Bildung neuer Landmassen ist notwendig, um die innere Temperatur der Erde zu regulieren. Dies hat auch zur Folge, dass der Kohlenstoff auf der Erdoberfläche recycelt werden kann. Wie vorhin schon erwähnt, ist dieser Kohlenstoff absolut notwendig um Leben auf unseren Planeten zu ermöglichen und zu erhalten. Aber nicht nur Kohlenstoff sondern auch andere lebensnotwendige chemischen Elemente werden durch die Plattentektonik auf der Erde verteilt.

Eine weitere Voraussetzung ist, dass der Planet ein magnetisches Feld haben muss um uns vor kosmischer Strahlung schützen zu können. Unsere Erde hat genau so ein magnetisches Feld, da sie einen flüssigen Eisenkern besitzt. Und wie ihr euch schon denken könnt, muss dieser Kern von der richtigen Größe sein. Denn ein Kern, der zu klein ist, produziert ein zu schwaches magnetisches Feld. Ist der Kern zu groß, dann bekommt die Plattentektonik Schwierigkeiten.

Ich habe vorhin schon einmal die Atmosphäre erwähnt. Nun muss diese nicht nur sauerstoffreich sein, sondern auch andere Elemente besitzen. Unsere Erdatmosphäre besteht aus mehr oder weniger 78% Stickstoff, 21% Sauerstoff, und 1% Kohlenstoffdioxid. Die Erde hat einen Durchschnitt von ungefähr 12.700km. Die Atmosphäre ist zwar hauch dünn, denn sie bildet weniger als 1% dieses Erddiameters, dennoch ist sie extrem wichtig. Sie beschützt uns vor der tödlichen Sonnenstrahlung und ist daher lebensnotwendig.

Eine weitere Voraussetzung, dass Leben auf unsere Erde entstehen konnte, ist das Verhältnis zwischen Erde und Mond. Da die Größe des Mondes ungefähr ein Viertel der Erde ist, ist er genau groß genug, um die Erdachse zu stabilisieren (23.5°). Dies bewirkt, dass Wasser auf der Erde zirkulieren kann. Hierdurch werden die Gezeiten ermöglicht (Ebbe und Flut). Warmes Wasser kann damit vom Äquator zu den Polen und zurück zirkulieren, und somit das von der Sonne erwärmte Wasser abkühlen. Nun fragst du dich vielleicht, warum das wichtig ist? Diese Wasserzirkulation reguliert das Klima auf der Erde und ermöglicht einen mäßigen Wechsel von Sommer und Winter, und somit ein mildes Klima auf der Erde.

Der vorletzte Punkt betrifft die Größe unseres Sternes, der Sonne. Wäre unsere Sonne kleiner, dann müsste die Erde näher an der Sonne kreisen, um die richtige Temperatur für flüssiges Wasser zu ermöglichen. Aber hier befindet sich ein weiteres Problem. Wenn die Erde zu nah an der Sonne kreist, dann passiert mit ihr dasselbe, was zwischen Erde und Mond passiert ist: Die Anziehungskraft des größeren Planeten fixiert den kleineren Planeten in eine feste Position. So zumindest behaupten es die Astrophysiker. Genau das ist der Grund, dass wir immer nur die gleiche Seite des Mondes sehen. Vor der modernen Astronomie dachte man, dass das unveränderliche Bild des Mondes ein Beweis dafür sei, dass er nur eine flache Scheibe ist. Später fanden Wissenschaftler heraus, dass die Gravitationskraft der Erde dafür verantwortlich ist. Wenn die Erde also zu nah an der Sonne wäre, und sie somit in eine feste Position fixiert wird, dann würde die Seite der Erde, die zur Sonne zeigt, austrocknen. Die andere Seite hingegen würde sehr kalt werden, da diese nie dem Sonnenlicht ausgesetzt werden würde.

Die letzte Voraussetzung für das Leben die ich nennen möchte, ist die Position unseres Sonnensystems in unserer Galaxie, der Milchstraße. Nicht jedes Gebiet in unserer Galaxie ist wie das andere. Wissenschaftler haben entdeckt, dass manche Gebiete Leben ermöglichen, und andere Gebiete das Leben unmöglich machen. Glücklicherweise befinden wir uns in einem Gebiet der Milchstraße, das Leben ermöglicht. Dieses nennt man zirkumstellare, bewohnbare Zone. Im nächsten Video schauen wir uns dies ein bisschen mehr im Detail an. Für dieses Video reicht es zu wissen, dass wir auch galaktisch gesehen Glück gehabt haben.

Die zirkumstellare, bewohnbare Zone – gekennzeichnet in rot. In gelb ist die Position des Solarsystemes in der Milchstrasse

Am Anfang dieses Videos behauptete ich, dass wir an Hand dieser lebensnotwendigen Voraussetzungen eine Wahrscheinlichkeitsrechnung aufstellen können, um zu sehen wie gewiss es wirklich ist, dass wir andere Planeten finden werden, die Leben ermöglichen. Hierfür müssen wir annehmen wie wahrscheinlich es ist, dass eine Jede dieser Voraussetzungen eintreten kann. Ich schlage vor, dass wir jedem Faktor eine Wahrscheinlichkeit von 10% (1/10) geben. Dies ist natürlich sehr konservativ denn zum Beispiel kennen wir viel mehr als 10 Planeten, aber nur einen mit flüssigem Wasser. Nichts desto trotz, wenn wir jedem Faktor 10% geben, dann heisst das, dass der Zähler auf 10^15 kommt, d.h. 10 x 10 x 10 – fünfzehnmal. Nun setzen wir die Anzahl der bekannten Planeten in den Nenner.  Eine Galaxis besteht ungefähr aus 100 Milliarde Planeten (10^11). Daher ist unsere Rechnung wie folgt: 10^11 geteilt durch 10^15 ist 10^-4. Das bedeutet, dass bestenfalls jede zehntausendste Galaxy der Größe unserer Milchstraße einen Planeten mit Leben beinhaltet. Aber da Wissenschaftler immer weitere dieser Voraussetzungen entdecken und die wahren Faktoren weit unter 10% sind, stehen die Chancen außerirdisches Leben zu entdecken immer schlechter.

