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Die Weisheit, die ich von einem schwer trinkenden, steinreichen Playboy gelernt habe

Ragnar

Ragnar

Ich möchte Ihnen mitteilen wie das Evangelium mir so wichtig wurde. Sie werden mich verstehen, wenn Sie diesen Artikel lessen.

(Oh… hier ist die grundlegende Information über mich: ich lebe in Kanada. Ich bin verheiratet und habe einen Sohn. Ich habe Forstwirtschaft an der University of Toronto und der University of New Brunswick studiert. Dort bekam ich den Titel „Masters“ in diesem Fach. Außerdem studierte ich Philosophie und Religion an der Acadia University.)

Unruhe in der privilegierten Jugend

Ich bin in den oberen Mittelstand geboren und so erzogen worden. Eigentlich bin ich in Schweden geboren. Meine Eltern sind nach Kanada ausgewandert, als ich noch ein kleiner Junge war. Wir lebten dann noch in verschiedenen Ländern (Algerien, Deutschland, Kamerun). Als ein junger Mann kam ich schließlich zurück nach Kanada, um zu studieren.

Wie alle anderen wollte ich (und will es noch immer) das Leben auskosten, – ein Leben, das mich durch Zufriedenheit, Frieden, Sinn und Zweck des Lebens mit anderen Menschen verbindet.

Durch das Zusammenleben mit verschiedenen Kulturen, den verschiedenen Religionen und die Tatsache, daß ich viel gelesen habe, bin ich verschiedenen Ansichten über die wirkliche Wahrheit ausgesetzt worden, und habe erkannt was es heißt, ein volles Leben zu führen.

Ich habe beobachtet, daß obwohl ich (und die meisten im Westen Lebenden) einen gewißen Reichtum haben, einen noch nie dagewesenen Zugang zur Technologie und zu Gelegenheiten haben, dieses Ziel zu erreichen, wir doch das Paradox in unserer Zeit haben, daß wir es nicht erreichen können.

Ich habe beobachtet, daß Verhältnisse heutzutage lösbar und vorrübergehend sind, nicht so wie in früheren Generationen. Wir nennen unser Leben eine „Hetzjagd“. Ich hörte jemand sagen, daß wir nur noch „ein kleines bißchen mehr“ brauchen, bis wir am Ziel sind. Aber wie viel mehr? Und mehr wovon? Geld? Erkenntnissse in der Wissenschaft? Technologie? Vergnügen?

Als ein junger Mann empfand ich manchmal eine Angst, die man vielleicht am besten mit „ungewißer Unruhe“ bezeichnen könnte. Mein Vater war Konsultant im Fach des Ingeneurs in Afrika – So kam es, daß ich mit anderen wohlhabenden, bevorzugten und gut geschulten westlichen Teenagern befreundet war. Das Leben war dort recht einfach, und es gab wenig Gelegenheit, sich zu amüsieren. Meine Freunde und ich wünschten uns den Tag herbei, wenn wir zurück in unsere Heimat ziehen würden und das Fernsehen, gutes Essen, Gelegenheiten und die Bequemlichkeiten des westlichen Lebensstils haben würden – dann wären wir „zufrieden“. Doch nachdem sich die Erwartung und Euphorie legte, wenn ich Kanada oder Europa besuchte, kam wieder die Unruhe über mich. Noch schlimmer, ich merkte diese Unruhe in den Menschen, die dort immer lebten.

Was immer sie hatten (und sie hatten viel), sie wollten immer mehr. Ich dachte, ich würde „es“ finden, wenn ich eine viel bewunderte Freundin hätte. Tatsächlich schien es, als ob die Leere damit ausgefüllt war, doch nach einigen Monaten kam wieder die Unruhe über mich, Ich hoffte, daß ich zufrieden sein würde, wenn ich endlich die Oberschule beendigt habe, dann wiederum wenn ich den Führerschein bekomme und damit selbständig werde – dann wird die Suche aufhören.

