Warum schuf ein Guter Gott einen Bösen Teufel?

Wir haben in dem Artikel über den Sündenfall der Menschheit gesehen dass Satan diese Tragödie in dem 1. Buch Mose in der Aufmachung einer Schlange orchestriert. Dies wirft nun eine wichtige Frage auf: Warum würde Gott einen bösen Teufel (das Wort bedeutet ‚Widersacher‘) schaffen, der dann seine gute Schöpfung verdirbt?

Luzifer – Der Leuchtende

Vielmehr berichtet die Bibel dass Gott eigentlich ein starkes, intelligentes und herrliches Engelswesen (das Haupt aller Engel) mit namens Luzifer (‚der Leuchtende‘) schuf, und dass dieses sehr gut war. Aber Luzifer hatte einen Willen mit dem er frei entscheiden konnte. Eine Stelle in Jesaja 14 zeichnet die Wahl auf die vor ihm lag.

Wie bist du vom Himmel gefallen, du schöner Morgenstern! Wie wurdest du zu Boden geschlagen, der du alle Völker niederschlugst! Du aber gedachtest in deinem Herzen: „Ich will in den Himmel steigen und meinen Thron über die Sterne Gottes erhöhen, ich will mich setzen auf den Berg der Versammlung im fernsten Norden. Ich will auffahren auf die höchsten Wolken Und gleich sein dem allerhöchsten.“ (Jesaja 14:12-14)

So wie Adam hatte auch Luzifer eine Wahl. Er konnte entweder hinnehmen, dass Gott, Gott war, oder er konnte die Entscheidung treffen, sich selbst sein eigener Gott zu sein. Das wiederholte ‚Ich will‘ zeigt dass er sich entschloss, Gott zu widerstehen und dass er sich selbst zum ‚Allerhöchsten‘ erklärte. Eine Stelle im Hesekielbuch enthält eine Parallelstelle vom Fall des Luzifers.

„In Eden warst du, im Garten Gottes… Du warst ein glänzender, schirmender Cherub, und auf den heiligen Berg hatte ich dich gesetzt; ein Gott warst du und wandeltest inmitten der feurigen Steine. Du warst ohne Tadel in deinem Tun von dem Tage an, als du geschaffen wurdest, bis an dir Missetat gefunden wurde. Da verstieß ich dich vom Berge Gottes und tilgte dich, du schirmender Cherub, hinweg aus der Mitte der feurigen Steine. Weil sich dein Herz erhob, dass du so schön warst, und du deine Weisheit verdorben hast in all deinem Glanz darum habe ich dich zu Boden gestürzt.“ (Esekiel 28:13-17)

Luzifers Schönheit, Weisheit und Macht – all die guten Dinge die Gott in ihm geschaffen hatte – führten ihn zum Hochmut. Sein Hochmut führte zu seinen Rebellion und seinem Fall, aber seine Kraft und Eigenschaften verlor er nicht (und hat sie somit behalten). Er leitet einen kosmischen Aufstand gegen seinen Schöpfer, um zu sehen, wer Gott sein wird. Seine Strategie war, die Menschheit zum Mitanschluss zu gewinnen – indem er sie versuchte, derselben Wahl zu erliegen die er getroffen hatte – sich selber zu lieben, unabhängig von Gott zu werden, und ihm sich zu widersetzen. Der Kern der Prüfung des Willens Adams war derselbe wie der des Luzifers; er war nur mit einem anderen Gewand bekleidet. Beide wählten, sich selbst ihr eigener Gott zu sein. Dies war (und ist) der höchste Gotteswahn.

