Archiv der Kategorie: häufig gestellte Fragen

Wieso ist die Liebesgeschichte von Ruth und Boas einzigartig?

Auf die Frage nach klassischen Liebesgeschichten würde man wahrscheinlich die von der schönen Helena (Helena von Troja) und Paris nennen (deren Liebe den in der Ilias dramatisierten Trojanischen Krieg entfachte); oder Kleopatra und Marcus Antonius (deren Liebe Rom in einen Bürgerkrieg mit Oktavian/Augustus Caesar verwickelte), oder Romeo und Julia, Die Schöne und das Biest, oder vielleicht auch Aschenputtel und der Märchenprinz. In ihnen kommen Geschichte, Popkultur und romantische Belletristik zusammen, die unsere Herzen, Gefühle und Träume in ihren Bann ziehen.

Die Liebesgeschichte von Ruth und Boas

Erstaunlicherweise hat die Liebe, die zwischen Ruth und Boas aufkeimte, sich als weit dauerhafter und edler erwiesen als irgend eine dieser genannten Liebesaffären. Zudem wirkt sie sich immer noch auf alle heute lebenden Billionen von Menschen aus – über dreitausend Jahre nachdem diese Liebenden sich kennen lernten. Ihr Liebesverhältnis ist auch das Bild einer mystischen und geistlichen Liebe, die dir und mir gilt. Die Geschichte von Ruth und Boas handelt von einer kulturübergreifenden und verbotenen Liebe, von Immigration und dem Verhältnis zwischen einem einflussreichen Mann und einer verletzlichen Frau – und passt genau in die heutige Zeit der #MeToo-Bewegung (gegen sexuelle Gewalt). Sie wird für uns zu einem Konzept für die Grundlage einer gesunden Ehe. Gemessen an diesen Werten, lohnt es sich, die Geschichte von Ruth und Boas kennen zu lernen.

Ihre Liebe wird in der Bibel im Buch Ruth geschrieben. Es ist ein kurzes Buch – nur um 2200 Wörter, die zu lesen es sich lohnt (hier). Es betrifft die Zeit um etwa 1150 v. Chr., womit es die älteste aller schriftlich festgehaltenen Liebesgeschichten ist. Das Buch wurde etliche Male verfilmt.

Hollywoodfilm über die Liebesgeschichte von Ruth

Die Liebesgeschichte von Ruth

Naemi und ihr Mann samt ihren zwei Söhnen verlassen Israel, um der dortigen Trockenheit und Hungersnot zu entkommen und sich im nahegelegenen Land Moab (dem heutigen Jordanien) niederzulassen. Nach ihrer Heirat mit ortsansässigen Frauen sterben die beiden Söhne wie auch Naemis Mann und hinterlassen sie allein mit ihrer Schwiegertochter. Naemi entscheidet sich, in ihr Heimatland Israel zurückzukehren, und eine ihrer Schwiegertöchter, nämlich Ruth, entschließt sich, sie zu begleiten. Nach langer Abwesenheit ist Naemi nun wieder in ihrem Geburtsort Bethlehem – als mittellose Witwe, begleitet von Ruth, einer jungen und schutzlosen moabitischen Einwanderin.

Ruth und Boaz begegnen sich

Gänzlich ohne Einkommen, geht Ruth aus, um Getreide zu sammeln, das die Erntearbeiter auf den Feldern liegen gelassen haben. Das Gesetz Moses schrieb als soziales Netz vor, das die Erntearbeiter ein paar Ähren auf den Feldern hinterlassen sollten, damit verarmte Einwohner etwas zu essen hätten. Zufällig, wie es scheint, befindet Ruth sich zum Getreidesammeln auf den Feldern eines reichen Gutsbesitzers namens Boas. Dieser bemerkt Ruth unter anderen, die eifrig dabei sind, die von seinen Landarbeitern hinterlassenen Ähren einzusammeln. Er befiehlt seinen Vorabeitern, zusätzliche Getreidereste auf dem Feld liegen zu lassen, damit Ruth noch mehr einsammeln könne.

Ruth und Boas begegnen sich. Es gibt mehrere Kunstwerke, die diese Begegnnung bildlich darstellen

Weil Ruth nun mengenweise Getreide auf den Feldern Boas‘ vorfindet, kommt sie jeden Tag dort hin, um es einzusammeln. Boas, stets der Schutzherr, sorgt dafür, dass Ruth von seinen Arbeitern weder angepöbelt noch sexuell belästigt wird. Ruth und Boas sind zwar an einander interessiert, machen aber wegen der Unterschiede an Alter, gesellschaftlicher Stellung und nationaler Herkunft keine Annäherungsversuche. Hier übernimmt Naemi die Vermittlerrolle. Sie unterweist Ruth, sich eines Nachts furchtlos neben Boas schlafen zu legen, nachdem dieser das Einbringen der Ernte gefeiert hat. Boas versteht dies als eine Art Heiratsantrag und beschließt, Ruth zu heiraten.

Boas, der verwandte Erlöser (hebräisch: Goel)

Doch die Situation ist komplizierter als die gegenseitige Liebe der beiden. Neomi ist eine Verwandte des Boas; und da Ruth ihre Schwiegertochter ist, ist auch sie durch Einheirat mit Boas verwandt. Boas musste sie als “Goel” – als verwandter Erlöser – heiraten. Das bedeutete, dass er sie gemäß dem mosaischen Gesetz “im Namen” ihres ersten Ehemanns (Neomis Sohn) heiraten müsste, um so für sie sorgen zu können. Dazu gehörte auch, dass Boas die Felder von Neomis Familie aufkaufen müsste. Obschon das Boas ziemliche Kosten verursachte, war es nicht das größte Hindernis. Es gab da noch einen näheren Verwandten, der das Vorkaufsrecht auf die Felder der Familie Neomis hatte (und ebenso das Erstrecht darauf, Ruth zu ehelichen). Folglich hing eine Heirat von Ruth mit Boas davon ab, ob ein anderer Verwandter die Verpflichtung übernehmen wollte, für Neomi und Ruth zu sorgen. Bei einer öffentlichen Versammlung der Stadtältesten lehnte dieser Inhaber des Vorrechts die Heirat ab, da sie für seine Besitztümer ein Risiko darstellte. Somit hatte Boas freie Hand, Neomis Familienbesitz aufzukaufen (zu “erlösen”) und Ruth zu heiraten.

Das Vermächtnis von Ruth und Boas

In ihrer Ehe hatten sie ein Kind namens Obed, der seinerseits der Großvater König Davids wurde. David wurde verheißen, dass “ein Gesalbter‘ (griech. ein “Christus”) aus seiner Familie kommen würde. Weitere Prophezeiungen folgten, und schließlich wurde Jesus Christus in Bethlehem geboren, in demselben Ort, wo Ruth und Boas sich vor langer Zeit begegnet waren. Ihre romantische Begegnung, Heirat und Stammeslinie resultierte in einem Nachkommen, der heute die Grundlage unseres modernen Kalenders und globaler Feiertage wie Weihnachten und Ostern darstellt – nicht schlecht für eine romantische Begegnung vor über 3000 Jahren in einem staubigen Dorf!

Vorstellung einer größeren Liebesgeschichte

Ritterlichkeit und Respekt zeichneten den vermögenden und einflussreichen Boas darin aus, wie er mit Ruth, einer mittellosen Ausländerin, umging. Darin ist er ein Vorbild im Gegensatz zu den Belästigungen und Ausbeutungen, gegen die sich die heutige #MeToo-Bewegung richtet. Der geschichtlich außerordentliche Einfluss der Familie, die aus dieser romantischen Begegnung und Eheschließung hervorging, und die jedesmal ersichtlich ist, wenn wir auf unseren elektronischen Geräten das Datum ablesen, ist das bleibende Vermächtnis dieser Liebesgeschichte. Doch die Liebesgeschichte von Ruth und Boas ist ebenso das Bild einer noch größeren Liebe – einer Liebe, zu der du und ich eingeladen sind.