Inzwischen bin ich älter geworden, und ich höre, wie die Menschen über den Ruhestand sprechen und sich Hoffnung auf Zufriedenheit machen. Soll das alles sein? Jagen wir das ganze Leben ein Ziel nach dem anderen in der Hoffnung, daß das nächste Ziel ganz nah ist, das uns die Erfüllung gibt, – und dann ist auf einmal das Leben aus. Wozu das alles?

Die Weisheit des Salomo

In all diesen Jahren der Unruhe in mir und um mich herum, beeindruckten mich die Bücher Salomos. Salomo, ein König im alten Israel, war berühmt durch seine Weisheit. Er schrieb einige Bücher, die im Alten Testament zusammengefaßt sind. In dem Buch der Prediger  beschreibt er dieselbe unstete Unruhe, die ich auch verspürte:

„Ich sprach in meinem Herzen: wohlan, ich will Wohlleben und gute Tage haben! Aber siehe, das war auch eitel. Ich tat große Dinge: ich baute mir Häuser, ich pflanzte mir Weinberge, ich machte mir Gärten und Lustgärten und pflanzte allerlei fruchtbare Bäume hinein; ich machte mir Teiche, daraus zu bewässern den Wald der grünenden Bäume. Ich erwarb mir Knechte und Mägde und hatte auch Gesinde, im Hause geboren; ich hatte eine größere Habe an Rindern und Schafen als alle, die vor mir zu Jerusalem waren. Ich sammelte mir auch Silber und Gold und was Könige und Länder besitzen; ich beschaffte mir Sänger und Sängerinnen und die Wonne der Menschen, Frauen in Menge, und war größer als alle, die vor mir zu Jerusalem waren. Auch da blieb meine Weisheit bei mir. Und alles, was meine Augen wünschten das gab ich ihnen, und verwehrte meinem Herzen keine Freude, so daß es fröhlich war von aller meiner Mühe; und das war mein Teil von aller meiner Mühe“. (2. Prediger, Verse 1, 3 – 10)*

Reichtum, Ruhm, Wissen, Projekte, Frauen, Vergnügen, Königreich, Karriere, Wein …Salomo hatte alles – und mehr von allem als irgend jemand anders in seiner und unserer Zeit. Das Wissen eines Einsteins, den Reichtum von Bill Gates, das gesellschaftlich/sexuelle Leben von Mick Jagger, sogar solches von Prinz William in der britischen königlichen Familie – alles zusammen. Wer könnte diese Kombination übertreffen? Man könnte sich vorstellen, daß gerade Salomo zufrieden sein sollte; aber er sagte bei einer Gelegenheit:

„Eitel Eitelkeit,“ sagt der Prediger, „eitel Eitelkeit. …..Ich nahm mir vor, alles, was unter der Sonne geschah, mit Weisheit zu erforschen und zu ergründen. Das ist eine unsägliche Mühe, aber Gott hat es den Menschen gegeben, daß sie sich damit abmühen sollen. Ich beobachtete alle Geschehnisse, die unter der Sonne vorkamen, und siehe: es ist alles eitel und ein Haschen nach Wind.“ (Prediger 1: 2, 13 – 14)

und

„…Doch als ich prüfend alle meine Werke betrachtete, die meine Hände gewirkt hatten, und alle Mühe, die ich mir gemacht hatte, siehe, da war alles eitel und Haschen nach Wind. Es gab doch keinen Gewinnn unter der Sonne. … Auch das ist eitel. Mein Herz verzweifelte schließlich über alle Mühe, mit der ich mich unter der Sonne abgemüht hatte. …Das ist auch eitel und sehr töricht Was hat also der Mensch von all seinem Mühen und Streben, das er unter der Sonne gehabt hat?“ (Prediger 2; 11, 20 – 23)

Nicht gerade optimistisch! In einem seiner Gedichte, das Hohelied, beschreibt er eine erotische, heiße Liebesaffaire, die er geade hatte, genau das, was eine Zufriedenheit auf Lebensdauer sein sollte. Doch zum Schluß gab das Verhältnis ihm doch keine Befriedigung, wie wir das aus dem Buch des Predigers wissen.