Satan – Er wirkt durch andere

Die Stelle im Jesajabuch ist an den ‚König Babylons‘ gerichtet, und die Stelle im Hesekielbuch an den ‚König von Tyrus‘. Aber anhand der Beschreibungen ist es offensichtlich dass es sich bei dem Angesprochenen nicht um Menschen handelt. Die „Ich will“ Stellen im Jesajabuch beschreiben ein Wesen, dass zur Erde herabgeworfen wurde als Strafe dafür, seinen Thron über die Sterne Gottes setzen zu wollen. Die Stelle im Hesekielbuch spricht jemanden an, der eine ’schirmender‘ Cherub war und sich einst in Eden und auf ‚dem Berge Gottes‘ befand. Diese Tendenz Satans (oder Luzifers), seine Stellung hinter jemandem, oder durch jemanden, einzunehmen, ist beständig. Im ersten Buch Mose sprach er durch die Schlange. Im Jesajabuch regiert er durch den König Babylons, und im Hesekielbuch durch den König von Tyrus.

Warum hat Luzifer sich gegen Gott erhoben?

Aber warum wollte Luzifer der Herrschaft des allwissenden und allmächtigen Schöpfers trotzen und sie an sich zu reißen? Ein wichtiger Bestandteil des ‚Schlauseins‘ ist zu wissen, ob man einen potentiellen Gegner besiegen kann. Luzifer mag wohl Kraft gehabt haben (und hat sie immer noch), aber seine begrenzte Kraft als Geschöpf wäre unzureichend für einen erfolgreichen Aufstand gegen seinen Schöpfer gewesen. Warum dann alles aufs Spiel setzen um zu versuchen, einen unmöglichen Sieg zu erlangen?Ich hätte gemeint, dass ein schlauer Engel seine Begrenztheit in einem Messkampf gegen beides, Allwissenheit und Allmächtigkeit, hätte erkennen sollen, und seinen Aufstand hätte einstellen sollen. Also warum hat er dieses nicht getan? Diese Frage hat mich jahrelang verblüfft. Was mir geholfen hat, war die Erkenntnis, dass Luzifer nur auf Grund des Glaubens zu dem Schluss hätte kommen können, dass Gott sein allmächtiger Schöpfer war – genau wie bei uns. Ich erkläre. Die Bibel bringt die Entstehung der Engel mit der ersten Woche der Schöpfung in Verbindung. Wir sahen das in Jesaja 14 obenan, aber dies ist beständig so durch die ganze Bibel hindurch. Zum Beispiel berichtet uns eine Schöpfungsstelle im Buch Hiob:

Und der Herr antwortete Hiob aus dem Wettersturm und sprach: Wo warst du, als ich die Erde gründete? Sage mir’s, wenn du so klug bist! …als mich die Morgensterne miteinander lobten und jauchzten alle Gottessöhne? (Hiob 38:1-7)

Stellen wir uns vor wie Luzifer irgendwann während der Schöpfungswoche geschaffen wird und irgendwo im Kosmos (zum ersten Mal) sein Bewusstsein erhält. Alles das er weiß ist, dass er jetzt existiert und ich-bewusst ist und dass da ebenfalls ein anderes Wesen ist das behauptet, ihn und den Kosmos erschaffen zu haben. Aber wie weiß Luzifer, dass diese Behauptung wahr ist? Vielleicht ist dieser angebliche Schöpfer unmittelbar vor Luzifer im Kosmos ins Dasein gesprungen. Und weil dieser ‚Schöpfer‘ sozusagen eher auf die Bühne getreten ist, ist er (vielleicht) mächtiger und kenntnisreicher als er (Luzifer) es ist – aber dann wiederum vielleicht auch nicht. Koennte es sein, dass sie beide, er sowie sein angeblicher Schöpfer, ins Dasein gesprungen sind? Alles was Luzifer tun konnte, war, das Wort Gottes an ihn, dass er ihn geschaffen hatte, und dass Gott selbst ewig und unendlich war, anzunehmen. In seinem Hochmut entschloss er sich, die Fantasie, die er in seinem eigenen Geist ins Dasein gerufen hatte, zu glauben.