Daher können wir schlussfolgern, dass wir das Kopernikanische Prinzip, welches besagt, dass der Mensch als Beobachter im Weltall keine besondere Stellung hat, noch einmal überdenken sollten. Obwohl die Erde nicht, wie einmal gedacht, im physischen Mittelpunk steht, scheint sie nichts desto trotz recht außergewöhnlich zu sein.
Entdeckungen wie diese veranlassten Wissenschaftler, wie zum Beispiel Donald Brownlee von der NASA Stardust Mission (übersetzt NASA Sternenstaub Mission) Bücher mit dem Titel „Rare Earth Why Complex Life is Uncommon in the Universe“ (übersetzt Seltene Erde – Warum komplexes Leben im Weltall außergewöhnlich ist), zu veröffentlichen. Im folgenden Video präsentiere ich eine weitere Entdeckung, welche die Erde noch außergewöhnlicher macht.

Beweise für Gott: 3. Naturwissenschaft – das Fine-Tuning des Universums Teil 1

Weiter zum nächsten Video:
https://evangel.me/2020/05/19/beweise-fuer-gott-4-das-fine-tuning-fuer-das-leben/

Im letzten Video habe ich über die Entstehung des Universums gesprochen. Wir stellten fest, dass Wissenschaftler Mitte des 20. Jahrhunderts endeckten, dass das Universum einen Anfang gehabt haben muss. Obwohl einige Wissenschaftler sich dieser Entdeckung wiedersetzten (und hier müssen wir fairnesshalber festhalten, dass diese Wissenschaftler ausschließlich Atheisten waren), haben nachfolgende Entdeckungen diese Theorie soweit bestätigt, dass es unvorstellbar ist, dass wir jeh wieder zur These des unendlichen Universums zurück gehen werden. Die zweite große Entdeckung unserer Zeit ist, dass das Universum sehr fein abgestimmt ist. Dies wird oft „fine-tuning“ genannt.

Hier gibt es mindestens drei Kategorien, indem das Universum „fine-getuned“ ist. Die erste Kategorie ist mehr oder weniger bekannt, aber über die Anderen wird wenig gesprochen. In diesem Video befassen wir uns mit der ersten Kategorie, und den nächsten Videos mit den Anderen.

Wissenschaftler finden mehr und mehr Belege dafür, dass das Universum präzise fürs Leben abgestimmt ist. Über die Jahre haben Wissenschaftler zunehmend sogenannte Konstanten entdeckt, die dieses „fine-tuning“ beschreiben. Der im Volksmund vielleicht Bekannteste von diesen ist die Gravitationskonstante. Die Idee der Gravitation ist uns wahrscheinlich allen bekannt. Wenn ich einen Ball nehme und ihn werfe, wissen wir, jenachdem wie der Wurfwinkel war und mit wieviel Geschwindigkeit ich ihn geworfen habe, wo der Ball landen wird. Dies ist möglich, weil wir die Gravitationskonstante kennen, welche die Erdanziehungskraft beschreibt. Insgesamt sind wir jetzt bei 26 von diesen Konstanten angekommen. Einige dieser sind Gravitation, die schwache Wechselwirkung, starke Wechselwirkung, Elektromagnetismus.

Wie kann man sich dieses „fine-tuning“ vorstellen? Wir können uns das wie eine Kontrollzentrale vorstellen.

Stellen wir uns vor, dass wir damit beauftragt werden, unser Universum zu erzeugen. Wir gehen in die Kontrollzentrale hinein und sehen 26 Einstellräder. Jedes dieser Räder muss genau in der richtigen Position stehen, damit das Universum anfangen und bestehen kann, und auch damit sich Leben bilden kann. Aber wie genau müssen diese Räder eingestellt werden? Der Physiker Paul Davies behauptet, wenn wir das Einstellrad auf dem „Starke Wechselwirkung“ steht, um nur 1/ 10^16 falsch eingestellt ist, dann entstehen keine Planeten und Sterne.
Wir sehen also, dass diese Räder sehr genau abgestimmt sein müssen. Aber nicht nur jedes Rad einzeln, sondern auch das Verhältnis zwischen verschiedenen Rädern muss auch fein abgestimmt sein. Zum Beispiel wenn das Verhältnis zwischen den Konstanten der Elektromagnetischen Kraft und der Gravitationskraft nur um 1/10^40 zu niedrig einstellt ist, dann gibt es nur kleine Planeten und Sterne. Oder umgedreht: stellt man es um 1/10^40 zu hoch ein, dann gibt es nur Große. Was bedeutet das? Kleine Planeten haben nur eine kleine Masse – daher auch nur eine schwache Anziehungskraft. Große Planeten haben eine sehr große Masse – daher auch eine sehr starke Anziehungskraft. Um Leben zu ermöglichen, brauchen wir einen Planeten wie die Erde. Sie hat genau die richtige Masse, damit wir nicht wegen einer zu schwachen Anziehungskraft ins Weltall wegfliegen, oder auf dem Planeten zerdrückt werden, weil die Anziehungskraft zu stark ist. Deshalb suchen Forscher des SETI Programmes (Search for Extraterrestial Intelligence – die Suche nach Außerirdischen), nach Planeten die so groß sind wie unsere Erde, denn diese Größe bietet die optimale Anziehungskraft.

Wie wahrscheinlich ist das nun?