Wohin ich auch sah, entweder bei meinen Freunden oder in der hohen Gesellschaft, kam es mir vor, daß Salomos Jagd nach einem vollen Leben gerade das war, das viel angepriesen und versucht wird. Aber wir lesen, daß er diese Fülle nicht erreichen konnte. Ich ahnte, daß ich dort die Fülle des Lebens nicht finden werde, also mußte ich wohl einen anderen Weg finden.

Zu dem ganzen Grübeln kam noch ein anderes Problem, mit dem auch Salomo zu kämpfen hatte.

„…denn das Los der Menschen und der Tiere ist dasselbe; sie haben dasselbe Schicksal. Die einen sterben so gut wie die anderen. Sie haben alle denselben Odem. Der Mensch hat vor dem Tier darin keinen Vorzug. Alles geht dahin an seinen Ort; alle sind aus dem Staub entstanden, und alles kehrt zurück zum Staub. Wer weiß, ob der Odem des Menschen aufwärtssteigt, oder der Odem des Tieres zur Erde hinunterfährt?“ (Prediger 3: 19 – 21)

und

„Dennoch, begegnet dasselbe Geschick allen ohne Unterschied; dem Gerechten wie dem Ungerechten, dem Reinen wie dem Unreinen, dem, der opfert, wie dem, der nicht opfert. Es geht dem Guten genauso wie dem Bösen, dem, der da schwört, wie dem, der sich von dem Schwören fürchtet. Das ist ja der Übelstand bei allem, was unter der Sonne geschieht, daß alle dasselbe Geschick trifft. … dann müssen sie sterben. Solange aber einer noch lebt, hegt er auch noch Hoffnung. Ein lebender Hund ist besser dran als ein toter Löwe. Die Lebenden wissen noch, daß sie sterben werden. Die Toten aber wissen überhaupt nichts und haben keinen Lohn mehr zu erwarten.“ (Prediger 9: 2 – 5)

Woody Allen vs. Salomo

Der Tod ist endgültig und beherrscht unser Leben. Wie Salomo sagte: „es ist das Schicksal aller Menschen, gut oder schlecht, fromm oder nicht“.

Woody Allen stellte seinen neuen Film vor „Ich sehe den Mann deiner Träume“ (You will meet a Tall Dark Stranger). Es ist eine lustig/ernste Betrachtung über den Tod. In einem Interview beim Cannes Film Festival erklärte er seine Gedanken über den Tod mit seinem gewohnten Humor:

„Mein Verhältnis zum Tod bleibt dasselbe. Ich bin völlig dagegen. Alles, was ich tun kann, ist, darauf zu warten. Man hat keinen Vorteil, wenn man älter wird – man wird nicht klüger, man wird nicht weiser, man wird nicht stiller, man wird nicht freundlicher – nichts dergleichen.

Aber man bekommt Rückenschmerzen, man bekommt mehr Magenverstimmung, die Sicht ist nicht mehr gut, und man braucht ein Hörgerät. Das Älterwerden taugt nichts, und ich würde raten, davon Abstand zu nehmen, wenn es möglich ist.“

Dann schloß er mit dem Vorschlag, wie man das Leben meistern kann in Hinsicht auf den unausbleibenden Tod:

„Man muß Wahnvorstellungen zum Leben haben. Wenn man es im Leben zu ehrlich meint, wird einem klar, daß das Leben unerträglich ist, denn es ist ein recht erbarmungsloses Unternehmen. Das ist meine Perspektive – und war immer meine Perspektive – über das Leben. Ich habe eine schreckliche, pessimistische Meinung darüber. Ich glaube, daß das Leben schrecklich ist, schmerzvoll, beängstigend, sinnlos. Die einizige Möglichkeit, glücklich zu sein, ist, daß man sich einige Lügen erzählt und sich betrügt.“

Ist das also unsere einzige Möglichkeit? Entweder man nimmt den ehrlichen Weg des Salomo, und er gab sich der Hoffnungslosigkeit hin und der Nutzlosigkeit, oder man schlägt den Weg von Woody Allen ein, indem „man sich Lügen erzählt und sich betrügt“; man kann glücklicher mit Wahnvorstellungen leben. Beide Möglichkeiten sind uninteressant. Mit der Frage über den Tod hängt auch die Frage nach der Ewigkeit zusammen. Gibt es wirklich einen Himmel, (oder noch schrecklicher) gibt es wirklich einen Ort des ewigen Gerichts – eine Hölle?

