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Beweise für Gott: 4. Das Fine-Tuning für das Leben

Weiter zum fünften Teil: https://evangel.me/2020/05/23/beweise-fuer-gott-5-die-feinabstimmung-fuer-das-betreiben-der-wissenschaft/

Im letzten Video habe ich über das „Fine-Tuning“ – die Feinabstimmung des Universums gesprochen. Im Großen und Ganzen betraf das die Feinabstimmung der Konstanten, die das Universum benötigte, um entstehen zu können. Dies kann man mit dem Uhrwerk vergleichen, in dem alle kleinen Teilchen ganz genau zusammen arbeiten  müssen, damit die Uhr überhaupt funktionieren kann.

In diesem Video werde ich zeigen, dass es weitere Arten der Feinabstimmung gibt. Vor langer Zeit lebte ein berühmter Philosoph im heutigen Griechenland, der das Geozentrische Weltbild formulierte. Natürlich spreche ich von Aristoteles. Er besagte, vom menschlichen Auge sieht es so aus, als ob alle Himmelskörper um die Erde kreisen. Dieses Weltbild hielt ungefähr fϋr 1800 Jahre an. Dann, im Jahre 1543, machte der polnische Astronom Nikolas Kopernikus Messungen, an denen er sah, dass nicht etwa die Erde, sondern die Sonne im Mittelpunkt steht. Dieses neue Weltbild wurde Heliozentrisches Weltbild benannt. Alle Himmelskörper, mit Ausnahme des Mondes, kreisen um die Sonne. Diese Entdeckung gilt als Startpunkt für die moderne Astronomie.

Mitte des 20. Jahrhundert begannen Wissenschaftler und Ingenieure Satelliten in das Weltall zu schicken. Ausgestattet mit Kameras, gaben uns diese die ersten Aufnahmen unserer Erde im Vergleich zu anderen Planeten im Sonnensystem. Diese Bilder gaben einigen Wissenschaftlern Anlass, Kopernikus‘ Heliozentrisches Weltbild in einem neuen Licht zu interpretieren. Man nannte es das Kopernikanische Prinzip. Es besagt, dass der Mensch als Beobachter im Weltall keine besondere Stellung hat. Ich bin mir nicht sicher, ob sich Kopernikus über diese Auslegung seiner Entdeckung gefreute hätte, aber nichts desto trotz gab man diesem Prinzip seinen Namen. Der amerikanische Astronom Carl Sagan fügte hinzu, dass die Erde nur ein einsames Körnchen im Weltall sei. Spätestens nach der Entdeckung von Edwin Hubbles war klar, dass sich unzählige Planeten und Sterne im Weltall befinden. Allein in unserer Galaxie,  der Milchstraße, befinden sich über 100 Milliarden Sterne. Daher nehmen viele Wissenschaftler an, dass sich Leben auf vielen anderen Planeten entwickelt haben muss. Unsere Erde ist also nichts Besonderes.

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Erde im Sonnestrahl

Die Naturwissenschaft, in der nach Leben im Weltall gesucht wird, nennt man Astrobiologie. Wenn man aber nach Leben im Weltall sucht, muss man erst einmal wissen, welche Voraussetzungen nötig sind, um Leben zu ermöglichen und zu erhalten. Anhand so einer Liste kann man dann ganz einfach eine Wahrscheinlichkeitsrechnung aufstellen, um zu überprüfen, wie wahrscheinlich es ist, dass wir Leben auf anderen Planeten finden werden. Man dividiert also die Anzahl der Planeten durch die Wahrscheinlichkeit der verschiedenen Faktoren, die zum Leben nötig sind. Wenn die Anzahl der Planeten grösser ist als die Wahrscheinlichkeit der Faktoren, d.h. wenn der Nenner grösser ist als der Zähler, dann ist es wahrscheinlich, dass sich Leben auf anderen Planeten entwickelt hat. Auf der anderen Seite, je grösser die Zahl im Zähler wird, desto unwahrscheinlicher  wird es, dass wir Leben auf anderen Planeten finden werden.

