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Der endgültige Countdown läuft– eingebettet in den Anfang

In meinen letzten Ausführungen gab ich einen Einblick in die Art und Weise, wie sich der Sündenfall der Menschheit aus ihrem anfänglichen Schöpfungszustand ereignet hat. Doch die Bibel führt uns weiter in den Plan Gottes ein. Der Brennpunkt dieses Vorhabens Gottes ist eine Verheißung.

Die Bibel – eigentlich eine Bibliothek

Um die Bedeutung dieser Verheißung erfassen zu können, müssen uns einige grundlegende Dinge über die Bibel bekannt sein. Obwohl sie ein Buch ist, wie wir sie gewöhnlich betrachten, ist es tatsächlich zutreffender, sie als eine mobile Bibliothek zu sehen. Dies deswegen, weil sie eine Sammlung von Büchern ist, von unterschiedlichen Autoren über einen Zeitraum von über 1500 Jahren verfasst und heute eingebunden in einen Band. Schon dies allein macht die Bibel einzigartig unter den großen Büchern der Welt. Die verschiedenen Bücher der Bibel machen Aussagen, Erklärungen und Voraussagen, die spätere Schreiber dann weiter ausführen. Wenn die Bibel von nur einem Verfasser geschrieben worden wäre, oder von einer Gruppe von Verfassern, die sich gegenseitig gekannt hätten, wäre das kaum der Rede wert. Aber die Verfasser der Bibel sind durch Hunderte und sogar Tausende von Jahren voneinander getrennt, schreiben in unterschiedlichen Zivilisationen, Sprachen, Gesellschaftsschichten und Literaturgattungen – und dennoch werden ihre Botschaften, Andeutungen und Vorhersagen nahtlos von späteren Autoren aufgegriffen oder durch extrabiblisch verifizierbare geschichtliche Fakten erfüllt. Die Einzigartigkeit der Bibel wird dadurch auf eine ganz andere Ebene gehoben – und diese Erkenntnis sollte uns dazu motivieren, ihre Botschaft zu verstehen. Die noch existierenden Abschriften von alttestamentlichen Manuskripten (den Büchern also, die vor der Zeit Jesu geschrieben wurden) datieren um 200 v.Chr. Somit ist die Textgrundlage der Bibel weitaus besser als die aller anderen Bücher der antiken Welt. Wie im Artikel über textliche Zuverlässigkeit beschrieben, fangen die Abschriften der neutestamentlichen Manuskripte um 125 v.Chr. an.

Die Evangeliumsverheißung im Garten Eden

Wir können diese vorausdeutende Fähigkeit deutlich im Bericht über die Schöpfung und den Sündenfall gleich am Anfang vom 1. Buch Mose in der Bibel. (1. Mose oder Genesis wurde durch Moses um 1500 v.Chr. zusammengestellt.) Mit anderen Worten, es beschreibt zwar die Anfänge, hat aber das Ende im Blick. Wir sehen hier eine Verheißung Gottes in der Konfrontation mit Satan (oder auch Luzifer bzw. Teufel), indem Gott in einem Rätsel zu ihm spricht:

„Und ich will Feindschaft setzen zwischen dir und der Frau, zwischen deinem Samen und ihrem Samen: Er wird dir den Kopf zertreten, und du wirst ihn in die Ferse stechen.” (1. Mose 3:15)

Dies ist eine Verheißung in Form eines Rätsels – sie ist aber zu verstehen. Beim sorgfältigen Durchlesen erkennen wir fünf verschiedenen Charaktere und dass es sich um eine Prophezeiung (also um einen Blick in die Zukunft) handelt (ersichtlich am wiederholten Gebrauch von “wird”). Die erwähnten Hauptfiguren sind:

1. Gott
2. Satan
3. Die Frau
4. Der Same der Frau
5. Der Same Satans

Und das Rätsel sagt voraus, welche Beziehung diese Charaktere in der Zukunft zieinader haben werden. Die folgende Grafik macht dies deutlich:

das Versprechen von Gott zu der Schlange Adam und Eva in der Anfang der Bibel im Garten


Beziehungen der in der Verheißung genannten Charaktere zueinander

Gott wird dafür sorgen, dass sowohl Satan als auch die Frau einen „Samen” haben werden. Zwischen diesen Nachkommen sowie der Frau und Satan wird „Feindschaft” bestehen. Satan wird dem Nachkommen der Frau „in die Ferse stechen”, während der Nachkommen der Frau Satan „den Kopf zertreten” wird.

