Gab es einen Adam? – Das Zeugnis der alten Chinesen

Die Bibel ist ein bemerkenswertes Buch. Um nur eine Sache zu nennen: sie beansprucht, göttlich inspiriert zu sein und somit Gottes Wirken in ihrer gesamten Geschichte präzise aufgezeichnet zu haben. Nachdem ich mich lange Zeit mit dem Problem beschäftigt hatte, stellte ich insbesondere diesen Anspruch in Bezug auf die ersten Kapitel des ersten Bibelbuchs – Genesis oder 1. Mose – in Frage.  Da steht der Bericht über Adam und Eva, das Paradies, die verbotene Frucht, einen Versucher, gefolgt von Berichten über Noah, wie er eine weltweite Flut überlebte. Wie so viele andere Menschen von heute, tat ich diese Geschichten als bloße dichterische Metaphern ab, die auf andere Ereignisse hinwiesen. Schließlich hatten doch die „erwiesenen Tasachen” der Wissenschaft den Beweis erbracht, dass die Genesisberichte einfach nicht so geschehen sein konnten, wie es in den biblischen Berichten zu lesen stand.

Beim näheren Hinsehen aber erkannte ich, dass es nicht so einfach war, wie ich ursprünglich gedacht hatte. Ich lernte, dass die wissenschaftlich „erwiesenen Tatsachen” gar keine Tatsachen sind, sondern lediglich Interpretationen, die auf kontroversen Annahmen beruhen.Und dann entdeckte ich Hinweise aus verschiedenen Quellen, die nachdrücklich darauf schließen lassen, dass die Genesisberichte doch Tatsachenberichte sein könnten.

Eine der interessantesten Entdeckungen befindet sich in der chinesischen Kalligrafie. Um die Bedeutung dieser Entdeckungen überhaupt zu begreifen, musste ich zuerst etwas über den Hintergrund des Chinesischen lernen. Chinesische Schriftzeichen stammen aus den Anfängen der chinesischen Zivilisation vor ungefähr 4.200 Jahren. Das heißt, dass die chinesische Schrift zirka 700 Jahre vor der Zeit entwickelt wurde, als Mose das 1. Buch Mose zusammenstellte (ca. 1,500 v.Chr.). Man erkennt chinesische Kalligrafie wohl sofort an ihrem Aussehen. Was viele von uns jedoch nicht wissen, ist die Tatsache, dass die Ideogramme oder andere Bildzeichen der chinesischen „Wörter” aus einfacheren Bildzeichen namens „Radikale” zusammengesetzt sind. In ähnlicher Weise werden so auch im Deutschen Wortzusammensetzungen (Komposita) erstellt, indem man, z.B., „Feuer” und „Wehr” zu dem Kompositum „Feuerwehr” verbindet. Chinesische Kalligrafie hat sich über Tausende von Jahren kaum verändert. Das wissen wir von antiken Töpferwaren und Artefakten aus Bein. Erst im 20. Jahrhundert, mit der Machtübernahme durch die kommunistische Partei, wurden die Schriftzeichen vereinfacht.

Nehmen wir, z.B., das chinesische Ideogramm für den abstrakten Begriff “(der, die, das) Erste”.  Wir sehen es hier:

   (der, die, das) Erste        lebendigStaub          Mann, Mensch          (oder: erst-) (oder: er)

(der, die, das) Erste             =                    lebendig         +            Staub        +             Mann, Mensch
   (oder: erst-)                                                                                                                           (oder: er)

Dies Ideogramm ist eigentlich ein Kompositum aus einfacheren Radikalen, wie hier illustriert.  Man sieht, wie alle Radikale im Ideogramm „erst-” kombiniert sind. Die Bedeutung eines jeden Radikals ist ebenfalls ersichtlich. Das heißt demnach, dass vor langer Zeit (vor ungefähr 4.000 Jahren), als die ersten chinesischen Schriftgelehrten die chinesische Kalligrafie entwickelten, der Begriff „(der, die, das) Erste (oder: erst-)” von ihnen mit den Radikalen „lebendig” + „Staub” + „Mann (oder: er)” gebildet wurde. Aber warum? Welche innewohnende Beziehung besteht denn zwischen „Staub” und „erst-”? Doch wohl kaum eine. Wenn man jedoch den biblischen Schöpfungsbericht parallel dazu in Betracht zieht, fällt einem die Beziehung gleich auf:

„Da bildete Gott der HERR den Menschen, Staub von der Erde, und blies den Odem des Lebens in seine Nase, und so wurde der Mensch eine lebendige Seele” (1. Mose 2:7).

Der „erste” Mensch (Adam) wurde aus Staub zu einer lebendigen Seele gemacht! Woher aber wussten die alten Chinesen um diese Beziehung 700 Jahre vor der Niederschrift der Genesis? Beachten wir Folgendes:

       Staub    +    Odem (Mundatem)   +     lebendig =    reden, sprechen

Staub            +           Odem (Mundatem)           +              lebendig               =             reden, sprechen

Die Radikalen für „Staub” + „Atem (des Mundes)” + „lebendig” wurden zu dem Ideogramm für “reden (oder: sprechen)” kombiniert. Aber „reden” selbst, kombiniert mit „gehen”, ergibt „(er)schaffen”.

    reden        +      gehen      =     (er)schaffen

reden                      +                        gehen                        =                        (er)schaffen

Was wäre aber die innewohnende Beziehung zwischen „Staub”, „Atem” (oder „Odem”), „lebendig“, „gehen” und „(er)schaffen”, die die alten Chinesen dazu veranlasste, diese Konstruktion zu benutzen?  Hier haben wir ebenfalls eine auffallende Parallele zu 1. Mose 2,7, wie oben zitiert.

Diese Parallele wird fortgeführt. Beachten wir, wie der Begriff „Teufel” aus „Mann, der heimlich im Garten existiert (lebt)” gebildet wurde. Worin besteht die innewohnende Beziehung zwischen Garten und Teufel? Es gibt überhaupt keine.

(ins)geheim +        Mann       +    Garten          +    [lebendig]    =      Teufel

(ins)geheim    +               Garten             +            Mann           +    [lebendig]               =           Teufel

Darüber hinaus kombinierten die alten Chinesen dann den Begriff für „Versucher” aus den Wörtern für „Teufel” und „zwei Bäume”!

 Teufel     + (2) Bäume + verdecken =  Versucher

Teufel               +            (2) Bäume               +                 verdecken                =              Versucher

Somit ist der „Teufel” der unter „zwei Bäumen” verdeckte „Versucher (oder: Verführer)”. Wenn es an mir läge, eine innere Vebindung zu „Versuchung” herzustellen, würde ich es auf eine verführerische Frau oder ein verführerisches Laster beziehen. Warum aber zwei Bäume? Was haben „Garten” und „Bäume” mit „Teufel” und „Versucher (Verführer)” zu tun? Vergleichen wir dazu den Genesisbericht:

Und Gott der Herr pflanzte einen Garten in Eden, im Osten, und setzte den Menschen dorthin, den er gemacht hatte. Und Gott der Herr ließ allerlei Bäume aus der Erde hervorsprießen, lieblich anzusehen und gut zur Nahrung, und auch den Baum des Lebens mitten im Garten und den Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen. (1. Mose 2,8-9)

Aber die Schlange war listiger … und sie sprach zu der Frau: Sollte Gott wirklich gesagt haben, …? (1. Mose 3,1)

„Begehren” wird wiederum mit einer „Frau” und „zwei Bäume” in Verbindung gebracht. Warum nicht „begehren” in sexuelle Beziehung zur „Frau” bringen? Das wäre doch eine natürliche Folgerung. Die Chinesen jedoch sahen es anders:

    (2) Bäume           +                 Frau                  =           begehren

begehren                    =                         (2) Bäume                              +                          Frau

Auch diese Beziehung zwischen „begehren”, „zwei Bäume” und „Frau” finden wir im Genesisbericht:

Und die Frau sah, dass von dem Baum gut zu essen wäre, und dass er eine Lust für die Augen und ein begehrenswerter Baum wäre, weil er weise macht; und sie nahm von seiner Frucht und aß, und sie gab davon auch ihrem Mann, … (1. Mose 3,6)

    (großes) Boot

(großes) Boot

Kommen wir nun zu einer weiteren bemerkenswerten Parallele. Das chinesische Ideogramm für „großes Boot (oder: Schiff)” sieht wie folgt aus:

Die Radikalen, aus denen dieses Ideogramm besteht, sehen wir hier:

    (großes) Boot     =            acht     +          Mund oder Person    +   Boot

(großes) Boot               =                  acht              +               Mund oder Person     +        Boot

Es sind demnach „acht” „Personen” in einem großen „Boot”. Wenn ich ein großes Boot darstellen sollte, wieso dann nicht ein Schiff mit 3000 Menschen an Bord? Warum acht? Interessanterweise befinden sich, dem biblischen Bericht nach, acht Personen in Noahs Arche (Noah, seine drei Söhne und die jeweiligen Ehefrauen).