FAQ: So viel Wasser gibt es auf der Erde - quarks.de

Nach heutigem Wissensstand müssen mindestens fünfzehn Voraussetzungen gegeben sein, um Leben auf einem Planeten zu ermöglichen. Wie unsere Erde braucht der Planet flüssiges Wasser. Wasser ist ideal für Leben, welches auf Kohlenstoff basiert. Die von euch, die schon einmal StarTrek gesehen haben wissen, dass Leben auf Kohlenstoff basieren muss. Aber Spaß zur Seite, zu mindestens kennen wir keine andere Basis die Leben ermöglicht. Offensichtlich brauchen wir Wasser zum trinken. Weniger bekannt, aber trotzdem wichtig ist, dass Wasser auch ein idealer Hitzespeicher ist und daher auch ideal zum Regulieren der Temperatur auf der Erdoberfläche ist. Die Entfernung eines Planeten zur Sonne bestimmt, ob und in welchem Zustand sich Wasser befinden kann. Wenn die Erde nur 5% näher an der Sonne wäre, wie zum Beispiel der Planet Venus, dann wäre die Erdtemperatur zu heiß, um Wasser gewährleisten zu können. Wäre die Erde um 20% weiter von der Sonne entfernt, wie zum Beispiel der Mars,  dann wäre es zu kalt für flüssiges Wasser.

Weitere Voraussetzungen sind, dass der Planet das richtige Verhältnis zwischen Wasser- und Landmassen haben muss. Der Planet muss von der richtigen Größe sein, denn diese bestimmt die Gravitationskraft des Planeten. Die Atmosphäre des Planeten muss sauerstoffreich sein. Die Umlaufbahn des Planeten um dessen Sonne muss kreisförmig sein. Im Solarsystem des Planeten müssen sich große Planeten befinden (wie zum Beispiel Saturn und Jupiter). Diese ziehen Asteroiden an und beschützen somit die kleineren Planeten. Weiterhin braucht der Planet einen Mond der groß genug ist um die Achse des Planeten zu stabilisieren, sprich in einem konstanten Winkel hält. Weiterhin darf die Geschwindigkeit der Rotation des Planeten nicht zu schnell oder zu langsam sein. Von dieser kurzen Liste können wir also schon ahnen, dass es vielleicht nicht ganz so einfach ist einen Planeten zu finden auf dem Leben entstehen kann. Aber dazu später mehr denn Wissenschaftler haben noch weitere Voraussetzungen erkannt.

Der Planet, nach dem wir suchen, muss ein terrestrischer (oder erdähnlicher) Planet sein, welcher eine dünne Erdkruste hat, und somit Plattentektonik ermöglicht. Ist die Kruste zu dick, dann ist keine Plattentektonik möglich. Plattentektonik, welche für zahlreiche Katastrophen wie Erdbeben und Tsunamis verantwortlich ist, ist aber auch unentbehrlich für die Erhaltung des Lebens auf unserer Erde. Die Erde ist in verschiedene bewegliche Platten eingeteilt. Das „Verschlucken“ alter – und die Bildung neuer Landmassen ist notwendig, um die innere Temperatur der Erde zu regulieren. Dies hat auch zur Folge, dass der Kohlenstoff auf der Erdoberfläche recycelt werden kann. Wie vorhin schon erwähnt, ist dieser Kohlenstoff absolut notwendig um Leben auf unseren Planeten zu ermöglichen und zu erhalten. Aber nicht nur Kohlenstoff sondern auch andere lebensnotwendige chemischen Elemente werden durch die Plattentektonik auf der Erde verteilt.

Eine weitere Voraussetzung ist, dass der Planet ein magnetisches Feld haben muss um uns vor kosmischer Strahlung schützen zu können. Unsere Erde hat genau so ein magnetisches Feld, da sie einen flüssigen Eisenkern besitzt. Und wie ihr euch schon denken könnt, muss dieser Kern von der richtigen Größe sein. Denn ein Kern, der zu klein ist, produziert ein zu schwaches magnetisches Feld. Ist der Kern zu groß, dann bekommt die Plattentektonik Schwierigkeiten.

Ich habe vorhin schon einmal die Atmosphäre erwähnt. Nun muss diese nicht nur sauerstoffreich sein, sondern auch andere Elemente besitzen. Unsere Erdatmosphäre besteht aus mehr oder weniger 78% Stickstoff, 21% Sauerstoff, und 1% Kohlenstoffdioxid. Die Erde hat einen Durchschnitt von ungefähr 12.700km. Die Atmosphäre ist zwar hauch dünn, denn sie bildet weniger als 1% dieses Erddiameters, dennoch ist sie extrem wichtig. Sie beschützt uns vor der tödlichen Sonnenstrahlung und ist daher lebensnotwendig.