Der Astrophysiker Hugh Ross aus Toronto gibt das folgende Beispiel, damit wir uns die erforderliche Genauigkeit von 10^40 vorstellen können:
Stell dir vor, dass Amerika mit Münzen bedeckt ist, und dass die Münzstapel so hoch sind, dass sie den Mond erreichen (eine Höhe von 380.000km). Dann tun wir dasselbe auf einer Milliarde anderen Kontinenten, welche dieselbe Größe wir Amerika haben. Nun nehmen wir eine Münze und malen sie rot an und verstecken diese in einem von den vielen Stapeln. Schlussendlich verbinde ich dir die Augen, und bitte dich eine einzige Münze von den Milliarden Stapeln zu nehmen. Die Chance, dass du die rote Münze nimmts ist 1/10^40.

Die kosmologische Konstante

Die neueste Entdeckung war die kosmologische Konstante. Diese hat mit der „Dark Energy“ (Dunkle Energie) zu tun. Sie bestimmt, wie schnell oder langsam sich das Universum ausdehnt. Der Astrophysiker und Atheist Rodger Penrose hat ausgerechnet, dass diese Konstante bis auf 1 in 10^10^120 (1 geteilt durch 10 hoch 10 hoch weitere 120) abgestimmt werden muss. Wenn sie grösser wäre, dann hätte sich das Universum zu schnell ausgedehnt, um Planeten und Sterne zu bilden. Wäre sie kleiner gewesen, dann hätte sich das Universum zu langsam ausgedehnt, und es wäre die meiste Materie in Black Holes (Schwarze Löcher) und Neutronensternen gestürzt. Es hätten sich also keine Planeten gebildet.

Zehn hoch wieviel?

Wie viel ist nun 10^10^120? Sagen wir es mal so: wenn ein Mann einer Frau einen Heiratsantrag stellt und sie sagt: „Lass mich mal darüber nachdenken. Ich sage dir in 10^3 Sekunden Bescheid. Das bedeutet, dass er in knapp unter 17 Minuten seine Antwort bekommt. Nicht schlecht. Was wäre denn, wenn sie sagt, sie müsse für 10^6 Sekunden nachdenken? Jetzt muss er schon fast 28 Stunden warten. Das ist auch vertretbar. Jetzt stellen wir uns mal vor, dass sie sagt, sie müsse für 10^9 Sekunden nachdenken. Der arme Knabe muss also nun fast 32 Jahre auf seine Antwort warten. Aber glücklicherweise hat sich die Dame nicht versprochen und 10^10 Sekunden gesagt, denn das hätte der Arme leider nicht mehr erlebt mit über 300 Jahren Wartezeit.

Wir sehen also wie schnell diese Nummern groß werden. Wie groß ist also 10^10^120? Wir haben keinen Vergleich für diese Zahl. Wenn wir alle Materie im gesamten Universum in dessen Protonen, Elektronen, usw. zerlegen, kommen wir gerade einmal auf 10^80 Teile. Dies bedeutet, dass wir nicht genug Materie im ganzen Universum haben, um diese Zahl als Dezimalzahl (0,000000…) ausschreiben zu können. Anhand dieser einen Konstante können wir also sehen, wie extrem genau die Abstimmung des Universums sein muss, damit überhaupt etwas entstehen kann. Und wie gesagt, das ist nur einer dieser Konstanten.

Der Quanten Physiker John Polkinhorn von der Universität in Cambridge, England vergleicht die Unwahrscheinlichkeit dieser Feinabstimmung der Universums folgenderweise: „Wenn wir uns die Beziehung zwischen der schwachen und starken Wechselwirkung in den Anfangsmomenten (den ersten Pikosekunden) des Universums anschauen, werden wir sehen, dass diese so genau gewesen sein musste, die Fehlerspanne so klein, und die benötigte Präzision so exakt, dass es vergleichbar ist mit einem Bogenschützen, der auf ein 3 mal 3 Zentimeter großes Ziel schießt, welches sich am anderen Ende des Universums befindet – eine Entfernung von 20 Milliarden Lichtjahren. Und natürlich trifft er es genau ins „Bulls-Eye.“

Was spricht für solch eine Präzision? Welche Weltanschauung kann dies erklären – Atheismus oder Theismus? Kann eine solche Präzision aus dem Nichts kommen? Haben wir also die kosmische Lotterie gewonnen?

Das Pokerdilemma

Diejenigen, die schon einmal Poker gespielt haben, wissen wie unwahrscheinlich es ist einen Royal Flush zugeteilt zu bekommen (d.h. 10, B, D, K, A in der gleichen Farbe). Statistisch gesehen bekommt man einen Royal Flush jede 650.000ste Hand. Stell dir vor du spielts Poker, und dein Gegner gewinnt mit einem Royal Flush, „Welch ein Glück„ denkst du dir. Nur stell dir mal vor, dass er in der nächsten Hand schon wieder einen Royal Flush bekommt. Jetzt wirst du stutzig. Es ist sehr unwahrscheinlich einen Royal Flush zu bekommen, aber jetzt bekam er gleich zwei in Folge. Aber das kann ja passieren, denn es ist ja nicht unmöglich. Wenn dein Gegner aber weiterhin einen Royal Flush nach dem Anderem bekommt, wie lange wartest du bevor zu entscheidest, dass jemand betrügt? Das Problem mit dem „fine-tuning“ ist genau dasselbe. Diese Entscheidung ist jedem von uns überlassen. Mein Glaube ist nicht stark genug, um zu glauben, dass all dies zufällig entstanden ist. Ich habe oft genug Poker gespielt, um zu wissen, dass man nicht einen Royal Flush nach dem Anderen bekommt, sondern dass in dem Fall jemand die Karten zurechtgelegt hätte. Im gleichen Sinne ist es bei weitem wahrscheinlicher, dass ein intelligentes Wesen das Universum erschaffen hat, als das all dies in einem kosmischen Unfall zufällig entstanden war.