Folgerungen bezüglich des Samens – ein „Er”

Bis jetzt haben wir nur direkte Beobachtungen vom Text her angestellt. Nun zu einigen logischen Folgerungen. Weil der Same der Frau mit „er” und „ihn” bezeichnet wird, wissen wir, dass es sich um eine einzelne männlichen Person handelt. Dadurch können wir einige mögliche Auslegungen ausscheiden. Als „Er” ist der Same keine „Sie”, kann also keine Frau sein – dennoch stammt der „Er” von einer Frau ab. Als „Er” ist der Same keine Mehrzahl „Sie”, was leicht hätte der Fall sein können – vielleicht eine Gruppe von Menschen, ein Geschlecht, ein Team oder ein Volk. Zu verschiedenen Zeiten und auf verschiedene Weise hat man vermutet, dass Mehrzahl „sie” gemeint sein könnte. Aber der Nachkomme ist ein „Er” und kann daher keine Menschengruppe sein, sei es ein Volk oder Anhänger einer Religion wie die Juden, Christen oder Muslime usw. Als „Er” ist der Same kein „Es” (d.h. der Nachkomme ist eine Person). Das schließt die Möglichkeit aus, dass es sich beim „Samen” um eine bestimmte Philosophie, Lehre, Technologie, ein politisches System oder eine Religion handelt. Ein „Es” dieser Art wäre wahrscheinlich als Mittel der Weltverbesserung gewählt worden, genau wie man es heutzutage versucht. Wir meinen, dass irgendein „Es” unsere Situation in Ordnung bringen könne; und so haben die besten Denker der Menschheit die Jahrhunderte über verschiedene politische Systeme, Bildungssysteme, Technologien, Religionen usw. befürwortet. Doch in dieser Verheißung weist der Kompass in eine völlig andere Richtig. Gott dachte an etwas ganz anderes, nämlich an einen „Er”. Und dieser „Er” sollte den Kopf der Schlange zertreten.

Eine weitere interessante Beobachtung ergibt sich aus dem Nicht-Gesagten. Gott verspricht dem Mann keinen Samen wie der Frau. Dies ist ziemlich ungewöhnlich, wo doch sonst der gesamten Bibel hindurch die Betonung auf Söhnen als Nachkommen der Väter liegt. Tatsache ist, dass in der modernen abendlädischen Kritik an den biblischen Stammbäumen für gewöhnlich das Ignorieren der Blutsverwandtschaft durch die Frau bemängelt wird. Man sieht dies als „sexistisch” oder frauenfeindlich an, weil moistens nur die Söhne der Männer berücksichtigt werden. In diesem Fall aber ist es anders – es gibt keine Verheißung eines Samens (eines „Er”), der von einem Mann abstammt. Es ist lediglich die Rede von einem Nachkommen der Frau, ohne Erwähnung eines Mannes.

Von allen Menschen, die meines Wissens je existiert haben, sei es in der Geschichte oder in den Mythen, haben nur zwei keinen leiblichen Vater gehabt (einschließlich der griechischen Halbgötter, gezeugt von „Göttern” wie Zeus mit sterblichen Frauen usw.). Der erste war Adam, der direkt von Gott erschaffen wurde. Der zweite war Jesus, der (dem Neuen Testament gemäß) von einer Jungfrau geboren wurde – also ebenfalls ohne menschlichen Vater. Wird Jesu Geburt in diesem Rätsel im Voraus angedeutet? Das passt zu unserer Feststellung, dass der Same weder ein „Er” noch eine „Sie” und auch keine Mehrzahl „Sie” oder ein „Es” sein kann. Liest man das Rätsel mit dieser Perspektive, so fügt sich Einiges an diesem Bild zusammen.

„Ihn in die Ferse stechen”??

Was aber soll es bedeuten, dass die Schlange „ihn in die Ferse stechen” wird? Das konnte ich mir nie erklären, bis ich im Dschungel von Kamerun arbeitete. In der feuchten Hitze mussten wir dicke Gummistiefel tragen – weil die Schlangen dort im hohen Gras versteckt lagen und uns in den Fuß – d.h. die Ferse – beißen würden; und das konnte tödlich sein. Gleich am ersten Tag wäre ich beinahe auf eine Schlange getreten, und das hätte für mich tödlich ausgehen können. Danach verstand ich den Sinn des Rätsels: Der „Er” sollte die Schlange verderben; aber der Preis, der von ihm zu zahlen war, bedeutete seinen eigenen Tod. Auf diese Weise wurde der durch das Sterben Jesu errungene Sieg im Voraus angedeutet.

