Archiv der Kategorie: Häufig Gestellte Fragen

Wenn Gott… warum das Virus und die Pandemie?

Wir leben in einer beispiellosen Zeit. Das Coronavirus wütet über alle belebten Kontinente, tausende Menschen wurden schon von diesem Virus infiziert, viele sind wieder genesen, aber manche auch an den Folgen des Virus gestorben. Es ist wahrlich eine globale Pandemie…

Es ist nicht meine Absicht über die Maßnahmen zu richten, welche verschiedene Länder als notwendig halten, um das Virus unter Kontrolle zu bringen. Sollten wir alle zu Hause bleiben mit dem Risiko, dass die Wirtschaften unserer Länder erheblichen Schaden erleiden? Oder sollten wir lieber wieder auf Arbeit gehen, um ein wirtschaftlich gutes Leben nach dem Coronavirus zu ermöglichen? Gute Argumente können wir für beide Seiten vorbringen. Anstatt dem, will ich erklären wie man inmitten des Coronavirus an Gott glauben kann (und vielleicht auch sollte). Einem können wir sicherlich alle zustimmen: Die Präsenz des Coronavirus und die ständige Erinnerung an diesen durch die Nachrichtenagentur erinnert uns an eine grundlegende Tatsache, an die wir in den letzten 30 Jahren nur sehr wenig erinnert wurden. Nein ich spreche nicht davon, dass wir Steuern bezahlen müssen, sondern dass jeder Mensch geboren ist und daher irgendwann sterben muss. Dies viel mir am deutlichsten auf, als ich mit meiner Großmutter sprach. Sie kam zum Anfang des 2. Weltkrieges auf die Welt und lebte den Großteil ihres Lebens hinter dem eisernen Vorhang. Sie war sich stehts bewusst, dass der morgige Tag nicht garantiert ist. Also was ist heute anders? Ist das Coronavirus eine Gefahr wie sich die Menschheit noch nie zuvor erlebt hat? Und in alle dem, gibt es eine Quelle, von der wir Hoffnung schöpfen können?

Wenn Gott warum das Coronavirus
Quelle: https://www.webmd.com/lung/news/20200124/coronavirus-2020-outbreak-latest-updates

Das Coronavirus erweckt in uns die Erkenntnis vom Guten und dem Bösen

Es sagt sich leicht, dass die Gengenwart eines Virus wie das Coronavirus, die Existenz Gottes wiederlegt. Mit Sicherheit würde, könnte und sollte ein guter Gott nicht so eine Katastrophe zulassen. Daraus folgt, entweder es gibt keinen guten Gott, oder es gibt einen Gott, aber er ist nicht gut. Ich gebe zu, dass Menschen, die viel Leid erlitten haben, gute Gründe haben nicht an Gott zu glauben. Aber wenn nicht Gott, was bleibt einem dann übrig? Wie kann man dann über das Coronavirus denken. Kann man sagen, dass das Coronavirus böse ist? Wenn wir Gott aus der Gleichung streichen, dann bleibt uns nur die Natur, welche durch Zufall (und eine große Portion Glück) entstanden ist. Wenn also das Coronavirus etwas Schlechtes oder gar Böses ist, bedeutet dies dann nicht, dass die Natur falsch verlaufen ist? Wenn sie aber falsch verlaufen ist, dann folgt, dass dieses Virus nichts Natürliches ist. Aber wie kann es sein, dass die Natur sich unnatürlich verhält. Ein bisschen einfache Logik zeigt uns, dass wir hier ein Problem haben. Wenn die Natur die Basis der Realität darstellt, dann ist sie so wie sie ist, mit oder ohne Coronavirus. Und alles was in der Natur geschieht ist so wie es ist. Es gibt keine guten oder bösen Dinge. Alles was geschieht ist natürlich. Biologen behaupten, dass Viren für die Erhaltung unseres Lebens nötig sind. Wenn es keine Viren gäbe, würden Bakterien die Natur überbevölkern, und komplizierte Lebensformen wie uns Menschen, hätten sich nie entwickelt.
Aber bedeutet das dann nicht, dass das Coronavirus ein natürliches Phänomen ist, und damit etwas ganz Normales, vielleicht sogar etwas Gutes ist? Aber sicherlich denkt keiner, dass dem so sei.

Wenn Gott warum das Coronavirus
Quelle: https://stopandpraytv.files.wordpress.com/2015/11/good-and-evil.jpg

Gut und Böse – Hinweise auf Gott

Wenn man annimmt, dass es böse Dinge gibt, dann muss man auch zugeben, dass es gute Dinge gibt. Wenn man aber zugibt, dass es gute Dinge gibt, dann gibt man auch zu, dass es einen Maßstab gibt, an Hand dem wir Gutes von Bösen unterscheiden können. Wenn es aber diesen Maßstab gibt, eine Art Gesetz, dann müssen wir auch annehmen, dass es einen Gesetzgeber gibt. Wenn aber Gott nicht existiert, so gibt es auch kein Gesetz – keinen Maßstab. Und wenn es diesen Maßstab nicht gibt, dann gibt es nichts Gutes und auch nicht Böses. Damit ist die Erkenntnis vom Guten und Bösen auch gleichzeitig die Erkenntnis der Existenz Gottes. Wir verbleiben also mit der uralten Frage, wie ein guter Gott handeln könnte, sollte, oder müsste. Philosophen streiten sich seid tausenden von Jahren über die richtige Antwort zu dieser Frage. Aber in der heutigen Stunde ist das nicht nur eine theoretische Frage, sondern die Realität. Ein Biologe schaut sich ein Virus unter dem Mikroskop an. Wir schauen uns den Virus mit unseren eigenen Augen an, wenn die Nachrichten von weltweit über eine Million Infizierungen berichten, und wenn wir das Leiden der Menschen um uns sehen.

Wenn Gott warum das Coronavirus
Quelle: https://bodydivineyoga.files.wordpress.com/2013/10/handofgod1.jpg

Die Suche nach der Hoffnung

Die vielleicht wichtigste Frage, die wir uns stellen können, ist die, ob es denn Hoffnung gibt. Damit meine ich nicht nur Hoffnung, dass das Virus eingedämmt und beseitigt wird, sondern auch Hoffnung für jegliche Katastrophen, die uns in der Zukunft befallen werden. Wenn wir nicht an Gott glauben, dann gibt es keine Hoffnung. Die Natur ist wie sie ist. Es gibt weder Gutes noch Böses. Schauen wir gen Osten, dann ist es unser Karma: schlechte Dinge geschehen schlechten Menschen. Islam besagt, dass es Allahs Wille ist, denn er kann machen was er will. Es gibt nur eine Person die richtige Hoffnung gibt, Hoffnung für unsere heutige Situation, und auch Hoffnung für unsere Zukunft. Jesus behauptet Gott zu sein – Gott verkörpert als Mensch. Wenn an dem ist, dass Jesus wirklich Gott ist, dann müssen wir uns diese Frage stellen: Wie kann es sein, dass Gott – vor knapp 2000 Jahren – an einem römischen Kreuz hing? Wie ließ er dies nur zu?

Wenn ich dies auch nicht voll verstehen kann. Eins verstehe ich: Gott selbst ist unserem Leiden nicht ferngeblieben, sondern ist selbst gekommen und hat an unserem Leiden teilgenommen. Er versteht wie es sich anfühlt, wenn man verlassen ist. Jesus sagte zu seinen Jüngern kurz vor seiner Kreuzigung: „Seht, die Zeit kommt, ja sie ist schon da, wo ihr davonlaufen werdet, jeder dorthin, wo er herkommt, und mich werdet ihr allein lassen.“ (Johannesevangelium 17,32). Und gleich im nächsten Satz lesen wir folgendes: „Aber ich bin nicht allein; denn der Vater ist bei mir.“ Gott weiß daher genau wie sich mancher heute fühlt, der einsam und verlassen ist. Und er gibt uns Hoffnung, dass wir nie allein sind.

Manch einer schwebt in Angst. Angst was passieren wird, wenn er (sie) vom Coronavirus infiziert wird. Im Lukasevangelium Kapitel 22,34 lesen wir über die letzten Stunden Jesu, dass er „betete mit solcher Anspannung, dass sein Schweiß wie Blut auf die Erde tropfte.“  Es ist verwunderlich, dass Lukas, welcher selbst ein Mediziner war, dieses Detail schilderte. Für lange Zeit waren sich die Gelehrten nicht einig, ob er dies wörtlich gemeint hatte, oder ob man dieses Detail später zum Text hinzugefügt hatte. Aber spätestens seit den grausamen Menschenversuchen in Auschwitz wissen wir, dass Menschen unter extremer Todesangst Blut ausschwitzen können. Jesus weiß wie sich unsere Angst anfühlt. Die Augenzeugenberichte des Matthäus, Markus, Lukas und Johannes beschreiben diese Person, Jesus, als Person, die sich auf uns in allen Umständen beziehen kann.