Die Parallelen zwischen den ersten Genesiskapiteln und der chinesischen Kalligrafie sind beachtlich. Man sollte sogar meinen, die Chinesen hätten das 1. Buch Mose gelesen und Ideen daraus entliehen. Doch der Ursprung ihrer Schriftsprache ist um 700 Jahre vor Mose zu datieren. Zudem liegen China und der Nahe Osten ziemlich weit von einander entfernt. Zufall? Mag sein. Aber wie kommt es zu so vielen „zufälligen” Übereinstimmungen? Und warum gibt es keine solchen Parallelen zwischen dem Chinesischen und den späteren Geschichten von Abraham, Isaak und Jakob?

Wie aber, wenn das erste Buch Mose tatsächliche historische Ereignisse aufzeichnet, einschließlich der ersten Genesiskapitel? Dann entstammen die Chinesen – als Volks- und Sprachgruppe – dem Völkergemisch von Babel (1. Mose 11), wie alle anderen Sprach- und Volksgruppen der Antike. Der Babelbericht beschreibt, wie die Sprache der Nachkommen der Sintflutüberlebenden von Gott verwirrt wurde, so dass sie einander nicht mehr verstehen konnten. Die Folge davon war die Völkerwanderung aus dem so genannten „fruchtbaren Halbmond” (im Norden der arabischen Halbinsel) und begrenzte die Mischehen auf die eigene Sprach- und Volksgruppe. Daraus erklärt sich der Ursprung der verschiedenen Menschenrassen. Die Chinesen waren demnach eine der Volksgruppen, die von Babal aus zerstreut wurden; und zur Zeit der Entstehung ihrer Kalligrafie waren die Schöpfungs- und Sintflutberichte für sie noch neuere Geschichte, an die sie sich gut erinnern konnten. Schriftzeichen für abstrakte Begriffe  wie „begehren”, „Versucher” usw. wurden somit den geschichtlichen Berichten entnommen, die ihnen gut verständlich waren. Ähnliches gilt für die Entstehung von beschriebenen Wörtern wie „großes Boot” – den Beschreibungen in Berichten gemäß, an die sie sich erinnerten. Somit befinden sich die Schöpfungs- und Sintflutberichte vom Anbruch ihrer Zivilisation her in ihrer Sprache eingebettet. Im Laufe der Jahrhunderte vergaßen sie den ursprünglichen Grund, wie das so oft der Fall ist. Wenn dies allerdings als Grund zustrifft, dann beruhen die Genesisberichte auf tatsächlichen Geschichtsereignissen anstatt auf bloßen dichterischen Sinnbildern.

Die Chinesen hatten zudem eine der vielleicht ältesten zeremoniellen Traditionen, die jemals auf der Welt befolgt wurden. Von Anbeginn der chinesischen Zivilisation (um 2200 v.Chr.) opferte der chinesische Kaiser am Tag der Wintersonnenwende dem Gott Shang-ti (dem „Kaiser des Himmels”, d.h. dem höchsten Gott) jeweils einen Bullen. Dieses Ritual wurde durch alle Dynastien der chinesichen Zivilisation hindurch eingehalten. In der Tat wurde es erst vor etwas über 100 Jahren, also 1911, abgeschafft, als General Sun Yat-sen den letzten Kaiser der Qing-Dynastie stürzte und in China die Republik errichtete. Diese Zeremonie wurde alljährlich im „Himmelstempel” abgehalten, der heute eine der meistbesuchten Touristenattraktionen in Peking ist. Somit wurde über 4.000 Jahr hinweg von den Chinesen dem „himmlischen Kaiser” jedes Jahr jeweils ein Bulle geopfert. Aber warum? Konfuzius (551-479 v.Chr.) stellte auch eben diese Frage. Er sagte:

„Wer die zeremoniellen Opferungen an Himmel und Erde verstehen kann… wird das Regieren über ein Reich ebenso leicht finden wie einen Blick auf seine Handfläche!”

Mit anderen Worten, Konfuzius sagte, dass jeder, der dieses Geheimnis lüften könnte, auch weise genug wäre, über ein Kaiserreich zu herrschen. Seit Beginn des Grenzopfers (wie es genannt wurde; d.h ca. 2200 v.Chr.) bis zur Zeit des Konfuzius (ca. 500 v.Chr.) verlor sich jedoch die Bedeutung des Opfers für die Chinesen – obgleich sie die Tradition noch weitere 2400 Jahre bis 1911 n.Chr. aufrecht erhielten.

Vielleicht, wenn die unter der Konstruktion der Kalligrafie verborgene Bedeutung nicht in Vergessenheit geraten wäre, hätte Konfuzius die Antwort auf seine Frage finden können. Betrachten wir in dieser Hinsicht die Radikalen in der Zusammensetzung des Begriffs für „Gerechtigkeit”:

          Hand         +        Lanze            =          mir             +           Schaf         =Gerechtigkeit                                                               (ich, mich, meiner)

Hand      +         Lanze            =         mir            +            Schaf         =                 Gerechtigkeit
                                              (ich, mich, meiner)

 

Gerechtigkeit ist zusammengesetz aus „Schaf” über „mir”; wobei „mir” ein Kompositum aus „Hand” und „Lanze” bzw. „Dolch” oder „Schlachtmesser” ist.  Das vermittelt den Gedanken, dass meine Hand ein Lamm tötet, woraus sich Gerechtigkeit (für mich) ergibt: Das Opfer oder der Tod des Lammes an meiner Statt verschafft mir Gerechtigkeit.

Beim Lesen der Genesis fällt einem auf, dass Tieropfer bereits lange Zeit vor Einsetzung des jüdischen Opfersystems erfolgten. So bringen z.B. Abel (Adams Sohn) und Noah Opfer dar (1. Mose 4,4 und 8,20).  Es scheint als hätten alle Menschen die Vorstellung, dass Tieropfer dem Verständnis dienten, dass ein stellvertretender Tod zur Erlangung der Gerechtkeit notwendig ist. Einer der bekanntesten Titel Jesu war „Lamm Gottes” (Johannes 1,29). Sein Tod war das wirkliche Opfer, das uns Gerechtigkeit verschafft – wovon die Tieropfer, einschließIlich der chinesischen Grenzopfer der Antike, nur ein Bild waren. Interessanterweise hatten die alten Chinesen anfangs dieses Verständnis, das sie dann aber zur Zeit des Konfuzius verloren hatten.

Bei meinen Nachforschungen erkannte ich dies deutlich als einen Hinweis darauf, dass die Genesisberichte nicht nur historisch belegt sind, sondern dass der Opfertod Jesu zu unserer Gerechtkeit bereits seit der Dämmerung der menschlichen Zivilisation als solcher verstanden wurde. Jesu Leben, Tod und Auferstehung waren das Vorhaben Gottes, das uns in Zeichen im voraus offenart wurde, damit wir von Anbeginn der Zeit diese Erkenntnis haben sollten.