Der Same der Schlange?

Wer aber ist die andere Hauptfigur – dieser Same Satans? Wir haben zwar hier nicht den Platz, dies ausführlich zu untersuchen, aber die späteren Schriften sprechen von einer zukünftigen Person. Beachten wir die Beschreibungen:

„… wenn die Frevler das Maß voll gemacht haben, wird ein frecher und listiger König auftreten. Und seine Macht wird stark sein, aber nicht in eigener Kraft; und er wird ein erstaunliches Verderben anrichten, und sein Unternehmen wird ihm gelingen; und er wird Starke verderben und das Volk der Heiligen. Und wegen seiner Klugheit und weil ihm der Betrug in seiner Hand gelingt, wird er sich in seinem Herzen erheben und viele in ihrer Sorglosigkeit verderben; und er wird gegen den Fürsten der Fürsten auftreten, aber ohne Zutun von Menschenhand zerschmettert werden” (Daniel 8,23-25; um 550 v.Chr. von Daniel in Baylon geschrieben).

Ein Mensch, mit einer unsichtbaren Kraft hinter sich, wird gegen den „Fürsten der Fürsten” Krieg führen, aber sein Kopf wird „zertreten” werden.

„… wegen der Wiederkunft unseres Herrn Jesus Christus und unserer Vereinigung mit ihm, … Laßt euch von niemand in irgendeiner Weise verführen! Denn es muß unbedingt zuerst der Abfall kommen und der Mensch der Sünde geoffenbart werden, der Sohn des Verderbens, der sich widersetzt und sich über alles erhebt, was Gott oder Gegenstand der Verehrung heißt, so dass er sich in den Tempel Gottes setzt als ein Gott und sich selbst für Gott ausgibt” (2. Thessalonicher 2,2-4; um 50 n.Chr. von Paulus in Griehcenland geschrieben).

Und das letzte Buch der Bibel, viele Seiten und Tausende von Jahren von der Verheißung im 1. Buch Mose entfernt, sagt voraus:

„Das Tier, das du gesehen hast, war und ist nicht mehr, und es wird aus dem Abgrund heraufkommen und ins Verderben laufen; und die auf der Erde wohnen, deren Namen nicht geschrieben stehen im Buch des Lebens von Grundlegung der Welt an, werden sich verwundern, wenn sie das Tier sehen, das war und nicht ist und doch ist. Hier ist der Verstand [nötig], der Weisheit hat!” (Offenbarung 17,8-9; um 90 n.Chr. geschrieben von Johannes auf einer Insel nahe der heutigen Türkei).

Diese späteren Bücher (beachten wir wiederum die Verschiedenheit der Verfasser, der Hintergründe und der Zeiten, in denen sie geschrieben wurden) reden immer deutlicher von einem Countdown, der zum Krieg zwischen dem Samen der Frau und dem Samen Satans führt. Die erste Erwähnung erfolgt jedoch bereits im Keim in dieser Verheißung im 1. Buch Mose, ganz am Anfang der biblischen Geschichte, mit Einzelheiten, die noch auf ihre Erfüllung warten. Der geschichtliche Höhepunkt, der Countdown zum Endkampf zwischen Satan und Gott, der vor so langer Zeit im Garten Eden angefangen hat, wird am dortigen Anfang – im frühesten Buch der Bibel – bereits vorausgesehen. Dies führt uns zu der Überzeugung, dass alle Geschichte zugleich Gottesgeschichte, ja Heilsgeschichte ist.

 

Gab es einen Adam? – Das Zeugnis der alten Chinesen

Die Bibel ist ein bemerkenswertes Buch. Um nur eine Sache zu nennen: sie beansprucht, göttlich inspiriert zu sein und somit Gottes Wirken in ihrer gesamten Geschichte präzise aufgezeichnet zu haben. Nachdem ich mich lange Zeit mit dem Problem beschäftigt hatte, stellte ich insbesondere diesen Anspruch in Bezug auf die ersten Kapitel des ersten Bibelbuchs – Genesis oder 1. Mose – in Frage.  Da steht der Bericht über Adam und Eva, das Paradies, die verbotene Frucht, einen Versucher, gefolgt von Berichten über Noah, wie er eine weltweite Flut überlebte. Wie so viele andere Menschen von heute, tat ich diese Geschichten als bloße dichterische Metaphern ab, die auf andere Ereignisse hinwiesen. Schließlich hatten doch die „erwiesenen Tasachen” der Wissenschaft den Beweis erbracht, dass die Genesisberichte einfach nicht so geschehen sein konnten, wie es in den biblischen Berichten zu lesen stand.