Die Bibel meint uns in einer Weise, die uns an Ruth erinnert, wenn sie sagt:

Und ich will sie mir im Land ansäen und mich über die “Unbegnadigte” erbarmen  (Hosea 2:25)

Der alttestamentliche Prophet Hosea (ca. 750 v.Chr.) benutzte die Versöhnung, die in seiner eigenen gescheiterten Ehe stattfand, als ein Bild der Liebe Gottes, die uns zu ihm hinzieht. Ähnlich wie Ruth, die als eine Ungeliebte ins Land kam, dann aber bei Boas Liebe fand, will Gott seine Liebe selbst denen erweisen, die sich weit entfernt von seiner Liebe wähnen. Dies wird im Neuen Testament zitiert (Römer 9,25), um zu zeigen, wie weit Gott in seiner Liebe den ihm Fernstehenden entgegenkommt.

Worin zeigt sich seine Liebe? Jesus, der Nachkomme von Boas und Ruth, ist der im Fleisch gekommene Gott und somit unser “verwandter Erlöser”, wie Boas es für Ruth war. Jesus zahlte unsere Sündenschuld vor Gott, als er auf Golgatha gekreuzigt wurde; und so heißt es in…

… der sich selbst für uns hingegeben hat, um uns von aller Gesetzlosigkeit zu erlösen und für sich selbst ein Volk zum besonderen Eigentum zu reinigen, das eifrig ist, gute Werke zu tun. (Titus 2:14)

So wie Boas als “verwandter Erlöser” den Preis zahlte, um Ruth zu erlösen (loszukaufen), ist auch Jesus unser “verwandter Erlöser”, der den Preis mit seinem Leben bezahlte, um uns zu erlösen.

Ein Vorbild für unsere Ehen

Die Art und Weise wie Jesus (und Boas) den Erlösungspreis zahlten und so die Braut gewannen, ist ein Vorbild für den Aufbau unserer Ehen. Die Bibel erläutert, wie wir unsere Ehen gründen und erhalten können: 

21 Ordnet euch einander unter in der Furcht Gottes! 22 Ihr Frauen, ordnet euch euren eigenen Männern unter als dem Herrn; 23 denn der Mann ist das Haupt der Frau, wie auch der Christus das Haupt der Gemeinde ist; und er ist der Retter des Leibes. 24 Wie nun die Gemeinde sich dem Christus unterordnet, so auch die Frauen ihren eigenen Männern in allem.

25 Ihr Männer, liebt eure Frauen, gleichwie auch der Christus die Gemeinde geliebt hat und sich selbst für sie hingegeben hat, 26 damit er sie heilige, nachdem er sie gereinigt hat durch das Wasserbad im Wort, 27 damit er sie sich selbst darstelle als eine Gemeinde, die herrlich sei, sodass sie weder Flecken noch Runzeln noch etwas Ähnliches habe, sondern dass sie heilig und tadellos sei.

28 Ebenso sind die Männer verpflichtet, ihre eigenen Frauen zu lieben wie ihre eigenen Leiber; wer seine Frau liebt, der liebt sich selbst. 29 Denn niemand hat je sein eigenes Fleisch gehasst, sondern er nährt und pflegt es, gleichwie der Herr die Gemeinde.

30 Denn wir sind Glieder seines Leibes, von seinem Fleisch und von seinem Gebein. 31 ”Deshalb wird ein Mann seinen Vater und seine Mutter verlassen und seiner Frau anhängen[d], und die zwei werden ein Fleisch sein”.

32 Dieses Geheimnis ist groß; ich aber deute es auf Christus und auf die Gemeinde. 33 Doch auch ihr — jeder von euch liebe seine Frau so wie sich selbst; die Frau aber erweise dem Mann Ehrfurcht. (Epheser 5:21-33)

Boas und Ruth gründeten ihre Ehe auf Liebe und Respekt; ebenso ist Jesu Fürsorge für seine Gemeinde ein Vorbild für Ehemänner, aufopferungsbereit ihre Ehefrauen zu lieben. Wir täten daher gut daran, unsere Ehen nach denselben Werten auszurichten.

Eine Hochzeitseinladung an dich und mich

Wie es sich für alle guten Liebesgeschichten gehört, endet die Bibel mit einer Hochzeit. So wie Boas den Preis zahlte, der die Erlösung Ruths und ihre anschließende Hochzeit ermöglichte, hat der Preis, den Jesus zahlte, unserer himmlischen Hochzeit den Weg geebnet. Diese Hochzeit ist nicht bildlich, sondern wirklich gemeint. Alle, die diese Einladung zur Hochzeit annehmen, werden “die Braut Christi” genannt. So steht es in…

Lasst uns fröhlich sein und jubeln und ihm die Ehre geben! Denn die Hochzeit des Lammes ist gekommen, und seine Frau hat sich bereit gemacht. (Offenbarung 19:7)

Alle, die das Erlösungsangebot Jesu annehmen, gehören zu seiner “Braut”. Diese Hochzeit im Himmel wird uns allen angeboten. Die Bibel schließt mit dieser Einladung an mich und dich, als Chrsti Braut an dieser Hochzeit teilzunehmen.

 Und der Geist und die Braut sprechen: Komm! Und wer es hört, der spreche: Komm! Und wen da dürstet, der komme; und wer da will, der nehme das Wasser des Lebens umsonst! (Offenbarung 22:17)

Die Beziehung zwischen Ruth und Boas ist ein Vorbild der Liebe, das sich heute noch auswirkt. Sie ist ein Bild des himmlischen Liebesverhältnisses Gottes zu uns. Er wird sich mit all denen vermählen, die seinen “Heiratsantrag” annehmen. Wie bei allen Heiratsanträgen, sollte sein Angebot erwägt und geprüft werden, ob es zu akzeptieren ist oder nicht. Beginne hier mit dem dargelegten Plan am Anfang, hier, um zu sehen, wie ernst Gott es meint, hier, wie der Erlöser den Preis zahlte, and hier, um festzustellen wie alles bereits vor langer Zeit vorhergesagt worden war, so dass wir wissen dürfen, dass es sich wirklich um Gottes Antrag handelt.

Hat Moses den Torah geschrieben?

Zwei Ereignisse sind vor kurzem geschehen, die uns die Tiefe der Frage zeigen, die über 100 Jahre erörtert wurde: hat Moses den Torah geschrieben?

Was ist der Torah? Wer hat ihn geschrieben?

Die ersten fünf Bücher in der Bibel (1., 2., 3., 4. und 5. Buch Moses) werden von den Juden in dem Torah zusammengefaßt. Die Christen/Westlichen nennen sie den Pentateuch, und die Muslime nennen diese Sammlung Taurat. Die Tatsache, daß alle drei monotheistische Glaubensrichtungen diese Schreiben anerkennen, ist für deren kulturelle, historische und religiöse Grundlage wichtig. Bis auf den heutigen Tag haben unzählige jüdische, christliche und islamische Gelehrte diese Schreiben untersucht.

Jesus zitierte oft aus dem Torah. Sogar, als verschiedene Gelehrte aus verschiedenen Religionen mit einander wegen der Übersetzung und der Auslegung stritten, mussten sie doch zugeben, daß Moses wirklich den Torah 1500 – 1400 v.Ch. geschrieben hat.

Moses und die bestätigte Vermutung

Das hat sich im späten 19. Jahrhundert geändert, als westliche Gelehrte eine neue Idee vertreten haben, nämlich  daß Moses den Pentateuch nicht geschrieben hat, sondern, daß diese Schriften viel später von unbekannten Menschen  zusammengesetzt wurden, als man Schriftstücke fand, die früher geschrieben wurden. Das Schriftstück, bekannt als „Die Urkunden- hypothese“, hebt hervor, daß der Stoff von wenigstens 4 Schreibern verfaßt wurde. Diese Schreiber sind wie folgt: J = Jehova, E = Elohim, D =  Deuteronomium und P = Priester. Diese Sammlung ist während der Monarchie Davids angefangen (9. Jahrhundert v.Ch.) und erst einige Jahrhunderte später fertiggestellt worden, als die Juden im 5. Jahrhundert v.Ch. aus dem Exil zurückkamen.

Diese Ansicht vertritt den Standpunkt, daß der Torah gänzlich ein Erzeugnis

aus unbekannten Quellen ist, und von unbekannten Menschen zusammengestellt wurde.