Dies geht uns natürlich gegen den instinktiven Strich. Beim Gespräch mit Menschen jeglichen religiösen und kulturellen Hintergunds fällt mir immer wieder auf, dass wir in Bezug auf Gerechtigkeit entweder an Gottes Barmherzigkeit oder an eigene Werke denken. Mit anderen Worten, viele sind der Meinung, dass Sündenschuld nicht bezahlt zu werden braucht. Bei vielen von uns herrscht die Vorstellung, dass Gottes Gerechtigkeit – die Bezahlung oder Vergeltung fordert – durch Gottes Barmherzigkleit zuifrieden gestellt wird. Viele andere Menschen sind der Meinung, dass eine gewisse „Entgeltung” zwar notwendig sei, die wir jedoch selber durch Gutestun bewerkstelligen können. So versuchen wir, gut oder religiös zu sein und hoffen, dass sich das irgendwie auszahlt. Das steht jedoch im Gegensatz zur Evangeliusmbotschaft, in der es heißt:

Jetzt aber ist außerhalb des Gesetzes die Gerechtigkeit Gottes offenbar gemacht worden, …  nämlich die Gerechtigkeit Gottes durch den Glauben an Jesus Christus, die zu allen und auf alle [kommt], die glauben. (Römer 3,21-22)

Und warum kann uns diese Gerchtigkeit durch den Tod und die Auferstehung Jesu zugerechnet werden? Weil sie Gottes Forderung nach Bezahlung oder Vergeltung der Sünde befriedigt. Vielleicht waren sich die Menschen der Antike dieser Wahrheit bewusst, die wir heute – gleichwie sie damals – so leicht aus den Augen verlieren. Lassen Sie uns auf dieser Internetseite erforschen und untersuchen, was die Chinesen vergessen haben.

Quellenangaben

The Discovery of Genesis.  C.H. Kang & Ethel Nelson.  1979

Genesis and the Mystery Confucius Couldn’t Solve.  Ethel Nelson & Richard Broadberry. 1994

Sämtliche Bibelstellen sind der Schlachter-Übersetzung 2000 entnommen.

Die Auferstehung – Boulevardpresse oder Geschichte?

Als Kind hörte ich viele “wundersame” Geschichten über unsere religiösen Feiertage. Man erzählte mir von einem vergnügten, pausbackigen Mann im roten Anzug, der am Nordpol lebt, mit Rentieren um die Welt fliegt und durch Schornsteine in die Häuser klettert, um artigen Kindern Weihnachtsgeschenke zu bringen. Auch hörte ich vom Osterhasen, der denselben guten Kindern zu Ostern Eeier und Schokolade schenkt. Mit zunehmendem Alter erkannte ich, dass diese Geschichten zwar niedlich, aber nicht wahr sind. Ich konnte lächelnd auf sie als Märchen zurückblicken, ihnen aber auch entwachsen.

Doch es gab auch andere „Geschichten” über die religiösen Feiertage. Diese Geschichten handelten von Hirten, denen Engel erschienen, von Weisen, die einem Stern folgten, von einem Kind in der Krippe – Geschichten, die der Weihnachtsfeier zu Grunde liegen. Am dramatischsten war wohl die Geschichte über den Tod Jesu am Kreuz und wie er drei Tage später wieder lebendig wurde – Geschichten, die die Grundlage für Ostern bilden.

Diese zweite Sammlung von Geschichten klingt fast so märchenhaft wie die erste. Die Frage, die sich mir stellte, als ich älter wurde und erkannte, dass die ersteren Geschichten nicht „wirklich” wahr waren, lautete: „Wie kann ich denn wissen, ob die zweite Geschichtensammlung wirklich wahr ist?” Sind denn nicht beide Sammlungen mit religösen Feiertagen verbunden und bringen uns ins Wundern – und sind nicht beide gleichermaßen „unglaublich”?! Das trifft doch besonders auf die Ostergeschichte zu, in der es heißt, dass Jesus drei Tage nach seinem Tod leiblich auferstanden ist. Dies ist wahrscheinlich die verwegenste aller religiösen Geschichten, vielleicht am besten für die Boulevardpresse geeignet: „Ein Toter kehrt ins Leben zurück!” Sollte das wahr sein? Oder sogar glaubhaft? Gab es irgendwelche vernünftigen Beweise, die diese Geschichte untermauerten?

Dise Fragen mögen sehr wohl schwer zu beantworten sein. Trotzdem lohnt es sich, darüber ersnthaft nachzudenken, da sie unser eigenes Leben direkt betreffen. Letztendlich sterben ja sogar die Gescheitesten, Stärksten, Mächtigsten und Berühmtesten von uns; und dasselbe gilt ja für Sie und mich. Wenn jemand den Tod besiegt hat, so hat das doch Auswirkungen, die unser Interesse erwecken sollten. An dieser Stelle möchte ich gern mitteilen, was ich beim Studieren und Durchdenken dieser Frage entdeckt habe.

Jesu historischer Hintergrund – in außerbiblischer Sicht

Diese Frage lässt sich vielleicht am besten beantworten, wenn man alle möglichen Alternativen untersucht, um zu sehen, welche am sinnvollsten ist – ohne ein „Glaubensvorurteil” in Bezug auf übernatürliche Erklärungen zu fällen. Die Tatsache, dass Jesu Leben und öffentliches Sterben den Lauf der Geschichte verändert hat, steht absolut fest. Man muss zu dieser Feststellung nicht erst zur Bibel greifen. Es gibt mehrere Hinweise auf Jesus und seinen Einfluss auf die Welt seiner Zeit in der Profangeschichte. Schauen wir uns zwei davon an. Der römische Senator-Historiker Tacitus gab einen faszinierenden Hinsweis auf Jesus, als er beschrieb, wie Nero Christen des ersten Jahrhunderts (um 65 n. Chr.) als Sündenböcke für den Brand Roms zu Märtyrern machte. Im Jahre 112 n.Chr. schrieb Tacitus:

„Nero … verhängte über diejenigen, die wegen ihrer Schandtaten allgemein verhasst und Christen genannt wurden, die ausgesuchtesten Strafen. Christus, der Begründer dieses Namens, war von Pontius Pilatus, dem Prokurator der Juden in der Regierungszeit des Tiberius, hingerichtet worden; aber der verwerfliche Aberglaube, der zwar eine Zeit lang im Zaum gehalten wurde, brach wieder hervor, nicht nur durch ganz Judäa, wo dieser Unfug herstammte, sondern auch durch ganz Rom” (Tacitus. Annales XV,44).

Das Interessante an dieser Aussage ist, dass Tacitus Folgendes über Jesus Christus bestätigt: 1.) Er war eine historische Person. 2.) Er wurde unter Pontius Pilatus hingerichtet. Und 3.) Um 65 n.Chr. (zur Zeit Neros) hatte sich der christliche Glaube über den Mittelmeerraum von Judäa nach Rom so intensiv verbreitet, dass der römische Kaiser sich veranlasst sah, damit aufzuräumen. Beachten wir auch, dass Cornelius Tacitus diese Dinge als gegnerischer Zeuge berichtet, da er die von Jesus begründete Bewegung als “verwerflichen Aberglauben” bezeichnete.

Josephus war ein jüdischer Militärkommandeur und Historiker, der für eine römische Leserschaft schrieb. In seinen Schriften fasst er die jüdische Geschichte von ihren Anfängen bis zu seiner Zeit zusammen. Die Zeit und den Lebenslauf Jesu beschreibt er (um 90 n.Chr.) mit folgenden Worten:

„Zu dieser Zeit lebte ein weiser Mensch … Jesus … gut und … tugendhaft. Und viele Menschen aus den Juden und den anderen Volksgruppen wurden seine Jünger. Obschon Pilatus ihn zum Tode durch Kreuzigung verurteilte, gaben dennoch jene, die seine Jünger geworden waren, seine Jüngerschaft nicht auf. Sie berichteten, dass Er ihnen drei Tage nach Seiner Kreuzigung lebendig erschienen sei.” ((Jüdische Altertümer XVIII 3,3; §63f.)