Beim näheren Hinsehen aber erkannte ich, dass es nicht so einfach war, wie ich ursprünglich gedacht hatte. Ich lernte, dass die wissenschaftlich „erwiesenen Tatsachen” gar keine Tatsachen sind, sondern lediglich Interpretationen, die auf kontroversen Annahmen beruhen.Und dann entdeckte ich Hinweise aus verschiedenen Quellen, die nachdrücklich darauf schließen lassen, dass die Genesisberichte doch Tatsachenberichte sein könnten.

Eine der interessantesten Entdeckungen befindet sich in der chinesischen Kalligrafie. Um die Bedeutung dieser Entdeckungen überhaupt zu begreifen, musste ich zuerst etwas über den Hintergrund des Chinesischen lernen. Chinesische Schriftzeichen stammen aus den Anfängen der chinesischen Zivilisation vor ungefähr 4.200 Jahren. Das heißt, dass die chinesische Schrift zirka 700 Jahre vor der Zeit entwickelt wurde, als Mose das 1. Buch Mose zusammenstellte (ca. 1,500 v.Chr.). Man erkennt chinesische Kalligrafie wohl sofort an ihrem Aussehen. Was viele von uns jedoch nicht wissen, ist die Tatsache, dass die Ideogramme oder andere Bildzeichen der chinesischen „Wörter” aus einfacheren Bildzeichen namens „Radikale” zusammengesetzt sind. In ähnlicher Weise werden so auch im Deutschen Wortzusammensetzungen (Komposita) erstellt, indem man, z.B., „Feuer” und „Wehr” zu dem Kompositum „Feuerwehr” verbindet. Chinesische Kalligrafie hat sich über Tausende von Jahren kaum verändert. Das wissen wir von antiken Töpferwaren und Artefakten aus Bein. Erst im 20. Jahrhundert, mit der Machtübernahme durch die kommunistische Partei, wurden die Schriftzeichen vereinfacht.

Nehmen wir, z.B., das chinesische Ideogramm für den abstrakten Begriff “(der, die, das) Erste”.  Wir sehen es hier:

   (der, die, das) Erste        lebendigStaub          Mann, Mensch          (oder: erst-) (oder: er)

(der, die, das) Erste             =                    lebendig         +            Staub        +             Mann, Mensch
   (oder: erst-)                                                                                                                           (oder: er)

Dies Ideogramm ist eigentlich ein Kompositum aus einfacheren Radikalen, wie hier illustriert.  Man sieht, wie alle Radikale im Ideogramm „erst-” kombiniert sind. Die Bedeutung eines jeden Radikals ist ebenfalls ersichtlich. Das heißt demnach, dass vor langer Zeit (vor ungefähr 4.000 Jahren), als die ersten chinesischen Schriftgelehrten die chinesische Kalligrafie entwickelten, der Begriff „(der, die, das) Erste (oder: erst-)” von ihnen mit den Radikalen „lebendig” + „Staub” + „Mann (oder: er)” gebildet wurde. Aber warum? Welche innewohnende Beziehung besteht denn zwischen „Staub” und „erst-”? Doch wohl kaum eine. Wenn man jedoch den biblischen Schöpfungsbericht parallel dazu in Betracht zieht, fällt einem die Beziehung gleich auf:

„Da bildete Gott der HERR den Menschen, Staub von der Erde, und blies den Odem des Lebens in seine Nase, und so wurde der Mensch eine lebendige Seele” (1. Mose 2:7).