Alle diese Fragen und Probleme arbeiteten in mir. In der letzten Klasse der Oberschule bekamen wir eine Aufgabe: wir sollten 100 Zitate aus der Literatur (Gedichte, Lieder, Novellen, u.s.w.) zu einer Sammlung zusammenstellen. Die meisten meiner Zitate behandelten meine Lebensfragen. Diese Aufgabe gab mir auch Gelegenheit, die Gedanken anderer Schüler zu hören, die das gleiche Problem hatten. Ich hörte die Gedanken aus allen möglichen Zeiten, von Menschen mit unterschiedlicher Schulbildung, Menschen, die andere Lebensauffassungen hatten. Wir hörten von Satisfaction von Rolling Stones, von Times von Pink Floyd, von Ozymandius von Shelley, Samuel Coleridge, W. H. Auden, Shakespeare, Frost, u.s.w.

Das Evangelium – bereit, es aufzunehmen

In meine obengenannte Aufgabe der Oberschule habe ich auch bekannte Zitate von Jesus eingeschlossen, wie z.B.

„…ich bin gekommen, daß sie das Leben in seiner ganzen Fülle haben“ (Joh. 10:11).

Mit der Zeit dachte ich, es könnte vielleicht die Möglichkeit bestehen, daß das die Antwort auf meine Fragen war, die auch Salomo und die anderen genannten Schriftsteller beschäftigte. Schließlich bedeutet das Wort „Evangelium“ die gute Nachricht. War das Evangelium wirklich die gute Nachricht? Oder nur ein Gerücht?

Um diese Fragen zu beantworten mußte ich zwei Wege suchen: Erstens, mußte ich mich mehr über das Evangelium informieren. Zweitens, – ich lebte mit vielen verschiedenen Religionen, habe Menschen kennengelernt und Bücher gelesen, die anderer Meinung waren und sogar gegen die biblische Lehre waren. Es waren intelligente und gut informierte Menschen. Also mußte ich eine starke Basis für den Glauben entwickeln, den christlichen und die anderen, und ich habe sie ausprobiert. Ich mußte das Evangelium beurteilen ohne jedes Vorurteil.

Ich habe festgestellt, daß, wenn man ein solches Unternehmen anfängt, man es nie zu Ende bringt.

Ich habe gelernt, daß das Evangelium uns Antworten auf solche Fragen gibt. Im Grunde genommen, ist das der Grund für das Evangelium – ein ausgefülltes Leben, Tod, Ewigkeit und andere Angelegenheiten: Liebe in der Familie, Schuldgefühle, Angst und Vergebung.

Das Evangelium besteht darauf, daß es das Fundament für unser Leben ist.

Es ist möglich daß die Antwort in dem Evangelium einem nicht gefällt oder man ist anderer Meinung, oder man kann sie glauben. Aber schon die Tatsache, daß diese menschlichen Fragen überhaupt erörtert werden, läßt einen bedenken, daß es eine Torheit wäre, sich darüber nicht zu informieren.

Ich habe auch gelernt, daß das Evangelium es mir manchmal unangenehm macht. Mit den vielen Angeboten zum Zeitvertreib, hat das Evangelium mein Herz, Sinn, Seele und Kraft unbarmherzig herausgefordert. Obwohl es Leben anbietet, ist es doch nicht so leicht, ihm zu folgen. Wenn Sie sich Zeit nehmen, dieses zu bedenken, dann besteht die Möglichkeit, das volle Leben zu bekommen.

*Alle Bibelstellen sind nach der Übersetzung von Bruns