Aus diesen Rückblicken in die Vergangenheit wird ersichtlich, dass der Tod Christi eine allgemein bekannte Begebenheit war und dass die Frage seiner Auferstehung der römischen Welt durch seine Jünger quasi aufgezwungen wurde.

Jesu historischer Hintergrund – in biblischer Sicht

Lukas, ein Arzt und Historiker, legt uns im Einzelnen dar, wie sein Glaube sich in der Welt der Antike ausbreitete. Hier ein Auszug aus seiner Apostelgeschichte:

“(Da) kamen die Priester und der Hauptmann des Tempels … auf [Petrus und Johannes] zu. Sie waren aufgebracht darüber, dass sie das Volk lehrten und in Jesus die Auferstehung aus den Toten verkündigten. Und sie legten Hand an sie und brachten sie ins Gefängnis … Als sie aber die Freimütigkeit von Petrus und Johannes sahen und erfuhren, dass sie ungelehrte Leute und Laien seien, verwunderten sie sich; … Was sollen wir mit diesen Menschen tun?” (Apg. 4,1-16; um 63 n.Chr.)

“… der Hohepriester und sein ganzer Anhang … legten ihre Hände an die Apostel und brachten sie in öffentlichen Gewahrsam. … sie [waren] tief getroffen und fassten den Beschluss, sie umzubringen. … riefen die Apostel herbei und gaben ihnen Schläge und verboten ihnen, in dem Namen Jesu zu reden, und entließen sie” (Apg. 5,17-40)

Dieser Bericht macht deutlich, dass die Zivilbehörden sich alle Mühe gaben, diesen “verwerflichen Aberglauben” (wie Tacitus das Christentum nannte) auszumerzen. Beachten wir zudem, dass diese Ereignisse sich in Jerusalem zutrugen – in derselben Stadt, in der Jesus erst einige Wochen zuvor öffentlich hingerichtet und begraben worden war.

Konnte der Leichnam Jesu noch im Grab liegen?

Nachdem wir die entsprechenden historischen Angaben untersucht haben, können wir uns nun auch mit den möglichen Erklärungen zu der geltend gemachten Auferstehung Jesu Christi beschäftigen. Zunächst stellen wir fest, dass wir zwei (und nur zwei) mögliche Alternativen in Bezug auf den Leichnam Jesu haben: Entweder war das Grab leer an jenem Ostermorgen oder es enthielt seinen Leichnam noch. Dies sind die einzigen beiden Alternativen – es gibt keine anderen Möglichkeiten.

Nehmen wir an, sein Leib sei noch im Grab gewesen. Wenn wir über die Entwicklung der geschichtlich belegten Ereignisse nachdenken, sehen wir uns sofort mit Schwierigkeiten konfrontiert. Warum wohl mustten sich die römischen und jüdischen Führer in Jerusalem so extrem viel Mühe machen, mit den Übertreibungen einer angeblichen Auferstehung aufzuräumen, wenn doch der Leichnam noch im Grab lag – nur wenige Minuten zu Fuß von der Stelle entfernt, an der die Jünger öffentlich seine Auferstehung verkündeten? Wenn ich einer dieser Führer gewesen wäre, hätte ich gewartet, bis die Jünger den Höhepunkt ihrer Ausführungen zur Auferstehung erreicht hätten, um dann öffentlich den Leichnam Jesu zur Schau zu stellen. Ich hätte diese Bewegung in den Kinderschuhen diskreditiert, ohne ihre Anhänger ins Gefängnis zu stecken, sie zu foltern und schließlich zu Märtyrern zu machen! Und bedenken wir zudem – Tausende bekehrten sich zu dieser Zeit in Jerusalem zum Glauben an die leibliche Auferstehung Jesu. Wäre ich einer von der Menschenmenge gewesen – hätte ich Petrus zugehört, das Gesagte überlegt und mich gewundert, ob ich dieser unerhörten Botschaft Glauben schenken sollte (denn schließlich war ein solcher Glaube ja mit Verfolgung verbunden), so hätte ich wenigstens meine Mittagspause dazu benutzt, um selber nachzusehen, ob der Leichnam noch vorhanden war. Falls der Leib Christi noch im Grab gewesen wäre, hätte diese Bewegung in einem so feindseligen Umfeld und mit so belastenden Gegenbeweisen gar keine Anhänger gewinnen können. Somit blieben nichts als absurde Umstände, wenn der Leib Jesu noch im Grab gelegen hätte. Diese Alternative kann also nicht ernsthaft in Betracht kommen.

Hatten die Jünger den Leichnam gestohlen?

Doch das eben Erwähnte beweist noch keine Auferstehung – es gibt andere gute Erklärungen für ein leeres Grab, auch ohne Auferstehung. Dennoch muss jede Erklärung für den fehlenden Leichnam die gegebene Situation mit einbeziehen: das römische Siegel am Grab, die römische Grabwache, den großen (1-2 Tonnen schwere) Grabstein vor dem Eingang zum Grab, sowie die 40 kg an Balsamiermitteln für den Leichnam. Die Liste geht weiter. Es gibt nicht genug Platz für alle Faktoren und Szenarien, die für einen abwesenden Leichnam in Frage kommen. Aber die am meisten vorgebrachte Erklärung war schon immer, dass die Jünger selbst den Leib aus dem Grab gestohlen hätten, um ihn irgendwo zu verbergen und die Menschen in die Irre zu führen.

Nehmen wir an, dieses Szenario trifft zu; wobei wir – um des Arguments willen – einige Schwierigkeiten bei der Erklärung außer Acht lassen, wie denn z.B. die entmutigte Jüngerschar, die nach der Gefangennahme Jesu um ihr Leben geflohen war, sich wieder zusammenfinden und einen Plan zum Leichenraub aushecken konnte, der sogar die römische Wache überlistete. Dann hätten sie das Siegel brechen, den massive Stein wegrollen und sich mit dem einbalsamierten Leichnam davonmachen müssen – und das alles, ohne eine Spur zu hinterlassen. Also nehmen wir an, sie hätten das erfolgreich bewerkstelligt, um dann vor aller Welt einen neuen religiösen Glauben vorzuführen, der auf ihrem Betrug beruhte. Heute sind viele von uns der Meinung, dass die ersten Jünger davon motiviert waren, Bruderschaft und Liebe unter den Menschen zu verkünden – und Christi Tod und (geistliche oder metaphorische) Auferstehung bildeten den Auslöser zu dieser Botschaft. Wenn man sich aber den Bericht von Lukas wie von Josephus ansieht, ging es um den Streitpunkt, dass die Apostel „das Volk lehrten und in Jesus die Auferstehung aus den Toten verkündigten”. Diese Thema hat in ihren Schriften den höchsten Vorrang. Beachten wir auch, wie Paulus, ein weiterer Apostel, die Frage der Auferstehung Christi als überaus wichtig erachtet:

„Ich habe euch zuallererst das überliefert, … dass Christus gestorben ist … begraben worden ist und dass er auferstanden ist am dritten Tag, … dass er dem Kephas (Petrus) erschienen ist, danach den Zwölfen. … Wenn aber Christus nicht auferstanden ist, so ist unsere Verkündigung vergeblich, und vergeblich auch euer Glaube! … Wenn wir nur in diesem Leben auf Christus hoffen, so sind wir die elendesten unter allen Menschen! … Wenn ich als Mensch in Ephesus mit wilden Tieren gekämpft habe, was nützt es mir, wenn die Toten nicht auferweckt werden? — »Lasst uns essen und trinken, denn morgen sind wir tot!« …” (1. Korinther 15,3-32; um 57 n.Chr.)