Der „erste” Mensch (Adam) wurde aus Staub zu einer lebendigen Seele gemacht! Woher aber wussten die alten Chinesen um diese Beziehung 700 Jahre vor der Niederschrift der Genesis? Beachten wir Folgendes:

       Staub    +    Odem (Mundatem)   +     lebendig =    reden, sprechen

Staub            +           Odem (Mundatem)           +              lebendig               =             reden, sprechen

Die Radikalen für „Staub” + „Atem (des Mundes)” + „lebendig” wurden zu dem Ideogramm für “reden (oder: sprechen)” kombiniert. Aber „reden” selbst, kombiniert mit „gehen”, ergibt „(er)schaffen”.

    reden        +      gehen      =     (er)schaffen

reden                      +                        gehen                        =                        (er)schaffen

Was wäre aber die innewohnende Beziehung zwischen „Staub”, „Atem” (oder „Odem”), „lebendig“, „gehen” und „(er)schaffen”, die die alten Chinesen dazu veranlasste, diese Konstruktion zu benutzen?  Hier haben wir ebenfalls eine auffallende Parallele zu 1. Mose 2,7, wie oben zitiert.

Diese Parallele wird fortgeführt. Beachten wir, wie der Begriff „Teufel” aus „Mann, der heimlich im Garten existiert (lebt)” gebildet wurde. Worin besteht die innewohnende Beziehung zwischen Garten und Teufel? Es gibt überhaupt keine.

(ins)geheim +        Mann       +    Garten          +    [lebendig]    =      Teufel

(ins)geheim    +               Garten             +            Mann           +    [lebendig]               =           Teufel

Darüber hinaus kombinierten die alten Chinesen dann den Begriff für „Versucher” aus den Wörtern für „Teufel” und „zwei Bäume”!

 Teufel     + (2) Bäume + verdecken =  Versucher

Teufel               +            (2) Bäume               +                 verdecken                =              Versucher

Somit ist der „Teufel” der unter „zwei Bäumen” verdeckte „Versucher (oder: Verführer)”. Wenn es an mir läge, eine innere Vebindung zu „Versuchung” herzustellen, würde ich es auf eine verführerische Frau oder ein verführerisches Laster beziehen. Warum aber zwei Bäume? Was haben „Garten” und „Bäume” mit „Teufel” und „Versucher (Verführer)” zu tun? Vergleichen wir dazu den Genesisbericht:

Und Gott der Herr pflanzte einen Garten in Eden, im Osten, und setzte den Menschen dorthin, den er gemacht hatte. Und Gott der Herr ließ allerlei Bäume aus der Erde hervorsprießen, lieblich anzusehen und gut zur Nahrung, und auch den Baum des Lebens mitten im Garten und den Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen. (1. Mose 2,8-9)

Aber die Schlange war listiger … und sie sprach zu der Frau: Sollte Gott wirklich gesagt haben, …? (1. Mose 3,1)

„Begehren” wird wiederum mit einer „Frau” und „zwei Bäume” in Verbindung gebracht. Warum nicht „begehren” in sexuelle Beziehung zur „Frau” bringen? Das wäre doch eine natürliche Folgerung. Die Chinesen jedoch sahen es anders:

    (2) Bäume           +                 Frau                  =           begehren

begehren                    =                         (2) Bäume                              +                          Frau

Auch diese Beziehung zwischen „begehren”, „zwei Bäume” und „Frau” finden wir im Genesisbericht:

Und die Frau sah, dass von dem Baum gut zu essen wäre, und dass er eine Lust für die Augen und ein begehrenswerter Baum wäre, weil er weise macht; und sie nahm von seiner Frucht und aß, und sie gab davon auch ihrem Mann, … (1. Mose 3,6)

    (großes) Boot

(großes) Boot

Kommen wir nun zu einer weiteren bemerkenswerten Parallele. Das chinesische Ideogramm für „großes Boot (oder: Schiff)” sieht wie folgt aus:

Die Radikalen, aus denen dieses Ideogramm besteht, sehen wir hier:

    (großes) Boot     =            acht     +          Mund oder Person    +   Boot

(großes) Boot               =                  acht              +               Mund oder Person     +        Boot

Es sind demnach „acht” „Personen” in einem großen „Boot”. Wenn ich ein großes Boot darstellen sollte, wieso dann nicht ein Schiff mit 3000 Menschen an Bord? Warum acht? Interessanterweise befinden sich, dem biblischen Bericht nach, acht Personen in Noahs Arche (Noah, seine drei Söhne und die jeweiligen Ehefrauen).