Eine weitere Voraussetzung, dass Leben auf unsere Erde entstehen konnte, ist das Verhältnis zwischen Erde und Mond. Da die Größe des Mondes ungefähr ein Viertel der Erde ist, ist er genau groß genug, um die Erdachse zu stabilisieren (23.5°). Dies bewirkt, dass Wasser auf der Erde zirkulieren kann. Hierdurch werden die Gezeiten ermöglicht (Ebbe und Flut). Warmes Wasser kann damit vom Äquator zu den Polen und zurück zirkulieren, und somit das von der Sonne erwärmte Wasser abkühlen. Nun fragst du dich vielleicht, warum das wichtig ist? Diese Wasserzirkulation reguliert das Klima auf der Erde und ermöglicht einen mäßigen Wechsel von Sommer und Winter, und somit ein mildes Klima auf der Erde.

Der vorletzte Punkt betrifft die Größe unseres Sternes, der Sonne. Wäre unsere Sonne kleiner, dann müsste die Erde näher an der Sonne kreisen, um die richtige Temperatur für flüssiges Wasser zu ermöglichen. Aber hier befindet sich ein weiteres Problem. Wenn die Erde zu nah an der Sonne kreist, dann passiert mit ihr dasselbe, was zwischen Erde und Mond passiert ist: Die Anziehungskraft des größeren Planeten fixiert den kleineren Planeten in eine feste Position. So zumindest behaupten es die Astrophysiker. Genau das ist der Grund, dass wir immer nur die gleiche Seite des Mondes sehen. Vor der modernen Astronomie dachte man, dass das unveränderliche Bild des Mondes ein Beweis dafür sei, dass er nur eine flache Scheibe ist. Später fanden Wissenschaftler heraus, dass die Gravitationskraft der Erde dafür verantwortlich ist. Wenn die Erde also zu nah an der Sonne wäre, und sie somit in eine feste Position fixiert wird, dann würde die Seite der Erde, die zur Sonne zeigt, austrocknen. Die andere Seite hingegen würde sehr kalt werden, da diese nie dem Sonnenlicht ausgesetzt werden würde.

Die letzte Voraussetzung für das Leben die ich nennen möchte, ist die Position unseres Sonnensystems in unserer Galaxie, der Milchstraße. Nicht jedes Gebiet in unserer Galaxie ist wie das andere. Wissenschaftler haben entdeckt, dass manche Gebiete Leben ermöglichen, und andere Gebiete das Leben unmöglich machen. Glücklicherweise befinden wir uns in einem Gebiet der Milchstraße, das Leben ermöglicht. Dieses nennt man zirkumstellare, bewohnbare Zone. Im nächsten Video schauen wir uns dies ein bisschen mehr im Detail an. Für dieses Video reicht es zu wissen, dass wir auch galaktisch gesehen Glück gehabt haben.

Die zirkumstellare, bewohnbare Zone – gekennzeichnet in rot. In gelb ist die Position des Solarsystemes in der Milchstrasse

Am Anfang dieses Videos behauptete ich, dass wir an Hand dieser lebensnotwendigen Voraussetzungen eine Wahrscheinlichkeitsrechnung aufstellen können, um zu sehen wie gewiss es wirklich ist, dass wir andere Planeten finden werden, die Leben ermöglichen. Hierfür müssen wir annehmen wie wahrscheinlich es ist, dass eine Jede dieser Voraussetzungen eintreten kann. Ich schlage vor, dass wir jedem Faktor eine Wahrscheinlichkeit von 10% (1/10) geben. Dies ist natürlich sehr konservativ denn zum Beispiel kennen wir viel mehr als 10 Planeten, aber nur einen mit flüssigem Wasser. Nichts desto trotz, wenn wir jedem Faktor 10% geben, dann heisst das, dass der Zähler auf 10^15 kommt, d.h. 10 x 10 x 10 – fünfzehnmal. Nun setzen wir die Anzahl der bekannten Planeten in den Nenner.  Eine Galaxis besteht ungefähr aus 100 Milliarde Planeten (10^11). Daher ist unsere Rechnung wie folgt: 10^11 geteilt durch 10^15 ist 10^-4. Das bedeutet, dass bestenfalls jede zehntausendste Galaxy der Größe unserer Milchstraße einen Planeten mit Leben beinhaltet. Aber da Wissenschaftler immer weitere dieser Voraussetzungen entdecken und die wahren Faktoren weit unter 10% sind, stehen die Chancen außerirdisches Leben zu entdecken immer schlechter.