Die Jünger stellten deutlich (wenigstens in ihrem Denken) die Bedeutung und das Zeugnis von der Auferstehung Jesu in den Brennpunkt ihrer Botschaft. Aber nehmen wir weiterhin an, dass dies alles vorgetäuscht war – dass diese Jünger in Wahrheit den Leichnam gestohlen hatten, damit sie durch keine Gegenbeweise in ihrer neuen Botschaft aufgehalten werden konnten. Sie hätten zwar vielleicht mit Erfolg die Welt täuschen können, wären sich aber selbst bewusst gewesen, dass ihr Predigen, Schreiben und die von ihnen geschaffenen großen gesellschaftlichen Umwälzungen die Unwahrheit waren. Dennoch gaben sie ihre Leben (buchstäblich) für diese Mission dahin. Warum wohl – falls sie wussten, dass alles auf einem falschen Fundament beruhte? Menschen opfern ihr Leben auf für Anliegen (lohnende wie nicht lohnende), weil sie an ihre Sache, für die sie kämpfen, glauben, oder weil sie sich einen Nutzen davon versprechen. Denken wir nur an die Sebstmordbomber im Nahen Osten. Sicherlich ist dies das größte moderne Beispiel extremer Hingabe an eine Sache – die mit dem eigenen Tod (und dem Tod anderer) endet. Wir mögen sehr wohl gegen ihre Ziele sein; aber unter allen Menschen glauben sie selbst an ihre Sache, für die sie sich aufopfern. Sie gehen genau deshalb bis zum Äußersten, weil sie glauben, dass nach ihrem Opfertod das Paradies auf sie wartet. So falsch dieser Glaube auch ist, sie jedenfalls glauben daran, sonst würden sie nicht auf diese drastische Weise ihr Leben riskieren. Der Unterschied zwischen Selbstmordbombern und den ersten Jüngern liegt darin, dass die Selbstmordbomber nicht in der Lage sind, ihren Glauben faktisch zu belegen, wogegen die Jünger es sehr wohl tun konnten. Hätten sie den Leichnam gestohlen und versteckt, wüssten sie ja besser als alle anderen genau, dass die Auferstehung eine Lüge war. Hören wir von ihren eigenen Lippen, welchen Preis die Jünger für die Verbreitung ihrer Botschaft zahlten – und fragen wir uns dann, ob wir selbst bereit wären, einen so hohen persönlichen Preis für eine Sache zu zahlen, die wir für eine Lüge hielten:

„Wir werden überall bedrängt, … kommen in Verlegenheit, … werden verfolgt, … niedergeworfen, … wenn auch unser äußerer Mensch zugrundegeht, … in viel standhaftem Ausharren, in Bedrängnissen, in Nöten, in Ängsten, unter Schlägen, in Gefängnissen, in Unruhen, in Mühen, im Wachen, im Fasten; … als Gezüchtigte, … als Betrübte, … als Arme, … als solche, die nichts haben… Von den Juden habe ich fünfmal 40 Schläge weniger einen empfangen; dreimal bin ich mit Ruten geschlagen, einmal gesteinigt worden; dreimal habe ich Schiffbruch erlitten … in Gefahren auf Flüssen, … durch Räuber, … vom eigenen Volk, … von Heiden, … in der Stadt, … in der Wüste, … auf dem Meer, … unter falschen Brüdern; in Arbeit und Mühe, oftmals in Nachtwachen, in Hunger und Durst … in Kälte und Blöße … Wer ist schwach, und ich bin nicht auch schwach?” (2. Korinthians 4. 8– 6,10; 11,24-29)

Je mehr ich über das unverzagte Heldentum in ihrem Leben nachdenke (nicht einer zerbrach am bitteren Ende und “beichtete”), umso unmöglicher finde ich die Meinung, sie hätten der von ihnen verkündeten Botschaft nicht wahrhaftig geglaubt. Wenn sie sie aber glaubten, dann hätten sie gewiss nicht selber den Leib Christi stehlen und verschwinden lassen können. Einer der größten Strafrechtler, der Jurastudenten an der Harvard-Universität lehrte, wie man Schwächen in Zeugenaussagen aufdeckt, hatte in dieser Hinsicht Folgendes zu sagen:

„Die Annalen der militärischen Kriegsführung bieten uns kaum ein solches Beipiel an heroischer Beständigkeit, Geduld und unerschrockener Beherztheit. Sie hatten alle möglichen Motive, den Grund ihres Glaubens sowie die Beweislage der großen Gegebenheiten und Wahrheiten, die sie verfochten, sorgfältig zu überprüfen.” Greenleaf. 1874. An examination of the Testimony of the Four Evangelists by the Rules of Evidence Administered in the Courts of Justice. S. 29

Im Zusammenhang damit sehen wir das Schweigen der Feinde der Jünger – Römer wie Juden. Diese feindseligen Zeugen versuchten gar nicht erst im Ernst, die “wahren” Begebenheiten zu berichten, oder aufzuzeigen, dass die Jünger Unrecht hätten. Wie Dr. Montgomery bemerkte:

„Dies unterstreicht die Zuverlässigkeit der Zeugenaussagen in Bezug auf Christi Auferstehung, wie sie zu der Zeit auch in den Synagogen dargelegt wurde – ungeachtet der Opposition, unter feindseligen Kreuzverhören, die dazu dienen sollten, die ganze Angelegenheit zunichte zu machen … wenn die faktische Sachlage nicht anders gewesen wäre.” Montgomery. 1975. Legal Reasoning and Christian Apologetics. S. 88-89

In diesem kurzen Studium haben wir nicht genug Platz, um auf jeden Aspekt der Frage einzugehen. Dennoch, die standhafte Unerschrockenheit der Jünger und das Schweigen der damaligen gegenerischen Zeugen reden Bände darüber, dass Christus wahrhaftig auferstanden ist und dass es sich lohnt, dies ernsthaft und sorgfältig zu untersuchen. Die Auferstehung ist der Höhepunkt des Evangeliums. Das lässt sich sehr gut anhand des biblischen Kontextes durchdenken und verstehen. Als Anfang dazu eignet sich das Zeichen Abrahams sicher am besten. Obgleich er 2000 Jahre vor Jesus lebte, sind seine Erfahrungen prophetische Voraussagen vom späteren Tod und der Aufstehung Jesu.

 

 

8. Das Zeichen von Abrahams Opfer

Abraham ist einer der grundlegend wichtigsten Charaktere des Alten Testaments, wenn es darum geht, uns zu einem Verständnis des Evangeliums zu verhelfen.  Er lebte vor 4000 Jahren und wanderte aus dem Land aus, das wir heute Irak nennen, um in das Land zu gelangen, das heute Israel heißt (siehe Artikel hier für weitere Details).  Der Bericht in der Bibel ist so uralt, dass es nicht viele außerbiblische Belege dafür gibt, die Begebenheiten entweder zu widerlegen oder zu bestätigen. Aber einige gibt es dennoch. Unter den 1975-76 in Nordsyrien entdeckten 17.000 Tontafeln von Ebla, die mit einem Alter von 4,200 Jahren datiert werden, befinden sich Erwähnungen von Sodom, Gomorra, Adama, Zeboim, und Zoar (oder Bela) als „Städte der Aue” mit denselben Namen und Beschreibungen, wie man sie in 1. Mose 13:12 und 14:2 vorfindet – dort, wo Abraham sein „Zelt aufschlug” (seine Gerechtigkeit Geschichte). Somit ist es wohl begründet, diesen Bericht ernst zu nehmen und das im Bericht erwähnte Umfeld als geschichtliche Tatsache anzuerkennen.

Nun möchte ich einen Blick auf eine bekannte Begebenheit in der Geschichte Abrahams werfen, und zwar den Bericht, in dem Gott ihm befiehlt, seinen einzigen Sohn, Isaak, zu opfern. Abraham hatte ja lange Jahre auf Isaak gewartet, und alle seine Hoffnungen auf Nachkommenschaft ruhten auf ihm.