Man könnte denken, dass es fantasievoll wäre, dass Luzifer glauben konnte, dass er und Gott (sowie die anderen Engel) zu selben Zeit ins Dasein gesprungen waren. Aber dies ist dieselbe Grundidee hinter dem neuesten und höchsten (Denken) der modernen Kosmologie. Da war eine kosmische Bewegung des Nichts – und dann, aus dieser Bewegung, entstand das Universum. Das ist die Essenz der modernen, atheistischen, kosmologischen Spekulationen. Grundsätzlich muss jeder, von Luzifer bis zu Richard Dawkins und Stephen Hawkings und zu Ihnen und mir, sich an Hand des Glaubens entscheiden, ob dass Universum abgeschlossen ist, oder ob es durch einen Schöpfer hervorgebracht worden, und durch diesen erhalten ist.

In anderen Worten, zu sehen, ist nicht, zu glauben. Luzifer hätte Gott gesehen und mit ihm Gespräche haben können. Trotzdem hätte er es immer noch im Glauben annehmen müssen, dass Gott ihn geschaffen hatte. Viele Menschen sagen mir, dass wenn Gott nur ihnen erscheinen würde, dann würden sie glauben. Aber durch die Bibel hindurch haben viele Menschen Gott gesehen und gehört – das war niemals das Problem. Vielmehr war der Kern der Sache, ob sie sein Wort über sich (Gott) selbst und über sie annehmen und demselben vertrauen würden. Mit Adam und Eva angefangen, bis zu Kain und Abel, Noah, und den Ägyptern beim ersten Passah, bis zu den Israeliten, die das Rote Meer durchquerten und bis zu denjenigen hindurch welche die Wunder Jesu sahen – bei keinen von ihnen führte das „Sehen“ zum Vertrauen. Der Sturz des Luzifers stimmt damit überein.

Was tut der Teufel heute?

Also hat Gott nicht einen „bösen Teufel“ geschaffen, sondern er schuf ein mächtiges und intelligentes Engelswesen welches durch dessen Hochmut einen Aufstand gegen Gott veranlasste und dadurch verdorben wurde (ohne seinen ursprünglichen Glanz zu verlieren). Sie und ich, und die ganze Menschheit sind Teil des Kampfplatzes dieser Auseinandersetzung zwischen Gott und seinem ‚Widersacher‘ (Teufel) geworden. Von Seiten des Teufels ist es nicht seine Strategie, in unheimlichen schwarzen Umhängen wie die ‚Schwarzen Reiter‘ im „Herr der Ringe“ Film herumzulaufen, und böse Flüche auf uns zu legen. Vielmehr sucht er mit seinem beibehaltenen Glanz, uns von der Erlösung, die Gott vom Anfang der Zeit durch Abraham und Mose angekündigt und dann durch den Tod und die Auferstehung Jesu durchgeführt hat, zu verführen. Wie die Bibel es sagt:

 Denn er selbst, Satan, verstellt sich als Engel des Lichts. Darum ist es nichts Großes, wenn sich auch seine Diener verstellen als Diener der Gerechtigkeit. (2. Korinther 11:14-15)

Weil Satan und seine Diener sich als ‚Licht‘ verstellen können, können wir um so leichter verführt werden. Darum ist das persönliche Verständnis des Evangeliums von solch entscheidender Bedeutung.

9 Gedanken zu „Warum schuf ein Guter Gott einen Bösen Teufel?

  1. Ella

    Luzifer ist nicht Satan. In einer authentischen Bibel kommt der Name „Luzifer“ kein einziges Mal vor. Luzifer ist ein Wesen aus der römischen Mythologie und hat mit der Bibel nichts zu tun. Auch wenn er seit John Miltons „Lost Paradise“ als der gefallene „Morgenstern“ bezeichnet wird, so ist aber laut Bibel damit ein Spottlied auf den König von Babylon gemeint. In einer Stelle in der Bibel werden Engel ganz allgemein als Morgensterne bezeichnet.