Die Urkundenhypohese ist von einem Deutschen Gelehrten, Wellhausen (1844 – 1918), gefördert worden. Zuerst hat er nachgeprüft, daß die Schriften

1500 v.Ch. nicht existiert haben, daß die Menschheit damals zu primitiv gewesen ist, und deshalb konnte der Torah nicht geschrieben sein. (Eigentlich wurden inzwischen Schriftstücke gefunden, die weitaus älter sind z.B. die Ebla Tafeln, die älter als 2000 v.Ch. sind.) Also  ist sein erstes Argument nicht mehr gültig. Außerdem hat er darauf hingewiesen, daß zwei Namen für Gott in dem Torah gebraucht wurden. Der erste, Elohim, wird in englischen Bibeln oft as „Gott“ übersetzt. Der zweite, Yahweh, wird oft als „Gott, der Herr“ übersetzt. Sie sehen im 1. Kapitel im 1. Buch Mose das Wort „Elohim“ aber schon im 2. Kapitel desselben Buches wird das Wort  „Yahweh“ gebraucht. Wenn man den Torah liest, wird man merken daß im Text mal dieses, mal jenes Wort gebraucht wird. Wellhausen war der Meinung, daß das ein Beweis sei, daß der Stoff aus zwei Quellen (von zwei verschiedenen Schreibern kommt, die sich J und E nennen), und daß später diese beiden in ein Schriftstück zusammengefaßt wurden. Diese Ansicht brauchte mehr Material, und so wurden die Schreiber D und P dazu genommen. Manche vertreten die Ansicht, daß noch mehr Schreiber dazugenommen wurden.

Ansicht der modernen Gelehrten und Moses

Obwohl die Einzelheiten der Urkundenhypothese von den Menschen, die eine neue Theorie verteidigen wollen, beanstandet wurde, so ist man sich einig geworden, daß der Torah von mehreren Menschen geschrieben wurde. Seine Entwicklung  geht über Jahrhunderte bis es 500 v.Ch. die heutige Form bekommen hat. „Gewiß hatte Moses Mitte des zweiten Jahrtausends nichts damit zu tun“, sagen die modernen Gelehrten.

William Dever und der Pentateuch

Denken wir über die folgenden Zitate von William Dever, einem bekannten biblischen Archeologen, nach.

 „Es ist allgemein angenommen, daß das 5. Buch Mose viel später zu dem Pentateuch dazugenommen wurde (vielleicht nicht eher als Ende des 7. Jahrhunderts v.Ch.)“

Dever 2003 Wer waren die Ersten Israeliten and wo kamen sie her? Seite 37

Klar, daß wenn die ersten Bücher der Bibel viel später geschrieben wurden, daß die folgenden Bücher eben noch später geschrieben wurden. Im Grunde genommen, beeinflußt das die ganze Zeittabelle des Alten Testaments. Sehen wir uns an wie Dever das Buch Josua beurteilt, der der Nachfolger Moses ist.

„Wir haben schon den allgemeinen Charakter der „Deuteronomischen Geschichte“ besprochen (die Zeit von 5. Buch Mose bis 2. Könige). In dieser Zeit spielt Josua eine wichtige Rolle. Wir sehen, daß die gegenwärtig vorherrschenden Gelehrten diese Zusammenstellung und die erste Bearbeitung dieser großen nationalen Heldengeschichte in die Zeit von ungefähr Ende  der Isaelischen Monarchie, vielleicht in die Regierungszeit von Josiah (640 – 609 v.Ch.) setzen. Aber die Bearbeiter haben anscheinend viele verschiedene „Quellen“ gebraucht.

Also müssen wir den besonderen Charakter der Quellen, die gebraucht wurden um das Buch Josua  zu schreiben, näher untersuchen.

(es steht fest, daß Josua das Buch nicht geschrieben hat! “   Seite 38

Der Ton und die Gewißheit sind die gleichen, wie ich sie in einem Universitätskursus über die Bibel gelernt habe. Alle Gelehrten „wissen“, daß  der allgemein angenommene Schreiber das Buch nicht geschrieben hat. Klar, daß es Hunderte von Jahren später in der Zeit der Davidischen Dynastie geschrieben wurde. Aber wie wollen sie das „wissen“?

Der Torah, Rollen vom Toten Meer und wichtige Ereignisse in der menschlichen Geschichte

ten-commandments-in-dssDieses bringt uns zu zwei Begebenheiten, die für unsere Frage schwerwiegend sind. Im Frühling 2015 hat die Gesellschaft für Israelische Antiquitäten zum ersten mal die älteste Kopie der 10 Gebote, den wichtigsten Teil des Torah, für die öffentliche Besichtigung ausgestellt. Diese Kopie war ein Teil einer 14-teiligen Ausstellung, die die wichtigsten Momente der Geschichte untersucht. Mit anderen Worten gesagt: die Leitung des Museums hatte beschlossen, daß die Herausgabe der 10 Gebote eines der 14 wichtigsten Geschehnisse der Geschichte ist. Das ist sehr wichtig!

 Die 10 Gebote in den Rollen vom Toten Meer, einem Teil des Torah

Als ein Teil der Sammlung der Rollen vom Toten Meer wird die älteste Kopie der 10 Gebote auf 2000 Jahre alt geschätzt und ist durch das Alter so zerbrechlich, daß sie nur auf wenige Wochen ausgestellt werden kann. Mit 2000 Jahren ist sie alt, doch ist sie jung, wenn man sie mit Daten von 1500 v.Ch., (des allgemein angenommenen Abschluß des Torah) oder 500 v.Ch. (der Zeitrechnung der  modernen Gelehrten) vergleicht. Das trägt nichts zur Antwort der Frage bei: wer den Torah geschrieben hat.  Die Zeitspanne dieser Ansichten ist zu groß, um anhand der ältesten Kopie  der 10 Gebote uns einen Wink zu geben wer diese 10 Gebote geschrieben hat, die zu den 14 wichtigsten Ereignissen der Geschichte gehören.

Der Pentateuch in Palmyra

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Inschrift in Palmyra

2015 hat der Islamische Staat Palmyra in einem blutigen Bürgerkrieg in Syrien eingenommen. Wenn der Islamische Staat eine Stadt einnimmt, ist meistens ein Grund zur Besorgnis vorhanden, daß Greueltaten verübt werden. Palmyra hatte eine zusätzliche Sorge, nämlich. daß diese Stadt eine UNESCO Weltschutzstadt ist, weil dort gut erhaltene Ruinen von uralten Zivilisationen sind, darunter persische, griechische und römische Kunsterzeugnisse und Geräte. Über einem alten Eingang sind die ersten Verse des jüdischen Shema Gebets aus dem 5. Buch Mose 6; 4 -9  eingemeißelt. Hier sehen wir den großen Einfluß des 5. Buche Mose und sein Alterswert.  Doch auch diese uralten Kunstgegenstände sind noch nicht alt genug, um den Ursprung des Pentateuch zu erfahren.

„Jerusalem“, „Zion“, die Juden und der Torah: nur Moses konnte das überbrücken

Man könnte annehmen, daß man durch die textlichen und archäologischen Funde und durch die modernen Theorien der Gelehrten, die nur darauf aus sind, gegen Moses zu arbeiten,  daß es hoffnungslos ist, diese Frage zu beantworten. Die Religiösen (Juden, Christen oder Muslime) können diese Frage nur auf Glauben beruhend mit „Mose“ beantworten, während die weltlichen Gelehrten nach unreligiösen Gründen der Entstehung des Pentateuchs forschen und dabei auf unklare Spekulationen stoßen.

Eigentlich ist es möglich, ganz einfach darüber Klarheit zu bekommen.Durch die Internetverbindung können auch Sie darüber nachforschen. Suchen Sie durch den Torah und dann nach dem Wort „Jerusalem“. Sie werden feststellen, daß das Wort „Jerusalem“ erst im Buch Josua erwähnt wird. Also, in keinem Buch Moses – vom 1. bis zum 5. – kommt das Wort „Jerusalem“ vor. Wie vor vielen tausend Jahren, so ist auch heute Jerusalem das Zentrum der jüdischen Welt. Seine Bedeutung ist für die Juden so viel wie Mecca für die Muslime oder Rom für die Katholiken. Aus diesem Grund kommt das Wort „Jerusalem“ 655 mal im Alten Testament vor und 146 im neuen Testament. Es wird 229 mal in den Büchern der Könige und der Chronik gebraucht, aber nicht ein einziges Mal in dem Torah. Das gleichbedeutende Wort „Zion“ kommt in dem Torah auch kein einziges mal vor. Zum ersten mal lesen wir das Wort „Zion“ im 2. Buch Samuels. Interessanter Weise wird das Wort „Zion“ zum Ende des Alten Testaments 161 Mal gebraucht. Wollen wir einen Auschnitt aus den Psalmen untersuchen, der in der Periode geschrieben wurde, als die Juden in der Verbannung waren (6. Jahrhundert v. Ch.). Dabei merken wir wie wichtig Jerusalem/Zion den Juden damals war.