In ein paar Wochen ist Ostern. Und wie wir wissen, endet Ostern nicht am Karfreitag. Ostern endet nicht mit der Kreuzigung Jesu, sondern mit der Auferstehung Jesu am Ostersonntag. Dieser Jesus verspricht uns nicht nur Gemeinschaft in allen Lagen des Lebens, sondern auch Hoffnung, dass der Tod nicht das Ende ist, sondern wirkliche nur der Anfang.

Wenn Gott warum das Coronavirus
Quelle: https://preachthewordatheartland.com/2018/10/25/the-drawing-power-of-the-cross/

Für wen ist diese Hoffnung?

Das Evangelium wird als gute Nachricht bezeichnet. Und wie wir uns nach guten Nachrichten in der jetzigen Zeit sehnen! Es ist die gute Nachricht, weil es für jedermann ist. So wie das Coronavirus keinen Unterschied zwischen reich und arm macht, zwischen begabt und unbegabt, so macht auch Gott keinen Unterschied zwischen uns. Ein Mensch sieht, was vor Augen ist; der Herr aber sieht das Herz an. (1. Samuel 16,7) Wir sind alle zu dieser Hoffnung eingeladen, egal wie unsere Vergangenheit aussieht. Jesus stellt uns allen die folgende Frage: „Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt (physisch). Und wer lebt und an mich glaubt, wird niemals sterben (geistlich). Glaubst du das?“ Er lädt jeden von uns ein an ihn zu glauben, versprich ewiges Leben, und bewies seine Rechtschaffenheit durch seine Auferstehung. Wäre er ein Lügner gewesen, hätte er gesagt, dass er geistlich auferstehen wird. Aber Jesus hat gesagt, dass er leiblich auferstehen wird, und dass ist ein Fakt der Geschichtlich nachvollziehbar ist.

„Deshalb wollen wir mit ungeteilter Hingabe und voller Vertrauen und Zuversicht vor Gott treten. Wir sind ja in unserem Innersten ´mit dem Blut Jesu` besprengt und dadurch von unserem schuldbeladenen Gewissen befreit; wir sind – ´bildlich gesprochen` – am ganzen Körper mit reinem Wasser gewaschen. Ferner wollen wir unbeirrbar an der Hoffnung festhalten, zu der wir uns bekennen; denn Gott ist treu und hält, was er zugesagt hat. Und weil wir auch füreinander verantwortlich sind, wollen wir uns gegenseitig dazu anspornen, einander Liebe zu erweisen und Gutes zu tun.“ (Hebräer 10,22-24)

P.S. Ein Weg in die Zukunft

Der Schriftsteller C.S. Lewis lebte zur Zeit der Tuberkulose Epidemie in England und auch zur Zeit des ersten und zweiten Weltkrieges. Er rang mit der Frage, mit der viele von uns heute auch ringen: Was sollen wir in so einer Zeit tun, wenn man nicht weiß was morgen ist. „Das menschliche Leben wurde immer am Rande eines Abgrunds gelebt. Die menschliche Kultur musste immer im Schatten von etwas existieren, das unendlich wichtiger ist als sie selbst. Wenn Männer die Suche nach Wissen und Schönheit verschoben hätten, bis sie sicher waren, hätte die Suche nie begonnen.“

Wieso ist die Liebesgeschichte von Ruth und Boas einzigartig?

Auf die Frage nach klassischen Liebesgeschichten würde man wahrscheinlich die von der schönen Helena (Helena von Troja) und Paris nennen (deren Liebe den in der Ilias dramatisierten Trojanischen Krieg entfachte); oder Kleopatra und Marcus Antonius (deren Liebe Rom in einen Bürgerkrieg mit Oktavian/Augustus Caesar verwickelte), oder Romeo und Julia, Die Schöne und das Biest, oder vielleicht auch Aschenputtel und der Märchenprinz. In ihnen kommen Geschichte, Popkultur und romantische Belletristik zusammen, die unsere Herzen, Gefühle und Träume in ihren Bann ziehen.

Die Liebesgeschichte von Ruth und Boas

Erstaunlicherweise hat die Liebe, die zwischen Ruth und Boas aufkeimte, sich als weit dauerhafter und edler erwiesen als irgend eine dieser genannten Liebesaffären. Zudem wirkt sie sich immer noch auf alle heute lebenden Billionen von Menschen aus – über dreitausend Jahre nachdem diese Liebenden sich kennen lernten. Ihr Liebesverhältnis ist auch das Bild einer mystischen und geistlichen Liebe, die dir und mir gilt. Die Geschichte von Ruth und Boas handelt von einer kulturübergreifenden und verbotenen Liebe, von Immigration und dem Verhältnis zwischen einem einflussreichen Mann und einer verletzlichen Frau – und passt genau in die heutige Zeit der #MeToo-Bewegung (gegen sexuelle Gewalt). Sie wird für uns zu einem Konzept für die Grundlage einer gesunden Ehe. Gemessen an diesen Werten, lohnt es sich, die Geschichte von Ruth und Boas kennen zu lernen.

Ihre Liebe wird in der Bibel im Buch Ruth geschrieben. Es ist ein kurzes Buch – nur um 2200 Wörter, die zu lesen es sich lohnt (hier). Es betrifft die Zeit um etwa 1150 v. Chr., womit es die älteste aller schriftlich festgehaltenen Liebesgeschichten ist. Das Buch wurde etliche Male verfilmt.

Hollywoodfilm über die Liebesgeschichte von Ruth

Die Liebesgeschichte von Ruth

Naemi und ihr Mann samt ihren zwei Söhnen verlassen Israel, um der dortigen Trockenheit und Hungersnot zu entkommen und sich im nahegelegenen Land Moab (dem heutigen Jordanien) niederzulassen. Nach ihrer Heirat mit ortsansässigen Frauen sterben die beiden Söhne wie auch Naemis Mann und hinterlassen sie allein mit ihrer Schwiegertochter. Naemi entscheidet sich, in ihr Heimatland Israel zurückzukehren, und eine ihrer Schwiegertöchter, nämlich Ruth, entschließt sich, sie zu begleiten. Nach langer Abwesenheit ist Naemi nun wieder in ihrem Geburtsort Bethlehem – als mittellose Witwe, begleitet von Ruth, einer jungen und schutzlosen moabitischen Einwanderin.

Ruth und Boaz begegnen sich

Gänzlich ohne Einkommen, geht Ruth aus, um Getreide zu sammeln, das die Erntearbeiter auf den Feldern liegen gelassen haben. Das Gesetz Moses schrieb als soziales Netz vor, das die Erntearbeiter ein paar Ähren auf den Feldern hinterlassen sollten, damit verarmte Einwohner etwas zu essen hätten. Zufällig, wie es scheint, befindet Ruth sich zum Getreidesammeln auf den Feldern eines reichen Gutsbesitzers namens Boas. Dieser bemerkt Ruth unter anderen, die eifrig dabei sind, die von seinen Landarbeitern hinterlassenen Ähren einzusammeln. Er befiehlt seinen Vorabeitern, zusätzliche Getreidereste auf dem Feld liegen zu lassen, damit Ruth noch mehr einsammeln könne.

Ruth und Boas begegnen sich. Es gibt mehrere Kunstwerke, die diese Begegnnung bildlich darstellen

Weil Ruth nun mengenweise Getreide auf den Feldern Boas‘ vorfindet, kommt sie jeden Tag dort hin, um es einzusammeln. Boas, stets der Schutzherr, sorgt dafür, dass Ruth von seinen Arbeitern weder angepöbelt noch sexuell belästigt wird. Ruth und Boas sind zwar an einander interessiert, machen aber wegen der Unterschiede an Alter, gesellschaftlicher Stellung und nationaler Herkunft keine Annäherungsversuche. Hier übernimmt Naemi die Vermittlerrolle. Sie unterweist Ruth, sich eines Nachts furchtlos neben Boas schlafen zu legen, nachdem dieser das Einbringen der Ernte gefeiert hat. Boas versteht dies als eine Art Heiratsantrag und beschließt, Ruth zu heiraten.

Boas, der verwandte Erlöser (hebräisch: Goel)

Doch die Situation ist komplizierter als die gegenseitige Liebe der beiden. Neomi ist eine Verwandte des Boas; und da Ruth ihre Schwiegertochter ist, ist auch sie durch Einheirat mit Boas verwandt. Boas musste sie als “Goel” – als verwandter Erlöser – heiraten. Das bedeutete, dass er sie gemäß dem mosaischen Gesetz “im Namen” ihres ersten Ehemanns (Neomis Sohn) heiraten müsste, um so für sie sorgen zu können. Dazu gehörte auch, dass Boas die Felder von Neomis Familie aufkaufen müsste. Obschon das Boas ziemliche Kosten verursachte, war es nicht das größte Hindernis. Es gab da noch einen näheren Verwandten, der das Vorkaufsrecht auf die Felder der Familie Neomis hatte (und ebenso das Erstrecht darauf, Ruth zu ehelichen). Folglich hing eine Heirat von Ruth mit Boas davon ab, ob ein anderer Verwandter die Verpflichtung übernehmen wollte, für Neomi und Ruth zu sorgen. Bei einer öffentlichen Versammlung der Stadtältesten lehnte dieser Inhaber des Vorrechts die Heirat ab, da sie für seine Besitztümer ein Risiko darstellte. Somit hatte Boas freie Hand, Neomis Familienbesitz aufzukaufen (zu “erlösen”) und Ruth zu heiraten.