Das Multiversum: Wahrheit oder Science-Fiction

Zum Ende dieses Video möchte ich eine potenzielle Erklärung betrachten, die von manchen gegeben wird – das Multiversum. Die Idee, dass wir nur in einem von unendlich vielen Universen leben, die alle mit anderen Konstanten funktionieren. Jedes ist anders. Daher gibt es auch eins, in dem ich Bundeskanzler bin, Richard Dawkins der Papst ist, und Donald Trump lebt in Armut in Indien und versorgt dabei selbstlos andere Arme. Aber kann ich das glauben? Nein, dazu reicht mein Glaube nicht aus. Die Theorie des Multiversums setzt voraus, dass ich ohne Beweislage glaube, dass es all diese vielen Universen gibt. Und nach der Definition kann man nie Beweise für diese anderen Universen finden, da diese verschiedenen Universen sind und separat voneinander existieren. Meines Erachtens nach hört sich das nach Science-Fiction an.

Aber vielleicht gibt es diese Universe ja doch, wir haben keine Beweise und werden nie Beweise für diese finden, so zumindest behaupten es die Wissenschaftler. Nehmen wir an, dass es wirklich so ist. Schieben wir mit dieser Annahme denn nicht nur die Anfangsfrage einen weiteren Schritt weg? Müssen wir nicht trotzdem Fragen, woher diese Maschine kommt, die diese vielen Universen ausgespuckt hat? Und warum ist diese Maschine so fein abgestimmt, dass sie all diese unendlich vielen und verschiedenen Universen erzeugen kann? Wir sehen also, dass auch diese Hypothese nicht die Frage „Warum gibt es überhaupt etwas?“ beantwortet.

Wenn wir jetzt sagen „Ok dann war es halt Gott.“, könnte man auch die berühmte Frage stellen, wo denn Gott herkommt. Aber zu dieser Frage kommen wir später. Für den jetzigen Stand der Dinge halten wir fest, dass das Universum einen Anfang hat, dass es extrem fein abgestimmt ist, und dass die beste Erklärung für dies ein intelligentes Wesen ist.

Beweise für Gott: 2. Naturwissenschaft – Der Urknall und die Entstehung des Weltalls

Weiter mit Teil 3
Beweise für Gott: 3. Naturwissenschaft – das Fine-Tuning des Universums Teil 1

Sokrates

Der griechische Philosoph Sokrates schrieb folgendes im 5. Jahrhundert vor Christus: „Das unerforschte Leben ist nicht lebenswert.“ Er lehrt Athens Jugend, dass jeder Mensch selbst über den Sinn des Lebens nachdenken muss, und nicht einfach die volkstümlichen Sitten und Meinungen, ohne sie zu hinterfragen, anzunehmen. So eine Lehre hört sich selbstverständlich an für uns die in Deutschland oder anderen westlichen Ländern aufgewachsen sind. Doch zu Sokrates seine Zeit war dies nicht so. Er wurde von den Behörden verfolgt und später angeklagt. Die Anklage war, dass er versuchte die Jugend Athens zu verderben. Der Rest ist Geschichte…
In Sinne des Sokrates habe ich im ersten Video dargelegt, dass es der Zweck dieser Videoreihe ist, herauszufinden, welche Weltanschauung am besten die Belege berücksichtigt und erklärt, die wir in verschiedenen Disziplinen, wie den Naturwissenschaften und der Geschichte finden. Hierbei benutzen wir die historische Methode welche man „Inferenz zur besten Erklärung“ nennt.  Einfach gesagt: welche Ursachen, die heute in Betrieb sind, erklären die Indizien am besten.

Diese Methode habe ich mir nicht selbst ausgedacht, sondern Charles Darwin und auch dessen Mentor Charles Lyell haben diese Methode vor ein paar hundert Jahren vorgeschlagen und angewandt. Sie dient dazu Ereignisse in der fernen Vergangenheit zu erklären. Für diesen Zweck stellt sie die beste Methode dar.

Zum Beispiel könnten wir nicht in das Labor gehen und uns die Erstehung des Weltalles noch einmal anschauen. Nein, da es in der Vergangenheit passiert ist, können wir uns bestenfalls nur umschauen ob wir Hinweise für dieses Ereignis finden. Und dann können wir versuchen diese in eine einheitliche und angemessene Theory zu formulieren. Hier ist ein einfaches Beispiel, dass diese Methode veranschaulicht:

Die Methode veranschaulicht

Nehmen wir an, dass ich in einem Büro arbeite, und da wo ich mich befinde gibt es keine Fenster. Ich kann nicht heraus gehen und ich kann mit keinem sprechen. Nun kommt ein Kollege gerade auf Arbeit an und ich sehe, dass er pitsch nass ist. Ich denke mir, dass es draußen wie aus Eimern regnet, und er deswegen so nass ist. Natürlich gibt es auch andere Erklärungen, die seine nassen Sachen genauso gut erklären können. Vielleich ist nebenan eine Poolparty, und der Kollege entschied sich samt seinen Klamotten hinein zu springen. Oder vielleicht stand am Eingang jemand, der Leuten 50 Euro anbietet, wenn sie sich einen Eimer mit Wasser über den Kopf gießen.

Jede dieser Aussagen würde erklären, warum mein Kollege nass ist aber nur eine der drei ist wahrscheinlich. Wenn noch ein weiterer Kollege ins Büro kommt, und einen nassen Regenschirm mit sich bringt, dann wird die Antwortwahrscheinlicher. Nie kann ich mir 100% sicher sein, denn ich kann ja nicht hinaus gehen. Aber wenn immer mehr Kollegen mit Regenschirmen ins Büro kommen, dann kann ich mir schon sehr sicher sein, dass es wirklich regnet.