Psalm 137; 1 – 6

„An den Wassern zu Babel saßen wir und weinten, wenn wir an Zion gedachten.

Unsere Harfen hängten wir an die Weiden dort im Lande.

Denn die uns gefangen hielten, hießen uns dort singen und in unserm Heulen fröhlich sein: „singet uns ein Lied von Zion“.

Wie könnten wir das Lied des Herrn singen in fremdem Lande?

Vergesse ich dich, Jerusalem, so verdorre meine Rechte.

Meine Zunge soll an meinem Gaumen kleben, wenn ich deiner nicht gedenke, wenn ich nicht lasse Jerusalem meine höchste Freude sein.“

Jerusalem ist während Davids Dynasty gegründet worden und wurde schnell das Heiligtum der Juden nachdem der erste Tempel (ca 960 v. Ch.) gebaut wurde. Es ist noch heute so. Trotzdem behaupten moderne Gelehrte, gleich welcher Dokumentartheorie sie folgen, daß der Schreiber „Priester“ gewissenhaft den ganzen Torah korrigiert zusammengestellt hat. – über viele Jahrhunderte als ihre Verbundenheit den Höhepunkt erreicht hatte, haben sie den ganzen Torah mit über 80,000 Worten zusammengestellt ohne ein einziges Mal die Worte „Jerusalem“ oder „Zion“ zu gebrauchen! Während dieser Arbeit lebten diese Schreiber damals sogar in Jerusalem. In dieser Zeit haben diese Priester auch gleichzeitig an anderen Büchern gearbeitet (Könige, Chronik und Samuel u.s.w.), die das Wort „Jerusalem“ mehr als 600 mal gebraucht haben und das Wort „Zion“ mehr als 100 mal.

Mein Glaube ist zu schwach, um an solche fantastischen Ideen zu glauben.  Moderne Gelehrte können aus irgendeinem Grunde die klare einfache Tatsache nicht sehen. Sie behaupten, daß sie die kleinsten Tatsachen deuten können. Der Pentateuch erwähnt nichts von „Jerusalem“ oder „Zion“, und er muß deshalb vor Davids Monarchie in 1000 v. Ch.  zusammengestellt worden sein. Eine Arbeitsgruppe, die gegen Mose arbeitete, würde ganz bestimmt die Gelegenheit wahrnehmen, die Worte „Jerusalem“ und „Zion“  zu benutzen während sie den Torah in Jerusalem, dem damaligen Hauptsitz, bearbeiteten.

Die Tatsache, daß die Worte „Jerusalem“ und „Zion“ in dem Torah nicht vorkommen ist noch kein Beweis dafür, daß Mose den Torah geschrieben hat, doch ist es ein Beweis, daß die Schriften dazu vor der Gründung Jerusalems (1000 v.Ch.) zusammengestellt wurden. Damit sind alle Ansichten und alle moderne Theorien, daß der Torah um 500 v.Ch. zusammengestellt wurde, null und nichtig. Die einzige Möglichkeit, die nach dem Zusammenstoß mit modernen Theorien besteht, ist: Mose.

Jesus oder der Weihnachtsmann – Wer ergibt die bessere Weihnachtsgeschichte?

Weihnachten (mancherorts auch Christfest genannt) pflegte traditionell von der Geburt Jesu zu handeln. Die Evangeliumsberichte von der Jungfrauengeburt, von Engeln, die den Hirten erschienen, und von den Weisen, die weither gereist kamen, um das Baby Jesus in einer Krippe zu sehen, ergaben für unsere Urgroßeltern eine überzeugende Geschichte. Ihre Generation fügte dann noch weitere Symbole hinzu, wie Weihnachtskrippen, -bäume, -lichter, -musik und Krippenspiele, um der Weihnachtsfeier ein festliches Fundament zu geben – und das führte schließlich zu dem größten Riesenrummel aller Festlichkeiten, wie wir ihn heutzutage vorfinden.

Seither aber, und zwar vielleicht wegen der zunehmenden Verweltlichung und den damit einhergehenden Zweifeln an der Weihnachtsgeschichte (“Ach, komm!… eine Jungfrauengeburt – wirklich?”), hat sich die Kultur geändert und die Geschichte in ein Märchen vom Weihnachtsmann und  seiner Gabenmission an Buben und Mädchen verwandelt, denen es gelungen ist, nicht in die Liste der bösen Kinder eingetragen zu werden. Für Kinder ist das ja eine großartige Geschichte; und man kann sie letztendlich ohne Weiteres weglassen, da man sie ohnehin nicht für wahr gehalten hat – eben nur für ein schönes Hirngespinnst. Zudem scheint es ja eine bessere Geschichte in unserer moderen Welt zu sein, die uns von der harschen Wirklichkeit des Lebens ablenkt und es uns gestattet, mit unseren Kindern Spaß zu haben. Also herrscht der Weihnachtsmann im Radio oder Fernsehen vor, und “Frohe Feiertage!” oder “Frohes Fest!” klingt allemal unverfänglicher als “Fröhliche Weihnachten!” oder gar “Frohes Christfest!” Da kann man ja nicht falsch liegen in einer Welt voller Zweifel, in der man Angst haben muss, jemanden mit “politischer Unkorrektheit” zu beleidigen. So ist man froh, eine Jahreszeit zu haben, in der man so tun kann als ob.

Gute Geschichten haben mir schon immer gefallen. Ob Mythos (wie Der Herr der Ringe), Science-Fiction (wie Star Wars), oder historisch (wie Braveheart), eine Geschichte mit schier unüberwindlicher Herausforderung oder Bedrohung, ein echter Held, und eine Handlung, in welcher der Held den Bösewicht bezwingt, aber auf erstaunliche Weise, das habe ich gern. Durch ein Drama von großem Ausmaß haben gute Geschichten mich schon immer fasziniert.

Erst als ich mir nochmals die biblische Weihnachtsgeschichte angeschaut hatte, einschließlich der Zeit vor den Evangeliumsberichten über die Geburt Jesu, ging mir auf, dass diese auch eine großartige Geschichte war, mit einer Handlung und Tiefe, die sie mit allen Klassikern aufnehmen kann. Selbst wenn man sie als bloße Erzählung betrachtet, übertriifft die biblische Weihnachtsgeschichte das Ersatzmärchen vom Weihnachtsmann in jedweder Hinischt. Aber um das zu erkennen, muss man die biblische Weihnachtsgeschichte schon begreifen, wie sie gedacht war: nämlich als ein Kapitel aus einem langen Epos, das das Weltall und die gesamt Menschheit umfasst.

Die biblische Weihnachtsgeschichte vom Anfang an

Diese Weihnachtsgeschicht fäng eigentlich mit einem Schöpfer an. Er erschafft alles, was existiert, einschließlich eines Wesens von großer Macht, Intelligenz und Schönheit, das der Schöpfer Morgenstern (hebr. Sohn der Morgenröte) oder auch Luzifer (Lichtträger) nannte. Luzifer tritt als der Widersacher des Schöpfers auf – und so entstand ein Machtkampf, der das Weltall umfasst. Zudem hat der Schöpfer die Menschheit in Seinem Ebenbild erschaffen, so dass wir Menschen emotional und intellektuell veranlagt sind und die Kraft haben, Entscheidungen zu treffen. Dem Widersacher gelingt in der Kopf-an-Kopf Rivalität ein erster Erfolg – und er setzt damit eine Ereigniskette in Bewegung, die in der Verderbtheit der Menschen resultiert, so dass sie emotional, geistig und willensmäßig nicht länger so funktionieren, wie sie es ursprünglich taten. So wie ein Komputervirus verheerenden Schaden in unserem Komputer anrichten kann, treibt nunmehr ein Virus sein Unwesen in der Menschheit, und so kommt es zur Sünde – einem Verfehlen des Ziels, das zu all dem Unheil führte, welches wir heute in der Welt vorfinden.