Das Vermächtnis von Ruth und Boas

In ihrer Ehe hatten sie ein Kind namens Obed, der seinerseits der Großvater König Davids wurde. David wurde verheißen, dass “ein Gesalbter‘ (griech. ein “Christus”) aus seiner Familie kommen würde. Weitere Prophezeiungen folgten, und schließlich wurde Jesus Christus in Bethlehem geboren, in demselben Ort, wo Ruth und Boas sich vor langer Zeit begegnet waren. Ihre romantische Begegnung, Heirat und Stammeslinie resultierte in einem Nachkommen, der heute die Grundlage unseres modernen Kalenders und globaler Feiertage wie Weihnachten und Ostern darstellt – nicht schlecht für eine romantische Begegnung vor über 3000 Jahren in einem staubigen Dorf!

Vorstellung einer größeren Liebesgeschichte

Ritterlichkeit und Respekt zeichneten den vermögenden und einflussreichen Boas darin aus, wie er mit Ruth, einer mittellosen Ausländerin, umging. Darin ist er ein Vorbild im Gegensatz zu den Belästigungen und Ausbeutungen, gegen die sich die heutige #MeToo-Bewegung richtet. Der geschichtlich außerordentliche Einfluss der Familie, die aus dieser romantischen Begegnung und Eheschließung hervorging, und die jedesmal ersichtlich ist, wenn wir auf unseren elektronischen Geräten das Datum ablesen, ist das bleibende Vermächtnis dieser Liebesgeschichte. Doch die Liebesgeschichte von Ruth und Boas ist ebenso das Bild einer noch größeren Liebe – einer Liebe, zu der du und ich eingeladen sind.

Die Bibel meint uns in einer Weise, die uns an Ruth erinnert, wenn sie sagt:

Und ich will sie mir im Land ansäen und mich über die “Unbegnadigte” erbarmen  (Hosea 2:25)

Der alttestamentliche Prophet Hosea (ca. 750 v.Chr.) benutzte die Versöhnung, die in seiner eigenen gescheiterten Ehe stattfand, als ein Bild der Liebe Gottes, die uns zu ihm hinzieht. Ähnlich wie Ruth, die als eine Ungeliebte ins Land kam, dann aber bei Boas Liebe fand, will Gott seine Liebe selbst denen erweisen, die sich weit entfernt von seiner Liebe wähnen. Dies wird im Neuen Testament zitiert (Römer 9,25), um zu zeigen, wie weit Gott in seiner Liebe den ihm Fernstehenden entgegenkommt.

Worin zeigt sich seine Liebe? Jesus, der Nachkomme von Boas und Ruth, ist der im Fleisch gekommene Gott und somit unser “verwandter Erlöser”, wie Boas es für Ruth war. Jesus zahlte unsere Sündenschuld vor Gott, als er auf Golgatha gekreuzigt wurde; und so heißt es in…

… der sich selbst für uns hingegeben hat, um uns von aller Gesetzlosigkeit zu erlösen und für sich selbst ein Volk zum besonderen Eigentum zu reinigen, das eifrig ist, gute Werke zu tun. (Titus 2:14)

So wie Boas als “verwandter Erlöser” den Preis zahlte, um Ruth zu erlösen (loszukaufen), ist auch Jesus unser “verwandter Erlöser”, der den Preis mit seinem Leben bezahlte, um uns zu erlösen.

Ein Vorbild für unsere Ehen

Die Art und Weise wie Jesus (und Boas) den Erlösungspreis zahlten und so die Braut gewannen, ist ein Vorbild für den Aufbau unserer Ehen. Die Bibel erläutert, wie wir unsere Ehen gründen und erhalten können: 

21 Ordnet euch einander unter in der Furcht Gottes! 22 Ihr Frauen, ordnet euch euren eigenen Männern unter als dem Herrn; 23 denn der Mann ist das Haupt der Frau, wie auch der Christus das Haupt der Gemeinde ist; und er ist der Retter des Leibes. 24 Wie nun die Gemeinde sich dem Christus unterordnet, so auch die Frauen ihren eigenen Männern in allem.

25 Ihr Männer, liebt eure Frauen, gleichwie auch der Christus die Gemeinde geliebt hat und sich selbst für sie hingegeben hat, 26 damit er sie heilige, nachdem er sie gereinigt hat durch das Wasserbad im Wort, 27 damit er sie sich selbst darstelle als eine Gemeinde, die herrlich sei, sodass sie weder Flecken noch Runzeln noch etwas Ähnliches habe, sondern dass sie heilig und tadellos sei.

28 Ebenso sind die Männer verpflichtet, ihre eigenen Frauen zu lieben wie ihre eigenen Leiber; wer seine Frau liebt, der liebt sich selbst. 29 Denn niemand hat je sein eigenes Fleisch gehasst, sondern er nährt und pflegt es, gleichwie der Herr die Gemeinde.

30 Denn wir sind Glieder seines Leibes, von seinem Fleisch und von seinem Gebein. 31 ”Deshalb wird ein Mann seinen Vater und seine Mutter verlassen und seiner Frau anhängen[d], und die zwei werden ein Fleisch sein”.

32 Dieses Geheimnis ist groß; ich aber deute es auf Christus und auf die Gemeinde. 33 Doch auch ihr — jeder von euch liebe seine Frau so wie sich selbst; die Frau aber erweise dem Mann Ehrfurcht. (Epheser 5:21-33)

Boas und Ruth gründeten ihre Ehe auf Liebe und Respekt; ebenso ist Jesu Fürsorge für seine Gemeinde ein Vorbild für Ehemänner, aufopferungsbereit ihre Ehefrauen zu lieben. Wir täten daher gut daran, unsere Ehen nach denselben Werten auszurichten.

Eine Hochzeitseinladung an dich und mich

Wie es sich für alle guten Liebesgeschichten gehört, endet die Bibel mit einer Hochzeit. So wie Boas den Preis zahlte, der die Erlösung Ruths und ihre anschließende Hochzeit ermöglichte, hat der Preis, den Jesus zahlte, unserer himmlischen Hochzeit den Weg geebnet. Diese Hochzeit ist nicht bildlich, sondern wirklich gemeint. Alle, die diese Einladung zur Hochzeit annehmen, werden “die Braut Christi” genannt. So steht es in…

Lasst uns fröhlich sein und jubeln und ihm die Ehre geben! Denn die Hochzeit des Lammes ist gekommen, und seine Frau hat sich bereit gemacht. (Offenbarung 19:7)

Alle, die das Erlösungsangebot Jesu annehmen, gehören zu seiner “Braut”. Diese Hochzeit im Himmel wird uns allen angeboten. Die Bibel schließt mit dieser Einladung an mich und dich, als Chrsti Braut an dieser Hochzeit teilzunehmen.

 Und der Geist und die Braut sprechen: Komm! Und wer es hört, der spreche: Komm! Und wen da dürstet, der komme; und wer da will, der nehme das Wasser des Lebens umsonst! (Offenbarung 22:17)

Die Beziehung zwischen Ruth und Boas ist ein Vorbild der Liebe, das sich heute noch auswirkt. Sie ist ein Bild des himmlischen Liebesverhältnisses Gottes zu uns. Er wird sich mit all denen vermählen, die seinen “Heiratsantrag” annehmen. Wie bei allen Heiratsanträgen, sollte sein Angebot erwägt und geprüft werden, ob es zu akzeptieren ist oder nicht. Beginne hier mit dem dargelegten Plan am Anfang, hier, um zu sehen, wie ernst Gott es meint, hier, wie der Erlöser den Preis zahlte, and hier, um festzustellen wie alles bereits vor langer Zeit vorhergesagt worden war, so dass wir wissen dürfen, dass es sich wirklich um Gottes Antrag handelt.

Was sind die Zehn Gebote? Was lehren sie uns?