Zu diesem Zeitpunkt in seinem Leben durchlebt Abraham seine größte Prüfung – und das gibt uns einen kleinen Einblick in das Evangelium. Ich möchte Sie dazu ermutigen, den vollen Bericht über die Glaubensprüfung  Abrahams in Bezug auf die Opferung seines Sohnes hier nachzulesen.

Das Opfer weist auf die Zukunft hin.

Im Bericht können wir sehen, das dies eine Prüfung Abrahams war; aber es ist auch eine Prüfung für uns. Doch um dies zu „sehen”, müssen wir zuerst einige Betrachtungen über den Bericht anstellen. Hier der entsprechende Teil des Berichts:

„Da erhob Abraham seine Augen und schaute, und siehe, da war hinter ihm ein Widder, der sich mit seinen Hörnern im Gestrüpp verfangen hatte. Und Abraham ging hin und nahm den Widder und brachte ihn als Brandopfer dar anstelle seines Sohnes.

 Und Abraham nannte den Ort: »Der Herr wird dafür sorgen«, sodass man noch heute sagt: Auf dem Berg wird der Herr dafür sorgen!” (1. Mose 22,13-14; Schlachter-Bibel 2000).

Beachten Sie den Namen, den Abraham diesem Ort gab, wo die Glaubensprüfung stattfand. Er nannte ihn „Der Herr wird dafür sorgen”.  Hier stellt sich uns die Frage: „Steht die Bezeichnung in der Vergangenheits-, Gegenwarts- oder Zukunftsform?” Es ist ganz klar die Zukunftsform.  Und um es noch deutlicher zu machen, wiederholt Mose im folgenden Kommentar (den er ungefähr 500 Jahre später hier einfügte, als er diesen Bericht für die jüdische Tora zusammenstellte): „Der Herr … wird … sorgen!” Dies steht wiederum in der Zukunftsform, also im Vorausblick auf eine spätere Zeit. Doch die Ortsbenennung fand nach der Opferung des Widders (also eines männlichen Schafes) anstelle von Isaak statt.  Viele, die diesen Bericht lessen, meinen, dass Abraham sich bei der Ortsbezeichnung auf den Widder bezieht, der sich im Gestrüpp verfangen hatte und anstelle seines Sohnes geopfert wurde.. Doch als Abraham den Ort benannte, war der Widder ja bereits tot, geopfert und verbrannt. Hätte Abraham daher an den Widder gedacht, der bereits tot, geopfert und verbrannt war, so hätte er den Ort „Der Herr hat (vor)gesorgt” genannt, d.h. in der vollendeten Gegenwartsform (Perfekt). Und Mose, ebenfalls im Gedanken an den Widder, der anstelle von Abrahams Sohn geopfert wurde, hätte kommentiert: „… sodass man noch heute sagt: Auf dem Berg hatte der Herr dafür gesorgt!” Doch sowohl Abraham als auch Mose benannten den Ort deutlich in der Zukunftsform und dachten somit nicht an den bereits toten und geopferten Widder.

Wo wurde das Opfer dargebracht?

Woran dachten sie demnach? Wenn wir nach einem Hinweis suchen, sehen wir, an welchen Ort Gott Abraham zu Beginn des Zeichens hinsandte:

„Und er (Gott) sprach: Nimm doch deinen Sohn, deinen einzigen, den du lieb hast, Isaak, und geh hin in das Land Morija und bringe ihn dort zum Brandopfer dar auf einem der Berge, den ich dir nennen werde!“ (1. Mose 22,2)

Dies geschah in „Morija”, Aber wo ist das? Obwohl es zu Abrahams Zeiten ein Wüstengebiet war (2000 v.Chr.), gründete König David dort eintausend Jahre später (1000 v.Chr.) die Stadt Jerusalem, und sein Sohn Salomo baute dort den ersten jüdischen Tempel. Später lessen wir in den alttestamentlichen Büchern:

„Und Salomo fing an, das Haus des Herrn zu bauen in Jerusalem, auf dem Berg Morija, wo der Herr seinem Vater David erschienen war…” (2. Chronik 3,1)

Mit anderen Worten, der Berg Morija war zur Zeit Abrahams ein abgelegener Berggipfel in der Wüste; aber eintausend Jahre später wurde er durch David und Salomo zum Mittelpunkt und zur Hauptstadt der Israeliten, wo sie den jüdischen Tempel erbauten. Und bis auf den heutigen Tag ist es für die Juden ein heiliger Ort.

Jesus und das Opfer Abrahams

An dieser Stelle finden wir eine direkte Verbindung zu Jesus und dem Evangelium. Wir sehen diese Verbindung, wenn wir einen der Jesus zugeschriebenen Titel in Betracht ziehen.  Nun besaß Jesus viele auf ihn bezogene Titel. „Christus” ist vielleicht der bekannteste unter seinen Titeln. Doch es gibt noch einen weiteren ihm verliehenen Titel, der nicht so bekannt, aber dennoch sehr wichtig ist. Wir sehen dies im Johannesevangelium, wo es von Johannes dem Täufer heißt:

„Am folgenden Tag sieht Johannes (der Täufer) Jesus auf sich zukommen und spricht: Siehe, das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt hinwegnimmt! Das ist der, von dem ich sagte: Nach mir kommt ein Mann, der vor mir gewesen ist; denn er war eher als ich.” (Johannes 1,29-30)

Das heißt, dass Jesus auch  „das Lamm Gottes” genannt wurde. Schauen wir nun auf das Ende des Lebens Jesu. Wo wurde er gefangen genommen und gekreuzigt? Das geschah in Jerusalem (und wir wir gesehen haben, war das derselbe Ort wie „der Berg Morija”). Bei seiner Verhaftung kommt dies deutlich zum Ausdruck:

„Und als er (Pilatus) hörte, daß er (Jesus) aus dem Herrschaftsgebiet des Herodes sei, sandte er ihn zu Herodes, der in diesen Tagen auch selbst in Jerusalem war.” (Lukas 23,7)

Mit anderen Worten geschahen die Verhaftung, Gerichtsverhandlung und Verurteilung Jesu in Jerusalem (= Berg Morija).

Zurück zu Abraham. Warum benannte er den Ort in der Zukunftsform, „Der Herr wird dafür sorgen? Wie konnte er wissen, dass in der Zukunft dort für etwas „gesorgt” werden sollte, das  so genau das von ihm auf dem Berg Morija ausgeführte Drama widerspiegeln würde? Denken wir einmal darüber nach: In diesem Drama wird Isaak im letzten Moment vor dem Tod bewahrt, weil ein Lamm an seiner Stelle stirbt. Zweitausend Jahre später wird Jesus „das Lamm Gottes” genannt, wird gefangen genommen und stirbt am selben Ort! Sowohl Abraham wie Mose machen geltend, dass ihnen dies von Gott offenbart wurde.

Eine göttliche Absicht offenbart sich.

Es ist in der Tat so, dass hier eine göttliche Absicht diese beiden, durch 2000 Jahre Geschichte getrennten Geschehnisse mit einander verbindet.

Abrahams Opfer ist ein Zeichen für das Opfer Jesu

Das von Abraham dargebracht Opfer war ein Zeichen, das 2000 Jahre vorauswies,
damit wir an den Tod Jesu erinnert werden sollten.

Was das Ganze jedoch einzigartig macht, ist die Tatsache, dass das erstere Ereignis auf das zweitausend Jahre später stattfindende Ereignis hindeutet. Wir wissen, dass das erste Geschehen eigens so gestaltet wurde, damit es auf das zweite hindeutete, indem Abraham wie Mose den Ort als „Der Herr wird dafür sorgenbezeichneten, d.h. auf die Zukunft hinwiesen. Das Bild illustriert, wie das frühere Ereignis auf das spätere hindeutet und somit gestaltet war, uns an das spätere Geschehen zu erinnern. Das ist ein Beweis dafür, dass Gott sich uns in seinem Vorhaben offenbart, indem er die Geschehnisse trotz der dazwischen liegenden zweitausend Jahre koordinierte. Es ist ein Beweis dafür, dass Gott geredet hat.