Was würde der Schüpfer nun tun? Seine unendliche Macht einsetzen und die Menschen vernichten oder den Widersacher gefangen setzen? Hier nimmt die Handlung eine überraschende Wendung. Anstatt wie ein kosmischer Supermann mit Gewalt und Macht zu reagieren, gibt der Schöpfer eine Verheißung in der Form eines Rätsels. Das Rätsel des Schöpfers spricht geheimnisvoll von „der Frau“ und „ihrem Samen“, der als „er“ beschrieben wird. Dieser „er“ sollte dem Widersacher „den Kopf zertreten“. Das war auch schon alles! Wer dieser „er“ sein sollte oder die „Frau“, und wie genau sich alles zutragen sollte – und wann, wurde nicht klar erwähnt. Der Widersacher musste sich nun den nächsten Schachzug überlegen, und die ersten Menschen mussten sich wohl wundern, wie – und ob überhaupt – das Rätsel sich lösen würde.

Die weitere Entwicklung der Geschichte – durch einen Mann und ein Volk

Das Drama spitzt sich zu, als Jahrhunderte später ein weiteres Rätsel hinzu kommt; diesmal an einen Reisenden. Dieses Rätsel war einzigartig in seiner Verheißung eines Segens für „alle Völker“. Wie beim Weihnachtsmann an Heiligabend sollte  diese Verheißung allen Völkern auf Erden zukommen – zu denen eben auch Sie und ich gehören. Danach, anders als eine Wortverkündigung, wurde auf einem abgelegenen Bergesgipfel ein merkwürdiges Drama aufgeführt. Einer Aufführung gleich, war dies Drama ein Vorausblick auf etwas, das sich erst in der „Zukunft“ auf diesem entlegenen Berg zutragen sollte. Das Was, Wann, Wie und mit Wem wurde jedoch auch hier nicht direkt gesagt. Diese Einzelheiten blieben weiterhin ein Geheimnis. Ungefähr 400 Jahre später geschah ein gleichermaßen merkwürdiges Drama mit einem Nachkommen desselben Mannes, diesmal in einem anderen Land, das einen Kalender einführte, der heute noch gilt und in seinem Jahreslauf bedeutungsträchtige Markierungen enthält.

Ein Königshaus erweitert die Geschichte

Nach weiteren 500 Jahren beginnt ein neues Kapitel in diesem Epos. Ein gewisser Titel – dem das heutige Wort Christfest zugrunde liegt – bezog sich auf ein königliches Herrscherhaus. Obschon der Titel sich auf Generationen erstreckt, wie  bei der jetzigen britischen Monarchie, betrifft er bei diesem Herrscherhaus doch nur eine zukünftige spezifische Person von weltweiter Bedeutung.

Diese königliche Dynastie, obwohl sie so verheißungsvoll begann, wurde leider  zerstört. Wie ein Baum, der von seinen Wurzeln abgeschlagen wird, wurde dieses Herrscherhaus zerschmettert, so dass lediglich ein Stumpf übrig blieb. Nun, dieser Stumpf war jedoch nicht ganz tot. In der Tat gab es ein weiteres Rätsel, das die Verheißung von einem Spross enthielt, der eines Tages diesem scheinbar toten Stumpf entspringen sollte.

Hinweise auf die einzigartige Person, um die es in der Weihnacht (oder im Christfest) geht

Mit der Ausschaltung des Königshauses begann der Strom der Verheißungen, die alle geichermaßen geheimnisvoll waren, noch rascher zu fließen, und zwar durch mehrere Personen aus unterschiedlichen Gesellschaftsschichten, Ländern und Kulturen. Es kam zu Zeitangaben über das Aufkeimen des Sprosses, und sogar ein Name wurde angekündigt, wenn auch bildhaft verschleiert. Was jedoch nicht verborgen wurde, war ein besonderes „Zeichen“, das den Sproß begleiten sollte. Dies kristallklare Zeichen lautete:

„Darum wird euch der Herr selbst ein Zeichen geben: Siehe, die Jungfrau wird schwanger werden und einen Sohn gebären und wird ihm den Namen Immanuel geben.“ (Jesaja 7,14; ca. 750 v.Chr)

Obgleich diese Verheißung zwar klar und unmissverständlich zu sein schien (und scheinbar unerfüllbar), war die Notwendigkeit eines solchen Zeichens doch nicht klar. Warum sollte es nötig sein, einen menschlichen Vater auszuschalten? War der Schöpfer etwa gegen Sex? In der Erläuterung über die Auswirkung dieser Geburt wies das Rätsel zurück auf das Sündenvirus, das die gesamte Menschheit verseucht hatte. Die Gattung Mensch brauchte einen Neustart, um dieses Virus auszumerzen.

Aber das vertiefte das Geheimnis nur noch. Denn gleich nach Ankündigung der Jungfrauengeburt fuhr der Seher mit weiteren merkwürdigen Voraussagen in Bezug auf das Erscheinen des Sohnes fort:

23„… so wird er in der letzten Zeit den Weg am See zu Ehren bringen, jenseits des Jordan, das Gebiet (wörtl. Galiläa) der Heiden—

1Das Volk, das in der Finsternis wandelt, hat ein großes Licht gesehen…

5Denn ein Kind ist uns geboren, ein Sohn ist uns gegeben; und die Herrschaft ruht auf seiner Schulter; und man nennt seinen Namen: Wunderbarer, Ratgeber, starker Gott, Ewig-Vater, Friedefürst.“ (Jesaja 8,23 und 9,1+5; Schlachter 2000)

Wie sollte das möglich sein, dass dieser „Sohn“ mit den Namen und dem Wesen des Schöpfers, der doch unendlich über der Menschheit steht, identisch sein würde? Sollte Gott denn tatsächlich Einer von uns werden? Ehe diese verwirrende Frage überhaupt erwägt werden konnte, wurde in einem Grabgesang der ganzen Geschichte noch ein grausames Ende verpasst. Oder war es wirklich ein Ende?

Das Drama, die Rätsel und Verflechtungen wurden allesamt vor tausenden von Jahren niedergeschrieben. Wer Hebräisch kann, vermag sie alle in einem der ältesten erhaltenen Schriftwerke nachzulesen – den Schriftrollen vom Toten Meer – erst vor ein paar Jahrzehnten aus der tiefen Antike aus ihrem Aufbewahrungsort zu Tage gefördert. Mit der letzten schriftlichen Botschaft begann eine lange Zeit der Erwartung. Würde sich das Drama entfalten wie beschrieben? War es denn tatsächlich möglich, dass sich alle diese rätselhaften Verflechtungen zur gleichen Zeit erfüllen könnten? Sowohl Gelehrte wie Ungelehrte grübelten die Jahrhunderte hindurch über diese Rätsel nach.

Wenn man das alles überspringt und gleich bei dem biblischen Weihnachtsgeschehen mit Jesus, den Hirten und den Weisen beginnt, verpasst man das Drama, die Spannung und Entwicklung der gesamten Handlung. Dann sieht man nicht die kosmische Geschichte. Stattdessen bleibt einem nur die antiquierte Überlieferung unserer Urgroßeltern. In Wirklichkeit war die Geburt Jesu jedoch der Anfang der Erfüllung und Auflösung der die Jahrhunderte überspannenden Rätsel. Diese Rätsel ließen den Widersacher im Ungewissen, und viele Menschen in hoffnungsvoller Erwartung.

Ein freies und gesichertes Weihnachtsgeschenk

Wenn man dies alles aber von Anfang an untersucht und versteht, erkennt man das große Geschehen. Doch was noch besser ist, Sie und ich erhalten die Gelegenheit, in der Entwicklung und Entfaltung dieser Geschichte eine perönliche Rolle zu spielen. So wie es zu Weihnachten ja um das Erhalten wie auch ums Geben von Geschenken von und an unsere Lieben geht, gipfelt diese Geschichte im Angebot einer Gabe an Sie und an mich. Um dieses Geschenk anzunehmen, bedarf es des Vertrauens in den Geber, derselben Art von Vertrauen, wie Abraham es hatte, als ihm Gott ein Geschenk anbot.