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  2. Manfred Sohn

    Durch den Hauptbeitrag wie durch alle Antworten geistert m.E. ein Kardinal-Argumentsfehler, der gegen die christliche Lehre verstösst: nach meinem Verständnis (ev.) wurde ich gelehrt, daß Gott vor allem 3 Dinge auszeichnen: Gott ist die reine Liebe, Gott ist Allmacht, und Gott ist allwissend, dh. er sieht über alle Zeiten hinweg in Ewigkeiten hinein, nach „hinten“ wie in die Zukunft.
    Also hat der unerschaffene Gott bei der Erschaffung des Lichtesengels Satan doch bereits gewusst, was später aus diesem (B)Engel mal wird? Dadurch sind alle sog. Beweise in diesem Beitrag obsolet und bedürfen einer anderen Erklärung, wenn es die überhaupt gibt.
    Und ich wurde gelehrt, daß er, der die Allwissenheit des großen Gottes leugnet, Plasphenie in höchster Potenz betreibt.

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  3. Taria

    Ich denke nicht, dass Luzifer aus freien Stücken oder als Konsequenz seines Handelns „gefallen“ und zum Herren der Hölle wurde.
    Ich denke vielmehr, dass Gott in dem Moment, als er Ihn schuf schon genau wusste wie und wofür er ihn schuf.
    Der freie Wille, die Egozentrik, der „Hass“ auf seinen Schöpfer und die ewige Versuchung diesen zu übertreffen oder zumindest anzugreifen sind notwendige Eigenschaften um als Antagonist gegen das Gute zu bestehen und als „selbständiger“ Herrscher der Hölle zu wirken.

    Warum aber hat Gott Luzifer als Herrscher des Bösen erschaffen?
    Um uns Menschen das Gute zu zeigen und näher zu bringen.
    Ein Leben ohne Kenntnis des Bösen und ohne Versuchungen würde uns nicht den Wert des Guten und Barmherzigen aufzeigen.

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  4. Antonio

    meiner Auffassung nach ist Luzifer nicht wirklich böse. Er ist ein gefallener Engel, der zur Strafe für seinen Aufstand von Gott die Aufgabe bekam die Menschen zu verführen und zu bestrafen, falls sie sich der Versuchung hingeben. womit der Teufel selbst nicht unbedingt böse ist, sondern ein Werkzeug Gottes um die Menschen auf die Probe zu stellen.

    für mich als nicht unreligiösen Menschen lässt sich dies als Metapher sehr gut auf die reale Welt übertragen, in der sich der Teufel in Form von Geld, Drogen, Macht, ungesunde Speisen etc. zeigt. Denn wer sich der Versuchung dieser Dinge maßlos hingibt, hat mit ernsthaften Konsequenzen zu rechnen welche auch als „höllenqualen“ bezeichnet werden können.

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  5. miriam

    nehmen wir einmal an, der himmel, die erde und die hölle seien ein großes ganzes, was im einklang/ in balance zu einander steht; kann es nicht sein, dass gott mit luzifer einen plan hatte? (und in dem falle auch mit adam und eva?)
    dieser gedanke kam mir, nachdem ich einen roman gelesen hatte, der eben um den ursprung des großen krieges zwischen luzifer und michael (und gegen gott) handelte.
    wenn man luzifer als herrscher der hölle betrachtet- jener, der über die sünder wacht- gott, der mit seinen engeln im himmel weihlt und über diese herrscht und alles im ganzen bewacht und adam und eva / die menschen über das schicksal der erde bestimmen- hat da nicht jeder seinen platz? einer, der (vielleicht von gott) bestimmt wurde?
    wenn gott allen menschen vergiebt, die es ernst meinen…braucht es nicht jemanden, der denen die es nicht ernst meinen entgegentritt und ihnen aufzeigt, dass es nicht so funktioniert?
    [dazu muss ich sagen, dass ich mir die hölle nicht als schwefelriechende, dunkle höhle mit magmarähnlichen böden vorstelle- eher wie einen ort der ausnüchterung, karg grau träge…]
    aus der bibel konnte ich bisher nichts klahr herauslesen.
    ich fand die idee interessant, dass satan der name für ein gefühl/ eine handlung ist und luzifer ein engel, an den eben diese gehaftet wurden um ein beispiel zu haben, was einen erwartet, wenn man nicht erlich ist und dem man die schuld geben kann…
    denn es ist immer einfacher, man kann jemandem die schuld zuweisen und hat einen namen/eine gestalt dazu.
    so frage ich, hätte die idee des romanes denn eine chance:
    luzifer-ob von gott erschaffen oder nur ein deal mit ihm eingehend- bekommt die gaben und die macht und hält dadurch die balance?
    kann es nicht sein, dass er ein wichtiger teil des großen und ganzen ist und nicht aus unserem glauben wegzudenken?