Gute Nachricht für Sie und für mich

Doch dieser Bericht ist zudem noch aus mehr persönlichen Gründen relevant für uns. Am Ende des Gespächs  mit Abrahams erklärt Gott:

„… und in deinem Samen sollen alle Völker der Erde gesegnet werden, weil du meiner Stimme gehorsam warst!“ (1. Mose 22,18)

Wenn Sie also zu einem von „alle(n) Völker(n) der Erde” gehören (und das stimmt ja!), dann betrifft es Sie; denn die Verheißung lautet, dass Sie von Gott selber „gesegnet werden” können! Schon die bloße Möglichkeit eines Segens von Gott sollte uns motivieren, die Sache weiter zu untersuchen.

Aber wie wird einem dieser Segen zuteil? Zunächst einmal steht das Wort „Samen” in der Einzahl. Es heißt nicht „(die) Samen” wie in vielen Nachkommen, sondern steht im Singular wie in „er”; nicht durch viele Menschen oder eine Gruppe von Menschen wie in „sie”. Dies weist wieder auf Jesus hin, den Samen oder Nachkommen Abrahams. So wie der Widder Isaak vor dem Tod rettete, indem das Tier an seiner Stelle starb, rettet uns das Lamm Gottes durch seinen Tod aus der Macht des Todes. Die gute Nachricht des Evangeliums wird, über jeglichen Zufall erhaben, in dem bemerkenswerten Bericht über die Opferung Isaaks auf dem Berg Morija vorausgedeutet – an derselben Stelle, wo 2000 Jahre später „dafür gesorgt” wurde.

 

Ist der Text der Bibel zuverlässig? Oder ist er verfälscht geworden?

In diesem wissenschaftlichen und modernen Zeitalter, in dem Sie und ich leben stellen wir viele der nicht-wissenschaftlichen Überzeugungen, die frühere Generationen hatten, in Frage. Diese Skepsis besteht vor allem religiösen Büchern im Allgemeinen und der Bibel im Besonderen gegenueber.

Viele von uns haben Zweifel an der Zuverlässigkeit der Bibel. Sie stammen von dem, was wir wi über die Bibel wissen. Schließlich ist sie vor mehr als zweitausend Jahren geschrieben worden. Für die meisten dieser Jahrtausende hat es keine Druckmaschinen, Kopierer oder Verlage gegeben. So sind die originalen Manuskripte von Hand kopiert worden, von Generation zu Generation weitergegeben, als Sprachen ausgestorben sind und neue entwickelt wurden, als Imperien sich geändert haben und neue Mächte aufgestiegen sind. Woher wissen wir, da die ursprünglichen Manuskripte längst verloren gegangen sind, dass das, was wir heute in der Bibel lesen das ist was die Original-Autoren tatsächlich vor langer Zeit geschrieben haben? Es gibt ein KinderSpiel namens Telefon, wo die Teilnehmer in einem Kreis sitzen und jemand einen Spruch der nächsten Person ins Ohr flüstert, und jeder wiederum den Spruch zur nächsten Person flüstert, bis der Spruch um den Kreis gegangen ist. Dann sagt das letzte Kind den Spruch laut und die Kinder sehen, wieviel er sich vom Anfang des Kreises verändert hat. Ist dieses Spiel vergleichbar mit der Weitergabe der Bibel durch die Zeit? Hat sich das Buch, dass wir heute lesen, von den ursprünglichen Schriften wesentlich geändert?

Natürlich gilt diese Frage für jedes alten Schriftstück. Die folgende Darstellung zeigt den Prozess, durch den irgendwelche derartige Schrift über die Zeit erhalten geblieben ist. Sie zeigt ein Beispiel eines alten Dokuments dass im Jahr 500 BC (dieser Zeitpunkt wird nur als ein Beispiel verwendet) geschrieben wurde. Dieses Originaldokument jedoch währt nicht auf unbestimmte Zeit, und deshalb, bevor es zerfällt, zerstört wird oder verloren geht, wird eine Manuskript (MSS) Kopie davon gemacht (1. Kopie). Eine professionelle Klasse von Menschen, Schreiber genannt, haben die Schriften kopiert. Als die Jahre vorbeigehen, werden Kopien der Kopie (2. Kopie & 3. Kopie) gemacht. An einem gewissen Zeitpunkt bleibt eine Kopie erhalten, so dass sie heute immernoch existiert (3. Kopie). In unserem Beispiel-Diagramm, besteht heute noch die Kopie die im Jahr 500 A.D. gemacht worden ist. Das bedeutet, dass 500 A.D. der früheste Zeitpunkt ist, von dem wir ueber den Zustand des Dokuments wissen können. Folglich können wir keine Kopie Überprüfungen machen für die Zeit von 500 B.C. bis 500 A.D. (x im Diagramm), da alle Schriften aus dieser Zeit verloren gegangen sind. Zum Beispiel, falls Fehler

Etappen eines alten Dokuments

Etappen eines alten Dokuments

(absichtlich oder ohne Absicht) beim kopieren gemacht wurden, als die zweite Kopie von der ersten Kopie gemacht wurde, würden wir nicht in der Lage sein sie zu erkennen, da keines dieser Dokumente jetzt verfügbar ist, um es mit der heutigen Kopie zu vergleichen. Dieser Zeitraum vor der Entstehung der derzeit vorhandenen Kopien (x) ist also der Zeitraum der textlichen Unsicherheit. Folglich können wir ein Prinzip formulieren, dass mit die Beantwortung unserer Frage helfen kann. Je kürzer dieser Zwischenraum x ist, desto mehr Vertrauen haben wir an der Genauigkeit des Inhalts des Dokuments, da der Zeitraum der Unsicherheit verkuerzt ist.

Natürlich gibt es heute in der Regel mehr als eine Abschrift eines Dokuments. Angenommen, wir haben zwei solche Abschriften und im gleichen Abschnitt von jedem von ihnen finden wir die folgenden übersetzte Phrase:

Der ursprüngliche Autor hat entweder über Joan oder über John geschrieben. Ein von diesen Handschriften enthält einen Kopiefehler. Die Frage ist, welche Abschrift hat den Fehler? Mit dem verfügbaren Beweis ist es sehr schwer zu bestimmen.

Nehmen wir nun an dass wir zwei weitere Abschriften desselben Werkes gefunden haben, hier dargestellt:

Je mehr vorhandene Kopien, desto leichter ist es Fehler zu erarbeiten.

Je mehr vorhandene Kopien, desto leichter ist es Fehler zu erarbeiten.

Jetzt ist es einfacher abzuleiten welches Manuskript wahrscheinlich den Fehler hat. Es ist eher wahrscheinlich, dass der Fehler einmal, anstatt dreimal wiederholt horden ist, und so ist es wahrscheinlich, dass MSS Nr. 2 den Kopiefehler hat, und der Autor über Joan und nicht John geschrieben hat.

Dieses einfache Beispiel zeigt ein zweites Prinzip, das wir verwenden können, um die Integrität des Manuskripts zu überprüfen – Je mehr Manuskripte uns zur Verfügung stehen, desto einfacher ist es Fehler zu erkennen und zu korrigieren und den Inhalt des Originals zu ermitteln.