Mose schrieb die ersten fünf Bücher der Bibel (den Pentateuch), die die Geburt des israelitischen Volkes vor Tausenden von Jahren beschreiben. Mose erhielt den Auftrag, die Israeliten zu befreien, damit sie für die umliegenden Völker ein Licht sein sollten. Er begann damit, die Israeliten (oder Juden) durch eine als Passah (oder Pessach) bezeichnete Rettungsaktion – in der Gott die Israeliten auf eine Art und Weise befreite, die auf eine zukünftige Befreiung der gesamten Menschheit hindeutete – aus der Sklaverei in Ägypten herauszuführen. Doch Mose hatte nicht nur das Ziel, die Israeliten aus der ägyptischen Sklaverei heraus-, sondern auch in eine neue Lebensweise hineinzuführen. So brachte Mose die Israeliten fünfzig Tage nach dem Passah zum Berg Sinai (oder Horeb), wo sie das Gesetz erhielten.

Also, welche Gebote erhielt Mose? Obwohl das gesamte Gesetz ziemlich lang war, erhielt Mose zunächst einen Satz spezifischer moralischer Gebote, genannt die Zehn Gebote (oder der Dekalog), die Gott auf Steintafeln geschrieben hatte. Diese Zehn Gebote bildeten sozusagen die Zusammenfassung des Gesetzes – die  moralischen Voraussetzungen für alle weiteren – und gelten heute als Gottes aktive Wirkungskraft, die uns zur Buße (Umkehr, Sinneswandlung) führt.

Die Zehn Gebote

Im Folgenden die Zehn Gebote, von Gott auf Stein geschrieben und dann von Mose im 2. Buch Mose (Exodus) verzeichnet.

1 Und Gott redete alle diese Worte und sprach:

2 Ich bin der Herr, dein Gott, der ich dich aus dem Land Ägypten, aus dem Haus der Knechtschaft, herausgeführt habe. 3 Du sollst keine anderen Götter neben mir haben!

4 Du sollst dir kein Bildnis noch irgendein Gleichnis machen, weder von dem, was oben im Himmel, noch von dem, was unten auf Erden, noch von dem, was in den Wassern, unter der Erde ist.

5 Bete sie nicht an und diene ihnen nicht! Denn ich, der Herr, dein Gott, bin ein eifersüchtiger Gott, der die Schuld der Väter heimsucht an den Kindern bis in das dritte und vierte Glied derer, die mich hassen, 6 der aber Gnade erweist an vielen Tausenden, die mich lieben und meine Gebote halten.

7 Du sollst den Namen des Herrn, deines Gottes, nicht missbrauchen! Denn der Herr wird den nicht ungestraft lassen, der seinen Namen missbraucht.

8 Gedenke an den Sabbattag und heilige ihn!

9 Sechs Tage sollst du arbeiten und alle deine Werke tun;

10 aber am siebten Tag ist der Sabbat des Herrn, deines Gottes; da sollst du kein Werk tun; weder du, noch dein Sohn, noch deine Tochter, noch dein Knecht, noch deine Magd, noch dein Vieh, noch dein Fremdling, der innerhalb deiner Tore lebt.

11 Denn in sechs Tagen hat der Herr Himmel und Erde gemacht und das Meer und alles, was darin ist, und er ruhte am siebten Tag; darum hat der Herr den Sabbattag gesegnet und geheiligt.

12 Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren, damit du lange lebst in dem Land, das der Herr, dein Gott, dir gibt!

13 Du sollst nicht töten!

14 Du sollst nicht ehebrechen!

15 Du sollst nicht stehlen!

16 Du sollst kein falsches Zeugnis reden gegen deinen Nächsten!

17 Du sollst nicht begehren das Haus deines Nächsten! Du sollst nicht begehren die Frau deines Nächsten, noch seinen Knecht, noch seine Magd, noch sein Rind, noch seinen Esel, noch irgendetwas, das dein Nächster hat! (2. Mose 20:1-17)

Der Anspruch der Zehn Gebote

Heuzutage vergessen wir manchmal, dass es sich hier um Gebote oder Befehle handelt. Es sind weder Vorschläge noch Empfehlungen. Aber inwieweit sollen wir diesen Befehlen gehorchen? Folgende Verse beziehen sich auf die Zeit gerade vor der Erteilung der Zehn Gebote:

Mose aber stieg hinauf zu Gott; denn der Herr rief ihm vom Berg aus zu und sprach… Wenn ihr nun wirklich meiner Stimme Gehör schenken und gehorchen werdet und meinen Bund bewahrt, so sollt ihr vor allen Völkern mein besonderes Eigentum sein; denn die ganze Erde gehört mir. (2. Mose 19:3,5)

Nachstehender Vers gehört in die Zeit gleich nach Erteilung der Zehn Gebote:

Darauf nahm er das Buch des Bundes und las es vor den Ohren des Volkes. Und sie sprachen: Alles, was der Herr gesagt hat, das wollen wir tun und darauf hören! (2. Mose 24:7)

Denken wir einmal darüber nach. In meinen Schulexamen gab der Lehrer uns manchmal mehrere Fragen zur Wahl (z.B. 20), verlangte aber, dass nur einige  davon zu beantworten waren. So konnten wir uns z.B. irgendwelche 15 der 20 Fragen auswählen. Jeder Schüler suchte sich natürlich die für ihn oder sie am einfachsten zu beantwortenden Fragen aus. Auf diese Weise machte der Lehrer die jeweilige Prüfung leichter.

Viele Leute machen es mit den Zehn Geboten ebenso. Sie denken, dass Gott nach Erteilung der Zehn Gebote wahrscheinlich meinte: “Versuche beliebige sechs aus diesen Zehn einzuhalten.” Wir denken so, weil wir der Meinung sind, Gott rechne unsere „guten Taten” gegen unsere „schlechten Taten” auf. Wenn unsere guten Verdienste dann unsere schlechten Unvollkommenheiten aufwiegen oder aufheben, hoffen wir, dass dies genüge, Gottes Gunst zu verdienen oder eine Eintrittskarte für den Himmel zu bekommen. Aus demselben Grund versuchen viele von uns durch religiöse Aktivitäten geistliche Verdienste zu erlangen, sei es durch den Besuch von Gottesdiensten in der Kirche, in der Moschee oder dem Tempel, durch Gebet, durch Fasten oder Spenden für die Armen. So sollen diese guten Taten hoffentlich die Zeiten aufwiegen, in denen wir eines der Zehn Gebote missachtet haben.

Dennoch, wenn wir die Zehn Gebote ehrlich lesen, sehen wir, dass sie so nicht gegeben wurden. Wir Menschen sollen ALLE Gebote halten – jederzeit! Weil dies aber schier unmöglich ist, haben viele gegen die Zehn Gebote rebelliert. Der bekannte Atheist Christopher Hitchens griff aus diesem Grund die Zehn Gebote folgendermaßen an:

 „… sodann kommt es zu den vier berühmten ‚Du sollst nicht’, die rundheraus Töten, Ehebruch, Diebstahl und Falche Zeugenaussage verbieten. Letztendlich erfolgt ein Bann gegen Begehrlichkeit, der Gelüste nach ‚deines Nächsten´… Hab und Gut verbietet. … Statt der Verurteilung böser Taten, ergeht eine seltsam formulierte Verurteilung unreiner Gedanken. … Dies fordert das Unmögliche. … Man kann zwar zwangsweise von bösen Taten abgehalten werden…, aber jemandem zu verbieten, sie auch nur in Erwägung zu ziehen, ist zuviel verlangt. Wenn Gott wirklich gewollt hätte, dass die Menschen von solchen Gedanken frei wären, hätte er sich mehr um eine andere Art von Wesen bemühen sollen.” Christopher Hitchens.  2007; God is not great: How religion spoils everything.  S.99-100 (aus dem Englischen übersetzt).

Warum erließ Gott die Zehn Gebote?

Wer der Meinung ist, dass Gott entweder eine Anstrengung von wenisgtens 50% akzeptiert oder dass er sich in der Forderung des Unmöglichen wohl geirrt haben muss, missversteht den Sinn und Zweck der Zehn Gebote. Sie wurden erlassen, um unser Grundproblem aufzudecken.

Zur Illustration ein Beipiel: Angenommen, du fällst hart auf den Boden und dann schmerzt dein Arm – du bist dir aber nicht sicher, ob du dich innerlich verletzt hast. Liegt ein Knochenbruch vor oder nicht?  Du weißt nicht, ob es einfach besser wird oder ob du für den Arm einen Gipsverband brauchst. Also läßt du den Arm durchleuchhten, und das Röntgenbild offenbart, dass der Armknochen tatsächlich gebrochen ist. Heilt nun die Durchleuchtung deinen Arm? Geht es dem Arm wegen der Röntgenaufnahme besser? Nein, der Arm ist immer noch gebrochen aber jetzt weißt du, dass er gebrochen ist und dass du ihn zur Heilung in einen Gipsverband legen musst. Das Röntgenbild hat das Problem nicht gelöst, sondern es hat das Problem aufgezeigt, damit du es richtig behandeln lassen kannst.