Daher können wir schlussfolgern, dass wir das Kopernikanische Prinzip, welches besagt, dass der Mensch als Beobachter im Weltall keine besondere Stellung hat, noch einmal überdenken sollten. Obwohl die Erde nicht, wie einmal gedacht, im physischen Mittelpunk steht, scheint sie nichts desto trotz recht außergewöhnlich zu sein.
Entdeckungen wie diese veranlassten Wissenschaftler, wie zum Beispiel Donald Brownlee von der NASA Stardust Mission (übersetzt NASA Sternenstaub Mission) Bücher mit dem Titel „Rare Earth Why Complex Life is Uncommon in the Universe“ (übersetzt Seltene Erde – Warum komplexes Leben im Weltall außergewöhnlich ist), zu veröffentlichen. Im folgenden Video präsentiere ich eine weitere Entdeckung, welche die Erde noch außergewöhnlicher macht.

Beweise für Gott: 3. Naturwissenschaft – das Fine-Tuning des Universums Teil 1

Weiter zum nächsten Video:
https://evangel.me/2020/05/19/beweise-fuer-gott-4-das-fine-tuning-fuer-das-leben/

Im letzten Video habe ich über die Entstehung des Universums gesprochen. Wir stellten fest, dass Wissenschaftler Mitte des 20. Jahrhunderts endeckten, dass das Universum einen Anfang gehabt haben muss. Obwohl einige Wissenschaftler sich dieser Entdeckung wiedersetzten (und hier müssen wir fairnesshalber festhalten, dass diese Wissenschaftler ausschließlich Atheisten waren), haben nachfolgende Entdeckungen diese Theorie soweit bestätigt, dass es unvorstellbar ist, dass wir jeh wieder zur These des unendlichen Universums zurück gehen werden. Die zweite große Entdeckung unserer Zeit ist, dass das Universum sehr fein abgestimmt ist. Dies wird oft „fine-tuning“ genannt.

Hier gibt es mindestens drei Kategorien, indem das Universum „fine-getuned“ ist. Die erste Kategorie ist mehr oder weniger bekannt, aber über die Anderen wird wenig gesprochen. In diesem Video befassen wir uns mit der ersten Kategorie, und den nächsten Videos mit den Anderen.

Wissenschaftler finden mehr und mehr Belege dafür, dass das Universum präzise fürs Leben abgestimmt ist. Über die Jahre haben Wissenschaftler zunehmend sogenannte Konstanten entdeckt, die dieses „fine-tuning“ beschreiben. Der im Volksmund vielleicht Bekannteste von diesen ist die Gravitationskonstante. Die Idee der Gravitation ist uns wahrscheinlich allen bekannt. Wenn ich einen Ball nehme und ihn werfe, wissen wir, jenachdem wie der Wurfwinkel war und mit wieviel Geschwindigkeit ich ihn geworfen habe, wo der Ball landen wird. Dies ist möglich, weil wir die Gravitationskonstante kennen, welche die Erdanziehungskraft beschreibt. Insgesamt sind wir jetzt bei 26 von diesen Konstanten angekommen. Einige dieser sind Gravitation, die schwache Wechselwirkung, starke Wechselwirkung, Elektromagnetismus.

Wie kann man sich dieses „fine-tuning“ vorstellen? Wir können uns das wie eine Kontrollzentrale vorstellen.

Stellen wir uns vor, dass wir damit beauftragt werden, unser Universum zu erzeugen. Wir gehen in die Kontrollzentrale hinein und sehen 26 Einstellräder. Jedes dieser Räder muss genau in der richtigen Position stehen, damit das Universum anfangen und bestehen kann, und auch damit sich Leben bilden kann. Aber wie genau müssen diese Räder eingestellt werden? Der Physiker Paul Davies behauptet, wenn wir das Einstellrad auf dem „Starke Wechselwirkung“ steht, um nur 1/ 10^16 falsch eingestellt ist, dann entstehen keine Planeten und Sterne.
Wir sehen also, dass diese Räder sehr genau abgestimmt sein müssen. Aber nicht nur jedes Rad einzeln, sondern auch das Verhältnis zwischen verschiedenen Rädern muss auch fein abgestimmt sein. Zum Beispiel wenn das Verhältnis zwischen den Konstanten der Elektromagnetischen Kraft und der Gravitationskraft nur um 1/10^40 zu niedrig einstellt ist, dann gibt es nur kleine Planeten und Sterne. Oder umgedreht: stellt man es um 1/10^40 zu hoch ein, dann gibt es nur Große. Was bedeutet das? Kleine Planeten haben nur eine kleine Masse – daher auch nur eine schwache Anziehungskraft. Große Planeten haben eine sehr große Masse – daher auch eine sehr starke Anziehungskraft. Um Leben zu ermöglichen, brauchen wir einen Planeten wie die Erde. Sie hat genau die richtige Masse, damit wir nicht wegen einer zu schwachen Anziehungskraft ins Weltall wegfliegen, oder auf dem Planeten zerdrückt werden, weil die Anziehungskraft zu stark ist. Deshalb suchen Forscher des SETI Programmes (Search for Extraterrestial Intelligence – die Suche nach Außerirdischen), nach Planeten die so groß sind wie unsere Erde, denn diese Größe bietet die optimale Anziehungskraft.