So, jetzt haben wir zwei Indikatoren, die wir verwenden können, um die textliche Zuverlässigkeit der Bibel zu bestimmen: 1) Messung der Zeit zwischen ursprünglicher Zusammensetzung und frühesten vorhandenen Abschriften, und 2) Anzahl der vorhandenen Abschriften. Da diese Indikatoren sich auf jede antike Schrift beziehen, können wir vorgehen und sie auf die Bibel sowie auch auf andere Werke der Antike anwenden, wie in den nachfolgenden Tabellen (1) dargelegt wird:

Autor  Wann Geschrieben  Älteste Kopie  Zeitraum  #
Caesar  50 BC  900 AD  950  10
Plato  350 BC  900 AD  1250  7
Aristoteles *  300 BC  1100 AD  1400  5
Thukydides  400 BC  900 AD  1300  8
Herodot  400 BC  900 AD  1300  8
Sophokles  400 BC  1000 AD  1400  100
Tacitus  100 AD  1100 AD  1000  20
Plinius  100 AD  850 AD  750  7

* Von irgendeiner Schrift

Diese Tabelle enthält die großen klassischen Autoren der Antike, dessen Schriften die Entwicklung der westlichen Zivilisation geprägt haben. Im Durchschnitt sind 10-100 Manuskripte überliefert worden, die erst ab etwa 1000 Jahre nach der ursprünglichen Schrift erhalten sind. Vom wissenschaftlichen Standpunkt aus, werden diese Daten als Kontrollversuch betrachtet, da sie Daten (klassische Autoren) umfasst die von Wissenschaftlern und Universitäten weltweit akzeptiert und verwendet werden.

Die folgende Tabelle vergleicht die biblischen (Neue Testament im Besonderen) Schriften entlang dieser gleichen Punkte von Interesse (2). Dies kann als unsere experimentellen Daten berücksichtigt werden, die mit der Kontrollgruppe verglichen wird, genau wie man es in jeder wissenschaftlichen Untersuchung macht.

MSS  Wann Geschrieben  Datum der MSS  Zeitraum
John Rylan  90 AD  130 AD  40 Jahre
Bodmer Papyrus  90 – 150 AD  200 AD 110 Jahre
Chester Beatty  60 AD  200 AD  140 Jahre
Codex Vaticanus  60 – 90 AD 325 AD  265 Jahre
Codex Sinaiticus  60 – 90 AD 350 AD  290 Jahre

Die Zahl der Handschriften des Neuen Testaments ist so groß, dass es unmöglich sein würde sie alle in einer Tabelle aufzulisten. Als ein Gelehrter (3), der jahrelang diese Frage studiert hat erklärt:

„Es gibt heute mehr als 24000 MSS Kopien von Teilen des Neuen Testaments … Kein anderes Dokument der Antike beginnt sich solchen Nummern und Bescheinigung zu nähern. Im Vergleich dazu ist der Ilias von Homer Zweiter mit 643 MSS die noch überleben.“

Ein führender Gelehrter im Britischen Museum (4) bestätigt:

„Gelehrte sind ueberzeugt, dass sie im wesentlichen den wahren Wortlaut der wichtigsten griechischen und römischen Schriftsteller besitzen … dennoch hängt unser Wissen über ihre Werke von einer Handvoll MSS ab, während die MSS des Neuen Testaments in die Tausende gezählt werden.“

Und eine beträchtliche Anzahl dieser Handschriften sind sehr alt. Ich besitze ein Buch über die frühesten neutestamentlichen Dokumente. Die Einleitung beginnt wie folgt:

„Dieses Buch bietet Transkriptionen von 69 der frühesten Handschriften des Neuen Testaments … vom frühen zweiten Jahrhundert bis Anfang des vierten (100-300AD) … umfasst etwa 2/3 der Text des Neuen Testaments“ (5)

Der Inhalt dieser Aussage ist sehr wichtig, da die Manuskripte dem römischen Kaiser Konstantin (ca. 325 n. Chr.) und dem Aufstieg der katholischen Kirche vorausgehen. Beide wurden oft beschuldigt den biblischen Text geändert zu haben. Wenn das der Fall sein sollte, könnten wir es ja in einem Vergleich der Texte aus der Zeit vorher (da wir sie haben) mit denen die später kamen überprüfen. Aber wenn wir das tun, stellen wir fest, dass sie die gleichen sind. Die Nachricht der Texte aus 200 AD ist die gleiche wie jene von 1200 AD. Weder die katholische Kirche, noch Konstantin haben die Bibel geändert. Das ist nicht eine religiöse Aussage, es ist eine, die ausschließlich wissenschaftliche Daten zur Grundlage hat. Die folgende Abbildung zeigt die Chronologie von Handschriften auf denen das Neue Testament der Bibel gegründet wurde.

German is bible reliable figure4Also, was können wir daraus schließen? Sicherlich zumindest, was wir objektiv messen können (Anzahl der erhaltenen MSS und Zeitspannen zwischen Original und frühesten erhaltenen MSS) ist dass das Neue Testament zu einem viel höheren Maße als jede andere klassische Werk überprüft werden kann. Das Urteil zu dem die Beweismittel uns leitet wird am besten durch das folgende Zitat (6) zusammengefasst:

Um skeptisch gegenüber des resultierenden Textes des Neuen Testaments zu sein, muss man alle anderen Werke der Antike in die Dunkelheit gleiten lassen, da kein anderes Dokument der antiken Periode ebenso bibliographisch bezeugt ist wie das des Neuen Testamentes

 

Das bedeutet, um konsequent zu sein, dass wir, im Falle dass wir entscheiden die Zuverlässigkeit der Erhaltung der Bibel anzuzweifeln, wir auch alles, was wir über die klassische Geschichte im allgemeinen wissen, verwerfen muessten  –  und dies hat kein Historiker jemals getan. Heutzutage wissen wir, dass der biblische Text nicht verändert wurde als Epochen, Sprachen und Reiche kamen und gingen, da die frühesten erhaltenen MSS diesen Ereignissen zeitlich vorangehen. Zum Beispiel wissen wir, dass kein übereifriger mittelalterlicher Mönch die Wunder Jesu zur biblischen Erzählung hinzugefügt hat, denn wir haben Manuskripte, die den mittelalterlichen Mönchen zeitlich vorangehen und alle diese Handschriften enthalten auch die Wundergeschichten Jesu.

Zusammenfassend kann man sagen, dass die Zeit  die Ideen und Gedanken, wie sie in den ursprünglichen biblischen Handschriften vorhanden sind, nicht beschädigt hat, so dass sie jetzt für uns verborgen sind. Wir können wissen, dass die Bibel heute genauso liest, wie sie die Autoren tatsächlich damals geschrieben haben. Sie ist textlich zuverlässig.

Es ist wichtig, zu erkennen, was diese kleine Studie uns zeigen kann und was sie uns nicht zeigen kann. Diese Studie beweist nicht, dass die Bibel unbedingt das Wort Gottes ist, noch dass die Geschichten darin sogar wahr sind. Es kann argumentiert werden (zumindest aus den vorgelegten Beweisen hier), dass, obwohl die ursprünglichen Ideen der biblischen Autoren genau auf uns übermittelt wurden, dies nicht beweist, dass diese ursprünglichen Ideen jemals richtig waren (oder sogar, dass sie von Gott herkommen). Wohl wahr. Aber das Verständnis der textlichen Zuverlässigkeit der Bibel ist eine Ausgangspunkt, von dem man beginnen kann, die Bibel ernsthaft zu untersuchen, um zu sehen, ob einige dieser Fragen auch beantwortet werden können, und sich zu informieren, was ihre Botschaft ist. Die Bibel behauptet, dass ihre Nachricht ein Segen von Gott ist. Was wäre, wenn es eine Chance gäbe dass dies wahr ist? Nehmen Sie sich Zeit, um einige der wichtigsten Ereignisse der Bibel zu lernen, die ich hier auf dieser Website erkläre. Sie könnten überrascht werden.

 

  • 1. Entnommen aus McDowell, J. Nachweis, dass ein Urteil verlangt. 1979. Seite 42-48
  • 2. Comfort, P.W. Der Ursprung der Bibel, 1992. Seite 193
  • 3. McDowell, J. Nachweis, der ein Urteil verlangt. 1979. Seite 40
  • 4. Kenyon, F. G. (Ehemaliger Direktor des Britischen Museums) Unsere Bibel und die alten Manuskripte. 1941 S.23
  • 5. Comfort, P.W. „Der Text der frühesten neutestamentlichen griechischen Handschriften“. Seite 17. 2001
  • 6. Montgomery, Geschichte und Christentum. 1971. S.29