Die vier Theorien die wir prüfen werden, sind der Theismus, der Deismus, der Pantheismus und der Atheismus. Zunächst einmal werden wir sehen, was der Theismus, Deismus, Pantheismus und Atheismus sind. Wir werden sehen, ob man doch, ohne viele Details zu wissen entscheiden kann, welche dieser vier Weltanschauungen mehr und welche weniger Sinn machen.
Lasst uns mit dem Pantheismus anfangen: Die grundlegende Aussage des Pantheismus ist, dass Gott in allem ist, und alles ist Gott. Dies bedeutet, wenn wir das Universum als Kreis betrachten, dann ist Gott Teil des Kreises und Gott ist der Kreis. Es ist nichts außerhalb des Kreises. Der Atheismus ist in dem Punkt ähnlich, dass es nichts außerhalb des Kreises gibt. Außerdem gibt es in ihm auch keinen Gott. Im Theismus ist das Universum der Kreis, aber Gott ist außerhalb des Kreises und kann potenziell etwas in den Kreis hineintun oder herausnehmen. Im Deismus hat Gott das Universum erschaffen, hält sich aber von ihr fern.

Edwin Hubble und der Blick in das Weltall

Mitte des 20. Jahrhunderts haben Wissenschaftler eine der wichtigsten Entdeckungen gemacht – das Weltall hatte einen Anfang. Das scheint uns heute selbstverständlich. Dennoch vor weniger als 100 Jahren war der Großteil der Menschen überzeugt, dass das Weltall schon immer existiert hat. Edwin Hubble hatte das berühmte Teleskop gebaut, mit dem er die Sterne so nah betrachten konnte wie nie zuvor.

Und dabei merkte er etwas, das Anfangs nur wenige wahr haben wollten. Er entdeckte Anhand des Lichtes, welches von den Galaxien ausstrahlte, dass diese sich von uns fortbewegen. Durch den Doppler Effekt war bekannt, dass verschiedene Farben des Lichtes bestimmten Bewegungen zugeordnet werden konnte. Auch wenn nicht jedem die Theorie des Doppler Effektes bekannt ist, wir kennen ihn alle in der Praxis. Wenn ein Krankenwagen mit Sirene mir entgegenkommt, dann hat die Sirene einen bestimmten Klang. Und wenn der Krankenwagen bei mir vorbeifährt, verändert sich der Klang der Sirene.  

Das gleiche gilt auch fürs Licht, nur das sich beim Licht anstatt dem Klang, die Farbe verändert, von blau (entgegenkommend) nach rot (entfernend). Die Teilung des Lichtes ist einfach nachzuvollziehen, indem man mit einer Taschenlampe in ein Prisma hineinleuchtet. Das Licht teilt sich dann in verschiedene Farben.
Daher ist klar, wenn sich alle anderen Galaxien von uns wegbewegen, müssen sie in der Vergangenheit näher an uns dran gewesen sein. Und wenn man den ganzen Film zurückspult, dann stellt man fest, dass alle Galaxien von einem Punkt ausgegangen sein müssen. Dies kann man anhand eines aufgepusteten Ballons ganz einfach sehen. Nehmen wir an, dass er aufgepustet ist, und dass ich Kreise draufgemalt habe, welche die Galaxien repräsentieren. Wenn ich die Luft hinauslasse, sehe ich, dass die Kreise (die Galaxien) immer weiter zusammenkommen, bis sie irgendwann alle an einem Punkt angelangen. Und somit war die Theorie, dass das Weltall einen Anfang hatte, geboren.

Albert Einstein, Arno Penzias, Robert Wilson and Stephen Hawking

Albert Einstein an der
Mount Wilson Sernwarte


Albert Einstein arbeitete zur gleichen Zeit and seiner Relativitätstheorie. Er machte aber, wie er später bestätigte, einen gravierenden Fehler. Er nahm an, dass das Weltall schon immer existiert hatte. Diese Annahme war natürlich vertretbar, denn Einstein war ein Atheist. Wenn man aber behauptet, dass das Weltall einen Anfang habe, dann kommt sehr schnell eine Frage auf: „Wie kam es denn zum Anfang?“. Während seiner Amerikareise besuchte Einstein Edwin Hubble, um selbst einen Blick ins Weltall zuwerfen. Der Rest ist Geschichte. Einstein sah ein, dass das Weltall einen Anfang gehabt haben musste.



Nur wenige Jahre später entdeckten die Astronomen Arno Penzias und Robert Wilson die kosmische Mikrowellen-Hintergrundstrahlungen. Sie stellten fest, dass diese Strahlungen nicht von Sternen ausgingen, sondern im ganzen Weltall gleichmäßig zu finden sind. Daher deutete auch diese Entdeckung darauf hin, dass es einen Anfang gegeben haben muss. Man kann sich das so vorstellen: Wenn man einen Stein ins Wasser wirft bilden sich Wellenringe um den Punkt wo der Stein einschlug. Diese Ringe breiten sich dann gleichmäßig über die ganze Wasserfläche aus. Wenn man dann ein Bild von diesem Teich macht, ist es ganz leicht zu sehen, dass diese Ringe durch einen Einschlag im Zentrum der Kreise verursacht worden.
Und schlussendlich löste der Physiker Stephen Hawking, die Gleichungen von Einsteins spezieller Relativitätstheorie. Dies deutete darauf hin, dass zu einem bestimmten Zeitpunkt in der Vergangenheit, die ganze Masse im Weltall sich an einem Punkt befunden hatte. Sie war so nahe zusammen, dass das Volumen null betrug. Wie viel Masse können wir in null Kubikmeter hineintun? Die Antwort ist natürlich null. Daher erkannte Hawking, da keine Masse in null Volumen hineinpasst, dass zu jenem Zeitpunkt Masse und Zeit entstanden war.