Die Gebote offenbaren Sünde

In gleicher Weise wurden die Zehn Gebote erlassen, damit das tief in uns liegende Grundproblem, nämlich unsere Sünde, offenbart wird. Sündigen bedeutet buchstäblich „verfehlen“ – man verfehlt das Ziel, das Gott von uns in unserem Umgang mit anderen, mit uns selbst und mit Gott erwartet. Die Bibel sagt:

Der Herr schaut vom Himmel auf die Menschenkinder, um zu sehen, ob es einen Verständigen gibt, einen, der nach Gott fragt. Sie sind alle abgewichen, allesamt verdorben; es gibt keinen, der Gutes tut, auch nicht einen Einzigen! (Psalm 14:2-3)

Wir sind alle von diesem inneren verderblichen Sündenproblem betroffen. Dies ist so ernst, dass Gott von unseren  guten Taten (von denen wir uns erhoffen, dass sie unsere Sünden aufwiegen) sagt:

Wir sind ja allesamt geworden wie Unreine und alle unsere Gerechtigkeit wie ein beflecktes Kleid. Wir sind alle verwelkt wie die Blätter, und unsere Sünden trugen uns fort wie der Wind. (Jesaja 64:5)

Unsere gerechten Verdienste in der Ausübung religiöser Konventionen oder in Wohltätigkeit für andere sind, in Abwägung mit unseren Sünden, wie ein beflecktes Kleid.

Anstatt aber unser Problem zu erkennen, neigen wir dazu, uns entweder mit anderen zu vergleichen (wobei wir die falschen Maßstäbe anlegen), uns noch strenger um religiöse Verdienste zu bemühen, oder einfach aufzugeben und uns dem Vergnügen hinzugeben. Deswegen gab Gott uns die Zehn Gebote:

 …weil aus Werken des Gesetzes kein Fleisch vor ihm gerechtfertigt werden kann; denn durch das Gesetz kommt Erkenntnis der Sünde. (Römer 3:20)

Wenn wir unser Leben am Maßstab der Zehn Gebote messen, ist es wie bei einem Röntgenbild, das uns das innere Problem aufzeigt. Die Zehn Gebote lösen nicht unser Problem, sondern offenbaren es so deutlich, damit wir Gottes Heilmittel dafür annehmen. Anstatt im Selbstbetrug zu verharren, erlaubt uns das Gesetz, uns so zu sehen, wie wir in Wahrheit sind.

Gottes Gabe erhalten wir in der Buße (Sinneswandlung)

Das Heilmittel, das Gott für uns bereithält, ist das Geschenk der Sündenvergebung durch den Tod und die Auferstehung Jesu Christi. Dies Geschenk des Lebens wird uns ohne weiteres zuteil, wenn wir unser Vertrauen und unseren Glauben auf Christi vollbrachtes Werk setzen.

Weil wir erkannt haben, dass der Mensch nicht aus Werken des Gesetzes gerechtfertigt wird, sondern durch den Glauben an Jesus Christus, so sind auch wir an Christus Jesus gläubig geworden, damit wir aus dem Glauben an Christus gerechtfertigt würden… (Galater 2:16)

So wie Abraham vor Gott gerechtfertigt wurde, können auch wir gerechtfertigt werden. Das setzt jedoch unsere Buße voraus. Buße wird oft missverstanden. Buße tun bedeutet einfach Umkehr oder Sinneswandlung, d.h. die Abkehr von der Sünde und die Hinkehr zu Gott sowie die Annahme der von ihm angebotenen Gabe. Die Bibel erklärt dies wie folgt:

So tut nun Buße und bekehrt euch, dass eure Sünden ausgetilgt werden, damit Zeiten der Erquickung vom Angesicht des Herrn kommenund er den sende, der euch zuvor verkündigt wurde, Jesus Christus… (Apostelgeschichte 3:19)

Die Verheißung, die dir und mir gilt, ist die Freisprechung von der Sünde und das Geschenk des ewigen Lebens, wenn wir in dieser Weise Buße tun.

Die Zehn Gebote im Kalender

Neben dem ersten Passah und Abrahams Prüfung, die sozusagen Gottes Beglaubigung für diesen Plan darstellen, so dass wir gewiss sein dürfen, dass es sich wirklich um seinen Plan handelt, weist auch der spezifische Tag, an dem Mose die Zehn Gebote erhielt, auf das Kommen des Heiligen Geistes hin. Das jüdische Wochenfest (oder Schawuot) ist zeitlich mit der Erteilung der Zehn Gebote abgestimmt, und deckt sich auch genau mit dem Tag der Pfingsten aus Apostelgeschichte 2, also mit dem Kommen des Heiligen Geistes.

Die Grafik verdeutlicht die Erteilung der Zehn Gebote in Beziehung zum Wochenfest und dem Kommen des Heiligen Geistes zu Pfingsten. Wochenfest, Zehn Gebote und das Kommen des Heiligen Geistes betreffen alle denselben Kalendertag.

Dass der Tag, an dem der Heilige Geist kam, um seine Wohnung in bußfertigen Menschen aufzunehmen, auf denselben Kalendertag fiel, an dem die Zehn Gebote erlassen wurden, ist Gottes Antwort auf die Beanstandung des Atheisten Christopher Hitchens. Gott ist tatsächlich um eine andere Art von Wesen bemüht  – nämlich Menschen, in denen sein Geist wohnt, so dass wir fähig sind, ein anderes Leben zu führen. Die präzise Zeitdeckung, um es nochmals zu sagen, ist Gottes Beglaubigung, seine Unterschrift auf dem Pergament der Zeit, so dass wir gewiss sein dürfen, dass sowohl das Gesetz wie auch der Geist wirklich von ihm her kommen.

[NB: Sämtliche Bibelstellen sind der Schlachter-2000-Übersetzung entnommen; die Verse können bei Luther und anderen Übersetzungen anders beziffert sein]

Hat Moses den Torah geschrieben?

Zwei Ereignisse sind vor kurzem geschehen, die uns die Tiefe der Frage zeigen, die über 100 Jahre erörtert wurde: hat Moses den Torah geschrieben?

Was ist der Torah? Wer hat ihn geschrieben?

Die ersten fünf Bücher in der Bibel (1., 2., 3., 4. und 5. Buch Moses) werden von den Juden in dem Torah zusammengefaßt. Die Christen/Westlichen nennen sie den Pentateuch, und die Muslime nennen diese Sammlung Taurat. Die Tatsache, daß alle drei monotheistische Glaubensrichtungen diese Schreiben anerkennen, ist für deren kulturelle, historische und religiöse Grundlage wichtig. Bis auf den heutigen Tag haben unzählige jüdische, christliche und islamische Gelehrte diese Schreiben untersucht.

Jesus zitierte oft aus dem Torah. Sogar, als verschiedene Gelehrte aus verschiedenen Religionen mit einander wegen der Übersetzung und der Auslegung stritten, mussten sie doch zugeben, daß Moses wirklich den Torah 1500 – 1400 v.Ch. geschrieben hat.

Moses und die bestätigte Vermutung

Das hat sich im späten 19. Jahrhundert geändert, als westliche Gelehrte eine neue Idee vertreten haben, nämlich  daß Moses den Pentateuch nicht geschrieben hat, sondern, daß diese Schriften viel später von unbekannten Menschen  zusammengesetzt wurden, als man Schriftstücke fand, die früher geschrieben wurden. Das Schriftstück, bekannt als „Die Urkunden- hypothese“, hebt hervor, daß der Stoff von wenigstens 4 Schreibern verfaßt wurde. Diese Schreiber sind wie folgt: J = Jehova, E = Elohim, D =  Deuteronomium und P = Priester. Diese Sammlung ist während der Monarchie Davids angefangen (9. Jahrhundert v.Ch.) und erst einige Jahrhunderte später fertiggestellt worden, als die Juden im 5. Jahrhundert v.Ch. aus dem Exil zurückkamen.

Diese Ansicht vertritt den Standpunkt, daß der Torah gänzlich ein Erzeugnis

aus unbekannten Quellen ist, und von unbekannten Menschen zusammengestellt wurde.

Die Urkundenhypohese ist von einem Deutschen Gelehrten, Wellhausen (1844 – 1918), gefördert worden. Zuerst hat er nachgeprüft, daß die Schriften

1500 v.Ch. nicht existiert haben, daß die Menschheit damals zu primitiv gewesen ist, und deshalb konnte der Torah nicht geschrieben sein. (Eigentlich wurden inzwischen Schriftstücke gefunden, die weitaus älter sind z.B. die Ebla Tafeln, die älter als 2000 v.Ch. sind.) Also  ist sein erstes Argument nicht mehr gültig. Außerdem hat er darauf hingewiesen, daß zwei Namen für Gott in dem Torah gebraucht wurden. Der erste, Elohim, wird in englischen Bibeln oft as „Gott“ übersetzt. Der zweite, Yahweh, wird oft als „Gott, der Herr“ übersetzt. Sie sehen im 1. Kapitel im 1. Buch Mose das Wort „Elohim“ aber schon im 2. Kapitel desselben Buches wird das Wort  „Yahweh“ gebraucht. Wenn man den Torah liest, wird man merken daß im Text mal dieses, mal jenes Wort gebraucht wird. Wellhausen war der Meinung, daß das ein Beweis sei, daß der Stoff aus zwei Quellen (von zwei verschiedenen Schreibern kommt, die sich J und E nennen), und daß später diese beiden in ein Schriftstück zusammengefaßt wurden. Diese Ansicht brauchte mehr Material, und so wurden die Schreiber D und P dazu genommen. Manche vertreten die Ansicht, daß noch mehr Schreiber dazugenommen wurden.