Was aber noch viel besser ist, gibt es jede Menge von Bestätigungen, dass es sich bei dieser biblischen Geschichte um begründete Tatsachen handelt. Anders als beim Weihnachtsmann, bei dem wir es gar nicht erst versuchen, Beweise herbei zu holen – etwa vom Nordpol oder für seinen am Himmel dahinfahrenden Rentierschlitten oder von Zeugen, die ihn in irgendeinem Schornstein festgesteckt gesehen haben. Nein, für die Geschichtlichkeit Jesu gibt es historische Bestätigungen – selbst für seine Jungfrauengeburt. Außerbiblische römische und jüdische Geschichtsschreiber beziehen sich auf ihn. Die Orte, an denen alle diese Rätsel aufgegeben wurden und an denen Jesus sich aufhielt, sind terra-firma Wirklichkeit. Es gibt Bethlehem, Jerusalem und den Berg Morija. Und da uns diese Geschichte vor ihrer Erfüllung niedergeschrieben wurde, haben wir auch die Bestätigung des einen Verfassers dieser Geschichte. Die Tatsache, dass Abraham, Mose, Jesaja, Daniel und die anderen Autoren bereits hunderte von Jahren vorher die Ereignisse der Geburt, des Lebens und Sterbens Jesu im Einzelnen beschreiben konnten, ist ein Beweis dafür, dass der Schöpfer – der allein die Zukunft kennt – der eigentliche Verfasser dieser Geschichte ist, samt seiner Einladung an Sie und an mich, persönlich mit Ihm daran teilzunehmen.

Wer sich in dieser Beziehung nicht die Mühe macht, wird auch diese Weihnachten lediglich verschiedene Geschichten vom Weihnachtsmann sehen und hören. Aber schon allein wegen einer guten Geschichte empfehle ich jedem die biblische Weihnachtsgeschichte. Sie ist um Vieles besser. Hier finden Sie die Geschichte (auf Englisch) aus den Evangelien von Matthäus und Lukas chronologisch zusammengestellt. Das sind weniger als 1300 Wörter, die man leicht in 5 Minuten überschauen kann. Man kann die darin enthaltenen Links öffnen, um festzustellen, wie der jeweilige Bericht auf dem tiefer liegenden Drama aufgebaut ist. Die bessere Erkenntnis lohnt sich allemal!

Möge es Ihnen ein frohes Weihnachts- oder Christfest bescheren!

Wie sieht die Geschichte der Juden aus?

Die Juden gehören zu einer der ältesten Völkergruppen in der heutigen Welt. Ihre Geschichte ist umfassend in der Bibel aufgezeichnet, bestätigt durch Historiker und archäologische Funde. Diese Tatsachen geben einen fortlaufenden Überblick über etwa 4000 Jahre.

Um die Geschichte der Israeliten (eine Bezeichnung aus dem Alten Testament für die Juden) übersichtlicher zu machen, werde ich Zeitspannen gebrauchen, die ihre Geschichte auf diese Quellen gründen.

Abraham: Stammbaum der Juden beginnt

Die Zeitlienie beginnt mit Abraham, einem der bekanntesten Menschen der alten Geschichte. Es wurde ihm versprochen, daß von ihm Nationen entstehen werden, und er hatte auch Schwierigkeiten mit Gott, deren Höhepunkt das symbolische Opfer seines Sohnes Isaak war. Dieses Opfer ist für viele Menschen heute noch ein unverständliches Geheimnis, denn es war ein Hinweis auf zukünftige Ereignisse. Die Zeitspanne folgt in grün der Zeit als die Israeliten in Ägypten Sklaven waren. Diese Periode began als Joseph, Enkel von Isaak, die Israeliten nach Ägypten führte, wo sie dann Sklaven wurden.

Moses: Die Juden zu einer Nation unter Gott

historische Zeitachse der jüdischen Geschichte: Abraham bis Moses

Sie lebten als Slaven von Pharaoh in Ägypten

Moses führte die Israeliten aus Ägypten durch das Einsetzen des genau so geheimnisvollen Passahmahls, das Israels Auszug aus Ägypten und die Ankunft im Land, das Abraham vor Jahrhunderten versprochen wurde.

Moses segnete Israel am Ende seines Lebens (Sehen Sie hier für weitere Details – in Englisch). Die Zeitspanne geht jetzt von grün auf gelb. Diese Segen und Flüche haben die Juden seitdem verfolgt, wie man aus der Geschichte ersehen kann.

historische Zeitachse der jüdischen Geschichte: Abraham bis auf David

Wohnen im Land – aber kein König in Jerusalem

Einige Jahrhunderte lang lebten Israeliten in diesem Land, aber sie hatten weder einen König noch war Jerusalem die Hauptstadt. Das Land gehörte anderen Völkern in dieser Zeit. Aber durch David änderte sich das um etwa 1000 v.C.

David beginnt eine königliche Dynastie in Jerusalem

historische Zeitachse der jüdischen Geschichte: Davids Dynastie Regeln in Jerusalem

Leben mit Königen aus Davids Zeiten, die in Jerusalem regierten

David besiegte Jerusalem und erklärte die Stadt zur Hauptstadt.  Er war es, die Verheißung eines kommenden „Christus“ empfangen.  Sein Sohn Salomo regierte als sein Nachfolger and baute den Ersten Jüdischen Tempel in Jerusalem. Die Nachkommen Davids regierten etwa 400 Jahre, und diese Periode ist in grün-blau (1000 – 600 v.C) angezeigt

Das war die glorreiche Periode für die Israeliten – sie fingen an, den versprochenen Segen zu sehen. Sie sind zu einer Weltmacht geworden, hatten eine erweiterte gesellschaftliche Ordnung, Kultur und ihren Tempel.  Mehrere Prophezeiungen eines kommenden „Zweiges“ von David begann in dieser Zeit.

Aber im Alten Testament wird auch von einem Abstieg der Gesellschaft und religiöser Korruption und Götteranbetung während dieser Zei erzählt. Viele Bücher des Alten Testaments sind in dieser Periode geschrieben und warnen vor den Flüchen, wenn die Juden sich nicht ändern würden.  Aber man hat diese Warnungen ignoriert.

Ersten jüdischen Exil: nach Babylon

Ungefähr um 600 v.C haben sich die Flüche bewahrheitet. Nebukadnezar, ein gewaltiger König von Babylon, kam – wie es Moses in seinem Fluch vorausgesagt hatte, als er schrieb:

„…der Herr wird ein Volk gegen dich senden, ….ein unbarmherziges Volk, das keinerlei Rückicht kennt gegen den Greis und sich auch des Kindes nicht erbarmt….Es wird dich einschließen in deinen Ortschaften bis deine hohen und festen Mauern umfallen..,“ (5. Mose, 28; 49-52)

Nebukadnezar besiegte Jerusalem, steckte die Stadt in Brand und vernichtete den Tempel, den Salomo gebaut hatte.  Dann nahm er die Israeliten gefangen und schickte die meisten in sein großes babylonisches Reich. Nur die armen Israeliten blieben zurück. Damit erfüllte sich die Prophezeiung Moses, daß

 „,,,,ihr aus dem Lande herausgerissen werdet, in das du jetzt einziehst um es in Besitz zu nehmen. Der Herr wird dich unter alle Völker von einem Ende der Erde zum anderen zerstreuen.“ (5. Mose 28, 63-64)

historische Zeitachse der jüdischen Geschichte: Die erste Exil nach Babylon

Besiegt und im Exil in Babylon

 

Also 70 Jahre, die Periode in rot angezeigt, lebten die Israeliten im Exil außerhalb des Landes, das ihnen versprochen war.

Rückkehr aus dem Exil unter den Persern

Dann, als der Persische Kaiser Cyrus kam und Babylon besiegte, wurde Cyrus der mächtigste Mensch der Welt. Er erließ ein Gesetz, das den Israeliten erlaubte, in ihr Land zurückzukehren.

historische Zeitachse der jüdischen Geschichte: die Rückkehr unter die Perser

Das Leben in einem Land, das ein Teil des Persischen Reiches ist.

Die Juden lebten nun nicht in einem selbständigen Land, sondern das Land war eine Provinz des großen Persischen Reiches. Dieser Zustand dauerte etwa 200 Jahre und ist in rosa eingezeichnet. In dieser Zeit wurde der jüdische Tempel in Jerusalem wieder aufgebaut (bekannt als der zweite Tempel).  In dieser Zeit wurden weitere „Zweiges“ Prophezeiungen aufgezeichnet. Die bedeutendste war, dass die Namen der Branche würde Jesus sein.