Eine weitere Entdeckung war Newtons 2. Gesetz der Thermodynamik, welches im Wesentlichen besagt, dass der Zustand eines Objektes oder Körpers über eine gewisse Zeit von Ordnung zum Chaos fortschreitet. Um dieses Gesetz zu verstehen stellen wir uns einmal ein Schlafzimmer vor. Wenn sich keine Person darum kümmert wird dieses mit der Zeit immer dreckiger. Dasselbe passiert im Universum, sodass es irgendwann in der Zukunft unbewohnbar sein wird. Und so kann man auch hier sehr einfach schlussfolgern, dass wenn man den Film zurückspult, man an einem Punkt ankommt, an dem alles in perfekter Ordnung war – der Anfang.

Die Unmut einiger Wissenschaftler

Sir Fred Hoyle


Viele Wissenschaftler wehrten sich immense gegen diese Entdeckungen. Der britische Astronom Sir Fred Hoyle verspottete diese Idee indem er zynisch fragte ob es denn einen großen Knall gegeben hätte.  Deswegen wird es bis heute im englischen als „Big Bang“ bezeichnet.

Richard Lewontin

Andere, wie zum Beispiel Richard Lewontin, ein Genetiker der amerikanischen Universität Harvard, behauptete, dass es nicht so sei, dass die Naturwissenschaft ihm zum Materialismus zwingt. Sondern dass er (und viele andere Wissenschaftler) sich den Materialismus als Anfangspunkt bestimmen und ihre Wissenschaft mit diesem Hintergedanken betreiben. Daher ist es auch keine Überraschung, dass er sagte „Wir können nicht den göttlichen Fuß über die Türschwelle hineinkommen lassen.“ Denn da war ja einmal ein bestimmtes Buch, welches so los ging:

Am Anfang schuf Gott…

„Am Anfang schuf Gott…“ Abgesehen von diesem Buch hatte nie jemand behauptet, dass es einen Anfang des Weltalles gab. Weder die Babylonier, noch die Roemer, und auch nicht die Griechen. Es ist ironisch, dass sich im 16. Jahrhundert bestimmte Personen den Erkenntnissen der Naturwissenschaft wiedersetzten (in jenem Fall war es die Kirche in Rom, die an das Weltbild der Aristoteles festhielt, anstatt den Entdeckungen des Galileos zu glauben), da sie dachten, dass diese Entdeckungen den Glauben an Gott gefährden würden.  Nun im 20. Jahrhundert wiedersetzten sich andere den Erkenntnissen der Naturwissenschaft, da die Entdeckungen scheinbar den Glauben an Gott befürworteten.

Arno Penzias


Aber natürlich waren nicht nur Atheisten in der Astronomie tätig. Arno Penzias, welcher Nobelpreisträger in der Physik ist war der Meinung: „Die besten Daten die wir haben (in Sachen Urknall) sind genau die, die ich erwartet hätte, hätte ich nichts anderes als nur die ersten fünf Bücher Moses, die Psalmen, und den Rest der Bibel zur Verfügung.“ Hier haben wir nun unsere erste Erkenntnis, und die Frage ist, zu welcher Weltanschauung passt diese am besten?

Welche Weltanschauung erklärt dies am besten?

Der Pantheismus behauptet, dass alles was existiert Gott ist und Gott ist alles. Wenn man dies also als Kreis betrachtet dann heißt das: Alles was in dem Kreis ist, ist Teil Gottes. Wenn aber das Zeug in dem Kreis nicht immer existiert hat, sondern zu einem bestimmten Zeitpunkt erschaffen wurde, dann heißt das auch, dass Gott erschaffen wurde. Das macht natürlich keinen Sinn, denn ein erschaffener Gott ist kein Gott, und daher kann der Pantheismus diese Erkenntnis nicht erklären.
Der Atheismus hingegen behauptet, dass es keinen Gott gibt, und daher gibt es nichts außerhalb des Kreises. Er ist also aus dem Nichts entstanden. Als Kind, wurde mir gelehrt: „von Nichts kommt Nichts“, und daher fällt es mir auch schwer dies zu akzeptieren, dass das Weltall aus dem Nichts entstanden ist.

Es bleibt uns also nur noch der Theismus und der Deismus, der Glaube an ein intelligentes Wesen, entweder persönlich oder unpersönlich. Beide können diese Erkenntnis sehr gut erklären. Meines Erachtens nach halten wir also fest, dass die Naturwissenschaft ziemlich eindeutig darauf hinweist, dass das Universum einen Anfang gehabt hatte. Der Pantheismus kann diese Entdeckung überhaupt nicht vertragen, denn er braucht ein Universum ohne Anfang. Der Atheismus versucht den Anfang zu erklären, indem er das Nichts dafür verantwortlich macht. The Theismus (und auch Deismus) besagt, dass ein intelligentes Wesen das Universum und alles was sich darin befindet erschaffen hat. Ich schlage vor, dass der Theismus eins zu null vorn liegt.

Weiter mit Teil 3
Beweise für Gott: 3. Naturwissenschaft – das Fine-Tuning des Universums Teil 1

Beweise für Gott: 1. Ist Gott tot? Ein ehemaliger Atheist sucht nach Gottesbeweisen in der Wissenschaft

Weiter mit Teil 2:
Beweise für Gott: 2. Naturwissenschaft – Die Entstehung des Weltalls

Gott ist tot
Friedrich Wilhelm Nietzsche

Gott ist tot! Gott bleibt tot! Und wir haben ihn getötet! Wie trösten wir uns, die Mörder aller Mörder?
Das Heiligste und Mächtigste, was die Welt bisher besaß, es ist unter unsern Messern verblutet – wer wischt dies Blut von uns ab? 
Mit welchem Wasser könnten wir uns reinigen? 
Welche Sühnefeiern, welche heiligen Spiele werden wir erfinden müssen?
Ist nicht die Größe dieser Tat zu groß für uns?
Müssen wir nicht selber zu Göttern werden, um nur ihrer würdig zu erscheinen? 