    liebe grüße

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    1. Walter

      Liebe Miriam,
      Als Christ kann ich eigentlich dies Fragen nur an Hand der Bibel beantworten. Die Bibel lehrt dass Satan ein geschaffenes Wesen ist, waehrend Gott ewiglich besteht. Satan steht im Widerstand zu dem lebendigen Gott. Dieser Gott is heilig und seine Wille is massgebend. Er kann als solcher nicht ein Verhaeltnis mit einem sich ihm gegenueber auflehnenden Wesen eingehen. So lehrt die Bibel auch dass letzten Endes das Gericht ueber Satan ergehen wird (Offenbarung 20:10). Die Bibel lehrt dass alle Menschen von Natur aus in einem gebrochenen Verhaeltnis zu Gott stehen. Der Grund dafuer is die Suende, das Verletzen des Willens Gottes, die alle Menschen begehen. Jesus der einzige suendlose Mensch gabe sich zum Suehneopfer fuer diese Suenden, und durch unser Vertrauen an diesen Erloeser und seine Rettungstat (und auf nichts anderes, wie zum Beispiel unsere guten Vorsaetze) wird dieses zerbrochene Verhaeltnis wieder hergestellt. Danke fuer Ihre Interesse an diesem Artikel.

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  6. Evelin

    Endschuldigt meine vielleicht etwas naive Sicht auf das ganze. ( Und hierzu möchte ich noch erwähnen das ich nicht wirklich gläubig bin und nur aus reinem Interesse an der Geschichte selbst meine Fragen stelle, weshalb sie sich auch nicht allzu genau auf die Bibel beziehen)

    Aber wie ich das verstanden habe, hat Lucifer sich bloß geweigert sich jemandem zu unterwerfen, der nicht beweisen konnte, dass er der Schöpfer des Kosmos war. Ich für meinen Teil wäre auch äußerst misstrauisch gewesen, ob dieser jemand auch wirklich die Wahrheit sagt. Da läge mir die Überlegung doch schon sehr Nahe, ob der Schöpfer das alles nicht nur zu seinem Vorteil aussnutzt ,dass er früher im Kosmos aufgetaucht ist. Ich will nicht klingen, als ob ich irgendeiner satanistischen Sekte angehöre, aber ich kann Lucifers Rebellion dann zum Teil ich gut verstehen. Lucifer ist ja bekanntlich ein gefallener Engel. Was ich nicht ganz verstehe ist, wieso er als Satan angesehen wird. Weil er nicht grundlos vertraut hat? Und das dazu geführt hat das er seinen eigenen Willen entwickelte? Das alleine sollte kein Verbrechen sein. Deshalb finde ich es nicht ganz fair ihn als das spezifische Böse zu bezeichnen.

    „sondern er schuf ein mächtiges und intelligentes Engelswesen welches durch dessen Hochmut einen Aufstand gegen Gott veranlasste und dadurch verdorben wurde (ohne seinen ursprünglichen Glanz zu verlieren)“, ´Was tut der Teufel heute?´

    Wer kann genau sagen das es aus Hochmut geschehen ist? Ich für meinen Teil bin auf Grund der Überlieferungen nicht der Meinung das Lucifer dies aus Arroganz getan hat.