Periode der Griechen

Dann kam Alexander der Große, besiegte das Persische Reich und Israel wurde eine Provinz in seinem Griechischen Reich. Das dauerte etwa 200 Jahre an und ist in dunkelblau eingezeichnet.

historische Zeitachse der jüdischen Geschichte: Unter den Persern, Griechen und Römer

Das Leben in dem Land, das ein Teil des Griechischen Reiches war.

Periode der Römer

Dann besiegten die Römer das Griechische Reich, und sie wurden die dominierende Weltmacht. Wieder wurden die Israeliten eine Provinz in diesem Reich – dieses wird durch die hellgelbe Linie gezeigt. In dieser Zeit lebte Jesus. Daher werden römische Soldaten und der römische Governeur in den Evangelien erwähnt. Die Römer beherrschten das jüdische Land Israel, als Jesus lebte.

Das Leben in dem Land, das ein Teil des Römischen Reiches war.

Das Leben in dem Land, das ein Teil des Römischen Reiches war.

Zweiten jüdischen Exil: unter den Römern

Von der Zeit als die Babylonier (600 v.C.) Israel besiegt hatte, haben die Israeliten (oder Juden, wie sie heute genannt werden) nie eine eigene Regierung gehabt wie unter König David. Sie wurden von anderen Regierungen von anderen Völkern beherrscht. Die Israeliten verübelten das, und nach Jesus revoltierten sie gegen die römische Macht.

In diesem Krieg haben die Römer Jerusalem zerstört, verbrannten den zweiten Tempel und vertrieben die Juden als Sklaven in verschiedene Teile des Reiches. Das war die zweite Verbannung. Da das Reich so groß war, wurden die Juden gewissermaßen in die ganze Welt verstreut.

historische Zeitachse der jüdischen Geschichte: die zweite Zerstörung Jerusalems und die Zerstörung des Zweiten Tempels

Jerusalem und der Tempel im Jahre 70 AD zerstört; die Juden in aller Welt in Verbannung.

So lebten die Juden fast 2000 Jahre: zerstreut, geteilt, in fremden Ländern und nirgends als gleichberechtigte Bürger des Landes angesehen. Von Zeit zu Zeit mußten sie in verschiedenen Ländern unter Verfolgungen leiden. Das war hauptsächlich im christlichen Europa der Fall. Von Spanien, im westlichen Europa bis zu den Pogroms in Rußland haben die Juden unter unsicheren Umständen gelebt. Die Aussprüche Moses wurden lebhafte und genaue Beschreibungen der Lebensumstände.

„Unter den Völkern wirst du nicht zur Ruhe kommen. Es wird keine bleibende Stätte geben für deinen Fuß. Der Herr, dein Gott, wird dir daselbst ein zitterndes Herz, verschmachtende Augen und eine betrübte Seele geben.“ (5. Mose, 28, 65)

Der Fluch gegen die Israeliten bewirkte, daß die Völker sich fragten:

 „Warum hat der Herr es mit diesem Lande so gemacht, warum entbrannte sein gewaltiger Zorn? (5. Mose 29. 23)“.

Die Antwort darauf war:

 „Der Herr riß sie aus ihrem Boden und schleuderte sie in ein anderes Land“ (5. Mose 29, 27)

Die nächste Zeitspanne zeigt diese 2000-Jahr-Periode, die in der Bibel angekündigt wurde. Diese Periode ist als eine lange rote Linie eingezeichnet.

historische Zeitachse der jüdischen Geschichte: Juden in weltweit Exil seit 2000 Jahren

Geschichtliche Zeitspanne der Juden, die ihre zwei Perioden im Exil zeigt.

 

Diese Beweisführung zeigt, daß die Israeliten durch zwei Perioden im Exil gegangen sind; die zweite Periode dauerte viel länger als die erste (die von 600 – 30 v.C. dauerte).

 Die Verfolgung im 20. Jahrundert (Holocaust)

Die Verfolgung und Pogroms gegen die Juden haben ihen Höhepunkt erreicht. Die Nazis versuchten im 2.Weltkrieg, die in Europa lebenden Juden zu vernichen. Es ist durch ein mechanisches System fast gelungen; aber ein Rest der Juden hat dieses überlebt.

 Die moderne Wiedergeburt Israels

Durch die Vereinten Nationen wurde 1948 eine bemerkenswerte Wiedergeburt Israels möglich. Es ist bemerkenswert, daß die Juden sich noch immer Juden nannten, obwohl sie Jahrhunderte ohne Heimat waren.

Diese Tatsache ließ die letzten Worte Moses in Erfüllung gehen, die er 3500 Jahre vorher ausgesprochen hatte. Es waren Juden da, die diese letzte Prophezeihung Moses erleben konnten.

 „…dann wird der Herr, dein Gott, dein Geschick wenden und sich deiner erbarmen und dich wiederum sammeln aus allen Völkern, unter die der Herr, dein Gott, dich zerstreut hat. Wenn auch deine Vertriebenen am Ende des Himmels wären, so wird der Herr, dein Gott, dich doch von dort sammeln und abholen.“ (5. Mose 30, 3-4)

Genauso bemerkenswert ist die Tatsache, daß der Staat unter viel Opposition gegründet wurde.

Die meisten Nachbarländer führten Kriege gegen Israel: 1948, 1956, 1967 und 1973. Das kleine Land Israel hat manchmal gegen fünf Nationen auf einmal gekämpft. Aber sie wurden nicht vernichtet, sondern ihre Länder wurden größer. In dem Krieg von 1967 bekam Israel Jerusalem zurück, die historische Hauptstadt, die David vor 3000 Jahren gegründet hatte.

Die Gründung des Staates Israel und die Resultate der folgenden Kriege wurden die Basis für eigensinnige Konflikte und politische Probleme.  Eigenartig, wie die Worte Moses von vor so vielen Jahren sich noch heute bewahrheiten, und sehr Wenige wissen das.

Warum schuf ein Guter Gott einen Bösen Teufel?

Wir haben in dem Artikel über den Sündenfall der Menschheit gesehen dass Satan diese Tragödie in dem 1. Buch Mose in der Aufmachung einer Schlange orchestriert. Dies wirft nun eine wichtige Frage auf: Warum würde Gott einen bösen Teufel (das Wort bedeutet ‚Widersacher‘) schaffen, der dann seine gute Schöpfung verdirbt?

Luzifer – Der Leuchtende

Vielmehr berichtet die Bibel dass Gott eigentlich ein starkes, intelligentes und herrliches Engelswesen (das Haupt aller Engel) mit namens Luzifer (‚der Leuchtende‘) schuf, und dass dieses sehr gut war. Aber Luzifer hatte einen Willen mit dem er frei entscheiden konnte. Eine Stelle in Jesaja 14 zeichnet die Wahl auf die vor ihm lag.

Wie bist du vom Himmel gefallen, du schöner Morgenstern! Wie wurdest du zu Boden geschlagen, der du alle Völker niederschlugst! Du aber gedachtest in deinem Herzen: „Ich will in den Himmel steigen und meinen Thron über die Sterne Gottes erhöhen, ich will mich setzen auf den Berg der Versammlung im fernsten Norden. Ich will auffahren auf die höchsten Wolken Und gleich sein dem allerhöchsten.“ (Jesaja 14:12-14)

So wie Adam hatte auch Luzifer eine Wahl. Er konnte entweder hinnehmen, dass Gott, Gott war, oder er konnte die Entscheidung treffen, sich selbst sein eigener Gott zu sein. Das wiederholte ‚Ich will‘ zeigt dass er sich entschloss, Gott zu widerstehen und dass er sich selbst zum ‚Allerhöchsten‘ erklärte. Eine Stelle im Hesekielbuch enthält eine Parallelstelle vom Fall des Luzifers.