Es gab nie eine größere Tat – und wer nun immer nach uns geboren wird, gehört um dieser Tat willen in eine höhere Geschichte, als alle Geschichte bisher war!“
Hier schwieg der tolle Mensch und sah wieder seine Zuhörer an: auch sie schwiegen und blickten befremdet auf ihn. Endlich warf er seine Laterne auf den Boden, dass sie in Stücke sprang und erlosch. „Ich komme zu früh“, sagte er dann, „ich bin noch nicht an der Zeit.

Dies ungeheure Ereignis ist noch unterwegs und wandert – es ist noch nicht bis zu den Ohren der Menschen gedrungen…“

Dies waren die Worte des berühmten Philosophen Friedrich Wilhelm Nietzsche Ende des 19. Jahrhunderts in seinem Stück „Der Tolle Mensch“. Wenn schon nicht Freud und Feuerbach, dann haben spätestens die modernen Naturwissenschaften, die Fortschritte in der Physik, Astronomie und Biologie Gott endlich und für immer begraben. Hatte Nietzsche also nun doch Recht damit gehabt, dass Gott tot ist? Heut zu Tage hört man es oft, dass in unserem wissenschaftlichen Zeitalter, die Idee, dass es einen Gott gebe, welcher das Universum geschaffen hat, sich Menschen offenbart, und auch Gebete erhört besten Falles uninteressant und schlimmsten Falles eine Wahnvorstellung ist. So schrieb der prominente Atheist Richard Dawkins in seinem Bestseller Buch „Der Gottes Wahn“.

Man sagt, dass nur kleine Kinder oder diejenigen, die wenig Verstand haben, an den lieben Gott glauben, aber nicht gebildete Menschen. Die Frage ist natürlich, ob dem auch sei. Ist der Glaube an Gott nur etwas für primitive oder dumme Menschen, wenn nicht sogar verrückte Menschen? Und alles das was diese brauchen, ist ein bisschen Bildung in der Naturwissenschaft um sie von dieser Wahnvorstellung zuheilen?

Viele Menschen denken so, und so habe auch ich lange Zeit gegen die Existenz eines Gottes argumentiert. Dennoch, in meinem vierten und letzten Jahr im Ingenieursstudium an einer Uni hier in Kanada, habe ich genau diese Fragen einem Ingenieur gestellt. Denn dieser hielt es für möglich, dass er zu gleich Ingenieur und Christ sein konnte. Um eine lange Geschichte kurz zu halten, dieses Gespräch war der Auslöser, der mich seitdem auf die Suche schickte, die Wahrheit über die Existenz Gottes herauszufinden. Und genau auf diese Suche möchte ich euch auch einladen.

Was ist eine Weltanschauung?

Zum Anfang denke ich, dass es hilfreich ist jegliche Begriffe zu definieren: was meinen wir mit den Begriffen Gott, Naturwissenschaft, Beweise, Wahrheit, Theismus, Atheismus, usw. In diesem und in anschließenden Videos, werde ich so gut wie möglich versuchen diese Begriffe zu definieren, um sicherzustellen, dass wenn ich ein bestimmtes Wort benutzte, damit ihr auch das versteht was ich meine. Wörter wie Religiosität und Religion, werde ich so weit wie möglich vermeiden, denn meiner Meinung nach sind diese heutzutage nicht sehr hilfreich. Über die Jahre haben diese Wörter verschiedene Bedeutungen angenommen, die zum Teil gewollt oder auch ungewollt waren. Aber in jedem Fall ist sehr wenig von der wahren Bedeutung übriggeblieben. Stattdessen werden wir uns mit dem Begriff Weltanschauungen anfreunden.
Der Duden definiert diesen Begriff folgenderweise: Eine Weltanschauung ist „die Gesamtheit von Anschauungen, die die Welt und die Stellung des Menschen in der Welt betreffen.“ Oder einfacher gesagt: Unsere Weltanschauung beschreibt, wie wir die Welt sehen und wie wir uns dementsprechend verhalten. Was wahr und was falsch ist, was gut und was böse ist, oder ob es diese Kategorien überhaupt gibt. Wo der Mensch her kommt und was er ist. Bestehen wir nur aus Atomen, die sich über Millionen von Jahren zufällig so zusammengesetzt haben, oder hat die Hand eines intelligenten Wesens etwas damit zu tun gehabt? Warum gibt es Naturgesetze, und warum sind sie Gesetze, und nicht etwa veränderlich im Laufe der Zeit? Jeder Mensch hat eine Weltanschauung. Diese bestimmt, was jener Mensch glaubt und somit auch wie er sich verhält. Natürlich gibt es auch Menschen die sagen, dass sie etwas Bestimmtes glauben, aber wenn es darauf ankommt, verhalten sie sich nicht dementsprechend. Darauf werden wir später eingehen.

Natürlich kann man jetzt leicht sagen, dass es so viele Weltanschauungen gibt, wie es Menschen gibt. In einem bestimmten Sinn ist das auch richtig, aber trotzdem kann man jede dieser in eine von vier Kategorien einordnen.