Die Parallelen zwischen den ersten Genesiskapiteln und der chinesischen Kalligrafie sind beachtlich. Man sollte sogar meinen, die Chinesen hätten das 1. Buch Mose gelesen und Ideen daraus entliehen. Doch der Ursprung ihrer Schriftsprache ist um 700 Jahre vor Mose zu datieren. Zudem liegen China und der Nahe Osten ziemlich weit von einander entfernt. Zufall? Mag sein. Aber wie kommt es zu so vielen „zufälligen” Übereinstimmungen? Und warum gibt es keine solchen Parallelen zwischen dem Chinesischen und den späteren Geschichten von Abraham, Isaak und Jakob?

Wie aber, wenn das erste Buch Mose tatsächliche historische Ereignisse aufzeichnet, einschließlich der ersten Genesiskapitel? Dann entstammen die Chinesen – als Volks- und Sprachgruppe – dem Völkergemisch von Babel (1. Mose 11), wie alle anderen Sprach- und Volksgruppen der Antike. Der Babelbericht beschreibt, wie die Sprache der Nachkommen der Sintflutüberlebenden von Gott verwirrt wurde, so dass sie einander nicht mehr verstehen konnten. Die Folge davon war die Völkerwanderung aus dem so genannten „fruchtbaren Halbmond” (im Norden der arabischen Halbinsel) und begrenzte die Mischehen auf die eigene Sprach- und Volksgruppe. Daraus erklärt sich der Ursprung der verschiedenen Menschenrassen. Die Chinesen waren demnach eine der Volksgruppen, die von Babal aus zerstreut wurden; und zur Zeit der Entstehung ihrer Kalligrafie waren die Schöpfungs- und Sintflutberichte für sie noch neuere Geschichte, an die sie sich gut erinnern konnten. Schriftzeichen für abstrakte Begriffe  wie „begehren”, „Versucher” usw. wurden somit den geschichtlichen Berichten entnommen, die ihnen gut verständlich waren. Ähnliches gilt für die Entstehung von beschriebenen Wörtern wie „großes Boot” – den Beschreibungen in Berichten gemäß, an die sie sich erinnerten. Somit befinden sich die Schöpfungs- und Sintflutberichte vom Anbruch ihrer Zivilisation her in ihrer Sprache eingebettet. Im Laufe der Jahrhunderte vergaßen sie den ursprünglichen Grund, wie das so oft der Fall ist. Wenn dies allerdings als Grund zustrifft, dann beruhen die Genesisberichte auf tatsächlichen Geschichtsereignissen anstatt auf bloßen dichterischen Sinnbildern.

Die Chinesen hatten zudem eine der vielleicht ältesten zeremoniellen Traditionen, die jemals auf der Welt befolgt wurden. Von Anbeginn der chinesischen Zivilisation (um 2200 v.Chr.) opferte der chinesische Kaiser am Tag der Wintersonnenwende dem Gott Shang-ti (dem „Kaiser des Himmels”, d.h. dem höchsten Gott) jeweils einen Bullen. Dieses Ritual wurde durch alle Dynastien der chinesichen Zivilisation hindurch eingehalten. In der Tat wurde es erst vor etwas über 100 Jahren, also 1911, abgeschafft, als General Sun Yat-sen den letzten Kaiser der Qing-Dynastie stürzte und in China die Republik errichtete. Diese Zeremonie wurde alljährlich im „Himmelstempel” abgehalten, der heute eine der meistbesuchten Touristenattraktionen in Peking ist. Somit wurde über 4.000 Jahr hinweg von den Chinesen dem „himmlischen Kaiser” jedes Jahr jeweils ein Bulle geopfert. Aber warum? Konfuzius (551-479 v.Chr.) stellte auch eben diese Frage. Er sagte:

„Wer die zeremoniellen Opferungen an Himmel und Erde verstehen kann… wird das Regieren über ein Reich ebenso leicht finden wie einen Blick auf seine Handfläche!”

Mit anderen Worten, Konfuzius sagte, dass jeder, der dieses Geheimnis lüften könnte, auch weise genug wäre, über ein Kaiserreich zu herrschen. Seit Beginn des Grenzopfers (wie es genannt wurde; d.h ca. 2200 v.Chr.) bis zur Zeit des Konfuzius (ca. 500 v.Chr.) verlor sich jedoch die Bedeutung des Opfers für die Chinesen – obgleich sie die Tradition noch weitere 2400 Jahre bis 1911 n.Chr. aufrecht erhielten.