    Und außerdem klingt es so, als würde Gott es genau so wollen. Das Lucifer rebelliert und sich gegen ihn auflehnt. Wenn Gott so viel Mächtiger ist als Lucifer, dann hätte er dies alles doch mit Leichtigkeit beenden können, wenn er gewollt hätte.
    Und wenn er die Rebellion gestattete, dann wäre es ja sicher nicht im seinen Sinne, wenn wir Menschen Lucifer als den Satan ansehen, immerhin ist er immer noch eine himmlische Schöpfung, wobei ich glaube das ich nicht erwähnen muss, dass er noch dazu ziemlich stark sein sollte, wie wir in die Überlieferungen interpretieren.
    Wobei ich bei Punkt wäre. Was wenn wir das alles ganz falsch verstehen und der Satan nur so unglaublich böse ist, weil wir es glauben? Wie gesagt, er ist soll sehr stark sein und meiner Meinung haben wir Menschen einfach Angst vor dieser Stärke, weshalb wir ihn für Böse erklärt haben. Noch schlimmer, manche Menschen benutzen ihn als Ausrede, für ihre Fehler, Dummheit, Geimeinheiten. „Der Teufel hat mich geritten“ „Ich war wie bessesen“ Meiner Meinung nach Vollkommener Blödsinn. Was gibt diesen Menschen das Recht ihre Schuld auf einen anderen Namen zu schieben, der vielleicht einfach nur Missverstanden wurde (und wenn es nach mir ginge völig verständlich gehandelt hat)?

    Ich will echt komisch klingen, aber mir sind nunmal diese Gedanken aufgefallen. Ich wollte niemanden damit beleidigen, nur meine Sichtweise darstellen 🙂

    Mit freundlichen Grüßen

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    1. ragnar

      Danke für deinen Kommentar. Ich bin vollkommen einverstanden mit Ihnen, dass es albern ist für uns, unsere Probleme und Misserfolge auf den Teufel zu schieben. Wir müssen die Verantwortung für unser Handeln selber tragen – das ist, was die Bibel lehrt. Das Problem mit dem Teufel ist nicht, dass er leistungsfähig ist – andere Engel in der Bibel sind auch leistungsfähig. Er gilt als Übel angesehen, da er Böses tut – luegen, beschuldigen, Menschenleben zerstoeren.

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  7. Jörg Bauer

    Bekannte Absichten?

    „Hat aber jemand Betrübnis verursacht, so hat er nicht mich betrübt, sondern zum Teil — damit ich nicht zu viel sage — euch alle. Für den Betreffenden sei die Bestrafung von seiten der Mehrheit genug, so daß ihr ihm nun im Gegenteil besser Vergebung und Trost gewährt, damit der Betreffende nicht in übermäßiger Traurigkeit versinkt. Darum ermahne ich euch, Liebe gegen ihn walten zu lassen. Denn ich habe euch auch deshalb geschrieben, um eure Zuverlässigkeit zu erkennen, ob ihr in allem gehorsam seid. Wem ihr aber etwas vergebt, dem vergebe ich auch; denn wenn ich auch jemand etwas vergebe, so vergebe ich es um euretwillen, vor dem Angesicht des Christus, damit wir nicht von dem Satan übervorteilt werden; seine Absichten sind uns nämlich nicht unbekannt“.