„In Eden warst du, im Garten Gottes… Du warst ein glänzender, schirmender Cherub, und auf den heiligen Berg hatte ich dich gesetzt; ein Gott warst du und wandeltest inmitten der feurigen Steine. Du warst ohne Tadel in deinem Tun von dem Tage an, als du geschaffen wurdest, bis an dir Missetat gefunden wurde. Da verstieß ich dich vom Berge Gottes und tilgte dich, du schirmender Cherub, hinweg aus der Mitte der feurigen Steine. Weil sich dein Herz erhob, dass du so schön warst, und du deine Weisheit verdorben hast in all deinem Glanz darum habe ich dich zu Boden gestürzt.“ (Esekiel 28:13-17)

Luzifers Schönheit, Weisheit und Macht – all die guten Dinge die Gott in ihm geschaffen hatte – führten ihn zum Hochmut. Sein Hochmut führte zu seinen Rebellion und seinem Fall, aber seine Kraft und Eigenschaften verlor er nicht (und hat sie somit behalten). Er leitet einen kosmischen Aufstand gegen seinen Schöpfer, um zu sehen, wer Gott sein wird. Seine Strategie war, die Menschheit zum Mitanschluss zu gewinnen – indem er sie versuchte, derselben Wahl zu erliegen die er getroffen hatte – sich selber zu lieben, unabhängig von Gott zu werden, und ihm sich zu widersetzen. Der Kern der Prüfung des Willens Adams war derselbe wie der des Luzifers; er war nur mit einem anderen Gewand bekleidet. Beide wählten, sich selbst ihr eigener Gott zu sein. Dies war (und ist) der höchste Gotteswahn.

Satan – Er wirkt durch andere

Die Stelle im Jesajabuch ist an den ‚König Babylons‘ gerichtet, und die Stelle im Hesekielbuch an den ‚König von Tyrus‘. Aber anhand der Beschreibungen ist es offensichtlich dass es sich bei dem Angesprochenen nicht um Menschen handelt. Die „Ich will“ Stellen im Jesajabuch beschreiben ein Wesen, dass zur Erde herabgeworfen wurde als Strafe dafür, seinen Thron über die Sterne Gottes setzen zu wollen. Die Stelle im Hesekielbuch spricht jemanden an, der eine ’schirmender‘ Cherub war und sich einst in Eden und auf ‚dem Berge Gottes‘ befand. Diese Tendenz Satans (oder Luzifers), seine Stellung hinter jemandem, oder durch jemanden, einzunehmen, ist beständig. Im ersten Buch Mose sprach er durch die Schlange. Im Jesajabuch regiert er durch den König Babylons, und im Hesekielbuch durch den König von Tyrus.

Warum hat Luzifer sich gegen Gott erhoben?

Aber warum wollte Luzifer der Herrschaft des allwissenden und allmächtigen Schöpfers trotzen und sie an sich zu reißen? Ein wichtiger Bestandteil des ‚Schlauseins‘ ist zu wissen, ob man einen potentiellen Gegner besiegen kann. Luzifer mag wohl Kraft gehabt haben (und hat sie immer noch), aber seine begrenzte Kraft als Geschöpf wäre unzureichend für einen erfolgreichen Aufstand gegen seinen Schöpfer gewesen. Warum dann alles aufs Spiel setzen um zu versuchen, einen unmöglichen Sieg zu erlangen?Ich hätte gemeint, dass ein schlauer Engel seine Begrenztheit in einem Messkampf gegen beides, Allwissenheit und Allmächtigkeit, hätte erkennen sollen, und seinen Aufstand hätte einstellen sollen. Also warum hat er dieses nicht getan? Diese Frage hat mich jahrelang verblüfft. Was mir geholfen hat, war die Erkenntnis, dass Luzifer nur auf Grund des Glaubens zu dem Schluss hätte kommen können, dass Gott sein allmächtiger Schöpfer war – genau wie bei uns. Ich erkläre. Die Bibel bringt die Entstehung der Engel mit der ersten Woche der Schöpfung in Verbindung. Wir sahen das in Jesaja 14 obenan, aber dies ist beständig so durch die ganze Bibel hindurch. Zum Beispiel berichtet uns eine Schöpfungsstelle im Buch Hiob:

Und der Herr antwortete Hiob aus dem Wettersturm und sprach: Wo warst du, als ich die Erde gründete? Sage mir’s, wenn du so klug bist! …als mich die Morgensterne miteinander lobten und jauchzten alle Gottessöhne? (Hiob 38:1-7)

Stellen wir uns vor wie Luzifer irgendwann während der Schöpfungswoche geschaffen wird und irgendwo im Kosmos (zum ersten Mal) sein Bewusstsein erhält. Alles das er weiß ist, dass er jetzt existiert und ich-bewusst ist und dass da ebenfalls ein anderes Wesen ist das behauptet, ihn und den Kosmos erschaffen zu haben. Aber wie weiß Luzifer, dass diese Behauptung wahr ist? Vielleicht ist dieser angebliche Schöpfer unmittelbar vor Luzifer im Kosmos ins Dasein gesprungen. Und weil dieser ‚Schöpfer‘ sozusagen eher auf die Bühne getreten ist, ist er (vielleicht) mächtiger und kenntnisreicher als er (Luzifer) es ist – aber dann wiederum vielleicht auch nicht. Koennte es sein, dass sie beide, er sowie sein angeblicher Schöpfer, ins Dasein gesprungen sind? Alles was Luzifer tun konnte, war, das Wort Gottes an ihn, dass er ihn geschaffen hatte, und dass Gott selbst ewig und unendlich war, anzunehmen. In seinem Hochmut entschloss er sich, die Fantasie, die er in seinem eigenen Geist ins Dasein gerufen hatte, zu glauben.

Man könnte denken, dass es fantasievoll wäre, dass Luzifer glauben konnte, dass er und Gott (sowie die anderen Engel) zu selben Zeit ins Dasein gesprungen waren. Aber dies ist dieselbe Grundidee hinter dem neuesten und höchsten (Denken) der modernen Kosmologie. Da war eine kosmische Bewegung des Nichts – und dann, aus dieser Bewegung, entstand das Universum. Das ist die Essenz der modernen, atheistischen, kosmologischen Spekulationen. Grundsätzlich muss jeder, von Luzifer bis zu Richard Dawkins und Stephen Hawkings und zu Ihnen und mir, sich an Hand des Glaubens entscheiden, ob dass Universum abgeschlossen ist, oder ob es durch einen Schöpfer hervorgebracht worden, und durch diesen erhalten ist.

In anderen Worten, zu sehen, ist nicht, zu glauben. Luzifer hätte Gott gesehen und mit ihm Gespräche haben können. Trotzdem hätte er es immer noch im Glauben annehmen müssen, dass Gott ihn geschaffen hatte. Viele Menschen sagen mir, dass wenn Gott nur ihnen erscheinen würde, dann würden sie glauben. Aber durch die Bibel hindurch haben viele Menschen Gott gesehen und gehört – das war niemals das Problem. Vielmehr war der Kern der Sache, ob sie sein Wort über sich (Gott) selbst und über sie annehmen und demselben vertrauen würden. Mit Adam und Eva angefangen, bis zu Kain und Abel, Noah, und den Ägyptern beim ersten Passah, bis zu den Israeliten, die das Rote Meer durchquerten und bis zu denjenigen hindurch welche die Wunder Jesu sahen – bei keinen von ihnen führte das „Sehen“ zum Vertrauen. Der Sturz des Luzifers stimmt damit überein.

Was tut der Teufel heute?

Also hat Gott nicht einen „bösen Teufel“ geschaffen, sondern er schuf ein mächtiges und intelligentes Engelswesen welches durch dessen Hochmut einen Aufstand gegen Gott veranlasste und dadurch verdorben wurde (ohne seinen ursprünglichen Glanz zu verlieren). Sie und ich, und die ganze Menschheit sind Teil des Kampfplatzes dieser Auseinandersetzung zwischen Gott und seinem ‚Widersacher‘ (Teufel) geworden. Von Seiten des Teufels ist es nicht seine Strategie, in unheimlichen schwarzen Umhängen wie die ‚Schwarzen Reiter‘ im „Herr der Ringe“ Film herumzulaufen, und böse Flüche auf uns zu legen. Vielmehr sucht er mit seinem beibehaltenen Glanz, uns von der Erlösung, die Gott vom Anfang der Zeit durch Abraham und Mose angekündigt und dann durch den Tod und die Auferstehung Jesu durchgeführt hat, zu verführen. Wie die Bibel es sagt:

 Denn er selbst, Satan, verstellt sich als Engel des Lichts. Darum ist es nichts Großes, wenn sich auch seine Diener verstellen als Diener der Gerechtigkeit. (2. Korinther 11:14-15)

Weil Satan und seine Diener sich als ‚Licht‘ verstellen können, können wir um so leichter verführt werden. Darum ist das persönliche Verständnis des Evangeliums von solch entscheidender Bedeutung.