Ansicht der modernen Gelehrten und Moses

Obwohl die Einzelheiten der Urkundenhypothese von den Menschen, die eine neue Theorie verteidigen wollen, beanstandet wurde, so ist man sich einig geworden, daß der Torah von mehreren Menschen geschrieben wurde. Seine Entwicklung  geht über Jahrhunderte bis es 500 v.Ch. die heutige Form bekommen hat. „Gewiß hatte Moses Mitte des zweiten Jahrtausends nichts damit zu tun“, sagen die modernen Gelehrten.

William Dever und der Pentateuch

Denken wir über die folgenden Zitate von William Dever, einem bekannten biblischen Archeologen, nach.

 „Es ist allgemein angenommen, daß das 5. Buch Mose viel später zu dem Pentateuch dazugenommen wurde (vielleicht nicht eher als Ende des 7. Jahrhunderts v.Ch.)“

Dever 2003 Wer waren die Ersten Israeliten and wo kamen sie her? Seite 37

Klar, daß wenn die ersten Bücher der Bibel viel später geschrieben wurden, daß die folgenden Bücher eben noch später geschrieben wurden. Im Grunde genommen, beeinflußt das die ganze Zeittabelle des Alten Testaments. Sehen wir uns an wie Dever das Buch Josua beurteilt, der der Nachfolger Moses ist.

„Wir haben schon den allgemeinen Charakter der „Deuteronomischen Geschichte“ besprochen (die Zeit von 5. Buch Mose bis 2. Könige). In dieser Zeit spielt Josua eine wichtige Rolle. Wir sehen, daß die gegenwärtig vorherrschenden Gelehrten diese Zusammenstellung und die erste Bearbeitung dieser großen nationalen Heldengeschichte in die Zeit von ungefähr Ende  der Isaelischen Monarchie, vielleicht in die Regierungszeit von Josiah (640 – 609 v.Ch.) setzen. Aber die Bearbeiter haben anscheinend viele verschiedene „Quellen“ gebraucht.

Also müssen wir den besonderen Charakter der Quellen, die gebraucht wurden um das Buch Josua  zu schreiben, näher untersuchen.

(es steht fest, daß Josua das Buch nicht geschrieben hat! “   Seite 38

Der Ton und die Gewißheit sind die gleichen, wie ich sie in einem Universitätskursus über die Bibel gelernt habe. Alle Gelehrten „wissen“, daß  der allgemein angenommene Schreiber das Buch nicht geschrieben hat. Klar, daß es Hunderte von Jahren später in der Zeit der Davidischen Dynastie geschrieben wurde. Aber wie wollen sie das „wissen“?

Der Torah, Rollen vom Toten Meer und wichtige Ereignisse in der menschlichen Geschichte

ten-commandments-in-dssDieses bringt uns zu zwei Begebenheiten, die für unsere Frage schwerwiegend sind. Im Frühling 2015 hat die Gesellschaft für Israelische Antiquitäten zum ersten mal die älteste Kopie der 10 Gebote, den wichtigsten Teil des Torah, für die öffentliche Besichtigung ausgestellt. Diese Kopie war ein Teil einer 14-teiligen Ausstellung, die die wichtigsten Momente der Geschichte untersucht. Mit anderen Worten gesagt: die Leitung des Museums hatte beschlossen, daß die Herausgabe der 10 Gebote eines der 14 wichtigsten Geschehnisse der Geschichte ist. Das ist sehr wichtig!

 Die 10 Gebote in den Rollen vom Toten Meer, einem Teil des Torah

Als ein Teil der Sammlung der Rollen vom Toten Meer wird die älteste Kopie der 10 Gebote auf 2000 Jahre alt geschätzt und ist durch das Alter so zerbrechlich, daß sie nur auf wenige Wochen ausgestellt werden kann. Mit 2000 Jahren ist sie alt, doch ist sie jung, wenn man sie mit Daten von 1500 v.Ch., (des allgemein angenommenen Abschluß des Torah) oder 500 v.Ch. (der Zeitrechnung der  modernen Gelehrten) vergleicht. Das trägt nichts zur Antwort der Frage bei: wer den Torah geschrieben hat.  Die Zeitspanne dieser Ansichten ist zu groß, um anhand der ältesten Kopie  der 10 Gebote uns einen Wink zu geben wer diese 10 Gebote geschrieben hat, die zu den 14 wichtigsten Ereignissen der Geschichte gehören.

Der Pentateuch in Palmyra

shema-inscription-in-palmyra
Inschrift in Palmyra

2015 hat der Islamische Staat Palmyra in einem blutigen Bürgerkrieg in Syrien eingenommen. Wenn der Islamische Staat eine Stadt einnimmt, ist meistens ein Grund zur Besorgnis vorhanden, daß Greueltaten verübt werden. Palmyra hatte eine zusätzliche Sorge, nämlich. daß diese Stadt eine UNESCO Weltschutzstadt ist, weil dort gut erhaltene Ruinen von uralten Zivilisationen sind, darunter persische, griechische und römische Kunsterzeugnisse und Geräte. Über einem alten Eingang sind die ersten Verse des jüdischen Shema Gebets aus dem 5. Buch Mose 6; 4 -9  eingemeißelt. Hier sehen wir den großen Einfluß des 5. Buche Mose und sein Alterswert.  Doch auch diese uralten Kunstgegenstände sind noch nicht alt genug, um den Ursprung des Pentateuch zu erfahren.

„Jerusalem“, „Zion“, die Juden und der Torah: nur Moses konnte das überbrücken

Man könnte annehmen, daß man durch die textlichen und archäologischen Funde und durch die modernen Theorien der Gelehrten, die nur darauf aus sind, gegen Moses zu arbeiten,  daß es hoffnungslos ist, diese Frage zu beantworten. Die Religiösen (Juden, Christen oder Muslime) können diese Frage nur auf Glauben beruhend mit „Mose“ beantworten, während die weltlichen Gelehrten nach unreligiösen Gründen der Entstehung des Pentateuchs forschen und dabei auf unklare Spekulationen stoßen.

Eigentlich ist es möglich, ganz einfach darüber Klarheit zu bekommen.Durch die Internetverbindung können auch Sie darüber nachforschen. Suchen Sie durch den Torah und dann nach dem Wort „Jerusalem“. Sie werden feststellen, daß das Wort „Jerusalem“ erst im Buch Josua erwähnt wird. Also, in keinem Buch Moses – vom 1. bis zum 5. – kommt das Wort „Jerusalem“ vor. Wie vor vielen tausend Jahren, so ist auch heute Jerusalem das Zentrum der jüdischen Welt. Seine Bedeutung ist für die Juden so viel wie Mecca für die Muslime oder Rom für die Katholiken. Aus diesem Grund kommt das Wort „Jerusalem“ 655 mal im Alten Testament vor und 146 im neuen Testament. Es wird 229 mal in den Büchern der Könige und der Chronik gebraucht, aber nicht ein einziges Mal in dem Torah. Das gleichbedeutende Wort „Zion“ kommt in dem Torah auch kein einziges mal vor. Zum ersten mal lesen wir das Wort „Zion“ im 2. Buch Samuels. Interessanter Weise wird das Wort „Zion“ zum Ende des Alten Testaments 161 Mal gebraucht. Wollen wir einen Auschnitt aus den Psalmen untersuchen, der in der Periode geschrieben wurde, als die Juden in der Verbannung waren (6. Jahrhundert v. Ch.). Dabei merken wir wie wichtig Jerusalem/Zion den Juden damals war.

Psalm 137; 1 – 6

„An den Wassern zu Babel saßen wir und weinten, wenn wir an Zion gedachten.

Unsere Harfen hängten wir an die Weiden dort im Lande.

Denn die uns gefangen hielten, hießen uns dort singen und in unserm Heulen fröhlich sein: „singet uns ein Lied von Zion“.

Wie könnten wir das Lied des Herrn singen in fremdem Lande?

Vergesse ich dich, Jerusalem, so verdorre meine Rechte.