    2. Korinther 2, 5-11

    Ist das so? Sind uns die Absichten des Teufels wirklich nicht unbekannt? Glaubensgeschwister sollen in dem erkannt werden, daß sie Liebe untereinander haben. Das will der Teufel zerstören – davon müssen wir ausgehen und genau das sollte uns bekannt sein. Aber es gibt noch mehr was wir wissen sollten. Wenn wir die Bibel lesen, dann wissen wir tatsächlich was der Teufel im Sinn hat: Zerstörung und Täuschung! Nicht zuletzt auch Feindseligkeiten, Irritationen, Antisymphatien, Ablehnung, theologische Streitereien und Gleichgültigkeit gegenüber unseren Glaubensgeschwistern. Nicht daß man das stets so will, aber es schleicht sich ein und der Teufel verführt, manipuliert und zerstört was eine tragende Basis unserer Beziehungen untereinander sein sollte. Das sollten wir wissen. Der Teufel ist in der Bibel symbolhaft auf zweierlei Arten ein Synonym für das Böse und Verkehrte geworden. Einmal als “brüllender Löwe“ (1. Petrus 5,8: “Seid nüchtern und wacht; denn euer Widersacher, der Teufel, geht umher wie ein brüllender Löwe und sucht, wen er verschlinge“.) und als “Engel des Lichts“ (2. Korinther 11,14: “Und das ist auch kein Wunder; denn er selbst, der Satan, verstellt sich als Engel des Lichts“). Einmal geht es um Zerstörung und Vernichtung und zum anderen um Manipulation und Täuschung. Damit hat es die Welt (als Herrschaftsbereich des Satans) und der Mensch zu tun. Der Teufel hat viel Macht. Er wurde von Gott schön und klug erschaffen – mehr als je ein erschaffenes Wesen (Hesekiel 28, 11-12). Und ebenso mit der Möglichkeit, sich unabhängig von Gott zu lösen und sich bewusst gegen ihn und seinen Willen zu entscheiden. Dies ist ja auch geschehen. Es war die erste Sünde überhaupt. Der höchste Engel Gottes, der Cherubin Satan, hatte Macht ohne Reife, war von dem, was Gott ihm gab verblendet und konnte nicht damit umgehen.

    So wurde er zum Teufel und Feind Gottes und der Menschen. Er ist der Herrscher der sprichwörtlichen Finsternis. Und die entsteht durch fehlendes Licht, ebenso wie Kälte durch fehlende Wärme entsteht. Darauf müssen wir uns in der Nachfolge einstellen. Damit haben wir zu tun. Da die ungläubigen Menschen diesen realen, unsichtbaren Angriffen nur ahnungslos und schulterzuckend gegenüber stehen, gilt das Augenmerk vor allem denen, die Jesus Christus als ihren Herrn und Heiland ausgemacht haben. Es geht um die Vergebung der Sünden. Das ist die heilbringende ewige Botschaft, die der Teufel den Menschen vorenthalten, vernebeln und ausreden will. Und dies gelingt ihm zunehmend als Engel des Lichts und brüllender Löwe. Wer sich nicht durch Einschüchterungen, Bibelkritik, Wissenschaft und den “gesunden Menschenverstand“ von der Wahrheit des Evangeliums abbringen lässt, dem begegnet der Verführer eben als mystische Gestalt und verständnisvoller Einflüsterer, der einen anderen Jesus verkündigt und Heil wie Segen auf vielerlei Möglichkeiten anbietet, nur nicht durch das Blut des Lammes. Oder indem er selbstherrliche “Gläubige“ mit Macht und Einfluss ausrüstet, und ihnen suggeriert für Jesus zu sprechen, obwohl dies überhaupt nicht der Fall ist, auch wenn es sich so anhören mag (siehe Matthäus 7, 22-23). Vergebung zeugt von Gottes Charakter – Gott ist die Vergebung in Person! Und als Christen sollten wir das auch untereinander als Zeugnis nach außen aber auch nach innen zeigen, vorleben und ernst nehmen. Die Vergebung der Sünden ist auch das einzige Argument was wir verwenden können, wenn der Teufel uns vor Gott verklagt: Die Schuld meiner Sünde ist bezahlt durch Jesus Christus! Und in diesem Geiste der Gnade und Liebe, sollen wir uns auch untereinander annehmen und füreinander da sein.

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