  1. Der Theismus (ein persönlicher Gott der wirkt, wie zum Beispiel im Christentum)
  2. Der Deismus (ein unpersönlicher Gott, der alles erschaffen hat, aber sich von der Welt fernhält)
  3. Der Pantheismus (Gott ist in allem und alles ist Gott)
  4. Der Atheismus (es gibt keinen Gott)

Von vornherein müssen wir uns im Klaren sein, dass eine Weltanschauung nicht eine Entscheidung ist die man nur einmal im Leben trifft. Je nachdem wie die Beweislage steht, kann es schon vorkommen, dass man seine Meinung ändert. Zum Beispiel war ich für die ersten 21 Jahre meines Lebens ein überzeugter Atheist. Dennoch habe ich dann, an Hand der Indizien, meine Meinung geändert und den Theismus angenommen. Natürlich gibt es bei mir auch heute noch viele Themen wo ich sagen muss, dass ich die Antwort darauf nicht weiß. Aber im Großen und Ganzen macht die Welt, und alles was sie beinhaltet, am meisten Sinn, wenn ich durch die theistische Brille schaue – durch meinen Glauben, dass es einen persönlichen Gott gibt. Jede Weltanschauung beinhaltet Antworten zu vier fundamentalen Fragen:

  1. Woher komme ich? Anfang
  2. Warum bin ich hier? Zweck
  3. Wohin gehe ich? Ende
  4. Wie entscheide ich was gut oder böse ist? Ethik

Die Antworten zu diesen Fragen müssen einheitlich (d.h. ohne sich zu widersprechen) und angemessen sein (d.h. sie entsprechen dem was wir wirklich um uns herum im Leben sehen).
Wie versprochen, lasst uns nun erstmal die wichtigen Begriffe an Hand einiger Beispiele definieren:

Was bedeutet einheitlich?

Nehmen wir als Beispiel an, dass ich behaupte, dass es – objektiv gesehen – Gut und Böse nicht gibt. Es kommt also immer auf die Person darauf an, und wo und wie diese aufgewachsen ist. Es ist also nur Meinungssache und damit eine subjektive Wahrnehmung.
Zur gleichen Zeit behaupte ich aber, dass deutsche Werte (oder zu mindestens westliche Werte) besser sind, als die des Islamischen Staates. Die Pflege von hilflosen Menschen ist etwas Gutes, und die Ausnutzung, Vernichtung und Hinrichtung hilfloser Menschen ist böse. Nur eine der beiden Äußerungen kann wahr sein. Entweder ist, was der IS macht wirklich Böse und daher gibt es einen objektiven Standard, bei dem wir Gutes vom Bösen unterscheiden, oder wir können den IS nicht verurteilen, denn im Endeffekt ist es ja nur meine Meinung. Beide Gedanken zu akzeptieren wäre also nicht einheitliches Denken. Einheitlich bedeutet also, dass mehrere Gedanken zusammenpassen und nicht widersprüchlich sind – sie bilden also eine sinnvolle Einheit.

Was bedeutet angemessen?

Zweitens schauen wir uns noch ein Beispiel an, um den Begriff „angemessen“ zu definieren. Stellen wir uns vor, dass ein Mord geschah. Das aufgefundene Opfer war grün und blau geschlagen. Auf der Straße vor dem Haus fand die Polizei eine Pistole und ein paar hundert Meter weiter wurde ein Stemmeisen gefunden. Mit beide Gegenständen kann man einen Mord verüben, aber nur einer von den zwei erklärt die Verletzungen des Opfers. Und da keine Schusswunde am Opfer gefunden wurde, ist es angemessen anzunehmen, dass das Stemmeisen die Tatwaffe gewesen war. Angemessen bedeutet also, das etwas den Verhältnissen entsprechend ist.
Nun habe ich mir diese zwei Testkriterien nicht ausgedacht, sondern diese werden in jedem Gerichtssaal und Polizeiamt verwendet. Jeder Beweis wird auf Einheitlichkeit mit anderen Beweisen und auf Angemessenheit zur fraglichen Situation getestet. Aber du fragst dich vielleicht, warum es denn wichtig ist, die vier Fragen für dich zu beantworten: Woher komme ich? Anfang, Wohin gehe ich? Ende, Warum bin ich hier? Zweck und Wie entscheide ich was gut und böse ist? Ethik.

Warum ist das alles so wichtig?

Lasst uns noch ein weiteres Gedankenspiel machen: Nehmen wir an, dass wir uns auf einem Sportfeld befinden. Alles was du weißt ist, dass du teilnehmen sollst.  Du weißt weder wann das Spiel angefangen hat, noch wann es vorbei ist. Du kennst das Ziel des Spieles nicht, und die Regeln des Spieles kennst du auch nicht. Wenn du die anderen Mitspieler fragst, ob sie Antworten auf diese vier Fragen haben, gibt dir jeder Spieler eine andere Antwort. Danach gehst du zum Trainer und fragst ihn. Aber der feuert dich lediglich an und fordert dich auf einfach weiter zu spielen. Also was machst du jetzt? Du suchst den Schiedsrichter. Aber dann findest du heraus, dass einigen Spielern seine Entscheidungen nicht gefallen hatten und ihn rausgeschmissen haben. Es herrscht absolutes Chaos!
Nur wenn wir diese vier Fragen (über den Anfang, dem Ende, dem Zweck und die Regeln) beantworten können, können wir bedeutungsvoll am Spiel teilnehmen. Wenn wir die Antworten nicht kennen, dann können wir bestenfalls im Spiel herumirren, und darauf hoffen, dass uns niemand fragt, was das hier alles zu bedeuten hat. Und genau so geht es vielen im Leben auch. Aber das Leben ist kein Spiel. Man kann nicht einfach noch einmal anfangen oder zurück gehen. Man bekommt keine zweite Chance. Jede Aktion zählt.
Ist es also nicht wert, sich mindestens einmal im Leben mit diesen vier Fragen zu befassen? Die Frage nach dem Anfang, dem Ende, dem Zweck, und den Regeln – die Ethik. Der Zweck dieser Videoserie ist genau dies zumachen. Wir schauen uns verschiedene Hinweise und Indizien an, um selbst in der Lage zu sein, entscheiden zu können welche der vielen Weltanschauungen die Indizien einheitlich und angemessen erklärt.

Weiter mit Teil 2:
Beweise für Gott: 2. Naturwissenschaft – Die Entstehung des Weltalls