Meine Zunge soll an meinem Gaumen kleben, wenn ich deiner nicht gedenke, wenn ich nicht lasse Jerusalem meine höchste Freude sein.“

Jerusalem ist während Davids Dynasty gegründet worden und wurde schnell das Heiligtum der Juden nachdem der erste Tempel (ca 960 v. Ch.) gebaut wurde. Es ist noch heute so. Trotzdem behaupten moderne Gelehrte, gleich welcher Dokumentartheorie sie folgen, daß der Schreiber „Priester“ gewissenhaft den ganzen Torah korrigiert zusammengestellt hat. – über viele Jahrhunderte als ihre Verbundenheit den Höhepunkt erreicht hatte, haben sie den ganzen Torah mit über 80,000 Worten zusammengestellt ohne ein einziges Mal die Worte „Jerusalem“ oder „Zion“ zu gebrauchen! Während dieser Arbeit lebten diese Schreiber damals sogar in Jerusalem. In dieser Zeit haben diese Priester auch gleichzeitig an anderen Büchern gearbeitet (Könige, Chronik und Samuel u.s.w.), die das Wort „Jerusalem“ mehr als 600 mal gebraucht haben und das Wort „Zion“ mehr als 100 mal.

Mein Glaube ist zu schwach, um an solche fantastischen Ideen zu glauben.  Moderne Gelehrte können aus irgendeinem Grunde die klare einfache Tatsache nicht sehen. Sie behaupten, daß sie die kleinsten Tatsachen deuten können. Der Pentateuch erwähnt nichts von „Jerusalem“ oder „Zion“, und er muß deshalb vor Davids Monarchie in 1000 v. Ch.  zusammengestellt worden sein. Eine Arbeitsgruppe, die gegen Mose arbeitete, würde ganz bestimmt die Gelegenheit wahrnehmen, die Worte „Jerusalem“ und „Zion“  zu benutzen während sie den Torah in Jerusalem, dem damaligen Hauptsitz, bearbeiteten.

Die Tatsache, daß die Worte „Jerusalem“ und „Zion“ in dem Torah nicht vorkommen ist noch kein Beweis dafür, daß Mose den Torah geschrieben hat, doch ist es ein Beweis, daß die Schriften dazu vor der Gründung Jerusalems (1000 v.Ch.) zusammengestellt wurden. Damit sind alle Ansichten und alle moderne Theorien, daß der Torah um 500 v.Ch. zusammengestellt wurde, null und nichtig. Die einzige Möglichkeit, die nach dem Zusammenstoß mit modernen Theorien besteht, ist: Mose.

Jesus oder der Weihnachtsmann – Wer ergibt die bessere Weihnachtsgeschichte?

Weihnachten (mancherorts auch Christfest genannt) pflegte traditionell von der Geburt Jesu zu handeln. Die Evangeliumsberichte von der Jungfrauengeburt, von Engeln, die den Hirten erschienen, und von den Weisen, die weither gereist kamen, um das Baby Jesus in einer Krippe zu sehen, ergaben für unsere Urgroßeltern eine überzeugende Geschichte. Ihre Generation fügte dann noch weitere Symbole hinzu, wie Weihnachtskrippen, -bäume, -lichter, -musik und Krippenspiele, um der Weihnachtsfeier ein festliches Fundament zu geben – und das führte schließlich zu dem größten Riesenrummel aller Festlichkeiten, wie wir ihn heutzutage vorfinden.

Seither aber, und zwar vielleicht wegen der zunehmenden Verweltlichung und den damit einhergehenden Zweifeln an der Weihnachtsgeschichte (“Ach, komm!… eine Jungfrauengeburt – wirklich?”), hat sich die Kultur geändert und die Geschichte in ein Märchen vom Weihnachtsmann und  seiner Gabenmission an Buben und Mädchen verwandelt, denen es gelungen ist, nicht in die Liste der bösen Kinder eingetragen zu werden. Für Kinder ist das ja eine großartige Geschichte; und man kann sie letztendlich ohne Weiteres weglassen, da man sie ohnehin nicht für wahr gehalten hat – eben nur für ein schönes Hirngespinnst. Zudem scheint es ja eine bessere Geschichte in unserer moderen Welt zu sein, die uns von der harschen Wirklichkeit des Lebens ablenkt und es uns gestattet, mit unseren Kindern Spaß zu haben. Also herrscht der Weihnachtsmann im Radio oder Fernsehen vor, und “Frohe Feiertage!” oder “Frohes Fest!” klingt allemal unverfänglicher als “Fröhliche Weihnachten!” oder gar “Frohes Christfest!” Da kann man ja nicht falsch liegen in einer Welt voller Zweifel, in der man Angst haben muss, jemanden mit “politischer Unkorrektheit” zu beleidigen. So ist man froh, eine Jahreszeit zu haben, in der man so tun kann als ob.

Gute Geschichten haben mir schon immer gefallen. Ob Mythos (wie Der Herr der Ringe), Science-Fiction (wie Star Wars), oder historisch (wie Braveheart), eine Geschichte mit schier unüberwindlicher Herausforderung oder Bedrohung, ein echter Held, und eine Handlung, in welcher der Held den Bösewicht bezwingt, aber auf erstaunliche Weise, das habe ich gern. Durch ein Drama von großem Ausmaß haben gute Geschichten mich schon immer fasziniert.

Erst als ich mir nochmals die biblische Weihnachtsgeschichte angeschaut hatte, einschließlich der Zeit vor den Evangeliumsberichten über die Geburt Jesu, ging mir auf, dass diese auch eine großartige Geschichte war, mit einer Handlung und Tiefe, die sie mit allen Klassikern aufnehmen kann. Selbst wenn man sie als bloße Erzählung betrachtet, übertriifft die biblische Weihnachtsgeschichte das Ersatzmärchen vom Weihnachtsmann in jedweder Hinischt. Aber um das zu erkennen, muss man die biblische Weihnachtsgeschichte schon begreifen, wie sie gedacht war: nämlich als ein Kapitel aus einem langen Epos, das das Weltall und die gesamt Menschheit umfasst.

Die biblische Weihnachtsgeschichte vom Anfang an

Diese Weihnachtsgeschicht fäng eigentlich mit einem Schöpfer an. Er erschafft alles, was existiert, einschließlich eines Wesens von großer Macht, Intelligenz und Schönheit, das der Schöpfer Morgenstern (hebr. Sohn der Morgenröte) oder auch Luzifer (Lichtträger) nannte. Luzifer tritt als der Widersacher des Schöpfers auf – und so entstand ein Machtkampf, der das Weltall umfasst. Zudem hat der Schöpfer die Menschheit in Seinem Ebenbild erschaffen, so dass wir Menschen emotional und intellektuell veranlagt sind und die Kraft haben, Entscheidungen zu treffen. Dem Widersacher gelingt in der Kopf-an-Kopf Rivalität ein erster Erfolg – und er setzt damit eine Ereigniskette in Bewegung, die in der Verderbtheit der Menschen resultiert, so dass sie emotional, geistig und willensmäßig nicht länger so funktionieren, wie sie es ursprünglich taten. So wie ein Komputervirus verheerenden Schaden in unserem Komputer anrichten kann, treibt nunmehr ein Virus sein Unwesen in der Menschheit, und so kommt es zur Sünde – einem Verfehlen des Ziels, das zu all dem Unheil führte, welches wir heute in der Welt vorfinden.

Was würde der Schüpfer nun tun? Seine unendliche Macht einsetzen und die Menschen vernichten oder den Widersacher gefangen setzen? Hier nimmt die Handlung eine überraschende Wendung. Anstatt wie ein kosmischer Supermann mit Gewalt und Macht zu reagieren, gibt der Schöpfer eine Verheißung in der Form eines Rätsels. Das Rätsel des Schöpfers spricht geheimnisvoll von „der Frau“ und „ihrem Samen“, der als „er“ beschrieben wird. Dieser „er“ sollte dem Widersacher „den Kopf zertreten“. Das war auch schon alles! Wer dieser „er“ sein sollte oder die „Frau“, und wie genau sich alles zutragen sollte – und wann, wurde nicht klar erwähnt. Der Widersacher musste sich nun den nächsten Schachzug überlegen, und die ersten Menschen mussten sich wohl wundern, wie – und ob überhaupt – das Rätsel sich lösen würde.

Die weitere Entwicklung der Geschichte – durch einen Mann und ein Volk

Das Drama spitzt sich zu, als Jahrhunderte später ein weiteres Rätsel hinzu kommt; diesmal an einen Reisenden. Dieses Rätsel war einzigartig in seiner Verheißung eines Segens für „alle Völker“. Wie beim Weihnachtsmann an Heiligabend sollte  diese Verheißung allen Völkern auf Erden zukommen – zu denen eben auch Sie und ich gehören. Danach, anders als eine Wortverkündigung, wurde auf einem abgelegenen Bergesgipfel ein merkwürdiges Drama aufgeführt. Einer Aufführung gleich, war dies Drama ein Vorausblick auf etwas, das sich erst in der „Zukunft“ auf diesem entlegenen Berg zutragen sollte. Das Was, Wann, Wie und mit Wem wurde jedoch auch hier nicht direkt gesagt. Diese Einzelheiten blieben weiterhin ein Geheimnis. Ungefähr 400 Jahre später geschah ein gleichermaßen merkwürdiges Drama mit einem Nachkommen desselben Mannes, diesmal in einem anderen Land, das einen Kalender einführte, der heute noch gilt und in seinem Jahreslauf bedeutungsträchtige Markierungen enthält.