Vielleicht, wenn die unter der Konstruktion der Kalligrafie verborgene Bedeutung nicht in Vergessenheit geraten wäre, hätte Konfuzius die Antwort auf seine Frage finden können. Betrachten wir in dieser Hinsicht die Radikalen in der Zusammensetzung des Begriffs für „Gerechtigkeit”:

          Hand         +        Lanze            =          mir             +           Schaf         =Gerechtigkeit                                                               (ich, mich, meiner)

Hand      +         Lanze            =         mir            +            Schaf         =                 Gerechtigkeit
                                              (ich, mich, meiner)

 

Gerechtigkeit ist zusammengesetz aus „Schaf” über „mir”; wobei „mir” ein Kompositum aus „Hand” und „Lanze” bzw. „Dolch” oder „Schlachtmesser” ist.  Das vermittelt den Gedanken, dass meine Hand ein Lamm tötet, woraus sich Gerechtigkeit (für mich) ergibt: Das Opfer oder der Tod des Lammes an meiner Statt verschafft mir Gerechtigkeit.

Beim Lesen der Genesis fällt einem auf, dass Tieropfer bereits lange Zeit vor Einsetzung des jüdischen Opfersystems erfolgten. So bringen z.B. Abel (Adams Sohn) und Noah Opfer dar (1. Mose 4,4 und 8,20).  Es scheint als hätten alle Menschen die Vorstellung, dass Tieropfer dem Verständnis dienten, dass ein stellvertretender Tod zur Erlangung der Gerechtkeit notwendig ist. Einer der bekanntesten Titel Jesu war „Lamm Gottes” (Johannes 1,29). Sein Tod war das wirkliche Opfer, das uns Gerechtigkeit verschafft – wovon die Tieropfer, einschließIlich der chinesischen Grenzopfer der Antike, nur ein Bild waren. Interessanterweise hatten die alten Chinesen anfangs dieses Verständnis, das sie dann aber zur Zeit des Konfuzius verloren hatten.

Bei meinen Nachforschungen erkannte ich dies deutlich als einen Hinweis darauf, dass die Genesisberichte nicht nur historisch belegt sind, sondern dass der Opfertod Jesu zu unserer Gerechtkeit bereits seit der Dämmerung der menschlichen Zivilisation als solcher verstanden wurde. Jesu Leben, Tod und Auferstehung waren das Vorhaben Gottes, das uns in Zeichen im voraus offenart wurde, damit wir von Anbeginn der Zeit diese Erkenntnis haben sollten.

Dies geht uns natürlich gegen den instinktiven Strich. Beim Gespräch mit Menschen jeglichen religiösen und kulturellen Hintergunds fällt mir immer wieder auf, dass wir in Bezug auf Gerechtigkeit entweder an Gottes Barmherzigkeit oder an eigene Werke denken. Mit anderen Worten, viele sind der Meinung, dass Sündenschuld nicht bezahlt zu werden braucht. Bei vielen von uns herrscht die Vorstellung, dass Gottes Gerechtigkeit – die Bezahlung oder Vergeltung fordert – durch Gottes Barmherzigkleit zuifrieden gestellt wird. Viele andere Menschen sind der Meinung, dass eine gewisse „Entgeltung” zwar notwendig sei, die wir jedoch selber durch Gutestun bewerkstelligen können. So versuchen wir, gut oder religiös zu sein und hoffen, dass sich das irgendwie auszahlt. Das steht jedoch im Gegensatz zur Evangeliusmbotschaft, in der es heißt:

Jetzt aber ist außerhalb des Gesetzes die Gerechtigkeit Gottes offenbar gemacht worden, …  nämlich die Gerechtigkeit Gottes durch den Glauben an Jesus Christus, die zu allen und auf alle [kommt], die glauben. (Römer 3,21-22)

Und warum kann uns diese Gerchtigkeit durch den Tod und die Auferstehung Jesu zugerechnet werden? Weil sie Gottes Forderung nach Bezahlung oder Vergeltung der Sünde befriedigt. Vielleicht waren sich die Menschen der Antike dieser Wahrheit bewusst, die wir heute – gleichwie sie damals – so leicht aus den Augen verlieren. Lassen Sie uns auf dieser Internetseite erforschen und untersuchen, was die Chinesen vergessen haben.

Quellenangaben

The Discovery of Genesis.  C.H. Kang & Ethel Nelson.  1979

Genesis and the Mystery Confucius Couldn’t Solve.  Ethel Nelson & Richard Broadberry. 1994

Sämtliche Bibelstellen sind der Schlachter-Übersetzung 2000 entnommen.