Wie wahrscheinlich ist das nun?

Der Astrophysiker Hugh Ross aus Toronto gibt das folgende Beispiel, damit wir uns die erforderliche Genauigkeit von 10^40 vorstellen können:
Stell dir vor, dass Amerika mit Münzen bedeckt ist, und dass die Münzstapel so hoch sind, dass sie den Mond erreichen (eine Höhe von 380.000km). Dann tun wir dasselbe auf einer Milliarde anderen Kontinenten, welche dieselbe Größe wir Amerika haben. Nun nehmen wir eine Münze und malen sie rot an und verstecken diese in einem von den vielen Stapeln. Schlussendlich verbinde ich dir die Augen, und bitte dich eine einzige Münze von den Milliarden Stapeln zu nehmen. Die Chance, dass du die rote Münze nimmts ist 1/10^40.

Die kosmologische Konstante

Die neueste Entdeckung war die kosmologische Konstante. Diese hat mit der „Dark Energy“ (Dunkle Energie) zu tun. Sie bestimmt, wie schnell oder langsam sich das Universum ausdehnt. Der Astrophysiker und Atheist Rodger Penrose hat ausgerechnet, dass diese Konstante bis auf 1 in 10^10^120 (1 geteilt durch 10 hoch 10 hoch weitere 120) abgestimmt werden muss. Wenn sie grösser wäre, dann hätte sich das Universum zu schnell ausgedehnt, um Planeten und Sterne zu bilden. Wäre sie kleiner gewesen, dann hätte sich das Universum zu langsam ausgedehnt, und es wäre die meiste Materie in Black Holes (Schwarze Löcher) und Neutronensternen gestürzt. Es hätten sich also keine Planeten gebildet.

Zehn hoch wieviel?

Wie viel ist nun 10^10^120? Sagen wir es mal so: wenn ein Mann einer Frau einen Heiratsantrag stellt und sie sagt: „Lass mich mal darüber nachdenken. Ich sage dir in 10^3 Sekunden Bescheid. Das bedeutet, dass er in knapp unter 17 Minuten seine Antwort bekommt. Nicht schlecht. Was wäre denn, wenn sie sagt, sie müsse für 10^6 Sekunden nachdenken? Jetzt muss er schon fast 28 Stunden warten. Das ist auch vertretbar. Jetzt stellen wir uns mal vor, dass sie sagt, sie müsse für 10^9 Sekunden nachdenken. Der arme Knabe muss also nun fast 32 Jahre auf seine Antwort warten. Aber glücklicherweise hat sich die Dame nicht versprochen und 10^10 Sekunden gesagt, denn das hätte der Arme leider nicht mehr erlebt mit über 300 Jahren Wartezeit.

Wir sehen also wie schnell diese Nummern groß werden. Wie groß ist also 10^10^120? Wir haben keinen Vergleich für diese Zahl. Wenn wir alle Materie im gesamten Universum in dessen Protonen, Elektronen, usw. zerlegen, kommen wir gerade einmal auf 10^80 Teile. Dies bedeutet, dass wir nicht genug Materie im ganzen Universum haben, um diese Zahl als Dezimalzahl (0,000000…) ausschreiben zu können. Anhand dieser einen Konstante können wir also sehen, wie extrem genau die Abstimmung des Universums sein muss, damit überhaupt etwas entstehen kann. Und wie gesagt, das ist nur einer dieser Konstanten.