Ein Königshaus erweitert die Geschichte

Nach weiteren 500 Jahren beginnt ein neues Kapitel in diesem Epos. Ein gewisser Titel – dem das heutige Wort Christfest zugrunde liegt – bezog sich auf ein königliches Herrscherhaus. Obschon der Titel sich auf Generationen erstreckt, wie  bei der jetzigen britischen Monarchie, betrifft er bei diesem Herrscherhaus doch nur eine zukünftige spezifische Person von weltweiter Bedeutung.

Diese königliche Dynastie, obwohl sie so verheißungsvoll begann, wurde leider  zerstört. Wie ein Baum, der von seinen Wurzeln abgeschlagen wird, wurde dieses Herrscherhaus zerschmettert, so dass lediglich ein Stumpf übrig blieb. Nun, dieser Stumpf war jedoch nicht ganz tot. In der Tat gab es ein weiteres Rätsel, das die Verheißung von einem Spross enthielt, der eines Tages diesem scheinbar toten Stumpf entspringen sollte.

Hinweise auf die einzigartige Person, um die es in der Weihnacht (oder im Christfest) geht

Mit der Ausschaltung des Königshauses begann der Strom der Verheißungen, die alle geichermaßen geheimnisvoll waren, noch rascher zu fließen, und zwar durch mehrere Personen aus unterschiedlichen Gesellschaftsschichten, Ländern und Kulturen. Es kam zu Zeitangaben über das Aufkeimen des Sprosses, und sogar ein Name wurde angekündigt, wenn auch bildhaft verschleiert. Was jedoch nicht verborgen wurde, war ein besonderes „Zeichen“, das den Sproß begleiten sollte. Dies kristallklare Zeichen lautete:

„Darum wird euch der Herr selbst ein Zeichen geben: Siehe, die Jungfrau wird schwanger werden und einen Sohn gebären und wird ihm den Namen Immanuel geben.“ (Jesaja 7,14; ca. 750 v.Chr)

Obgleich diese Verheißung zwar klar und unmissverständlich zu sein schien (und scheinbar unerfüllbar), war die Notwendigkeit eines solchen Zeichens doch nicht klar. Warum sollte es nötig sein, einen menschlichen Vater auszuschalten? War der Schöpfer etwa gegen Sex? In der Erläuterung über die Auswirkung dieser Geburt wies das Rätsel zurück auf das Sündenvirus, das die gesamte Menschheit verseucht hatte. Die Gattung Mensch brauchte einen Neustart, um dieses Virus auszumerzen.

Aber das vertiefte das Geheimnis nur noch. Denn gleich nach Ankündigung der Jungfrauengeburt fuhr der Seher mit weiteren merkwürdigen Voraussagen in Bezug auf das Erscheinen des Sohnes fort:

23„… so wird er in der letzten Zeit den Weg am See zu Ehren bringen, jenseits des Jordan, das Gebiet (wörtl. Galiläa) der Heiden—

1Das Volk, das in der Finsternis wandelt, hat ein großes Licht gesehen…

5Denn ein Kind ist uns geboren, ein Sohn ist uns gegeben; und die Herrschaft ruht auf seiner Schulter; und man nennt seinen Namen: Wunderbarer, Ratgeber, starker Gott, Ewig-Vater, Friedefürst.“ (Jesaja 8,23 und 9,1+5; Schlachter 2000)

Wie sollte das möglich sein, dass dieser „Sohn“ mit den Namen und dem Wesen des Schöpfers, der doch unendlich über der Menschheit steht, identisch sein würde? Sollte Gott denn tatsächlich Einer von uns werden? Ehe diese verwirrende Frage überhaupt erwägt werden konnte, wurde in einem Grabgesang der ganzen Geschichte noch ein grausames Ende verpasst. Oder war es wirklich ein Ende?

Das Drama, die Rätsel und Verflechtungen wurden allesamt vor tausenden von Jahren niedergeschrieben. Wer Hebräisch kann, vermag sie alle in einem der ältesten erhaltenen Schriftwerke nachzulesen – den Schriftrollen vom Toten Meer – erst vor ein paar Jahrzehnten aus der tiefen Antike aus ihrem Aufbewahrungsort zu Tage gefördert. Mit der letzten schriftlichen Botschaft begann eine lange Zeit der Erwartung. Würde sich das Drama entfalten wie beschrieben? War es denn tatsächlich möglich, dass sich alle diese rätselhaften Verflechtungen zur gleichen Zeit erfüllen könnten? Sowohl Gelehrte wie Ungelehrte grübelten die Jahrhunderte hindurch über diese Rätsel nach.

Wenn man das alles überspringt und gleich bei dem biblischen Weihnachtsgeschehen mit Jesus, den Hirten und den Weisen beginnt, verpasst man das Drama, die Spannung und Entwicklung der gesamten Handlung. Dann sieht man nicht die kosmische Geschichte. Stattdessen bleibt einem nur die antiquierte Überlieferung unserer Urgroßeltern. In Wirklichkeit war die Geburt Jesu jedoch der Anfang der Erfüllung und Auflösung der die Jahrhunderte überspannenden Rätsel. Diese Rätsel ließen den Widersacher im Ungewissen, und viele Menschen in hoffnungsvoller Erwartung.

Ein freies und gesichertes Weihnachtsgeschenk

Wenn man dies alles aber von Anfang an untersucht und versteht, erkennt man das große Geschehen. Doch was noch besser ist, Sie und ich erhalten die Gelegenheit, in der Entwicklung und Entfaltung dieser Geschichte eine perönliche Rolle zu spielen. So wie es zu Weihnachten ja um das Erhalten wie auch ums Geben von Geschenken von und an unsere Lieben geht, gipfelt diese Geschichte im Angebot einer Gabe an Sie und an mich. Um dieses Geschenk anzunehmen, bedarf es des Vertrauens in den Geber, derselben Art von Vertrauen, wie Abraham es hatte, als ihm Gott ein Geschenk anbot.

Was aber noch viel besser ist, gibt es jede Menge von Bestätigungen, dass es sich bei dieser biblischen Geschichte um begründete Tatsachen handelt. Anders als beim Weihnachtsmann, bei dem wir es gar nicht erst versuchen, Beweise herbei zu holen – etwa vom Nordpol oder für seinen am Himmel dahinfahrenden Rentierschlitten oder von Zeugen, die ihn in irgendeinem Schornstein festgesteckt gesehen haben. Nein, für die Geschichtlichkeit Jesu gibt es historische Bestätigungen – selbst für seine Jungfrauengeburt. Außerbiblische römische und jüdische Geschichtsschreiber beziehen sich auf ihn. Die Orte, an denen alle diese Rätsel aufgegeben wurden und an denen Jesus sich aufhielt, sind terra-firma Wirklichkeit. Es gibt Bethlehem, Jerusalem und den Berg Morija. Und da uns diese Geschichte vor ihrer Erfüllung niedergeschrieben wurde, haben wir auch die Bestätigung des einen Verfassers dieser Geschichte. Die Tatsache, dass Abraham, Mose, Jesaja, Daniel und die anderen Autoren bereits hunderte von Jahren vorher die Ereignisse der Geburt, des Lebens und Sterbens Jesu im Einzelnen beschreiben konnten, ist ein Beweis dafür, dass der Schöpfer – der allein die Zukunft kennt – der eigentliche Verfasser dieser Geschichte ist, samt seiner Einladung an Sie und an mich, persönlich mit Ihm daran teilzunehmen.

Wer sich in dieser Beziehung nicht die Mühe macht, wird auch diese Weihnachten lediglich verschiedene Geschichten vom Weihnachtsmann sehen und hören. Aber schon allein wegen einer guten Geschichte empfehle ich jedem die biblische Weihnachtsgeschichte. Sie ist um Vieles besser. Hier finden Sie die Geschichte (auf Englisch) aus den Evangelien von Matthäus und Lukas chronologisch zusammengestellt. Das sind weniger als 1300 Wörter, die man leicht in 5 Minuten überschauen kann. Man kann die darin enthaltenen Links öffnen, um festzustellen, wie der jeweilige Bericht auf dem tiefer liegenden Drama aufgebaut ist. Die bessere Erkenntnis lohnt sich allemal!

Möge es Ihnen ein frohes Weihnachts- oder Christfest bescheren!