Der Quanten Physiker John Polkinhorn von der Universität in Cambridge, England vergleicht die Unwahrscheinlichkeit dieser Feinabstimmung der Universums folgenderweise: „Wenn wir uns die Beziehung zwischen der schwachen und starken Wechselwirkung in den Anfangsmomenten (den ersten Pikosekunden) des Universums anschauen, werden wir sehen, dass diese so genau gewesen sein musste, die Fehlerspanne so klein, und die benötigte Präzision so exakt, dass es vergleichbar ist mit einem Bogenschützen, der auf ein 3 mal 3 Zentimeter großes Ziel schießt, welches sich am anderen Ende des Universums befindet – eine Entfernung von 20 Milliarden Lichtjahren. Und natürlich trifft er es genau ins „Bulls-Eye.“

Was spricht für solch eine Präzision? Welche Weltanschauung kann dies erklären – Atheismus oder Theismus? Kann eine solche Präzision aus dem Nichts kommen? Haben wir also die kosmische Lotterie gewonnen?

Das Pokerdilemma

Diejenigen, die schon einmal Poker gespielt haben, wissen wie unwahrscheinlich es ist einen Royal Flush zugeteilt zu bekommen (d.h. 10, B, D, K, A in der gleichen Farbe). Statistisch gesehen bekommt man einen Royal Flush jede 650.000ste Hand. Stell dir vor du spielts Poker, und dein Gegner gewinnt mit einem Royal Flush, „Welch ein Glück„ denkst du dir. Nur stell dir mal vor, dass er in der nächsten Hand schon wieder einen Royal Flush bekommt. Jetzt wirst du stutzig. Es ist sehr unwahrscheinlich einen Royal Flush zu bekommen, aber jetzt bekam er gleich zwei in Folge. Aber das kann ja passieren, denn es ist ja nicht unmöglich. Wenn dein Gegner aber weiterhin einen Royal Flush nach dem Anderem bekommt, wie lange wartest du bevor zu entscheidest, dass jemand betrügt? Das Problem mit dem „fine-tuning“ ist genau dasselbe. Diese Entscheidung ist jedem von uns überlassen. Mein Glaube ist nicht stark genug, um zu glauben, dass all dies zufällig entstanden ist. Ich habe oft genug Poker gespielt, um zu wissen, dass man nicht einen Royal Flush nach dem Anderen bekommt, sondern dass in dem Fall jemand die Karten zurechtgelegt hätte. Im gleichen Sinne ist es bei weitem wahrscheinlicher, dass ein intelligentes Wesen das Universum erschaffen hat, als das all dies in einem kosmischen Unfall zufällig entstanden war.

Das Multiversum: Wahrheit oder Science-Fiction

Zum Ende dieses Video möchte ich eine potenzielle Erklärung betrachten, die von manchen gegeben wird – das Multiversum. Die Idee, dass wir nur in einem von unendlich vielen Universen leben, die alle mit anderen Konstanten funktionieren. Jedes ist anders. Daher gibt es auch eins, in dem ich Bundeskanzler bin, Richard Dawkins der Papst ist, und Donald Trump lebt in Armut in Indien und versorgt dabei selbstlos andere Arme. Aber kann ich das glauben? Nein, dazu reicht mein Glaube nicht aus. Die Theorie des Multiversums setzt voraus, dass ich ohne Beweislage glaube, dass es all diese vielen Universen gibt. Und nach der Definition kann man nie Beweise für diese anderen Universen finden, da diese verschiedenen Universen sind und separat voneinander existieren. Meines Erachtens nach hört sich das nach Science-Fiction an.

Aber vielleicht gibt es diese Universe ja doch, wir haben keine Beweise und werden nie Beweise für diese finden, so zumindest behaupten es die Wissenschaftler. Nehmen wir an, dass es wirklich so ist. Schieben wir mit dieser Annahme denn nicht nur die Anfangsfrage einen weiteren Schritt weg? Müssen wir nicht trotzdem Fragen, woher diese Maschine kommt, die diese vielen Universen ausgespuckt hat? Und warum ist diese Maschine so fein abgestimmt, dass sie all diese unendlich vielen und verschiedenen Universen erzeugen kann? Wir sehen also, dass auch diese Hypothese nicht die Frage „Warum gibt es überhaupt etwas?“ beantwortet.

Wenn wir jetzt sagen „Ok dann war es halt Gott.“, könnte man auch die berühmte Frage stellen, wo denn Gott herkommt. Aber zu dieser Frage kommen wir später. Für den jetzigen Stand der Dinge halten wir fest, dass das Universum einen Anfang hat, dass es extrem fein abgestimmt ist, und dass die beste Erklärung für dies ein intelligentes Wesen ist.